Winter in Deutschland: Ist die Erwärmung schon ausgereizt?

Ein Hauch von Schnee – mehr lassen deutsche Mildwinter oft nicht zu. Foto: Stefan Kämpfe

Josef Kowatsch, Stefan Kämpfe
Seit dem Ende der 1980er Jahre, als die Winter in Deutschland sprunghaft milder wurden, verharren ihre Temperaturen im Gegensatz zu denen des Sommerhalbjahres und des Herbstes, welche sich teils weiter stark erhöhten, auf einem hohen Niveau; auch der Mildwinter 2019/20 ordnet sich hier ein. Neben der Suche nach den Ursachen für diese Entwicklung stellt sich auch die Frage, ob die winterliche Klimaerwärmung hierzulande fast ausgereizt ist.

Deutschlands nördliche Breitenlage – wie viel Wintermilde lässt sie theoretisch zu?

Mit etwa 48 bis 55° nördlicher Breite liegt Deutschland so nördlich wie Südrussland, die Ukraine, Süd-Sibirien und das südliche Kanada – alles Regionen mit mittleren Wintertemperaturen meist zwischen minus 4 und teilweise unter minus 25°C; bei annähernd denselben, wachsenden CO2-Konzentrationen; hierzulande sind es (1981 bis 2010) im Flächenmittel +0,9°C. Deutlich milder geht es bei ähnlicher Breitenlage über Land nur in Großbritannien oder Irland, wo in Zentralengland im selben Zeitraum etwa +4,6°C erreicht wurden. Diese für eine so nördliche Breitenlage ungewöhnlich milden Wintertemperaturen resultieren aus dem Zusammenspiel zwischen Golfstrom und Westwetterlagen – das wegen seiner hohen Wärmekapazität im Winter ohnehin laue Atlantikwasser (dort liegt das Wintermittel auf 51°N zwischen etwa +6 und +9°C Lufttemperatur) ist dank Golfstrom eben deutlich wärmer, als es der Breitenlage entspricht. Diese Wärme gelangt mit der in unseren Breiten vorherrschenden Westdrift unter Abschwächung ostwärts, was auch erklärt, warum die Winter in Deutschland mal fast frühlingshaft mild, wie 2019/20, und mal, bei selteneren oder fehlenden Westlagen, sehr kalt ausfallen können. Die bislang wärmste Winter in Deutschland, 2006/07 und 2019/20, erreichten mit 4,4°C und etwa 4,2°C fast die englischen Verhältnisse, doch auch nur, weil sie deutlich überdurchschnittlich viele Tage mit Westwetteranteil aufwiesen; oftmals solche mit Starkwind oder Sturm (unter anderem Orkane „Kyrill“ und „Sabine“). Betrachtet man jedoch nur die Häufigkeit der Tage mit Westwetter, so war diese in den milden Wintern 1987/88, 1988/89, 1994/95 und 1999/2000 mit 64 bis 79 Tagen noch etwas höher, doch spielen neben der Windstärke, welche auch 1999/2000 sehr hoch war, auch die herangeführten Luftmassen und die Bewölkungsverhältnisse (Wolken wärmen im Winter!) eine Rolle. Man kann in etwa folgende Regel aufstellen: „Die mildesten Winter in Deutschland sind die mit den stärksten und häufigsten Westwinden, den häufigsten Fällen mit atlantisch-subtropischen Luftmassen und der stärksten Bewölkung“. Weil diese Bedingungen quasi aus Westen bis Südwesten „importiert“ werden müssen, lohnt ein Vergleich der Entwicklung der deutschen und der englischen Wintertemperaturen seit dem „Klimasprung“ von 1987/88, als die Winter plötzlich dauerhaft milder wurden:

Abbildung 1: Der Winterverlauf der letzten 33 Jahre in Deutschland und Zentralengland. Keine signifikante Erwärmung trotz stark steigender CO2-Konzentrationen. Man beachte das deutlich höhere Temperaturniveau des „atlantischen“ Winterklimas in Zentralengland; der dortige „Rekordwinter“ 2015/16 erreichte 6,7°C.

