Und noch eine Schätzung einer sehr geringen Klima-Sensitivität

Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Patrick J. Michaels und Paul C. „Chip“ Knappenberger
Der Global Science Report ist ein wöchentlicher Beitrag des Center for the Study of Science, in welchem wir ein oder zwei wichtige neue Dinge in der wissenschaftlichen Literatur oder den öffentlichen Medien ansprechen.


Wie versprochen schreiben wir hier etwas über eine weitere veröffentlichte Schätzung der Gleichgewichts-Klimasensitivität der Erde, welche am unteren Ende der vom IPCC genannten Bandbreite der Möglichkeiten liegt.

Man erinnere sich, dass die Gleichgewichts-Klimasensitivität bestimmt, wie stark die Temperatur der Erde steigen wird bei einer Verdoppelung der vorindustriellen atmosphärischen CO2-Konzentration. Als solcher ist es möglicherweise DER wichtigste Faktor bei der Entscheidung, ob wir „etwas tun müssen“, um einen zukünftigen Klimawandel abzuschwächen. Geringere Sensitivität bedeutet geringere Dringlichkeit, und falls die Sensitivität gering genug ist, ergeben sich aus CO2-Emissionen insgesamt nur Vorteile.

Und trotz der allgemeinen Behauptung, dass „die Wissenschaft settled“ sei, wenn es um die globale Erwärmung geht, erfahren wir immer noch täglich mehr über das komplexe Klimasystem der Erde – und je mehr wir erfahren, umso schwächer scheint die Reaktion der Temperatur auf menschliche CO2-Emissionen zu sein.

Die jüngste Studie, in der eine geringe Klimasensitivität berechnet wird, stammt von dem unabhängigen Wissenschaftler Nic Lewis. Die Veröffentlichung der Studie im Journal of Climate ist geplant. Lewis‘ Studie ist eine mathematisch ziemlich komplizierte Reanalyse einer früheren, ebenfalls mathematisch komplizierten Analyse, welche die gemesse globale Temperaturänderung in Übereinstimmung bringt mit der simulierten Temperaturänderung eines einfachen Klimamodells mit einem konfigurierbaren Satz von Parametern, deren tatsächliche Werte weitgehend unbekannt sind, die aber in Modellsimulationen eingehen können: Indem man die Werte dieser Parameter in den Modellen variiert und dann schaut, wie gut die sich ergebende Temperatur zu den Beobachtungen passt, kann man Hinweise darauf bekommen, welches die Werte dieser Parameter in der realen Welt sind. Und der am meisten interessierende Parameter ist die Gleichgewichts-Klimasensitivität. Lewis‘ Studie enthält auch zusätzliche Modelljahre und zusätzliche Jahre mit Messungen einschließlich vieler Jahre während des gegenwärtigen Temperatur-„Stillstandes“.

Wir haben nun etwas in ähnlichem Stil gemacht und es bereits im Jahre 2002 veröffentlicht. Wir waren damals zu dem gleichen Ergebnis gekommen wie Lewis heute: eine substantiell geringere Erwärmung. Wir wurden angemessen „belohnt“ ob unserer Bemühungen seitens der Klimagate-Mafia. Diese hatte versucht, 1) die Studie zurückzuziehen, 2) die Herausgeber zu feuern – nicht nur von dem Journal, sondern gleich von der Auckland University und 3) eine Nachuntersuchung anzustrengen meines (Michaels) PhD von der University of Wisconsin.

Lewis folgert, dass die mittlere Schätzung der Gleichgewichts-Klimasensitivität 1,6°C beträgt

mit einer Bandbreite von 90% zwischen 1,0°C und 3,0°C. (Das ist fast genau der gleiche Wert, zu dem wir vor 11 Jahren gekommen waren).

Auf der Grundlage dieses Ergebnisses heißen wir die Studie von Lewis (2013) auf der wachsenden Liste von Ergebnissen willkommen, welche in der wissenschaftlichen Literatur seit dem Jahr 2010 veröffentlicht worden waren und die eine Klimasensitivität am unteren Ende der vom IPCC genannten Bandbreite zeigen. Gott weiß, welche Inhalte die Climategaters jetzt austauschen.

Abbildung 1 illustriert alle neuen Ergebnisse ebenso wie die vom IPCC genannten Werte:

Man beachte besonders die neuen Ergebnisse (und deren Mittel) in Relation zu dem schwarzen Balken oben mit der Bezeichnung „IPCC AR5 Climate Models”. Von den 19 hypermodernen Klimamodellen, welche in den neuesten, noch im Entwurfsstadium befindlichen Zustandsbericht Eingang finden, zeigen genau NULL Modelle eine Gleichgewichts-Klimasensitivität, die ähnlich niedrig ist wie der mittlere Wert der Schätzungen in der neuen Literatur, die wir in unserer Abbildung zeigen.

Auf der Grundlage der in Abbildung 1 gezeigten Sammlung von Ergebnissen ergibt sich: die Projektionen zukünftiger Klimaänderungen, die demnächst vom IPCC veröffentlicht werden, weichen im Mittel um atemberaubende 70% vom IPCC-Wert ab.

Kein Wunder, dass das IPCC so zögerlich ist, ihr Best Estimate des tatsächlichen Wertes der Gleichgewichts-Klimasensitivität der Erde zu senken. Falls es das tun würde, würden sie einräumen, dass die von ihnen gewählte Masse der Klimamodelle zur Projektion des zukünftigen Klimas der Erde – nun, sollen wir es so sagen – falsch! sind … was bedeutet, dass dies auch für die Rate gilt, mit welcher der Himmel herabfällt, jedenfalls nach USGCRP und der EPA in den USA.

