„Staub des Todes“

Jede Strahlung ist gefährlich? Bild Joerg Trampert / pixelio.de

von Dr. Lutz Niemann

Mit der erschreckenden Schlagzeile „Staub des Todes“ inmitten einer Staffel von Bombern, die unter den Tragflächen mit Bomben und Raketen bestückt waren, wurde am 6.2.2018 ein ganzseitiger Be-richt von Dagmar Röhrlich in DIE WELT überschrieben. Die Überschrift war zur Erregung der Auf-merksamkeit gedacht, denn im Text des Berichtes gab es keinen Toten.


„Staub des Todes“

Das ist ein beliebtes Prinzip in der Demagogie, denn der flüchtige Leser sieht in der Überschrift Tod und Verderben nach dem Motto „Bad News are good News“, im Text wird das ganze wieder zurückgenommen. Im vorliegenden Fall wird durch das Wort Uran die Botschaft verkündet: es geht um die Festigung der Strahlenangst, die ja letztlich die Triebkraft zu Deutschlands Ausstieg aus der besten Stromversorgung bildet.

 

Was ist mit „Staub des Todes“ gemeint?

Geschosse haben eine hohe Durchschlagskraft, wenn sie schwer sind und auf kleiner Fläche wirken. Daher sind in der Munition Elemente mit hohem spezifischem Gewicht sehr geeignet, also Blei. Einige Elemente haben aber noch etwa das doppelte spezifische Gewicht von Blei, das sind Wolfram, Rhenium, Osmium Iridium, Platin, Gold und auch Uran. Von diesen Stoffen ist gerade Uran verfügbar und zwar die abgereicherte Komponente aus den Anreicherungsanlagen, die nur noch eine Restmenge spaltbares U-235 enthält. Dieses ist zudem billig, daher hat man es in Munition eingebaut und diese in Kriegen auch benutzt. Es wird gesagt, daß Urangeschosse sich beim Aufprall pulverisieren und dieses Pulver in der Luft dann den tödlichen Staub ergibt. Der Bericht in DIE WELT sagt im Text klar und deutlich, daß bei der Verwendung uranhaltiger Munition in Kriegsgebieten noch nie eine Belastung der Luft oder gesundheitlicher Schaden bei den Soldaten festgestellt wurde.

 

Deutsche Fachleute haben Spurenanalytik des Urans betrieben und dazu berichtet [1].

Dieser exzellente Bericht der Fachleute vom GSF-Forschungszentrum (heute Helmholtz-Gesellschaft) enthält alle Meßdaten und gibt einen umfassenden Überblick zum Problem:

Uran ist als seltenes Element überall in der Umwelt vorhanden, in der Erdkruste kommt es mit einem mittleren Masseanteil von 3 bis 4 * 10-4% vor. Das bedeutet, in einem normalen Grundstück von 500 m² Fläche befinden sich in der obersten ein Meter dicken Bodenschicht 3 bis 4 kg Uran. Das allgegenwärtige Uran wird zu einem kleinen Anteil von Pflanzen aufgenommen, und wir finden es in unserem Speisen und Getränken. Im Mittel nimmt ein Mensch so täglich 1 Mikro-Gramm Uran in seinen Körper auf, und scheidet es auch wieder aus. Die Konzentrationen von Spurenelementen schwanken sehr stark in der Natur, daher können die hier genannten Werte für Uran im Einzelnen durchaus eine Größenordnung kleiner wie auch größer sein. Die Messungen in [1] belegen das.

 

Unsere Welt ist voller Radioaktivität.

Überall befinden sich radioaktive Nuklide. In der Luft ist es hauptsächlich das Edelgas Radon mit 20 Becquerel/m³ Luft im Freien und 50 Becquerel/m³ Luft in Innenräumen. Im Stollen des Heilbades Bad Kreuznach sind es 40 000 Becquerel/m³ im Stollen. Die alpha-Strahlung des Radons sorgt für die Heilwirkung.

Im Erdboden ist am meisten Radioaktivität enthalten, es sind ca. >2000 Becquerel/kg Erde.

Man kann berechnen, wie viel Radioaktivität der Mensch in einem Jahr von den wichtigsten Nukliden in seinen Körper aufnimmt:

durch Uran als Spurenelement in der Nahrung                     10 Becquerel

durch lebensnotwendiges Kalium-40 mit Nahrung    30 000 Becquerel

durch Kohlenstoff-14 mit Nahrung                             25 000 Becquerel

durch das Edelgas Radon in der Atemluft                 250 000 Becquerel

durch Radon-Zerfallsprodukte in der Atemluft                       350 000 Becquerel

Die Zahlen zeigen, daß die Strahlung des Urans neben den anderen Stoffen getrost vergessen werden kann.

