Den Bayerischen Wäldern geht es nur schlecht, weil die schlimmere Vergangenheit abgeschnitten wird

Bild: Günter Havlena  / pixelio.de

Helmut Kuntz
Vor einiger Zeit wurde der Bayrische Waldschadensreport 2019 veröffentlicht. Wie zu „erwarten“ war, ist der inzwischen auch in Bayern immer und überall präsente Klimawandel daran schuld, dass es nun auch den Bayerischen Wäldern zunehmend schlechter geht.

Die GRÜNEN sehen sich als „die Waldpartei“, die SPD will noch mehr Stellen

Der Bayerische Landtag debattierte über den Waldzustand. Wie noch gezeigt wird, hat scheinbar niemand Ahnung vom Thema, dafür aber eine fest(gefügt)e Meinung:
[3] Bayerischer Landtag: Die im Zuge des Klimawandels vermehrt auftretenden Witterungsextrema stellen für die bayerischen Wälder eine immer größere Bedrohung dar.
Eindringlich wies Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) zu Beginn ihrer Berichterstattung darauf hin, dass sowohl die bisher in Häufigkeit und Ausmaß nicht gekannten Trocken- und Hitzeperioden als auch Orkane und Gewitterstürme sowie Schneebruch und Überschwemmungen den ökologisch gebotenen und wirtschaftlich nutzbaren Baumbestand in Bayern stark gefährden. Diese Entwicklung begünstige zudem die Ausbreitung bekannter und die Etablierung neuer invasiver Schädlinge. Vor allem der Borkenkäfer schädige dabei zunehmend die Gesundheit der Wälder. Dies bestätige laut der Ministerin auch die diesjährige Waldzustandserhebung. Aus diesem gehe hervor, welch großen Druck der Klimawandel mittlerweile auf die Vitalität der Wälder ausübt

… Hans Urban (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) fragte die Ministerin nach weitergehenden Bemühungen im Kampf gegen die Einflüsse des Klimawandels auf bayerische Wälder und hob zugleich die Rolle der Grünen als „Waldpartei“ hervor …
Horst Arnold (SPD) kritisierte die von der Ministerin erwähnte Schaffung von 200 neuen Stellen im Forstministerium als unzureichend …

In das gleiche Horn blies das Mitteilungsblatt des Landtags. Es wusste sogar zu berichten, dass sich Experten mit dem Thema beschäftigt hätten:
Bayerische Staatszeitung 13.11.2019: [4] Bayerns Wäldern geht es immer schlechter
Der Nadel- beziehungsweise Blattverlust steigt rasant auf immer neue Rekordhöhen. Das schockt selbst Experten. Schuld daran ist der Klimawandel und der damit verbundene Insekten- und Pilzbefall der Bäume. Der Landwirtschaftsausschuss sucht nach Lösungen …

Dabei geht es Bayerns Wäldern aktuell überwiegend besser als zu Beginn der Erhebung

Immer öfter fragt man sich, was unsere Abgeordneten überhaupt für ihr üppiges Salär treiben. Zumindest gehört sorgfältiges Analysieren, Hinterfragen und neutrales Abwägen des ihnen Vorgesetzten nicht dazu.

Denn sonst hätte ihnen sofort auffallen müssen, dass in der aktuellen Erhebung 2019 vier (wichtige) Jahre der Erfassung einfach weggeschnitten wurden (eine beliebte Methode, um die schlimmere Vergangenheit verschwinden zu lassen, wie sie die MuRe mit ihren Schadensdaten ebenfalls betreibt).

Um zu zeigen, welcher Unterschied sich ergibt, wenn man die vier fehlenden Jahre – die sich im Waldbericht 2011 [2] finden -, ergänzt, sind diese vom Autor für die Schadstufe 0 in den Grafiken orientierend zugefügt.

