Auch ich kann den Klimawandel persönlich spüren

Gefühlter Weltuntergang - oder doch nicht? Bild: Christian Freuer

Helmut Kuntz
Was sagt ein Bürgermeister wohl auf einer Bio-Fachmesse als Eingangsstatement? Selbstverständlich das, was erwartet wird:
Oberbürgermeister von Nürnberg, bei der Eröffnung der diesjährigen „Biofach“ in Nürnberg (laut dem Bericht einer Lokalzeitung):
„Jeder habe aber spätestens durch die Dürresommer der vergangenen Jahre ein persönliches Gespür für den Klimawandel bekommen. Nun gelte es, diesem Gefühl auch Taten folgen zu lassen“ …
Damit reiht sich der Nürnberger Oberbürgermeister (bis zur Wahl, zu der er nicht mehr antritt) in die Riege honoriger Personen ein, welche zwar das für alle normalen Sterblichen vollkommen unsichtbare Klimagift CO2 noch nicht wie „Greta“ sehen können, doch überzeugt sind, es anhand seiner Auswirkungen besonders zu spüren [16]. Jedoch stellt sich die Frage, ob solche Personen in Wirklichkeit einfach das alltägliche Wetter mit dem ihnen weithin unbekanntem Klima verwechseln.

Anlass, solchen Aussagen (wieder einmal) auf den Grund zu gehen.

Belege

Wenn eine Person „der Öffentlichkeit“ ihr konzentriertes Wissen zum Klima oder Energie von sich gibt, macht sich der Autor ab und zu die Mühe und fragt nach, auf welcher Datenbasis diese Aussagen basieren. So auch beim Nürnberger OB.
Und es kam eine Antwort (Auszug):

Bild 1 Auszug der Antwort des Nürnberger OB auf die Nachfrage nach den Daten zum Klimawandel

Leider ging die Antwort nicht auf die Dürresommer und weshalb diese jedem ein „persönliches Gespür für den Klimawandel“ erzeugen (sollen) ein. Auch nicht, welchen Einfluss darauf Bioprodukte konkret haben sollen. Wohl wird aber vermittelt, dass der Bürgermeister sorgfältig die Informationen des IPCC verfolgt und sich daraus seine Meinung zum Klima und dem Einschluss von Bioprodukten bildet.

Damit macht es der Bürgermeister ähnlich wie der Autor, kommt jedoch zum gegenteiligen Ergebnis.
Nun hält der Autor keine Eröffnungsreden solch wichtiger Messen, hat also nicht den Zwang, sein Wissen ständig zu aktualisieren.
Er versucht es trotzdem mit einiger Konsequenz. Trotzdem kann man sich nie sicher sein, nicht doch Wichtiges an Information übersehen zu haben.

Um zu prüfen, ob solches passiert sein könnte, verlinkt er sich zur angegebenen Seite des DKK und öffnet damit die folgende Homepage:

Bild 2 Homepage des DKK, Rubrik „Klima-Themen“

Neben dem bisher letzten IPCC-Sachstandsbericht erscheinen diverse neue Mitteilungen. Die Meisten sind bekannt und enthalten nichts wirklich Neues an Daten, sondern in aller Regel nur Verschlimmerungen in der Beschreibung und Zukunftsvermutung bekannter Alarmprojektionen. Schließlich muss „jemand“ den ganzen Aufwand finanzieren und das bedeutet, spätestens zu den Zeitpunkten der Mittelvergaben die verschlimmerte Notwendigkeit weiterer Arbeit – heißt weiterer Fördermittel – anzuzeigen.

