Das rot-grün-rote Experiment: Bremen kohlefrei ab/ bis 2023?!

Demonstrierende in Bremen. Bild Autor

von Michael Krüger
Keine Kohlekraftwerke mehr, dafür Energie aus Wind und Sonne – darauf haben sich die Unterhändler bei den Koalitionsverhandlungen in Bremen um rot-grün-rot geeinigt. Sie wollen eine Klimanotlage in Bremen ausrufen.

Klimaschutz soll nach dem Willen von SPD, Grünen und Linken in Bremen künftig eine zentrale Rolle spielen. So sollen die drei Kohlekraftwerke in Bremen (Farge (350 MW elekrt.), Hafen (490 MW elektr., 59 MW therm.) und Hastedt (267 MW elektr., 283 MW therm.)) im kleinsten Bundesland 2023 vom Netz genommen werden, sagte Grünen-Fraktionschefin Maike Schaefer am Freitag nach der dritten Verhandlungsrunde für ein rot-grün-rotes Regierungsbündnis. Zudem soll für Bremen eine sogenannte Klimanotlage ausgerufen werden. „Das bedeutet, dass wir in Zukunft bei allen politischen Entscheidungen immer den Aspekt Klimaschutz, Klimawandel berücksichtigen“, sagte Schaefer.

Erneuerbare Energien sollen künftig im Fokus stehen, Solar- und Windenergie ausgebaut werden. Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) sprach von einem Paradigmenwechsel. Bei Bau und Sanierung von Gebäuden werde Klimaschutz künftig eine zentrale Rolle spielen. „Klimapolitik muss man auch wirtschaftspolitisch begreifen“, sagte die Linken-Fraktionschefin Kristina Vogt. Bremen müsse daher in Forschung und Entwicklung investieren.

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Bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai war die CDU erstmals seit mehr als 70 Jahren in Bremen stärkste Kraft geworden. Deren Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder strebte eine Jamaika-Koalition an, doch die Grünen entschieden sich letztlich für Verhandlungen über ein Linksbündnis.

Die Wirtschaft bangt unterdessen um den Wirtschaftsstandort Bremen. Mit der Handelskammer hat jetzt eine der gewichtigsten Institutionen der Hansestadt einen Forderungskatalog an rot-grün-rot präsentiert. Wichtigste Erwartung der Handelskammer an die künftige Landesregierung ist ein Bekenntnis zum Leitbild der wachsenden Stadt, wie es im vergangenen Jahr von der Zukunftskommission des Bürgermeisters formuliert worden war. Wachstum, so die Kammer, sei „die Grundlage für zusätzliche Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen“. Die Unternehmen im Land Bremen müssten deshalb auf verlässliche Rahmenbedingungen zählen können.

Das wird durch das Ausrufen der Klimanotlage in Bremen und die beabsichtigte Schließung der Kohlekraftwerke, Farge, Hafen und Hastedt ab/ bis 2023 mit zusammen 1.100 MW elektr. und 340 MW term. in Frage gestellt. Das Kraftwerk Hafen versorgt den Bremer Westen mit Strom und Fern-Wärme und das Kraftwerk Hafen den Bremen Osten mit Strom und Fern-Wärme. Hier das Versorgungsnetz.

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Werden die Kohlekraftwerke Hafen und Hastedt ab/ bis 2023 abgestellt, so fällt in Bremer Westen und im Bremer Osten ein Großteil der Strom- und Fern-Wärme-Versorgung weg. Denn Ersatz für die 750 MW elektr. und 340 MW therm., welche die beiden Kraftwerke zusammen liefern, gibt es bisher nicht, schon gar nicht aus sogenannten erneuerbaren Energien, wie Sonne und Wind. Der aktuelle Anteil aus erneuerbaren Energien an der Stromversorgung in Bremen beträgt gerade mal 12%. Im Bundesdurchschnitt sind es hingegen rund 40%.

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D.h. nur 12% des erzeugten Stroms in Bremen kommt aus erneuerbaren Energien, aber 88% kommen aus Kohle, Gas und Öl, etc.. Diesen Anteil bis 2023, also in den nächsten vier Jahren durch Strom aus Sonne und Wind zu ersetzen ist nicht zu möglich und reine Illusion.