Bild 1 Nadel-/Blattverlust alle Baumarten. Für Schadstoffklasse 0 seit 1991 dargestellt. Quellen: [1][2]
Bild 2 Nadel-/Blattverluste Fichte. Für Schadstoffklasse 0 seit 1991 dargestellt. Quellen: [1][2]
Bild 3 Nadel-/Blattverluste Kiefer. Für Schadstoffklasse 0 seit 1991 dargestellt. Quellen: [1][2]
Bild 4 Nadel-/Blattverluste Tanne. Für Schadstoffklasse 0 seit 1991 dargestellt. Quellen: [1][2]
Bild 5 Nadel-/Blattverluste Buche. Für Schadstoffklasse 0 seit 1991 dargestellt. Quellen: [1][2]
Bild 6 Nadel-/Blattverluste Eiche. Für Schadstoffklasse 0 seit 1991 dargestellt. Quellen: [1][2]
Aus den Schadensverläufen lässt sich ableiten, dass ausschließlich die Fichte in der Schadensstufe 0 weniger Gut-Anteil hat, als zu Beginn der Datenerhebung im Bericht von 2011 angegeben sind.
Wenn dieser überwiegend positive, aktuelle „Schadenszustand“ ein schlimmer Einfluss des Klimawandels sein soll, muss man am Verstand unserer Abgeordneten zweifeln. Selbstverständlich haben wir keine „dummen“ Abgeordneten; wir haben nur faule, die sich auf ihre Aufgabe des Controllings nicht vorbereiten, das Denken inzwischen anderen überlassen [8],.und deren „Ergüsse“ postwendend, unbesehen „absegnen“.

SPD und GRÜNE outen sich als Parteien, bei denen inzwischen „Hopfen und Malz“ verloren gegangen ist. Nur schade, dass die CSU sich diesem unterirdischen Niveau konsequent angleicht.

Überdeutlich lässt sich anhand der Grafiken ein zyklischer Verlauf beim Schadenszustand erkennen. Nachdem nicht davon auszugehen ist, dass die kurze Trockenperiode (nur das Jahr 2018 war trocken, 2019 lag schon wieder in der Gegend des Mittelwertes) länger dauert, könnte man ahnen, dass die nächsten, noch besseren Jahre für die Wälder wieder vor uns liegen.

Anbei der langjährige Niederschlagsverlauf in Bayern, wie ihn der DWD ausweist. Keine Spur ist von der angeblich zunehmenden Trockenheit zu sehen, nur die für Niederschlag ganz typischen, schon immer extremen Schwankungen. Der Gesamtniederschlag nimmt stetig zu, vor allem auch im wichtigen Winter (Grundwasser-Auffüllung) und Frühling (Blattaustrieb). Nur im Sommer gibt es ein verschwindend kleines Minus.

Ergänzung: Niederschlag in Bayern

Bild 7 Bayern. Niederschlagsanomalie Jahr seit 1880. Quelle: DWD-Viewer
Bild 8 Bayern. Niederschlagsanomalie Winter seit 1880. Quelle: DWD-Viewer
Bild 9 Bayern. Niederschlagsanomalie Frühling seit 1880. Quelle: DWD-Viewer
Bild 10 Bayern. Niederschlagsanomalie Sommer seit 1880. Quelle: DWD-Viewer

Was der Klimawandel in Bayerns Wälder sonst noch Schlimmes anrichtet

Wenn Ministerinnen ins Erzählen kommen:
[3] … Eindringlich wies Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) zu Beginn ihrer Berichterstattung darauf hin, dass sowohl die bisher in Häufigkeit und Ausmaß nicht gekannten Trocken- und Hitzeperioden als auch Orkane und Gewitterstürme sowie Schneebruch und Überschwemmungen den ökologisch gebotenen und wirtschaftlich nutzbaren Baumbestand in Bayern stark gefährden.
Nichts von dem, was diese Ministerin hier sagt, stimmt. Sie hat schlichtweg nicht die geringste Ahnung über das, was die Natur in der kälteren Vergangenheit dem Wald zumutete. Ihre Ausbildung lässt den Grund ein bisschen ahnen:
WIKIPEDIA: Nach der Mittleren Reife … Berufsausbildung zur Fachangestellten für den Steuer- und Wirtschaftsberatenden Bereich …
Vielleicht hat sie sich danach für ihren anspruchsvollen Ministerinnen-Job weitergebildet?
WIKIPEDIA: Bis 2014 war sie Mitglied des Stadtkirchenrats der Pfarrgemeinschaft Bad Reichenhall. Darüber hinaus ist sie Mitglied des Trachtenvereins Bayerisch Gmain und des WSC Bayerisch Gmain.
Seit 2015 ist sie Vorsitzende des Kundenbeirats der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost …

Zwar übertrifft diese Ministerin damit bei Weitem das Ausbildungsniveau vieler GRÜNEn Führungskräfte und ist auch abgeschlossen worden. Es bedeutet aber eben nicht, dass es damit für ein Ministeramt ausreichen würde, zumindest, wenn man dann auch die Aneignung von Sachkenntnis erwartet.
Doch erkennbar wird auch in Bayern (wie im Bund) bei der Führungskräfteauswahl darauf geachtet, möglichst niemanden mit zu viel Wissen zu hoch kommen zu lassen, was dem Landesfürsten vielleicht einmal gefährlich werden zu können …
Obwohl: Seit Joe Kaeser „Langstrecken-Luisa“ einen Vorstandsjob anbot, weiß man, dass auch in der Industrie für Vorstände praktisch nichts, außer einer großen – von jeglicher Sachkenntnis befreiten – „Klappe“ gefordert wird.

Extremereignisse in Bayern

Sehen wir uns noch einmal die jährlichen Niederschlagsmengen in Bayern an, diesmal aber die Differenzen zum Vorjahr. Erkennbar nehmen die Differenzen – und das sind Extreme – kontinuierlich ab, von (für Niederschlag typischen Ausreissern abgesehen).

Bild 11 Bayern. Jeweilige Jahresniederschlagsdifferenz zum Vorjahr. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt

Und nun die Abnahme der kurzfristigen und damit schlimmen Niederschlagsextreme, wie sie die Wetterstation Nürnberg exemplarisch ausweist:

Bild 12 Nürnberg, Tagesniederschlag seit 1936. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten zusammengestellt

Auch der umfangreiche Klimabericht 2019 zeigt es ganz unmissverständlich: In Deutschland ist nichts von einem schlimmen Klimawandel-Einfluss zu erkennen:
[5] EIKE 19.12.2019: Klimabericht 2019: Absolute Unkenntnis und/oder Falschinformation kennzeichnen unsere „Eliten“. Beispiel Hitzetote durch den „Klimawandel“ T2(2)
Einfach alle Sichtungen zu Extremniederschlag zeigen, dass es mit der überall postulierten Zunahme nicht stimmt:
[6] EIKE 01. Juni 2019: Extreme Wetterlagen verstärken sich. Bayern gehört zu den besonders gefährdeten Regionen
Gleiche Unkenntnis und Faktenignoranz war aber auch eine hervorstechende Eigenschaft der ehemaligen, bayerischen Umweltministerin
[7] EIKE 21.11.2015: Die bayerische Umweltministerin Frau Scharf: Extremwetter, Extrem-Hochwasser und die Unberechenbarkeit des Wetters nehmen zu. Doch stimmt das wirklich?

Um Extreme zu erfahren, muss man in die Historie zurückgehen und dort nachlesen, wann Wälder in Bayern in einem heute unvorstellbarem Ausmaß kaputt waren. Dazu Auszüge aus einem Foliensatz des Autors:

Bild 13 Waldzustand (Vortragsbild des Autors)
Bild 14 Waldzustand (Vortragsbild des Autors)

Zusatzinfo

Nachdem eine Bayerische Ministerin klagt, dass das aktuelle Wetter extrem wäre, anbei mehr Information, wie extrem das Wetter zu den angeblich „natürlich und idealen“ Zeiten war, als das Leben „im Einklang mit der Natur“ einen dauernden Überlebenskampf bedeutete:

