Klima und Wald

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke
Mit der umfangreichen Broschüre „Görner, M., Schulze, E.-D. und H. Wittecke (2019), Klima und Wald: Eine aktuelle Betrachtung zum Lebensraum“ (hier) leistet die Thüringer CDU-Fraktion Erfurt einen maßgebenden kritischen Beitrag gegen Windradinstallationen in Wäldern.

Kaum eine andere Nation hat eine so tiefe emotionale Bindung an den Wald wie das deutsche Volk (hier, hier). Als Kinder haben wir gebannt den Grimmschen Märchen gelauscht, noch Nachts davon geträumt, und viele von uns zitieren immer noch aus aus den Grimm’schen Werken. Inzwischen ist dem deutschen Wald jedoch ein Gegner erwachsen, der sich anfänglich als Naturschützer tarnte, nun aber sein größter Feind wurde. Es ist die Bewegung, möglichst alle Energie-Erzeugung in Deutschland mit Hilfe von Windrädern, Photovoltaik und Energiemais zu bestreiten.

Sachlich ist die Agenda dieser Bewegung, an deren Spitze zweifellos das Bündnis 90/Die Grünen sowie ehemalige DDR-Kommunisten (Die Linke) zu finden sind, nicht nachvollziehbar. Dies ist bereits unzählige Male belegt worden und soll daher an dieser Stelle nicht wieder vertieft werden. Nähere Einzelheiten sind hier und hier zu finden.

Die etwa 70 Seiten umfassende Broschüre, verfasst von Prof. Dr. Ernst-Detlef Schulze,  Prof. Helmut Witticke (FH Schwarzburg für Forstwirtschaft des Landes Thüringen) und Forst.-Ing. Martin Görner, wird von der CDU-Fraktion des Thüringer Landtags herausgegeben. Sie ist mit ihren Abschnitten Waldgeschichte, Wald und Kohlenstoffbilanz, Wald und Artenvielfalt, Wald und Erholung, Wald und Windkraft fast schon ein komplettes Büchlein. Das Niveau ist exzellent. Zumindest als Fazit des Abschnitts „Wald und Windkraft“, der sich auf die Gefährdungen von Flugtieren und Insekten beschränkt, muss jede Windradinstallaton in Wäldern grundsätzlich ausgeschlossen werden.

Wegen Ihrer fachlich einwandfreien Argumentation wird die Broschüre nicht nur den inzwischen mehr als 1000 Bürgerinitiativen Deutschlands zu weiterem Zulauf verhelfen, sondern sicher auch als wichtiges weiteres Gutachten bei Klagen gegen Windradinstallationen in Wäldern eine Rolle spielen können. Weiterhin dürfte auch die körperliche Unversehrtheit von Windradanrainern immer maßgebender werden – Stichwort Infraschallschädigung, Literatur (hier), die in der Thüringer Broschüre aber leider nicht thematisiert wurde

Die Broschüre wäre zu lang geworden, hätten die Verfasser auch noch die naturgesetzlichen Hürden von Windradinstallationen behandelt, die diese Art von Stromerzeugung in Industrienationen nicht nur komplett wertlos, sondern auch noch höchst schädlich macht. Die unabdingbaren Hürden der Windenergie sind mindestens ebenso groß, wie es ihre Schäden an Mensch und Natur sind. Hier sind insbesondere Bild 2 bis Bild 4 der Veröffentlichung des Autors anzuführen. Da Wälder im Allgemeinen Schwachwindgebiete sind, dürfen Windradinstallationen dort zutreffend und im wörtlichen Sinne als sachlicher Schwachsinn bezeichnet werden.

Eine Kritik an der Broschüre der CDU-Fraktion Thüringens sei noch erlaubt: Im Vorwort heißt es nämlich „Erneuerbare Energien leisten einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung in Deutschland und sie werden angesichts eines spürbaren Klimawandels einen noch größeren Beitrag leisten müssen.“ Das ist sachlich falsch und offensichtlich der Parteidisziplin geschuldet. Die dahinterliegende politische Agenda, der die CDU als der ehemaligen freiheitlichen Wirtschaftspartei eines Ludwig Erhards besser nicht folgen sollte, wurde bereits hier beschrieben.

Die sachliche Wahrheit über „erneuerbare Energien“ lautet im Gegensatz zur Behauptung der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag dagegen:

Erneuerbare Energien (Wasserkraft ausgenommen) leisten keinen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung in Deutschland. Wind- und Solarenergie leisten, ihrer Volatilität wegen, allein einen Beitrag zur zunehmenden Instabilisierung des deutschen Stromnetzes. Die Schäden der deutschen Energiewende werden bei ihrer Weiterführung ins Unermessliche wachsen und ein deindustrialisiertes Deutschland zurücklassen.

