Autoindustrie am Gängelband der Politik – Planwirtschaft läßt grüßen

Freunde der Planwirtschaft. Bild Fotolia, Urheber masterric3000

„Die Bestrebungen, die zur Einschränkung des Wettbewerbs in einzelnen Produktionszweigen führen, sind in letzter Linie darauf gerichtet, das kapitalistische System der Marktwirtschaft durch ein sozialistisches System der Gemeinwirtschaft zu ersetzen. Es ist dabei ohne Belang, ob dieses Ziel von denen, die es anstreben, als Sozialismus angesehen wird oder nicht.“ (Ludwig von Mises)

von Michael Paulwitz
Erich Honecker hätte am „Dieselgipfel“ seine helle Freude gehabt: Die Autohersteller müssen antreten, um sich von der Politik sagen zu lassen, unter welchen Bedingungen sie weiter Autos bauen dürfen – und welche.


Daß man nur ein weiteres überschaubares Lösegeld an die Umverteilungspolitiker bezahlen muß und Massenenteignungen der Kunden durch Fahrverbote nochmal abgewendet werden konnten, feiern sie schon als Erfolg.

Nach der faktenfreien Panik, mit der zuletzt Atomausstieg und „Energiewende“ inszeniert und übers Knie gebrochen wurden, offenbart die geschürte Hysterie um Feinstaub und Diesel­emissionen ein weiteres Mal den bedenklichen Geisteszustand der tonangebenden Kräfte in einem Land, das immer noch zu den führenden Industrienationen der Welt zählt.

Der „Diesel-Skandal“ ist ein Phantomproblem

Die Zutaten sind skrupellose Öko-Lobbyisten und bornierte Sektierer in Politik und Medien, die bedenkenlos den industriellen Kern demontieren; eine opportunistische Regierungspartei, die vom Fürsprecher ökonomischer Vernunft und unternehmerischer Freiheit zum Handlanger ideologiegetriebener Wirtschaftshasser und Technikfeinde geworden ist; hasenfüßige Fachleute und Konzernlenker, die sich in ihrer Subventionsmentalität weiter an die Politik klammern und vor dem grün-linken Zeitgeist einen Kotau nach dem anderen vollführen, statt seinen Zumutungen energisch und rational zu widersprechen.

Der „Diesel-Skandal“ ist ein Produkt dieser Konstellation. Nüchtern betrachtet ist er ein Phantomproblem: Die Luft in Deutschland ist rein wie nie zuvor in einem Industrieland, die Autoabgase schadstoffärmer denn je, allein die vor allem bei Dieselaggregaten anfallenden Stickoxid-Emissionen sind im letzten Vierteljahrhundert um 70 Prozent gesunken.Trotz aller Erfolge mißbrauchen Lobbyisten mit Öko-Etikett und die von ihnen getriebene Politik ihre gewachsene Macht, um die Autoindustrie mit immer schärferen Grenzwerten zu treiben, die längst jedes vernünftige Maß hinter sich gelassen haben. Die zulässige Stickoxid-Belastung im Straßenverkehr ist inzwischen zwanzigmal niedriger als am Arbeitsplatz.

Die Autos, die die Kunden kaufen wollen und mit denen die Industrie Geld verdienen kann, können diese Anforderungen objektiv kaum erfüllen. Die Hersteller haben sich trotzdem auf das Spiel eingelassen und das Nicht-Machbare versprochen. Mit dem Hintergedanken, sich mit Tricksereien aus der Affäre zu ziehen, und in der Hoffnung, die Politik werde sie schon decken, um die Kuh nicht zu schlachten, an der die wichtigste Wertschöpfungskette im Lande hängt.

Auf dem Weg in die automobile Planwirtschaft

Diese Strategie ist an der Gnadenlosigkeit der Öko-Lobbyisten und Grün-Ideologen und an der Unterwürfigkeit der Politik gegenüber ihrer medialen Deutungsmacht grandios gescheitert. Denn bei der Panikmache mit absurden Grenzwerten und aus fiktiven Annahmen errechneten Horrorstatistiken über „Feinstaub“- und „Dieseltote“, die in letzter Konsequenz jedes Fahrzeug zur mörderischen Dreckschleuder stempeln, geht es längst nicht mehr um vorgeschobene hehre Ziele wie Luftreinhaltung und öffentliche Gesundheit.

Mit der massiven Kampagne gegen den Diesel­antrieb ist Deutschland auf Siebenmeilenstiefeln auf dem Weg in die automobile Planwirtschaft. Nicht nur ein vermeintlich „umweltschädlicher“ Antrieb soll verdrängt und aus dem Verkehr gezogen werden, die individuelle Mobilität und damit ein wesentliches Stück Bürgerfreiheit selbst steht zur Disposition. Die Bürger sollen umerzogen und gezwungen werden, bestimmte Fahrzeuge zu kaufen und andere nicht, und die Hersteller sollen ebenfalls ans Gängelband gelegt werden und ihr Angebot an ideologischen und politischen Vorgaben ausrichten.

Dem gelernten „DDR“-Bürger mag das seltsam bekannt vorkommen. Der „Trabant“ der grünen Planwirtschaft ist das Elektroauto. Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen bleibt es ein Prestigespielzeug für Wohlhabende, das noch dazu von der Allgemeinheit zwangssubventioniert werden muß. In Flexibilität, Reichweite und individueller Bewegungsfreiheit ist der E-Antrieb dem Verbrennungsmotor unterlegen und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben.

China ist kein Vorbild

Man mag den Furor belächeln, mit dem von Lehrern, Politologen und Studienabbrechern dominierte Grünen-Parteitage Totalverbote für Verbrennungsmotoren fordern oder der Sozialpädagoge Cem Özdemir der Autoindustrie erklären will, wie das Auto der Zukunft aussehen soll, und Bundeskanzlerin Merkel noch vor kurzem das Planziel von einer Million Elektroautos in ein paar Jahren ausgegeben hat.

Der rasante Vormarsch des Ungeists der sozialistischen Planwirtschaft in Politik und Öffentlichkeit sollte indes ebenso entschiedenen Widerspruch wecken wie die Begeisterung, mit der die Propagandisten der Elektromobilität die kommunistische Einparteiendiktatur China als Vorbild preisen. Peking geht es um handfeste wirtschaftliche Interessen: Ein Drittel der Wertschöpfung beim Bau eines Elektroautos findet in der Akkuproduktion statt. Und da hat das Reich der Mitte gegenüber den europäischen Motorenherstellern die Nase vorn.

Wie der Autoantrieb der Zukunft aussehen könnte, wird nicht in Politbüros und staatlichen Planungskommissionen entschieden, sondern im von dirigistischen Bevormundern möglichst ungehinderten freien Spiel von Markt und Forschergeist. Kaiser Wilhelm II. glaubte noch, die Zukunft gehöre dem Pferd; er war aber klug genug, nicht alles andere verbieten zu wollen. Planwirtschaft bedeutet schlechtere Versorgung zu höheren Preisen, das können die Nachwendedeutschen gerade an der „Energiewende“ lernen. Diesem Fehlgriff auch noch eine verordnete „Mobilitätswende“ folgen zu lassen, könnte Deutschland das industrielle Rückgrat brechen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Junge Freiheit hier

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10 Kommentare

  1. Ja liebe Freunde es geht jetzt rasch dem Ende zu .Sehr bald werden Autos überhaupt verboten.Die deutsche Autoindustrie ebenfalls.Endlich wird der Morgenthauplan verwirklicht ,zwar mit reichlich Verspätung aber dafür von den krauts selbst.Und was die machen,das machen sie gründlich.
    Bald wird krautistan in ein Land der Gartenzwerge in den Schrebergärten verwandelt sein.Alles nur zu unserem wohl.Hoch lebe unsere Führerin !
    Die freiwerdenden Arbeitskräfte werden dringend im Wahrheitsministerium im Liebesministerium und als Blockwarte ,die die Gartenzwerge vor schädlichem Gedankengut bewahren müssen,gebraucht.

  2. Zur Automobilindustrie und deren Gewerkschaften möchte ich schon gar nichts mehr sagen…wenn diese Deutschen Arbeitnehmervertreter und deren Mitglieder aus den Verrat an der Deutschen Kernkraft nichts gelernt haben, dann hält sich mein Mitleid beim Verlust der Deutschen Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie und anderen Deutschen Industrie- und Zuliefersparten inkl. Handwerk und Dienstleistungen in Grenzen.
    Der Verrat der Deutschen Gewerkschaften an den Arbeitnehmer hat mit dem Verrat an der Kernkraft angefangen….und dieser Verrat zieht sich jetzt Schritt für Schritt durch die gesamte Industriebranche und damit natürlich auch das Handwerk und die Dienstleistungsbranche….eines baut nämlich auf den anderen auf….ohne Industrie weniger Handwerk und auch weniger Dienstleistungen. Die Industrie verdient nämlich zum Großteil das Kapital (Geld für gute Löhne und Gehälter) von denen dann wieder das Handwerk und der Dienstleistungssektor profitiert.
    Viele Handwerks- und Dienstleistungsbetreibe sind direkt von der Industrie und indirekt von den gut zahlenden Industrieunternehmen abhängig….hohe und gut bezahlte Industriearbeitsplätze sind die Basis für eine gute Nachfrage bei Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben…vor allen bei denen, die Tarifgebunden sind und auch noch Ausbilden.
    Die Gewerkschaften sägen an dem Ast auf dem diese selbst sitzen….so dumm kann nur der Sozialismus sein…..der Gewerkschaftsgedanke….reicht nicht weiter bis zur eigenen Ideologiegrenze.

