Weil Al Gore die Klima­zukunft so über­zeugend vorhersagt, macht es nichts, dass sie oft falsch ist, danach wird eben über eine neue berichtet

Bild: Tom2859 / pixelio.de

Helmut Kuntz
Wer kennt nicht den Club of Rome, dessen Vorhersagen mit regelmäßiger Konsequenz vollkommen daneben liegen, wegen seiner honorigen Mitglieder, die sich für ihren Lebensabend ein trockenes und vor allem ehrenhaftes Plätzen ergattert haben, jedoch trotzdem bei vielen hoch geachtet ist und sogar als [6] „der wohl bedeutendste »Think Tank« der Erde“ bezeichnet wird.


Ein unverwüstlicher Pedant ist Al Gore. Er reduziert sich zwar auf weniger Themen, doch sind seine Vorhersagen dabei ähnlich oft falsch. Die Reputation unter seinen Anhängern leidet darunter aber genau so wenig:
KLIMARETTER.INFO: Neue unbequeme Wahrheit
Zehn Jahre nach seinem Erfolg mit dem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ hat der Klimaschützer Al Gore unter dem Hashtag #BeInconvenient einen neuen Dokumentarfilm angekündigt. Die Fortsetzung seiner im Jahr 2007 Oskar-prämierten Dokumentation soll im Juli in die US-amerikanischen Kinos kommen.
… darauf folgen Filmsequenzen von Überschwemmungen, Eisschollen, einem gefluteten World Trade Center und Wirbelstürmen. Während der erste Film von Al Gore sich um die Ursachen der globalen Erwärmung drehte, geht es jetzt um die katastrophalen Folgen und darum, welche Rolle die Politik dabei spielt.

Es ist sicher, dass die wärmeren Ozeane die durchschnittlichen Hurrikane stärker machen

Neben seinem allseits bekannten Vorhersagefehler mit dem Arktiseis ist der über Hurrikans weit weniger bekannt, wegen der tiefer gehenden, damaligen Begründung aber viel interessanter. Kürzlich wurde es auf WUWT thematisiert.
WUWT: [5] CommonDreams.org quoted Al Gore back in 2005
Al Gore: … the science is extremely clear now, that warmer oceans make the average hurricane stronger, not only makes the winds stronger, but dramatically increases the moisture from the oceans evaporating into the storm – thus magnifying its destructive power – makes the duration, as well as the intensity of the hurricane, stronger.
Last year we had a lot of hurricanes. Last year, Japan set an all-time record for typhoons: ten, the previous record was seven. Last year the science textbooks had to be re-written. They said, “It’s impossible to have a hurricane in the south Atlantic.” We had the first one last year, in Brazil. We had an all-time record last year for tornadoes in the United States, 1,717 – largely because hurricanes spawned tornadoes.

Anbei die etwas spröde google-Übersetzung (leicht korrigiert):
Al Gore: … die wissenschaftlichen Theorien sind sicher und belegen eindeutig, dass die wärmeren Ozeane die durchschnittlichen Hurrikans stärker machen, nicht nur die Winde stärker machen, sondern die Feuchtigkeit von den Ozeanen die verdunstet und die Stürme verstärkt und damit die Dauer und Intensität erhöht.
Letztes Jahr hatten wir viele Hurrikane. Im vergangenen Jahr setzte Japan einen Allt-time-Rekord für Taifune: zehn, der bisherige Rekord war sieben. Im vergangenen Jahr mussten die wissenschaftlichen Lehrbücher neu geschrieben werden. Sie sagten: „Es ist unmöglich, einen Hurrikan im Südatlantik zu haben.“ Wir hatten den ersten letztes Jahr in Brasilien. Wir hatten im vergangenen Jahr einen Allzeitrekord für Tornados in den USA, 1.717 – vor allem weil Hurrikane Tornados hervorgebracht haben.

Wie immer, basieren Vorhersagen auch moderner Propheten auf gute Verbindungen zu Kennern der reinen Wahrheit. Und das sind heute solche, die immer genauere Computerprogramme zur Vorhersage der Zukunft schreiben können, zumindest es versuchen.
scinexx.de, 10.07.2008: Erwärmung macht Stürme gefährlicher
… Ein neues mathematisches Modell belegt erneut, dass atmosphärische Turbulenzen und Stürme aller Art mit fortschreitendem Klimawandel heftiger werden. Die neuen Berechnungen bestätigen damit andere Untersuchungen, die für Hurrikans bereits in den letzten 50 Jahren einen Trend hin zu höheren Intensitäten festgestellt haben.

Leider ignoriert zumindest das Klima häufig solche „Experten“ mit ihren immer neu anzupassenden Modellen und geht ignorant eigene Wege.

Was ist aus dieser „extrem sicheren“ Vorhersage von Al Gore diesmal geworden?

Die Welt-größte Ereignis- und Schadensdatenbank hat die Münchner Rück. Bei dieser sehen die Daten wie folgt aus:

Bild 1 Anzahl tropischer Zyklone in Nord-Amerika: Quelle Munich Re [1]
Bild 2 Anzahl tropischer Zyklone weltweit: Quelle Munich Re [1]
Bei den Amerikanern findet man die folgenden Angaben:

Bild 3 [3] USA: Jährliche Tornadozahl EF-1 und stärker seit 1970
Bild 3 [3] USA: Jährliche Tornadozahl EF-1 und stärker seit 1970
Bild 5 [3] USA: Todesopfer durch Tornados ca. 1880
Und die Australier geben Bild 5 an, dann folgt der Raum Philippinen.

Bild 6 [4] Australien: Trends in cyclone activity. Graph showing the number of severe and non-severe tropical cyclones from 1970–2011 which have occurred in the Australian region.
Bild 7 [7] Anzahl tropischer Zyklone im Pazifikraum um die Philippinen
Fazit

Nirgendwo ist auch nur entfernt ein Eintreffen der „extrem sicheren“, angeblich wissenschaftlich fundierten Vorhersage zu erkennen. Überall verhält sich die wahre Natur dagegen „ablehnend“ und ignorant [7].
Das lässt nur einen Schluss zu: Die AGW-Theorien stimmen auch zu diesem wichtigen Themenbereich nicht! Diese Wissenshaft hat sich wieder, trotz des vollmundigen Anspruchs: „the science is extremely clear now”, einfach geirrt.

Klimawissenschaftler, wie Herrn Schellnhuber lässt so etwas kalt und er stellt dagegen, der Papst hätte in seiner Enzyklika ruhig etwas apokalyptischer darüber schreiben sollen:
[8] „Einige Kräfte im Vatikan hätten dennoch versucht, die alte klimaskeptische Haltung zu bewahren und in die Enzyklika einzubauen“ … „Die Folgen des Klimawandels sind in der Enzyklika etwas unterbelichtet. Stürme, Dürren und so weiter werden eher kursorisch behandelt, als sei das alles jedem längst bekannt“,
Ein Wunsch, den zumindest deutsche Bischöfe dankend aufgenommen haben, weil sich damit mehr Spendengelder loseisen lassen:
Bistum Augsburg: [9] Misereor-Fastenaktion Der Klimawandel verändert spürbar die Lebensbedingungen auf der Erde. In vielen Regionen nehmen Taifune und Stürme in ihrer Häufigkeit und Stärke immer mehr zu.

Man lernt daraus, wie eine falsche Theorie, wenn sie den Protagonisten genügend Vorteile bringt, sich jederzeit von ihrem Fundament lösend kann und ab dann problemlos ohne Faktenbezug weiter existiert. Eine Erscheinung, die es nicht nur in der Ökokirche gibt.

Als Abschluss wieder einmal die IPCC-Aussagen zu Extremereignissen, damit auch neue EIKE-Leser sehen, dass sogar der IPCC nicht mehr an seine ursprünglichen (apokalyptischen) Vorhersagen glaubt, bzw. sie nicht belegen kann.

IPCC Aussagen Zusammenfassung

Tropische Stürme und Hurrikane
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216: “No robust trends in annual numbers of tropical storms, hurricanes and major hurricanes counts have been identified over the past 100 years in the North Atlantic basin.”
Übersetzung: “Keine robusten Trends bei den jährlichen Zahlen von tropischen Stürmen, Hurrikans und Stark-Hurrikans konnten in den letzten 100 Jahren im Nordatlantischen Becken ausgemacht werden.

