Schub für Windenergie – vom Winde verweht

Marita Noon
Sieht aus, als sei Cape Wind schon vor der Geburt verstorben, Minwind ist bankrott.
Hinausposaunt als „erstes Offshore-Windprojekt in Amerika“ wurde Cape Wind zu einem von Amerikas höchst beachteten und höchst kontroversen Windprojekten. Vierzehn Jahre Entwicklung, geschätzte Kosten von 2,6 Milliarden Dollar für 130 Turbinen, die 25 Quadratmeilen [ca. 65 km²] im Nantucket Sound vor der Küste von Massachusetts überdecken – und immer noch wartet die erste Turbine darauf, errichtet zu werden, geschweige denn irgendwelchen Strom zu erzeugen. Jetzt könnte es zu einer absoluten Totgeburt geworden sein.

Am 6. Januar haben National Grid und Northeast Utilities, die beiden Energieunternehmen, die zugestimmt haben, den meisten von Cape Wind erzeugten Strom zu kaufen und zu verbrauchen, ihre Verträge mit den Entwicklern gekündigt wegen nicht eingehaltener Eckpunkte. Den Verträgen zufolge war Cape Wind verpflichtet, die Finanzierung sicherzustellen und den Verbrauchern bekannt zu geben, dass die Arbeit am 31.Dezember 2014 beginnt. Keins von beiden geschah, und beide Unternehmen beantragten, die Verträge bzgl. des Stromverbrauchs zu annullieren. Amy Grace zufolge, einer Analystin der Windindustrie bei Bloomberg New Energy Finance, befindet sich „das Projekt im Herzstillstand“.

Cape Wind ist von Anfang an ein steifer Wind der Opposition entgegen geschlagen, seit das Projekt im Jahre 2001 zum ersten Mal ins Spiel gebracht wurde. Die Bemühungen von Senator Edward Kennedy und seiner wohlhabenden Freunde, Cape Wind auf den Weg zu bringen, waren die am meisten publizierten Dinge, aber eingeborene Amerikaner, Fischer und lokale Gemeinden haben ebenfalls gegen die Industrialisierung des Nantucket Sound mobil gemacht. Die Stadt Barnstable war in diesem Kampf besonders aktiv. Die Cape Cod Times berichtet, dass Charles McLaughlin, Assistenz-Bürgermeister von Barnstable gesagt hat: „Zu den Bedenken der Stadt gehört die Möglichkeit, dass eine Kollision zwischen einem Schiff und der riesigen elektrischen Serviceplattform, deren Bau das Projekt erfordert, zu einer Ölpest mit tausenden Gallonen Öl in den Sound führen könnte“.

[Was im Nationalpark Wattenmeer an der deutschen Nordseeküste neben dem Schifffahrtsweg nach Hamburg natürlich völlig ausgeschlossen ist! Anm. d. Übers.]

Der Gouverneur von Massachusetts Deval Patrick (Demokraten) stellte Cape Wind in den Mittelpunkt seiner Ziele bzgl. erneuerbarer Energie und hat beträchtliches politisches Kapital investiert, um den Vorschlag zu stützen – einschließlich des NStar-Energievertrages zur Genehmigung der Zusammenlegung von NStar und Northeast Utilities (angesichts der unvorteilhaften Vertragsbedingungen haben die Unternehmen nach einem gesichtswahrenden Ausweg gesucht). Und doch hat Ian Bowles eingeräumt, dass das Ende des Vertrages zum Stromverbrauch „das Ende von Cape Wind“ eingeläutet habe. Ian Bowles war der Erste Energie- und Umweltsekretär von Gouverneur Patrick.

Die Ankündigung kam zwei Tage, bevor Patrick aus dem Amt schied. Während er behauptet: „wir haben seitens der Regierung des US-Bundestaates alles getan, um sie über die vorgeschriebenen Linien zu bringen“, räumt er jetzt ein, dass es „dem Markt überlassen“ ist. Der Cape Cod Times zufolge weiß der ehemalige Gouverneur nicht, „ob das Projekt überleben kann ohne diese Verträge“.

Selbst das Department of Energy DOE, welches wahllos Geld in jedwedes politisch genehmes Projekt grüner Energie zu werfen scheint, war in seiner Unterstützung für Cape Wind sehr zögerlich. Die Kreditbürgschaften des DOE erstrecken sich allgemein im Mittel über etwa 60% der Kosten, aber die Cape Wind angebotenen 150 Millionen Dollar machten bloße 6% der Kosten aus – und auch das kam erst, nachdem das Projekt Verpflichtungen für die Hälfte der Finanzierung erhalten hatte. In den meisten Fällen kommt die Garantie der Regierung und Signale an die Investoren ,weitermachen!’vor der privaten Finanzierung.