In einem normalen Grundstück von 500 m² Fläche befinden sich in der oberen einen Meter dicken Bodenschicht 3 bis 4 kg Uran. Wenn man die Schwankungsbreite der Urankonzentration in der Erdkruste berücksichtigt, kann man auch von 0,3 kg bis 30 kg sprechen. Durch ein Urangeschoss auf dem Grundstück wird die gesamte Menge um etliche Gramm erhöht. Das ist angesichts des vorhandenen gesamten Urans meist im Bereich von kg belanglos.

Geschosse sind immer für Menschen extrem gefährlich, denn sie können davon getroffen werden. Das Material der Geschosse – Blei oder Uran – ist fast nebensächlich. Der „Staub des Todes“ ist eine konstruierte hypothetische Gefahr, die aus demagogischen Gründen erfunden wurde, um die Strahlenangst als treibende Kraft zum Ausstieg aus der Kernkraft zu erhalten.

In der Strahlenschutzverordnung [2] werden Grenzen die erlaubten Grenzwerte für die zulässige jährliche Aktivitätszufuhr durch Verspeisen angegeben, das sind 25gfür lösliche Uranverbindungen und 250gfür unlösliche Uranverbindungen (z.B. der Kernbrennstoff UO2). — Niemand wird jemals so viel Uran verspeisen, und Staub in der Luft im Bereich von Millionstel Gramm ist bedeutungslos.

 

Auch abgereichertes Uran ist ein Wertstoff

Im abgereicherten Uran ist nur noch eine kleine Restmenge von ca. 0,2% spaltbares Uran-235 enthalten, der Rest ist nicht spaltbares Uran-238. Häufig wird daher das abgereicherte Uran als Abfall bezeichnet. Diese Sichtweise ist falsch. Im Leichtwasserreaktor – wie er in Deutschland betrieben wird – wird aus dem U-238 durch Neutroneneinfang Plutonium erbrütet, und das ist auch spaltbar. Daher ist auch der Leichtwasserreaktor zu einem geringen Anteil ein Brüter, etwa ein Drittel der Energie wird im normalen Betrieb aus der Spaltung von Plutonium gewonnen.

Beim Schnellen Brüter und mit vollständigem Brennstoffkreislauf kann auch das abgereicherte Uran nach Überführung in Plutonium gespalten werden und die Reichweite des Urans auf über das 100-fache erhöht werden. In Deutschland sollte diese Technik entwickelt und benutzt werden, allerdings wurde das Programm von der Politik gestoppt (Kalkar, Wackersdorf).

Heute ist Rußland führend beim Brüterprogramm (Stichwort: BN-600 und BN-800), andere Staaten wie China und Indien folgen. In Rußland wird abgereichertes Uran aus westlichen Anreicherungsanlagen (z.B. in Gronau) gehortet und gelagert, bis es in ferner Zukunft im Brüter zum Einsatz kommen kann. Das ist eine kluge Wirtschaftspolitik, weil sie sehr weit voraus denkt.

 

Es ist klug, das abgereicherte Uran aufzuheben, und nicht durch Geschosse wieder in der Umwelt zu verteilen, aus der es ursprünglich durch Bergbau mit viel Aufwand entnommen worden ist.

 

Durch die direkte Endlagerung tief unter der Erdoberfläche von abgebrannten Brennelementen ohne Wiederaufarbeitung – wie es in Deutschland durch Gesetz festgelegt ist – wird in der Tiefe ein Rohstofflager für Energie geschaffen, das in ferner Zukunft wieder an die Oberfläche geholt werden muß, denn diese Energie ist zum Leben dringend notwendig. Der in Deutschland von der Politik favorisierte „Der Übergang vom atomaren und fossilen Zeitalter ins Solarzeitalter“ hat keine Aussicht, jemals gelingen zu können.

 

Literatur

[1] P. Roth, E. Werner, H.G. Paretzke; “Untersuchungen zur Uranausscheidung im Urin“, Deutsches Heereskontingent KFOR, Januar 2001, GSF-Bericht 3/01

[2] Strahlenschutzverordnung1989, wird demnächst durch ein Strahlenschutzgesetzabgelöst, mit vermutlich strengeren Bestimmungen

 

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24 Kommentare

  1. Ich bin schon sehr erstaunt was eine Zeitung die Qualitätsmedium sein will wie DIE WELT mit dem Artikel einer Frau Dagmar Röhrlich bezwecken will. Oder sollte das wirklich Unkenntnis sein ??

