Schlechte Erntejahre kommen ganz offenbar immer häufiger

Helmut Kuntz
Auch den Präsident des Verbandes deutscher Hopfenpflanzer, Johann Pichlmaier, interessieren wirkliche Daten nicht. Wozu auch, dass der Klimawandel nur Nachteile bringt weiß doch jeder.
Es ist (EIKE-Lesern) allgemein bekannt, dass wenn es um die Publizierung von Nachteilen durch den Klimawandel geht, von den Medien wirklich jeder noch so offensichtliche Unsinn berichtet wird und man hat sich daran „gewöhnt“. Trotzdem ist man immer wieder überrascht, wie problemlos es weiterhin funktioniert.


Aufmacherbild rechts: Bild: 123 RF Dateinummer : 16475901 Urheber : Sergii Kolesnyk

Der Autor verspricht, dass dies nun die letzte (diesjährige) Info zum Hopfen wird. Aber diese Pflanze ist und bleibt ein Paradebeispiel für den Lug und Betrug um das sich ständig ändernde Wetter und Klima. Vielleicht liegt dies einfach daran, dass ausgerechnet Cem Özdemir Bier-Botschafter ist und diese Pflanze damit in den „Klimawandel-Strudel“ der Grünen hineingezogen wurde. Man stelle sich vor, ein „Obergrüner“ ist Botschafter einer Pflanze welche belegt, dass der ominöse Klimawandel enorme Vorteile bringt. Da müssen schnell Studien her die das Gegenteil beweisen.

Deutscher Brauer Bund e.V. Berlin, 20. Mai 2015:Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) hat Grünen-Chef Cem Özdemir zwei Hopfenpflanzen überreicht, die nun bis zur Erntezeit im August den Hof der Berliner Parteizentrale begrünen werden. Der DBB lieferte Özdemir, der amtierender „Botschafter des Bieres“ ist, zwei Hopfenpflanzen in die Grünen-Geschäftsstelle.

Dabei ist ausgerechnet der Hopfenanbau ein exemplarisches Beispiel, wie aus einer vor dem Klimawandel in Deutschland fast aufgegebenen Frucht mit gerade noch 3 Ztr. / ha Ertrag durch den ominösen „Klimawandel“ und erfolgreiche Forschung in der Fungizidbehandlung ein Erfolgsmodell wurde (Vortrag: [6] Michael Doetsch).

Erinnerung an das vergangene Jahr 2015

Der nicht mehr aufhaltbare Untergang

Letztes Jahr um fast die gleiche Zeit berichtete der FOCUS, das Blatt für [3] „… junge, bildungs- und karrierebewusste Menschen“: [2] Wird unser Bier teurer? Klimawandel bedroht Hopfenanbau: Deutsche müssen mit fatalen Folgen rechnen

In einer Rezension hat der Autor damals diese – auf Basis einer dilettantischen Studie der Grünen – getätigten Aussagen nachgesehen und das Ergebnis publiziert: [4] Grüne Abgeordnete Barbara Höhn durch Fakten widerlegt: Der Hopfenertrag steigt trotz Klimawandel

Ein Jahr später, Hopfenernte so gut wie noch nie

Ein Jahr ist vorüber und der diesjährige Hopfenertragmindestens so hoch wie die bisher höchste Ernte der bekannten Hopfengeschichte im Jahr 2014! Nach dem die ca. 4 % zusätzliche Anbaufläche im ersten Jahr nur ca. 10 … 15 % Ertrag bringt, kann sogar vermutet werden, dass es der höchste Ertrag in der notierten Hopfengeschichte Deutschlands wird.  Trotzdem finden sich „Klima-Fachpersonen“, welche das in ihrem Simulationskämmerchen nicht mitbekommen haben und dem Hopfen den künftigen Klimawandel-Untergang prophezeien. Auch das wurde vor kurzem rezitiert und berichtet: [5] Wenn der Hopfen nicht stirbt, stirbt dann der Klimawandel?

