Die Grünen haben mir eine Apokalypse versprochen und alles was ich bekam war diese lausige Industriekatastrophe

Nach der schrecklichen Reaktorkatastrophe von Fukushima fühlten sich die deutschen Kernkraftgegner von einer Woge der Rechtmäßigkeit getragen. „Wir haben es euch doch immer gesagt.“ Doch was haben uns die Gegner der Kernkraft vorhergesagt? Experten und Aktivisten der Atomkraftgegner haben keinesfalls eine Fukushima-Katastrophe vorhergesagt, sondern etwas ungleich Größeres und Schlimmeres. Ein Erdbeben, ein Tsunami und ein Atomunfall


Etwas Seltsames ist passiert.

Durch das Tōhoku-Erdbeben und den darauf folgenden Tsunami am 11. März, starben in Japan 15.703 Menschen, 4.647 bleiben vermisst. Riesige Landstriche wurden verwüstet und eine halbe Millionen Menschen mussten evakuiert werden. 220 Milliarden Euro Sachschäden wurden verursacht. /1/

Doch nicht für diese Tragödie wurde das Beben in Deutschland und weltweit bekannt, sondern weil es die erste Kernschmelze in einem westlichen Kernkraftwerk ausgelöst hat und damit die schlimmste Atomkatastrophe der westlichen Welt verursachte. Genauer gesagt waren es sogar drei „Größte Anzunehmende Unfälle“ auf ein Mal in den Blöcken Eins, Zwei und Drei des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Die Folgen waren schlimm: 78.000 Bewohner der Region mussten evakuiert werden. Ein 20km Radius um die Ruine bleibt bis auf weiteres unbewohnt, das sind etwa 1257 km², wobei etwa die Hälfte im Meer liegt. Die Gesamtschäden stehen noch nicht fest, werden mindestens 71 Milliarden Dollar (etwa 50 mrd €) und bis zu 250 Milliarden Dollar (etwa 176 mrd Euro) betragen /2/. Die japanische Atomkommission schätzt die Kosten auf etwa 50 Milliarden Euro. /3/

Deutsche Experten

So furchtbar und tragisch diese Katastrophe ist, so sind diese realen Zahlen einer realen Katastrophe weit weg von dem was Katastrophenszenarien der Vergangenheit für den Fall eines GAU vorhersagten. Während die BBC bereits wenige Tage nach der Katastrophe ausführliche Hintergrundinformationen veröffentlichte in denen Experten erklärten, warum Fukushima nicht so schlimm werden könne wie Tschernobyl /4/, eine Meinung die sie bis heute aufrecht erhalten /5/, überschlugen sich ansonsten ernst zu nehmende deutsche Journalisten mit apokalyptischen Superlativen.

Allgemein schienen sich Experten hierzulande einig zu sein, dass Fukushima schlimmer als Tschernobyl würde und wussten dies schon in den ersten Tagen der Katastrophe /6/ /7/ /8/, man kann sich da fragen was die wussten, was den Experten in Großbritannien verborgen blieb.

Besonders hervorgetan hat sich die Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. Ihr Präsident Sebastian Pfugbeil sagte in einem Interview am 16.03.2011 /9/, dass der Kampf der 50 Arbeiter, die Fukushima in den ersten Tagen stabilisierten, sinnlos sei und der Strahlenbiologe Edmund Lengenfelder fügte hinzu, dass viele der 50 Arbeiter sterben werden. In der Tat werden mit Sicherheit alle 50 Arbeiter eines Tages sterben, doch in dem Interview ging es um kurzfristige Folgen.

Sebastian Pflugbeil plädierte damals für den Abzug aller 50 Arbeiter, da ihr Kampf gegen die Katastrophe ohnehin sinnlos sei.

In einem anderen Interview vom 20.03.2011 rät Lengenfelder den Japanern: „Nie wieder Sushi“ /10/. Hier wird er sogar noch konkreter und sagt den akuten Strahlentod mindestens der Hälfte der Arbeiter innerhalb der ersten zwölf Stunden voraus.

Und noch weiter geht die Bildzeitung die in Berufung auf Lengfelder schrieb: „Es ist sicher, dass diese Männer [Anm.: die Arbeiter vor Ort] für ihren Einsatz sterben müssen.“ /11/

Heute wissen wir, dass sämtliche der 50 Arbeiter überlebt haben und selbst die am höchsten belasteten Arbeiter keine Symptome der Strahlenkrankheit zeigen.

Die höchsten erhaltenen Strahlendosen zweier der 50 Arbeiter, betrugen 170 und 180 Millisievert /12/.

Zum Vergleich: Eine Strahlendosis von 1 Sievert (also 1000 Millisievert), erhöht die Wahrscheinlichkeit von später entstehendem Krebs um 5%. /13/

Die Prognosen, die deutsche Experten über den Verlauf von Fukushima angestellt haben, erwiesen sich demnach als übertrieben und falsch. Es ist zweifelhaft ob es redlich war, so kurz nach der Katastrophe und mit so dürftiger Informationslage überhaupt Prognosen abzugeben, jedoch waren (und sind) sich diese Experten so sicher über die Folgen einer Nuklearkatastrophe, dass sie sich nicht mit schnöden Fakten abgeben konnten.

Was hat Tschernobyl, das Fukushima nicht hat?

Wie stark sich Tschernobyl und Fukushima unterscheiden sieht man wenn man die Katastrophen miteinander vergleicht.

In Tschernobyl explodierte ein einziger graphitmoderierter Siedewasser-Druckröhrenreaktor sowjetischer Bauart, in Fukushima hatten gleich drei wassermoderierte Siedewasserreaktoren westlicher Bauart eine Kernschmelze. Dennoch wurde in Tschernobyl 14 Mal so viel Radioaktivität freigesetzt.

Signifikante Kontaminierungen in Tschernobyl reichten mindestens 500 km, in Fukushima maximal 60 km nordwestlich und 40 km südwestlich.

Tschernobyl kostete durch direkte Strahleneinwirkung 28 Liquidatoren das Leben, durch Strahlung ist in Fukushima bis dato niemand gestorben.

Die Anzahl der Toten durch Langzeitschäden beträgt für Tschernobyl schlimmstenfalls 6000 Menschen wobei diese fast gänzlich hätten verhindert werden können, wenn die Sowjetunion in der Lage gewesen wäre flächendeckend Jodtabletten auszugeben, wie in Fukushima geschehen. /14/

Die Behauptung, Fukushima werde schlimmere Folgen haben als Tschernobyl, lässt sich nicht aufrecht erhalten und doch hörte ich von keinem der deutschen Experten je eine Richtigstellung ihrer übertriebenen Prognosen oder eine Entschuldigung für die Angst und Panik die aus ihren Prognosen erwachsen sind.

Der deutsche Journalismus und die deutschen Experten haben sich lächerlich gemacht mit ihren Prognosen, Vergleichen und Voraussagen. Eine Katastrophe ist auch dann ein herausragendes und schreckliches Ereignis wenn man deren Folgen nicht ins Maßlose übertreibt.

Inzwischen wird deutlich, dass Fukushima zwar die mit Abstand schwerste Atomkatastrophe der westlichen Kernkraft ist dennoch sind die Folgen nur ein Bruchteil so verheerend wie die der Katastrophe von Tschernobyl.

Fukushima war eine furchtbare Katastrophe. Aber war das tatsächliche Ausmaß nicht viel geringer als unsere Erwartungen an einen GAU?

Hätte ich noch einen Tag vor Fukushima gesagt, dass im Falle von drei GAUs auf ein Mal, ein Gebiet kleiner als der Landkreises Ansbach (etwa halb so groß) für maximal 100 Jahre radioaktiv belastet wird (wenn Dekontamination ausbleibt), aber niemand stirbt, dann hätte man mir gesagt so ein Szenario sei harmlos. Vor einer so begrenzten Katastrophe müsse man keine Angst haben und ich sei ein Verharmloser.