Während sowohl Unterstützer als auch Kritiker glauben, dass das Projekt auf der Kippe steht, haben Umweltaktivisten und Cape Wind Associates LLC noch nicht die Weiße Flagge geschwenkt. Kit Kennedy zufolge, Direktor des Energy and Transportaion Program am National Resources Defense Council, „kann Cape Wind unten liegen, ist aber noch nicht vom Tisch“. Der Boston Globe berichtet, dass der Präsident von Cape Wind James Gordon glaubt, dass der endlose Prozess „zu einer Klausel in den Verträgen geführt hat, die Cape Wind mehr Spielraum verleiht, die Fristen einzuhalten“. Nachdem jedoch das Unternehmen bereits 50 bis 70 Millionen Dollar in das Projekt gesteckt hatte, signalisierte die Tatsache, dass Gordon den Versorgern nicht die bloßen 2 Millionen Dollar gezahlt hat, die diese für eine Verlängerung um sechs Monate benötigten, dass er kein Vertrauen mehr in das Projekt habe.

Außerdem hat der politische Wind seine Richtung geändert. Während sich Gouverneur Patrick für Cape Wind eingesetzt hat, sagt man vom neuen Gouverneur von Massachusetts Charlie Baker (Republikaner), dass er standhaft gegen das Projekt ist – und es sogar Patricks „persönliches Haustier“ sei. Während seiner Wahlkampagne „ließ Baker seine Opposition gegen Cape Wind fallen“, weil er glaubte, dass es ein „vollendeter Vertrag“ sei. Jetzt, da der Vertrag sehr gut nie zustande kommen könnte, sagt Baker: „Ich werde nicht versuchen, das Ergebnis des legalen Prozesses um Cape Wind zu beeinflussen“.

Die Annullierung des Vertrags ist ein „nahezu tödlicher Stoß“ gegen Cape Wind, jedenfalls der Präsidentin der Alliance to Protect Nantucket Sound Audra Parker zufolge, einer in Cape Cod ansässigen Gruppe, die den Kampf gegen Cape Wind angeführt hat.

Die Zukunft der Windenergie steht auch über Massachusetts hinaus vor Problemen

Während die Versorgungsunternehmen in Massachusetts beantragten, Strom-Verkaufsabkommen zu annullieren, haben sich zwei Windparks in Minnesota, die sich als die Minwind Companies zusammen geschlossen haben, für bankrott erklärt, weil die 11 Turbinen umfangreicher Reparaturarbeiten bedurften und sich die 360 Farmer und Landbesitzer, die in das Projekt investiert hatten, die Kosten nicht leisten können. Minwind-Direktor Mark Willers erklärte: „Minwind Companies haben während der letzten Jahre eine relative Blütezeit erlebt, aber der Eissturm im April vorigen Jahres hat von der Ausrüstung seinen Zoll gefordert – ebenso wie vom Budget“. Auf einer Versammlung am 17. Dezember sagte er den Aktionären: „Die Kosten für diese Reparaturen würden 200 bis 300% unseres Budgets ausmachen“.

Die neun separaten Unternehmen mit beschränkter Haftung von Minwind erlaubten den Investoren, die öffentlichen Windenergie-Darlehen (USDA-Zuwendungen) sowie die Zuwendungen des jetzt stillgelegten State Assistence Program zu nutzen. Der Star Tribune berichtet: „Die Eigentümer sind dabei, ihre Investitionen abzuschreiben, und die Windparks müssen wahrscheinlich geschlossen werden“.

Auf nationaler Ebene hat die American Wind Energy Association (AWEA) weiterhin Lobbyarbeit zugunsten einer Verlängerung der Production Tax Credit (PTC) für Windenergie geleistet, die Ende 2013 ausgelaufen war. Zur Enttäuschung der AWEA hat der Kongress einer neunten Verlängerung zwar zugestimmt – aber gerade mal bis Ende 2014. AWEA-Direktor Tim Kiernan nörgelte: „Unglücklicherweise wird die Verlängerung bis lediglich Ende 2014 nur minimal neue Wind-Entwicklungen gestatten und wird bei Antritt des neuen Kongresses erneut ausgelaufen sein“. Als Antwort auf die „bloße Minimal-Verlängerung“ sagte Luke Lewandowski, Forschungsmanager bei Make Consulting: „Dies sät Zweifel auf den Willen oder die Fähigkeit des Kongresses, das PTC 2015 zu überarbeiten“.