Noch deutlich mildere Winter in Deutschland wären – eine extreme Häufung der Westwetterlagen bei sehr hohen Windgeschwindigkeiten vorausgesetzt, nur bei einer merklichen Erwärmung am und auf dem Nordatlantik möglich; doch diese ist momentan anhand der Entwicklung in Zentralengland und der AMO-Werte nicht erkennbar.

Abbildung 2: Schon einmal, nämlich im frühen 20. Jahrhundert, waren die Winter in Zentralengland ähnlich mild, wie momentan. Die AMO, ein Indexwert für die Wassertemperaturen im zentralen Nordatlantik, befindet sich seit etwa 1990 in einer Warmphase; man kann jedoch annehmen (nicht sicher vorhersagen!), dass diese demnächst enden wird. Wegen der komplizierten Zirkulationsverhältnisse wirken jedoch die AMO-Warmphasen im Winter, anders als in den übrigen Jahreszeiten, in West- und Mitteleuropa nicht unmittelbar erwärmend.

Mehr als höchstens 5 bis 5,5°C sind also im DWD-Mittel kaum möglich; und auch diese könnten nur bei den allergünstigsten Bedingungen erwartet werden, was unwahrscheinlich ist. Mehr noch – sollte sich die zonale Zirkulation (Westlagen) abschwächen, könnte es gar eine merkliche winterliche Abkühlung geben, was schon einmal in der Mitte des 20. Jahrhunderts passierte. In diesem Kontext lohnt sich ein Blick auf die langfristige Häufigkeitsentwicklung wichtiger Großwetterlagen im Winter:

Abbildung 3: Die Häufigkeit der Großwetterlagen mit Westanteil im Winter (HESS/BREZOWSKY, violett) korreliert recht eng mit dem Verlauf der winterlichen Lufttemperaturen in Deutschland (blau). Zwecks besserer Darstellung in einer Grafik musste in Indexwerte umgerechnet werden; viel mehr als 80 Westlagen-Tage in einem Winter sind kaum möglich (er hat bloß 90 bis 91 Tage); das bisherige Maximum wurde kurz nach dem Klimasprung im Mildwinter 1988/89 mit 79 Tagen beobachtet. Als im Rekordwinter 1962/63 Bodensee und Ostsee gefroren, wurden gerade mal 12 Tage mit Westwetter gezählt.
Abbildung 4: Tendenziell etwas mehr Nord- und etwas weniger Südwetterlagen im Winter. Der Winter ist die einzige Jahreszeit mit dieser Entwicklung; in den übrigen Jahreszeiten führte die merkliche Häufigkeitszunahme südlicher Großwetterlagen zu einer teils starken Erwärmung. Man beachte, dass Südlagen im Winter nur in höheren Luftschichten markant zu warm ausfallen; die nördlichen Lagen fallen besonders in höheren Luftschichten zu kalt aus.

Und während in den anderen Jahreszeiten, besonders im Sommerhalbjahr, die stark zunehmende Sonnenscheindauer vielleicht noch eine gewisse Erwärmung zulässt (falls es noch sonniger werden sollte), bewirkt mehr Sonnenschein keine winterliche Temperaturzunahme:

Abbildung 5: Keine Erwärmungswirkung der tief stehenden, kurz scheinenden Wintersonne in Potsdam. Die geringe negative Korrelation ist nicht signifikant; doch kann die schwache Wintersonne die Wärmeverluste der langen, klaren Winternächte nicht völlig kompensieren (negative Strahlungsbilanz).

Der Wärmeinseleffekt im Winter

Als Wärmeinseleffekte (WI-Effekte) bezeichnet man alle durch die menschliche Siedlungs- und Nutzungstätigkeit bewirkten Temperaturerhöhungen. Sie sind fast unmöglich genau zu quantifizieren und keinesfalls nur auf Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsanlagen beschränkt, deshalb ist der Begriff der „Wärmeinsel“ irreführend. Die durch Siedlungen bewirkte Erwärmung, der so genannte UHI-Effekt („Urban Heat Island Effect“), lässt sich jedoch als Teilmenge des gesamten WI-Effektes zumindest grob durch den Vergleich benachbarter städtischer und ländlicher Wetterstationen abschätzen und ergab, dass in Ostdeutschland die Großstädte gegenwärtig ein um etwa 0,6K höheres winterliches Temperaturniveau als ländliche Orte mit ähnlicher Höhenlage aufweisen:

