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Rezepte zur Irreführung, mit Beispielen aus der Energiepolitik

Danach sollen auch die Kohlekraftwerke weg, weil man das Klima schützen will. Nun ist allbekannt: die Sonne geht abends unter und der Wind hat zumeist Flaute – und dennoch macht Deutschland mit seiner Energiewende unbeirrt weiter, und zwar ganz freiwillig.

Wie kann das sein?

Ein riesiges Land von 83 Millionen Menschen mit klugen und fleißigen Menschen – die zum Beispiel als Meisterleistung den Ressourcen sparenden Dieselmotor für Pkw’s entwickelt haben – will mehrheitlich ganz freiwillig zurück in die vorindustrielle Zeit ohne Stromversorgung!?!?

Mit Vernunft ist das nicht erklärbar, es ist ein Meisterstück der Demagogie.

 

Die Versuche von Solomon Asch und Stanley Milgram

Der Mensch verhält sich wie ein Herdentier: er folgt der Herde und er gehorcht dem Leittier. Das Herdenverhalten des Menschen wurde von Solomon Asch untersucht und in einem beeindruckenden Versuch bewiesen. Der Mensch glaubt, was ihm in ständiger Wiederholung immer und immer wieder vorgebetet wird. Wer zu Beginn noch zweifelt, folgt schließlich doch der Herde. Frau Prof. Elisabeth Noelle-Neumann begründete auf diesen Versuch ihre Untersuchungen zur „Schweigespirale“ [1]. Sie hat ein Buch dazu geschrieben, dessen Lektüre ist sehr zu empfehlen.

Die Gehorsamkeit des Menschen gegenüber der Obrigkeit wurde von Stanley Milgram in seinem Experiment untersucht und nachgewiesen. Das Erschreckende daran ist, daß auch gehorcht wird, wenn damit anderen Menschen geschadet oder sogar wehgetan wird.

Auf die Einzelheiten beider Versuche kann hier nicht eingegangen werden, sie wurden oft beschrieben, zum Beispiel (hier), (hier), (hier).

Jeder einzelne Mensch ist ein Individuum in der großen Herde eines Volkes oder der Menschheit. Die Medien vermitteln den Kontakt zwischen den einzelnen Individuen der riesengroßen Herde, sie sind das Bindeglied. Ohne die Medien gäbe es keinen Kontakt zwischen den einzelnen Menschen, anders als bei einer Herde von Tieren. Die Medien sind daher ungeheuer wichtig, damit sich ein Herdenverhalten unter Menschen ausbildet.

Das Trommelfeuer der Medien, immer wieder in allen Kanälen die gleiche Botschaft, steuert das Herdenverhalten der Menschen. So gehorcht der Einzelne der Herde. Und die Medien werden von der Obrigkeit gesteuert, sie bestimmt deren Überleben durch Zuckerbrot und Peitsche.

Die Lehren aus beiden Experimenten werden in der Politik angewandt um Wahlen zu gewinnen. Die Lehren aus beiden Experimenten wurden benutzt, um die Deutschen zum freiwilligen Ausstieg der lebensnotwendigen Stromversorgung zu bringen: zurück zum Mittelalter, und das inzwischen freiwillig mit Freude.

 

Beispiel 1

Die Energiewende begann, als in 1998 die Regierung Schröder – Fischer an die Macht kam und Minister Trittin die Energiewende startete. In einer Vereinbarung vom 14. Juni 2000 [2] hatte die Regierung mit den Stromversorgern den Ausstieg besiegelt. Man wollte für die Zukunft „eine umweltverträgliche und im europäischen Markt wettbewerbsfähige Energieversorgung weiter entwickeln“. Das bedeutete den Ersatz der Kernkraft durch die sogenannten „Erneuerbaren“, im wesentlichen Sonne und Wind. Natürlich wusste man, daß eine sichere Stromversorgung so nicht möglich ist, weil ja die Sonne abends unter geht und der Wind meist Flaute hat. Dennoch hatten die CEO’s der Stromversorger die Vereinbarung unterschrieben. Angesichts der vorherigen jahrelangen Kampagnen gegen die Kernkraft haben sie der Obrigkeit gehorcht, womit das Schicksal mit Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie seinen Lauf nahm. Zur Ehrenrettung der CEO’s muß allerdings gesagt werden:

  • Sie sahen in der Zustimmung zu der „Erpressung“ durch Trittin die Möglichkeit, zukünftig ohne ständige Behinderungen den Betrieb der KKW’s weiter führen zu können.
  • Es ist wohl so, daß die Herren durch das jahrelange Arbeiten unter der strengen Strahlenschutzverordnung an die Strahlengefahr geglaubt haben, die virtuelle Strahlengefahr wurde für sie zur Realität.

Den Gesetzen muß nun einmal gehorcht werden, wir wissen das. Aber wir wissen auch aus der Geschichte von Galileo bis zur Neuzeit, das es immer wieder falsche Gesetze gab und die Menschen unter Zwang zum Gehorchen gebracht wurden.

 

Beispiel 2

Beim Fukushima-Unfall (eine gute Zusammenfassung der Ereignisse finden Sie hier) am 15.3.2011 bestimmte die Kanzlerin Angela Merkel eine 180-Grad-Wende in der Kernenergiepolitik unseres Landes. Nachdem gerade ein halbes Jahr zuvor eine 10-jährige Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke beschlossen worden war, kehrte sie zurück zum Programm der Regierung Schröder – Fischer. Die gesamte CDU/CSU gehorchte und folgte dieser 180-Grad-Wende der Kanzlerin, Widerworte gegen diese Entscheidung von Frau Merkel wurden nicht oder kaum bekannt. Ich bin wenige Monate nach dieser 180-Grad-Wende aus der CSU ausgetreten, meine Mitgliedschaft in dieser Partei hatte etwa 5 Jahre betragen.

Die Ursache für dieses Gehorchen in diesem Beispiel ist eine tief verwurzelte Angst bei den Deutschen vor Strahlung von radioaktiven Stoffen. Eine gute Zusammenfassung zu den radiologischen Folgen des Unfalls in Japan finden Sie hier. Die Angst vor Strahlung hat eine Tradition seit dem Beginn der friedlichen Anwendung der Kernkraft und wurde mit den Medien im Volk verbreitet. Bei den Parlamentariern ist es hingegen die Angst vor dem Verlust eines gut bezahlten Postens, die sie zum Gehorchen ihrer Parteioberen getrieben hat.

Die Mitarbeiter in den Kernkraftwerken wurden ausgebildet und dabei haben sie die gesetzlichen Bestimmungen gelernt. Mit einer einfachen Modellvorstellung zum Zusammenhang von Strahlung und Krebsentstehung „Jedes Becquerel kann Krebs erzeugen“ wird die Lehrmeinung plausibel gemacht. Diese Modellvorstellung sollte im Experiment geprüft werden. Das machen die Strahlenbiologen, die sich mit der Wirkung von Strahlung auf einen lebenden Organismus befassen. In Fachzeitschriften wie der StrahlenschutzPRAXIS wird darüber berichtet. Der Gesetzgeber – das sind die Parlamentarier im Bundestag – gehorcht der Führung seiner Partei und kennt sich in der Sache nicht aus und die genannte Fachzeitschrift wird ignoriert.