Schaut man nicht nur auf den Strom, sondern auf den gesamten Energieverbrauch in Bremen mit Strom, Wärme, Verkehr, etc., so wird es noch absurder.

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Nicht einmal 5% der Energieversorgung in Bremen stammt aus erneuerbaren Energien. Ca. 95% der Energieversorgung in Bremen stammt aus Kohle, Gas und Öl. Die Kohle stellt an der Energieversorgung Bremens dabei einen Anteil von über 50%.

Diese Zahlen sind den Grünen und der Klimaschutzbewegung in Bremen bekannt, da ich die Zahlen und Fakten sowohl den Grünen (wie auch anderen Parteien) und den Organisatoren von Fridays for Future Bremen per Mail und über Facebook mitgeteilt habe. Auf meine Frage, wie man die Kohle in Bremen bis 2025, bzw. neuerdings sogar bis 2023 ersetzen möchte habe ich von keinen der Beteiligten, trotz mehrfacher Nachfrage bisher eine Antwort erhalten. Ein Konzept für das Vorhaben Kohleausstieg in Bremen bis/ ab 2023 liegt dort schlichtweg nicht vor. Nur der unabdingbare Wille zum Kohleausstieg.

Die Perspektive

Mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien kann Bremen (bei einen Anteil von derzeit von 12% am Strombedarf und 5% an Energiebedarf Bremens) bis 2023 schlichtweg nicht die Kohle ersetzen. Zumal die Flächen für den Ausbau im Stadtstaat Bremen fehlen und erst recht die notwendigen Speichermöglichkeiten. Ein solches Unterfangen würde zudem hunderte Millionen bis Milliarden Euro verschlingen, wobei die Kassen in Bremen jetzt schon leer sind und Bremen hoffnungslos verschuldet ist. Es mangelt an allen Ecken und Enden in Bremen, vor allem im sozialen Bereich.

Bleibt nur den Strom aus dem Umland, also Niedersachsen zu importieren. Dort sind aber Groß-Kraftwerke, die Groß-Städte wie Bremen versorgen können Mangelware. Hier eine Übersichtskarte von Kraftwerken mit mehr als 100 MW.

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Ein weiteres Problem dabei ist, mit Strom aus Wind und Sonne aus Niedersachsen kann man eine Groß-Stadt wie Bremen mit einer halben Millionen Einwohner nicht versorgen. Zumal bei Flaute der Wind nicht weht und in der Nacht die Sonne nicht scheint und das Stromnetz und das Fern-Wärmenetz nicht für eine Versorgung Bremens aus dem Umland ausgelegt sind. Also geht auch das nicht.

Allen Widrigkeiten und Tatsachen zum Trotz wollen die Grünen in Bremen aber zusammen mit SPD und Linken bis/ ab 2023 die Kohlekraftwerke abschalten. Einen Plan dafür haben sie nicht, außer mehr Solardächer auf öffentlichen wie privaten Gebäuden sowie mehr Windräder, mehr gedämmte Gebäude und einen Ausbau des Fernwärmenetzes (ohne Kohle) und der LED-Beleuchtung der Straßen. Planlosigkeit zur Klimarettung in Aktion.

Treffen wird es nicht nur die Privathaushalte, sondern vor allen die Großkonzerne in Bremen, die viel CO2 ausstoßen und von der Kohlestromversorgung abhängen. Größte Arbeitgeber, CO2-Emmitenten und Stromverbraucher in Bremen sind nach den Werftensterben (von AG-Weser und Bremer Vulkan) die Bremer Stahlwerke (mit rund 50% Anteil am CO2-Ausstoß von Bremen), Mercedes Benz und die Bremer Lagerhaus-Gesellschaft (BLG). Meine Prognose: Der Wirtschaftsstandort Bremen wird durch das Abschalten von Kohlekraftwerken nicht weiter bestehen können.

Der Bau von neuen Gaskraftwerken wird daran auch nichts ändern können. Nach erheblichen Startschwierigkeiten ist seit zwei Jahren das neue Bremer Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GUD) am Netz, doch rentabel ist es noch immer nicht und wird deshalb teils vom Netz genommen. Strom wird an den Strombörsen gehandelt. Strom aus Gas ist dort teuer. Daher haben erste Energieversorger ihre Gaskraftwerke bereits vom Netz genommen. Auch beim GUD wurde Anfang 2016, also bevor der Block überhaupt zum Laufen gebracht war, ins Spiel gebracht, das GUD gleich nach Betriebsstart in Teilen wieder stillzulegen. Ein Vorteil von Gaskraftwerken ist, dass sie Schwankungen im Netz etwa durch Sonnen- und Windenergie schnell ausgleichen können. Das GUD etwa kann innerhalb von etwa einer Viertelstunde von einer Teil- in die Volllast wechseln. Die Volllast des Bremer Blocks entspricht einer maximalen Leistung von 445 Megawatt. Solange Gaskraftwerke nicht wirtschaftlich arbeiten können wird es aber auch nichts mit neuen Gaskraftwerken, die die Kohlekraftwerke ersetzen könnten.

Unterdessen bauen die Grüne zusammen mit der SPD und den Linken in Bremen weiter Luftschlösser und versuchen mit homöopathischen Maßnahmen wie Solardächern und Windrädern und LED-Lampen Kohlekraftwerke zu ersetzen und von Bremen aus das Weltklima zu retten. Das dieses Unterfangen von vorn herein zum Scheitern verurteilt ist, fällt den Protagonisten dabei nicht einmal auf, selbst man man sie darauf hinweist. Der Kaiser ist nackt, er sieht es aber nicht.

Das Wettangebot

Wer dennoch meint, es wird gelingen bis/ ab 2023 bis 2025 alle drei Kohlekraftwerke in Bremen vom Netz zu nehmen, dem biete ich hiermit eine Wette an. Ich wette 1.000 € VB, dass dieses Unterfangen nicht gelingen wird. Sollte ich die Wette verlieren überweise ich 2025 den Betrag. Sollte(n) der/ (die) Wettgegner verlieren, so überweist er den Betrag 2025 an mich.

Der Beitrag erschien zuerst bei ScienceSceptical hier

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35 Kommentare

  1. Ich finde das Experiment sehr gut.Wichtig ist allerdings ,daß Bremen vom Verbundnetz abgehängt wird.Nur so kann das Experiment zu vollem Erfolg geführt werden,ansonst verstopft der Kohlestrom aus dem Verbundnetz die Leitungen.

  2. Das Projekt Kohleausstieg bis 2023 in Bremen ist gestorben!!!

    Zunächst haben der BUND und Greenpeace in Bremen einen noch früheren Ausstieg gefordert. Bis 2020.

    Jetzt ist der swb die Hutschur geplatzt!

    „Der Ausstieg bis 2023 ist ein sehr ambitioniertes Ziel“, sagt Friedhelm Behrens, Sprecher der SWB. Und weiter: „Die Bremer Politik kann Wünsche äußern, sie kann Beschlüsse fassen. Das ist ihr gutes Recht. Aber sie kann uns als Unternehmen nicht vorschreiben, wie wir handeln sollen.“

    Und die Grünen backen auf einmal ganz kleine Brötchen!

    Tatsächlich ist die Politik auf das Entgegenkommen der Unternehmen angewiesen. „Uns gehören die Werke nicht, das stimmt“, sagt Maike Schaefer, die Verhandlungsführerin der Grünen in den Koalitionsgesprächen, „aber wir können mehr tun, als nur zu appellieren.“ Etwa politische Rahmenbedingungen schaffen, die es SWB erleichtern, so schnell wie möglich aus der Kohlekraft auszusteigen.

    Ich frage mich, wie die Grünen etwas fordern können, was die gar nicht bestimmen dürfen, da die weder Eigentümer sind noch die Bundesnetzagentur überstimmen können? Da sind lauter Behämmerte am Werk.

    • … deswegen war´s wohl auch nicht groß in den Medien, aber man kann ja seine Wähler a bisserl für dumm verkaufen.

  3. Schon der Titel ist falsch! Die sogenannten GRÜNEN war mal die KPD und als sie merkten, dass sie als KPD keine Chance mehr hätten, haben sie sich grüne angemalt.

  4. Erfahrungen aus der DDR. Was verboten wahr, hat man heimlich gemacht u. fand es toll in dem Moment, denen da oben eins auszuwischen. Gab es etwas nicht, musste man es besorgen u. irgendjemand kannte einen, der das konnte. Es gab keine Musik LP also hat man am Radio bei Westsendern mitgeschnitten. Antennenanlagen zum Empfang von Westfernsehn wurden selbst gebaut u. zusammen mit Nachbarn auf einen Berg gestellt. Habe selbst Löcher für Masten gebuddelt. Bekam man keinen Schinken, war es gut Handwerker zu sein o. einen Vorrat an Bergmannsschnaps („Kumpeltot“) zu haben. War auch gutes Tauschobjekt für Zement! Verbietet man in Zukunft Fleisch u. schafft andere Verknappungen, werden die allseits geliebten Geisteswissenschaften zu leiden haben! Der Bürger der „Schaufenster Republik“, in der es alles gab u. fast alles erlaubt war, kann sich das nicht vorstellen. Wir haben getauscht, geschmuggelt u. organisiert. Er wird es hoffentlich nicht lernen müssen. Wer glaubt mit Verzicht eine Gesellschaft zu regieren, wird nicht erfolgreich sein!

  5. Verlangen kann man ja viel, besonders wenn man im Hinterkopf hat dass
    eine Abschaltung von der Netzagentur, aller Voraussicht nach, wohl gar nicht genehmigt wird.
    Nachher heißt es dann; wir wollten ja, aber die Kohlelobby war mal wieder stärker.
    Ein Versuch wäre es aber auf jeden Fall wert, wenn ein möglicher Blackout auf Bremen zu begrenzen wäre.

  6. Man lese Gustave le Bon´s „Psychologie der Massen“, erschienen 1895!
    Darin wird das Verhalten beschrieben, das später zu den Diktatoren Hitler, Stalin, Mao, Pol Pot, et al. und aktuell zum grünen Faschismus führt(e).

  7. Kohlekraftwerke sind nicht Klimaschädlich. 97% des CO2 kommen schon von der Natur was will man denn da sparen – selbst wenn es so wäre der Rest der Welt kümmert sich nicht darum was Deutschland tut. Der gesamtdeutsche anteil an CO2 sind gerade mal lächerliche 0,1% und nur die Kohlekraftwerke alleine sind noch weniger. Das ist unsinniger Aktionismus das den Deutschen das Geld aus der Tasche zieht. Es kosten unseren Wohlstand und bringt nichts.

  8. Als Bremer Bürger beteilige ich mich natürlich gerne an dem ideologischen Unterfangen eine Klimaneutralen Energiewende umzusetzen.

    Da wir meist reichlich mit Nacktschnecken gesegnet sind, sind diese dank ihrer windschnittigen Wuchsform bald zu Höherem erkoren. Ich plane große schleimige Laufräder für Selbige zu konstruieren aus denen ich dann Strom gewinnen will.

    Ich denke ich habe gute Chancen in Bremen einen förderungswürdigen Zuschlag zu bekommen, denn Bremen hat eine riesige Kleingarten Fangemeinde, die mir mit großer Freude ihre Nacktschnecken abtreten werden. Ich glaube ich habe also gute Chancen mich auch an den nun entstehenden Subventionstöpfen von 100 Mrd. für den Klimaschutz zu laben. Über den Länderausgleich wird schon auch ein großer Brocken davon für Bremen und damit auch für mich abfallen.

    Beste Grüße aus dem bald Nacktschnecken freien, und vor Energie nur so strotzendem Bremen.

    Falls ein Psychologe unter den Lesern ist, kann mir einer sagen, was ich tun muß, um in solch einer Situation nicht zu verzweifeln?

  9. Das ist Dummheit pur, man fragt sich als Niedersachse, der gleich nebenan wohnt, ist mein Nachbar auch solch ein Trottel? Dieses Parlament sollte man dichtmachen, solche einen Schwachsinn können wir selbst produzieren, dazu brauchen keine Volksvertreter.

  10. Falsch! Es kommen nur 12 bzw. 40% sog. Erneuerbare Energien zustande, solange man noch Kohle, Gas, Öl oder Kernkraft Werke in betrieb hat…fallen diese Kraftwerke weg, so hat man genau Null Komma Null Strom und Fernwärme zur Verfügung!
    Und die IHK von Bremen kann sich ihr Schreiben an die kommunistische Bürgerschaft sparen…man hätte viel früher gegen diese Negative Marktentwicklung des Sozialismus in Bremen auf die Straße gehen müssen!

  11. Wenn die Leitungskapazitäten nach Farge und Niedervielland ausreichen, braucht man auf der Stromseite eigentlich nur abschalten und sich dann am Strommarkt Ökostrom aus Norwegen einkaufen. Komplizierter ist es bei der Fernwärme. Da die Wohnungen in der Regel nicht umrüstbar sind, müsste man als Ersatz Heizkraftwerke bauen, die mit Gas betrieben werden-oder natürlich GuD. Oder man versucht erstmal Geothermie. Denke mal, mit etwas Geschick, kann man die Preiserhöhung für Wärme auf 100% begrenzen und muss dann nur noch die Sonderabschreibungen für die Kraftwerke aufbringen. Aber wenn man ohnehin pleite ist. Business as usual.

    • Ach ja, der „Norwegische Ökostrom“ das ist so etwas wie die Wunderwaffen des Deutschen Reiches ab 1944. Eine Fatamorgana einer sterbenden Ideologie. Die GESAMTE Kraftwerksleistung Norwegens entspricht noch nicht einmal der Hälfte des Deutschen Lastgangs. Wie will man damit Deutschland vor dem Blackout retten? Genau so wie man mit der V1 den Krieg gewonnen hat; oder auch nicht….

      • Ich glaube, Herr Stamm hat das sarkastisch gemeint, schrieb er doch „…mit etwas Geschick, kann man die Preiserhöhung für Wärme auf 100% begrenzen…“. Was kann man sich mehr wünschen, als dass sich ein Preis „nur“ verdoppelt.

        • Verehrter Herr Pesch, es ist immer der norwegische Wunderstrom, der die Hirnflatulenzen der deutschen Ökoreligiösen ausbügeln soll. Das kann man sich abschminken, den die Handvoll Norweger haben ihre Wasserkraftwerke auf ihren Bedarf dimensioniert und nicht für deutsche Verrücktheiten. D.h. die Speicherseen sind relativ klein und nicht mal eben so beliebig vergrößerbar. Zudem ist nicht ein einziges dafür gedacht, daß deutscher Windstrom Wasser wieder hochpumpt, weil untere Speicherseen gar nicht vorhanden sind und Salzwasser aus den Fjorden nicht verwendbar ist, da es die gesamte Ökologie der oberen Speicherseen vernichten würde, von Korrosionsproblemen ganz abgesehen. Überdies müßten sämtliche Turbinen auf Umkehrbetrieb umgerüstet, d.h. ersetzt werden. Obwohl den Idioten hier nichts zu teuer ist, stellt sich die Frage der Machbarkeit. Hierzu hat H.W. Sinn fundierte Berechnungen angestellt, demnach sieht es düster aus:
          https://www.youtube.com/watch?v=rV_0uHP3BDY

          Kurzum- man sollte in Bremen die abenteuerlichsten Experimente ruhig durchziehen. Ich war lange Jahre glücklich mit einer intelligenten Bremerin verheiratet- das Ausgeben von Geld anderer Leute hatte sie allerdings schon mit der Muttermilch eingesogen wie alle Bremer. Ich denke, da wäre eine harte Umerziehung angesagt.

    • Die Kapazität der Nordlink beträgt sensationelle 1,4GW, also gerade einmal die eines einzigen Kohlekraftwerks.
      Und Norwegen soll ja nach grüner Denkweise nicht nur Bremen, sondern ganz Deutschland vor dem Blackout retten.
      Gaskraftwerke sind im Übrigen in der Gesamtbilanz genauso „klimaschädlich“ wie Kohlekraftwerke. Für den Gastransport werden ungeheure Energieen benötigt, das zwangsläufig austretenede Methan (ca. 4% Verluste) hat eine 100mal höhere „Klimawirkung“ als CO2 und ausserdem erhöhen wir die Abhängigkeit von Despoten.
      Laßt die Bremer einfach mal machen, sie werden ein schönes Beispiel für grün-rot-rote Unfähigkeit abgeben. Hoffentlich so drastisch, dass selbst der sedierte Deutsche Michel ins Grübeln kommt.

  12. Wir sollten, satt in einzelnen Städten, den Klimanotstand, bundesweit den Hirnnotstand ausrufen. Alle Maßnahmen dürfen nur noch durchgeführt werden, wenn sie nicht hirnrissig sind.

    • “ Sonnenstrom für 3 ct/kWh raus, Nachts Tschechischer Atomstrom rein für den doppelten Preis. “

      selbst bei größeren Abnahmemengen steigt jetzt der Arbeitspreis stark an. Knapp unter 5,5ct/kWh will mein Versorger zukünftig berechnen (Verbrauch knapp 200 MWh/a). Für die zukünftige Höhe der EEG- Umlage gibt er keine Prognose ab.

      man kann nicht mal ein Angebot richtig bewerten mehr, weil der eigtl. Stromversorger nur die Rechnungsposten Meßstellenbetrieb, Leistung und Arbeitspreis bestimmen kann, bei den anderen Posten abhängig ist von Gesetzgeberseite.

      Bin sehr gespannt, wo wir noch hingeraten.

  13. „Keine Kohlekraftwerke mehr, dafür Energie aus Wind und Sonne – darauf haben sich die Unterhändler bei den Koalitionsverhandlungen in Bremen um rot-grün-rot geeinigt.“

    Ich verstehe nicht, warum nicht wenigstens einige Kluge Köpfe dabei sind, die weiter denken. Immer und immer wieder geht alles häppchenweise, statt Bremen einfach abzureißen und alle Probleme wären Vergangenheit.

  14. Nur zu, dann aber alle Leitungen zu den bösen Kohle- und Kernenergiestromerzeugern auch kappen. Damit es ehrlich und wahrhaftig ist!

  15. Gott im Himmel! So lasst sie doch! Lasst sie doch alles abschalten! Anders als auf die harte Tour geht es doch schon längst nicht mehr, und wenn mit Bremen das kleinste Bundesland komplett in die Steinzeit fällt, ist der Schaden doch begrenzt. Setzt euch besser dafür ein, dass Niedersachsen keine Notlieferungen vornimmt!

    • Naja, dieser Irrsinn ist aber offenbar ansteckend und kein Bundesland will dann hinterherhinken.
      Uns droht allen der Rückfall in die Steinzeit.

  16. Dumm, dümmer, DEUTSCH? Etwas Anderes fällt mir zu dem Schmierentheater in Deutschland leider nicht mehr ein. Wie kann man nur …..

  17. 2 Punkte dazu
    1. 2023, ergo muss sich der Nachfolger von RRG damit rumschlagen die Trümmer einzusammeln. Genial!
    2. Durch den Verbund bekommt Bremen ohnehin aus den anderen Bundesländern, Niederlande und Dänemark. Genial!

    Am Ende des Tages zahlen, wie immer, unschuldig Dritze die Grünen Zeche

    • Ob diese Abhängigkeit etwas schönes ist…das bezweifle ich. Bremen ist von bei den Finanzen von anderen Bundesländern abhängig und jetzt auch noch von der Strom und Wärmeversorgung. Stolz einer Hansestadt?…sieht anders aus!

  18. Das ist einer der besten Vorschläge, den die Bremer je fassen werden. Wir sollten die Bremer Energieexperten gewähren lassen und sie nicht darin hindern, Bremen heizungslos und stromlos werden zu lassen.

    Die alte Weisheit, leicht modifiziert, „Kohlegegner überwintern bei Dunkelheit mit kalten Hintern“ dürfte für alle Nichtbremer ein wahre Gaudi werden.

    Halten wir ein und lassen die Bremer Energieexperten ihr Experiment bis zum kalten Ende durchführen. Es könnte dem Rest der Republik ein heilsames Erlebnis sein.

  19. Ich finde das Experiment super. Hier wird man sehen können, wie gut und sicher eine Region/Stadt durch erneuerbare Energien versorgt werden kann oder eben auch nicht. Ich fürchte aber, daß im Schadensfall schnell Sabotagegerüchte und. Blockadevorwürfe die Runde machen werden.

  20. Sie werden eine Klimanotlage ausrufen und eine Energienotlage bekommen und nichts aber auch gar nichts daraus lernen.

  21. Das ganze erinnert mich an den Witz, dass die Bremer Stadtmusikanten auch so ein Experiment gemacht haben:
    Danach war der Esel Oben und der Hahn Unten – und der Esel Oben hat sich gewundert warum der Hahn Unten keine Pieps mehr von sich gab.
    Ein Irrenhaus!

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