Abbildung 6a und 6b: Zwei Stadt-/Umland-Vergleiche ergaben für den Raum Berlin (oben, 5a) als auch für ein Stationspaar in Thüringen einen aktuellen, winterlichen UHI von etwa 0,6K (höhenbereinigt). Man beachte, dass jedoch auch an ländlichen Stationen WI-Effekte auftreten, und zwar ebenfalls durch Bautätigkeit, vor allem aber durch Meliorationen und andere landwirtschaftliche Nutzungsänderungen; neuerdings verstärkt durch die erwärmende Wirkung von Wind- und Solarparks.

Auch, weil sich die Bebauung und die landwirtschaftliche Nutzungsintensität in Deutschland seit 1881 stark ausdehnten, wurde es also allmählich wärmer; dieser Effekt hält im Zuge der verstärkten Nutzung von Wind- und Solarenergie besonders in ländlichen Regionen momentan an; allerdings dürfte er in den kommenden Jahrzehnten wohl nur eine winterliche Erwärmung von wenigen Zehntelgrad bewirken können. Der menschenerzeugte Wärmeinseleffekt bei einer Station erhöht die Temperaturen in der Regel umso mehr, je länger die Zeitreihe ist, und je stärker die Einwohnerdichte und der Bebauungsgrad zunehmen.

Um über einen längeren Zeitraum den Temperaturzuwachs aufgrund des nahezu überall steigenden Wärmeinseleffektes in den Temperaturreihen möglichst zu eliminieren, greifen wir gleich auf eine Einzelstation in freier Landschaft zurück. In diesem Artikel ist das die DWD-Station 482 bei Mittenwald auf 981 m Höhe in den deutschen Alpen. Sie befindet sich seit 2008 in den Buckelwiesen nördlich des Ortes. Wir betonen, die Wetterstation Mittenwald hat in den letzten 70 Jahren seit ihrer Einrichtung sicherlich ihren Platz getauscht wie alle anderen deutschen Stationen, bzw. die Umgebung der Station hat in den Alpen eine natürliche menschengemachte wärmende Umgebungsveränderung erfahren wie alle anderen deutschen Stationen.

Betrachtungsbeginn bei einer Alpenstation:

Wir wählen das Jahr 1958, da die CO2-Messungen am Mauna Loa genau in diesem Jahr begannen und inzwischen um 100 ppm angestiegen sind, Grafik siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Keeling-Kurve

Abbildung 7a: Die Keeling-Kurve mit den Messwerten des atmosphärischen Gehalts an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre, gemessen am Mauna Loa.
Abbildung 7b: Unbedeutender Anstieg der Wintertemperaturen seit 1958 (63 Winter), trotz starkem Anstieg der CO2-Konzentrationen in diesem Zeitraum.

Man kann den Winterverlauf der DWD-Klimastation Mittenwald in zwei Teile aufteilen: Kein Anstieg der Temperaturen bis 1987, Temperatursprung ab 1988, seit 1988 ein höheres Niveau, wobei die Temperaturen seitdem wieder fallen und das Ausgangsniveau fast erreicht haben.

Im Folgenden sollen noch die Einzelmonate der DWD-Wetterstation Mittenwald für den Winter nachgereicht werden. Zur Erinnerung: Wir wählen als Anfangsjahr 1958, weil damals die CO2-Messungen am Mouna Loa starteten, siehe Grafik 7a.

Abbildung 8: Der Wintermonat Dezember wurde auch bei der Station Mittenwald wärmer, ähnlich wie die Gesamtzahl der DWD- Stationen.

Der Monat Januar

Abbildung 9: Der Januar zeigt aufgrund der kalten Januare Anfang der 60er Jahre eine ausgeglichene Regressionslinie. Anstieg bis 1988, danach Rückgang.

Der Monat Februar:

Abbildung 10: Der Wintermonat Februar wurde im Betrachtungszeitraum im Raum Mittenwald leicht kälter. Wir erkennen wieder den Temperatursprung 1988/89/90 und seitdem einen Rückgang. Mit der CO2-Grafkkurve Abb.6 zeigt sich keinerlei Übereinstimmung. Vielleicht ein Hinweis, dass sich auch in den Alpen die Winter weiter verspäten werden?