Atomkraftgegner haben argumentiert, dass die Kernkraftbefürworter nach Fukushima auf keinen Fall mehr die Sache der Kernkraft hoch halten können. Tatsächlich hat sich für Kernkraftbefürworter durch Fukushima nichts geändert. Immer haben sie von einem Restrisiko gesprochen, ein Restrisiko das man aber beherrschen könne.

Ihre Haltung geändert haben die Atomkraftgegner, die stets eine apokalyptische Katastrophe erwarteten, eine katastrophale Singularität die eine Zäsur für ganze Kontinente darstellt. Die tatsächliche Katastrophe, obwohl in ihren Grundparametern drei Mal so groß wie die Erwartung, fiel nicht grundsätzlich größer aus als eine große Chemie- oder andere menschgemachte Katastrophe.

Atomkatastrophen im Vergleich

Wenn Menschen gegen die Kernenergie argumentieren ist eines der wichtigsten Argumente, dass die Folgen eines Größten Anzunehmenden Unfalls, einer Kernschmelze, alle anderen Katastrophen in den Schatten stellen. Riesige Gebiete würden für tausende Generationen (sic!) unbewohnbar und Unzählige würden sterben.

Ein wichtiger Motor für die große Ablehnung der Kernenergie in Deutschland, stammt aus den Ängsten und Befürchtungen die implizit und explizit aus wissenschaftlich erstellten Katastrophenszenarien, Katastrophenfilmen und Zukunftsliteratur erwachsen.

Durch Fukushima haben wir zum ersten Mal den Ernstfall und er bleibt glücklicherweise sehr weit hinter den Erwartungen an eine Atomkatastrophe zurück. Ein ehrlicher Beobachter müsste nun die tatsächliche Katastrophe mit seinen Erwartungen abgleichen und daraus eine Schlussfolgerung ziehen. Einer der das gemacht hat, ist der renommierte britische Umweltaktivist George Monbiot. Nur 10 Tage nach dem Beginn der Katastrophe verfasste er einen Artikel mit dem Titel: „Why Fukushima made me stop worrying and love nuclear power“ (etwa: Warum ich durch Fukushima aufhörte mir Sorgen zu machen und lernte Kernkraft zu lieben) /15/ /16/ (Eine Übersetzung ins Deutsche gibt es hier bei EIKE: /17/).

Sein Argument lautet (verkürzt) etwa: Ein altes und klappriges Kraftwerk mit unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen wurde von einer Monsterwelle und einem gewaltigen Tsunami getroffen. Das Kühlsystem fiel aus, der Reaktor explodierte und eine Kernschmelze setzte ein. Trotzdem ist niemand getötet worden.

Er hatte offenbar mehr erwartet.

Ich habe ernstgemeinte fiktive Szenarien und wissenschaftlich erstellte Prognosen zusammengetragen aus denen sich im Wesentlichen die Angst der Bevölkerung vor Kernenergie speist und diese Szenarien mit dem realen Unglück von Fukushima verglichen.

Bei allen Beispielen muss auch beachtet werden, dass diese stets nur von einer einzigen Kernschmelze ausgehen. Im Grunde betragen die Ausgangsannahmen der Szenarien also nur ein Drittel der realen Katastrophe.

Gudrun Pausewang „Die Wolke“ (Roman)

In dieser Geschichte kommt es im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld zu einem furchtbaren Unfall. Kernschmelze, Super-GAU- die Hölle auf Erden. 150 bis 200 km um die Unglücksstelle werden evakuiert, mindestens 18’000 Menschen sterben in den ersten Tagen des Unglücks.

In Folge des Unglücks gibt es eine Flüchtlingskatastrophe, soziale Spannungen, Mangelwirtschaft, aber politisch ändert sich wenig.

Restrisiko (Sat1-Film 2011)

Hier wird das fiktive Kernkraftwerk Oldenbüttel zum GAU. Grund ist Schlamperei am Bau und menschliches Versagen im Angesicht der Katastrophe. Hamburg muss evakuiert werden, eine genaue Opferzahl kommt im Film nicht vor, aber sie liegt deutlich über 0. In Folge des Unglücks wird ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, der entscheiden soll ob Oldenbüttel ein Einzelfall war und man alte Kraftwerke wieder hochfährt, oder ob diese Kernkraftwerke dauerhaft vom Netz bleiben. Dem heldenhaften Einsatz der Protagonistin ist es zu verdanken, dass schließlich alle alten Kernkraftwerke vom Netz genommen werden. 

ROBIN WOOD: Atomunfall-Szenario für das AKW Krümmel /18/

In dieser Bewertung der Umweltschutzorganisation Robin Wood, die sich auf eine Studie des Öko-Instituts Darmstadt e.V. stützt, wird von dem GAU des Kernkraftwerks Krümmel, etwa 30km vor den Toren Hamburgs ausgegangen. Dabei geht Robin Wood von der Notwendigkeit der Evakuierung von 1,183 Millionen Menschen aus Hamburg aus und prognostiziert 20.000 Tote in den ersten Wochen der Katastrophe und bis zu 106.700 Tote an den Langzeitfolgen.

"IDENTIFIZIERUNG UND INTERNALISIERUNG EXTERNER KOSTEN DER ENERGIEVERSORGUNG" der Prognos AG Basel /19/

Der Kernpunkt dieser Studie sind die ökonomischen Folgen einer Reaktorkatastrophe in Deutschland. Für diesen Fall geht die Studie von Gesamtkosten in Höhe von 10,7 Billionen DM (5,470 Billionen Euro) aus.

BUND: KKW Fessenheim: Was wäre wenn ein Störfall zur Katastrophe führen würde /20/

Schwerpunkt dieser Studie ist die Ausbreitung radioaktiver Partikel und das daraus folgende verseuchte Gebiet. Bei einem Reaktorunfall in Fessenheim bei Freiburg würde radioaktiver Fallout einen 300km langen und fast 100 km breiten Korridor von Freiburg über Stuttgart bis fast Nürnberg kontaminieren und unbewohnbar machen.

Verglichen mit Fukushima

– Die Diskrepanz zwischen der Größe des kontaminierten Gebiets, der Anzahl der Todesopfer, und im Falle der Prognos-Studie der Höhe der Schäden ist frappierend.

– Die Kosten von Fukushima betragen selbst für den Maximalwert um 176 Milliarden Euro /2/ nur ein Dreißigstel der Prognos– Summe (5470 Milliarden Euro). Auch wenn die Geographie und Besiedlung zwischen Japan und Deutschland nur bedingt vergleichbar sind, ist deutscher Boden auch im besten Fall nicht 30-mal so wertvoll wie japanischer.

– Das evakuierte Gebiet in den Szenarien ist stets sehr groß, im Ausmaß mittlerer Bundesländer oder kleiner Staaten. In Fukushima ist das evakuierte Gebiet etwa halb so groß wie der Landkreis Ansbach.

– In den fiktiven Szenarien ist die Ursache des Unglücks menschliches Versagen und im Fall von Restrisiko außerdem Schlamperei am Bau. Der Grund für die reale Katastrophe war eine Naturkatastrophe welche die Auslegung des Kraftwerks übertraf, eine Naturkatastrophe ungleich größer als die folgende Atomkatastrophe. Kein dummer Arbeiter hat auf den falschen Knopf gedrückt. Kein brüchiges Stahlrohr hat versagt. Versagt hat eine Aufsichtsbehörde die einen technisch einfachen Küstenschutz vernachlässigt hat und ein laxes Sicherheitsregelwerk das auf viele wirksame (und in Deutschland vorgeschriebene) Schutzmechanismen im Kraftwerk verzichtete.

– Gewaltig ist der Unterschied in den politischen Folgen der Katastrophe. Während in den fiktiven Szenarien allgemein von einer zynischen und korrupten Atomlobby, ausgegangen wird, die eine geldgierige Wirtschaft und unfähige Politik machtvoll in ihren Klauen hält und gegen die man- wenn überhaupt- nur mit Courage und niederschmetternden Beweisen ankommt, hat die Realität die völlige Abwesenheit dieser Macht bewiesen.

