Das blinde Auge der Klimaforscher an der Universität Bern

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke
Nach SZ am 24.7.2019 erschien am 25.07.2019 auch in der WELT unter „WISSEN“ der Artikel „Diese globale Erwärmung ist beispiellos“, wobei auf eine brandneue Arbeit von Berner Klimaforschern verwiesen wird. Gemäß WELT sei damit nachgewiesen, wo sich die Leugner des Klimawandels komplett irren.

Zunächst einmal, liebe Journalisten der WELT, gibt es keine Leugner des Klimawandels. Zumindest sind keine solchen Leugner bekannt, die noch Reste von Gehirn zwischen den beiden Ohren aufweisen. Klimawandel ist naturgesetzlich, seit die Erde besteht, und dies hat noch nie jemand ernsthaft geleugnet. Konstantes Klima gab es noch nie.

Nicht zuletzt durch die Bemühungen von EIKE ist inzwischen auch vielen Laien bekannt, dass in der klimageschichtlich ungewöhnlich ruhigen Phase nach Ende der letzte Eiszeit (Holozän) Temperaturschwankungen statt fanden, die oft wesentlich stärker waren als die Schwankungen in den letzten 150 Jahren der Industrialisierung. Beispiele sind die mittelalterliche Warmzeit, das römische Klimaoptimum und vor allem die beiden sehr warmen Holzän-Maxim etwa 4500 und 6500 Jahre vor uns. Dies ließ die ihrer Katastrophenprophetie wegen berüchtigten Berner Klimaforscher nicht ruhen. In ihrer jüngsten Veröffentlichung „R. Neukom et al., No evidence for globally coherent warm and cold periods over the preindustrial Common Era, Nature 571, 550-554 (2019)“ verstiegen sie sich gemäß WELT zur Behauptung, es hätte, abgesehen von der jüngsten Klimaerwärmung seit 150 Jahren, keine Beweise für kalte oder warme Phasen gegeben, die um den ganzen Globus herum gleichzeitig stattfanden.

Der folgende Abstract der Arbeit von Neukom et al. (hier, bitte insbesondere auch die References beachten, auf die später noch Bezug genommen wird) bestätigt die Aussage der WELT, wobei die einschlägigen Behauptungen in blau markiert sind:

ABSTRACT: Earth’s climate history is often understood by breaking it down into constituent climatic epochs. Over the Common Era (the past 2,000 years) these epochs, such as the Little Ice Age, have been characterized as having occurred at the same time across extensive spatial scales. Although the rapid global warming seen in observations over the past 150 years does show nearly global coherence, the spatiotemporal coherence of climate epochs earlier in the Common Era has yet to be robustly tested. Here we use global palaeoclimate reconstructions for the past 2,000 years, and find no evidence for preindustrial globally coherent cold and warm epochs. In particular, we find that the coldest epoch of the last millennium—the putative Little Ice Age—is most likely to have experienced the coldest temperatures during the fifteenth century in the central and eastern Pacific Ocean, during the seventeenth century in northwestern Europe and southeastern North America, and during the mid-nineteenth century over most of the remaining regions. Furthermore, the spatial coherence that does exist over the preindustrial Common Era is consistent with the spatial coherence of stochastic climatic variability. This lack of spatiotemporal coherence indicates that preindustrial forcing was not sufficient to produce globally synchronous extreme temperatures at multidecadal and centennial timescales. By contrast, we find that the warmest period of the past two millennia occurred during the twentieth century for more than 98 per cent of the globe. This provides strong evidence that anthropogenic global warming is not only unparalleled in terms of absolute temperatures, but also unprecedented in spatial consistency within the context of the past 2,000 years.