Nun könnte man meinen, die Wärmeinselproblematik sei auf Europa beschränkt. Doch weit gefehlt, unsere noch laufenden Untersuchungen zeigen auch im Nordosten der USA eine wesentlich stärkere winterliche Erwärmung in den Städten; ländliche Regionen erwärmten sich kaum oder kühlten gar leicht ab.

Abbildung 11: Geringe winterliche Erwärmung in der US-Hauptstadt Washington D.C; leichte Abkühlung im ländlichen Dale Enterprise. Die Daten des Winters 2019/20 liegen noch nicht vor.

Zusammenfassung:

1) Einen weiteren, “katastrophalen“ Temperaturanstieg wird es zumindest im Winter mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in Mitteleuropa nicht mehr geben können; alle möglichen, plausiblen Erwärmungsfaktoren sind in den Mildwintern 2006/07 und 2019/20 schon nahezu ausgereizt gewesen. Der wesentlichste Erwärmungsfaktor, die Häufigkeit und Intensität der Westlagen, würde bei einer Abnahme gar zu einem Temperaturrückgang führen; zumal die in den anderen Jahreszeiten stark erwärmende Zunahme der Sonnenscheindauer im Winter unwirksam ist. Allenfalls die Wärmeinseleffekte können – sofern alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben, noch eine leichte Erwärmung bewirken; aber mehr als allerhöchstens etwa 5,5°C sind im DWD-Mittel wohl auch langfristig unmöglich zu erreichen.

2) Trotz einer enormen „touristischen Entwicklung“ des Alpenraumes (Zunahme des Wärmeinseleffektes in den Zentren) und trotz des milden letzten Winters haben sich die Wintertemperaturen seit 1958 in der freien Fläche außerhalb der Ortschaften in den Alpen kaum geändert. Das zeigt uns die Trendlinie der DWD-Station Mittenwald.

3) Im gleichen Betrachtungszeitraum der letzten 63 Winter haben die CO2-Konzentrationen der Atmosphäre jedoch um 100 ppm zugenommen.

4) Wieder einmal konnten wir anhand der Grafiken zeigen, dass der Temperaturverlauf und die CO2-Konzentration unabhängig voneinander verlaufen. CO2 hat somit gar keinen oder kaum einen Einfluss auf die Temperaturen.

5) Der menschenerzeugte Wärmeinseleffekt in der Umgebung der DWD-Wetterstationen und natürliche Wetterursachen bestimmen das Klimaverhalten und die Klimaänderungen in einer Region.

6) Ein angeblicher CO2-Treibhauseffekt müsste überall zu Erwärmungen führen. Schon allein die Tatsache, dass sich einzelne Monate und Jahreszeiten unterschiedlich bei allen Wetterstationen über die letzten 30 Jahre verhalten, ist mit dem CO2-Erwärmungsglauben nicht vereinbar.

Fazit: Es wird endlich Zeit, dass Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt politischen Handelns gestellt werden, und nicht das Geschäftsmodell Klimaschutz. Die ständige weitere Bebauung und Versiegelung einst freier natürlicher Flächen führt bei den meisten Wetterstationen zu einer schleichenden Erwärmung, die je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich ausfallen kann. Im Winter ist eine weitere, angeblich bevorstehende, „katastrophale Klimaerwärmung“ aufgrund der Erwärmungsursachen (Großwetterlagenhäufigkeiten, Sonnenscheindauer, AMO und WI-Effekte) sehr unwahrscheinlich.

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30 Kommentare

  1. „Winter in Deutschland: Ist die Erwärmung schon ausgereizt?“
    Im beigefügten Bild
    http://www.gigapico.de/HPB_Zahl_der_Wintertage_mit_Schneedecke_1902_2020.jpg
    ist die Zeitreihe der Schneetage am HohenPeißenberg (977 müNN) in den Monaten Dez-Feb gezeigt. Die Erwärmung ist dort offensichtlich noch nicht ausgereizt. Leider lässt die Zeitreihe keine Schlüsse zu, inwieweit der Rückgang der Schneedecke im Winter die Winter-Erwärmung beschleunigt hat (Eis-Albedo-Effekt).