 

Beispiel 3

In Fukushima hatte die Tsunami-Welle das Kraftwerksgelände überflutet. Die Kraftwerke waren etwa 45 Minuten zuvor beim Erdbeben schon automatisch abgeschaltet worden. Das Wasser der Flutwelle brachte die Stromversorgung zum Erliegen, die Reaktoren konnten nicht mehr gekühlt werden. Es kam zu Kernschmelzen und der entstehende Wasserstoff mußte irgendwann abgelassen werden. Der Wasserstoff explodierte und zerstörte die Gebäude. Dabei wurde auch Radioaktivität frei gesetzt, das war verboten. Durch die automatischen Strahlungsmessungen auf dem Kraftwerksgelände und der weltweiten Verbreitung der Meßwerte war zu sehen, daß niemand durch die Zusatzradioaktivität geschädigt werden konnte.

Dennoch, eine zusätzliche Strahlendosis ist laut Gesetz verboten. Die Menschen glauben, daß mit dem Grenzwert für Strahlung eine Gefahr verbunden ist und es entsteht Angst vor der Strahlung. Es wurden ca. 100 000 Personen im Umkreis aus ihren Häusern evakuiert, desgleichen die Menschen aus Krankenhäusern und Altenheimen abtransportiert. Und nach anfänglichem Zögern wurden sogar die Patienten aus den Intensivbereichen abtransportiert. Jedermann weiß, für Intensiv-Patienten ist die Versorgung durch die vielfältigen Gerätschaften lebensnotwendig. Dennoch wurde dem Befehl zur Evakuierung gehorcht, ca. 50 Intensivpatienten starben unmittelbar danach. Diese traurige Folge der Evakuierung wird oft verschwiegen, wie zum Beispiel in folgendem Bericht. Es war per Gesetz angeordneter Tod von Unschuldigen, durchgeführt von gehorsamen Untertanen und ist ein tragisches Paradebeispiel für die Lehre vom Stanley Milgram-Versuch. Und es gab weitere Todesopfer infolge der Evakuierungen der Altenheime: Der SPIEGEL sprach von 150 bis 600 Opfern, die Fachzeitschrift StrahlenschutzPRAXIS nannte >1000 Opfer und in japanischen Quellen stand 1600 Opfer geschrieben. Das Gehorchen hatte tödliche Folgen.

 

Beispiel 4

In der Folge der Ereignisse von Fukushima wurde in Deutschland die Strahlenschutzgesetzgebung verschärft. Es wurde ein Strahlenschutzgesetz geschaffen, wo zuvor eine Strahlenschutzverordnung galt. Das ist eine juristische Höherstufung. Und es wurden die Sicherheitszonen rund um die Standorte der Kernkraftwerke von 2/10/25km auf 5/20/100km erweitert. Der Anstoß für diese Erweiterung kam von der Politik, die Strahlenschutzkommission gehorchte der Politik und schrieb dazu eine Begründung, nachzulesen in Diskussionsbeiträgen in der StrahlenschutzPRAXIS 3/2014 (nur in ausgedruckter Form beim Autor erhältlich). Der Präsident der Strahlenschutzkommission war damals Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller, er kennt sich exzellent aus in der Problematik von biologischer Strahlenwirkung, das belegen seine Arbeiten zu dem Thema. Dennoch gehorchten die Fachleute der Kommission den unwissenden Politikern.

 

Beispiel 5

Aus dem Auspuff eines Autos kommen die Verbrennungsgase: hauptsächlich H2O und CO2. Elektromotoren haben keine Abgase, daher will die Politik Autos zukünftig mit Elektromotoren antreiben. Und die großen Autokonzerne gehorchen diesem Ansinnen, obwohl (fast) jedermann um die Unsinnigkeit dieser Idee weiß. Verkehr auf der Straße geht am besten mit Benzin oder Diesel. Woher sollte der Strom für e-Mobilität kommen, wenn aus der Stromerzeugung ausgestiegen wird???

Die Autohersteller hätten die Macht, durch Anzeigen in den großen Zeitungen auf den Unsinn der e-Mobilität hinzuweisen. Leider machen sie das nicht, sie gehorchen der Politik und werben stattdessen für e-Mobilität.

 

Beispiel 6: Ein Paradebeispiel für die Demagogie in den Medien durch ZDF Nachrichten am 26.4.2016 um 19:00 Uhr mit Frau Petra Gerster

Es werden zunächst Emotionen erzeugt durch Angst erzeugende Worte. Dann wird schließlich der entscheidende Satz gesagt: „Innerhalb von 25 Jahren sind ungefähr eine Million Menschen gestorben“. Dieser Satz ist derart in den ZDF-Bericht eingeschoben, daß der Zuhörer die Todesopfer dem Unfall zuordnet, was aber nicht gesagt wurde und was auch nicht geschehen ist. Daher ist der Satz richtig und nicht angreifbar. Was Petra Gerster vorgelesen hat, stammt von ausgebildeten Fachleuten in Agitation und Propaganda.

Hier der Wortlaut aus den ZDF-Nachrichten:

Petra Gerster: Tschernobyl, der Name steht für die bislang schwerste Atomkatastrophe weltweit. Heute vor 30 Jahren explodierte in dem ukrainischen Kernkraftwerk ein Reaktor. Eine radioaktive Wolke breitete sich bis nach Westeuropa aus, insgesamt 200 000 km² wurden verstrahlt, vor allem nahe des Unglücksortes mit schweren Folgen für Mensch und Natur bis heute. Der Reaktorblock 4 wurde damals zwar mit Beton versiegelt, mittlerweile aber ist die Hülle brüchig geworden. Strahlung entweicht. Nun wird vor dem Reaktorkomplex ein neuer Schutzmantel gebaut, eine bogenförmige Stahlkonstruktion, 160 m lang und knapp 110 m hoch. Dieser tonnenschwere Sarkophag soll 2017 über die Kraftwerksruine geschoben werden.

Wienand Wernicke berichtet.

Wienand Wernicke:     Besuch in der alten Heimat. Alexander lebte in Pritjat, einer Stadt mit etwa 50 000 Einwohnern ganz nahe am Kernkraftwerk. Heute eine Geisterstadt, verlassen und verstrahlt. 1986 war Alexander 10 Jahre alt, gemeinsam mit seiner Mutter bewohnte er eine 1-Zimmer-Wohnung. Hier schliefen sie, als in der Nacht das Unglück passierte. Heute erzählen viele, man hätte eine Explosion gehört. Wir nicht, wir haben geschlafen. Am Morgen bin ich wie viele meiner Klassenkameraden dann ganz normal zur Schule gegangen. Es gab keine Warnung, erst später wurde evakuiert. Das Ausmaß der Katastrophe, lange verschwiegen von der Sowjetunion. 26. April 1986 ein Reaktortest gerät außer Kontrolle. Es gibt eine Explosion und einen anschließenden einen Brand. Radioaktives Material wird frei gesetzt. Die Ersthelfer, kaum geschützt und mit bloßen Händen im strahlenden Schutt ohne daß ihnen gesagt wurde wie gefährlich, wie tödlich die Arbeit war, ganze Landstriche werden verstrahlt.

Alexej Jablokow untersucht seit Jahren die Folgen des Reaktorunfalles. Sein Fazit: Die Langzeitwirkung der Strahlung ist verheerend.Innerhalb von 25 Jahren sind ungefähr eine Million Menschen gestorben und es gab durch die Strahlung etwa 2 Millionen Fehlgeburten.

Der ukrainische Präsident erinnert am Jahrestag der Katastrophe an die Opfer und zeichnet Helfer aus und erklärt, daß die Ukraine an der zivilen Nutzung der Atomkraft festhalten wolle. Ein Abschalten der noch vorhandenen Kraftwerke im Land sei vorerst nicht möglich. Zur Zeit wird ein sogenannter Sarkophag gebaut. Er soll 2017 über die Trümmer geschoben werden. Unter ihm geschützt soll dann die Reaktorruine abgerissen werden. Was danach mit dem hoch verstrahlten Areal geschieht ist noch unklar.