    So wie es Herr Lange beschreibt kenn ich es aus vielen Berichten, vor allem aus dem Irak aber auch aus dem Balkan. Deswegen meine höchste Verwunderung über die gegenteilige Meinung von Frau Röhrlich, falls diese nicht die Meinung von DIE WELT  ist. Es ist auch das erste Mal in den ganzen Jahren, dass jemand die Uranmunition verteidigt. Hat es das Pentagon bisher getan ?

    Ob Frau Röhrlich Eike liest um sich bei den Kommentatoren zu informieren ?
    Ich denke mal es ist ist nicht sehr schade wenn DIE WELT unbedeutend wird. Aber ich denke mal dies wird  nicht passieren. Es findet sich bestimmt eine dunkle Ecke in den Finanzeinnahmen in der ein paar Milliönchen liegen um notleidende Presse zu unterstützen – vor allem System- bzw. Regierungsrelevante. (ich hoffe das wird jetzt nicht als böswillige Unterstellung angesehen)

    • Ich werde auch diesen Bericht wieder an DIE WELT (z.Hd. Frau Andrea Seibel) schicken, so wie ich es in der Vergangenheit schon oft getan habe. Ich habe auch meinen Bericht zu „Der vergessenbe Atomkrieg“ (aus WamS) an Stefan Aust per Postbrief geschickt — immer alles ohne Reaktion. Die Zeitungsleute verstehen nichts von der Materie, oder sie wollen davon nichts verstehen — ich weiß es nicht. Frau Röhrlich hat schon etliche Berichte in DIE WELT unter gebracht, mit denen ich nicht einverstanden war.

      Aber immer ist es die OBRIGKEIT, der alle UNTERTANEN gehorchen bzw. gehorchen MÜSSEN, damit sie leben können. Allein hier bei EIKE kann man noch diskutieren, und das ist notwendig, um evt. Mißverständnisse auszuräumen.

      • Die Medien sind als kommerzielle Veranstaltungen auf Informationen aus der Politik angewiesen. Jede Kritik hat das Potential, wichtige Quellen zu verschütten. Die Medien sind daher Werkzeug und keine Player!

        Es sind Fakten, die Ordnung schaffen, Information kann wohl lediglich beschleunigen oder bremsen!

  2. „Uran ist als seltenes Element überall in der Umwelt vorhanden, in der Erdkruste kommt es mit einem mittleren Masseanteil von 3 bis 4 * 10-4% vor. Das bedeutet, in einem normalen Grundstück von 500 m² Fläche befinden sich in der obersten ein Meter dicken Bodenschicht 3 bis 4 kg Uran.“ Oh Mann, jetzt nur keinen Fehler machen, sonst gehen meine 2000m² Bauland als Atompilz in die Luft.  Admin, wenn sich 3-4kg Uran auf 500m³  Erdreich befinden, warum ist das Zeugs denn so selten?

    • 3 bis 4 *10^-4% oder besser 3-4ppm oder noch besser 3-4 mg/kg = 3-4 g/t Uran ist dessen sog. Clarke Wert, also der Durchschnittsgehalt an Stoffen in der oberen Lithosphäre. Die Aussage, dass folglich jeder m³ Boden eine entsprechende Konzentration besäße bereitet mir etwas Bauchschmerzen, da diese Aussage den starken Unterschied zwischen Lagerstättenkonzentrationen und Hintergrundkonzentrationen einfach nicht berücksichtigt. Aber sei’s drum.
      Ein üblicher Boden, zB berechnet nach Statik-Lastaufnahme, besitzt grob geschätzt eine Dichte von 2 t/m³. Folglich einen Gehalt von 6-8 g Uran (W.Rüegg spricht besser von 5 g) pro m³, 500 m³ Boden also 3-4 kg Uran, Ihre 2000 m³ laut Clarke folglich 12-16 kg Uran.

      Und  ja, das ist selten. Vanadium, Zirconium, Strontium sind zum Beispiel einige 50-100 x häufiger.
      PM, Geologe

      • Herr Merbitz, Ihre Bauchschmerzen sind gerechtfertigt. Der mittlere Gehalt eines Stoffes in der Erdkruste ist unbekannt, sicherlich bei den seltenen Elementen. Daher auch eine Schwankungsbreite von (mindestens) plus-minus einer Größenordnung.