  2. Die Temperaturen schwanken ständig.
    Das Seeeis, mal verschwindet es und mal wird es mehr.
    Für jedes Argument lassen sich, selbstverständlich, Quellen finden. Verschiedene Klimate, im Laufe der Zeit, sind nachweisbar. Die Klimazonen der Erde verschieben sich. Alles ist in Bewegung. Dieses zu Beweisen, ist weggeworfene Lebenszeit, könnte man glauben. Der Mensch, mit seinem Bestreben nach Macht und Reichtum, hat lediglich eine Möglichkeit gefunden, mit diesen natürlichen Begebenheiten, seine Gier zu befriedigen. Das funktioniert ganz gut, werden doch schon die Kinder, von klein auf, zum Geben erzogen, ohne Wenn und Aber. Ist die Opferbereitschaft erst einmal gegeben, ist es ein Leichtes, den „Gebern“ ein Schuldgefühl für die Klimaschwankungen der Erde einzureden. Jetzt, wo der Mensch seine Schuld gesteht, kann man ihn auch, unter eigener Mitwirkung, bestrafen, ihn noch unmündiger machen, sein Hab und Gut nehmen und letztlich ist, ganz unbemerkt, der lupenreine Sozialismus eingeführt. Und das Wetter? Das macht, was es will.

  3. Warum verwendet Wikipedia (Bild 7a) so unhandliche Einheiten µmol/mol zur Angabe des CO2-Anteils in trockener Luft? Bei
    ftp://aftp.cmdl.noaa.gov/products/trends/co2/co2_mm_mlo.txt
    wird dies als ppm bezeichnet. Noch besser wäre es meiner Meinung nach die Konzentration als Partialdruck in mbar oder Pa anzugeben. So kann man dies leichter vergleichen mit dem wichtigsten Treibhausgas Wasserdampf. Dessen Anteil wird meist in mbar oder Pascal angegeben. Die Wirkung der Treibhausgase hängt ab von der optischen Dicke im IR. Dazu benötigt man die Gasdichte. Diese lässt sich leicht mit Hilfe des Gesetzes idealer Gase berechnen n= p/(kT). 400 µmol/mol scheinen mehr zu sein als 0,4 mbar oder 40 Pa. Wasserdampf bestimmt hauptsächlich das Wettergeschehen. Seine IR-Eigenschaften spielen eine Rolle aber auch Festpunkt und Dampfdruck.

  4. Schade, gerade bei den steigenden Temperaturen fehlen die waagrechten Linien, um leichter erkennen zu können, um wieviel Grad die Temperaturen angestiegen sind. Oder möchte man das optisch irgendwie verhindern. Hilfreich wären auch Zahlenangaben am rechten Rand der Graphiken.

  5. Ein sehr gut strukturierter und wissenschaftlich nachvollziehbarer Beitrag zu den Temperaturverläufen in diesem Winter in Relation zu früheren in unserer Großregion.
    Zum Thema Temperaturänderung in anderen Teilen der Erde: Ich habe vor 30 Jahren in Padang – Sumatra gearbeitet. Auffallend war die große Konstanz der Temperatur. damals: In der Regenzeit Tags 29 Grad Nachts 24 Grad – in der Trockenzeit Tags ca. 32 Grad Celsius. Gestern die Temperaturen abgefragt (viel Regen in Padang) Tags 29 und Nachts 24 Grad. Das spricht ja nun nicht gerade für eine große Klimaveränderung in diesem Teil der Tropen.

    • „Ich habe vor 30 Jahren in Padang – Sumatra gearbeitet. Auffallend war die große Konstanz der Temperatur. damals: In der Regenzeit Tags 29 Grad Nachts 24 Grad – in der Trockenzeit Tags ca. 32 Grad Celsius. Gestern die Temperaturen abgefragt (viel Regen in Padang) Tags 29 und Nachts 24 Grad.“

      So ein Zufall!
      😉

  6. Also, der Arctic Seaice Extend lag per 1.3.20 bei 15,037 Mio km² – das ist schon einiges mehr als die letzten Jahre, als das letzte Jahrzehnt und könnte noch weiter steigen.
    Schaun mer ma 😀