Bild 15 Wetterextreme in geschichtlicher Zeit. Folienbild des Autors
Bild 16 Wetterextreme in geschichtlicher Zeit. Folienbild des Autors
Bild 17 Wetterextreme in geschichtlicher Zeit. Folienbild des Autors
Bild 18 Wetterextreme in geschichtlicher Zeit. Folienbild des Autors
Bild 19 Wetterextreme in geschichtlicher Zeit. Folienbild des Autors
Bild 20 Wetterextreme in geschichtlicher Zeit. Folienbild des Autors
Bild 21 Vorteil und Segen des sich nach der „kleinen Eiszeit“ endlich wieder erwärmenden Klimas. Folienbild des Autors

Quellen

[1] Bayerische Forstverwaltung: ERGEBNISSE DER WALDZUSTANDSERHEBUNG 2019

[2] Bayerische Forstverwaltung: Waldbericht 2011

[3] Bayerischer Landtag 13. 11.2019: Landwirtschaftsausschuss: Bericht der Staatsministerin Michaela Kaniber zum Schädlingsbefall in bayerischen Wäldern und zu den Ergebnissen der Waldzustandserhebung 2019

[4] Bayerische Staatszeitung 13.11.2019: Bayerns Wäldern geht es immer schlechter

[5] EIKE 19.12.2019: Klimabericht 2019: Absolute Unkenntnis und/oder Falschinformation kennzeichnen unsere „Eliten“. Beispiel Hitzetote durch den „Klimawandel“ T2(2)

[6] EIKE 01. Juni 2019: Extreme Wetterlagen verstärken sich. Bayern gehört zu den besonders gefährdeten Regionen

[7] EIKE 21.11.2015: Die bayerische Umweltministerin Frau Scharf: Extremwetter, Extrem-Hochwasser und die Unberechenbarkeit des Wetters nehmen zu. Doch stimmt das wirklich?

[8] EIKE 24.02.2020: Niedersachsens enormer Beitrag zur Weltrettung! Landtagsabgeordnete Niedersachsens diskutieren mit EIKE VP Michael Limburg über den Klimawandel und die Absicht den „Klimaschutz“ in (niedersächsische) Verfassung zu bringen.

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8 Kommentare

  1. Seit ich mich mit Pilzen beschäftige, werden Pilze allgemein in den Medien, wenn überhaupt, randständig behandelt. Meistens ist nur die Essbarkeit Thema. Über ihre funktionsweise im Naturhaushalt wissen die Wenigstens etwas. Wenn die Forstwirtschaft
    nur schon mykorrizabildende Pilze in die Planungen berücksichtigen würde, dann wäre
    der Gesundheitszustand der Bäume trotz aller Widerwärtigkeiten (anthropogen oder klimatisch verursacht) besser. So werden halt die RL, sei es in D, A oder CH immer länger. Gegen 40% der Pilze sind vom Aussterben betroffen!
    Da werden Bäume in kurzer Umtriebszeit geerntet. Buchen werden 300 – 500, Eichen über
    1000 Jahre alt, wenn man sie dann wachsen lassen würde.
    Ich werde wütend, wenn ich solche Klima-Idioten mit ihren Märchen vom C02 höre.
    Und jetzt mal ein paar Fragen an die Magenbotaniker; jeder kennt ja den Eierschwamm:
    – Ist der Eierschwamm ein Ascomycet oder Basidomycet?
    – Ist er ein Mykorrhiza-Pilz?
    – Welche Farbe hat sein Sporenpulver?
    – Hat der Eierschwamm Schnallen?
    – Welche Pigmente hat er?
    – Wieviele Sporen tragen die Basidien?
    – Hat er Zystiden?
    – Warum sagt man, er trage Leisten und nicht Lamellen?
    Das sind Fragen die der Mykophile weiss, der Mykophage könnte es lernen,
    wenn er sich mit der Materie Pilz beschäftigen würde.

  2. Nur zum Wetter.
    Mit meinen 77 Jahren kann ich mich an keinen Winter erinnern, wie dem derzeitigen. Wie kommt der Volksmund dann aber zu einer solchen Bauernregel:
    „Mattheis (24. Februar) bricht ´s Eis, hat er keins, dann macht er eins.“
    Jedenfalls war am 26. Schneefall und Frost, ein wenig.