Petra Gerster: Frage an Wienand Wernicke vor der Kraftwerksruine in Tschernobyl: Wie gefährlich ist denn nun heute die Strahlung noch?

Wienand Wernecke:    Die Strahlung hier in dem Gebiet ist relativ hoch und insofern ist es nur immer stundenweise möglich in diesem Gebiet zu sein. Das gilt auch für die Arbeiter, die an dieser Schutzhülle, diesem sogenannten Sarkophag arbeiten. Und wie stark die Strahlung ist erkennt man auch an der Tatsache, daß dieser Schutz, diese Hülle, nicht direkt über dem alten Reaktorblock gebaut wird, sondern das sind 100 oder 120 Meter Entfernung, wo das gebaut wird und dann nach Fertigstellung wird es erst darüber geschoben. Direkt an dem alten Reaktorblock wäre die Strahlung zu hoch, also insofern kann man schon ablesen, hier ist schon noch eine ganz schöne Gefahr.

Petra Gerster: Besorgnis erregende Informationen. Vielen Dank Wienand Wernecke nach Tschernobyl.

 

Dem geneigten Leser wird empfohlen, die aktuellen Ereignisse zu Corona unter dem Gesichtspunkt von Gehorchen und Herdenverhalten zu betrachten.

 

 

[1] „Die Schweigespirale, Öffentliche Meinung – unsere soziale Haut“ von Elisabeth Noelle-Neumann

[2] „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen vom 14. Juni 2000“. Es wurden die Restlaufzeiten der KKW’s in Deutschland festgelegt, die Erforschung von Gorleben beendet und das Recycling von abgebrannten Brennelementen verboten.

 

 




Seit 10 Jahren Fukushima

Wäre da nicht das ZDF hinter dem Busch hervorgekrochen mit seiner Sendung „Der ewige Gau? 10 Jahre Fukushima“. Gäbe es einen Karl-Eduard Richard Arthur von Schnitzler – auch Sudel Ede genannt – Preis, das ZDF hätte ihn mit Sicherheit in der Tasche. In bester Tradition schneidet man alte Aufnahmen des West-Fernsehens neu zusammen und läßt sie von den einschlägig Verdächtigen: Green Peace, Partei Bündnis 90/Die Grünen usw. kommentieren. Selbst der alte Lehrer Arnie Gunderson mit seiner Verschwörungstheorie von dem explodierten Brennelemente-Lagerbecken darf nicht fehlen. Die Verknüpfung „Atombombe“ gleich „Atomkraftwerk“ ist einfach zu verlockend. Als Staatsfunker braucht man nicht einmal elementare handwerkliche Fähigkeiten zu beachten: Eine simple Google-Abfrage und man hätte Aufnahmen des besenreinen Lagerbeckens von Block 4 senden können. Ausgewogenheit – also die Berücksichtigung von Pro und Kontra – ist mit der Einführung der Wohnungssteuer „Rundfunkgebühr“ sowieso nicht mehr nötig. Man dient nur seinem Herrn, der die nächste Gebührenerhöhung festsetzt. Sollen die Zuschauer doch abschalten, wenn sie soviel Propaganda nicht ertragen.

Was geschah am 11. März 2011?

Um 14:46 (Japan Standard Time) erschütterte das “Tohoku Earthquake” den Osten Japans mit einer Magnitude von 9.0 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag etwa 130 km östlich der Oshika Halbinsel in 24 km Tiefe. Quelle war ein Sprung der ineinander verhakten nordamerikanischen und pazifischen Platte. Dieser Sprung löste einen Tsunami aus, der über die japanische Küste hereinbrach. Er zerstörte mehr als eine Million Gebäude, tötete 19 729 Menschen, weitere 2 559 Opfer blieben bis heute vermißt und verletzte 6 233 Menschen zum Teil schwer. Ganze Landstriche waren innerhalb von Minuten dem Erdboden gleich gemacht. Für uns Mitteleuropäer eine unvorstellbare Naturkatastrophe von apokalyptischem Ausmaß.

Im Zusammenhang mit dem Reaktorunglück ist nur von Bedeutung, daß solche Tsunamis in Japan nicht unwahrscheinlich sind. Mit anderen (deutlichen) Worten: Dieses Kraftwerk hätte so nie an diesem Ort gebaut werden dürfen. Dies war unter Fachleuten – bitte nicht verwechseln mit „Atomexperten“ – bekannt. Es gab sogar einige wenige, die unter Inkaufnahme erheblicher beruflich Konsequenzen dabei nicht mitgespielt haben.

Die Ereignisse im Kernkraftwerk

Im Kernkraftwerk Fukushima waren drei der sechs Blöcke in Betrieb. Block 4 war bereits vollständig entladen für einen Brennstoffwechsel mit Wartungsarbeiten. Die Blöcke 5 und 6 waren in Vorbereitung zum Wiederanfahren nach erfolgtem Brennelementewechsel. Durch das Erdbeben wurden alle sechs Hochspannungstrassen unterbrochen. Die Notstromdiesel zur Eigenversorgung im Inselbetrieb starteten.

Für das Verständnis der Abläufe ist wichtig, daß zuerst alles nach Plan verlief: Durch die Erdbebensensoren wurde eine Schnellabschaltung ausgelöst und auch in Fukushima startete die Notversorgung – wie in fast allen japanischen Kernkraftwerken. Es wäre nichts passiert, wenn die Flutwelle nicht gekommen wäre oder man das Kraftwerk „wasserdicht“ gebaut hätte. Der Vorgang einer Schnellabschaltung infolge eines Erdbebens ist in Japan Routine. Die Betriebsmannschaft war allerdings bezüglich des Tsunami so ahnungslos, daß sie sogar die Abkühlung des Blocks 1 noch verzögerte, um – wie erwartet – möglichst schnell wieder ans Netz zu kommen. Dies war leider eine fatale Fehlentscheidung, wie sich bald herausstellen sollte. Es verstrich fast eine wertvolle Stunde in Ahnungslosigkeit. Hier zeigt sich, wie wichtig ein Kommunikationssystem ist, das auch bei schweren Naturkatastrophen intakt bleibt: Wäre die Betriebsmannschaft über die Gefahr eines schweren Tsunami informiert worden, hätte sie mit Sicherheit ganz anders reagiert. Bei den Reaktoren 2 und 3 wurde die Isolation der Reaktoren von dem konventionellen Teil des Kraftwerks automatisch durchgeführt und die notwendigen Notkühlsysteme ausgelöst. Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle drei Reaktoren in einem sicheren Zustand und auch die Notkühlung funktionierte wie geplant.

Etwa 50 Minuten nach dem Erdbeben (das hätte die „goldene Stunde“ sein können) brach eine Wasserwand auf das Kraftwerk ein und schlug alle Außeneinrichtungen der Blöcke 1 bis 4 kurz und klein. Dies war die Folge des bekannten Konstruktionsfehlers: Die Lage des Kraftwerks über dem Meeresspiegel war viel zu niedrig. Bereits in den etwas abgelegenen (neueren) Blöcke 5 und 6 waren die Zerstörungen wesentlich geringer. Sämtliche Kühlwasserpumpen der Blöcke 1 bis 4 sind abgesoffen und damit war keine Außenkühlung mehr möglich. Die Notstromdiesel, die Schaltanlagen und alle Batterien im Keller des Turbinengebäudes wurden durch das hereinbrechende Meerwasser zerstört. Zunächst überlebten die Diesel von Block 2 und 4, bis sie durch die zerstörten Schaltanlagen außer Gefecht gesetzt wurden. Die Batterien von Block 3 hielten noch durch, bis sie erschöpft waren. Es gab sogar einen zusätzlichen luftgekühlten Generator für den Block 6 – wenn man nur den Strom hätte nutzen können. Durch den totalen Stromausfall (station blackout) war die Mannschaft blind und kraftlos. Man hatte bald keine Informationen durch die Messgeräte mehr und konnte auch keine elektrischen Stellglieder mehr betätigen. So ließ sich das Ventil, welches man im Block 1 geschlossen hatte, um die Abkühlung zu verringern, nun nicht mehr öffnen. Hilfe von außen ließ auf sich warten, weil die Feuerwehr erstmal die zerstörten und verschütteten Straßen räumen mußte um sich zum Kraftwerk vorkämpfen zu können. Die Kernschmelze setzte etwa 5 Stunden später in Block 1 ein. Unter den hohen Temperaturen zersetzten sich die Brennstabhüllen durch eine chemische Reaktion zwischen Wasserdampf und Zirconium. Der Kern des Reaktors – eine Konstruktion mit Toleranzen von weniger als einem Millimeter – fällt nun unkontrolliert in sich zusammen. Da die Nachzerfallswärme immer noch weiter wirkt, schmelzen Teile sogar auf. Es entsteht ein „Corium“, eine Legierung aus allen Bauteilen des Kerns, die nach dem Erkalten eine lavaähnliche Schlacke bildet. Deren Beseitigung ist die zentrale Herausforderung des Rückbaus. Man hat nicht mehr eine verfahrenstechnische Anlage vor sich, sondern einen Stahlbehälter mit einer harten, widerborstigen Masse, die man zerkleinern und bergen muß. Sinnvollerweise wird dies erst in Jahrzehnten mit noch zu entwickelnden Robotern erfolgen.

Durch den ansteigenden Druck wurde der Deckel im Reaktor 1 undicht und es entwich Wasserstoff in das obere Stockwerk. Eine ganz normale Industriehalle und kein „Betonbunker“, wie er in modernen Kraftwerken üblich ist. Etwa nach 24 Stunden explodierte das gebildete Knallgas und lieferte die spektakulären und immer wieder gern gezeigten Bilder. Nur hat dies nichts mit Kerntechnik zu tun, sondern ist eher ein Vorgeschmack auf die viel gepriesene „Wasserstoffwirtschaft“.

Im Block 2 funktionierte die Notkühlung noch drei Tage. Allerdings stieg auch dort Druck und Temperatur an, weil durch den Ausfall der Kühlwasserpumpen die Wärme nicht mehr an die Umwelt abgegeben werden konnte. Der Versuch einer Druckentlastung damit die Feuerwehr Wasser einleiten konnte, scheiterte und es kam ebenfalls zu einer Teilschmelze. Allerdings weniger schlimm als in Block 1. Es gab auch keine Knallgasexplosion, da der „Schuppen“ über dem Reaktordruckbehälter schon durch die Explosion in Block 1 soweit zerstört war, daß der Wasserstoff abziehen konnte.

In Block 3 konnte man mittels Strom aus Batterien die Notkühlung noch etwas steuern. Da aber die Wärmesenke Meerwasser nicht mehr zur Verfügung stand, kam es auch dort zu einer Kernschmelze. Hier strömte das gebildete Knallgas nicht nur in den „Schuppen“ oberhalb des Blocks 3, sondern auch über die gemeinsamen Lüftungskanäle in den „Schuppen“ des gar nicht in Betrieb befindlichen Block 4. Wieder zwei spektakuläre Explosionen von Knallgas. Nun waren alle „Schuppen“ zerstört wie nach einem Bombenangriff und der Schutt in alle Brennelemente-Lagerbecken gefallen. Um die Brennelemente bergen zu können, muß erstmal der Schutt beräumt werden. Davor wiederum mußten erstmal neue Gebäude gebaut werden um etwaige Verseuchungen bei den Bergungsarbeiten zu verhindern. Das alles brauchte und braucht Zeit.

Der Irrsinn der Evakuierung

Völlig überhastet und von „Strahlungsangst“ getrieben, ordnete man großräumige Evakuierungen an. Infolge dieser Evakuierungen kam es zu zahlreichen Todesfällen, weil man Schwerkranke von Intensivstationen und hochbetagte Pflegefälle einem Transport und Notunterkünften aussetzte. Nachweislich ist aber kein Mensch durch Strahlung gestorben. Die Strahlungsdosen sind so gering, daß man nicht einmal mit einer erhöhten Rate von Krebsfällen rechnen kann. Anfangs lagen die Strahlendosen im Sperrgebiet bei 50 bis 100mSv/year. Durch Dekontaminierung wurden die Werte auf 1 bis 20 mSv/year gesenkt. Ein wahnsinniger Aufwand, der eher an „Buße“ als an Strahlenschutz erinnert.

So ist es halt, wenn man den Weg der Wissenschaft verläßt und sich dem Populismus hingibt. Geht man den Agitatoren von Green Peace und Co auf den Leim, wird es einem nicht vergönnt, sondern die Berge von abgetragenem – und sorgfältig in Säcke verpacktem – Mutterboden (!) werden als tödliche Strahlenquellen genüßlich vorgeführt. Man hinterfragt keine Sekunde die Prognosen über „Strahlentote“ und „Krebsopfer“ unmittelbar nach dem Unglück. Nein, die gleichen Angstmacher dürfen von der „Beinahe-Katastrophe“ in Tokio schwadronieren. Man sollte das tunlichst nicht einfach als Spinnereien ewig Unbelehrbarer abtun. Ganz im Gegenteil, es ist die Vorbereitung für z. B. den Kampf gegen den Bau von Kernkraftwerken nahe Danzig. Die Antifanten müssen rechtzeitig aufgestachelt werden. Mit Angst läßt sich nicht nur hervorragend regieren, sondern auch Spannungen mit (nicht folgsamen) Nachbarländern schüren. Die „Energiewende“ ist längst zu einem politisch-wirtschaftlichen Geschwür geworden, neben dem jede „Masken-Affäre“ wie Tauschgeschäfte unter Kindern auf dem Schulhof anmuten. Gerade dieses Filmchen und die darin auftretenden Darsteller sind ein Beispiel dafür, wie inzwischen eine ganze Generation „Angstmacher“ sich lukrative Posten ergattert hat, die diese wahrscheinlich nie mit ihren studierten Berufen hätten erreichen können.

Die Moritat vom Atommüll

Unsere Filmschaffenden vom ZDF-Kollektiv „schneide und sende“ haben beharrlich alte Wochenschauberichte von Arbeitsmännern, die durch Ruinen kraxeln, endlosen Tanklagern, Berge von Plastiksäcken etc. zusammengeschnitten. Man kennt diesen Arbeitsstil noch von der Berichterstattung über Trump: Immer wurde nur Material anderer (gleichgesinnter) Sender „nachgesendet“, niemals jedoch eine Rede von Trump im Original gesendet. Ist das einfach nur Faulheit oder hat Betreutes-Denken-TV Angst, die Zuschauer könnten zu viel von der tatsächlichen Welt erfahren? Wo sind die Aufnahmen vom Kraftwerksgelände heute, wo man sich längst ohne jede Schutzkleidung bewegen kann? Wo sind die Aufnahmen von den Ingenieuren vor Ort in ihren Computer Räumen (von denen manche deutsche Universität nur träumen kann), die die Arbeiten steuern und überwachen? Es wird doch sonst so gern von künstlicher Intelligenz, Robotertechnik, Simulationstechnik etc. geschwätzt. All das hätte man im Einsatz in der Ruine von Fukushima filmen können. Dazu hätte man sich vor Ort noch mit den führenden internationalen Fachleuten auf diesen Gebieten unterhalten können. Paßt natürlich alles nicht in das ideologisch gewünschte Bild einer sterbenden Technik. Ahnungslose Rentner (die Zielgruppe des ZDF) hätten sonst noch glauben können, sie hätten einen Bericht von der Hannover Messe gesehen.

Stattdessen Luftbilder von einem Tanklager. Eigentlich ein Beweis, wie umsichtig man vorgeht. Man hat nicht einfach das radioaktive Wasser ins Meer gekippt – was nebenbei gesagt, kein großer Schaden gewesen wäre – sondern hat es aufwendig zur Aufbereitung zwischengelagert. Hat man so etwas schon mal bei einem Unfall in einem Chemiewerk gesehen? Wie wäre es gewesen, wenn man mal die Reinigungsanlagen gefilmt hätte und die betreuenden Wissenschaftler z. B. aus Russland und Frankreich befragt hätte, wieviel Gehirnschmalz dafür notwendig war, Konzentrationen in Trinkwasserqualität zu erzielen? Stattdessen minutenlanges Gejammer über Tritium. Aber Vorsicht, das Narrativ vom unbeherrschbaren Atommüll hätte bei manch einem Zuschauer hinterfragt werden können.

Die Konsequenzen

Die Welt hat nach Fukushima erstmal den Atem angehalten. Man ist wie nie zuvor in der Technikgeschichte zusammengerückt und hat die tragischen Ereignisse analysiert. Heute gehen selbstverständlich russische, chinesische und amerikanische Fachleute gegenseitig in ihren Kernkraftwerken ein und aus. Suchen Schwachstellen und beraten sich gegenseitig. Dies geschieht über alle politischen Gegensätze und Spannungen hinweg. Fukushima war ein Ereignis für die Kerntechnik, wie der Untergang der Titanic für die Seefahrt. Schrecklich, aber nicht zerstörend. Nur unsere Führerin hat den „Mantel der Geschichte wehen gespürt“. Sie, die als so bedächtig dargestellte, hat sofort fest zugegriffen. Man könnte auch sagen, wie ein Skorpion tödlich zugestochen, um ihre öko-sozialistischen Träume zu beschleunigen. Milliardenwerte mit einem Federstrich vernichtet und Deutschland international ins Abseits gespielt. Chapeau Frau Merkel, sie werden ihren Platz in der Geschichte einnehmen.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors hier




Oberflächen­bilanz und Kirchhoff’sche Knotenpunkt­regel

Die neueren CMIP6-Klimamodelle sind demzufolge eher noch schlechter. Gleichzeitig sind Land-Temperaturdaten durch verfälschende Wärmeinseleffekte z.B. in den USA zu 100% übertrieben (tatsächlich 0,13 statt 0,26 Grad/Dekade Temperaturanstieg), wie Roy Spencer und Anthony Watts nachweisen. Für Deutschland zeigen die Ergebnisse von Kowatsch und Kämpfe Ähnliches. Viele weitere Beispiele ließen sich aufführen.

Auf einer derart fragwürdigen Basis gründet der Klima-Alarm. Ganz im Gegensatz dazu die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit: Der menschengemachte Klimawandel scheint inzwischen überall verinnerlicht, wobei unsere in der Mehrzahl rotgrünen Medien nach Kräften mithelfen. Selbst Artikel in TE sind inzwischen so abgefasst, als gäbe es an dieser „grundlegenden Erkenntnis“ nichts mehr zu rütteln. Und Grüne, die den Kindesmissbrauch vor nicht allzu langer Zeit noch schön geredet haben, setzen heute auf grüne Klima-Indoktrination von Kindern.

Beim Kinderspiegel, gefunden bei Kalte Sonne, liest es sich dann soKurz: Am gegenwärtigen Klimawandel sind wir Menschen schuld, wir ganz allein.“ Man wird unwillkürlich an Goebbels erinnert: Man muss etwas nur oft genug wiederholen, dann wird es als Wahrheit geglaubt. Und die Medien, die Religionen und die Schulen helfen dabei wieder nach Kräften mit.

Der IPCC gibt für die CO2-Klimasensitivität seit neuestem eine Spanne von 1,6 bis 5,6 Grad C (zuvor 1,5 bis 4,5 Grad C) an je nach angenommener Verstärkung, aber nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 66%. Man kann sich natürlich fragen, warum beharrt der IPCC bei der Berechnung der globalen CO2-Klimasensitivität seit Jahrzehnten auf seinen zwar rechenintensiven, aber großenteils unverstandenen Klimamodellen samt der zugehörigen großen Unsicherheiten. Es drängt sich der Verdacht auf, die Alarmforschung bewahrt sich mit Hilfe der großen Unsicherheitsspannen ganz bewusst den Spielraum für Klima-Alarm – wofür die Alarmforschung von der Politik schließlich gegründet wurde.

Nach dem Motto, was nicht mit letzter Sicherheit auszuschließen ist, kann weiterhin als Bedrohung verwendet werden. Wie z.B. die phantasievoll erfundenen Kipppunkte des Potsdamer Klimainstituts PIK. Man stelle sich vor, ein plötzlich Klima-realistischer IPCC käme zu dem Ergebnis, dass es keine ernsthafte Klima-Bedrohung durch den Menschen gibt – die Folgen wären schlichtweg undenkbar und in höchstem Maß unerwünscht!

Der Versuch, sich der Klima-Problematik mit einem alternativen Ansatz zu nähern, wurde kürzlich bei EIKE in nachfolgendem Beitrag veröffentlicht. Einige wichtige Punkte werden hier nochmals aufgegriffen – nicht zuletzt infolge der stattgefundenen Diskussion:

Anthropo­gener Treibhaus­effekt: nach wie vor zu schwach für die Klima­katastrophe! – EIKE – Europäisches Institut für Klima & Energie (eike-klima-energie.eu)

Dort wird der Gesamtantrieb, der weiter unten noch genauer beschrieben wird, aus der Energiebilanz an der Erdoberfläche berechnet. An der Erdoberfläche, wo wir leben, wird das wärmende Sonnenlicht absorbiert, deutlich weniger hingegen in der überwiegend dünnen und kalten  Atmosphäre weiter oben. Von der Erdoberfläche wird auch wieder Energie abgeben, die über die Atmosphäre, die Wolken und letztlich durch Infrarot(IR)-Strahlung den Weg zurück ins Weltall findet. Dazu siehe auch die Strahlungsgrafik von Trenberth & Kiel weiter unten.

Kirchhoff’sche Knotenpunktregel gegen IPCC-Klimamodelle

Die vielen verschiedenen positiven (und auch negativen) Antriebe in einer komplizierten Atmosphäre samt ihrer Verstärkungs- oder Abschwächungsmechanismen kann kein Mensch korrekt berechnen. Im Oberflächenmodell lassen sie sich als Antriebssumme aus der Oberflächenbilanz ermitteln.

Weshalb ist das möglich? Ganz einfach, die Antwort gibt die Kirchhoff’sche Knotenpunktregel. Nachfolgend wird eine Grafik von Wikipedia verwendet. Zu beachten ist dabei, dass der Knotenpunkt keine zusätzliche Strom- bzw. Energiequelle enthält. Die Pfeilrichtungen sind unbedeutend, sie geben nur die Zählrichtung vor. Flussrichtungen entgegen der vorgegebenen Pfeilrichtungen sind gleichbedeutend mit negativen Vorzeichen. Auch kommt man im Oberflächenmodell mit nur vier „Pfeilen“ aus.

Was ist jetzt der Trick bei der Knotenpunktregel? Wenn man gemäß der Grafik Größe und Vorzeichen von vier Pfeilen kennt oder sie anderweitig bestimmen kann, dann kann man den fünften (I1 in diesem Beispiel) aus der Summenbilanz ausrechnen, egal wie groß, komplex und unberechenbar das Netzwerk ist, das den Pfeil I1 letztlich verursacht und bestimmt. So kann man auch im Oberflächenmodell den Gesamtantrieb aus den anderen Energieflüssen berechnen, egal, wie kompliziert, komplex und unverstanden die Auswirkungen der zugehörigen Atmosphäre auf den Gesamtantrieb sind. Der Knotenpunkt steht dabei für die Erdoberfläche.

Der Mythos von der „Gegenstrahlung“

Die häufigen Diskussionen bei EIKE um die ominöse „Gegenstrahlung“ kommen nicht von ungefähr. Hierzu nochmals das Strahlungsdiagramm von Trenberth & Kiel:

Ohne „Gegenstrahlung“ wäre in diesem Strahlungsdiagramm die IR-Ausstrahlung von der Erdoberfläche in Höhe von 396 Watt/m², die mit dem Stefan-Boltzmann’schen T4-Strahlungsgesetz errechnet wird, um enorme 333 Watt/m² zu hoch. Mehr als doppelt so hoch, wie an erwärmender Sonnenenergie auf der Erdoberfläche überhaupt eintrifft, was weder von der TK-Strahlungsbilanz noch von der Energiebilanz unterstützt wird – dazu siehe auch die Grafik unten. Diese ominöse „Gegenstrahlung“, die nach T&K den größten Teil der Stefan-Boltzmann’schen Oberflächen-Ausstrahlung von 396 Watt/m² kompensieren soll, hat eine einfache Erklärung:

In der dichteren, unteren Atmosphäre und am Übergang zum Boden herrscht überwiegend ein ungerichtetes Strahlungs- und Stoßgleichgewicht ohne irgendeine Vorzugsrichtung, wobei ein Netto-Energietransport in Richtung der Temperaturgradienten stattfindet – was der klassischen Definition der Wärmeleitung in Gasen bzw. hier in Luft entspricht.

Ein Gleichgewicht, das bei T&K irreführend in die beiden gegenläufigen, großen vertikalen Strahlungskomponenten „Ausstrahlung“ und „Gegenstrahlung“ aufgesplittet wird. Obwohl diese beiden fiktiven Strahlungsflüsse in Wirklichkeit eine untrennbare Einheit bilden, die auf mikroskopischer und molekularer Ebene nicht nur in vertikale, sondern in alle Richtungen strahlen – verursacht durch unzählige Absorptions- und Emissionsprozesse.

Was dann dazu führt, dass man aus allen Richtungen eine solche „Gegenstrahlung“ empfangen und messen kann. Die direkt nach oben durchgehende IR-Strahlung, die nicht mit den Klimagasen wechselwirkt, weil die Frequenzen im durchlässigen IR-Strahlungsfenster liegen, werden bei Bewölkung von der Wolkendecke absorbiert und teilweise zurückgestrahlt. Deshalb misst man bei Bewölkung eine erhöhte „Gegenstrahlung“ aus Richtung der Wolkendecke.

Die Wärmeleitung in Luft ist aber um Größenordnungen zu niedrig (was man mit Hilfe der bekannten Wärmeleitwerte für Luft leicht nachprüfen kann), um zur Strahlungsbilanz im T&K-Diagramm und somit zu der Energiebilanz nennenswert beizutragen. Deshalb fehlt korrekterweise genau dieser Teil bei der letztlich ausgestrahlten Energie. In einer Atmosphäre, die nicht strahlungsaktiv ist, würde auch dieser Teil ungehindert ausgestrahlt und gemäß Stefan-Boltzmann’schem T4-Strahlungsgesetz die Wärmeausstrahlung um ein Vielfaches erhöhen. In Wirklichkeit ist die Atmosphäre in großen Teilen des IR-Spektrums strahlungsaktiv und somit „wärmeisolierend“- hauptsächlich dank Wasserdampf und dem Spurengas CO2.

Die verbleibende, kühlungswirksame (Netto-)Ausstrahlung von 63 Watt/m² nach T&K, die nurmehr ca. 15% einer „ungebremsten“ Stefan-Boltzmann-Ausstrahlung ausmacht, wird bei fehlender Bewölkung teilweise direkt in den Weltraum ausgestrahlt (40 Watt/m² bei T&K), weil die zugehörigen Frequenzen im atmosphärischen Fenster liegen und nicht mit den Klimagas-Molekülen wechselwirken. Der Rest (23 Watt/m² bei T&K) wird von den Klimagas-Molekülen der höheren und dünneren Atmosphäre ausgestrahlt. Letzteres zusammen mit der aufgestiegenen Konvektions- und Verdunstungswärme – die Wärmeabgabe an den Weltraum erfolgt dann letztlich durch Infrarot-Strahlung. Die relativ geringe Wärmeleitung der Luft trägt aber mit dazu bei, dass sich das Temperaturgefälle zwischen Erdoberfläche und Weltraum einstellt.

Nachfolgende realistische Darstellung der Energiebilanz der Erde ist bereits in einem Lehrbuch „Physics of Climate“ aus dem Jahr 1992 zu finden und wurde vor einigen Jahren von der US-NOAA wieder übernommen. Trotz einiger Abweichungen bei den Zahlenangaben ist diese Darstellung insgesamt klarer, kommt ohne die ominöse „Gegenstrahlung“ aus und wird deshalb hier nochmals gezeigt:

Die „geheimnisvollen“ Antriebe

Es gibt unterschiedliche Wirkmechanismen, die die Temperaturen erhöhen oder auch absenken können. Für die rechnerische Beschreibung hat sich der sog. „Antrieb“ (engl. „forcing“) als praktikabel erwiesen, der rechnerisch einer Heiz- oder Kühlleistung in Watt/m2 gleicht. Dabei handelt es sich meist um keine zusätzliche Energiequelle, sondern vielmehr um erhöhte oder verringerte Wärmeisolation, wie es auch beim anthropogenen CO2 oftmals angenommen wird.

Der Theorie nach wird die spektroskopische Erwärmung durch CO2 mittels ungerichteter IR-Emissionen und Absorptionen bei den CO2-Resonanzfrequenzen bewirkt, was eine Verringerung des Wärmetransports zur Folge hat. Verschiedentlich wird auch das Bild der rückgestrahlten IR-Energie benutzt, um die die Abstrahlung in den Weltraum verringert wird.

Beim Antriebskonzept wird jetzt so gerechnet, als würde eine Erwärmung durch entgegen gerichtete Energiezufuhr („Antrieb“) bewirkt. Obwohl diese zusätzliche Energiezufuhr oder Heizquelle in vielen Fällen nur fiktiv ist. Dies wirkt etwas irritierend, ist aber üblich und bewährt, was am Beispiel des CO2 nachfolgend gezeigt wird.

Bei CO2 errechnet man einen Strahlungsantrieb von 3,7 Watt//m2, der bei CO2-Verdoppelung wirksam wird und die Temperaturen um 1,1 Grad C (bei einigen Autoren etwas mehr) erhöht. Diesen Temperaturanstieg nennt man dann CO2-Klimasensitivität. Tatsächlich handelt es sich um einen verringerten IR-Strahlungstransport, wie folgende Grafik der in den Weltraum emittierten Infrarotstrahlung in Abhängigkeit von der Frequenz zeigt (nach Prof. Happer et al.):

Es gelangt bei den Frequenzen, bei denen das Spurengas CO2 IR-Strahlung absorbiert und emittiert, weniger IR-Strahlung in den Weltraum. Happer et al. haben diese Grafik errechnet, sie stimmt aber sehr gut mit den IR-Spektren überein, die aus dem Weltraum gemessen werden – allerdings nur über Wüsten und bei trockener Luft. Andernorts werden diese Spektren durch Aerosole und Bewölkung stark deformiert. Über der Südpolregion verkehren sich die CO2-Vertiefungen in Ausstülpungen – dort erhöht das atmosphärische CO2 die IR-Abstrahlung und wirkt somit kühlend. Was den starken Einfluss der jeweiligen atmosphärischen Bedingungen auf das Abstrahlverhalten der Klimagase deutlich macht. Und eine Ahnung davon gibt, wie schwierig es ist, die Wirkung der jeweiligen Klimagase samt etwaiger Rückkopplungen in einer realen Atmosphäre mit IPCC-Klimamodellen korrekt zu ermitteln.

Ein weiterer wichtiger Punkt wird in dieser Grafik sehr gut sichtbar, nämlich, dass eine weitere CO2-Verdoppelung, wie hier von 400 (schwarz) auf 800 ppm (rot), wegen der spektroskopischen Sättigung nur mehr sehr wenig bewirkt. Hinzu kommt der Einfluss der komplizierten Atmosphäre, der in dieser errechneten Grafik nicht sichtbar wird. Deshalb sind auch die großen Unsicherheitsspannen bei den IPCC-Klimamodellen nicht überraschend.

Oberflächenbilanz und Verdunstungswärme

Sofern durch anthropogene Klimagase, variierende Sonneneinstrahlung (So) und andere natürliche Einflüsse Änderungen in der Oberflächenbilanz auftreten, sind sie im Gesamtantrieb X enthalten – siehe nachfolgende Ergebnistabelle, die aus der eingangs zitierten Arbeit übernommen wurde:

Die ausgehende IR-Strahlung Erad dürfte nach den vorausgegangenen Abschnitten näherungsweise richtig berechnet sein. Auch trägt sie nur maximal 1 Watt/m² zum Gesamtantrieb in Höhe von ca. 7 Watt/m² bei, bezogen auf 1 Grad C Temperaturerhöhung.

Als der mit Abstand wirkungsvollste Kühlmechanismus erweist sich an der Erdoberfläche demnach die abgeführte Verdunstungswärme Evap, die laut einer vorausgegangenen EIKE-Veröffentlichung (hier) global um 7,5% je 1 Grad C Temperaturanstieg zunimmt. Dieser Wert scheint naheliegend, denn auch der Dampfdruck wächst in gleicher Weise mit der Temperatur. Und somit auch der Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre und der Wärmeeintrag durch Verdunstung. Gefunden wurde dazu eine Pool-Tabelle, die diesen Zusammenhang tendenziell und größenordnungsmäßig bestätigt. Auch spielen die Feuchtigkeit des Untergrunds (z.B. Land oder Ozeane), der Luft und die Windverhältnisse eine große Rolle.

Über einen interessanten, neu erforschter und publizierter Kühleffekt wird in der Klimaschau von Dr. Lüning (Ausgabe 16, ab etwa 5. Minute) berichtet: In den Tropen zieht aufsteigender Wasserdampf kalte, wasserdampfhaltige Luft mit nach oben. Dieser Kühleffekt wächst exponentiell mit der Temperatur und stellt damit einen zusätzlichen, bedeutenden Klimastabilisator dar und ist eine weitere Verstärkung der Verdunstungskühlung.

Eine weitere Möglichkeit zur Überprüfung bietet die Niederschlagsbilanz. Sämtlicher Wasserdampf, der durch Verdunstung in die Atmosphäre gelangt, kehrt als Niederschlag zur Erdoberfläche zurück. Wenn bei 1 Grad C Temperaturerhöhung die Verdunstung samt mitgeführter Verdunstungswärme um 7,5% zunimmt, dann müssten die Niederschläge ebenfalls um 7,5% zunehmen.

Ganz allgemein schreibt z.B. das österreichische ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik): „Der Gesamtniederschlag wird auf der Erde im wärmeren Klima tendenziell zunehmen.“ Und das deutsche Umweltbundesamt: „Seit 1881 hat die mittlere jährliche Niederschlagsmenge in Deutschland um rund 10% zugenommen … insbesondere sind die Winter deutlich nasser geworden.“ Das ist jetzt nur Deutschland.

Der Berliner Senat, Ressort Umwelt, führt dazu aus: „Die Niederschlagsentwicklung abzuschätzen ist mit großen Unsicherheiten behaftet. Der globale Niederschlag hat eine sehr große räumliche und zeitliche Variabilität. Über Europa haben die Niederschläge im letzten Jahrhundert um 6 bis 8 % zugenommen, wobei die Zunahme mehrheitlich (10 bis 40 %) über Nordeuropa erfolgte und im Mittelmeerraum und Südeuropa ein Rückgang um bis zu 20 % zu verzeichnen war.“

In einer Fundstelle findet man die Arbeit von L. Jäger „Die globale Niederschlagsverteilung und ihre Veränderung im 20. Jahrhundert“. Dort werden tabellarisch verschiedene Autoren und die von ihnen ermittelten globalen Niederschlagswerte zu den jeweiligen Jahren angegeben. Mittels linearer Regression erhält man aus diesen Daten einen Anstieg von 34%. Sehr wahrscheinlich ein zu hoher Wert, was Folge von vielen möglichen Fehlerquellen sein dürfte.

Vermutlich realitätsnäher sind die Anomaliewerte für die globalen Niederschläge, die von der US-Umweltbehörde EPA gemäß nachfolgender Grafik veröffentlicht wurden. Die globalen Niederschläge stiegen den EPA-Angaben zufolge mit 0,08 inches/Dekade, während sie über Festland-USA (48 Staaten) um 0,17 inches/Dekade zunahmen. Nimmt man in Anlehnung an Jäger den globalen Mittelwert mit 40 inches an, dann sind laut EPA die globalen Niederschläge, bezogen auf 40 inches, sei 1900 nur um 2,4% angestiegen.

Vergleich Oberflächenmodell und Klimamodelle

Geht man von den EPA-Daten aus, dann stellt sich die Frage, warum bei den erwarteten globalen Niederschlägen, die um 7,5% je 1 Grad Temperaturerhöhung zunehmen sollten, nur eine mittlere Zunahme von 2,4% gemessen wurde. Obwohl die globalen Temperaturen gleichzeitig um etwa 1 Grad C gestiegen sind. War der globale Temperaturanstieg nur halb so groß wie bei den publizierten Temperaturen? Dies wäre angesichts der zahlreichen Adjustierungen nicht völlig auszuschließen. Oder sind die Niederschlagsmessungen nicht zuverlässig genug? Die ungleich größere Zunahme der globalen Niederschläge bei Jäger deutet in diese Richtung.

Wenn man, wie nachfolgend, von der größeren Verlässlichkeit der EPA-Daten ausgeht, käme als Erklärung auch infrage, dass es in dem betrachteten Zeitraum einen geringeren Zuwachs bei den Niederschlägen infolge natürlicher Klimavariationen, z.B. durch Überlagerung eines negativen Niederschlag-Trends, gegeben hat. Dass solche Effekte eine Rolle spielen können, dafür gibt die erkennbare Periodizität in der EPA-Grafik erste Hinweise. Und wie bei den Temperaturen könnten auch die Niederschläge natürlichen Einflüssen mit längerer Periodendauer unterworfen sein.

Zum Vergleich wurden oben die Grafen der EPA-Niederschlagsdaten und der globalen HadCRUT4-Temperaturen in gleichem Zeitmaßstab übereinander gestellt. Dabei zeigt sich eine interessante Übereinstimmung: Wenn die globalen Niederschläge höher sind, stagnieren die globalen Temperaturen oder nehmen sogar ab und umgekehrt. Dies kann mit aller gebotenen Vorsicht als Bestätigung für das Oberflächenmodell gewertet werden.

Dies lässt den Schluss zu: Hätte es eine „normale“ Niederschlagsentwicklung mit einer größeren, 7,5%-igen Zunahme der globalen Niederschläge gegeben, wäre der Kühleffekt entsprechen größer ausgefallen und die globalen Temperaturen wären nur um die Hälfte gestiegen. Hinzu kommt als verstärkender Effekt, dass mehr Niederschläge mit mehr Bewölkung einhergehen, wodurch die Sonneneinstrahlung reduziert wird, was aber im Gesamtantrieb enthalten ist.

Träfe der Fall zu, dass die Verdunstung einschließlich der abgeführten Verdunstungswärme und somit auch die Niederschläge im Mittel nur um 2,4% (anstelle von 7,5%) ansteigen, dann würde es keine großen quantitativen Unterschiede zwischen Oberflächenmodell und den IPCC-Modellen mehr geben. Allerdings besteht weiterhin ein wichtiger qualitativer Unterschied: In den IPCC-Modellen wird vorausgesetzt, dass das anthropogene CO2 incl. Verstärkung de facto alleiniger Temperaturtreiber ist. Im Oberflächenmodell bleibt hingegen offen, wie sich der Gesamtantrieb im Einzelnen zusammensetzt.

Es spricht vieles dafür, dass andere, zumeist natürliche Erwärmungsursachen, wie schon in den voraus gegangenen Warmperioden, auch bei der neuzeitlichen Klimaerwärmung maßgeblich beteiligt sind. Das Oberflächenmodell lässt Raum für weitere Antriebe, die dann ganz oder teilweise an die Stelle des CO2-Antriebs in den IPCC-Klimamodellen treten, um den neuzeitlichen globalen Temperaturanstieg zu erklären. Und dafür gibt es viele Hinweise wie Wärmeinseleffekte, ozeanischen Oszillationen, Nord-Süd-Klimaschaukel (derzeit fehlende Erwärmung im Südpolarbereich bei zugleich stärkerer Erwärmung im Nordpolarbereich) – obwohl die CO2-Zunahme praktisch überall die gleiche ist.

Nicht wenige der natürlichen periodischen Antriebe, zu denen auch die Sonnenaktivität samt Verstärkung gehören, erreichen aktuell ihre Minima oder wechseln ihre Vorzeichen. Was die spannende Frage aufwirft, wieweit jetzt eine Phase des langsameren Temperaturanstiegs oder gar Abkühlung folgt – wie schon bei vorausgegangenen Warmperioden. Wobei man die globale Niederschlagsentwicklung nicht außer Acht lassen sollte. Wohingegen es beim IPCC nur eine Richtung gibt, nämlich aufwärts, getrieben durch die CO2-Emissionen.

Somit erleben wir in den nächsten Jahren ein spannendes Live-Experiment und gleichzeitig die Nagelprobe, was das Spurengas CO2 tatsächlich bewirkt. Wobei das CO2 in der Atmosphäre aufgrund der zunehmenden Emissionen derzeit noch ansteigt. Allerdings mit ersten Anzeichen für eine Verlangsamung, was in dem zitierten EIKE-Artikel die gepunktet eingezeichnete CO2-Anstiegskurve von Roy Spencer nahelegt – offensichtlich infolge der wachsenden CO2-Absorption durch Pflanzen und Ozeane. Was auch in der zunehmenden Begrünung der Erde und den gestiegenen Ernteerträgen sichtbar wird und Folge des höheren CO2-Partialdrucks in der Atmosphäre ist. Hinzu kommt, dass die fossilen Vorräte endlich sind – voraussichtlich wird es keine CO2-Verdoppelung mehr geben.

Ausblick

Die großen Unsicherheiten in den IPCC-Klimamodellen sowie jetzt auch das unterschätzte Potential der Verdunstungskühlung unterstreichen die Fragwürdigkeiten eines Dekarbonisierungs-Programms, das auf viele Jahrzehnte oder sogar ein ganzes Jahrhundert angelegt ist. Denn abgesehen von der Frage, wer überhaupt mitmacht, ist es genauso fraglich, was ein solches Programm bei den Temperaturen und dem Erdklima letztlich bewirken kann. Absehbar ist hingegen eine nachhaltige Beschädigung des Industriestandorts Deutschland. Auch besteht die Gefahr bei einer (Gott sei Dank eher unwahrscheinlichen) CO2-Minderung, dass der wichtige CO2-Pflanzendünger dann nicht mehr ausreicht, um die gewachsene Weltbevölkerung zu ernähren.

Für Klima-Ängstliche wäre stattdessen Geoengineering die bessere Option, wobei bereits der Eintrag von wenigen Milligramm geeigneter Aerosole in die untere Stratosphäre, pro Quadratmeter und Jahr, die Temperaturen spürbar senken würde. Und, besonders wichtig, diese Methode wäre sofort wirksam und nicht erst, wenn überhaupt, in Hundert Jahren. Und kann auch genauso schnell wieder rückgängig gemacht werden.

Auch sollte man nicht vergessen, dass mittel- bis längerfristig das Ende der Zwischeneiszeit und die Rückkehr der Eiszeit droht, was die Menschheit vor ungleich größere Probleme stellen wird. Hinzu kommen vorhersehbare, ernstere Probleme und Krisen, gegen die sich die Menschheit wappnen sollte. Während Deutschland und Europa alle Kräfte samt Billionen auf ein Klima-Phantom konzentrieren.

Aber was ist zu erwarten? Eine Kanzlerin und frühere Umweltministerin hat ein Billionen-Programm initiiert und wird zu Lebzeiten ihren historischen Fehler niemals eingestehen. Auch steht sie Al Gore, Obama und den Demokraten näher – Trump war ihr so fremd wie ein Alien. Und eine EU-von der Leyen, bisher nicht durch Können aufgefallen, setzt bei der Dekarbonisierung noch eins drauf – man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Kein Zweifel, wir werden von Klima-hysterischen Frauen regiert – ist es höchste Zeit, die Quote nochmals zu überdenken?

Ebenfalls ganz auf Dekarbonisierung ausgerichtet wird eine staatlich geplante grüne Energiewende durchgezogen, die unlängst im Wallstreet Journal als die „dümmste Energiewende weltweit“ beschrieben wurde. Belege dafür gibt es zuhauf. Und die beiden Klima-hysterischen Frauen an der Spitze folgen den Grünen und den FfFs und setzen sich an die Spitze der Klima-Aktivisten.

Bei Corona regte sich Widerstand gegen das Maskentragen und manche Übertreibungen beim Lockdown. Weshalb hält man ausgerechnet beim Dekarbonisierungs-Wahnsinn still? Obgleich Autofahrer und Heizungsbesitzer immer dreister abkassiert werden? Und dies trotz Corona-Rezesssion? Von den weltmeisterlich steigenden Strompreisen ganz zu schweigen?

Alle Weichen sind so gestellt, dass sich das Land, so ist zu befürchten, zum dritten Mal ruiniert. Trotzdem wünscht man, schon der Nachkommen wegen, dass Deutschland weiterhin lebenswert bleibt. Dafür ist die Rückkehr von ein wenig Resthirn unerlässlich – weniger Stimmen für die Grünen wäre ein erster Indikator. Aber aus heutiger „Klima-Weltretter“ und „Vorreiter“-Sicht gleicht dieser Wunsch dem Hoffen auf ein großes Wunder!

 




Anmerkungen zum Gegen­strahlungs-Paradoxon aus einem hemisphä­rischen Blick­winkel