Tropische Zyklone
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216: “Current datasets indicate no significant observed trends in global tropical cyclone frequency over the past century and it remains uncertain whether any reported long-term increases in tropical cyclone frequency are robust, after accounting for past changes in observing capabilities.”
Übersetzung: “Aktuelle Datensätze zeigen keine signifikanten beobachteten Trends bei der weltweiten tropischen Wirbelsturmfrequenz während des letzten Jahrhunderts und es ist ungewiss, ob ein berichteter langfristiger Anstieg der tropischen Wirbelsturm-Frequenz robust ist, nach Berücksichtigung der letzten Änderungen in den Beobachtungs-Möglichkeiten.“

Außertropische Zyklonen
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 220: “In summary, confidence in large scale changes in the intensity of extreme extratropical cyclones since 1900 is low. There is also low confidence for a clear trend in storminess proxies over the last century due to inconsistencies between studies or lack of long-term data in some parts of the world (particularly in the SH). Likewise, confidence in trends in extreme winds is low, owing to quality and consistency issues with analysed data.”
Übersetzung: “Zusammenfassend ist das Vertrauen in große Änderungen in der Intensität extremer aussertropischer Zyklone seit 1900 gering. Es gibt auch [nur] ein geringes Vertrauen für einen klaren Trend bei Sturm-Proxies wegen Inkonsistenzen zwischen den Studien oder wegen dem Fehlen von Langzeitdaten des letzten Jahrhunderts in einigen Teilen der Welt (vor allem auf der Südhemisphäre). Ebenso ist das Vertrauen in Trends in extreme Winde niedrig, wegen der Qualität und wegen Konsistenz-Problemen mit den analysierten Daten.“

Dürren
IPCC 2013, AR5, WGI, Technical Summery, Seite 50: ”There is low confidence in a global-scale observed trend in drought or dryness (lack of rainfall), owing to lack of direct observations, dependencies of inferred trends on the index choice and geographical inconsistencies in the trends.”
Übersetzung: “Es besteht ein geringes Vertrauen im globalen Maßstab beobachteten Trend an Dürre oder Trockenheit (Mangel an Niederschlag), aus Mangel an direkten Beobachtungen, Abhängigkeiten von abgeleiteten Trends auf der Indexauswahl und wegen geographischer Unstimmigkeiten in den Trends.“
sowie
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 215: “In summary, the current assessment concludes that there is not enough evidence at present to suggest more than low confidence in a global scale observed trend in drought ordryness (lack of rainfall) since the middle of the 20th century, owing to lack of direct observations, geographical inconsistencies in the trends, and dependencies of inferred trends on the index choice. Based on updated studies, AR4 conclusions regarding global increasing trends in drought since the 1970s were probably overstated. However, it is likely that the frequency and intensity of drought has increased in the Mediterranean and West Africa and decreased in central North America and north-west Australia since 1950.”
Übersetzung: „Zusammenfassend kommt die aktuelle Bewertung zu dem Schluss, dass es zur Zeit nicht genug Hinweise und [nur] ein geringes Vertrauen in einen beobachteten globalen Trend an Dürre oder Trockenheit (Mangel an Niederschlägen) gibt, aus Mangel an direkten Beobachtungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts, geographischen Inkonsistenzen in den Trends und Abhängigkeiten der abgeleiteten Trends auf der Indexauswahl. Auf Basis aktualisierter Studien waren die AR4-Schlußfolgerungen bezüglich global zunehmender Trends an Dürre seit den 1970er Jahren wahrscheinlich übertrieben. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Häufigkeit und Intensität von Dürre im Mittelmeerraum und Westafrika sich erhöhen könnte und im Zentrum von Nordamerika und Nordwest-Australien seit 1950 abnehmen könnte.“

Überflutungen
IPCC 2013, AR5, WGI, Technical Summery, Seite 112: ”There continues to be a lack of evidence and thus low confidence regarding the sign of trend in the magnitude and/or frequency of floods on a global scale over the instrumental record.”
Übersetzung: “Es besteht weiterhin ein Mangel an Beweisen und deshalb ein geringes Vertrauen in Bezug auf Trend-Anzeichen in Bezug auf Größe und / oder Häufigkeit von Überschwemmungen auf globaler Ebene der Instrumenten-Aufzeichnungen.“

Hagel und Gewitter
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216: “In summary, there is low confidence in observed trends in small-scale severe weather phenomena such as hail and thunderstorms because of historical data inhomogeneities and inadequacies in monitoring systems.”
Übersetzung: „Zusammenfassend gibt es [nur] ein geringes Vertrauen in beobachtete Trends bei den Unwetter-Erscheinungen wie Hagel und Gewitter wegen historischen Daten-Inhomogenitäten und Unzulänglichkeiten bei der Systemüberwachung.“

IPCC Zusammenfassung
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 219: “There is limited evidence of changes in extremes associated with other climate variables since the mid-20th century.”
Übersetzung: “Es gibt [nur] begrenzte Anhaltspunkte zu Änderungen bei Extremereignissen, die mit anderen Klimavariablen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verbunden sind.“

Nachtrag
Es ist bemerkenswert, dass alle diese Zitate und Aussagen in der 28-seitigen deutschen Fassung des Summary for policymakers (hier) fehlen!

Quellen

[1] Munich Re NatCatSERVICE

[2] Munich Re, Publikation: Naturkatastrophen 2016 Analysen, Bewertungen, Positionen Ausgabe 2017 TOPICS

[3] WUWT, March 17, 2016 : In the ‘warmest year ever’, U.S. tornado deaths were near lowest ever

[4] Commonwealth of Australia 2017, Bureau of Meteorology

[5] WUWT, April 6, 2017 : Hey @Algore ! Explain this! Bottom drops out of US hurricanes in past decade

[6] KLIMARELEVANT: 20 Jahre Diplomatie um den Klimawandel: Prominente Intellektuelle sprechen vom Klimaverbrechen
http://www.klimarelevant.de/2015/08/28/20-jahre-diplomatie-um-den-klimawandel-prominente-intellektuelle-sprechen-vom-klimaverbrechen/

[7] EIKE, 29. März 2015: Über aktuelle Stürme, Tornados, Hurrikane & Cie.-kein Zusammenhang mit Klimawandel feststellbar
https://www.eike-klima-energie.eu/2015/03/29/ueber-aktuelle-stuerme-tornados-hurrikane-cie-kein-zusammenhang-mit-klimawandel-feststellbar/

[8] Frankfurter Allgemeine, 18.06.2015: „Diese Papst-Schrift ist eine Regierungserklärung“

[9] Bistum Augsburg: Misereor-Fastenaktion „Eine moralische Pflicht, die Schöpfung zu bewahren

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4 Kommentar(e)

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1
Neulen, Holger

Wenigstens kommen die "Schreckensmeldungen" als Kinofilm. Science-Fiction bietet sich als Kategorie zu die Zuschauer anzulocken.

Zu das ganze nichtmehr ernst zu nehmen.

Und

... im Kino darf ja auch gelacht werden!

Auch wenn nicht alle dort die Witze halt verstehn'

2
Lutz Herrmann

Jetzt bitte mal nicht über Al Gore herziehen. Der Herr geht lediglich seinem Geschäftsmodell nach.

Viel schlimmer dürfte unsere deutsche Presse sein, überregional und auch lokal. Das sind Überzeugungstäter, denen man keinen Leserbrief mit Gegendarstellung abringen kann. Das alles basiert lediglich auf Computersimulationen über die unbewiesene Annahme der Korrelation von Temperatur und Häufigkeit von Schreckensszenarien. Der Leser deutscher Qualitätsmedien wird weder über Temperatur noch tatsächlich eingetretene Unwettern informiert. Als könne man uns ewig in diesem autistischen Zustand halten.

3

Zumindest hat Gore einen Erfolg: laut einem Bericht von heute auf WUWT kaufen verschiedene Hollywoodgrößen Grundstücke in Malibu, die nicht mehr direkt am Strand liegen sondern jenseits der Küstenstraße, da wo das Land wesentlich höher liegt, wohl aus Angst vor dem steigenden Meeresspiegel.

4

"laut einem Bericht von heute auf WUWT kaufen verschiedene Hollywoodgrößen Grundstücke in Malibu, die nicht mehr direkt am Strand liegen sondern jenseits der Küstenstraße, da wo das Land wesentlich höher liegt, wohl aus Angst vor dem steigenden Meeresspiegel."

Daran kann man schön erkennen, wie blöde dieses Pack ist!