Wir am Cato Center for the Study of Science werden fortfahren mit unseren Bemühungen, den sich entwickelnden Zustand der Klimawissenschaft zu beleuchten und die Möchtegern-Mächte zu überzeugen versuchen, dass nationale und internationale Abschätzungen, auf denen die EPA-Vorschriften beruhen, (ebenso wie verrückte Forderungen nach einer Kohlenstoff-Steuer), so grandios falsch sind. Wir haben es in unserer Begutachtung vom 12. April der „National Assessment“ der USGCRP so ausgedrückt: „Die Nationale Klima-Abschätzung wird am Tag ihrer offiziellen Veröffentlichung obsolet sein“.

References:

Aldrin, M., et al., 2012. Bayesian estimation of climate sensitivity based on a simple climate model fitted to observations of hemispheric temperature and global ocean heat content. Environmetrics, doi: 10.1002/env.2140.

Annan, J.D., and J.C Hargreaves, 2011. On the genera­tion and interpretation of probabilistic estimates of climate sensitivity. Climatic Change, 104, 324-436.

Hargreaves, J.C., et al., 2012. Can the Last Glacial Maximum constrain climate sensitivity? Geophysical Research Letters, 39, L24702, doi: 10.1029/2012GL053872

Intergovernmental Panel on Climate Change, 2007. Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Solomon, S., et al. (eds). Cambridge University Press, Cambridge, 996pp.

Lewis, N. 2013. An objective Bayesian, improved approach for applying optimal fingerprint techniques to estimate climate sensitivity. Journal of Climate, doi: 10.1175/JCLI-D-12-00473.1.

Lindzen, R.S., and Y-S. Choi, 2011. On the observational determination of climate sensitivity and its implica­tions. Asia-Pacific Journal of Atmospheric Science,47, 377-390.

Michaels, P.J., et al., 2002. Revised 21st century temperature projections. Climate Research, 23, 1-9.

Ring, M.J., et al., 2012. Causes of the global warming observed since the 19th century. Atmospheric and Climate Sciences, 2, 401-415, doi: 10.4236/acs.2012.24035.

Schmittner,  A., et al. 2011. Climate sensitivity estimat­ed from temperature reconstructions of the Last Glacial Maximum. Science, 334, 1385-1388, doi: 10.1126/science.1203513.

van Hateren, J.H., 2012. A fractal climate response function can simulate global average temperature trends of the modern era and the past millennium. Climate Dynamics,  doi: 10.1007/s00382-012-1375-3.

Link: https://www.cato.org/blog/still-another-low-climate-sensitivity-estimate-0

Übersetzt von Chris Frey EIKE

image_pdfimage_print

Wir freuen uns über Ihren Kommentar, bitten aber folgende Regeln zu beachten:

  1. Bitte geben Sie Ihren Namen an (Benutzerprofil) - Kommentare "von anonym" werden gelöscht.
  2. Vermeiden Sie Allgemeinplätze, Beleidigungen oder Fäkal- Sprache, es sei denn, dass sie in einem notwendigen Zitat enthalten oder für die Anmerkung wichtig sind. Vermeiden Sie Schmähreden, andauernde Wiederholungen und jede Form von Mißachtung von Gegnern. Auch lange Präsentationen von Amateur-Theorien bitten wir zu vermeiden.
  3. Bleiben Sie beim Thema des zu kommentierenden Beitrags. Gehen Sie in Diskussionen mit Bloggern anderer Meinung auf deren Argumente ein und weichen Sie nicht durch Eröffnen laufend neuer Themen aus. Beschränken Sie sich auf eine zumutbare Anzahl von Kommentaren pro Zeit. Versuchte Majorisierung unseres Kommentarblogs, wie z.B. durch extrem häufiges Posten, permanente Wiederholungen etc. (Forentrolle) wird von uns mit Sperren beantwortet.
  4. Sie können anderer Meinung sein, aber vermeiden Sie persönliche Angriffe.
  5. Drohungen werden ernst genommen und ggf. an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben.
  6. Spam und Werbung sind im Kommentarbereich nicht erlaubt.

Diese Richtlinien sind sehr allgemein und können nicht jede mögliche Situation abdecken. Nehmen Sie deshalb bitte nicht an, dass das EIKE Management mit Ihnen übereinstimmt oder sonst Ihre Anmerkungen gutheißt. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor, Anmerkungen zu filtern oder zu löschen oder zu bestreiten und dies ganz allein nach unserem Gutdünken. Wenn Sie finden, dass Ihre Anmerkung unpassend gefiltert wurde, schicken Sie uns bitte eine Mail über "Kontakt"

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung

Erst Registrieren dann Kommentieren

Zum Kommentieren müssen Sie eingeloggt sein. Bitte hier auf Registrieren klicken, um ein Login zu erhalten.

Kommentar hinzufügen

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

2 Kommentar(e)

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1
Lutz Herrmann

Wenn die Leute die Abweichung von Realität vs. falsch angewandtem Stefan-Boltzmann als Effekt titulieren, und die Klimasensitivität mittels Dreisatz, Bayes oder Regressionen austüfteln, kommt alles mögliche raus, wie man oben schön sieht.

Köstlich!

2
Bernhard Bühner

Erstaunlich!
Wissenschaftler müssen sich schon als „unabhängig“ darstellen um ein reines Gewissen zu haben. Erst so wird seriöse Forschung anerkennungswürdig. Wo sind wir gelandet?