Die Entdeckung einer UHI-Verzerrung im Klima-Netzwerk von China, in welchem Tmin und Tmax als Temperatur-Divergenz herangezogen werden

Diese Arbeit zeigt, dass ein erheblicher Anteil der globalen Erwärmung in China von 1940 bis heute auf das Phänomen der Verstädterung zurückgeht. Die Klimamodelle jedoch bringen diese gleiche Erwärmung fälschlich mit anthropogenen Antrieben [durch CO2-Emissionen] in Verbindung.

Abstract

Temperaturaufzeichnungen zeigen, dass es in China im Zeitraum 1950 bis 2010 um etwa 0,8°C wärmer geworden ist. Allerdings ist nach wie vor eine Debatte im Gange, ob diese Erwärmung teilweise dem Bias durch Verstädterung geschuldet ist. Tatsächlich können Homogenisierungs-Verfahren in dicht bevölkerten Provinzen dort ineffizient sein, wo es seit den 40-ger Jahren zu einer signifikanten Verstädterung gekommen war. Mit dieser Studie wollen wir frühere Forschungen zu diesem Thema vervollständigen, indem wir zeigen, dass ein alternatives Verfahren auf der Grundlage einer Analyse der Divergenz zwischen Tiefsttemperatur (Tmin) und Höchsttemperatur (Tmax) seit den 1940-ger Jahren sinnvoll sein könnte, um diese Frage zu klären, weil UHI-Effekte die Erwärmung nächtlicher Temperaturen mehr hervorheben als die Tagestemperaturen. Dann kann die in den Daten zutage tretende Signifikanz der Divergenz evaluiert werden im Vergleich zu den Prophezeiungen der CMIP5-Modelle. Vom Zeitraum 1945 bis 1954 sowie 2005 bis 2014 prophezeien diese Modelle im Mittel und in China, dass die Minimum-Temperatur um 0,19 ± 0.06 °C stärker steigen soll als die Maximum-Temperatur. Allerdings zeigen die realen Aufzeichnungen während dieser Zeiträume, dass sich die Minimum-Temperatur um 0,83 ± 0.15 °C mehr erwärmt hatte als die Maximum-Temperatur.

Eine ähnliche Analyse zeigt, dass der Effekt in den kälteren Monaten von November bis April ausgeprägter ist als während der warmen Monate von April bis Oktober. Ein Vergleich mit den Aufzeichnungen bzgl. der Verstädterung in China zeigt, dass die sich durch einen großen Temperaturunterschied zwischen (Tmin) und (Tmax) auszeichnenden Regionen auch die am dichtesten besiedelten Regionen sind. Beispiel hierfür sind die Gebiete im Nordosten von China, in welchen es zu einer diffusen und raschen Verstädterung seit den 1940-ger Jahren gekommen war. Diese Ergebnisse sind signifikant und können das Vorhandensein eines substantiellen Verstädterungs-Bias‘ in den chinesischen Klimaaufzeichnungen sein, dem bislang nicht Rechnung getragen worden ist. Unter der Hypothese, dass Tmax eine bessere Maßzahl zur Untersuchung von Klimaänderungen ist als Tmean oder Tmin folgern wir, dass etwa 50% der Erwärmung in China seit den 1940-ger Jahren auf einen nicht korrigierten Verstädterungs-Bias zurückzuführen sein könnte. Außerdem fanden wir, dass die Aufzeichnungen der Maximum-Temperatur von Mai bis Oktober in China gleich warme Perioden in den 1940-ger und den 2000-er Jahren ergeben. Dies steht im Gegensatz zu den CMIP5-Modellen, welche prophezeit hatten, dass letzterer Zeitraum um etwa 1°C wärmer ausfallen sollte als ersterer Zeitraum.

Link zur gesamten Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S092181811930102X?via%3Dihub

Wichtiger Hinweis: Die Studie ist unter diesem Link 50 Tage lang frei herunter zu laden!