Dazu ein beispielhafter, „rechtzeitig“ vor dem letzten Klimagipfel vom IPCC vorgestellter „Bericht“:
tagesschau.de 25.09.2019: IPCC-Bericht vorgestellt Weltklimarat stellt düstere Prognose,
wurde bereits damals gesichtet und das erschütternde Ergebnis einer geradezu kafkaesken Falschinformation auf EIKE dargestellt:
[2] EIKE 09. Oktober 2019: Gerade jetzt schlägt der Klimawandel noch viel schlimmer zu

Neben solchen „Erbauungsmitteilungen“ welche vorwiegend dazu dienen, den Alarmismus am Kochen zu halten, gibt es auch etwas größere Zwischenberichte. Einer davon wurde vom IPCC im Jahr 2018 publiziert:
[1] IPCC Deutsche Koordinierungsstelle SR1.5 Sonderbericht: IPCC: Impacts of 1.5°C of Global Warming on Natural and Human Systems
Auch zu diesem hat (nicht nur) der Autor damals etwas geschrieben:
[3] EIKE 27.12.2018: Unser Planet verbrennt – wirklich? Oder nur wegen (bewusst) falsch ausgewerteter Proxidaten?

Nun könnte es sein, das Thema Niederschlag damals vernachlässigt zu haben. Deshalb die Nachschau, was im wichtigen IPCC SR1.5 darüber zu finden ist:

Bild 3 [1] IPCC SR1.5 Vorhersage Niederschlag
Ernüchternder könnte es nicht sein. Der Niederschlag hat mit „high confidence“ zugenommen. Nichts von einer bevorstehenden Austrocknung ist dem IPCC bekannt, außer „poor data quality“, ein Umstand, den (nicht nur) der Autor bei praktisch allen Daten zum (angeblich) schlimmen Klimawandel schon lange bitter beklagt.

Interessant ist die Grafik zum zukünftigen Niederschlag.
Fast alle Landregionen der Erde würden mit zunehmender Temperatur von zunehmendem Niederschlag profitieren. Man beachte, dass ausgerechnet der riesige Sahel als „Niederschlags-Profiteur“ ganz vorne mit dabei ist (im Bild 4 gelb eingekreist), der laut Herrn Hubert Weiger (ehemaliger BUND-Vorsitzender) bei zunehmenden Temperaturen besonders von der Austrocknung bedroht sein soll [9].

Bild 4 [1] Figure 3.3 | Projected changes in mean temperature (top) and mean precipitation (bottom) at 1.5°C (left) and 2°C (middle) of global warming compared to the pre-industrial period (1861–1880), and the difference between 1.5°C and 2°C of global warming (right). Cross-hatching highlights areas where at least two-thirds of the models agree on the sign of change as a measure of robustness (18 or more out of 26). Values were assessed from the transient response over a 10-year period at a given warming level, based on Representative Concentration Pathway (RCP)8.5
Fakt bleibt: Auch in den jüngeren IPCC-Mitteilungen ist nichts von einer drohenden Austrocknung zu finden. Deshalb zur Wiederholung, was der immer noch bestimmende IPCC-Sachstandsbericht AR5 in seiner Langfassung (im Summary für die „gemeinen Politiker und Entscheidungsträger“ wurde dieses Wissen bewusst nicht hinüberkopiert) zu Extremen schreibt:

IPCC Aussagen Zusammenfassung [10]

Tropische Stürme und Hurrikane

IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216: “No robust trends in annual numbers of tropical storms, hurricanes and major hurricanes counts have been identified over the past 100 years in the North Atlantic basin.”
Übersetzung: “Keine robusten Trends bei den jährlichen Zahlen von tropischen Stürmen, Hurrikans und Stark-Hurrikans konnten in den letzten 100 Jahren im Nordatlantischen Becken ausgemacht werden.

