Bild, Diesel, manipulierte Daten und die Wut der Leser

Bild Schlagzeile vom 11.3.18

von Holger Douglas
Zum nächsten Konflikt mit der DUH könnte es in Düsseldorf kommen, wo der neue CDU-Ministerpräsident Armin Laschet Dieselfahrverbote notfalls mit seinem Weisungsrecht verhindern will.


 Jetzt wird es also ernst. Jetzt schlägt auch die Bild-Zeitung zu: „Kein einziger Diesel-Toter wirklich nachweisbar“ schreibt sie in dicken Lettern ziemlich genervt von den Märchen Maria Krautzbergers, der Noch-Präsidentin des Umweltbundesamtes.

Jetzt fällt auch Bild der himmelschreiende Unsinn auf, den das Umweltbundesamt verbreitet. Das ist bekanntlich mit der Zahl von 6.000 Toten pro Jahr an die Öffentlichkeit getreten, die durch Stickoxidemissionen der Dieselfahrzeuge vorzeitig sterben würden. Fast alle Medien verbreiteten die Schreckensnachricht kritiklos und legten sogar noch drauf wie die Frankfurter Rundschau: „Auch Krankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schlaganfälle und Asthma stehen laut der Studie im Zusammenhang mit der Reizgas-Konzentration. So seien acht Prozent der Erkrankungen mit Diabetes mellitus in Deutschland 2014 auf Stickstoffdioxid in der Außenluft zurückzuführen: ‚Dies entspricht etwa 437.000 Krankheitsfällen‘, sagte Myriam Tobollik, Gesundheitswissenschaftlerin des Umweltbundesamtes.“

Die „Gesundheitswissenschaftlerin“ hat wohl mal auf ihrem Computer zu viel rumgespielt, heraus fielen die 6.000 Todesfälle, und damit ruinierte sie endgültig den Ruf dieses 1.500 Mitarbeiter großen Behördenmolochs.

Bild weiter: „Tatsächlich kann man keinen einzigen Toten klar dem Abgas von Dieseln zuschreiben“ und zitiert Prof. Dr. Joachim Heinrich von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): „Ist eine Person an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gestorben, kann dies nicht eindeutig etwa auf eine Belastung mit Stickstoffdioxid zurückgeführt werden.“

 

Bild kommentiert: „Wenn man etwas nicht genau weiß, ist es besser, nichts zu sagen – Diesel-Tote für politische Zwecke zu erfinden, ist krank!“ Bild drückt die Wut seiner Leser aus, die ihrerseits mit erheblichen Wertverlusten ihrer Diesel-Fahrzeuge aufgrund solcher Horrordiskussionen zu kämpfen haben:G. Lauterbach, Alsterbach-Hähnlein (Hessen)
„Der wahre Betrug geschieht nicht nur in Wolfsburg, sondern bei den Umweltverbänden und Ministerien, die nur so mit falschen und nicht bewiesenen Behauptungen um sich schmeißen.“

S. Stulle, Steinheim a. d. Murr (Baden-Württemberg)
„Die unverantwortliche Aussage des Umweltbundesamtes (angeblich 6000 Tote wegen Stickoxid) ist ein Skandal! Die Präsidentin des UBA sollte wegen Desinformation ihren Hut nehmen!“

Wolfgang Bügener, Oberhausen (NRW)
„Es ist doch eigenartig, wie unsere Politiker ihre Wähler veräppeln und belügen. Sie halten sich noch nicht einmal, wenn auch nur vor statistischen, Toten zurück.“

Bild ruft sogar dazu auf, stolz auf den Diesel als effektiver und sparsamer Antrieb zu sein und zitiert (was TE schon seit langem macht) aus den Statistiken des Umweltbundesamtes: „Der Ausstoß von Stickoxiden (und dazu zählen auch Industrie, Schiffe usw.) ist bundesweit von 2,9 Millionen Tonnen im Jahr 1990 auf 1,2 Millionen Tonnen 2015 gesunken – Tendenz weiter sinkend.“

