Klimawandel und die Debatte Trump ↔ Biden

Haben wie „Kraut und Rüben“ diskutiert: Donald Trump und Joe Biden. Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Peter Murphy
Die erste Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden in dieser Woche war eine stürmische Angelegenheit. In der letzten halben Stunde der fast 100-minütigen Veranstaltung wurde auch das Thema „Klimawandel“ angesprochen. Die Unterschiede zwischen den Kandidaten waren aufschlussreich.

Ich ziehe eine etwas weniger turbulente Debatte vor, aber nicht zu viel. Die beiden Kandidaten haben sich gestritten, was normalerweise zu Unterbrechungen und einem Gespräch über einander mit einigen Beleidigungen führt. Ich bin nicht so konsterniert wie es andere zu sein vorgeben (in den Nachrichten und auf Twitter), dass die Kandidaten im Fernsehen eine verbale Schlacht ausgefochten hatten, außer in dem Maße, in dem sie über den Inhalt der Themen hinausging.

Mr. Wallace begann mit Präsident Donald Trump mit dem Thema Klimawandel, indem er eine „belastete“ [loaded] Frage stellte, d.h. ihre Prämisse war zweifelhaft, wurde aber als Wahrheit formuliert. Nachdem er die Waldbrände in Kalifornien erwähnt hatte, fragte Wallace: „Was glauben Sie der Wissenschaft des Klimawandels? Und was werden Sie in den nächsten vier Jahren tun, um ihm entgegenzutreten“?

Ähnlich wie der ehemalige Vizepräsident Joe Biden ist Mr. Wallace der Ansicht, dass der Klimawandel von einer Natur ist, dass man sich ihm stellen muss. Wie so viele in den Medien hat er keine Ahnung, dass das Thema komplizierter ist, geschweige denn dass es ohne wissenschaftliche Gewissheit viel weniger Konsens gibt. In seiner Antwort erklärte der Präsident richtig, dass die Waldbrände das Ergebnis eines schlechten Forstmanagements seien, die das Bereinigen von Totholz vernachlässigt.

Mr. Wallace war damit nicht zufrieden und machte den Kardinalfehler, Teil der Debatte zu werden, anstatt Mr. Biden zur Antwort aufzufordern. Wallace stellte nicht eine, sondern mehrere „Folgefragen“ – wobei er in Wirklichkeit wechselseitig mit Biden versuchte, mit Trump über das Klima zu debattieren. Es ging hin und her, als Wallace mehrere Klimafragen aufwarf, darunter den Clean Power Plan der Obama-Biden-Regierung, den durchschnittlichen Standard bzgl. Kraftstoffverbrauch der Unternehmen und die Pariser Klimavereinbarungen, womit er Bidens Arbeit für diesen erledigte.

Der Präsident erkannte zutreffend an, dass „eine Menge“ zur Erwärmung des Planeten beiträgt, nicht nur „menschliche Verschmutzung“ und Treibhausgase, wie Wallace behauptete. Trump kritisierte auch das Pariser Abkommen und sagte richtig, dass das Land schon jetzt die Kohlenstoffemissionen reduziere. Er erklärte weiter, dass der Clean Power Plan die Energiekosten erhöht hätte (was das Lebenselixier der verarbeitenden Industrie ist, wie ich hinzufügen möchte), und dass die Senkung der CAFE-Standards den Preis für neue Autos niedriger hält und ältere, weniger effiziente Fahrzeuge auf der Straße schneller ersetzt.

Dann kam Mr. Biden an die Reihe. Herr Wallace setzte seine Kumpanei mit ihm fort, indem er das Grüne Programm des Kandidaten als suggestive „Frage“ behandelte, als ob er ihn daran erinnern wollte, was er vorschlug. Biden hob seine Versprechungen bzgl. „Millionen von [grünen] Arbeitsplätzen“ hervor, die Nachrüstung von vier Millionen Gebäuden und seinen Widerstand gegen fossile Brennstoffe mit den Worten: „Niemand wird in Amerika ein weiteres Kohlekraftwerk bauen. Niemand wird ein weiteres Ölfeuer (sic) in Amerika bauen“.

Dann ging es durcheinander. Nachdem Trump behauptet hatte, der Green New Deal würde 100 Billionen Dollar kosten, konterte Biden mit den Worten, er „würde sich von selbst bezahlt machen“, was die einfältige Behauptung von Sen. Bernie Sanders nachplappert. Als Wallace jedoch fragte, ob er den GND unterstütze, antwortete Biden: „Ich unterstütze den Green New Deal nicht“.

Der ehemalige Vizepräsident widersprach sich selbst in der Debatte ebenso wie seiner Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten, der Senatorin Kamala Harris, und auch seinem seit langem vertretenen Programm von Mitte 2009, als er seine grünen Vorschläge vorstellte, und seiner eigenen Kampagnen-Website, auf der es heißt: „Biden glaubt, dass der Green New Deal ein entscheidender Rahmen für die Bewältigung des Klimawandel-Problems ist, vor dem wir stehen“.

Es hat zwar Variationen dessen gegeben, was den Green New Deal ausmacht, aber es ist Sophisterei, wenn Mr. Biden seine Unterstützung verweigert, da sein eigener Plan seine wesentlichen Bestimmungen widerspiegelt, die die Energiemärkte und die Wirtschaft des Landes durch regierungsamtliche Anordnungen von oben nach unten neu gestalten würden. Zu diesen Bestimmungen gehören die Nachrüstung von Gebäuden, die Vorschrift bzgl. Elektrofahrzeugen, die Beendigung der Förderung von Kohle, Fracking und Öl, der Versuch, den Kohlenstoffausstoß auf „Netto-Null“ zu reduzieren, die Finanzierung durch höhere Steuern („Schaffung“) von Arbeitsplätzen im Bereich der „erneuerbaren“ Energien und vieles mehr.

Die voraussichtlichen Kosten der Versionen des GND schwanken in Billionen von Dollar und belaufen sich auf fast 100 Billionen Dollar, je nach der Anzahl der Jahre, die für die Implementierung gezählt werden.

Ungeachtet des Tumults bei dieser ersten Präsidentschaftsdebatte und -schlacht lohnt es sich, die Bitterkeit zu überwinden und den Kontrast zwischen den Positionen der Kandidaten zur Bewältigung des Klimawandels zu erkennen, die sehr unterschiedlich sind.

Besonders wichtig ist es, Ursache und Wirkung zu verstehen, d.h. werden die Ausgaben von Billionen von Dollar für die Nachrüstung von Gebäuden und die Einführung erneuerbarer Energien und der Rest das Klima der Erde verändern? Und ist es die höheren Kosten und wirtschaftlichen Verwerfungen wert?

Amerika steht vor einer klimapolitischen Weggabelung, wie ich geschrieben habe, und wir stehen weniger als fünf Wochen vor der Entscheidung, in welche Richtung.

Autor: Peter Murphy, a CFACT analyst, has researched and advocated for a variety of policy issues, including education reform and fiscal policy, both in the non-profit sector and in government in the administration of former New York Gov. George Pataki. He previously wrote and edited The Chalkboard weblog for the NY Charter Schools Association, and has been published in numerous media outlets, including The Hill, New York Post, Washington Times and the Wall Street Journal.

Link: https://www.cfact.org/2020/10/01/climate-change-and-the-trump-biden-debate/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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12 Kommentare

  1. Bemerkenswert zur Debatte ist die Reaktion von Trump, als er den Einwurf von Biden zur Rolle der Proud Boys konterte: „Proud Boys – stand back and stand by“, was manche in Unkenntnis des Slangs prompt mißverstanden. Richtig ist analog der Redewendung: „people stand by while the house burns down“, was nur übersetzt werden kann als: „Leute stehen dabei während das Haus niederbrennt.“

    Deshalb fügte Trump zwecks Vermeidung von Mißverständnissen in aller Klarheit hinzu: „I condemn the KKK. I condemn all white supremacists. I condemn the Proud Boys. I don’t know much about the Proud Boys, almost nothing, but I condemn that.“ , nämlich: Ich verurteile den KKK, ich verurteile alle weiße Überlegenheit, ich verurteile die Proud Boys, ich weiß nicht viel über Proud Boys, eigentlich nichts, aber ich verurteile das.“

    Daß Journalisten dennoch behaupten, es handele sich um den „Schulterschluss mit gewalttätigen Rechten“ zeigt, daß man den  herrschenden Medien nicht mehr glauben kann.

  2. Einfach nur peinlich, zwei Opas die sich Wattebäusche an den Kopf werfen. Aber das sind halt die USA. Und Trump hat danach sich bei einer Party Corona eingefangen, bekam Sauerstoff und Steroide und kam ins Krankenhaus. Was soll man dazu noch sagen. Die beiden Opas haben eh von nichts eine Ahnung, schon gar nicht vom Klima.

    • Ach Gott, Herr Krüger,Sie glauben auch alles, was in den Qualitätspressen so verfasst wird. Der Trump hat ganz einfach ne Erkältung oder nen Schnupfen  –  was in dieser Jahreszeit und wenn man diversen! Leuten begegnet immer mal, wie schon immer, passieren kann. Heute  aber ist alles CORONA! Es gibt nix anderes mehr als Corona – andere Viren = Fragezeichen.  Nicht mehr da. Alle weg. Nur noch CORONA. In Abwandlung des 1. Gebotes  muß man heute wohl sagen: Ich bin CORONA, Dein Virusgott, Du sollst keine anderen Virusgötter  haben neben mir!

      Was steht heute in der Zeitung, die ich nur noch der lokalen Infos wegen halte, im überregionalen Teil: Spahn kündigt die – ehrlich, so seht es da: ERLÖSUNG  mit Beginn des Winters an. Dann hat  man, schwupps die Testphase eines Impfstoffe von bis zu 8 Jahren auf ein knappes Jahr eingeschrumpft, die Wunderwaffe „genverändernde Schutzimpfung“ im Krieg gegen den neuen Virusgott, nachdem der Schweinevirus so schmaehlich versagt hat. Wenn er sich da mal nicht irrt – dieser Virusgott verändert nämlich, wie der Teufel?, seine Gestalt.