Tropische Zyklone

IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216: “Current datasets indicate no significant observed trends in global tropical cyclone frequency over the past century and it remains uncertain whether any reported long-term increases in tropical cyclone frequency are robust, after accounting for past changes in observing capabilities.”
Übersetzung: “Aktuelle Datensätze zeigen keine signifikanten beobachteten Trends bei der weltweiten tropischen Wirbelsturmfrequenz während des letzten Jahrhunderts und es ist ungewiss, ob ein berichteter langfristiger Anstieg der tropischen Wirbelsturm-Frequenz robust ist, nach Berücksichtigung der letzten Änderungen in den Beobachtungs-Möglichkeiten.“

Außertropische Zyklonen

IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 220: “In summary, confidence in large scale changes in the intensity of extreme extratropical cyclones since 1900 is low. There is also low confidence for a clear trend in storminess proxies over the last century due to inconsistencies between studies or lack of long-term data in some parts of the world (particularly in the SH). Likewise, confidence in trends in extreme winds is low, owing to quality and consistency issues with analysed data.”
Übersetzung: “Zusammenfassend ist das Vertrauen in große Änderungen in der Intensität extremer aussertropischer Zyklone seit 1900 gering. Es gibt auch [nur] ein geringes Vertrauen für einen klaren Trend bei Sturm-Proxies wegen Inkonsistenzen zwischen den Studien oder wegen dem Fehlen von Langzeitdaten des letzten Jahrhunderts in einigen Teilen der Welt (vor allem auf der Südhemnisphäre). Ebenso ist das Vertrauen in Trends in extreme Winde niedrig, wegen der Qualität und wegen Konsistenz-Problemen mit den analysierten Daten.“

Dürren

IPCC 2013, AR5, WGI, Technical Summery, Seite 50: ”There is low confidence in a global-scale observed trend in drought or dryness (lack of rainfall), owing to lack of direct observations, dependencies of inferred trends on the index choice and geographical inconsistencies in the trends.”
Übersetzung: “Es besteht ein geringes Vertrauen im globalen Maßstab beobachteten Trend an Dürre oder Trockenheit (Mangel an Niederschlag), aus Mangel an direkten Beobachtungen, Abhängigkeiten von abgeleiteten Trends auf der Indexauswahl und wegen geographischer Unstimmigkeiten in den Trends.“
sowie
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 215: “In summary, the current assessment concludes that there is not enough evidence at present to suggest more than low confidence in a global scale observed trend in drought ordryness (lack of rainfall) since the middle of the 20th century, owing to lack of direct observations, geographical inconsistencies in the trends, and dependencies of inferred trends on the index choice. Based on updated studies, AR4 conclusions regarding global increasing trends in drought since the 1970s were probably overstated. However, it is likely that the frequency and intensity of drought has increased in the Mediterranean and West Africa and decreased in central North America and north-west Australia since 1950.”
Übersetzung: „Zusammenfassend kommt die aktuelle Bewertung zu dem Schluss, dass es zur Zeit nicht genug Hinweise und [nur] ein geringes Vertrauen in einen beobachteten globalen Trend an Dürre oder Trockenheit (Mangel an Niederschlägen) gibt, aus Mangel an direkten Beobachtungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts, geographischen Inkonsistenzen in den Trends und Abhängigkeiten der abgeleiteten Trends auf der Indexauswahl. Auf Basis aktualisierter Studien waren die AR4-Schlußfolgerungen bezüglich global zunehmender Trends an Dürre seit den 1970er Jahren wahrscheinlich übertrieben. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Häufigkeit und Intensität von Dürre im Mittelmeerraum und Westafrika sich erhöhen könnte und im Zentrum von Nordamerika und Nordwest-Australien seit 1950 abnehmen könnte.“

Überflutungen

IPCC 2013, AR5, WGI, Technical Summery, Seite 112: ”There continues to be a lack of evidence and thus low confidence regarding the sign of trend in the magnitude and/or frequency of floods on a global scale over the instrumental record.”
Übersetzung: “Es besteht weiterhin ein Mangel an Beweisen und deshalb ein geringes Vertrauen in Bezug auf Trend-Anzeichen in Bezug auf Größe und / oder Häufigkeit von Überschwemmungen auf globaler Ebene der Instrumenten-Aufzeichnungen.“