Solche staatlichen Horrormeldungen bilden auch die geeignete Geschäftsgrundlage für die windigen Geschäftemacher der Deutschen Umwelthilfe. Die berufen sich formal auf Grenzwerte, die, wie sich im Falle Stuttgarts herausstellt, gerade mal an drei Tagen um einen geringen Betrag überschritten wurden. Die generellen Kurven weisen seit 25 Jahren stetig nach unten, die Luft in unseren Städten wird immer besser. Dies, obwohl die Position der Messstationen heftig in die Kritik geraten ist. Steht die Messstelle dicht am Straßenrand oder eher weiter entfernt? Das hat erheblichen Einfluß auf die gemessenen Werte.Bild findet auch deutliche Worte zum dubiosen Abmahnverein Deutsche Umwelthilfe:
„Ein Abmahnverein, der Geld damit verdient, Rechnungen für nicht eingehaltene Vorschriften zu schreiben. Natürlich ist das nicht verboten. Aber Jürgen Resch, der Vorsitzende, der für eine Taxistudie von Toyota finanziell unterstützt wird (und einen von Toyota bezahlten Hybrid-Prius fährt), kämpft nicht für bedrohte Vögel, sondern gegen den Diesel. Hat Toyota das nötig, ein Weltkonzern, der in Europa mehr als eine Million Autos verkauft, der gefeierte Schrittmacher für Hybrid-Fahrzeuge, der zuletzt aber nur noch 13 Prozent Diesel verkaufte?“

Zum nächsten Konflikt könnte es in Düsseldorf kommen, wo der neue CDU-Ministerpräsident Armin Laschet Dieselfahrverbote notfalls mit seinem Weisungsrecht verhindern will. Er hält Diesel-Fahrverbote für unverhältnismäßig und somit rechtswidrig. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte bei seinem Urteil, ob Städte Fahrverbote verhängen dürften, auf die zu prüfende Verhältnismäßigkeit hingewiesen. Die Deutsche Umwelthilfe hält das für einen Rechtsbruch und droht mit einem erneuten Gang vor Gericht.

 

Auch keine Frage: Luftkurorte sind Hauptverkehrsadern in den Städten nicht. Hier wären die Stadtverwaltungen gefragt, für flüssigeren Verkehr zu sorgen. Der vermindert die Luftbelastung. Tempo 30 sorgt für zusätzliche Abgase, denn die Motoren müssen dann meist in einem anderen Gang höher drehen. Die Stadtverwaltungen machen in der Praxis das Gegenteil. Der ehemalige Wiener Verkehrsplaner Hermann Knoflacher hat jetzt in einem Spiegel-Interview offen die Schikanen für Autofahrer zugegeben: „Wir haben die Autofahrer genervt. Wir haben Straßen verengt und systematisch Stau erzeugt.“Der Spiegel wundert sich: „Herr Knoflacher, haben die Deutschen ein gestörtes Verhältnis zum Auto?
Knoflacher: Die Deutschen sind extrem. Es gibt immer noch kein allgemeines Tempolimit, die Autoindustrie darf ja fast alles machen, was sie will. Das Auto tötet Menschen – und erst ein Gericht ist in der Lage, diesen Wahnsinn zu stoppen. Das Problem liegt aber tiefer. Nicht der Deutsche ist irre, was das Auto angeht, es ist der Mensch überhaupt.“

Koflacher beschreibt wohl nach einem kräftigen Besuch beim Heurigen in Wien seine merkwürdige Sicht des grünen „Verkehrswissenschaftlers“: „Der Autofahrer hat mit einem Menschen, der zu Fuß geht, weniger gemeinsam als ein Mensch mit einem Insekt. Kein Insekt würde den Lebensraum seiner Nachkommen selbst systematisch vergiften. Der Autofahrer tut das.“ Demnach werde der Autofahrer erst wieder zum Menschen, wenn er aus dem Auto steigt.

Anstelle von flüssigem Verkehr mit entsprechend geringerer Belastung der Luft zu sorgen, schaffen sie Chaos, Baustellen und lassen Straßen und Brücken verwahrlosen. Ob sie sich dafür besonders anstrengen müssen, kann man sehr bezweifeln.

Der Beitrag erschien zuerst bei Tichys Einblick hier

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14 Kommentare

  1. Aus dem schönen Land Bayern stammt nun die Aufklärung, woher all der Feinstaub kommt, der von korrupten Politikern und rotgrünen Umweltfaschisten den Dieselfahrzeugen (und danach allen anderen Verbrennern) lauthals zugeschrieben wird:

    https://tinyurl.com/y7o37tmr

      • @Martin Frank,

        an Ihrer Stelle würde ich es erst mal mit Lesen versuchen, statt wie ein Forentroll zu prollen. Wenn Sie die bayerischen Meßwerte konkret widerlegen können, dann melden Sie sich wieder.

  2. Heute habe ich wieder zwei Dinge an einer Stelle in Berlin erlebt. Da fuhr gerade ein großer Diesel-LKW. Die Luft sah aus wie auf den üblichen Pressefotos aus Peking. Ganz schön staubig. Unsere statistischen Umweltforscher werden es dem Diesel-LKW zuschieben, wenn dort eine Messstation ist. Es war aber der Umbau eines Gebäudes. Wir wollen ja wieder eine Immobilienblase.  Man hat dort aber nur eine Menge trockenen Bauschutt in Container gefüllt.

    Und dann kam das nächste Ereignis. Der LKW musste auf der zweispurigen Straße stehen bleiben, weil hinter ihm die Feuerwahr mit Sirene und Blitzlicht kam. Die Feuerwehr wollte den stehenden LKW überholen und musste auf der Gegenspur abbremsen. Dort kam denen in der Mitte der Spur ein anderes Fahrzeug entgegen. Das wollte nicht abbremsen und auch nicht an den Straßenrand mal kurz abbiegen. Dieses Fahrzeug war ein nachhaltiger Radfahrer. Solchen Mist habe ich in den vergangenen Jahren mehrfach beobachtet. Verkehrsregeln kennen die nicht und in der Presse werden die Unfallursachen auch immer nur noch den Autos zugeschoben.

  3. „rechnerisch wurde die Lebenszeit jedes Menschen durch Feinstaub um knapp 2,2 Tage verkürzt.“

    Stimmt nicht. Im Gegenteil! Je mehr die Gesellschaft motorisiert ist, um so höher ist die Lebenserwartung.

  4.  
    Der Deutsche ist krankhafter Opportunist und von Natur aus neidisch.
    Eine klammheimliche Freude kommt auf, wenn man seinen Mitmenschen Schaden zufügen durfte.
    Wer gestern über den Umweltplaketten‑Schwachsinn geschimpft hat, sich einen neuen Diesel, mit der Eigenschaft eine blaue Plakette kleben zu dürfen, zugelegt hat, schimpft heute über die alten schmutzigen Kfz.
    Ein gutes Beispiel für diesen klammheimlichen Sadismus ist schon die Planung von Kreisverkehren. Weil es ja ganz böse, böse sein soll, zu weit in der Mitte zu fahren, werden die Begrenzungen zur Kreismitte mit scharfen Kanten versehen, denn Strafe muss sein und es ist eine Freude, wenn sich da jemand die Autoreifen zerstört.
    Ja, ja, so ist er, der Deutsche.
    Dieser kleine fiese Sadismus verhindert sogar die Erkenntnis, wenn man sich selbst Schaden zufügt.
     

  5. EEG/Energiewende/CO2 Verbot…er kommt die Lüge (Energie wenden zu können), dann der Selbstbetrug (marktfeinldiche Gesetze wie EEG und „CO2“-Energieeinsparverordnung) danach kommt der Mangel (immer weniger Energie/Mobiliät/technische Hilfsmittel zu immer höheren Preisen) und zum Schluss bleibt die Armut (der tägliche Überlebenskampf in einen Tagelöhner und Bauerstaat bzw. von Jägern und Sammlern).

  6. Die Leser brauchen gar nicht wütend sein, sie haben doch selber die Altparteien gewählt und unterstützen die mainstream-Medien. Es genügt, eine jüngere Ausgabe der Autobild oder der Auto Motor & Sport aufzuschlagen, um zu sehen, wie selbst die Auto-Presse bzgl. Energiewende indoktriniert. Aber, es tut den Deutschen wohl noch nicht genug weh, daher lache ich mich über die Dämlichkeit kaputt.

    • „Die Leser brauchen gar nicht wütend sein, sie haben doch selber die Altparteien gewählt und unterstützen die mainstream-Medien. Es genügt, eine jüngere Ausgabe der Autobild oder der Auto Motor & Sport aufzuschlagen, um zu sehen, wie selbst die Auto-Presse bzgl. Energiewende indoktriniert. Aber, es tut den Deutschen wohl noch nicht genug weh, daher lache ich mich über die Dämlichkeit kaputt.“

      So ist es!

      Die Deutschen sind das blödeste Volk auf diesem Planeten.

      Sie verlieren unter finanziellen Aspekten alle 10 Jahre einen Weltkrieg!

  7. „Und für diese Grüne Ideologie sind wir gerade dabei 16 Millionen Besitzer von Diesel-Fahrzeugen zu enteignen. Schaden geschätzt 240 Milliarden Euro. Das ist der größte Grüne Raub am Bürger der Geschichte.“

    Jo!

    Aber die „Energiewende“ mit ein paar Billionen, so sie bis zum bitteren Ende durchgezogen wird, ist auch nicht zu verachten.

    Wobei ich mich weniger über die sog. „Grünen“ aufrege – Deppen gab und gibt es zu allen Zeiten – sondern über all die Blödis, die ihr Kreuzchen immer noch an gleicher Stelle machen.

  8. Egal ob bei Autobahnbaustellen, innerstädtischer Verkehrsberuhigung, dauerroten Ampelfolgen, verwirrenden Einbahnstaßenregelungen und restriktiver Parkplatzbewirtschaftung, Einwohnerparkregelungen, die tagsüber für Anwohner reservieren und abends frei sind, ich habe immer den Eindruck, dass auch in allen deutschen Ämtern kleine „Wiener Hermann Knoflacher“ als „Verkehrsverhinderungsplaner“  sitzen, die ihren Lebenszweck darin sehen, sich zu überlegen, wie sie den Autofahrer nerven können. Wie sie Sand ins Verkehrsgetriebe streuen könne, wie sie systematisch Staus erzeugen können. Die klammheimliche Freude kann ich mir vorstellen. Und fürstlich bezahlen muss ich die auch noch für ihre Subversivität. Der Rot/Grüne Marsch durch die Institutionen zeigt überall Wirkung.

    Und dann rätseln ganze Talkrunden darüber, die ich auch bezahlen muss, woher das Phänomen Wutbürger kommt.

    Und zu den ganzen Statistik-Toten sei noch angemerkt. Meist lassen unsere Grünen Meinungsmacher in den Qualitätsmedien das Wörtchen „vorzeitig“ einfach weg. Und was „vorzeitig“ bedeutet, hat der Focus mal berichtet:

    “Eine Studie des Umweltbundesamtes sagt, rechnerisch wurde die Lebenszeit jedes Menschen durch Feinstaub um knapp 2,2 Tage verkürzt.“

    2,2 Tage, das muss man sich mal vorstellen. Das haben die mit ihren Modellen ganz genau berechnet, stundengenau sozusagen.

    Professor Martin Hetzel, Cheffarzt der Klinik für Pneumologie in Stuttgart kann sich über diese Zahlen ziemlich aufregen, berichtet der Fokus. Regelmäßig wird in diesen Studien versäumt, andere Störfaktoren zu berücksichtigen. So entstehen Zufallsergebnisse, mit denen theoretisch auch bewiesen werden könnte, „dass es sich mit Feinstaub und Stickoxid gesünder lebt als ohne“. Rein statistisch meint er damit. Weiter schreibt der Focus, „Grenzwerte, wie sie die Weltgesundheitsorganisation oder die EU festsetzen, sind immer auch ideologisch“.

    Und für diese Grüne Ideologie sind wir gerade dabei 16 Millionen Besitzer von Diesel-Fahrzeugen zu enteignen. Schaden geschätzt 240 Milliarden Euro. Das ist der größte Grüne Raub am Bürger der Geschichte.

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