Matt Ridley: 10 Gründe, warum die Grüne Agenda von Boris Johnson einfach nur falsch ist

„Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit grünen Absichten“. Bild: Josh 2020

The Sunday Telegraph
[Vorbemerkung des Übersetzers: Da die Grüne Agenda von Boris Johnson ja auch in unserem Land umgesetzt werden soll, dürften die Ausführungen von Matt Ridley auch für uns recht interessant sein. Im Beitrag werden nur die ersten fünf Gründe genannt, die Restlichen stehen hinter einer unten verlinkten Zahlschranke. – Ende Vorbemerkung]
Wenn der Klimawandel real ist und man vielleicht dagegen vorgehen muss, dann bestimmt nicht so, wie es der 10-Punkte-Plan des Premierministers vorgibt.

Unser furchtloser Führer ist mit einem 10-Punkte-Plan für eine grüne industrielle Revolution vom Berg herabgestiegen. Mit einem Kostenaufwand von 12 Milliarden Pfund lässt er alle Briten Elektroautos fahren, die von Windturbinen in der Nordsee angetrieben werden, und lässt sie ihre Gaskessel aufgeben, um ihre Häuser mit Erdwärmepumpen zu heizen. Er wird Null-Emissions-Flugzeuge und -Schiffe erfinden. Dieses riesige Unternehmen wird 250.000 Arbeitsplätze schaffen. Ich bin ein loyaler Unterstützer des Premierministers, aber diese Politik von Ed Miliband macht in jeder Hinsicht keinen Sinn. Hier sind 10 Gründe dafür.

Erstens, wenn es um Arbeitsplätze geht, die wir anstreben, dann sind 48.000 Pfund pro Arbeitsplatz eine Menge. Es ist billiger, wie Lord Lawson es ausdrückte, die gleiche Beschäftigung zu schaffen, indem man in jeder Stadt eine Boris-Statue errichtet. Jedenfalls ist es rückwärts gerichtet: Nicht Arbeitsplätze in der Energieerzeugung zählen, sondern Arbeitsplätze, die Energie verbrauchen. Die Bereitstellung billiger, zuverlässiger Energie ermöglicht es der Privatwirtschaft, für den Steuerzahler kostenlos Arbeitsplätze zu schaffen.

Zweitens sieht er falsch, wie Innovation funktioniert, ein Thema, über das ich gerade ein Buch geschrieben habe. Innovation wird in den nächsten 10 Jahren wunderbare, unerwartete Dinge hervorbringen. Aber wenn man in jedem beliebigen Sektor Innovationen wie Elektroflugzeuge und billige Methoden zur Herstellung von Wasserstoff nur durch Geldausgaben auf den Markt bringen könnte, dann wären die Versprechen meiner Kindheit wahr geworden: routinemäßige Raumfahrt, persönliche Jetpacks* und fliegende Autos. Stattdessen sind wir mehr als 50 Jahre lang in 747s geflogen.

Drittens unterschätzt er drastisch die Kosten. Die Windindustrie behauptet, dass ihre Kosten sinken. Aber die Bilanzen der Windenergieunternehmen zeigen, dass sowohl die Kapital- als auch die Betriebsausgaben von Offshore-Windparks weiter steigen, wie Gordon Hughes von der Universität Edinburgh und John Aldersey-Williams von der Aberdeen Busines School festgestellt haben. Windfirmen unterzeichnen Verträge, um billigen Strom zu liefern, aber die Strafen für den Ausstieg aus diesen Verträgen, die in Zukunft höhere Preise aus einem desolaten Netz fordern, sind minimal, und ihre Investoren wissen das. Großbritannien zahlt bereits jetzt mit die höchsten Strompreise für Unternehmen in Europa wegen der 10 Milliarden Pfund pro Jahr, die die Stromverbraucher für die Subventionierung der reichen Kapitalisten ausgeben, die Windparks besitzen Die weitere Erhöhung derselben wird weit mehr als 250.000 Arbeitsplätze vernichten.

Viertens wird diese Politik die Emissionen der Nation, geschweige denn die der Welt, nicht wesentlich reduzieren. Es entstehen viel mehr Emissionen, um ein Elektroauto herzustellen als ein Benzinfahrzeug, und zwar wegen der Batterie. Diese wird normalerweise in China hergestellt. Wenn die Batterie 100.000 Meilen lang hält – was optimistisch ist – und der Strom, mit der sie aufgeladen wird, zum Teil mit Gas erzeugt wird, dann gibt es nur eine geringe Einsparung an Emissionen über die Lebensdauer des Autos, so Gautam Kalghatgi von der Universität Oxford.

Fünftens wird der Plan die Stromversorgung weniger zuverlässig machen. Bereits im Herbst dieses Jahres kam es zu Beinahe-Stromausfällen und 2019 zu einem schlimmen Stromausfall. Teure Dieselgeneratoren kamen uns zu Hilfe, aber es wird immer schwieriger, das Netz stabil zu halten, und sowohl in Australien als auch in Kalifornien sind Stromausfälle häufiger geworden, weil man sich auf erneuerbare Energien verlässt. Intelligente Stromzähler, die die Batterie Ihres Elektroautos entleeren, um die Lichter anderer Leute eingeschaltet zu lassen, könnten helfen. Aber wenn Sie glauben, dass das beliebt sein wird, Boris, dann viel Glück, und warten Sie, bis die Lichter ausgehen oder die Heizkosten für Ihr Haus explodieren.

Der ganze Beitrag steht hier hinter einer Zahlschranke.

Link: https://www.thegwpf.com/matt-ridley-ten-reasons-why-boriss-green-agenda-is-just-plain-wrong/

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2 Kommentare

  1. „Es ist billiger, wie Lord Lawson es ausdrückte, die gleiche Beschäftigung zu schaffen, indem man in jeder Stadt eine Boris-Statue errichtet.“

    Selten so geschmunzelt! Das die Briten solche Traumtänzer sind… Und Wärmepumpen haben nur dann eine vernünftige Chance, wenn das Haus mit Niedrigtemperatur beheizt wird und der Strom billig ist. Und das Nachfolgehaus im Grundwasserstrom, sofern vorhanden, kriegt auch nicht mehr viel von der Erdwärme ab. Geschweige denn ganze Hochhausblöcke.

    Wahrscheinlich stammt der Boris von den Sachsen ab und hat dadurch erblich bedingt einen grünen Gen-Defekt wie alle Germanen. Obwohl die Sachsen sonst schlauer sind, nicht umsonst haben sie sich am längsten dem Kirchen-hörigen Europa-Karl samt Papst verweigert. Aber vielleicht gibt es jetzt endlich eine Reparatur-Chance für grüne Gene, falls die Grünen sich jetzt tatsächlich der Gentechnik öffnen…

    Aber Grün bleibt grün, sie wollen doch tatsächlich den depperten Fridays for Futures beim „1,5 Grad-Ziel“ entgegenkommen! Also dem Afterteil der Verblödungskette, das dann unsere noch dümmeren Politiker an Nasenringen durch die Klima-Manege zieht…

    • Sehr geehrter Herr Dr. Ullrich…wir leben in einer parlamentarischen Wahldiktatur.
      Und diese tut, wie sie denkt, oder beeinflußt wird…über jeweils 4 Jahre – in den Bundesländern abweichend.
      Viele Grüße
      S. Eulitz

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