Hagel und Gewitter

IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216: “In summary, there is low confidence in observed trends in small-scale severe weather phenomena such as hail and thunderstorms because of historical data inhomogeneities and inadequacies in monitoring systems.”
Übersetzung: „Zusammenfassend gibt es [nur] ein geringes Vertrauen in beobachtete Trends bei den Unwetter-Erscheinungen wie Hagel und Gewitter wegen historischen Daten-Inhomogenitäten und Unzulänglichkeiten bei der Systemüberwachung.“

IPCC Zusammenfassung

IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 219: “There is limited evidence of changes in extremes associated with other climate variables since the mid-20th century.”
Übersetzung: “Es gibt [nur] begrenzte Anhaltspunkte zu Änderungen bei Extremereignissen, die mit anderen Klimavariablen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verbunden sind.“

Fazit der IPCC-Aussagen

Beim vom Bürgermeister angegebenen IPCC findet sich weiterhin nichts Konkretes, anhand dessen man „ein persönliches Gespür für den Klimawandel“ bekommen könnte und auf keinen Fall eine Information, nach der zunehmende Trockenheit bei uns ein Menetekel des schlimmen Klimawandels sei.
Der Autor bekommt deshalb mehr als den Verdacht, dass der Bürgermeister die IPCC-Berichte bisher gar nicht wirklich gelesen hat. Vielleicht verlässt er sich wie so viele alleine auf die Pressemitteilungen und vielleicht noch schlimmer: was unser „Wahrheitsinstitut“ dpa daraus an „zulässigem“ Wissen filtert.

Weitere Suche nach dem „Gefühl, dem angeblich Taten folgen müssen“

Der IPCC kann sich sicher nicht um alles kümmern. Schon gar nicht um ein kleines Fleckchen Erde wie Deutschland und drin das schöne Frankenland.

Das machen deshalb seit Langem und mit immer mehr Begeisterung (und Aufwand) der DWD und das Umweltbundesamt.

Unser Umweltbundesamt hat erst kürzlich seine Darstellung zum (angeblich) schlimmen Klimaeinfluss in Deutschland veröffentlicht. „Schlimm“ steht jedoch nur in der Pressemitteilung und den daraus abgeleiteten Aussagen unserer, wie ihre Vorgänger*innen von Sachkenntnis vollkommen unbelasteten, Umweltministerin. Im Bericht selbst findet sich das pure Gegenteil:
[11] EIKE 27.11.2019: Deutscher Klima-Monitoringbericht 2019, S. Schulze spricht über alarmierende Befunde

Vielleicht zeigen die DWD-Daten ein Austrocknen als Klimawandel-Menetekel an? Dessen Viewerdaten werden monatlich gepflegt und sind damit aktuell.

Zwar wurde erst kürzlich daraus einiges an Grafiken gezeigt:
[12] EIKE 29. Februar: Den Bayerischen Wäldern geht es nur schlecht, weil die schlimmere Vergangenheit abgeschnitten wird,
anbei trotzdem eine Wiederholung.
Bild 5 zeigt deutschlands Niederschlags-Jahreswert und das gleitende, 12-jährige Mittel dazu. Beides ist niedrig, aber keinesfalls „noch nie dagewesen“ und ein Trend zu immer weniger Niederschlag ist auch nicht u sehen, allerdings ganz typische Zyklen.

Bild 5 Jahres-Niederschlag Deutschland seit 1881 mit 12-jährigem Mittelwert. Quelle: DWD-Daten. Grafik vom Autor erstellt

Mit dem schlimmen Klimawandel sollen die Extreme immer größer werden. Mal sehen, wie es der Niederschlag damit treibt.
Bild 6 zeigt die Niederschlags-Differenzen zum Vorjahr. Man sieht die für Niederschlag so typischen, extremen Schwankungen, und, dass diese nicht zugenommen haben, sondern ebenfalls Zyklen zeigen, bei denen dann jede der sehr gerne gemachten, linearen Zukunftsprojektionen versagen.

Bild 6 Jahres-Niederschlag Deutschland seit 1881. Absolutwerte-Differenz zum Vorjahr mit 12-jährigem Mittelwert. Quelle: DWD-Daten. Grafik vom Autor erstellt

Für die Wälder und das Grundwasser sind Mehrjahreswerte zu beachten. Deshalb auch dazu Grafiken. Auch in diesen sind die Differenzen zugefügt, um zu zeigen, dass es beim jüngeren Klimaverhalten nichts gibt, was es nicht früher bereits gab und es mehr als gefährlich – und genau deshalb zur Alarmerzeugung üblich – ist, kurzfristige Trends einfach weiter zu projizieren und gar als Kipppunkt auszuweisen.

Bild 7 Niederschlag Deutschland seit 1881, 3- und 5-Jahressummen. Quelle: DWD-Daten. Grafik vom Autor erstellt

Nachdem Deutschland erkennbar weit entfernt vom „Austrocknen“ ist, muss dieses „persönliches Gespür für den Klimawandel“, basierend auf immer schlimmerer Austrocknung doch aus irgendwelchen Erlebnissen resultieren.
Könnte es also die „Austrocknung“ des Bundeslandes Bayern sein, dem ja auch der Landesvater Söder schlimmste Klimaverletzungen attestiert? Was sagen die DWD-Daten dazu?

Doch auch die Daten von Bayern widersprechen eindeutig dem angegebenem Gefühl: Der Niederschlag nimmt kontinuierlich zu. Nur der Sommer zeigt beim Niederschlag eine nicht signifikante, ganz geringe Abnahme.

Bild 8 Jahres-Niederschlagsanomalie Bayern seit 1881. Quelle: DWD-Viewer

Der Winterniederschlag zeigt das gleiche Bild.

Bild 9 Winter-Niederschlagsanomalie Bayern seit 1881. Quelle: DWD-Viewer

Der wichtige Frühlings-Niederschlag zeigt das gleiche Bild.

Bild 10 Frühlings-Niederschlagsanomalie Bayern seit 1881. Quelle: DWD-Viewer
Bild 11 Sommer-Niederschlagsanomalie Bayern seit 1881. Quelle: DWD-Viewer

Und auch dazu zeigt die Detailsicht, dass nichts noch nie vorgekommen ist:

Bild 12 Sommer-Niederschlagsanomalie Bayern seit 1881 mit 12-jährigem Mittelwert. Quelle: DWD. Grafik vom Autor erstellt

Wie abrupt sich „Niederschlagstrends“ ändern können, zeigt der gerade vergangene Februar ganz exemplarisch:
wetteronline 29.02.2020: Rückblick Februar 2020 … Gebietsweise war es so nass wie noch nie in einem Februar …

Bild 13 Februar-Niederschlagsanomalie Bayern seit 1881. Quelle: DWD-Viewer

Vielleicht ist des Bürgermeisters schlimme „Klimaerfahrung“ vom Zustand der Wälder um Nürnberg beeinflusst? Die „neuen“ Stadt- und Landkreisförster überschlagen sich in den lokalen Zeitungen geradezu mit Waldschadens-Apokalypsen und „belegen“, dass ohne sie und ihre ganz wichtigen „helfenden Hände“ Franken wohl bald – mindestens in der Zukunft – waldlos sein könnte.

Solche Aussagen verheimlichen allerdings, wann es dem Wald um Nürnberg wirklich schlecht ging und zwar so, wie es heute unvorstellbar wäre: Zur angeblich „natürlichen, gütigen, vorindustriellen“ Zeit:

Bild 14 [15] Waldzustand in historischer Zeit (Vortragsbild des Autors)
Wie und dass es dem Wald aktuell gut geht und dass es nie einen ideal-schadlosen Wald gab und gibt, zeigt der aktuelle, Bayerische Waldschadensbericht. Leider zeigt dieser auch, wie „öffentlich“ von Regierungsseite Daten manipuliert so dargestellt werden, dass sich ein gewünschtes Ergebnis einstellt:
[15] EIKE 29. Februar: Den Bayerischen Wäldern geht es nur schlecht, weil die schlimmere Vergangenheit abgeschnitten wird
Die folgende Grafik aus dem Waldbericht zeigt, wie durch Weglassen der ersten vier Erhebungsjahre eine Verschlechterung des Anteils schadensfreier Fichten „erzielt“ wurde:

Bild 15 [15] Nadel-/Blattverluste Fichte. Für Schadstoffklasse 0 seit 1991 dargestellt. Grafik vom Autor um die Daten der ersten vier Erfassungsjahre ergänzt. Quellen: [1][2]
Genau diese Vorgehensweise zur Fehlinformation hat allerdings bewusste Methode, wie es noch ältere Berichte zeigen:
EIKE 16.11.2017: Der Waldzustand in Bayern ist schlechter, obwohl er besser wurde

Bild 16 Darstellung, wie schon im Bayerischen Waldschadensbericht 2017 die Grafiken so gestellt wurden, dass sich die „notwendigen“ Klimaschäden ergaben und wie weit die Erhebungen zurückreichen, deren Daten man einfach weglässt, weil sie das Bild des immer stärker unter dem Klimawandel leidenden Waldes arg (zer)stören.

Die folgende Grafik aus einem Waldzustandsbericht zeigt keine Manipulation, sondern die Auswirkung einer Erhebungsänderung auf die Daten., welche im Bericht (bewusst?) nicht harmonisiert wurden.
Anlässlich der Veröffentlichung des Berichtes verkündete der damalige (GRÜNE) Umweltminister, wie schlimm es um den Wald stände. Dabei ging es ihm mit richtig korrigierten Daten besser. Nur, muss das ein Umweltminister wissen, wenn er solche Information so gar nicht „gebrauchen“ kann?

Bild 17 Waldschadensbericht Nordrhein-Westfalen 2012, Abbildung 2: Entwicklung des Kronenzustandes von 1984 bis 2012 in Prozent. Grafik vom Autor um die schwarzen und roten Informationslinien ergänzt

Wird doch einmal ein „guter“ Waldzustand „benötigt“, ist er genauso schnell ebenfalls „hergestellt“:
EIKE 05.08.2015: Nicht ewig leiden die WälderWie der deutsche Wald innerhalb von drei Monaten genesen ist

Können Gefühle so trügen?

Der Autor hat aufgrund der Datensichtung auch „ein persönliches Gespür für den Klimawandel“ bekommen. Allerdings kein Neues, denn das hat er schon länger. Und er lässt diesem regelmäßig Taten folgen. Nicht das gerade wieder omnipräsente, von der Klimaelite der Kommunen mit Unterstützung der Kirchen durchgeführte „Klimafasten“, welches sich ausschließlich in nur noch kindischem (ganz großer Trend) – und wirklich sinnlosem – Vermeiden von CO2-Emission erschöpft, sondern solche, wie diesen kleinen Artikel, der zeigt, dass beim Klimawandel auch vor großem Publikum unwidersprochen jeder Unsinn gesagt werden kann und dabei Zustimmung erntet.

Leider ist es kein Einzelfall. So wie Frau Merkel in Davos den Klimauntergang beschwor, beschwört ihn auch der Bayerische „Landesvater“, Herr Söder. In seiner Neujahrsansprache sagte er:
.. Aber die Welt verändert sich … In Bayern sind wir zwar von Katastrophen im letzten Jahr verschont geblieben, aber auch wir haben gespürt, dass der Klimawandel bei uns stattfindet. Unsere Landwirte kämpften im Sommer mit der Dürre. Die Flüsse hatten Niedrigwasser. Es gab hohe Temperaturen bis in den November, viele Arten verschwinden ganz leise.
Und wir müssen uns darauf einstellen, dass die Folgen noch stärker werden. Es ist nicht die Frage ob der Klimawandel kommt, sondern ob wir bereit sind, uns zu verändern um ihn zumindest zu verlangsamen …

Dabei sagte er noch etwas, das zum Denken Anlass gibt:
… Denn wir sind es unseren Kindern und Enkeln schuldig, dass wir ihnen diese Welt genauso übergeben, wie wir sie vorgefunden haben …

Der Autor ist längst Rentner. Und er kann sich noch an die frühe Kindheit erinnern: Kein Auto, kein Kühlschrank, Waschen in der Waschküche im Keller, im Winter bei Ofenheizung gefroren (Winter war, wenn im Hausflur die gefrorene Milch den Stöpsel herausdrückte und im Lagerkeller die Kartoffeln durch Erfrieren süß wurden). Erstes Lehrlingsgehalt von 40 DM,
6-Tage-Woche und 14 Tage Urlaub, wobei der Samstag mitzählte.
Dann das erste Auto, der erste Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher, Ölheizung, erstmals Urlaub in Italien. Es gab immer mehr Gemüse und Obst aus dem Ausland und erweiterte die recht einseitige, teils armselige, einheimische Kost. Die Hähnchen waren auf einmal nicht mehr so zäh wie die vom Bauern und wurden zudem billiger, womit man sie sich öfters leisten konnte (und die Gaststättenkette „Wienerwald“ damit ihre Erfolgsstory feierte). Der Zweite Bildungsweg wurde „eröffnet“ … der Fortschritt kam damals recht rasant, wurde in vollkommenem Gegensatz zu heute geradezu ersehnt und nannte sich Wirtschaftswunder.

Was soll damit gesagt werden: Welch ein Glück, dass die Väter damals nicht auf solche salbungsvollen Reden hörten (außer von der Kirche wurden solche damals auch von niemandem gesagt). Der Autor ist seinen Eltern jedenfalls dankbar, dass sie ihm die Welt nicht genau so, wie diese sie vorgefunden hatten, übergaben.
Doch die Jugend ist ja gemeinsam mit den ihnen hörigen Politkern gerade dabei, zumindest Deutschland gewaltig zu verändern. Ob sich die folgende Generation darüber einmal so freuen wird?

Was zur Biofach nicht gesagt wurde

Etwas liegt dem Autor zur Biofach noch auf der Zunge. Angeblich ist es nicht erlaubt, Konkurrenten bewusst zu verunglimpfen und ohne belegbare Daten schlecht zu (be-)schreiben. Bei „Bio“ gilt dies allerdings nicht. Ein großer Biomarkt macht in seiner Hauszeitung genau das regelmäßig und ruft unverhohlen zu Demonstration gegen die nicht-Bio-Konkurrenz auf. Dazu kommen noch geradezu irrsinnige Aussagen von „Bio-Sachkennern“, wie einem bei der Stadt Nürnberg Verantwortlichem für Kantinen und Tagesstätten-Essen, der genau weiß, dass Bio „doppelt so gut schmeckt“ wie das Normale.

Es ist klar, dass ein (erfolgreicher) Bürgermeister in einer Eröffnungsrede niemals eine opportune Wahrheit sagen darf. Zum Beispiel, dass „Bio“ eine reine „Spielwiese“ begüterter Länder ist, die Welt jedoch ganz einfach nicht ernähren kann:
[13] EIKE 06. Oktober 2018: Biobauern sind vom Klimawandel bei weitem nicht so stark betroffen
[14] EIKE 19.09.2016: Biobauern sind die größten Lebensmittel-Vernichter Ohne Klimawandel überlebt die Biolandwirtschaft ihre Ernteverluste nicht

Quellen

[1] IPCC Deutsche Koordinierungsstelle SR1.5 Sonderbericht 1,5°C globale Erwärmung: IPCC: Impacts of 1.5°C of Global Warming on Natural and Human Systems

[2] EIKE 09. Oktober 2019: Gerade jetzt schlägt der Klimawandel noch viel schlimmer zu

[3] EIKE 27.12.2018: Unser Planet verbrennt – wirklich? Oder nur wegen (bewusst) falsch ausgewerteter Proxidaten?