In Restrisiko sind die Folgen eines hamburgverschlingenden GAUs ein lumpiger Untersuchungsausschuss der über die Wiedereinschaltung alter Kernkraftwerke entscheiden soll, in der Realität hat eine Katastrophe am anderen Ende der Welt genügt um in Deutschland sofort, ohne technische Veranlassung und unter Umgehung demokratischer Gepflogenheiten ein Moratorium zu verhängen und danach mit zweifelhaften Methoden den Ausstieg zu beschließen.

In Fukushima blieb die Flüchtlingskatastrophe weitgehend aus, die Mangelwirtschaft, die Stigmatisierung der Überlebenden und doch waren die weltweiten politischen Folgen deutlich gravierender als in den Szenarien: Die Regierung in Japan verliert an Vertrauen, der japanische Ministerpräsident tritt zurück, die deutsche (!) Regierung verliert an Glaubwürdigkeit und an Stimmen. Die Grüne Partei hat Zulauf und die FDP versinkt in der Bedeutungslosigkeit.

Wie „The European“ am 29.April 2011 schrieb: Japan hustet, Deutschland wird krank /21/. 

Was nun ein realistischer und selbstkritischer Gegner der Kernkraft machen müsste, wäre seine Erwartungen an einen GAU mit der Realität abzugleichen. In diesem Fall würde ihm auffallen, dass die Katastrophe nicht ein Fünkchen so schlimm war wie erwartet, und dass zumindest seine Angst vor einem GAU übertrieben, wenn nicht gänzlich falsch war.

Doch in der Realität beobachten wir- zumindest in Deutschland- ein bizarres Schauspiel: Die Katastrophe die alle ernst und realistisch gemeinten Katastrophenszenarien zu übertriebener Science-Fiction degradiert hat, wird behandelt wie die Erfüllung der übertriebenen Science-Fiction.
Die Grünen haben mir die Apokalypse versprochen, und alles was ich bekam war eine lausige Industriekatastrophe.

Doch das hindert die Grünen nicht daran diese Industriekatastrophe wie die Apokalypse zu behandeln.

Autor: Paul Schoeps 

Schoeps ist Automatisierungsingenieur bei einem kerntechnischen Unternehmen und Autor bei www.kerngedanken.de

Quellen:

/1/ Der Spiegel: Japan rechnet mit Schäden von 220 Milliarden Euro; http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,752623,00.html

/2/ NewsonJapan.com: Fukushima cleanup could cost up to $250 billion; http://newsonjapan.com/html/newsdesk/article/89987.php

/3/ 50 Milliarden für die Atom-Katastrophe

http://www.taz.de/Kommission-schaetzt-Fukushima-Schaden/!79960/

/4/ BBC: Japan nuclear alert at Fukushima – Q&A;

http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-12732015

/5/ BBC: Q&A: Health effects of radiation exposure;

http://www.bbc.co.uk/news/health-12722435

/6/ sueddeutsche.de: „Schlimmer als Tschernobyl“;

http://www.sueddeutsche.de/wissen/physiker-zu-atomunfall-in-japan-schlimmer-als-tschernobyl-1.1071449

/7/ Spiegel Online:  "Fukushima sprengt die Dimension von Tschernobyl"

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753938,00.html

/8/ stern.de: Fukushima schlimmer als Tschernobyl; http://www.stern.de/news2/aktuell/fukushima-schlimmer-als-tschernobyl-1677318.html

/9/ n-tv: „Viele der 50 Arbeiter werden sterben“;

http://www.n-tv.de/Spezial/Viele-der-50-Arbeiter-werden-sterben-article2857281.html

/10/ Frankfurter Rundschau: „Nie wieder Sushi“;

http://www.fr-online.de/japans-katastrophe/-nie-wieder-sushi-,8118568,8248854.html

/11/ Bild: Wissenschaftler: Die Helden von Fukushima werden sterben

http://www.bild.de/news/2011/news/arbeiter-helden-in-fukushima-werden-sterben-16839666.bild.html

/12/ Wikipedia: Nuklearkatastrophe von Fukushima; http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima

/13/ Wikipedia: Strahlenrisiko;

http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenrisiko

/14/ UNSCEAR 2008 Report: Sources and effects of ionizing radiation. Band 2. Annex D – Health effects due to radiation from the Chernobyl accident. New York 2011

http://www.unscear.org/docs/reports/2008/11-80076_Report_2008_Annex_D.pdf

/15/ The Guardian: Why Fukushima made me Stopp worrying and love nuclear power

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/mar/21/pro-nuclear-japan-fukushima

/16/ George Monbiot: Going Critical;

http://www.monbiot.com/2011/03/21/going-critical/

/17/ EIKE: Grüne für Kernkraft!;

http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/gruene-fuer-kernkraft-warum-ich-wegen-fukushima-keine-bedenken-mehr-habe-und-die-kernkraft-liebe/

/18/ ROBIN WOOD: Atomunfall-Szenario für das AKW Krümmel ;

http://hamburglinks.wordpress.com/2009/07/11/robin-wood-atomunfall-szenario-fur-das-akw-krummel-rund-eine-million-hamburger-mussten-nach-reaktorunfall-fluchten/

/19/ "IDENTIFIZIERUNG UND INTERNALISIERUNG

EXTERNER KOSTEN DER ENERGIEVERSORGUNG" der Prognos AG Basel;

http://www.zukunftslobby.de/Tacheles/prognstu.html

/20/ BUND: KKW Fessenheim;

http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/waswaerewenn.html

/21/ The European, 29.04.2011: Japan hustet, Deutschland wird krank

http://www.theeuropean.de/ralph-martin/6506-berichterstattung-zu-fukushima

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31 Kommentare

  1. Als erstes ein Dankeschön für Ihre Darstellung der Übertreibung die dem Zweck dienen, politische Ziele zu erreichen und mehr nicht.
    Keine detaillierte Information ist durch Medien zum Bürger gebracht worden, nur Panik und Ängste schüren wohin mal auch gelesen hat!
    Kernkraft ist eine technische Herausforderung die mit Umsicht, Weitsicht und guten Kontrollen realisierbar ist.
    Auch für jedes Land?
    Wohin mit den radioaktiven Rest Stoffen?
    Betreiben in bewohntem Gebiet?
    Ich komme aus Hamburg und wohne in ca. 15km Entfernung vom Kraftwerk Krümmel und habe im Freundeskreis zwei Mitarbeiter dieses Unternehmens die mit Ihren Erfahrungen und Ihrem technischen Wissen detaillierte Informationen weitergeben.
    Aber auch erhöhte Krebsraten von Kindern in der Umgebung des Kraftwerkes sind Gründe um sich gut zu informieren und bei Ablehnung auch bereit zu sein, weg zu ziehen und sich politisch gegen Atomstrom aktiv zu wehren!
    Ist ein Kohlekraftwerk die Lösung?
    Ich habe bedenken gegen den Betrieb von Kernkraftwerken, aufgrund meiner Unkenntnis, aber möchte auch kein Kohlekraftwerk in Moorburg, den die Folgen sind bekannt und ein Neubau schon fast pervers!
    Aber eine Alternative Stromerzeugung die meinen Vorstellungen entspricht ist nicht in Sicht!
    Weiter Forschen, weniger Kinder in die Welt setzen und der Natur nicht den Lebensraum nehmen!
    Rainer

  2. Das Thema ist komplizierter und hat viel mit Bildung zu tun. Wenn Politiker, Journalsiten usw. über Bildung (und das was Kinder in der Freizeit tun sollen) reden, so werden nur Musik, Sprachen und Sport genannt. Redet man über hochbegabte Kinder, so habe ich noch nie irgendwo etwas gehört oder gelesen, dass damit auch künftige Physiker, Chemiker usw. berücksichtigt werden. Politiker und Journalisten gehen davon aus, dass soetwas nicht kreativ ist. In diesem Zusammenhang sei auch Dietrich Schwanitz genannt. Seinem Buch über Bildung kann man entnehmen: „Naturwissenschaftliche Kenntnisse müssen zwar nicht versteckt werden, aber zur Bildung gehören sie nicht.“ Er ist nicht der Einzige. Hans Werner Heymann empfiehlt, dass „dass eine solide mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung nur diejenigen brauchen, die später einen entsprechenden Beruf ergreifen wollten. Für alle anderen Schüler würde etwa die Mathematik reichen, die man üblicherweise in den ersten 7 Jahren lernt (also keine quadratischen Funktionen oder Sinusfunktionen, kein exponentielles Wachstum,…)!“.
    Eine Zusammenfassung solcher „Werke“:
    http://tinyurl.com/7op49dm
    Was kann man da noch erwarten?

    Oder nehmen wir ein anderes Thema. Ich habe keine konkrete Statistik zu Waldorfschulen (und ähnlichen Einrichtungen gefunden. Aber ich habe mal nach deren Stundenplänen gegoogelt. Bis auf etwas Mathematik gibt es dort absolut nichts aus dem Bereich der Naturwissenschaft. Und wieviel von diesen Kindern werden später Juristen, Journalisten und Politiker?

    An vielen anderen Schulen sieht es nicht viel besser aus. Es ist dann kein Wunder, wenn kurz nach der Wende ein 13jähriger plötzlich feststellt:“Wir sind keine naturwissenschaftlich orientierte Gesellschaft mehr.“ Er hatte noch ein Jahr DDR-Physikunterricht erlebt. Danach war es mit eigenen Experimenten im Unterricht urplötzlich vorbei. Nur noch der Lehrer hat eine (reduzierte Menge) Versuche vorgeführt. Ich kann mich noch an meine Schulzeit erinnern. Es gab in Physik und Chemie eine Menge Experimente, die wir Schüler selbst durchführen durften. Alle Schüler haben zu unserer Schulzeit noch die Handknochen unseres Physiklehrers gesehen. Er lebt noch heute und das krebsfrei. Heute sind solche Versuche mit (relativ schwachen) Röntgenstrahlen sicher verboten.

    Das nur mal als ergänzende Gedanken zum Thema naturwissenschaftliche Bildung.

  3. Hallo, die letzten Beiträge hatten fast schon untypisch richtig Niveau. 🙂 Das kann man eigentlich darauf zurückführen, dass auch mal mehr sachbezogen und weniger emotional argumentiert wurde. Ich würde trotzdem etwas zu der Aussage von Peter Georgiev noch ergänzen. Sie schreiben: „Die grüne Bewegung ist ein Produkt der Überflussgesellschaft, oder höflicher, des hohen Lebensniveaus des Westens.“

    Da stimme ich Ihnen absolut zu. Nur wenn die materiellen Bedürfnisse ausreichend befriedigt sind, kann man sich vermehrt Gedanken über das machen, was über den Alltag hinaus geht. Psychologen würden da von der Maslowschen Bedürfnispyramide beim Individuum sprechen. Erst wenn die körperlichen Bedürfnisse und die finanzielle Sicherheit einigermassen erfüllt sind, beschäftigt man sich mit der Selbstverwirklichung und den Dingen um sich herum. Und so gesehen sind grüne Bewegungen insbesondere in den westlichen Industriestaaten ein Zeichen für Wohlstand und wenn man so will für eine Überflußgesellschaft. Das wiederum würde ich aber nicht als negativ ansehen. Ich kenne sehr viele Menschen in meinem Umfeld, die man nicht klassisch als Grüne bezeichnen würde und die auch nicht mehrheitlich grün wählen, aber die aus der Position des eigenen Wohlstandes heraus sich Gedanken darüber machen, was sie im Leben wollen und wie ein soziales Zusammenleben in der Zukunft aussehen könnte. Und das zeigt sich auch in Dingen des alltäglichen Leben. Die meisten haben eben keine Lust, viel Geld für Energie auszugeben. Wenn sie deswegen mit dem Auto meistens untertourig fahren, um Benzin zu sparen, oder öfters mal die ÖVM nutzen, sind sie nicht automatisch ein Grüner. Nur gibt es leider auch hier diese Feindbilder und Stereotypen, die man nur ungerne loslässt. Gerade was das Energiesparen in der Bevölkerung angeht, sieht man das meist viel mehr pragmatisch (wie viel kann ich damit einsparen) und weniger emotional (ist unser Planet noch zu retten). Und das finde ich ehrlich gesagt ganz gut.

  4. Hallo Herr Estermeier,

    Sie können gerne Ihre Umgebung mit Geschichten von „Ossis“ über Grüne erheitern.

    Sie haben noch einen wichtigen Grund für die „Übergrünung“ Deutschlands geliefert, der mir entfallen war: „Wer keine Probleme hat, schafft sich selber welche“, wie meine Eltern zu sagen pflegten.

    Viele Grüße
    Peter Georgiev

  5. #24 Herr Sander
    und
    #26 Herr Georgiev

    Ich habe eure Ausführungen mit Genuß gelesen. Schon in den 70er Jahren war ich als zugezogene Landpommeranz in München mit diversen K-Gruppen (Vorläufer B90/Grüne) und deren vertretene „Weisheiten“ konfrontiert. Schon damals konnte ich besondere Merkmale bei diesen Gruppierungen feststellen.
    1. Sie stammten überwiegend aus „gutem Hause“
    2. Sie litten nicht an materiellem Mangel
    3. Sie gaben sich außerordentlich Intellektuell
    4. Sie nervten ihre Mitmenschen mit Halbwissen und Dreiviertellügen

    Leider ist es nun mal so, daß sich manche (zu viele) Menschen in einer Wohlstandsgesellschaft mangels konkreter Probleme, in solche theoretischer Art vertiefen.
    Nicht umsonst bleiben die 3.-Weltländer bei den „Klimarettungsbemühungen“ aussen vor. Die lassen sich ihr Streben nach einem höheren Lebensstandart nicht von solchen Spinnern verbieten. Die asiatischen Länder sind von den Bauchschmerzen unserer Wohlstandsversager in keiner Weise beeindruckt.

    mfg
    Markus Estermeier

    PS: Ich hoffe, ich darf Eure Anmerkungen bei passender Gelegenheit verwenden.

  6. # 24; Herr Sander und alle

    Sehr geehrter Herr Sander,

    Ihre Ausführungen in kann ich in weiten Teilen bestätigen, in dem Sinne, dass sich Herr Stender über den Ursprung und die Verbreitung der Kernenergieablehnung irrt. Es sind Analogien in der Propagandamechanismen feststellbar, ansonsten haben die Rote und die Grüne Diktatur nichts miteinander zu tun.

    Die Ursachen der öffentlichen „dunkelgrünen“ Meinung beschäftigen mich, wobei ich mir folgende Fragen stelle:

    1. Warum sind die Grünen 10-15 Jahre nach der Wende im Osten auf keinen grünen Zweig gekommen (obwohl die Vorkämpfer für die Demokratie als B90 zu den Grünen gingen), und warum jetzt doch noch der Zuspruch? Der zweite Teil der Frage ist leichter zu beantworten: Abgesehen von der Generation 50+ sind auch im Osten alle mehr oder minder von dem Gesamt(West)deutschen Schulsystem und der Medienlandschaft geprägt. Daher gleicht sich die öffentliche Meinung immer mehr an. Warum am Anfang keiner ein Stück Brot den Grünen abkaufen wollte, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Man wollte im Osten keine glückliche Hühner, sondern glückliche Menschen. Etwas präziser formuliert: Als Ergebnis des anderen Schulsystems und der schwierigeren Lebensverhältnisse war das Niveau der naturwissenschaftliche Allgemeinbildung etwas höher, der gesunde Menschenverstand im täglichen Kampf mit dem Mangel geschärfter und ein gesundes Medienmisstrauen stark ausgeprägt. Damit hatte grüner Unsinn in Ossiköpfen wenig Chancen.