Um dies nicht nur als fachliche Einschätzung des Autors zu vertreten, sei schlussendlich auch noch sein sicher renommierterer Kollege Prof. Hans-Werner Sinn aus dem Handelsblatt vom 29.03.2011 zitiert

Wer meint, mit alternativen Energien eine moderne Industriegesellschaft betreiben zu können, verweigert sich der Realität“,
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7 Kommentare

  1. Wasserkraft ist schön und gut.
    Und sollte zur Energiegewinnung wo immer es geht ausgenutzt werden.
    Allerdings ist Wasserkraft nicht nur in D sehr endlich,
    sondern auch tatsächlich sehr gefährlich.
    Prüfen Sie doch mal wieviel Tote auf die erzeugten Giga oder Terra-Wh kommen!
    Beispiel: im Jahr des Tschernobyl-Unfalls (mit 38 Toten durch Radioaktivität siehe Bericht des IAEA) gabe es in Rußland auch einen Unfall in einem Wasserkraftwerk mit 76 Toten. Dort wurde kaum eine ähnliche Menge Strom erzeugt. Neben diesem Einzelfall gibt es gravierende Staudammbrüche, angefangen von Frejus…)
    Aber die Wasserkraftkapazität in D ist vernachlässigbar.
    Auch sorgte Schäuble für ungünstige Finanzierungsmodelle für Pumpspeicherkraftwerke!

  2. Greifvögel die Kleintiere jagen fixieren ihr Aufmerksamkeit auf die Beute und werden dann von Windrädern abgeklatscht. Auch kann man heute 1000 km Autobahn fahren ohne die Frontscheibe von Insekten reinigen zu müssen. Trotz biologisch geführtem Garten mit „Insektenhotel“ kommt keine Wespe mehr zu Kaffee und Kuchen. Früher musste ich als Kind meinen Obstkuchen verteidigen. (obwohl damals viel mehr Insektizide versprüht wurden) Woran liegt das ?

    • Gute Frage. Gestern fuhren meine Frau und ich im Ostalbkreis, vorher im Bayrischen mal ein wenig auf der Landstrasse, stat Autobahn. Im Bayrischen fuhren wir an massenhaft Felder bedeckenden Solaranlagen vorbei, die mehr und mehr dann Maisfeldern Platz machten – im Ostalbkreis dann nur noch Maisfelder, hin und wieder unterbrochen von abgeernteten kleineren Getreideabschnitten. Kaum noch Vögel – hin und wieder Greifvögel. Dafür zahllose Windmühlen. 90% davon unbewegt. Da kommt Strom auf!!
      Die Figuren vom NABU et al. sitzen im Umweltministerium, im Bundesumweltamt, noch „geleitet“ von einer Kunsthistorikerin: fragen Sie die doch mal! Ich weiß, was Sie hören werden: Menschgemachter Klimawandel. Nochmals: ein System reproduziert seine Systemelemente – hier Umweltschutz um jeden Preis – autopoietisch, d.h. ohne jeglichen Bezug auf andere Systeme. Wie sagte Daniel Kehlmann, den 2. Satz der Thermodynamik literarisch aufgreifend: Jedes System stürzt seiner Auflösung entgegen! Das Ende dieser CO2-Hysterie ist schon lange (spätestens 2006) absehbar. Der Endsieg war schon mit Beginn WK II absehbar.

      • Naja, der Endsieg wurde so laut wie der Klimawandel erst vom Volk (zumindest zuvielen!) bejubelt als Hitler durch Goebbels den totalen Krieg ausrief . Zum Schluß gab es Kindersoldaten. Das erinnert mich an Greta Thunberg und ihren Vater als Gewinner des Klimawandels. Analogien zwischen Hitler und Merkel gibt es tatsächlich reichlich.

    • „Auch kann man heute 1000 km Autobahn fahren ohne die Frontscheibe von Insekten reinigen zu müssen. Trotz biologisch geführtem Garten mit „Insektenhotel“ kommt keine Wespe mehr zu Kaffee und Kuchen. Früher musste ich als Kind meinen Obstkuchen verteidigen. (obwohl damals viel mehr Insektizide versprüht wurden) Woran liegt das ?“
      Warum das bei Ihnen so ist, kann ich nicht beantworten.
      Ich musste diese Tage 10 km Autobahn (Stadtnähe) fahren und die Autoscheibe war dicht.
      Von Wespen werden wir zur Zeit überfallen, draußen und auch in der Wohnung.

    • Herr Hoffmann
      Ihre Frage ist berechtigt, der Artenrückgang bei den Insekten erkannt. Allerdings auf die Wespen bei Kaffee und Kuchen müssen Sie noch bis Ende August warten. Vielleicht sitzen Sie nicht mehr so viel im Freien wie früher.
      Die Problematik des Insektenrückganges in Deutschland ist genauso schwer zu beantworten wie die Temperaturerwärmung Deutschlands, die mit einem Sprung zwischen 1985 bis 1988 auf ein höheres Niveau einsetzte, auf dem wir uns noch heute befinden. Bei den Insekten gibt es viele Gründe, neuerdings kommen die Windräder hinzu, welche nicht nur Vögel erschlagen, sondern auch Insekten. Ein Argument wird meist ganz vergessen: die zunehmende Beleuchtung der sich ausweitenden Städte und Gemeinden. Dabei handelt es sich um eine optische „Vergiftung“ des Insektenlebensraumes. Jeder Beleuchtunskörper ist ein Lichtfalle, ein noch gedeckter Tisch für Fledermäuse. Bald werden die Stadtinsekten ganz verschwunden sein, gefolgt von den Stadtfledermäusen.

  3. „…leistet die Thüringer CDU-Fraktion Erfurt einen maßgebenden kritischen Beitrag gegen Windradinstallationen in Wäldern.“

    Ansätze geordneten Denkvermögens in der vermerkelten CDU: oh Wunder!

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