Wärmeinsel- und Stadtklima­effekte als Erwärmungs­verursacher Teil 1: Höhe des Stadt-Stadtrand­effektes von Zürich.

Die Leser unserer früheren Artikel haben durch Rückmeldungen im Kommentar meist mit bis zu 5 Grad Temperatur-Unterschieden den UHI bestätigt.

Um den vollständigen Wärmeinseleffekt zu ermitteln, müsste man auch noch die wärmenden Veränderungen zu den freien Flächen früherer Zeiten berücksichtigen, denn auch die freie Landfläche wurde durch menschliche Einwirkungen wärmer. Im Wesentlichen spielen hier Meliorationsmaßnahmen sowie der Ausbau von Land- und Fernstraßen, Eisenbahntrassen, Zersiedlung sowie neuerdings aber verstärkt die wärmende Wirkung der Wind- und Solarparks, eine Rolle. Aber auch Unterschiede in der Pflanzenhöhe, Bodenverdichtungen, geänderte Fruchtfolgen und Anbaumethoden sowie der Ausbau des Forstwegenetzes wirken sich bereits aus. Eine frisch gemähte Wiese ist im Sommer leicht bis zu drei Grad wärmer als 30 cm hohes Gras. Wenn in den letzten Jahrzehnten durch vermehrtes Mähen der Bauern die Wiesen kurz gehalten werden, dann trägt diese einfache Maßnahme auch bereits zur Erwärmung des Bodens und der Luft darüber bei.

Und zunehmend werden die 28 000 Windräder auch die freie Landschaft erwärmen, denn sie bremsen die Winde ab und damit entsteht weniger Verdunstungskälte.

Wenn man auch noch Effekte betrachtet, die durch das Abbremsen des horizontalen Windfeldes durch die Bebauung entstehen, gleichzeitig aber auch noch Konvektionsrollen oberhalb der Stadtgebiete entstehen, die wiederum zur Wolkenauflösung, folglich zur Änderung der Strahlungsflüsse führen, dann kann man erahnen, wie eine Stadt mit hoher Bebauung zur Änderung des lokalen bzw. regionalen Klimas beitragen kann und noch die freie Umgebung weit außerhalb beeinträchtigt.

Das IR-Video über den Stadtraum Zürich:

Im folgenden Infrarot-Video wird nicht der Wärmeinseleffekt dargestellt, ja noch nicht einmal der vollständige Stadt-Umlandeffekt (UHI) erfasst, sondern lediglich Änderungen von Tagestemperaturen der bebauten Fläche von Zürich im Vergleich zu den grünen Lungen der am Stadtrand gezeigt. Dabei war der 22. Juni besonders heiß.

Das Video zeigt Infrarot-Wärme-Bilder im Stundentakt und beginnt am 19.Juni 2017 um 0 Uhr. Es zeigt die viertägige Temperaturabfolge Zürichs bis zum 23. Juni in unterschiedlichen Wärmefarben.

Der ungeübte Betrachter tut sich schwer überhaupt etwas zu erkennen, deshalb soll zunächst der Google-Ausschnitt gezeigt werden, über welche Fläche die IR-Aufnahmen im Video streichen. Man achte auch auf die Straßenverläufe.

Diesen stets gleichen Blick von oben zeigt auch der Film. Anstatt eines Thermometers, das die einzelnen Wärme-Tagesabläufe anzeigt wird der Temperaturverlauf als Farbe über den Bildausschnitt gelegt. An der rechts in den Bildern eingeblendeten Farbskala lassen sich die Temperaturen, die zur jeweiligen Zeit herrschen, leicht abschätzen. https://youtu.be/mox5tHQDXt8

(Sollte der link nicht funktionieren, bitte kopieren und selbst in Google eingeben)

Bitte öfters die Bildabfolge betrachten, das ungeübte Auge tut sich zunächst schwer und erkennt anfangs nur die sich ändernden Farben der Temperaturabläufe.

