Die Logik versinkt im Treibsand

Von Ralf Schulze from Koblenz, Germany - Texel_2004_ 178, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9053223

von Hans Hofmann-Reinecke

Sie kennen vielleicht diese Szene aus Wildwest-Filmen, wo ein Reiter samt Pferd in Treibsand gerät und wo das verzweifelte Rudern mit Armen und Beinen die beiden nur noch tiefer ins Verderben zieht. Nur das Lasso eines freundlichen Cowboys, der zufällig des Weges käme, könnte sie jetzt noch retten.

In unseren Landen breitet sich eine andere Sorte Treibsand aus, die jede Vernunft, jeden logischen Gedanken gnadenlos unter sich begräbt. Es ist ein Treibsand aus Dummheit, Angst und Ideologie, und er wird unsere Zivilisation in mittelalterliche Abgründe ziehen, wenn nicht bald ein rettender Cowboy auf der Bildfläche erscheint.

In den zwölf Monaten Corona hat dieser Treibsand jegliche verbliebene Sachlichkeit und Professionalität aus den Diskussionen verdrängt. Sie dienen nicht mehr dazu Klarheit zu schaffen, sondern Angst zu schüren.  Das wird auch in den Reden der Kanzlerin zunehmend deutlich.

Es ist zu erwarten, dass mit Abklingen der Epidemie die Angst der Bevölkerung nicht genommen wird, sondern dass man sie „umwidmet“, und zwar zurück auf den Komplex Klimawandel, ohne dabei Corona aus dem Auge zu verlieren. Es heißt ja bereits, die neue, besonders bösartige Mutante des Virus sei durch den Klimawandel entstanden. Das ist ein gewagter, aber eleganter Brückenschlag zwischen den beiden Themen; wobei die Frage noch offen ist, wie die verdammten Viren denn in Zeiten vor Global Warming mutiert haben.

Auf jeden Fall soll die Bevölkerung in Angst und Schrecken verharren, wissend, dass sie ohne die gütige Hilfe der Politik verloren ist, auf die aber nur bei bedingungslosem Gehorsam Anspruch besteht.

Fester Halt

Um uns aus Treibsand zu befreien dürfen wir nicht mit Händen und Füßen rudern, sondern wir müssen festen Halt finden.

Ein bewährtes Mittel in dieser Situation sind intelligente Unterscheidungen. Wir strukturieren den Wirrwarr in seine Komponenten und beobachten anschließend die Zusammenhänge zwischen diesen. Das gibt den Gedanken festen Halt.

Das Werkzeug dafür ist das klare Wort, also genau das Gegenteil von dem, was wir täglich zu hören bekommen. Formeln wie „Wir warnen davor….“, „Wir wollen eine Zeichen setzten…“, schaffen nicht Klarheit sondern Treibsand. Erinnern Sie sich: Am Anfang war das Wort – nicht das Geschwafel.

Die sechs Dogmen

Im Folgenden nun eine Demonstration der Methode der -hoffentlich- intelligenten Unterscheidung. Jetzt, wo Klima und Corona in den großen Topf geworfen und umgerührt werden, liegt es nahe, dass wir die Methode auf den Dauerbrenner Klimawandel anwenden. Trainieren Sie den Umgang mit diesem Werkzeug und seien Sie gerüstet, wenn Treibsand in Ihrer Umgebung auftaucht.

Im Konstrukt mit dem Namen Klimawandel können wir zunächst sechs Hypothesen unterscheiden. Damit die zentrale Aussage der Klimajünger stimmt müssen alle sechs Thesen richtig sein.

Verfechter des Klimawandels betrachten diese Thesen als Dogmen, d.h. die Wissenschaft soll nicht herausfinden OB die Thesen richtig sind, sondern beweisen, DASS sie richtig sind. Das Ergebnis der Untersuchung liegt also bereits zu Beginn der Forschung fest.

Lassen Sie uns diese sechs Thesen anschauen und ihre Richtigkeit abschätzen.

These 1: Die Globale Temperatur steigt

Da sagt einer

„Wieso zerbricht man sich den Kopf über Erwärmung um zehntel Grade in 50 Jahren, wenn man nicht einmal weiß, ob es dieses Jahr an Himmelfahrt regnet oder schön ist!“

Nun, das ist so, wie wenn man eine Münze wirft. Da weiß man auch nicht, ob jetzt Kopf oder Zahl fällt, aber wenn man es tausendmal macht, dann kann man recht genau sagen, wie oft jede Seite kommt.