        Ich denke bei solchen Zahlen immer an die „Klimakatastrophe“ und an die mittlere Temperatur zwischen Sahara und Antarktis — Mittelwerte sagen nie etwas über Extreme aus. — Und hier in diesem Falle der mittleren Häufigkeit eines Elementes in der Erdkruste kann man wohl sagen, daß sich diese nicht bestimmen lässt, es fehlt die Tabelle mit allen Meßwerten, weil es diese NICHT gibt.

  3. „Es ist klug, das abgereicherte Uran aufzuheben, und nicht durch Geschosse wieder in der Umwelt zu verteilen,…“

    Es wäre noch wesentlich klüger, überhaupt nicht zu schießen! – Doch das bleibt wohl leider (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) auch in Zukunft eine Illusion.

    Auch die Klugheit deutscher Politiker hält sich bekanntlich leider in sehr engen Grenzen:

    – Vom Spitzenplatz bei der Nutzung der Kernenergie zum technischen Hinterwald mit dem i-Tüpfelchen einer Stilllegung der sichersten Kernkraftwerke der Welt!

    – die Rückkehr zur Zeit der Windmühlen, weil tausende von (angeblichen) „Spitzenwissenschaftlern mit Scheuklappen“ falsch addieren!

    – Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, damit in der wachsenden Weltbevölkerung der Hunger seine Chancen behalten kann.

    Das Märchen von der schädlichen Wirkung auch der geringsten Strahlung wird sorgsam gepflegt. – Niemand soll merken, dass er schon recht bald nach der Geburt auf weitere Mitwirkung hätte verzichten müsste wenn nicht das durch eine hinreichende Dosis gestärktes  „Reparatursystem“ die sekündlich im natürlichen Strahlenfeld des Planeten entstehenden Schäden an Körperzellen beseitigen würde. – Dabei sollte doch eigentlich jeder wissen, dass erst Impfung mit der Stärkung der Abwehr „bösen Bakterien“ die Petersilie verhagelt!

    • „Es wäre noch wesentlich klüger, überhaupt nicht zu schießen!“ Da kann man Ihnen nur zustimmen, zumal die Kriege des Westens sowohl gegen den Irak (Brutkastenlüge, Lüge über angebliche Massenvernichtungswaffen) als auch gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (Kosovo) auch unter Nutzung Propaganda und Desinformation begründet wurden. Beim der Befreiung Kuweits gab es aber immerhin ein UNO-Mandat, auf das die NATO bzw. die Willigen danach auch verzichteten. Die OSZE Kosovo Verification Mission, die bis zum Angriff der NATO die Situation im Kosovo beobachtete, konnte jedenfalls keine Belege für eine humanitäre Katastrophe oder Massenvertreibungen von Albanern durch serbisches Militär oder andere serbische Gruppierungen feststellen, wie sie u.a. von deutschen Politikern behauptet wurden. Hier der ausführliche Bericht. Deshalb gab es natürlich auch keine Legitimierung durch die UNO. Der Angriff war völkerrechtswidrig. Wenn unsere Politiker heute „mehr Verantwortung“ in der Welt wahrnehmen wollen, kann es einen deshalb nur schaudern.

      Es existieren mehrere Studien, welche die Ungefährlichkeit von Munition aus abgereichertem Uran für Soldaten, Bevölkerung und Umwelt behaupten. Auftraggeber war zum Teil auch das Verteidigungsministerium, wie z.B. hier oder hier. Diese Berichte liefern jedoch keine Erklärungen für die deutlich angestiegenen Krebsraten unter der Bevölkerung in Gebieten, in denen Uranmunition eingesetzt worden ist. Diese Anstiege sind derartig signifikant, dass sie nicht ignoriert werden können. Auch unter italienischen Soldaten, die auf dem Balkan in direkten Kontakt mit Uranmunition kamen, entwickelten sich zuvor unbekannte Krankheiten, vor allem Leukämie, die in vielen Fällen zum frühzeitigen Tod der Betroffenen führte. Es bürgerte sich dafür der Begriff „Balkan-Syndrom“ ein. Ein italienisches Gericht erkannte inzwischen den Zusammenhang von Uranmunition und derartigen Todesfällen an. In den USA ist es ähnlich. „Ehemalige Soldaten der US-Armee machen die Munition für das „Golf-Kriegs-Syndrom“ verantwortlich, eine rätselhaften Krankheit, unter der tausende Veteranen des US-geführten Krieges gegen den Irak 1991 leiden.

      Irakische Wissenschaftler berichten, die Krebsrate bei Kindern habe sich zwischen 1991 und 1999 fast verdreifacht. Erkrankten 1991 4 von 100.000 Kindern an Krebs waren es 1999 11. Die Leukämierate sei zwischen 1990 und 1997 um 60 Prozent angestiegen, erklärten sie bei einer Konferenz in Bagdad Ende März.“ (Quelle hier) Viele Kinder sterben an Missbildungen schon bei der Geburt, andere erkranken an Leukämie, nachdem sie auf Panzerwracks gespielt haben. (Quelle hier)

      In Serbien „ist die Rate an Krebspatienten, besonders die der Leukämiefälle, fünfmal so hoch wie vor dem Angriff, mit rund 33,000 Fällen pro Jahr.“ (Quelle hier)

      Der Autor Lutz Niemann hat schon viele interessante Artikel zur Wirkung von ionisierender Strahlung geschrieben. Es steht für mich auch außer Frage, dass ein bestimmtes niedriges Strahlenniveau gesundheitsfördernd ist. Die Wirkung von radioaktiven Stäuben, die sich auf die menschliche Haut legen können oder eingeatmet werden, unterschätzt er m.E. gravierend. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass britische Soldaten das Golfkriegssyndrom erst seit dem Kuweit-Krieg kennen. Nach vorausgegangenen Konflikten gab es die entsprechenden Krankheitsbilder nicht in diesem massenhaften Auftreten, auch nicht unter den Teilnehmern des Falklandkrieges oder der Einsätze in Nordirland, wo eben kein abgereichertes Uran eingesetzt wurde. (Quelle hier)

       

      • Herr Lange, ich denke Sie haben sich hinsichtlich der Krebs- und Missbildungsraten einen Ökobären aufbinden lassen.

        Die Ökologen argumentieren gerne, wenn sie sich überhaupt die Mühe machen und die Zahlen nicht durch Gedankenschöpfung generieren mit solchen speziellen „Statistiken“. Dabei werden die örtlichen und zeitlichen Begrenzungen gerne so gewählt dass das gewünschte Ergebnis zustande kommt. Beispiel: Kinderkrebsstudien.

        Wenn in einem Jahr 1 Mensch aus Bremen im Samstagslotto einen 6er gewinnt, könnte man behaupten dass Bremer 4 x häufiger im Samstagslotto gewinnen als Menschen aus anderen Bundesländern….

        Ich nehme an, Ihnen ist bewusst, dass die letzte Aussage falsch ist. Der Grund liegt in der statistischen Streuung. Bei seltenen Ereignissen können Ergebnisse weit ab vom Mittelwert auftreten. Um eine Signifikanz der Aussage herzustellen muss der Vertrauensbereich errechnet werden.

        Pflanzen und niedrige Lebewesen vertragen sehr viel höhere Dosen ionisierender Strahlung als Säugetiere und Vögel. Deshalb kann man mit radioaktiver Strahlung bei solchen in der Pflanzenzucht bewusst Mutationen herbeiführen. Säugetiere leben lang und vertragen nur sehr geringe Strahlendosen. Die radioaktiven Expositionen die Krebs hervorrufen liegen weit unter denen die Missbildungen hervorrufen. Die Menschen sterben üblichermassen bei niedrigeren Stahlenexpositionen als solchen die signifikant höhere Missbildungen hervorrufen. Deshalb sind die Missbildunsgeschichten in den Qualitätsmedien regelmässig der Phantasie der Autoren geschuldet.

        Holger Narrog

         

         

        • Im Irak sind die zehnfachen Krebsraten und die zwanzigfachen Raten an Missbildungen bei Kindern nach dem Krieg im Gebiet Basra signifikant und nicht mit einem statistischen Rauschen oder „statistischer Streuung“ zu erklären. Im unten verlinkten Video wird auch dokumentiert, wie z.B. das Militär versuchte, unliebsame Untersuchungen zu behindern.

          Ich empfehle Ihnen diesen Bericht aus dem Spiegel und diesen Film unter Mitwirkung von Prof. Siegwart-Horst Günther, der lange Jahre selbst im Irak lebte und lehrte.

        • Mit der Strahlenangst wird Politik gemacht, zum Nachteil der Menschen. Man hatte auch immer nur um die Häufung von Leukämiefällen bei Krümmel berichtet, die Häufung bei Sittensen (auch in Nds) wurde so gut wie nie genannt, denn dort befindet sich kein KKW in der Nähe.

          • Krümmel scheint mir bei dem Thema wenig relevant. Bei einer Bevölkerung in der Elbmarsch von etwa 8.000 Personen traten über einen Zeitraum von 17 Jahren 19 Leukämiefälle bei Kindern auf, wovon vier verstarben. Erhöhte Radioaktivität konnte nicht gemessen werden. Nach dem statistischen Mittel hätten es jedoch nur vier oder fünf Erkrankungen sein dürfen. Die betroffene Population ist extrem klein, so dass statistische Aussagen eine hohe Unsicherheit aufweisen, siehe dazu auch hier und hier.

            Im Irak haben wir es dagegen mit Orten zu tun, an denen deutlich erhöhte Radioaktivität gemessen wurde (siehe oben) und die jeweilige Bevölkerung, wie z.B. in Basra deutlich zahlreicher ist als 1 Million, darunter allein in Basra über 500.000 Kinder. Die Studie zu den Leukämiefällen in Basra zwischen 1993 und 2007 finden Sie hier.

            Dass die Situation in Krümmel kaum mit der im Irak vergleichbar ist, offenbart auch dieser Augenzeugenbericht: „Der Besuch in der Uni-Geburtsklinik von Basra war für mich ein Blick in die Hölle. Ich haben Babys gesehen, die man nicht mehr als menschliche Wesen erkennen konnte. Mit monströsen Hinterköpfen, mit einem Hautsack am Rücken, der die inneren Organe enthielt. Sie hatten keine Arme, keine Beine, keine Nase oder nur ein Auge in der Mitte. Davon träume ich heute noch. Die Frauen von Falludschah, einer irakischen Stadt, die im Frühjahr 2004 hart umkämpft war, weigern sich heute, Kinder zu bekommen – aus Angst vor Missgeburten. Die Mütter fragen dort nach der Geburt nicht mehr danach, ob ihr Kind ein Junge oder ein Mädchen ist. Sie wollen wissen, ob ihr Baby Strahlenschäden hat oder nicht.“

            Hier noch eine TV-Dokumentation des Bayerischen Rundfunks zum Thema.

      • @ Reinhard Lange

        „…nachdem sie auf Panzerwracks gespielt haben. (Quelle hier…)“
        Bitte die quelle verlinken. Hier fehlt es.

        • Sorry, sehe gerade Ihre Bitte und finde im Augenblick nicht die Quelle, die ich gestern im Auge hatte. Es gibt aber mehrere Quellen, die von spielenden Kindern auf stark verstrahltem Kriegsschrott berichten, z.B. hier:
          Spielende Kinder auf strahlenden Panzern
          „An einer Stelle waren die Messwerte so hoch, dass unsere Instrumente Alarm schlugen und von einer weiteren Annäherung warnten“, sagte UMRC-Vizedirektor Tedd Weymann der britischen Zeitung „The Observer“. „Auf den Panzern spielten zur gleichen Zeit Kinder.“ Zeugen hätten berichtet, dass britische Soldaten nach den Kampfhandlungen das Schlachtfeld von Abu Khasib inspiziert hätten – eingehüllt in Strahlenschutzkleidung. Übersetzer hätten die Bevölkerung davor gewarnt, den Panzerwracks zu nahe zu kommen.

          • Ergänzung. Augenzeugenbericht:
            „Begleitet haben wir auf dieser Reise zum einen den deutschen Arzt und Wissenschaftler, Professor Dr. Siegwart-Horst Günther, der 40 Jahre als Arzt und Epidemiologe im Nahen Osten gearbeitet hatte, fünf Jahre davon allein in Bagdad. Zum anderen fuhr Tedd Weyman, Vizedirektor des in Kanada ansässigen „Uranium Medical Research Centre“ (UMRC) mit uns. Beide Männer wollten einige Hauptschauplätze des letzten Irakkrieges hinsichtlich der eingesetzten Uranmunition untersuchen und wir wollten sie mit unserer Kamera begleiten.

            Prof. Dr. Günther waren im Irak schon 1991/92 zum ersten Mal neue Krankheitsbilder, besonders bei Kindern aufgefallen, die er vorher dort nie gesehen hatte. Er diagnostizierte damals als erster, dass es Zusammenhänge geben musste, zwischen abgebrannten Urangeschossen, mit denen Kinder wochenlang gespielt hatten und ihrem kurz darauf erfolgtem Leukämietod und anderen Nieren- und Lebererkrankungen, an denen Kinder plötzlich starben. Diese Beobachtungen und seine Diagnose, dass diese tödlichen Erkrankungen von den abgebrannten Urangeschossen herrühren könnten, veröffentlichte er im Herbst 1991 erstmals im „Neuen Deutschland“. Andere Zeitungen wollten seine Erkenntnisse damals nicht drucken.Feldforscher Tedd Weyman von UMRC hatte schon mit seinen Aktionen in Ex-Jugoslawien und in Afghanistan für Aufsehen gesorgt und dort unerklärte Krankheiten in Verbindung mit der DU-Munition gebracht. Nun wollte er für UMRC auch hier im Irak nach dem neuen Kriegsolche Erkenntnisse erhärten.

            Auf diesem ehemaligen Schlachtfeld bei Abu Khasib haben wir an verschiedenen Stellen eine um das 200-fache höhere Radioaktivität gemessen, als die allgemein übliche, natürliche Strahlung. An einzelnen Panzerwracks schlug unser Geigerzähler so hoch aus, dass keine exakte Messung mehr möglich war, weil der Zeiger, wie festgeklebt, am Ende der Skala hängen blieb und der Zähler einen höchst schrillen Dauerton abgab. Die Radioaktivität betrug an den Einschusslöchern dieser Panzer über das 20.000-fache der natürlichen Strahlung. Immer wieder haben wir auf diesen Panzern Kinder und Jugendliche gesehen, die auch hier versucht haben aus diesen Wracks wertvolle Metallteile auszubauen, um sie für ein paar Dinar bei den Schrotthändlern zu verkaufen.
            Auch diese Jugendliche riskieren ständig ihre Gesundheit. Denn bei jedem Schritt und jedem kleinsten Windstoß werden Uranoxidpartikelchen aufgewirbelt und wer sie einatmet ist auf das höchste gefährdet. Denn über die Lunge können sie ins Blut gelangen, sich in den Knochen und im Gewebe festsetzen und dort trotz ihrer Niedrigstrahlung gesunde Körperzellen zu Krebszellen werden lassen.

            Krebs und Missgeburten im Mutter-Kind-Krankenhaus

             
            Welche schreckliche Konsequenzen das hat, konnten wir mit Prof. Günther im „Mutter-Kind-Krankenhaus“ in Basra einen Tag später sehen. Dort sterben inzwischen 80 Prozent der Leukämie- und krebskranken Kinder an ihren Erkrankungen und alle Kinder, die wir dort gesehen haben, waren drei Tage später tot.

          • Uran ist ein alpha-Strahler, die Strahlung hat eine Reichweite von 5cm in Luft. Man müßte also mit dem Meßgerät die festen Oberflächen direkt abgesucht haben, denn Uran mit spez. Gewicht 20 fliegt nicht in der Luft herum (CO2 mit doppeltem spez.Gewicht wie Luft sammelt sich auf dem Boden von Gärkellern und auf dem Boden von Höhlen). Und  DE-Uran strahlt mit 15kBq/g, und das nach allen Seiten, also müßte dort schon Uran in einer Menge im Berich von Gramm vorhanden gewesen sein.

            Heute werden zur Durchsetzung von Deutschlands Untergang schon lügen massenweise benutzt. GLAUBEN sollte man in der KIrche, sonst ist immer kritisches Nachfragen erforderlich, gerade bei Themen, die in die Politi geraten sind (Strahlung, KLima, Feinstaub, Glyphosat, NO2, Ozon, Waldsterben, Nitrat…).

        • Hallo Herr Balint,

          auch wenn jemand ab und zu auf einem Panzerwrack spielt dass von einer Granate aus abgereichertem Uran getroffen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit Krebs zu bekommen nicht erhöht.

          Statistisch lässt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken ab 0,1 Sv/Jahr nachweisen. Abgereichertes Uran ist sehr reines 238U. Dieses hat eine Halbwertzeit von Milliarden Jahre und strahlt nicht wesentlich mehr als Molybdän, oder 40K  (Kalium) das Sie in Ihrem Körper herumtragen. Die wesentlich stärker strahlenden Zerfallsprodukte wurden bei der Verarbeitung abgetrennt.

          In einem weitgehend auf Fantasie beruhenden Ökopropagandafilm hat man ein Messgerät neben das Einschussloch gehalten und dieses zeigte ein paar ySv/h an. Das könnte ein Anhaltspunkt für eine mögliche Exposition sein.

          Holger Narrog

      • Hallo Herr Lange,

        in Deutschland haben die Besatzungsmächte auf ihren Übungsplätzen im Lauf der Jahre ein Vielfaches an Panzergranaten verschossen als im Irak, oder Jugoslawien. Zu meiner Zeit bei der Bundeswehr standen auf gemeinsamen (US,DE) Übungsplätzen zahlreiche zu Übungszwecken zerschossene alte Panzer. Ich erinnere mich an M24 und M47 die auch von Panzergranaten getroffen waren (grössere Einschusslöcher als Panzerfaust). Ich weiss nicht ob diese immer noch dort stehen ansonsten können Sie dort die Strahlung messen. Da 238U eine Hwz von Milliarden Jahren aufweist sollte die Strahlung noch dieselbe sein.

        Holger Narrog

         

        • Dass auf deutschen Truppenübungsplätzen viel Uranmunition verschossen wurde, glaube ich nicht. Die NVA hatte vermutlich entsprechende Granaten. Über ihren Einsatz ist mir nichts bekannt. Ebenso gibt es keine Informationen darüber, dass Russen oder Amerikaner in Deutschland mit Uranmunition geübt hätten. Die Bundeswehr hatte allerdings 1983 testweise 50-60 Urangranaten bei Munster verschossen. Bekannt wurde das nur durch einen Soldaten, welcher daran teilgenommen hatte und danach an Krebs erkrankte. Er und Kameraden hatten Beweise gesichert. Es konnten sowohl daran als auch in seinem Körper Spuren von Uran 238, Plutonium und Uran 236 festgestellt werden.

          Hier dazu ein offener Brief eines Fernsehjournalisten und Grimme-Preisträgers an Frau von der Leyen, der den Fall des Soldaten dokumentiert hatte und auch, wie die Bundeswehr versuchte, das Gericht zu täuschen.

          • Hallo Herr Lange,

            Panzergranaten aus abgereichertem Uran sind ideal. Hohe Dichte und die pyrophore Wirkung übertreffen die Wirkung von Wolfram. Seit den 60er Jahren stehen aus der Bombenproduktion und später aus der zivilen Nutzung grosse Mengen abgereicherten Urans zur Verfügung. Dieses wurde/wird?  z.B. in F in Farben und Glasuren verarbeitet. Dieses wurde/wird? als Ausgleichgewicht in Flugzeugen und Segelyachten verwendet. Man konnte/kann? in Frankreich als Privatperson kaufen.

            Mindestens seit den 70er Jahren wird abgereichertes Uran für Panzergranaten genutzt. Insofern wird ein grosser Teil der auf den deutschen Übungsplätzen von den UDSSR, USA, F und GB  verschossenen Panzergranaten wahrscheinlich DU Munition enthalten haben.

            Holger Narrog

             

             

             

      • Lieber Hr. Lange,

        Sie schreiben über „auf Panzern spielende Kinder“ und schwenken dann zum Krankenhaus mit den von Geburt an geschädigtern Kleinkindern, die massenweise an vorgeblichen Strahlenschäden versterben. Mir kommt das recht suspekt vor. Die werdenden Mütter sind doch bestimmt nicht auf den Panzerwracks herumgeklettert. In diesen Gegenden der Welt sind die Frauen meist zuhause und nicht auf ehemaligen Schlachtfeldern. Es gibt ausserdem nicht nur Uran und seine Strahlung als mögliche Risikofaktoren. Mir scheint es nicht so, als ob wir es bei den von Ihnen zitierten Quellen mit wissenschaftlich sauber dokumentierten Analysen zu tun hätten. Auch Professoren irren, wie wir bei Schellnhuber und Rahmsdorf ständig vorgeführt bekommen, und  das „Uranium Medical Research Centre“ (UMRC)“ ist eine parteiische NGO, die auf Spenden aus ist. Ihr Engagement in Ehren, aber ich fürchte, Sie sind da den von grüner Seite so gern verbreiteten Horrorstories und Verschwörungstheorien aufgesessen.

        Mfg

  4. In den Leitmedien herrscht Panik, die Verkaufszahlen sinken ständig – siehe Artikel in Tichys Einblicke. Deshalb werden die Töne schriller, man versucht per Panikbotschaften Klicks online oder Verkaufszahlen der Print-Versionen zu generieren. Klima, Atomstrahlen, Trump, 3. Weltkrieg, alles wird bis zum platzen aufgeblasen um noch ein paar Doofe zu finden die dafür zahlen….

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