    Klammer auf. Bevor die Ost-West-Vorurteiledebatte wieder aufbricht: Die Ossis sind nicht schlauer und die Ausbildung war nicht besser, nur anders. Ein Grund lag vielleicht darin, dass die Frage Darwin oder Schöpfung im Osten klar beantwortet war. Der Unterschied ist aber in erster Linie in den prägenden unterschiedlichen Lebensverhältnissen zu suchen, wobei das höhere Lebensniveau im Westen zu einer bequemeren und unkritischeren Denkweise verleitet. Ein kleines Beispiel, wie der Wohlstand den Denkapparat verkümmern lässt: Wenn man bei Autopannen häufig die Vorderbeine unter die Motorhaube gesteckt hat, dann weis man sich zu helfen. Heutzutage wären aber die meisten schon mit einer Notrufsäule überfordert, man kann nur noch die im Handy gespeicherte ADAC-Nr. wählen. Daher sind uns die Amis im Zuge des langanhaltenden Wohlstands in Punkto allgemeine Verblödung weit im voraus. Angenehme Ausnahmen hier bestätigen nur die Regel. Klammer zu.

    2. Was ist Grün?: M. M. nach hat Grün mit Umweltschutz nur wenig miteinander zu tun. Der Ursprung, die 68er Bewegung, das waren die gesellschaftlichen Versager mit der 5 in Mathe und Naturwissenschaften, die die moderne Industriegesellschaft ablehnen. Ihr Kampf richtet sich gegen die modernsten Errungenschaften der Industriegesellschaft (Kernenergie, Auto, Gentechnik, Industrialisierung der Landwirtschaft). Ihr Traum ist die industrielose Gesellschaft mit den ältesten Fortbewegungsmitteln, den ältesten Energieerzeugungsanlagen und eine Landwirtschaft wie im Mittelalter. Kurz: Glückliche Hühner anstatt glückliche Menschen. Es lässt sich häufig mit Umweltschutz und Rettung der Welt begründen, aber wie soll die Natur verstehen, dass die Schneise für die Autobahn schlecht und die Schneise für die Eisenbahn gut sein soll? Und wer mehr Vögel getötet hat, die Windkraft oder die Atomkraft, steht wohl außer Frage. Naturschutz bedeutet zuerst die Gesetze der Natur zu verstehen und danach anzuwenden. Da stehen die Grünen ganz weit hinten. Vor allem hierzulande wird aber die Zerstörung von Infrastruktur oder Versuchsfelder als Umweltschutz wahrgenommen, was mit mangelnden naturwissenschaftlichen Allgemeinbildung zu tun hat.
    3. Rolle der Medien: Wer Journalistik studieren will, ist eher die Künstlernatur und nicht gerade ein Ass in Mathe. Der typische Grünenwähler also. Das erklärt aber ungenügend die flächendeckende Verseuchung der Redaktionen, da hat z.Z. vielleicht auch der Staat bzw. die gleichgeschaltete Parteienlandschaft die Finger im Spiel.

    Kurz: Die grüne Bewegung ist ein Produkt der Überflussgesellschaft, oder höflicher, des hohen Lebensniveaus des Westens. In Osteuropa lacht man sich tot, wenn jemand kommt, dass CO2 Gift und Windmühlen besser als KKWs sind. Wenn der Wohlstand sinkt, wird die bisher schweigende Mehrheit der grünen Minderheit klar machen, dass glückliche Menschen doch wichtiger sind als glückliche Hühner. So lange aus Unwissenheit fast alle glauben, dass die Vision der Grünen und der Wohlstand zusammenpassen, wird sich nichts ändern.

    MfG

    PG

  7. zum Kommentar von #24:
    „…aber niemand wird gezwungen, seinen eigenen Verstand nicht zu gebrauchen…“
    Dazu fehlen aber den meisten offensichtlich die Grundlagen. Wenn vor zwei Jahren bei G. Jauch ein Jurastudent alle möglichen Fragen beantwiorten kann, aber sagt, dass er noch nie etwas von der Anomalie des Wassers gehört hat, dann ist das bedenklich. Wenn ein Arzt von der Wirkung „tachyonisierten Wassers“ überzeugt ist, dann muss etwas mit der naturwissenschaftlichen Bildung schief gelaufen sein. Viele werden durch die Medien manipuliert. Und die Medien manipulieren sich gegenseitig. In der heutigen Zeit basieren viel Meinungen auf Vorurteilen. Da denkt keiner mehr kritisch darüber nach. Man sieht das z.B. deutlich bei Spiegel online in vielen Forenbeiträgen. Auch wenn man sachlich argumentiert, interessiert das diejenigen mit Vorurteilen überhaupt nicht. Da muss dann schon in der Kindheit oder Schule etwas schief gegangen sein. Deshalb erwarte ich nicht, dass die alle (einschl. vieler Journalisten) ihre eigenen Aussagen mal kritisch überprüfen. Soetwas ändert sich wahrscheinlich nur sehr langsam.

  8. zu #4: Gerd Stender
    „Kernenergie war … Symbol für den Kapitalismus und den galt es ja zu bekämpfen. Vor und nach der Wiedervereinigung gingen diese Clubs und Grüppchen in den Grünen auf…

    Nach Unterwanderung der Medien wurde die deutsche Bevölkerung …“

    An der Stelle irren Sie. Das erste KKW wurde in der Sowjetunion gebaut. Energie galt damals als wesentliche Voraussetzung für Wirtschaftswachstum. Kernkraft gehörte dazu. Deshalb gab es ab 1964 z.B. auch in einer Zeitschrift für Kinder und Jugendliche die Comicserie mit Atomino (das Aussehen sollte an ein Atom erinnern). Diese Serie wurde von allen als positiv bewertet und deshalb gegenüber dem italienischen Original erweitert. Wegen der Resonanz gab es auch mehrere Bücher. Atomino galt als genialer Erfinder und führte Kinder durch Naturwissenschaft und Technik. Nach mehreren Abenteuern konnte er einem bösen Menschen eine Atombombe entwenden und die in einem KKW nutzbar machen.

    Auch andere naturwissenschaftlich orientierte Zeitschriften haben damals die Kernkraft als Fortschritt für die Menschheit betrachtet. Ich kann mich noch an Beiträge in Jugendzeitschriften erinnern, in denen Anwendungen der Kernkraft als positiv für die Menschheit erläutert wurden (z.B. Autos mit „Atombatterie“). Im Physikunterricht in der Schule wurde das Thema auch normal behandelt. D.h. man lernte die Funktion kennen und, dass der Bau von Atombomben verhindert werden muss.

    Bis zur Wende war Kernkraft für die Mehrheit (und Staat und Partei) kein negativ besetztes Thema. Es gab bis dahin nur sehr wenige Kritiker. Ich nehme an, dass deren Zahl erst mit dem NATO-Doppelbeschluss zugenommen hat. Erst 1986 oder 87 habe ich das mitgekriegt. Ein entfernter Verwandter hielt in der Kirche Vorträge für die Umwelt, gegen Technik und auch gegen KKW. Er hatte versucht, mich zu überzeugen, dass Natur besser als Technik wäre. Ich habe dankend abgelehnt, weil Physik und Technik mich mehr interessierten. Noch nicht einmal Tschernobyl hat zu verbreiteter Kritik geführt. Es wurde bei uns im Betrieb nur gemeckert, dass zu wenig in der Zeitung stand (und dort auch nur, dass es bei uns keine Gefhar gibt) und kein Jod verteilt wurde. Das war alles.

    Wenn man die Geschichte etwas genauer beobachtet, stellt man fest, dass die Kritik an der Kernkraft erst nach der Wende im Osten zum Thema wurde. Erst vor etwa 10 Jahren haben das Thema auch Linke im Osten aufgegriffen. Ich vermute, dass man damit mehr Fuss in den alten Bundesländern fassen wollte. Die meisten „Normalbürger“ in den neuen Bundesländern sind noch immer keine Kernkraftgegner. Zumindest in meiner Umgebung geht man davon aus, dass die gegenwärtige Situation sich wieder ändern wird. Und das trifft auch auf Menschen zu, die nicht studiert haben und keine absoluten Technikfreaks sind. Nur bei Künstlern sieht es etwas anders aus.