      Sind wir tatsächlich in der Neuzeit angekommen?

      • In der ‚Hochzeit‘ des Corona Virus, im März/April, sind parallel dazu die Atemwegserkrankungen drastisch zurück gegangen.

    • „Und Trump hat danach sich bei einer Party Corona eingefangen, bekam Sauerstoff und Steroide und kam ins Krankenhaus. “

       

      Irgendwie scheint zumindest ein Demenzvirus um die Enklave Bremen rum unterwegs zu sein

  3. >>Der Präsident erkannte zutreffend an, dass „eine Menge“ zur Erwärmung des Planeten beiträgt, nicht nur „menschliche Verschmutzung“ und Treibhausgase, wie Wallace behauptete.<<

    Nur genau das findet nicht statt und kann auch nicht stattfinden. Die Sonnenfleckenanzahl hat seit vielen Jahrzehnten abgenommen und damit auch die zugestrahlte Energie. Das mit den sog. Treibhausgasen ist Quatsch. In den USA sind die Temperaturen seit Mitte des letzten Jahrhunderts nach unten gegangen, östlich der Rocky`s und westlich der Apalachies. Wer es nicht glauben will, der möge sich die täglichen Temperaturmessungen von den Farmern besorgen. Die sind ein glasklarer Beweis für eine Abkühlung seit Mitte des letzten Jahrhunderts.

  4. Was mich immer wieder wundert ist die Tatsache, daß es den Leuten nicht auffällt, daß es seit der Mitte des letzten Jahrhunderts in den USA östlich der Rocky’s kälter wird und nicht wärmer. Außer natürlich in den Städten und neben den Klimaanlagenauslässen.

    Und wenn ne Klimameßanlage auf nem Asphaltparkplatz steht, wird es auch dort wärmer.

    Und was die DWD-Wetterstationen betrifft, so empfehle ich mal einen Blick auf die von Lübeck zu werfen, von oben. Da erkennt man nämlich wo die neben den Landebahnzuwegungen und der Kfz.-Straße nebst Eisenbahn steht. Ach ja, die Asphaltierung ist schön dunkel. Wird sehr schön von der Sonne aufgewärmt. Das freute die Segelflieger. Von da kam nämlich immer die Thermik nach dem Start.

  5. Wahrscheinlich haben die Original-Debatte nur wenige verfolgt, insofern war es hilfreich, die Kernaussagen zum Klima hier zu lesen. Trump hat sicherlich auch das Problem, dass die vielen Links-Journalisten, auch in den USA, komplett dem gängigen Klima-Alarm-Credo verhaftet sind. Deshalb halte ich es für glaubwürdig, dass hier der Moderator prompt auf Biden’s Seite gewechselt ist. Und dafür hat sich Trump offenbar gar nicht so schlecht geschlagen. Sehr berechtigten Argumente der Skeptiker hatte er jedenfalls parat, Prof. Happer hat wohl gute Arbeit geleistet. Und peinlich, dass sich Biden in der Debatte vom Green New Deal distanzierte, obwohl er, wie hier schon geschrieben wurde, die USA in wenigen Jahren dekarbonisieren möchte. Ob ihm das nochmal auf die Füße fällt – oder vielleicht doch schon senil…

      • Lieber Herr Schneider, können Sie angeben, wer der Referent des hochinteressanten Videoreferats ist? Und von wann das stammt? Das Thema „Klimaerwärmung auf anderen Planeten“ ist schon seit Jahren bekannt, wird aber „merkwürdigerweise“ völlig ausgeklammert! Man kommt hier ja in arge Erklärungsnöte…

        Eine vom Referenten übersehene Erklärung der seltsam „systemischen“ Planetenerwärmungen wäre noch, dass es auf Venus, Merkur, Mars usw. sowjetische Kohlekraftwerke in großer Zahl gibt, natürlich als Energiegrundlage dortiger Zivilisationen… Die Landungsmissionen der Sowjets wurden von der NASA verheimlicht, weil man deren kosmonautischen Vorsprung ja nicht eingestehen durfte!- Man könnte sich aber auch vorstellen, dass die stark gestiegene IR-Ausstrahlung der Erde die übrigen Planeten in so verheerender Weise miterwärmt!- Das sollte auf einem der nächsten Grünen-Parteitage unbedingt diskutiert werden. Es erhöht sich damit ja noch die Dringlichkeit sofortiger Dekarbonisierung hier unten! Das wäre dann schon „das dritte Kohlendioxid-Problem!“ – die rückstrahlende Planeten-Miterwärmung! Im Grunde bleibt doch nur eine Konsequenz für die Zivilisation der Erde: sofort mit allem aufhören. Die Maßnahme zur Ausrottung eines lebensgefährlichen Virus war ja schon eine Art Vorlauf, eine Übung, wie man das im Ernstfall machen könnte. Es gibt breite Akzeptanz (vor allem bei denen, die nicht existenziell getroffen wurden).

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