Was die Schmerzen für den industriellen Windstrom weiter verstärkt: die Installation von Windturbinen steht auf der Liste der 10 zugrunde gehenden US-Industrien an dritter Stelle – nur noch die Computer- und die Medien-Aufzeichnungs-Industrie rangieren davor. All dies verheißt nichts Gutes für den Industriezweig Windenergie, wohl aber für Steuerpflichtige und jene, die an den freien Markt glauben und die der Ansicht sind, dass nicht die Regierung Gewinner und Verlierer bestimmen sollte. Regierungen, seien es die der US-Bundesstaaten oder die Zentralregierung, haben der Windenergie jeden möglichen Vorteil verschafft. Noch einmal Gouverneur Patrick: „Jetzt ist es Sache des Marktes“ – und selbst Warren Buffet räumt ein, dass Steuerbegünstigungen der einzige Grund sind, Windparks zu errichten [was in D natürlich genauso ist! Anm. d. Übers.]

Link: http://www.cfact.org/2015/01/12/wind-energys-bluster-peters-out/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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13 Kommentare

  1. #12

    Bei mir schon…

    Vielleicht mal einen anderen Tag wählen. Da dort der morgige Tag dargestellt wird, die Prophezeiungen aber erst ab 18:00 eingestellt werden, war die Grafik vorher noch leer…

  2. #10

    Auf der Seite findet man immer noch alle Informationen nur etwas verschachtelt…
    ——-
    Eben,vernebelt und verschleiert!
    Noch vor wenigen Tagen konnte man bei transparency.eex auf einen Blick das tatsächliche und das prognostizierte EE-Strom-aufkommen sehen.
    Heute sieht man auf der ersten Seite die eingespeiste Windstromleistung in GW, auf der von Ihnen verlinkten Seite die vorhergesagte Leistung in MW, getrennt nach den 4 Bezirken.
    Mit einem Wort: untransparency.eex

    Meiner Meinung nach geschieht das mit voller Absicht, denn 10 GW abgeregelte Windleistung an den letzten Wochenenden ist wirklich oberpeinlich für die Energiewender!
    Diese 10GWh/Stunde müssen schlussendlich auch noch nach §12 EEG vom Otto N. via EEG-Umlage bezahlt werden. Jede Stunde ein Milliönchen!

  3. Interessant, wie vernebelt und verschleiert wird!
    Bei transparency eex konnte man immer schön ablesen, mit wie viel EE-Strom zu rechnen ist und wie viel tatsächlich eingespeist wurde.
    Die Transparez läßt leider auch immer mehr zu wünschen übrig. letztes Jahr ist die Umstellung bei der anzeige der Spotmartpreisen erfolgt.Sie ist jetzt wesentlich bunter aber nicht mehr mit den Vortagen zu vergleichen. Seit gestern ist die Seite Transparency in Energie markets auch nur noch mit der lupe zu finden- auch schön bunnt-aber eben nicht mehr mit Prognosen auf der selben Seite und auch nicht über 24 Stunden. Ist das nur ein Versehen?-Oder bin ich einfach nur zu blöd die neue Seite zu finden. Zum Glück sind nun alle Kommentare auf englisch, so daß sie auch weltweit gelesen werden können. Ich glaube aber, daß die Mehrzahl der ca. 80 Millionen Deutschen besser deutsch als englisch lesen können-ich auch.
    Übrigens Danke auch für diesen Beitrag und ein gesundes neues Jahr

  4. Zu #4 „hat jetzt nichts mit unserer Energiewende zu tun“

    WAS?! Mein lieber Herr Gesangverein, wo leben Sie eigentlich? Werden bei uns keine Windräder gebaut?

    Außerdem, was Planungsfehler betrifft – die Planungsfehler der „Energiewende“ sind seit Jahren bekannt und kosten Abermilliarden! Auch für Sie! Alles kein Thema für Sie? Mann, müssen Sie in Geld schwimmen!

    Chris Frey, EIKE-Übersetzer

  5. #4:

    Kernkraftwerk, Herr Diehl, Kernkraftwerk. Kernkraftwerke beziehen ihre Energie aus der Kernspaltung, übrigens ein natürlicher Prozess. Sie können die Unsinnigkeit von Windmühlen wohl nicht verstehen, das ist so weit klar. Ein Kernkraftwerk der neuesten Generation, z.B. der Westinghouse AP1000, liefert konstant Energie, während die vielen Windmühlen nur wertlosen Flatterstrom produzieren. Und den sog. „Atommüll“ werden die Chinesen in 20 – 30 Jahren in KKW der 4. Generation „verbrennen“.