    Noch eine Anmerkung. Sind die Medien wirklich unterwandert? Kann man so sehen. Es sind aber wahrscheinlich nur die Kinder der 68er Generation. Und denen hat man es wahrscheinlich nicht anders beigebracht. Die heutige Gesellschaft wird von Juristen, Soziologen, Politikwissenschaftlern, Ökonomen usw. bestimmt. Da spielen Technik und Naturwissenschaft (mit Ausnahme Biologie und Klima“experten“) keine Rolle mehr.

  9. Angeregt durch Herrn #16: Harry Hain,

    in Bay2 Mittagsgespräch am 12.12., das mit einem Experten die Klimakonferenz in Durban nachbereitete, riefen nur stramme AGW Hörer an.
    Einer hat dann zur betroffenen Zustimmung der Moderatorin vermeldet, dass die Herstellung von Grillkohle und der Einmal-Essstäbchen die Regenwälder dezimieren, also zur Klimakatastrophe beiträgt.

  10. #14: Götz Ruprecht
    Die Schilddrüse besitzt die biologische Fähigkeit extrem geringe Mengen Jod selektiv aufzunehmen und angereichert zu speichern.
    Das tut sie nur dann nicht, wenn sie mit einer Überdosis (Jodtabletten) „gesättigt“ ist.
    radioaktives Jod ist über das Weidevieh mit der Milch in die menschliche Nahrungskette gelangt,
    ca 7 Jahre, dann war es komplett abgeklungen.

    mfG

  11. Wieso, es hat doch eine Apokalypse gegeben.
    Einfach mal Auslandsjournal (in der Mediathek, ZDF) von gestern Abend schauen.

    Ab Minute 14.15 sagt dann Theo Koll sinngemäß:
    16.000 Menschen sind der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe zum Opfer gefallen. 4.000 Menschen werden noch vermisst.

    Mit dem Zweiten lügt sichs besser.
    Überlege gerade, ob man nicht eine Gegendarstellung erwirken sollte.

  12. Tschernobyl hat bislang 60 Tote in 25 Jahren gekostet, siehe die Berichte der UN- Kommissionen nach 20 bzw. 25 Jahren. Und es werden weitere 4000 – 6000 Tote „erwartet“. Ich erwarte, dass in den nächsten 50 – 100 Jahren die jetzigen Atomkraftgegner sterben…

  13. #4 Hr. Stender:

    „Kernenergie war in den Augen der bis zum Zusammenbruch des Ostblocks bestehenden kommunistischen Clubs und Grüppchen das Symbol für den Kapitalismus und den galt es ja zu bekämpfen.“

    Und im Ostblock war Kernenergie Teufelszeug in den Augen einer vorrangig kirchlich und von interessierten Kreisen von außerhalb geförderten Umweltbewegung, galt sie doch bei den Kommunisten als günstige Energieerzeugungsmöglichkeit. Und den Ostblock galt es ja zu bekämpfen.

    Suchen Sie die Schnittmengen! :))

  14. Die Frage nach dem „warum“ beantwortet dieser großartige Artikel von Prof.Kepplinger:
    http://tinyurl.com/dyemvey

    Die deutschen Medien sind von der Denke der Endzeit-68 durchsetzt, angeheizt von den Gesellschaftszerstörern der „Frankfurter Schule“. In anderen Ländern haben diese Kulturmarxisten zum Glück nicht so recht Fuß fassen können.

  15. Interessant was nicht alles so geschrieben steht.
    Einen Kalauer (wenn es nicht so trauig wäre) habe ich hier entdeckt: http://tinyurl.com/d64bvwf
    sinngemäß: für die Herstellung von Grillkohle sterben „Bergleute“ und das Kastenwesen in Indien war eine ganz tolle gesellschaftliche Errungenschaft. Einfach lesen.

  16. Die 6000 Schilddrüsenkrebserkankungen wurden lediglich Tschernobyl „zugeordnet“, durch die gemessenen Strahlenwerte lassen sie sich nicht erklären. Die wahrscheinlichste Erklärung ist der „Aufdeckungseffekt“ (enhanced screening).

    Siehe hierzu auch die sehr schöne Zusammenfassung von UNSCEAR
    http://www.unscear.org/unscear/en/chernobyl.html

    Auch sind die Heilungschancen extrem hoch. Von den 6000 Erkrankungen sind bisher nur ca. 10 Todesfälle zu verzeichnen.

    Es ist höchst interessant, hierzu auch Jaworowkis detailierte Tschernobyl-Analyse zu lesen:
    http://tinyurl.com/6wkvj4x

    Auch ist die hypothetische Wirkung der Jodtabletten äußerst zweifelhaft.

  17. @#6, Herr Hain,

    in Ihren links verweisen Sie auf wichtige Zusammenhänge die in meinen Augen Symptome sind aber keine Erklärung der Ursachen.
    Aber warum das Ganze ausgerechnet in D?
    Könnte es nicht einfach daran liegen, dasss D ein deutlich höheres Wohlstandsniveau hat, als andere Länder?
    Bei vielen Gegnern von Projekten aller Art (Gentechnik, S21, Flughäfen, etc…) habe ich nicht den Eindruck, dass sie vom Armut getrieben sind, im Gegenteuil. Böse Zungen nennen das spätrömische Dekadenz, oder: „Wenns dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis“.

    Wie schrieb schon Bertold Brecht:

    „Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
    Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
    Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
    Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
    Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
    Sägten weiter.“

    – Bertolt Brecht, Exil, III
    (Im Zusammenhang mit der Machtergreifung der braunen Horden)

  18. Hallo Miteinander,

    1. geschmolzener Kernbrennstoff (Pellets) ist nicht mehr durch andere, übliche Maßnahmen „zu bremsen“ (da zusammen geschmolzen), d.h. man befürchtet das unkontrollierte Durchgehen der Kernspaltung -> Atombombe

    Vielleicht noch eine Anmerkung zu meinem Kommentar zu diesem Unsinn.

    In den meisten Wiederaufbereitungsanlagen hat man bereits versehentlich kritische Massen zusammengerührt. Der letzte dokumentierte Fall war in Japan als man 2001 in einer Brennelementefabrik eine kritische Masse aus hochangereicherter Uranlösung herstellte. Die Masse erhitzte sich, dadurch wurde diese wiederum unterkritisch (negativer Temperatur- und Ausdehnungskoeffizient)kühlte ab, wurde wiederum kritisch und so köchelte sie eine Weile vor sich hin. Irgendwann bemerkten dies die Arbeiter, schauten nach und schütteten Borsäure hinein. Es wurden radioaktive Dämpfe freigesetzt und 2 der beteiligten Mitarbeiter verstarben an den Folgen der Radioaktivität.

    Das Entstehen einer kritischen Masse heisst noch lange nicht das diese analog eines Kernsprengkörpers explodiert. Hierzu bedarf es einiger weiterer Vorraussetzungen.

    Falls es von Interesse ist könnte ich einen kurzen Artikel zum Thema „Was Kernsprengkörper und Kernkraftwerk unterscheidet“ schreiben.

    Vandale

  19. Herr Demming – Beantwortung ihrer Fragen

    Jetzt möchte ich doch noch mal nachfragen:

    Offenbar ist eine „Kernschmelze“ das letzte, ultimative Ereignis eines GAU’s, kurz bevor die Welt untergeht!??
    Könnte das einer der Fachleute näher beschreiben?