    • Ja sicher kann wird die Meereisausdehnung aller Wahrscheinlichkeit nach noch bis Mitte/Ende März steigen.
      MfG
      Ketterer

  7. Danke Herr Kowatsch und Herr Kämpfe für die (aufwändige) Zusammenstellung der Daten.

    Ergänzend für den Rückgang der Wintertemperatur möchte ich auf die ZAMG Seite verweisen, insbesondere Abb. 2 und 3, die die Beobachtung von Kowatsch/Kämpfe stützen:

    https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel/klimavergangenheit/neoklima/lufttemperatur

    (auch wenn so manche Stellungnahme dort den hiesigen Autoren nicht gefallen sollte).

    Eine kritische Anmerkung möchte ich dennoch anbringen: Ein Klimawandel wird nicht nur durch eine Anderung der mittleren Temperatur festgestellt. Auch eine Änderung der Häufigkeit und Abfolge von Großwetterlagen sind ein Zeichen von Klimawandel und können, aber müssen nicht natürlichen Ursprunges sein.

    MfG
    Ketterer

      • Hallo Eberhard Freitag,

        Zumindest in den Gipelregeionen ist bisher (und in den tiefen Lagen zumindest Mitte der 90er bis Mitte der 2000er Jahre) ein leichter Rückgang (bis Stagnation in den tiefen Lagen) zu erkennen. dass der Tiefpassfilter bei Temperaturen wie in den vergangenen Jahren ansteigt muss/wird sich ja erst noch erweisen.

        Hier können Sie die Details für einzelen Stationen einsehen (ausgewählt ist der Sonnblick praktisch WI-Frei). Es könnte gut sein, dass die ‚Dellen‘ nach Unten nach diesem Winter eine leichte Korrektur nach oben erfährt.

        http://www.zamg.ac.at/histalp/dataset/station/csv.php?c=AT&s=_127

        MfG
        Ketterer

        • Hallo Herr Gans,
          Könnten Sie diesen Einwand etwas näher erklären?
          Dort sind keine Klimamittel angegeben sondern Jahresmittelwerte für Jahr / Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter.
          Was ist daran „ungültig“?

    • Sehr geehrter Herr Ketterer,
      „Klimawandel“ ist, seit die Erde eine Atmosphäre hat, stets immer und überall. Man kann zwar dagegen die Schule schwänzen, aber der „Klimawandel“ wandelt trotzdem unbeirrt weiter. Und für die unerwartet häufigen, intensiven winterlichen Westwetterlagen gibt es eine zumindest plausible natürliche Ursache; mehr dazu in Kürze in meinem Beitrag zur Auswertung der Winterprognosen.

  8. Äh, wie jetzt?
    In einem anderen Beitrag* von Josef Kowatsch heißt es, der Winter in Deutschland würde seit 30 Jahren kühler, jetzt ist (obere Grafik) ein leichter Erwärmungstrend zu sehen. 🤔

    * https://www.eike-klima-energie.eu/2017/03/24/der-winter-wird-in-deutschland-seit-30-jahren-kaelter/

    Und nach Messdaten des DWD und des Umweltbundesamtes soll der Winter in Deutschland auch leicht kühler werden:

    Winter Trend in Deutschland – Es wird immer kälter!
    https://www.youtube.com/watch?v=ez-_vx4DqiU

    * Verwirrung *
    Könnt Ihr Euch mal entscheiden?

    • Sehr geehrter Herr Guthmann,
      mit dem Trends ist das so eine Sache; sie sind wegen der großen Streuung der Wintermittel meist nicht signifikant. Was bedeutet das? Seit dem Winter 1987/88 gab es keinen eindeutigen Trend; wenn es gelänge, alle Wärmeinseleffekte genau zu ermitteln, so bliebe nach deren Eliminierung aber vermutlich eine leichte Abkühlung seit 33 Jahren. Die langfristige Erwärmung seit 1881 ist übrigens außer WI-Effekten auch dem Ausklingen der „Kleinen“ Eiszeit“ und der langfristigen Häufigkeitszunahme der Westlagen geschuldet.