So ist das auch beim Klima: Nimmt man Tausende von Wetterdaten und rechnet den mittleren Wert aus, dann kommt eine Zahl raus, die weniger zufällig ist als der Regen an Himmelfahrt. Genau das tun die Klimaforscher.

Sowohl Wetter wie auch Klima handeln von der Luft, genauer gesagt von deren Feuchtigkeit, Temperatur, Druck und Strömungen. Wetterfrösche beobachten die momentanen Daten und versuchen daraus, das Wetter der nächsten Tage vorherzusagen. Klimafrösche mitteln die Daten über Jahre oder auch Jahrhunderte.

Hier eine Graphik die von Klimafröschen stammt: die Mittelwerte der Erdtemperatur. Sie hat in 120 Jahren um 0,8°C zugenommen, das sind sieben Tausendstel Grad pro Jahr. Es gibt übrigens Personen, die das spüren:

„Ja, ich fühle die Erderwärmung ganz deutlich!“

Wo steht nun das wichtige Thermometer, das die Erdtemperatur misst?

Nehmen wir an, Sie wollten die Temperatur in Ihrem Haus messen, und zwar richtig! Da stellen Sie ein Thermometer im Wohnzimmer auf, eines im Bad und ein drittes in Ihrem Büro. Sie nehmen den Mittelwert und sagen: “Das ist die Temperatur vom Haus“. Das ist zwar willkürlich, aber vernünftig.

Mit der Erde macht man es ebenso. Man nimmt die Mittelwerte einer Unzahl von Messstationen, die über die Erde verteilt sind – allerdings sehr ungleichmäßig, wegen Wasser und Wüsten etc. Auch das ist willkürlich, aber vernünftig. Neuerdings liefern auch Satelliten Daten, die benutzen so etwas wie die modischen kontaktlosen Thermometer, mit denen wir die Infrarotstrahlung der Haut messen, um zu sehen, ob wir Corona haben.

Diese Messungen also sind Grundlage von These 1, deren Glaubwürdigkeit hier nicht diskutiert werden soll.

These 2: Die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre wächst

Hier können Sie sehen, dass das Zeug seit 1960 von 320 auf 420 ppm – parts per million/ Teile pro Million – zugenommen hat, anders ausgedrückt von 0,032% auf 0,042%. Ist das nicht fürchterlich wenig? Es ist jedenfalls genug, dass die Pflanzen und daraus unsere vierbeinigen Freunde geschaffen werden konnten, und auch wir selbst. Diese Zahlen sind recht zuverlässig und sie variieren über den Globus nur sehr wenig.

These 3: Diese Zunahme ist vom Menschen verursacht

Kommt das Anwachsen von CO2 durch die Industrialisierung? Nun, man nehme den durchschnittlichen Anstieg von CO2 pro Jahr, etwa 1,5 ppm, multipliziere das mit der Gesamtmenge der Luft in der Atmosphäre und rechne von Volumen CO2 auf Kilogramm Kohlenstoff um. Das vergleicht man mit der Menge an Kohlenstoff in den fossilen Brennstoffen, welche die Menschheit in dem Jahr verbraucht hat.

Man stellt fest, dass beide Mengen von ähnlicher Größenordnung sind. Man kann These 3 also nicht a priori ausschließen, denn irgendwo muss das verbrannte Zeug ja bleiben. Ein Beweis ist diese Feststellung aber noch nicht. Es gibt ja noch viele natürliche Quellen von CO2, die ihren Ausstoß im Laufe der Jahrhunderte ändern können.

These 4: Die Erderwärmung ist durch Zunahme von CO2 verursacht

CO2 in der Atmosphäre wirkt auf die Erde wie ein Mantel, der während der Nacht die Abstrahlung von Wärme in den Weltraum behindert. Das ist der Treibhauseffekt. Es gibt aber noch ein viel potenteres Treibhausgas in der Atmosphäre, nämlich das Wasser, dessen Konzentration in der Luft stark variiert und von der Temperatur abhängt (siehe auch hier).

Das macht den Nachweis der Wirkung von CO2 sehr schwierig, und es gibt Argumente, die dagegensprechen, dass CO2 die Erderwärmung verursacht. So etwa die Tatsache, dass auf der Südhalbkugel und besonders in der Antarktis kaum Erwärmung beobachtet wurde, obwohl es da genau so viel CO2 gibt wie anderswo.

These 4 ist der Knackpunkt von Global Warming. Heerscharen von Klimaforschern arbeiten daran zu beweisen, DASS sie stimmt. Wohlgemerkt: sie untersuchen nicht, OB die These stimmt, wie ein Wissenschaftler es täte.

These 5: Die Erwärmung gefährdet Mensch und Tier

Zu dieser Behauptung ist die Berichterstattung einseitig und teils auch gefälscht. Die Achse des Guten hat hier dazu berichtet. Und wenn ich von „Klimaflüchtlingen“ aus Afrika höre, dann habe ich meine Zweifel, ob die Bewohner der Slums (z.B. in meiner weiteren Nachbarschaft) wirklich wegen ein paar Zehntel Grad Celsius das Land verlassen, oder eher vor der verheerenden Armut und Kriminalität flüchten, hin zu einem Ort, von dem sie sich menschenwürdigere Bedingungen erhoffen.

These 6: Um zu überleben muss CO2 gestoppt werden

Fakt ist, dass in den rund 40 Jahren seit der ersten Klimakonferenz der globale Ausstoß an CO2 sich verdoppelt hat.  Diese gigantische Diskrepanz zwischen den angeblichen globalen Anstrengungen (Klimakonferenzen, CO2-Abgabe, permanente Berieselung der Weltbevölkerung mit dem Thema) und dem totalen Verfehlen des gesteckten Ziels von These 6 sollte selbst im treuesten Anhänger des klimatischen Mainstreams Zweifel wecken.

Wieso sind die Mächtigsten der Welt nicht in der Lage auch nur einen winzigen Erfolg zu erzielen? Zweifeln sie selbst am Wandel des Klimas? Zweifeln sie – so wie viele andere – dass ein paar Grad den Weltuntergang auslösen?  Nehmen sie den ganzen Zirkus selbst nicht ernst und spielen in Wahrheit ein ganz anderes Spiel?

Lassen Sie sich nicht in den Treibsand locken

Die Aufzählung dieser sechs Thesen soll als Denkstruktur zum Thema Klimawandel dienen, der demnächst wieder in Medien und Diskussionen im Vordergrund stehen wird. Und sie soll die Methode der “intelligenten Unterscheidung” an einem konkreten Beispiel zeigen.

Wenn Ihnen beispielsweise jemand erklärt: „Die deutsche Energiewende ist ein zentraler Beitrag zu den Klimazielen!“, dann lassen Sie sich nicht in den Treibsand ziehen.  Sie gehen im Geiste die sechs Punkte durch und fragen: „in welcher Hinsicht?“ „Ja, das CO2 wird doch vermieden:“, „Aber hat das Abschalten der AKWs nicht genau das Gegenteil bewirkt?“

Wie zutreffend diese sechs Thesen nun im Einzelnen sind, darüber müsste man ein ganzes Buch schreiben. Ich habe es getan. Vielleicht interessiert es Sie ja.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.

 

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13 Kommentare

  1. @Herr Georgiev: Pau, der letzte Satz saß! Dann wollen wir mal hoffen, dass nach dem Abstieg ins Jammertal, egal wohergekommen (China, Russen, USA, Atomstrahlen, Erderhitzung, Eiszeit, Überschwemmung, Kometenkontakt, Erdpolverschiebung,  Blackout, Finanzabsturz, Völkerwanderung, Totalüberwachung, Bargeldabschaffung), die Klugheit wieder zunimmt!Nachdem ich da nochmal meinen Text überflogen habe, muss ich feststellen, dass Europa da nirgends trächtig vertreten ist!

  2. Netter Artikel! Nur wird auch er (leider!) nichts bewirken, denn mit Logik kommt man religiösen Glaubenssystemen nicht bei, zumal wir es bei den meisten Menschen mit Wesen zu tun haben, die auch die absurdesten Lügen glauben, wenn man sie nur oft und dreist genug wiederholt! Nie werde ich den Ausspruch eines Arbeitskollegen kurz nach dem Ende meiner Berufsausbildung vor nunmehr fast 34 Jahren vergessen, der da lautete: „Herr Kretschmar, Sie können den Leuten den größten Mist erzählen, Hauptsache, Sie treten selbstsicher auf und wirken überzeugt von dem Mist, den Sie erzählen! Man wird Ihnen glauben!“ Und was soll ich sagen? In der Religion, gleichgültig, ob es sich um eine solche metaphysischen oder, wie bei der Mär vom menschengemachten Klimawandel, säkularen Inhalts handelt, funktioniert dieses Prinzip seit Jahrtausenden, von Moses über Jesus und Mohammed bis Greta! In Anbetracht der bis vor kurzem herrschenden Wetterlage rege ich überdies an, die drei Leitsätze der „Partei“ in George Orwells „1984“ um einen vierten zu ergänzen: „Wärme bedeutet Kälte!“

  3. Herr Hofmann-Reinecke, vielen Dank für diese Darstellung.Die 6 Thesen sind keine Herausforderung.1. Die globale Temperatur steigt. Ja, und? In 120 Jahren um 0,8 ° C. Die kann übermorgen schon fallen wegen Nicht- Sonnenflecken. In der MA-Warmzeit war es wärmer wie heute, die Ostalpen vor 6000 Jahren eisfrei.2. Der CO2- Gehalt der Atmosphäre steigt in 60 Jahren um 0,01 %. Und das ist gut so. Die Erde wird grüner, die Ernten reicher und der Hunger nimmt trotz steigender Weltbevölkerung ab. [Abgesehen von der Lockdown-Idiotie]3. Zunahme durch den Menschen verursacht. Das ist doch wurscht. Ich protestiere gegen das Wort „ausstoßen“. CO2 wird bei Prozessen freigesetzt.4. bis 6. reine Behauptungen.Offenbar ist da ein Riesenpopanz aufgebaut worden, der nur bestimmten Interessen dienen soll.

  4. Hier wird unter These 4 eine mir neue Theorie genannt: der CO2-Treibhauseffekt wirkt demzufolge nur in der Nacht!?  Warum?  Weil angeblich in der Nacht die Abstrahlung von Wärme behindert wird.  Aha, und was macht das selbe CO2 am Tag?  Nebenbei, beim Wasser sollte man jedenfalls vermeiden, unsichtbaren Wasserdampf mit sichtbaren Wassertröpfchen (Wolken) in einen Topf zu werfen.  Beide Aggregatzustände haben unterschiedliche Eigenschaften, gasförmig ist H2O Bandenstrahler, flüssig hingegen Kontinuumsstrahler.  Letztlich geht es um eine Antwort auf die Frage, wie kann ein realer Effekt eine Mitteltemperatur angeblich um absolute 33°C  erhöhen?  Woher kommt dazu die Energie?  Die Klärung der Energiebilanz dazu ist also der Schlüssel zur Antwort.

    • stefan strasser schrieb am 17. Februar 2021 um 16:28

      Hier wird unter These 4 eine mir neue Theorie genannt: der CO2-Treibhauseffekt wirkt demzufolge nur in der Nacht!?  Warum?  Weil angeblich in der Nacht die Abstrahlung von Wärme behindert wird.  Aha, und was macht das selbe CO2 am Tag?

      Das gleiche wie in der Nacht.

      Vielleicht wollte der Author der Werbung für sein Buch ja auch mal etwas Treibsand verstreuen (was er IMHO auch mit These 3 tut). Vielleicht ist es auch nur ein Test für die Aufmerksamkeit der Leser. Wer weiss …

      • „Das gleiche wie in der Nacht.“

        Nicht ganz!

        Tagsüber erwärmt sich die Atmosphäre von oben, nachts von unten. Wolken haben an Sommertagen eine kühlende Wirkung, in Winternächte eine wärmende.

        Das hat schon der Neanderthaler gewusst. Wie Sie diese unbestreitbare Tatsachen mit Ihrer Strahlenphysik in Übereinstimmung bringen, ist Ihnen überlassen. Die Wirkung tags und nachts ist aber definitiv nicht gleich.

        • Peter Georgiev schrieb am :18. Februar 2021 um 9:32

          „Das gleiche wie in der Nacht.“

          Nicht ganz!

          Tagsüber erwärmt sich die Atmosphäre von oben, nachts von unten. Wolken haben an Sommertagen eine kühlende Wirkung, in Winternächte eine wärmende.

          Die Wirkung tags und nachts ist aber definitiv nicht gleich.

          Es ging um das Statement: „Weil angeblich in der Nacht die Abstrahlung von Wärme behindert wird.  Aha, und was macht das selbe CO2 am Tag?“ Warum bringen Sie in diesem Kontext die Wolken ins Spiel?

          Aber es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die von Ihnen gebrachten Beispiele illustrieren, dass eine Verringerung der zugeführten Energie (Wolken im Sommer am Tage) eine kühlende und eine Verringerung der abgeführten Energie (Wolken in der Nacht) eine „wärmende“ Wirkung haben. Treibhausgase haben Einfluss auf die abgeführte Energie …

          PS: Die Atmosphäre wird tagsüber überwiegend vom Boden aus erwärmt, der von der Sonne gewärmt wird …

           

          •  „Treibhausgase haben Einfluss auf die abgeführte Energie …“

            Nicht nur. Wenn etwas in der Atmosphäre eine Wirkung auf die Strahlen hat, dann in beiden Richtungen, so wie die Wolken. Dass das CO2 nur die abgeführte Energie zurückstrahlen/nicht durchlassen soll habe ich zwar irgendwo gelesen, der Unsinn wird aber nicht wahrer, wenn  Sie diesen wiederholen.

            Entweder wirkt CO2 in beiden Richtungen „energieübertragungshemmend“, oder in beiden Richtungen nicht. Einbahnstraßen für Energie gibt es nicht. Damit ist das Ganze in der Nähe (nicht zu 100% aber nicht weit davon)  von einem Nullsummenspiel. Egal wie Sie die Strahlenphysik drehen und wenden, um das Gegenteil zu beweisen. Als Beispiel dafür habe ich H2O genannt, die Wirkung kann jeder spüren und wirkt nun mal identisch, behindert Strahlung.

            „Die Atmosphäre wird tagsüber überwiegend vom Boden aus erwärmt“

            Ich habe in der Tat den Energiefluss etwas verkürzt dargestellt. Bin aber am Meer aufgewachsen und wusste als kleiner Junge schon, dass tagsüber der Sand am wärmsten ist, die Luft kühler und am kältesten das Wasser. Nachts ist es genau umgedreht, am wärmsten das Wasser um am kältesten der Sand. Ganz ohne Thermodynamik wusste ich schon, dass die Energieflüsse tag und nachts exakt entgegengesetzt verlaufen. Die Thermodynamik hat das Wissen gefestigt und Strahlenphysiker können diese Tatsachen nicht leugnen.

          • Peter Georgiev schrieb am 18. Februar 2021 um 13:54

             „Treibhausgase haben Einfluss auf die abgeführte Energie …“

            Nicht nur. … Dass das CO2 nur die abgeführte Energie zurückstrahlen/nicht durchlassen soll habe ich zwar irgendwo gelesen, der Unsinn wird aber nicht wahrer, wenn  Sie diesen wiederholen.

            Wo habe ich geschrieben, dass es nur die abgeführte Energie nicht durchlassen soll? Sie lesen da etwas, was nicht dasteht. Co2 absorbiert einfach Energie in bestimmten Banden, egal, aus welcher Quelle die stammen. Und die Energie stammt Tag und Nacht vom Boden und aus der Atmosphäre und tagsüber zusätzlich noch von der Sonne. Sieht man auch im Kiel/Trenberth-Diagramm (1997), im Mittel werden von der Sonnenstrahlung 67W/m² von der Atmosphäre absorbiert, 168W/m² am Boden.

            Und falls Sie jetzt die Frage stellen, warum es nicht aus beiden Richtungen gleichviel absorbiert – ein Blick auf das Spektrum der Sonnenstrahlung und der Abstrahlung vom Erdboden könnten helfen.

          • Herr Marvin Müller, Sie haben sich mal bei Dr. Denzer beschwert, dass er Ihre Beiträge nicht als wertvoller einstuft als die von meiner Wenigkeit! Und ich finde Ihre Beiträge meistens dürre, weil es Ihnen i.d.R. weniger um den Inhalt geht, sondern Sie sich vor allem an die eigenen spitzfindige Formulierungen aufgeilen!

            im Einzelnen:

            „Treibhausgase haben Einfluss auf die abgeführte Energie … “ kann man auch so werten wie ich es getan habe …  Wenn ich exakte Vertragsformulierungen brauche und bewerten muss, dann bezahle ich den entsprechenden Anwalt. Hier geht es um Inhalte.

             

            Zur Sache:

            „Und falls Sie jetzt die Frage stellen, warum es nicht aus beiden Richtungen gleichviel absorbiert – ein Blick auf das Spektrum der Sonnenstrahlung und der Abstrahlung vom Erdboden könnten helfen.“

            Das mag ja so sein, ist aber für die Oberflächentemperatur absolut unerheblich. Der Menge der absorbierten thermischen Energie (also wie viel Wärme es speichert) ist unabhängig von der Art und Richtung der Energiezuführung, Wellenlängen und sonstwas. Sondern nur von der Menge der zugeführten Energie, egal ob von oben oder von unten, und von der Absorbtionsfähigkeit des Stoffes. Aber exakt diese Energiemenge, die nunmehr nicht mehr das System in Richtung Weltraum verlässt (und von Wellenlängen und Richtungen unabhängig ist), ist maßgeblich für die langfristige Oberflächentemperatur entscheidend.

            Da lässt sich die Thermodynamik nicht von der Strahlenphysik beirren.

          • Peter Georgiev schrieb am18. Februar 2021 um 20:03

            … Hier geht es um Inhalte. … „Und falls Sie jetzt die Frage stellen, warum es nicht aus beiden Richtungen gleichviel absorbiert – ein Blick auf das Spektrum der Sonnenstrahlung und der Abstrahlung vom Erdboden könnten helfen.“
            Das mag ja so sein, ist aber für die Oberflächentemperatur absolut unerheblich.

            Ich hatte diesen Punkt erwähnt, da Sie schrieben, das sei ein Nullsummenspiel. Haben Sie einen Blick auf die Spektren geworfen, bevor Sie geantwortet haben? Zb: auf sowas hier: https://twitter.com/rarohde/status/1196761516051238912?lang=de
            70% der Sonnenstrahlung (zugeführte Energie) erreichen die Erdoberfläche, nur 20% der von der Erdoberfläche abgestrahlten Energie gehen direkt ins All. Es ist kaum Sonnenenergie in den Bereichen, in denen Treibhausgase absorbieren. Das sieht für mich nicht nach einem Nullsummenspiel aus.

  5. Ein probates Mittel, sich Treibsand vom Hals zu halten, ist, auf Tagesschau und Heute-Nachrichten zu verzichten. Das, was allenfalls nützlich sein kann, erfährt man zum Frühstück bei den WELT-Nachrichten – incl. einem erfrischend normalen Wetterbericht. ntv ist leider noch rotgrüner. Dort erspart man sich auch die Klima-Dauerverblödung während des Wetterberichts, mit der uns die männlichen Klima-Hirnwäscher vom Staatsfernsehen überreichlich versorgen.

  6. Das Beste was ich zum Thema Klimawandel gelesen habe, Herr Hofmann-Reinecke!
    Danke dafür!Leider wird das logische Denken nicht mehr gefördert und erwartet. Eine Auseinandersetzung mit Fakten zu Lösungsfindung wird ersetzt durch „Wo ist die Quelle, Link bitte“.
    Wobei die Menschheit beinahe geschlossen nicht verstehen will, dass man im Internet nicht die Wahrheit findet, sondern exakt das was man sucht, nämlich die Bestätigung der eigenen Meinung. Das Erbe der Evolution und der Vorfahren in den Gehirnwindungen wird verspielt! Allerdings überwiegend im Westen. Weiter östlich findet man es auch grundsätzlich schön und erstrebenswert, Elektroenergie aus dem Nichts zu gewinnen. Allerdings reichen mir in der Regel wenige Sätze mit einfachen Zusammenhängen in Richtung Solarenergie nachts, und jeder, unabhängig vom Bildungsgrad beginnt über die Deutschen zu lachen. Das Ende der Welt ist als Problem dort noch gar nicht angekommen, die Gesellschaften dort können sich Figuren wie Greta und Luisa nicht leisten.Dummheit ist wohl proportional zum Wohlstand.

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