    Ich habe mich schon viel mit KKW befasst, bin aber natürlich kein Fachmann.
    Ich will hier jedoch mal eine Reihe von Ereignissen zusammenstellen, bestimmt nicht vollständig:
    1. geschmolzener Kernbrennstoff (Pellets) ist nicht mehr durch andere, übliche Maßnahmen „zu bremsen“ (da zusammen geschmolzen), d.h. man befürchtet das unkontrollierte Durchgehen der Kernspaltung -> Atombombe

    Das ist ökologische Phantasie. Eine Mischung aus 3% spaltbarem U235 und Pu, wie im Leichtwasserreaktor hat keine kritische Masse. Erst eine exakte räumliche Anordnung aus Kernbrennstoff und Moderator kann mit 3% spaltbarem Material kritisch werden, umfangreichere Erläuterung s. mein Artikel in EIKE http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/fukushima-atomreaktor-wieder-angesprungen-stimmt-das/

    2. Wenn diese zusammengelaufene Kernmasse nicht explodiert, dann ist sie aber so heiß, das sie sich durch die Erde hindurch frisst (Hollywood über Harrisburg)

    Das ist gleichfalls ökoreligiöse Phantasie. Die Kernschmelze bildet ein sog. Corium. Dieses schmilzt zunächst Strukturteile, später den Reaktorboden auf. Dabei verdünnen sich die wärmeerzeugenden Spaltprodukte mit dem Uran, Zirkoniumbrennstabhüllen, Stahl…. Die Masse erstarrt irgendwann. Auf Wikipedia en chernobyl corium finden Sie Bilder einer erstarrten Kernschmelze.

    3. Heißer Kernbrennstoff muß gekühlt werden. Wenn die Hülle darum noch intakt bleibt, bleibt auch das Kühlwassser drin – sonst fließt es irgendwo hin, es bleibt nur großzügige Flutung.

    Das ist gequirlte Sch.. Im Zuge einer Reaktorüberhitzung erhitzt sich das Kühlwasser. Der Druck im Reaktorbehälter wird vom Druckhalter reguliert. Das heisst Dampf muss in den Sicherheitsbehälter (DWR), oder Kondensationskammern (Fukushima) abgegeben werden und von dort in den Sicherheitsbehälter und falls dessen Kapazität erschöpft ist idealerweise (In D gibt es sog. Wallmannfilter) über Filter in die Atmosphäre.

    4. Große Hitze spaltet das Wasser in H2 und O, Letzteres ergibt in der richtigen Mischung Knallgas. Ausserdem werden dann Gase freigesetzt, die die Umgebung contaminieren können.

    Der Wasserstoff in Fukushima und anderen Kernschmelzen entstammte der chemischen Reaktion der Zirkaly Brennstabhüllen mit dem Kühlwasser bei Temperaturen über 850°C. In Deutschen Kernkraftwerken sind deshalb die Sicherheitsbehälter mit N2 (Restsauerstoff < 5%) geflutet und man hat sog. Rekombinatoren. 5. Wenn die Pellets so heiß werden, das sie und die Stäbe, Rohre usw. der Haltevorrichtung schmelzen, ist das erstmal eine Riesensauerei, denn wie baut man dieses strahlende Etwas sauber aus und entsorgt es? Im Metallcontainer wäre wohl nicht ganz korrekt. In Harrisburg hat man sich der Aufgabe gestellt und den zusammengeschmolzenen Reaktorkern abgeräumt. Einfach mal googlen. Vandale

  20. Alle „Super-GAU“ Szenarien basieren auf der Annahme, das radioaktive Partikel Todesstrahlen sind und sofort Krebs und Mutationen verursachen. Sollte ein todesmutiger es wagen, Sushi von Fukushima-verstrahlten Fischen zu essen, wuerde er sofort grausam und qualvoll sterben – so die Theorie. Die Theorie hat dann als „logische“ Folge die „Unbewohnbarmachung“ eines risiegen Gebiets, mit totalem Wertverlust aller Immobilien usw. um sicherzugehen dass auch die Hausbesitzer und Industrie panische Angst vor AKW bekommen.
    So kann man sich eine „unvorstellbare“ Katastrophe zusammenträumen. Sobald man sich aber im klaren ist dass Strahlung natuerlich ist und die Partikel nicht mehr Krebs/Mutations-erregend sind als Zigaretten, dann platzt der Traum vom „Super GAU“ und wir sind wieder in der realen Welt in der man immer mehr auf Energie verzichten muss weil man es sich nicht mehr leisten kann. Die Anti-AKW Kampagne ist eine der erfolgreichsten Manipulationen des Jahrhunderts.

  21. #7: J. Müller
    Sehr geehrter Herr J.Müller,
    Vielen Dank für Ihre Mühe und die Erläuterung.

    Wenn ich das so überlege, dann ist für die Umwelt (Aussenstehenden) wohl der Pkt. 4. am unangenehmsten. Es sein denn, es werden Überdruckventile u.ä. eingebaut, um die unkontrollierte Entzündung / Explosion von Knallgas zu verhindern – Stichworte: radioaktive Wolke, Zerstörung der schützenden Hülle(n).
    Der Vortrag dem ich mal über Fuku zuhörte, erläuterte: Die Explosion war spektakulär, aber nicht weiter gefährlich, weil kaum radioaktive Stoffe ausgetreten waren / austreten konnten.

    Für die Aussenstehenden ist „Schrott“ im Innern der Hülle(n) nicht gefährlich, solange letztere dicht bleiben(?)
    Das „a und o“ bei einem KKW ist offenbar die Kühlung. Danke auch für den Hinweis der „kritischen Masse“. In Gesprächen höre ich oft: „… dann geht die Bombe hoch.“

    Wenn das so wie oben gedacht korrekt ist, warum dann die Aufregung?
    Na gut, ich weis schon…

  22. Sehr geehrter Herr Demming,

    zur Beantwortung Ihrer Frage empfehle ich Ihnen auf die Seite der Gesellschaft für Reaktorsicherheit unter http://www.grs.de zu gehen. Fragen Sie ggf. nach den Studien, die sich mit den Eintrittswahrscheinlichkeiten und den Unfallabläufen beschäftigt haben: Nach meiner Erinnerung sind diese alle öffentlich zugänglich. Daraus lassen sich Ihre Fragen sicherlich beantworten.
    Mit freundlichen Grüßen
    H Urbahn

  23. Herr Demmig,

    zu Ihrer Annahme 1), die Kernspaltung wurde bereits lange vor dem Erreichen der Flutwelle an d. jap. Küste gestopt. Der Reaktor war bereits herutergefahren. Im Übrigen kann ein Reaktor nicht (wesentlich) oberhalb seiner Nennleistung gefahren werden, da der Moderator (Wasser) die Neutronen bremsen muß, um überhaupt eine Kernspaltung zu ermöglichen. Wenn das Wasser verdampft ist, gibt es auch keine Kernspaltung mehr. Die Hitzeentwicklung nach dem Herunterfahren resultiert aus der Zerfallsenergie radioaktiver Isotope und nicht durch deren Spaltung. Die Restwärme beträgt unmittelbar nach Abschaltung immerhin beachtlich 4% der Nennleistung. Ein flüssiger „Kern“ kann also gar nicht explodieren (2).
    Zu 3): genau das war das Problem in Fukushima.
    Zu 4): um das zu verhindern gibt es (außer in Fukushima) hoffentlich überall sog. Rekombinatoren.
    Zu 5): In der Tat, eine Sauerei!
    BTW, jeglicher Vergeleich eines AKW mit einer Atombombe hinkt gewaltig, das sind zwei vollkommen verschiedene Funktionsprinzipien.
    Im Übrigen ist eine Kernschmelze in einem dafür ausgelegtem AKW kein Problem, es gibt schlimmeres…
    Das Austreten von radioaktiven Gasen hätte in AKWs von Fukushima durch Filter verhindert werden können. Dann hätte man auch den Druck rechtzeitig ablassen können, ohne den Reaktorbehälter zum bersten gebracht zu haben.
    Aber das war ja, wie wir heute wissen, eine (Fehl?)Entscheidung der jap. Behörden.