  3. Tja……..

    .….. mein Bruder und ich sind auf den Bauernhof aufgewachsen, dadurch haben wir ein geschultes Auge dafür wie es dem Wald und den einzelnen Bäumen geht.
    Er wurde Förster und hat noch eine Zweitwegausbildung gemacht, 4 Jahre „Holzfachschule“ in Biel….. bin mir nicht sicher ob ich ich das richtig schreibe, ist lange her.
    Aber es dauerte lange und war intensiv.
    Er ist aber anschliessend nicht Förster geworden, denn er überwarf sich mit den meisten Kantonsförstern. Und mit denen musste man auskommen, sonst gabs da nie ein „nachrücken“ ins Amt.
    Er baute sich dann eine Holzhandelsfirma auf und war dort sehr erfolgreich.
    Also, mit den Kantonalen hatte er deswegen schnell Probleme, weil er vor mittlerweile 40 Jahren schon die Bewirtschaftungspraxis anprangerte, dass man dem Wald keinen gefallen tue, so wie man derzeit aufforsten würde.
    Damals wurde nach dem Kahlschlag das gepflanzt was schnell wuchs und gut zu verkaufen war.
    Oft wurden Buchen gefällt und Fichten angepflanzt und Arten die man weniger brauchte, ganz ausgelassen.
    Bäumen wie Erlen, Ahorn und Tannen wurde kaum Aufmerksamkeit zuteil. Hölzer wie Elzbeeren, Eiben, usw. pflanzte man gar nicht an, Eiche und Nussbaum wurden gefällt aber kaum je ersetzt.
    Die Esche wächst hier wie Unkraut….. die braucht kaum Hege.
    An vielen Orten standen Bäume die nicht auf eben den Boden gehörten, Mischwald war gar nicht erwünscht.

    Tja, das zu ändern hätte eine Strategie gebraucht, aber davon wollte man damals nichts hören.

    Es wurden viele Fehler gemacht in den letzten 200 Jahren, und die zu korrigieren benötigt eben nochmals 200 Jahre.

    Aber generell ist nichts von dem Eingetroffen was mir als 15 Jährigem eingetrichtert wurde, damals in der Wochenrundschau des Deutschen Fernsehens.
    Damals wurde vom Ende der Wälder geredet. Es war das selbe wie heute in Sachen Klima, nur fehlten die schnellen Medien wie sie heute da sind.
    Die Fehler die man korrigieren sollte, waren aber weit weniger ein Thema, so viel wussten die Wald-Hysteriker denn doch nicht vom Holz.

    Dem Wald geht es gut…… so gut wie es ihm eben gehen kann, ob der Fehlentwicklungen die wir einst verursacht haben.
    Und dieses „Gut“ ist nicht schlecht.
    Es gab Jahre da sah man recht viele ausgedünnte Fichten mit Kronen die man gut durchblicken konnte, aber das ergab sich schnell wieder.

    Mein Grossvater war Jahrgang 1892 und der erzählte mir oft von früher, wie es war als er das erste Auto sah. Die Mondlandung für uns, war mit dem sicher vergleichbar.
    Der Wald von vor 120-150 Jahren war ein sehr viel stärker genutzter wie Heute.
    Tote Bäume gabs keine, die wurden sofort verwertet. Die „Arbeiterschaft“ ging Sonntags oft mit „Krenze“ in die Stadtnahen Wälder spazieren und sammelte jedes Ästchen auf welches am Boden lag.
    Fotos aus den Wäldern von damals zeigen eine „Aufgeräumtheit“ wie wir sie Heute nicht mehr kennen. Das war nicht sehr gut für den Wald, denn alles „niedrige“ Buschige fehlte weitgehend. Selbst Laub welches Nährstoffe für den Waldboden ergab, wurde eingesammelt, man machte daraus die Laubsäcke ( Matratzen ) für die Kinder.
    Auch Bucherker, Eicheln uns natürlich Pilze wurden gerne genommen.
    Selbst Baumpilze nahm man mit, denn die brannten auch wenn sie getrocknet waren.
    Vielleicht hat diese Sauberkeit dem Wald immerhin einen Nutzen gebracht insofern, als das sich der Borkenkäfer erst in der Neuzeit so vermehrte das er bekämpft werden musste.