Nun waren das eine Grüne und das andere eine selbsternannte „Klima-Fachperson“. Von Beiden kann man kaum eine neutrale Antwort erwarten. Wenn aber der Präsident des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer über die Erntemengen spricht, sollte man erwarten (können), dass ihm wenigstens diese bekannt sind. Ob es so ist, sei anhand seiner jüngsten Aussage zur Problematik der Hopfen-Ernteerträge von einem Nicht-Fachmann nachgesehen.

Der Präsident des Verbandes deutscher Hopfenpflanzer, lies über die Medien berichten:
FOCUS 25.08.2016: [1] Wer in Deutschland Hopfenpflanzer ist, braucht starke Nerven. Denn die Erntemengen schwanken seit Jahren extrem.
Wegen der extremen Hitze mussten die Hopfenbauern im vergangenen Jahr große Einbußen hinnehmen. Die Erntemenge belief sich nur auf rund 28 000 Tonnen. Pichlmaier wiederholte seine Forderung, die Politik müsse Möglichkeiten schaffen, damit Hopfenpflanzer solche Risiken durch steuerfreie Rücklagen abdecken könnten. „Wir müssen und wollen dazu in der Lage sein, schlechte Jahre – und diese kommen ganz offenbar immer häufiger – ohne externe oder staatliche Hilfe zu überstehen“, betonte er.

Wie die Hervorhebung durch den Autor anzeigt, geht es darum, dass laut diesem Verbandspräsidenten schlechte Hopfen-Erntejahre „…ganz offenbar immer häufiger“ werden. Der Autor geht bei seiner Interpretation davon aus, dass ein Zusatz „bedingt durch den Klimawandel“ zwar fehlt, vom Präsidenten aber mit seiner Bemerkung synonym gemeint war.

Sehen wir einmal die Datenlage an und bilden eine auf Fakten beruhende Meinung.

Schlechte Hopfenjahre werden immer häufiger

Schlechte Hopfenjahre sollen immer häufiger werden, sagte der Verbandspräsident.
Im Bild 1 sieht man, dass in Wirklichkeitjedoch selbst die „schlechten“ Erntemengen seit Beginn des „ganz schlimmen Klimawandels“ ansteigen. Sogar das schlechte „Extremjahr 2015“ war ertragreicher als mehrere schlechte Ernten vor dem Jahr 1990. Zumindest der Autor kann anhand der Daten nicht erkennen, die auch nur im Ansatz die Aussage immer häufigerer, schlechter Erntejahre gerechtfertigt wäre. Es kann sich damit nur um die „bauergerechte“ Umschreibung handeln: Wir Hopfenbauern haben ganz im Gegensatz zu den immer neu gemeldeten, negativen Klimawandeleinflüssen seit einer längst vergangenen Stagnation immer höhere Erntemengen. Uns stört allerdings wie immer, dass trotzdem auch Jahre mit etwas niedrigeren Erträgen dazwischen anfallen“.

Bild 1 Hopfenertrag Deutschland (schwarz) mit 10-Jahres Mittelwert (rot) lt. Daten der LfL Jahresberichte Sonderkultur Hopfen (nur die von 2016 sind aus der Zeitung), ergänzt um die Differenz zum 10-Jahres-Mittelwert (gelb), rechte Achse (%)

Und die Erntemengen schwanken seit Jahren extrem

Ein Statistiker betrachtet die Abweichung vom Mittelwert, weil der Zufall das „Recht“ und auch die Eigenschaft hat, um diesen mittleren Wert sowohl nach Plus wie auch nach Minus zu schwanken. Diese Darstellung sieht man im Bild 1 zusätzlich (goldene Linie). Erkennbar sind die Abweichungen hoch und schwanken stark, aber sie nehmen nicht zu. Anhand der absoluten Abweichung (violette Linie) sieht man es noch deutlicher: Aktuell ist der Stand wie im Jahr 1975 (als sie Eiszeit vorhergesagt wurde), der letzte Extremwert war im Jahr 1992.
Der Präsident hätte also richtiger sagen müssen: „ Die Erntemengen schwanken schon immer extrem“. Eine ergänzende Zufügung „… und diese Schwankungen sind durch den angeblichen Klimawandel keinesfalls stärker geworden“ würde ja niemand „Vernünftiger“ in Deutschland erwarten.

Betrachtet man die absoluten Differenzen (Bild 2), ergibt sich eine vergleichbare Darstellung. Auch dazu gab es früher schon größere Werte. Die Aktuellen sind hoch, aber eben noch lange nicht die Höchsten und dazwischen gab es seit 1990 auch recht lange „ruhige“ Zeiten – starke Schwankungen eben, wie sie Wetter-bedingt in Deutschland schon immer üblich waren.

Das gilt nicht nur für den Hopfen, sondern allgemein: EIKE: Ernteerträge und Klimawandel

Bild 2 Hopfen Deutschland: Ertragsdifferenz zum Vorjahr (%) (golden), Mittelwert 10 Jahre (grün), lineare Regression MW, Differenz Absolutwerte (%) (blau) rechte Skalenachse

Was wurde beim Hopfenanbau erreicht

Seit 1975: [6] Vortrag von Michael Doetsch, Paulaner Brauerei GmbH & Co. KG

-Steigerung der Produktivität pro ha um das 8fache
-infolge des in Hüll entwickelten Prognosemodells zusammen mit den in Hüll gezüchteten Sorten (Magnum und Taurus als Beispiel) heute pro kg Alpha nur noch 4 % der Spritzmenge ausgebracht werden muss im Vergleich zu 1975. Bei Herkules sogar nur 3 %
-Infolge der Erhöhung des ha-Ertrages und der damit einhergehenden Reduzierung des Arbeitseinsatzes – dieser hat sich in dem Zeitraum von 1975 bis heute von 650 h/ha/Jahr auf rd. 200 h/ha/Jahr, d. h. rund 70 % reduziert ! – war es möglich, in dem Wettbewerb mit den Billiglohnländern auf der einen Seite und dem fast schon industrialisierten Hopfenanbau in den USA auf der anderen zu bestehen, ja sogar die Nase vorn zu behalten.

Fazit

Selbst wenn der Ertragserfolg ungeahnte Höhen erreicht, irgend einen Nachteil hat der Klimawandel bestimmt, wenn man von der Politik Vergünstigungen los eisen will. Belegen muss man das wohl nicht mehr, denn es weiß doch jeder.

Beispiele dazu:
Klimaretter.Info16. September 2009:EU: Bauern sollen gegen Klimawandel kämpfen
Klimaretter.Info26. Mai 2014: Klimawandel verringert Ernteerträge
Höhere Ernteerträge werden immer unwahrscheinlicher. … Zwar fallen die jährlichen Ernteerträge immer höher aus, aber die Steigerungsraten in der Lebensmittelproduktion gingen innerhalb der letzten 50 Jahre mehr und mehr zurück. 
Klimaretter.Info 30. August 2015:Rekordsommer 2015: Nur Vorgeschmack

Falls der Hopfenertrag kommendes Jahr nicht mehr weiter steigt, sondern das macht, was er statistisch jederzeit darf: Vom Extremertrag auch einmal etwas weniger liefern, werden die Schlagzeilen vielleicht lauten: Der Hopfenertrag hat innerhalb von sechs Jahren bereits vier Mal abgenommen. Die schlimmsten Vorhersagen der Klimafachleute scheinen sich zu bewahrheiten.

Und es gibt noch einen möglichen Grund für in Zukunft sinkende Erträge: [6] Der Übergang zu Niedrig-Gerüstsystemen. Da man dafür andere Hopfensorten verwenden muss, sinkt zwar der Ertrag, aber noch deutlicher die Kosten, so dass es sich in Summe lohnen soll.

[6]: Viele der Defizite der traditionellen Sorten, die die oben genannten Anforderungen erfüllen sollten, bestehen, weil diese Sorten auf konventionellen Hochgerüstsystemen wachsen müssen, um die ökonomischen Ziele zu erreichen. Mit der Vereinfachung des Produktionssystems zu Niedriggerüsten können viele Probleme gelöst werden, aber traditionelle Sorten bringen schlechten Ertrag auf solch einem System und erfordern oft größeres Management, um die Vitalität der natürlich hochwachsenden Pflanze einzuschränken
… sowie das Problem der Verbote wirksamer Fungizide:

Das mit dem niedrigeren Ertrag wird dann ganz bestimmt berichtet werden und man darf raten, wer dann als Ursache herhalten wird.

Quellen

[1]
FOCUS 25.08.2016: Hopfenbauern rechnen mit überdurchschnittlicher Ernte
http://www.focus.de/finanzen/news/agrar-gute-aussichten-fuer-hopfenernte-in-bayern_id_5859561.html

[2]
FOCUS, 21.08.2015: Wird unser Bier teurer?Klimawandel bedroht Hopfenanbau: Deutsche müssen mit fatalen Folgen rechnen
[3]
WIKIPEDIA: FOCUS
https://de.wikipedia.org/wiki/Focus

[4]
EIKE 22.08.2015: Grüne Abgeordnete Barbara Höhn durch Fakten widerlegt: Der Hopfenertrag steigt trotz Klimawandel
http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/gruene-abgeordnete-barbara-hoehn-durch-fakten-widerlegt-der-hopfenertrag-steigt-trotz-klimawandel/

[5]
EIKE 24.08.2016: Wenn der Hopfen nicht stirbt, stirbt dann der Klimawandel?
http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/wenn-der-hopfen-nicht-stirbt-stirbt-dann-der-klimawandel/

[6]
Internationales Symposium: Hopfenanbau 2020 Wolnzach (5./6.5.2008; st)

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2 Kommentare

  1. Subventionen für Nachteile durch den imaginären Klimawandel, ausgelöst durch anthropogenes CO2.

    Dieser, über Jahre eingetretene Gewöhnungseffekt an Subventionen ist nur schwer rückgängig zu machen. Dieses vermeintliche Steuerungsmittel der Politik, um sich abhängige zu züchten, wird wohl niemals abgeschafft werden. Subvention, so wie sie jetzt stattfindet, ist reine Manipulation und stürzt die Volkswirtschaft ins Verderben.

    Es ist, so gesehen, ganz normal, dass sich der Hopfen-Präsident schon einmal Gehör verschafft. Zumindest ist jetzt gewährleistet, dass er nicht zu spät kommen kann, wenn es in Zukunft etwas aus dem CO2-Töpfchen geben sollte.

    Unserer realitätsfremden Politik ist so etwas zuzutrauen. Die macht sogar wieder einen auf Ideologie und Klassenkampf und bereitet ganz langsam, durch noch unmerkbares Aufbauen von Feindbildern, den nächsten Krieg vor. Der, zur Akzeptanz notwendige, Mangel an Gütern ist schon angeleiert.

    Die Lüge von der Schädlichkeit des anthropogen erzeugten CO2 ist für alles zu gebrauchen. Die „Masse“ ist schon hörig/gefügig. Man kann also verrückt spielen wie man will.

    Hochachtung vor jedem Menschen, der forscht und aufklärt um diesem Verbrechen ein Ende zu setzten.

  2. Alles ist ganz einfach: Wer nicht weint, stöhnt und jammert, bekommt nichts aus dem Subventionstöpfchen. Das Sahnehäubchen kann man dann immer noch durch das Unterstützen/Vermehren und Mitschwimmen im ekelhaften, menschenverachtenden Grünschleim erwerben. Die etablierten Parteien haben durch das kriechen auf Knien unter den Tischen der Grünmenschen so viel von diesem Schleim aufgenommen, dass die dadurch aufgeblähten Grünschleimgehirne, nicht mehr denken können. Liebe Biertrinker, wählt die Grünschleimhersteller! Sonst wird der Hopfen so teuer, dass die Flasche Bier das Gold als Anlagegut ablöst. Als durchaus fachkundige, ja sogar nachweisliche Expertin schreiben Sie bitte Frau Bärbel Höhn an. Die hat Ahnung! Die hat sogar ein Patent zur Grünschleimherstellung (rein bio) erworben.

    Dieses ist nur Satire.

    Frau Höhn ist natürlich so sachkundig, dass Sie weit, weit über dem Unfug steht, den sie so erzählt. Nein, nein das ist eigentlich eine ganz liebe!

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