    MfG
    L. Grosser

  24. @#5: andreas Demmig:

    Ich versuche Ihre Fragen zu beantworten. Wenn ich falsch liege, bitte ich im Korrektur.
    „1. geschmolzener Kernbrennstoff (Pellets) ist nicht mehr durch andere, übliche Maßnahmen „zu bremsen“ (da zusammen geschmolzen), d.h. man befürchtet das unkontrollierte Durchgehen der Kernspaltung -> Atombombe
    2. Wenn diese zusammengelaufene Kernmasse nicht explodiert, dann ist sie aber so heiß, das sie sich durch die Erde hindurch frisst (Hollywood über Harrisburg)
    3. Heißer Kernbrennstoff muß gekühlt werden. Wenn die Hülle darum noch intakt bleibt, bleibt auch das Kühlwassser drin – sonst fließt es irgendwo hin, es bleibt nur großzügige Flutung.
    4. Große Hitze spaltet das Wasser in H2 und O, Letzteres ergibt in der richtigen Mischung Knallgas. Ausserdem werden dann Gase freigesetzt, die die Umgebung contaminieren können.
    5. Wenn die Pellets so heiß werden, das sie und die Stäbe, Rohre usw. der Haltevorrichtung schmelzen, ist das erstmal eine Riesensauerei, denn wie baut man dieses strahlende Etwas sauber aus und entsorgt es? Im Metallcontainer wäre wohl nicht ganz korrekt.“

    1. Dieser Prozess lässt sich unterbinden, in dem man die einzelnen Massen unterhalb der kritischen Masse hält. Pro Reaktor wird nur so viel Material verwendet, dass keine unkontrollierte Spaltung eintreten kann. Die kritische Masse bezieht sich auch auf eine Kugel, die bei flüssigen Metall nicht aufgebaut werden kann. Somit verschiebt sich die Grenze nach oben.
    2. Hollywood übertreibt gerne. Es gibt Materialien, die ohne Probleme 4000°C aushalten. Sind zwar teuer, sichern das ganze erneut ab.
    3. Die Kühlflüssigkeit zirkuliert in einem Kreislauf und durch die Wärme aus der Kühlflüssigkeit wird Energie gewonnen. Das Problem bei Fukushima waren die Pumpen, die ausfielen.
    4. Genau. Die Knallgasexplosion trat bei Fukushima ein und dadurch wurde der Reaktor von innen gesprengt. Das Problem waren die ausgefallenen Pumpen.
    5. Es ist eine richtige Sauerei. Durch die moderne Technik gibt es Roboter, die den größten Teil des Materials abtransportieren. In Metallcontainer einzuschließen ist der einfachste Weg. Alpha-Strahlung dringt nicht durch die Metallwand. Betastrahlung wird durch die Metallwand teilweise geblockt. Mit einer Schicht Blei wird ein noch größerer Teil der Betastrahlung geblockt. Das Problem ist die Gammastrahlung. Davor kann man nur sehr schwer schützen. Da müsste man Container mit einer 500m dicken Bleischicht haben. Da Strahlung per se bei den Ökofaschisten böse ist, wird kein Unterschied getroffen und alles ist gleich böse. Deswegen gab es bei Fukushima Männer, die sich der Radioaktivität ausgesetzt haben, weil diese Männer genau wussten was passieren kann und was nicht.

  25. Jetzt möchte ich doch noch mal nachfragen:

    Offenbar ist eine „Kernschmelze“ das letzte, ultimative Ereignis eines GAU’s, kurz bevor die Welt untergeht!??
    Könnte das einer der Fachleute näher beschreiben?

    Ich habe mich schon viel mit KKW befasst, bin aber natürlich kein Fachmann.
    Ich will hier jedoch mal eine Reihe von Ereignissen zusammenstellen, bestimmt nicht vollständig:
    1. geschmolzener Kernbrennstoff (Pellets) ist nicht mehr durch andere, übliche Maßnahmen „zu bremsen“ (da zusammen geschmolzen), d.h. man befürchtet das unkontrollierte Durchgehen der Kernspaltung -> Atombombe
    2. Wenn diese zusammengelaufene Kernmasse nicht explodiert, dann ist sie aber so heiß, das sie sich durch die Erde hindurch frisst (Hollywood über Harrisburg)
    3. Heißer Kernbrennstoff muß gekühlt werden. Wenn die Hülle darum noch intakt bleibt, bleibt auch das Kühlwassser drin – sonst fließt es irgendwo hin, es bleibt nur großzügige Flutung.
    4. Große Hitze spaltet das Wasser in H2 und O, Letzteres ergibt in der richtigen Mischung Knallgas. Ausserdem werden dann Gase freigesetzt, die die Umgebung contaminieren können.
    5. Wenn die Pellets so heiß werden, das sie und die Stäbe, Rohre usw. der Haltevorrichtung schmelzen, ist das erstmal eine Riesensauerei, denn wie baut man dieses strahlende Etwas sauber aus und entsorgt es? Im Metallcontainer wäre wohl nicht ganz korrekt.

  26. #1 Herr Steger,

    „Ich stelle mir aber die Frage, warum ausgerechnet in Deutschland die Ablehnung der Kernenergie in großen Teilen der Öffentlichkeit so groß – ja geradezu inbrünstig – ist.“

    Kernenergie war in den Augen der bis zum Zusammenbruch des Ostblocks bestehenden kommunistischen Clubs und Grüppchen das Symbol für den Kapitalismus und den galt es ja zu bekämpfen. Vor und nach der Wiedervereinigung gingen diese Clubs und Grüppchen in den Grünen auf.
    Der Hass auf den Kapitalismus und auf dessen Symbol, der Kernenergie, blieb und wurde die Klammer dieser Partei.
    Nach Unterwanderung der Medien wurde die deutsche Bevölkerung dann über viele Jahre mit Erfolg „sturmreif“ geschossen mit dem status quo als Ergebnis

    mfG GS

  27. Im Gegensatz zum Artikel des Herrn Schoeps gibt es in Deutschland eine große Anzahl naturwissenschaftlich geprägter Nuklearwissenschaftler. Beispielsweise hatte eine mir sehr nahe stehende Person, 50 Jahre Strahlenschutz und Reaktorsicherheit im Zuge des Fukushima Schwindels Anfragen von Medien erhalten. Er hat seine Artikel ausgearbeitet. Diese wurden dann jedoch wiederum als unpassend abgelehnt.

    Herr Schoeps hat den Unterschied zwischen Ökoatomwissenschaft und Naturwissenschaft, die ähnlich der naturwissenschaftlichen Evolution und der biblischen Schöpfung grundverschieden sind, nicht erwähnt.

    Die Deutsche Regierung verlässt sich bei der alltäglichen Administration auf naturwissenschaftlich geprägte Wissenschaftler. Politisch lassen sich die Politiker wie Trittin, Gabriel, Röttgen und ihre Merkwürdigkeit von Öko Wissenschaftlern, Michael S, Wolfram K beraten die auch Leitungspositionen in der Atomaufsicht wahrnehmen.

    Die Qualtitätsmedien verlassen sich nahezu ausschliesslich auf Ökoatomwissenschaftler. Je geringer die Kenntnisse und je ausgeprägter die Phantasie desto erfolgreicher. Kerntechnikkenntnisse sind hier ein Ausschlusskriterium.

    Vandale

  28. @#1: Stefan Steger sagt:
    „Ich stelle mir aber die Frage, warum ausgerechnet in Deutschland die Ablehnung der Kernenergie in großen Teilen der Öffentlichkeit so groß – ja geradezu inbrünstig – ist.“

    Sehr geehrter herr Stegner,

    vielleicht weil es
    a) einen Unterschied gibt zwischen „öffentlicher“ und „veröffentlichter“ Meinung? und
    b) die „veröffentlichte“ Meinung in den Händen nur weniger Personen Liegt?

  29. Ein sehr gut geschriebener Beitrag, der die Lügen der Anti-AKW-Bewegung verdeutlicht.
    Ich stelle mir aber die Frage, warum ausgerechnet in Deutschland die Ablehnung der Kernenergie in großen Teilen der Öffentlichkeit so groß – ja geradezu inbrünstig – ist.
    Eine plausible Antwort darauf habe ich noch nicht gefunden.

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