  9. Was mir nicht in den Kopf will ist, wie solche hervorragend recherchierten, für jedermann verständlich aufbereiteten und wissenschaftlich fundierten Arbeiten in Medien und Politik ausschließlich negativ reflektiert werden, ja geradezu als destruktiv beurteilt werden.
    Ich kann mir außerdem nicht vorstellen, dass in diesen Bereichen Wirkende solche Arbeiten aus Prinzip nicht zur Kenntnis nehmen. Das mag vielleicht für eine gewisse Schicht begrenzt Intelligenter so sein, die nicht fähig ist eigene Positionen zu hinterfragen und evtl. zu korrigieren.
    Das lässt dann aber nur den Schluss zu, dass in Medien und Politik Tätige wider besseres Wissen insgeheim andere Ziele als die vorgegebenen verfolgen. Das macht sie aber angesichts dessen, das sie in diesen Positionen an Schaden für die Gemeinschaft anrichten können, strafbar und haftbar.
    Sie sollten sich nicht zu sicher fühlen.

  10. „Ein angeblicher CO2-Treibhauseffekt müsste überall zu Erwärmungen führen.“ Ihre Versuche durch Auswahl einzelner Wetterstationen den Treibhauseffekt zu widerlegen beruhen auf dieser These. Leider ist diese These durch nichts begründet. Kein halbwegs seriöser Klimatologe wird einen solchen Unsinn behaupten.

    • Schauen Sie zurück in die Erdgeschichte. Trotz vielfach höherer CO2-Gehalte der Luft ist die Erde nicht verbrannt. Im Gegenteil, die Biosphäre hat sich kräftig entwickelt, nicht yu vergleichen mit der Gegenwart.
      CO2 ist ein Lebenselixier!

    • Lieber Herr Freitag, da irren sie gewaltig mit ihren Aussagen. Es handelt sich nicht um eine Station. Auch die DWD-Wintergrafik – etwa 1900 Stationen- zeigt zwischen 1958 bis 1987 keine Winter-Erwärmung, dann von 1987 auf 1988/89/90 der Temperatursprung um ein gutes Grad und ab 1988 bis heute wieder eine gerade Linie. Wie Sie wissen, sind die DWD-Station alle mehr oder weniger Wärmeinselbefahtet. Wähle ich wärmeinselarme Wetterstationen, wie Amtsberg, Rosenheim, Gießen und dergleichen, dann zeigen alle den Temperatursprung bei 1988, aber seit 1988 bis heute wieder einen Rückgang der Wintertemperaturen. Wir haben den Temperatursprung 1988 mit natürlichen KLimafaktoren erklärt, das kann keine CO2-Wirkung sein. Herr Ketterer fragt zurecht, ob nicht ein Teil der „natürlichen Faktoren“ doch auch auf menschlichen Einflüssen beruhen könnte. Nur eins ist aber sicher, das hat nichts mit CO2 zu tun.

        • Lieber Herr Freitag, zu Ihrem fragenden Kommentar vom 5.März 9:33 Uhr. Antwort: In diesem Artikel und in meinem Kommentar vom 4.März (Direkt darüber) ging es um die Wintertemperaturen ab 1988. Ihr link zeigt die DWD Jahrestemperaturen seit 1881. Ist Ihnen das eigentlich nicht aufgefallen?

          • Sehr geehrter Herr Kowatsch,

            was da auffällt, ist folgendes: Man betrachte die DWD Daten (Vorsicht : Monta/Jahreszeit erst auf Winter einstellen)

            https://www.dwd.de/DE/leistungen/zeitreihen/zeitreihen.html?nn=344886

            Dann fällt auf weswegen der Autor Kowatsch einen 33-jährigen Zeitraum und nich wie sonst so oft einen 30-jährigen Zeitraum betrachten: die Jahre 1988-1990 fallen durch hohe Anomaliewerte auf, so dass der Anfang der Regressionsgerade nach oben gehoben wird.

            Das sieht nach Cherry-Picking aus und könnte einfach vermieden werden indem man gleitende Mittelwerte verwendet.

    • Herr Freitag, Sie schreiben: „..Kein halbwegs seriöser Klimatologe wird einen solchen Unsinn behaupten…“ Meine Frage an Sie: halten Sie sich selbst für einen halbwegs seriösen Klimatologen.?

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