Diese stündliche Infrarotbildfolge bietet aber gegenüber einer Thermometermessung und einer tabellarischen Auflistung manche Vorteile: Wir gehen davon aus, dass die Sonneneinstrahlung überall gleich ist.

Sofort ist an den Farbabstufungen erkennbar, dass unbewohnte Gebiete außerhalb der City grundsätzlich kälter sind. Man sieht auch, dass die einzelnen Stadtgebiete unterschiedlich warm sind, obwohl die Sonneneinstrahlung überall gleich ist. Die Straßen sind aus dem Häusermeer heraus auch erkennbar. Gehen wir nun zu den Aufnahmen in der Nacht. Wichtig ist, Die Außenbezirke kühlen schneller aus. Die Wärmeabstufung bleibt deutlich erhalten.
Genauere Ergebnisse aus den Farbabstufungen:

1) die Temperaturunterschiede zwischen bebauten und unbebauten Stadtgebieten sind ganztätig und rund um die Uhr zwischen 5 bis 6 Kelvin
2) die Straßenverläufe stechen extra raus und sind nochmals etwas wärmer. Das haben wir durch Eigenmessungen zuhause bestätigt. Ich habe auf meiner Siedlungsstraße zur gleichen Zeit Temperaturen von 42 bis 48 C mit dem IR-Thermometer gemessen. Dabei gab es zwischen 10 Uhr und 16 Uhr kaum Unterschiede. Und komischerweise hielt die Straße auch nachts ihre Wärme. von den Reifen der Autos wird sie vor meinem Haus nicht aufgeheizt, denn ab 22 Uhr fährt fast niemand mehr.

3) Erstaunlich, dass die 5-Kelvin Unterschiede bereits zwischen Stadt und Stadtrand deutlich sind. Zwischen der freien Landfläche und der Stadtmitte wären die Unterschiede sonst noch größer. Das haben wir im nächsten Ergebnissatz berücksichtigt.

Der UHI-effekt von Zürich betrug in der Zeit zwischen dem 19. Juni 2017 und dem 23.Juni 2017 mehr als 5 Kelvin.

Das ist erstaunlich hoch und zeigt erneut, dass die Temperaturbetrachtungen auf der Erde über längere Zeiträume nicht vergleichbar sind, da sich die Umgebungsbedingungen der Standorte ständig ändern. Eine globale Durchschnittstemperatur ist überhaupt nicht erfassbar.

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Teil 2: WI- Effekt im Juli für den Hohenpeißenberg und andere Stationen.

Schade, dass es dieses Infrarot-Video über Zürich nicht auch von deutschen Städten und für die stark heizend wirkenden Wind- und Solarparks des Norddeutschen Tieflandes gibt, man könnte viel leichter den Temperaturunterschied zwischen Stadt und Land darstellen und die Erwärmungswirkung der „Erneuerbaren Energien“ darstellen. Man kann erahnen, dass in Deutschland ganze Regionen wie z.B. der Bodenseeraum in den letzten 50 Jahren wärmer geworden wären. Aber auch ländliche Stationen wie der Hohepeißenberg im Alpenvorland würden interessante Ergebnisse liefern. Wir wären gespannt auf die Temperaturunterschiede vom einst kälteren Standort der Klimastation bei der Klosterkirche auf der höchsten Anhebung, wo bis 1934 die Messstation im Freien vor einer unbeheizten Klosterzelle stand. Heute steht das Messzentrum leicht tiefer. Anhand der Farben könnte man den heutigen tiefer liegenden und bebauten Standort mit Straße und seinen großen asphaltierten Parkplätzen genauer taxieren. Wir schätzen den WI- Effekt im Sommer auf 0,5 Kelvin ab 1970 im Vergleich zum früheren kälteren Standort. Doch auch ohne WI-Bereinigung sind die Julitemperaturen über 237 Jahre bemerkenswert.