[9] EIKE, 17.01.2015: Klimarückblick 2015

[10] Quelle der Übersetzungen: EIKE 09.12.2015: Pinocchiopresse? Lügenpresse? Die deutschen Medien und ihre „Klimakatastrophen“

[11] EIKE 27.11.2019: Deutscher Klima-Monitoringbericht 2019, S. Schulze spricht über alarmierende Befunde

[12] EIKE 29. Februar: Den Bayerischen Wäldern geht es nur schlecht, weil die schlimmere Vergangenheit abgeschnitten wird

[13] EIKE 06. Oktober 2018: Biobauern sind vom Klimawandel bei weitem nicht so stark betroffen

[14] EIKE 19.09.2016: Biobauern sind die größten Lebensmittel-Vernichter Ohne Klimawandel überlebt die Biolandwirtschaft ihre Ernteverluste nicht
[15] EIKE 29. Februar: Den Bayerischen Wäldern geht es nur schlecht, weil die schlimmere Vergangenheit abgeschnitten wird

[16] EIKE 29.10.2015: Kann man den Klimawandel in Deutschland wirklich täglich spüren? Eine Suche mit überraschendem Ergebnis

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5 Kommentare

  1. Bleibt die Frage, ob der Nürnberger OB ein grandioses ….. ist oder ob ihn der Zeitgeist zu solchen Anpassungs-Kapriolen zwingt. Beides gleichermaßen erschütternd – fast müßig die Frage, welcher Geistesakrobat ihm nachfolgt.
    Den sprichwörtliche Nürnberger Trichter gibt es heutzutage nur noch, um rotgrünen Klimaschwachsinn in die Köpfe zu trichtern – gewissermaßen als permanente Klima-Hirnwäsche. Greta, Luisa, Angela, Ursula, FfF und unsere Medien legen ein beredtes Zeugnis ab…

    Übrigens gab es heute einen ntv-Bericht, wie Südkorea weltweit vorbildlich, entschlossen und inzwischen auch sehr erfolgreich den Corona-Virus bekämpft. So weit ich weiß, verplempert das erfolgreiche Südkorea, ähnlich wie Israel, nicht mit schwarz-rot-grünem Klima-Schwachsinn seine Zukunft. An der Staatsform Demokratie scheint es also nicht zu liegen – wohl eher an einem Gen-Defekt, der offenbar auf europäischer Abstammung zurückzuführen ist. Die deutschen Gene sind dabei zusätzlich mit Anti-KKW-Allergie belastet, verbunden mit einer Vorreiter- und Weltrettungs-Phobie…

  2. Bio: das Coronavirus ist echt „Bio“, soll von Fledermäusen aus der Natur stammen! „Bio“ ist doch immer voll gut! Woher also die ganze Panik?

    • Das Hauptproblem ist die Panikmache der Journalisten und die wissenschaftliche Inkompetenz der Auswendiglerner. Sind übrigens m.W. die Einzigen, die keine Diplom-Arbeiten schreiben müssen und noch vor Studienabschluß ihre Doktorarbeit schreiben.

      Kenne einen Dr. der Medizin mit einer dreiseitigen Dissertation und einen mit ner sechsseitigen. Hab mich von denen auch nicht zwangsweise im Auftrag meines Arbeitgebers untersuchen lassen. Ist ja so, daß auch die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen, aber sich nicht dran halten wollten.

  3. Was soll man denn von einem scheidenden Oberbürgermeister erwarten? Der Mann ist VWLer und von denen halte ich als BWLer ohnehin nix. Wir hatten mal einen, der sagte: „Lieber 5% Inflation als 5% Arbeitslose.“ Am Ende hatte er beides fabriziert. Auf 15 Seiten habe ich bewiesen, daß das Quatsch war und bereits damals schon bekannt war. Der Mann ist Bundeskanzler gewesen … .

    BWLer nehmen die VWLer nicht ernst, wenn es um Ökonomie geht.

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