    Sagen Sie mal, wo haben Sie eigentlich Ihre „Aktien“ bei der Energiewende, dass Sie diesen Unsinn so vehement zu verteidigen versuchen ? Irgendwo müssen Sie doch massiv profitieren, oder ?

    Der Hauptstadtflughafen ist eine Planungskatastrophe, da stimme ich Ihnen zu, zeigt aber auch wie die Energiewende, wie es mit den Entwicklungen in Deutschland steht: zurück ins Mittelalter, die Deutschen kriegen eben nichts mehr auf die Reihe.

  6. Interessant, wie vernebelt und verschleiert wird!
    Bei transparency eex konnte man immer schön ablesen, mit wie viel EE-Strom zu rechnen ist und wie viel tatsächlich eingespeist wurde.
    An den letzten windreichen Wochenenden wurden oft 30 GW Windleistung prognostiziert, aber nur etwas über 20 GW eingespeist.
    Peinlich, peinlich!
    Das hat offensichtlich diese Einrichtung EEX dazu gebracht, nur noch die eingespeiste Leistung anzuzeigen.
    Auf Grund dieser Umstellung ist zur Zeit auch Agora Energiewende nicht in der Lage, wie gewohnt Zahlen zur EE-Strom Erzeugung zu veröffentlichen.
    Die Wand, gegen die Energiewender fahren, ist offenbar schon in Sichtweite!

  7. #4 Hans Diehl

    Es geschehen noch Wunder. Dass ich Ihnen einmal Recht geben kann, hätte ich nicht für möglich gehalten. Wenn bei der Organisation und Planung bereits ALLES nach schönferberischen Massstäben dargestellt wird, kann es ja nur schief gehen. Und damit sind wir doch wieder -nicht nur beim AKW in Finnland und Flughafen BER- bei unserer Energiewende gelandet.
    Es ist schon bemerkenswert, wie Projekte unserer Staatsbürokraten mit annähernd zwanghafter Regelmässigkeit in die Hosen gehen.

  8. Hat aber jetzt mit unserer Energiewende nichts zu tun. Organisations oder Planungsfehler, kommt über all vor. Ähnliches könnte man vom Atomkraftwerk in Finnland berichten.
    Ganz zu schweigen vom Berliner Flughafen.

  9. Die Einsicht kommt langsam aber sie kommt
    Und zwar, dass die Marktwirtschaft (Marktgesellschaft) immer Vorrang vor eine politischen Ideologie hat.
    Die Politik kann noch sehr mit Gesetzen/Subventionen in den Markt eingreifen…zum Schluss siegt immer das freie Marktvolk (Marktwirtschaft) und die Politische/Lobby Ideologie verliert.

    Auch die Energiewende/EEG wird an dieser Marktrealtiät scheitern genauso wie die DDR daran gescheitert ist.

    Der Markt und damit der Bürger steht im Mittelpunkt und dieser Markt lässt sich nicht von Subventionen und Gesetzen auf Dauer unterdrücken.

  10. Sehr schöner Artikel.

    Besonders freut mich das Beispiel der Minwind Companies…

    Zuerst brauchen wir Windenergie um die bedrohliche Erderwärmung aufzuhalten, dann zerlegt ein EISSTURM (!) die Windturbinen und im Anschluss schickt der Wind auch noch keine Rechnung die aber dennoch 200-300% des gesamten Budgets ausmacht (für Reparaturen).

    Herrlich!

  11. „Jetzt ist es Sache des Marktes“ – und selbst Warren Buffet räumt ein, dass Steuerbegünstigungen der einzige Grund sind, Windparks zu errichten [was in D natürlich genauso ist! Anm. d. Übers.]

    In Deutschland kommt dazu, dass die Menschen jeden Tag zu jeder Zeit mit der Klimakatastrophe unter Druck gesetzt und für den Irrsinn „Energiewende“ weichgeklopft werden. Stünden wir wirklich kurz vor der Klimakatastrophe, müsste die Menschheit sofort 10.000 Kernkraftwerke bauen und in 20, spätestens 30 Jahren den Übergang zu Generation 4 erreichen. Da dies nicht getan wird, ist klar, dass weltweit eine Narretei par excellence abläuft, vermutlich vorangetrieben durch die USA und die dahinter stehenden Milliardäre wie Buffet, Soros, Rothschild und wie sie alle heißen. Und die Deutschen sind so dumm, ganz vorne zu marschieren. Nein, so blöde kann man eigentlich gar nicht sein.

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