Grafik 1: Seit 1781 hat sich der Monat Juli bei der Station Hohenpeißenberg kaum erwärmt. Man beachte, die ersten 70 Jahre werden als Kleine Eiszeit bezeichnet. Die Daten sind die Originaldaten, also noch nicht WI-bereinigt. Die wärmende Standortveränderung ab 1934 ist nicht berücksichtigt.

Die Grafik des HPB zeigt, dass die Temperaturen ab 1781 die nächsten 100 Jahre erst einmal leicht gefallen sind, die kleine Eiszeit hatte zugelegt an Kälte. Die Kältedepression lag beim Monat Juli um das Jahr 1890, erst seitdem sind die Juli-Temperaturen leicht angestiegen bis auf das heutige höhere Niveau.

Ergebnis: Mit dem WI-Korrekturfaktor von 0,5 C ab 1970 ergäbe sich für den HPB überhaupt keine Julierwärmung seit 1781

Außerdem ist bemerkenswert: Der DWD beginnt seine stärker WI-behafteten Aufzeichnungen Deutschlands ab 1881, das liegt mitten in der Kältedepression dieser Kurve. Mit diesen beiden „Tricks“ erhält der DWD-Juli für Gesamtdeutschland logischerweise eine Erwärmung mit steigender Trendlinie.

Grafik 2: Die DWD-Julitemperaturen sind seit 1881 um 1,1 K angestiegen. Die Daten sind die Originaldaten und nicht WI-bereinigt und beginnen in einer Kältedepression

Beachte: Der Juli wurde nicht überall wärmer in Deutschland. Es kommt auf den Betrachtungszeitraum an. 1881 lag in einer leichten Kältedepression wie Grafik 1 zeigt. Außerdem sind die DWD-Daten nicht wärmeinselbereinigt. Die früheren Messstationen lagen an viel kälteren Standorten bei fast unbeheizten Klöstern, bei Forsthäusern am Waldrand, bei den Fischteichen vor den Toren der Stadt.

Trotzdem gilt das Ergebnis: In den Wärmeinseln, also dort wo die Messstationen heute stehen, wurde der Juli seit 1881 wärmer.

Diese Erwärmung ist natürlich überhaupt nicht auf das lebensnotwendige Gas Kohlendioxid zurückzuführen, das unsere Leser gerade ausatmen, sondern auf verschiedenste WI- Effekte, eine höhere Sonnenscheindauer und häufigere südliche Großwetterlagen. Bislang gibt es noch immer keinen wissenschaftlichen Versuchsnachweis für den behaupteten und in Deutschland hoch gehandelten CO2-Treibhauseffekt. Die orakelhaft behauptete Klimasensitivität von CO2 gibt es versuchstechnisch nicht. Also müssen die ständigen Klimaänderungen auf der Erde eben andere Ursachen haben.

Betrachten wir zum Abschluss erneut den Hohenpeißenberg und wählen wir als Betrachtungszeitraum die letzten 36 Jahre:

Grafik 3: An WI-armen Standorten und in den unbebauten Freiflächen Deutschlands zeigt der Monat Juli seit 1982 nur eine minimale, nicht signifikante Erwärmung. Und selbst da müsste man noch WI- Effekte abziehen, welche durch verschiedenste Landschaftsveränderungen (siehe Teil 1) verursacht wurden. Und dass der Juli (trotz weltweit gestiegener CO2- Werte) auch kühler werden kann, zeigt ein Blick westwärts- nach Zentralengland:

Grafik 4: In Zentralengland kühlte sich der Juli trotz massiv steigender CO2- Werte gar minimal (nicht signifikant!) ab. Die jährliche weltweit steigende CO2-Konzentration in der Atmosphäre (grüner Pfeil) zeigt keinerlei Ursache-Wirkung zum Temperaturverlauf. Wenn Rückschlüsse erlaubt wären, dann zeigt die Grafik, dass steigende CO2-Konzentrationen in Zentralengland eine Abkühlung bewirkt hätten.