Die Behauptungen von Neukom et al. sind freilich falsch, und man darf sich wundern, warum Nature diesen sachlichen Unsinn durchlässt. Sie sind deswegen falsch, weil genau zum behandelten Thema der globalweiten Gleichzeitigkeit von Temperaturerwärmungen bereits jüngst eine Reihe von begutachteten Fachpublikationen erschienen sind, die exakt das Gegenteil der Berner Behauptungen unwiderlegbar nachweisen. Es sind dies die folgenden drei Arbeiten:

  1. Lüning, M. Galka, IB Danladi, TA Agadunodo, and F. Vahrenholt, Hydroclimate in Africa during the Medieval Climate Anomaly, Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology, 495, 2018 (hier)
  2. Lüning et al., M. Galka, FP Bamonte, FG Rodriguez, and F. Vahrenholt, The Medieval Climate Anomaly in South America, Quaternary International, 508, 2019
  3. Lüning, M. Galka, and F. Vahrenholt, The Medieval Climate Anomaly in Antarctica, Palaeogeography, Palaeogeoclimatology, Palaeogeoecology, 532, 2019

Sollte den Autoren der Berner Fachpublikation etwa keine dieser drei Arbeiten bekannt gewesen sein? – kaum denkbar. Die drei o.g. Fachpublikationen reichen jedenfalls aus, die Publikation von Neukom et al. zu widerlegen.

Besonders peinlich, dass keine der drei o.g. Arbeiten in den 80 References der hier kritisierten Berner Arbeit von Neukom et al. aufzufinden ist. Angesichts dieser Unverständlichkeit entsteht die Frage, wie tief wissenschaftliche Ehrlichkeit und Fairness noch sinken kann. Ferner darf man sich doch sehr darüber wundern, dass die fehlende Auseinandersetzung in der Berner Publikation mit den o.g. Arbeiten von Lüning et al. den Peer-Reviewern von Nature nicht auffiel. Es ist leider nicht das erste Mal, dass Nature Arbeiten, welche den Mainstream-Klima-Alarmismus stützen, ohne näheres Hinsehen einfach durchwinken.

In EIKE sind bereits am 27.07.2019 von Michael Klein (Science Files) (hier) sowie von Uli Weber (hier) vernichtende Fachkritiken an der hier behandelten Studie der Berner Klimaforscher erschienen. Insbesondere wurde von Michael Klein eine Karte aus der „kalten Sonne“ gezeigt, welche die ausführliche, globalweite mittelalterliche Warmzeit belegt. Dies kontrastiert geradezu schon in grotesker Weise mit der spärlichen Datenlage  der Neukom – Gruppe. Uli Weber geht dagegen in humoriger Weise auf die Zusammenarbeit von Medien und fragwürdigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen ein. Daher hier ein ausdrücklicher Dank an M. Klein und U. Weber.

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21 Kommentare

  1. Prof. Dr. Lüdecke behauptet:
    „Nach SZ am 24.7.2019 erschien am 25.07.2019 auch in der WELT unter „WISSEN“ der Artikel „Diese globale Erwärmung ist beispiellos“, …

    Zur Klarstellung:
    In der Print(!)Ausgabe von „DIE WELT“ am 25.07.2019 erschien ein solcher Artikel unter der Rubrik „Wissen“ definitiv NICHT, sondern nur in der Online-Ausgabe von „WELT.DE“, hier: https://www.welt.de/wissenschaft/article197414185/Schweizer-Studie-Diese-globale-Erwaermung-ist-beispiellos.html

    In der Süddeutschen („SZ“) dagegen erschien ein Artikel zur „Berner Studie“ sowohl am 24.07.2019 in der Online-Ausgabe, als auch am 25.07.2019 in der Printausgabe der „SZ“.

    Herr Prof. Lüdecke, sie sollten in Zukunft Ihre Quellen-Angaben bitte präziser formulieren. Denn Sie haben sowohl durch Ihre „Nicht-Verlinkung“ als auch durch Ihre Formulierung „in der Welt“ suggeriert, der betreffende WELT-Artikel „Diese globale Erwärmung ist beispiellos“ sei am 25.07.2019 in der Print(!)-Ausgabe von „DIE WELT“ erschienen, was in Wahrheit aber nicht stimmt, was ich über den folgenden Link übergeprüft habe: http://epaper.welt.de/welt/archiv/list/?etag=2019-07-25&zone=DWBE-HP
    Denn in der „DER WELT“-Print-Ausgabe vom 25.07.2019 ist auf Seite 20 ein „Wissen“-Artikel mit dem Thema „Wasser“ zu finden. Ärgerlich.

  2. Herr Rahmstorf hat seinen eigenen „Korrigierte“ CO2 und Temperatur-Verlauf über mehr als 150 Jahren gezeigt.Warum kann nicht Eike eine eigene Beschreibung zum CO2 und Temperaturverlauf für den von Rahmtorf erstellte Zeitraum erarbeiten.Damit kann man immer leichter argumentieren.

  3. Gut zu sehen, dass hier auch einer der Autoren der zitierten drei Studien mitliest und -diskutiert. Das sollte dem wissenschaftlichen Diskurs ja helfen.

    Dazu auch gleiche eine Frage: in dem einzig (mir) frei zugänglichen Artikel aus „Paleogeography, …“ (2018) geht es um das Hydroklima, wenn ich es richtig verstehe, also um Niederschlagsmengen. Gibt es denn einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Änderungen der Niederschlagsmenge und Temperaturänderungen? Würde nicht ein Forscher in 1000 Jahren, der unsere Zeit untersucht, Regionen mit deutlich wachsender Niederschlagsmenge und solche finden und solche, die deutlich trockener wurden?

    Etwas sauer aufgestoßen ist mir dieser Satz des Autors (und dabei will ich gar nicht über die Inhalte der Publikationen sprechen):
    „Sie [die Behauptungen von Neukom et al.] sind deswegen falsch, weil genau zum behandelten Thema der globalweiten Gleichzeitigkeit von Temperaturerwärmungen bereits jüngst eine Reihe von begutachteten Fachpublikationen erschienen sind, die exakt das Gegenteil der Berner Behauptungen unwiderlegbar nachweisen.“
    Eine Publikation gilt also als die Wahrheit (= unwiderlegbar), sobald Gutachter sie für gut befunden haben?! Der Autor, selbst Professor und damit wahrscheinlich häufig in beiden Rollen, d. h. Autor oder Gutachter, sollte eigentlich wissen, dass das nicht der Fall ist. Zumindest nicht bei so komplexen Fragestellungen wie Klimaanomalien in den vergangenen 1000 Jahren.

    • zu: unwiderlegbar
      Hat doch geklappt, Maulwürfe kriechen aus ihren Löchern & quaken wie Frösche anstatt wissenschaftliche Argumente (Empirie, nicht Spielekonsole) zwecks formeller Zurückweisung einzureichen — genau so wie es IPCC,PNAS,U.S.NCA &co machen mit deren Zensur von häretischen Papers.
      Was sagen denn die gottgleichen IPCC,PNAS,U.S.NCA &co Scharlatane zu Ihrer „Kritik“ an deren Un[o]“wissen“schaft?

  4. Konfizius hat schon vor rund 2500 Jahren die eminente Bedeutung klarer Begriffe erkannt, weil jede Propaganda mit ihrer Verdrehung, mit Auslassungen, Halbwahrheiten, Mißbildungen und Fäschungen beginnt (Die Zerstörung der deutschen Sprache hat diesen Boden vorbereitet.) und insofern erscheint mit die defensive Übernahme falscher Begriffen als hochproblematisch.

    „Klimawandel“ suggeriert eine Wandlung (Katholiken muß ich das nicht erläutern), eine Umkippen aus dem stabilen Zustand 1 nach 2. Klarer erscheint mir deshalb „Klimaänderungen“, was dem stochastischen Prozeß vielleicht stärker hervorhebt.

    Was meinen Sie?

  5. „Abrupte Klimawechsel“
    von
    Stefan Rahmstorf
    ———————
    „Die in diesem eisigen Buch aufgezeichnete Geschichte(Abb. 1) schockierte viele Klimaforscher. Bislang waren siedavon ausgegangen, dass das Klima sich in langsamenZyklen ändert – etwa den 23 000, 41 000 und 100 000 Jahredauernden Milankovich-Zyklen, die durch kleine Unregel-mäßigkeiten der Erdbahn um die Sonne entstehen undbereits aus Bohrungen in Tiefseesedimenten bekanntwaren. Doch die neuen Daten aus Grönland boten einezuvor unerreichte zeitliche Auflösung – einzelne Jahreließen sich, ähnlich wie bei Baumringen, erkennen undabzählen – und sie zeigten erstmals klar und eindeutig ab-rupte und dramatische Klimasprünge. Die Temperaturenin Grönland hatten sich wiederholt innerhalb wenigerJahre um 8–10 Grad erhöht und waren dann erst nachJahrhunderten zum normalen kalten Eiszeitniveau zurück-gekehrt.“
    UND:
    „Die Schlamm-schichten aus der Tiefsee, zum Teil Tausende Kilometervon Grönland entfernt in subtropischen Breiten erbohrtund mit gänzlich anderen Methoden analysiert, verzeich-neten Zacken für Zacken dieselben Klimaereignisse wiedas Grönlandeis. Die dramatischen Dansgaard-Oeschger-Ereignisse waren also reale und auch sehr weiträumigeKlimawechsel, die nicht nur lokal in Grönland auftraten.Inzwischen gibt es Daten von mehr als 170 Orten welt-weit, in denen diese Ereignisse erkennbar sind. Hinweisefanden sich sogar in Neuseeland und der Antarktis. “
    ————–
    Das schreibt der Prophet persönlich, wird wohl stimmen!

    http://www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Other/rahmstorf_abrupteklimawechsel_2004.pdf

  6. Was soll man schon von Leuten erwarten, die noch nicht mal die täglichen Temperaturunterschiede von 100 grad nicht finden, die unser Planet hat. Wer für die Erde eine Temperatur von 255 K ausrechnet und nicht merkt, dass das nur unter der Voraussetzung stimmt, wenn die Erde eine Scheibe wäre (das hat man nicht mal im Mittelalter ernsthaft geglaubt), dem ist eh nicht mehr zu helfen.

  7. Mal ein paar Sprachübungen: bereits die Bezeichnung „Klimaleugner“ oder „Klimawandelleugner“ wird falsch verwendet, weil damit unterstellt wird, derjenige leugne jeglichen Klimawandel. Gemeint ist aber „Leugnung des menschengemachten Klimawandels“, und das ist etwas ganz anderes. Die Präzisierung kommt aber erst beim Nachfragen, wenn man klarstellt, dass man keineswegs leugnet, dass es einen Klimawandel gibt.

    Aber auch die Bezeichnung „Leugnung des menschengemachten Klimawandels“ ist sprachlich falsch. Leugnen bedeutet nämlich „die Wahrheit kennen, aber sie abstreiten“. Damit wird unterstellt, dass der menschengemachte Klimawandel von allen anerkannt wird, einige jedoch gegen ihr Wissen anlügen. Auch das ist natürlich falsch, denn der menschengemachte Klimawandel ist allenfalls ein Glaube, der wissenschaftlichen Fakten nicht Stand hält.

    Man sollte daher allen, die das Wort „Klimaleugner“ in den Mund nehmen, empfehlen, sich erst einmal eine Tüte Deutsch zu kaufen.

    • Wie wären die Reaktionen, wenn man Leute, die natürliche Ursachen des Klimawandels ablehnen, Naturleugner nennen würde?

    • „Man sollte daher allen, die das Wort „Klimaleugner“ in den Mund nehmen, empfehlen, sich erst einmal eine Tüte Deutsch zu kaufen.“

      Sie schreiben so, als wäre das ein Irrtum oder falsche Einschätzung völlig unbeabsichtigt.
      Diese Begriffe werden jedoch sorgfältig ausgesucht und verbreitet.

      Glauben Sie, dass die Journalisten und Wissenschaftler nicht in der Lage wären zu recherchieren bevor sie falsche Behauptungen aufstellen? Glauben Sie, dass die Wissenschaftler uns verdrehte Fakten erzählen, weil sie Fehler machen? Warum wird denn EIKE angegriffen, wenn man eine andere Version bringt? Wenn Jemand an Wahrheit interessiert wäre, dann würde man sich auch die Argumente von EIKE anschauen, gegen bewerten oder sich austauschen wollen. Man geht sofort auf Anfriff über.

      Es ist alles kein Zufall sondern folgt einer Ideologie oder einem Ziel.
      Wenn das mit Absicht gemacht wird, dann gehört das in die Kategorie der Lüge und des Betruges. Bewußte Fehlinformation. Das macht es noch viel schlimmer.

    • Immer wieder der Unfug der Verwendung des Unsinnsbegriffs „leugnen“. Und der Begriff ist auch nicht sorgfältig ausgesucht. Er wird aus intellektueller Dummheit verwendet und zwar der eignen und derjenigen, die genutzt werden soll. Erfolgreich wird das Ganze, weil diejenigen, die als „Leugner“ bezeichnet werden, nicht auf die Dummheit derjenigen verweisen, die den Unfugbegriff „Leugner“ verwenden.
      Wer jemanden anderen als „Leugner“ bezeichnet muß den unwiderlegbaren Beweis erbringen, daß das, was er als wahr behauptet, auch wahr ist.
      Die CO2-Gäubigen können nur keinen CO2-Erwärmungsbeweis erbringen. Die wissen auch selbst nicht mit welcher Variabilität und Genauigkeit die Temperaturen auf der Erdoberfläche und in der Atmosphäre gemessen werden.
      Und weil es die, die damit beeinflußt werden sollen, das auch nicht wissen, funktioniert das gesabberte Gedöns.

      • Fragen zur Bedeutung des CO2 für s Klima, ohne Diskussion über, die sonst üblichen Prozesse und physikalischen Gesetze.Die eher dagegen sprechen, daß CO2 Klimabeeinflußend sei.
        CO2 entsteht durch Verbrennung, also durch Erhitzung. Was geschah bei und nach dem Ausbruch eines Vulkans, z.B. des Krakatau 1883 oder der Ausbruch des Tambora 1815, hinsichtlich des CO2 Bestands und den Temperaturen Weltweit? Wer sich über die Folgen informiert,sollte sich danach Fragen, kann die Behauptung,CO2 ist ein Temperaturtreiber, aufrecht gehalten werden, angesichts der Temperaturdaten, im Nachklang der Eruptionen? Meiner, unmassgeblichen, Meinung nach, sind, steigende Temperaturen, nicht das Werk einer vermehrter Anzahl ppms des CO2, sondern Folge einer sauberen Partikelfreieren Luft.Wo wurden bisher Temperaturen über 40°C gemessen? Wurden die nicht an Orten geringerer Luftverschmutzung festgestellt?Wer also meint, die CO2Bestände müssten wieder auf das Niveau frühere Zeiten,z.B. den 1960ern gebracht werden, müsste sich dann auch für die damals weniger saubere, Umwelt, einsetzen?!

  8. Sie sind deswegen falsch, weil genau zum behandelten Thema der globalweiten Gleichzeitigkeit von Temperaturerwärmungen bereits jüngst eine Reihe von begutachteten Fachpublikationen erschienen sind, die exakt das Gegenteil der Berner Behauptungen unwiderlegbar nachweisen. Es sind dies die folgenden drei Arbeiten:

    Lüning, M. Galka, IB Danladi, TA Agadunodo, and F. Vahrenholt, Hydroclimate in Africa during the Medieval Climate Anomaly, Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology, 495, 2018 (hier)

    Ich habe mal in das Papier (das einzige, das vor dem Einreichen des papiers bei Nature bereits veröffentlicht war) reingesehen und dort steht:

    The objective of this paper is to provide a qualitative description of regional variability, leaving a fully quantitative analysis for later, once crucial data gaps have been filled. Hydroclimate is intensely linked to climate change. Rain belts are prone to shift and monsoons can intensify or weaken. The analysis of MCA temperature trends in Africa is not part of this study and was documented in a separate contribution

    Die Analyse von Temperaturtrends in Afrika war also nicht Teil der Studie und es wurde nur eine qualitative Analyse der regionalen Variabilität gemacht. Wie kann diese Arbeit also die Veröffentlichung in Nature widerlegen?

    • Gemeint war sicher dieses Afrika-Paper, das definitiv zur Zeit der Neukom-Arbeiten vorlag:

      Lüning, S., M. Gałka, F. Vahrenholt (2017): Warming and cooling: The Medieval Climate Anomaly in Africa and Arabia. Paleoceanography 32 (11): 1219-1235, doi: 10.1002/2017PA003237.

      Auch das Südamerika-Paper war bereits 2018 vorliegend (nämlich online seit 31 Oktober 2018):

      Lüning, S., M. Gałka, F. P. Bamonte, F. García-Rodríguez, F. Vahrenholt (2019): The Medieval Climate Anomaly in South America. Quaternary International, 508: 70-87. doi: 10.1016/j.quaint.2018.10.041.

      • Herr Lüning,

        wo Sie gerade hier sind:
        Aus welchem ihrer Paper geht hervor, dass es schon früher gleichzeitige und globale Erwärmungen gab?

  9. „Die Behauptungen von Neukom et al. sind freilich falsch, und man darf sich wundern, warum Nature diesen sachlichen Unsinn durchlässt. Sie sind deswegen falsch, weil genau zum behandelten Thema der globalweiten Gleichzeitigkeit von Temperaturerwärmungen bereits jüngst eine Reihe von begutachteten Fachpublikationen erschienen sind, die exakt das Gegenteil der Berner Behauptungen unwiderlegbar nachweisen. Es sind dies die folgenden drei Arbeiten:“

    ***************************************************************

    Und welche der drei Arbeiten zeigt auf, dass es GLOBAL warme oder kalte Phasen gegeben hätte? Ich finde darin nichts dementsprechendes. Der Autor möge bitte erläutern, inwiefern „die Publikation von Neukom et al. widerlegen.“

    • Können oder wollen sie die 3 Studien nicht verstehen?
      Der Kern der Studien ist die Untersuchung von schwankungen der Temeperatur und zeigt anhand von Fossilien und gelogischen Veränderungen, wie z.B. Tropfstein, Wasserläufe etc., das das MWP halt eben sehr wohl global war und die Schwankungshöhe heute nicht besonders ist. Simpler als die MWP Weltkarte auf der Seite diekaltesonne.de gehts ja wirklich nicht.

      Das ist genau das Muster der Alarmisten, klare wissenschaftliche Studien ignorieren oder ungelesen als falsch zu bezeichnen.

      • Sie (also der mit dem seltsamen Klarnamen) meinen also, dass man die Widerlegung nicht in den 3 Papern, sondern auf dem Blog der Kalten Sonne findet.

        Mal abgesehen, dass eine Karte auf einem Blog keine wissenschaftliche Quelle ist: Woraus geht die Gleichzeitigkeit hervor?

  10. Die Situation war doch absehbar. Gab es vor 1850 Klimaschwankungen, dann können die IPCC-Zuträger alle ihre Klimamodelle in die Tonne hauen, denn sie gehen ja davon aus, dass lange Zeit kaum CO2-Änderungen gab. Offensichtlich mutieren sie deshalb nun zu Klimaleugnern der anderen Art, es darf vor 1850 keine globalen Klimaschwankungen gegeben haben.

    Da science wohl doch nicht settled war, Dr. Lüning et al. sich an die Arbeit gemacht und globale Daten gesammelt haben, konnte dies der ‚Gegenseite‘ kaum verborgen geblieben sein. Nur so ist ist diese plötzliche, wenig überzeugende Publikation aus Bern zu erklären. Der Abwehrkampf ist im vollen Gange, vielleicht drohen ja noch weitere Ungereimtheiten der settled science, wenn Trump den U.S.-amerikanischen Augiasstall ausgemistet hat. Eine gewisse Panik ist erkennbar.

  11. Wieder mal eine billige Nummer um Fakten zu fälschen.

    Ein Artikel veröffentlicht auch von der Welt am 25.10.2016.
    „Wer erfolgreich lügt, lügt immer dreister“.
    – Wer einmal lügt, der lügt auch zweimal – das ist schlimm genug. Doch Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass erfolgreiche Lügner nicht nur immer wieder lügen, sondern dass ihre Lügen auch immer dreister werden.-

    https://www.welt.de/wissenschaft/article159017392/Wer-erfolgreich-luegt-luegt-immer-dreister.html

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