    • Ja auch die Gewerkschaften nicht nur die Regierung sind mit Ungeziefer verseucht.Was mich wundert ist ,daß die Arbeitnehmer ihren Betriebsräten nicht die Hucke vollhauen.

      • Die sind blind, rechnen sich irgendeinen Vorteil aus, merken aber, in ihrer grenzenlosen Klugheit, nicht, welchen Schaden sie sich selbst zufügen. Bei einigen ist es vielleicht Blindheit durch Gier. Die wollen auf der Seite des vermeintlich stärkeren stehen, das erspart wohl das denken.

    • Die Gewerkschaftsbonzen vertreten die Interessen ihrer Mitglieder genau so wenig wie die Volksvertreter die Interessen des Volkes.
      Beide sind nur an kurzfristigen „Erfolgen“ und guter Darstellung in den Medien interessiert.

  3. Deutlicher lassen sich der mediale Schadstoff-Ausstoß grüner Demagogen zu den angeblichen Diesel-Gefahren und deren polemisches Lügengebäude nicht beschreiben.

    Das ständige Schüren von Katastrophen-Ängsten ist typisch für eine gescheiterte Politik, bei der es weder um die Menschen, noch um die Rettung von Irgendwas geht, sondern nur um Deutungshoheit und Erhalt der eigenen Macht und Pfründe.

    Eine promovierte Physikerin als Dirigentin dieser grünen Kakophonie zusammengelogener Scheinargumente macht sich dabei zur Witzfigur und will dafür auch noch wiedergewählt werden. Noch grotesker geht es nicht.

    Danke an den Autor Paulwitz für diesen exzellenten Ruf nach Vernunft!

  4. Weil im Spiegel mal wieder behauptete wurde, dass „Technokraten“ die Welt regieren würden, habe ich mich bei Wikipedia über Technokratie informiert. Eigentlich sollen dabei Handlungen auf wissenschaftlichem und technischem Wissen basieren. Soetwas kann man eigentlich nicht kritisieren, weil es echte Wissenschaft ist. Doch dann wird bei Wikipedia in mehreren Abschnitten über die Kritiker geschrieben. Dabei werden eine Reihe von Soziologen, Theologen, Künstler, Philosophen (die Liste ist ziemlich lang), auch Georg Orwell und die 68er Bewegung genannt. Industrie wäre Technokratie und diese „Experten“ behaupteten, dass das der Ausgangspunkt für den Faschismus und den Holocaust sei.

    Wenn man den Blödsinn liest, was die Philosophen sich ausgedacht haben, kommt man auf den Einfall, die nicht als Philosophen sondern mit Viel-ge-soffen zu bezeichnen.

    http://tinyurl.com/yd5rgo28

  5. Sauber ist die Luft manchmal nicht. Aber wo kommt es her. Am 11.8. kamen hier in Berlin direkt über viele Häuser große Wolken. Das ist zweimal passiert. Es hat extrem gestunken und brannte in der Nase. Es war aber kein Brand. Der würde vollkommen anders riechen. Nach Knoblauch und faulen Eiern hat es auch nicht gerochen. Das ganze Gebiet und alle Straßen sahen neblig aus, wie die Bilder, die immer über Peking veröffentlicht werden. Die Feuerwehr hat auch bestätigt, dass es nicht gebrannt hatte. Das Umweltamt habe ich auch mal angerufen. Die wusste aber auch absolut nichts. Ich habe dem am Telefon dann meinen Wunsch gesagt. Es sollen endlich mehr Dieselautos auf der Straße fahren um die Luft zu reinigen. Die bewegen die Luft und die strömt dann weg.
    Zum Jahresende kommt dann wieder die Statistik, dass die Luftbelastung in Berlin mal wieder alle Grenzwerte 2017 überschritten hat. Die ursache schiebt man wieder den Dieselautos zu. Das ist so wie vor etwa zwei jahren. Dass Radwege und Straßenbahnschienen gebaut wurden und dadurch extremer Staub in der Luft entstanden ist, hat man vollkommen weggelassen.
    Was hier passiert ist, interessiert offensichtlich niemanden. Dabei war es extrem stark. Industrie gibt es hier nicht. Die Presse hat bis heute auch nichts gemeldet.

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