Und schaut man noch weiter westwärts über den „großen Teich“, so findet sich gar eine Station mit markanter Juli- Abkühlung; diese ist (noch) sehr ländlich, westlich von Washington D. C. gelegen: die Dale-Enterprise Wetterstation bei einer isoliert stehenden Farm in Virginia.

Grafik 5: Juli- Abkühlung an einer WI- armen US- Station. Auch im ländlichen Virginia ist seit 1982 die CO2-Konzentration der Atmosphäre von damals 342 ppm auf heute über 400 ppm angestiegen.

Hat CO2 hier auch eine Abkühlung bewirkt?

Als Gegensatz nehmen wir den Temperaturverlauf der sehr großen Stadt Washington, die Bundeshauptstadt der USA wächst seit Jahrzehnten und bietet sich zum Vergleich an, da sie nur knappe 100 Meilen von Dale-Enterprise entfernt ist.

Grafik 6: Der Temperaturunterschied der Großstadt Washington zur ländlichen Dale-Enterprise Farm ist eklatant. In der US-Metropole Washington wurde es im gleichen Zeitraum deutlich wärmer.

Frage: Welche Grafik zeigt uns nun den tatsächlichen Temperaturverlauf? Antwort: Beide Messstationen zeigen den Temperaturverlauf richtig an. In der Stadt wurde es wärmer, und auf dem Lande im gleichen Zeitraum kälter.

Der letzte Satz gilt genauso für Deutschland: der Temperaturverlauf von Berlin/Tempelhof hat seit 1982 bis heute eine Steigungsgerade von y = 0,029x und das 200 km entfernte, sehr ländliche Amtsberg bei Chemnitz eine unmerkliche Abkühlung von y = – 0,009x

Ergebnisse:

Da Kohlendioxid ein Gas ist und nahezu überall gleichmäßig verteilt derzeit mit 0,04% in der Atmosphäre auftritt, können die hier im Artikel gezeigten Temperaturverläufe nicht auf Kohlendioxid zurückzuführen sein. Das lebensnotwendige Gas kann in der Stadt nicht erwärmend und auf dem Lande gleichzeitig kühlend wirken.

Die Bezeichnung Treibhausgas für CO2 ist eine märchenhafte Wortschöpfung der Klimapanikmacher. CO2 ist entweder gar nicht klimawirksam oder nur sehr unwesentlich.

Unser Rat für die Politiker aller Parteien:

Es wird Zeit, dass die Diskussion über den angeblichen Klimakiller CO2 zu den Akten gelegt wird. Natur- und Umweltschutz sollten in den Mittelpunkt der Staatengemeinschaft gestellt werden und nicht das Geschäftsmodell Klimaschutz.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger Klimaforscher

Stefan Kämpfe, Diplom- Agraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Die Eisheiligen werden immer kälter, Vorschau auf 2017

So behauptete DWD-Vorstand Friedrich noch all die Jahre davor, dass

1) Die Eisheiligen in jüngster Zeit immer wärmer würden, sie seien bald zu Heißheiligen geworden, was die Presse dann gern zum Anlass nahm, um gleich von Schweißheiligen zu reden und

2) Überhaupt seien die Eisheiligen wegen der Klimaerwärmung bald gänzlich verschwunden.

Um diese Aussagen zu unterstreichen, wird meist auf das umfangreiche Archiv des Deutschen Wetterdienstes verwiesen. Das erweckt natürlich bei unseren unkritischen Medien Eindruck. Aber niemals wird irgendeine Temperaturgrafik gezeigt und schon gar nicht die Aussagen überprüft.

Wir wollen das im Voraus tun, damit der Leser weiß, worum es gehen wird ab dem 11.Mai und was wahr und falsch ist.