    So Anfang der 90iger, der Sturm Vivian, ich glaube das war Vivian, der erzeugte sehr viel Fallholz.
    Nach Vivian wurde auf den nun neu zu bepflanzenden Flächen halt trotzdem kaum Mischwald angepflanzt…..

    Aber es war damals trotzdem günstiger, Holz aus der Tschechei zu importieren, denn das Sturmholz hier sauber aufzuarbeiten.
    Die Löhne dort waren unschlagbar. Wenn mein Bruder dort einkaufte, ging man erst mal mit dem Beamten des Staates, dem Förster, dessen Angestellten und deren Familien ins beste Gasthaus essen, erst danach wurde über Holz gesprochen. Und so ein Essen, also das war derart günstig…..
    War man beim spendieren nicht kleinlich, gabs nach dem Holzgeschäft noch eine Einladung zur Jagt auf die Sauen.

    Wald zu haben ist bis heute nicht wirtschaftlich, die meisten Wälder der Schweiz gehören denn auch den Gemeinden, Kantonen und dem Bund.
    Für Private sind sie mit grossem Risiko verbunden.
    Sturmschäden zu beheben, sowas kann Kosten.

    Der Wald hier jedenfalls ist so …..wie seitdem ich ein Kind war, geändert hat sich „Augenscheinlich“ nahezu nichts, ja ich denke er verbessert sich sogar.

    Ich kann da nichts negatives feststellen, würde mir aber etwas noch besseres wünschen….. Mischwald und Laubwälder wo sie hingehören.

    Und Bäume wie Elzbeeren, Eiben, Nuss und Eiche….. und Buchenwälder, also die sind das schönste für mich.
    Als Kind …des Herbstes im Kniehohen Laub umherwuscheln und dazu noch ein leichter warmer Föhnsturm….(((-:

  4. Nix gegen die Adria u.a. hübsche Gegenden, aber Bayern ist inzwischen mein bevorzugtes Urlaubsziel (südliche Ecke Oberbayerns): Berge, Landschaft, Leute, Essen und herrliche Wälder. Da ist die Welt noch in Ordnung.

  5. Interessant und aufschlussreich! Der Klimawandel schlägt halt in Politiker(innen)-Hirnen non stop erbarmungslos zu – Schellnhuber und Rahmstorf haben ganze Arbeit geleistet!
    Aus den Schadensgraphiken folgt m.E., dass einzig die Kiefern betroffen sind und offenbar nicht die Fichten, wie im Text wohl versehentlich geschrieben wurde.

  6. Im Waldzustandsbericht der Bundesregierung (2017) heißt es:
    Mit einem Anteil von 32 Prozent prägt der Wald das Bild unseres Landes und vieler unserer Landschaften. Der Wald in Deutschland
    wird nachhaltig bewirtschaftet. Er ist – gemessen an der überwiegenden Mehrzahl der skizzierten Parameter – in einem guten Zustand und erfüllt vielfältige Nutz-, Schutz- und
    Erholungsfunktionen. Die deutsche Forstwirtschaft wird weltweit vielfach zum Vorbild genommen…. Die Waldfläche nimmt jährlich um 0,4 Prozent oder 50.000 Hektar zu.
    Was haben die Bayern falsch gemacht?

    • Sie haben Klimapropaganda gemacht. So schafft man neue Stellen und verschafft den Medien die apokalyptischen Botschaften, die die Leser und Zuschauer wollen. Hin und wieder berichteten dann irgendwelche Außenseiter über nicht in die Wunschwelt passende Erfolge. Wie kann denn wohl auch nur ein Baum gesund sein, wo wir doch ständig Extremwetter haben!?

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