Wir wählen zur Betrachtung möglichst wärmeinselarme Stationen, also nicht Frankfurt-Land, denn die Station steht bekanntermaßen an den Landebahnen des Großflughafens im Strahle der 600 C heißen Abgase. In den Heizräumen unserer Häuser ist am Thermometer bekanntermaßen auch kein Eisheiliger feststellbar.

Die ersten beiden Grafiken beginnen 1985 und wir lassen Platz für den 2017er-Wert, damit der Leser die neuen Werte einordnen kann.

Grafik 1: Die fünf Eisheiligentage in Potsdam wurden seit 1985 eindeutig kälter. Das ist genau das Gegenteil dessen, was als Ankündigung der Eisheiligen in den Medien steht.

Die zweite Grafik kommt aus Dresden Klotzsche, genauso wie Potsdam eine offizielle Messstation des Deutschen Wetterdienstes. Herr Samuel Hochauf hat neben dem Temperaturmittel der fünf Tage in Blau auch noch die Maximaltemperaturen, die Minimumtemperaturen und auch die Minimumtemperaturen in Bodennähe (5cm) seit 1985 dargestellt bis 2015. Der fünf Tagesmittel der Eisheiligen für 2016 betrugen 12,88C, genau auf der Fortsetzung der blauen Linie. Die Grafik scheint zunächst etwas unübersichtlich, dem ungeübtem Betrachtet sei empfohlen, zunächst mit der blauen Betrachtung zu beginnen, das sind die üblichen Durchschnittstemperaturen der Eisheiligen seit 1985

Grafik 2: DWD-Station Dresden Klotzsche. Man betrachte zunächst Blau: In Blau sind die fünf Eisheiligentagesmittel dargestellt. In Braun die Tages-Maximaltemperaturen, in Grau die Minimaltemperaturen und in Gelb die Minimumtemperaturen in 5 cm-Bodennähe.

Auswertung: Die Minimumtemperaturen (gelb) in Bodennähe sind die kältesten und die Maximumtemperaturen (braun) die wärmsten. Wichtiger ist der Blick auf die Trendlinien: Die Trendlinien sind sich sehr ähnlich, sie sind nur parallel verschoben. Im Gegensatz zu manchen Vermutungen scheint es unwesentlich zu sein, welche Temperatur der Eisheiligen dargestellt werden. Alle vier Trendlinien zeigen, dass die Eisheiligen seit 1985 kälter und nicht wärmer wurden. Alle vier Trendlinien zeigen, dass die Aussagen der DWD-Führungsriege falsch sind. Die Eisheiligen werden kälter in Deutschland.

Und schließlich Goldbach bei Bischofswerda, die Klimastation gibt es erst seit 1996, aber auch dort werden die Eisheiligen kälter. Die ungenauen Angaben der DWD-Vorstände mit „in jüngster Zeit“ oder „in der „Gegenwart“, könnte man vielleicht die letzten 20 Jahre meinen. Aber auch in jüngster Zeit ist das Ergebnis eindeutig, die Eisheiligen werden kälter. Je kürzer der Betrachtungszeitraum, desto fallender die Trendlinien. Fallende Temperaturtrendlinien sind das genaue Gegenteil von Erwärmung. Und damit können die Eisheiligen in jüngster Zeit auch nicht zu Heißheiligen geworden sein. Wir bitten die Leser, bei entsprechenden Falschmeldungen sofort bei ihren Tageszeitungen aktiv zu werden.

Grafik 3: Auch in dem kleinen Ort Goldbach werden die Eisheiligen in der Gegenwart kälter. Man darf gespannt sein, wo sich 2017 einordnet.

Dieses Jahr erwarten wir von DWD Vorstand Friedrich vor dem 11. Mai folgende Eisheiligen-Pressemitteilungen: „ Der Monat Mai wird kälter, aber die Eisheiligen werden noch kälter.“ Und als Ergänzung: Die Eisheiligen werden bald wieder so kalt sein wie um die Jahrhundertmitte als die damaligen Klimaforscher eine neue Eiszeit befürchteten. Das war vor 60 Jahren.

Was könnten die Gründe sein für das Kälter werden der Eisheiligen seit über 20 Jahren?

Wir wissen, dass unter anderem die Sonnenaktivität die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen (GWL) beeinflusst; auch die AMO könnte hierbei eine Rolle spielen. Die seit 2 Jahrzehnten nachlassende Sonnenaktivität mit der (noch) bestehenden AMO- Warmphase scheint zu Witterungsextremen neigende Meridionallagen, welche im Frühling ohnehin besonders häufig auftreten, zu begünstigen, während die ausgleichend wirkenden Zonallagen (Westwetterlagen) seltener werden. Im „Horror- Frühling“ 2017 mussten wir das schon reichlich erleben – erst die angenehme Wärme bei Südwetter Ende März/Anfang April; dann die Nordlagen mit Horrorkälte, Schnee und schweren Spätfrostschäden ab Mitte April. Bei einer typischen „Eisheiligen-Lage“ befindet sich ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln, der Nordsee und/oder dem Nordmeer; manchmal dehnt es sich bis nach Skandinavien aus. Zwischen ihm und tieferem Luftdruck über Ost- und Südeuropa fließt dann arktische Luft nach Deutschland, die bei nächtlichem Aufklaren oft noch Fröste verursacht. Auch 2017 besteht diese Gefahr; zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Beitrages am 3.Mai war die Sicherheit der Mittelfrist-Prognosen aber noch ungenügend. Eine typische Eisheiligen-Lage erlebten wir 2016:

Abbildung 1: Nordlage am 14. Mai 2016. Tagsüber wurden kaum mehr als 10 bis 13 Grad erreicht; in den Mittelgebirgen gab es Schnee- und im Flachland Graupelschauer. Größere Frostschäden blieben aber aus, weil die Luftmasse (Arktische Meeresluft) relativ wolkenreich und der Wind stark war, so dass die nächtliche Abkühlung moderat ausfiel.

In dem hier gewählten kurzen Untersuchungszeitraum ab 1985, welcher wegen der starken Streuung der Häufigkeiten der Großwetterlagen keine signifikanten Aussagen zulässt, nahm die Häufigkeit der Nordlagen im Mai leicht zu, was eine höhere Wahrscheinlichkeit für deren Auftreten auch im Mai bedeutet:

Grafik 4: Seit 1985 nahm die Häufigkeit der Nordwetterlagen (hier die Objektive Wetterlagenklassifikation des DWD) im Mai leicht (nicht signifikant) zu. Im ungemütlichen Mai 1991 herrschte an 20 Tagen „Nordwetter“, was „Dauer- Eisheilige“ zur Folge hatte; es musste den ganzen Monat hindurch geheizt werden.

Für längerfristige Betrachtungen stehen seit 1881 nur die GWL nach HESS/BREZOWSKY zur Verfügung:

Grafik 5: Die Häufigkeit des „Nordwetters“ im Mai schwankte enorm; doch auch bei dieser langfristigen Betrachtung erkennt man eine Häufigkeitszunahme ab etwa 2010, was auch die Wahrscheinlichkeit für „Eisheiligen- Ereignisse“ wieder erhöht; ob diese unerfreuliche Entwicklung anhält, muss aber noch abgewartet werden.

Und am Ende zeigt sich: Die stetig steigende CO2- Konzentration vermag unser Klima auch im Mai nicht zu erwärmen und kann die Plage der „Eisheiligen“, den Horror aller Gärtner und Landwirte, nicht verhindern.

Fazit: Kaltluftvorstöße im Mai, welche bevorzugt (aber nicht immer) um die Eisheiligen auftreten, werden immer kälter.
Josef Kowatsch, unabhängiger, weil unbezahlter Natur- und Klimaforscher

Stefan Kämpfe, Diplom- Agrar- Ingenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher