Antwort zu den Kommentaren bei meinem Beitrag vom 15.11.2019 [1] : „Was macht die Politik, wenn sich herausstellt, der Klimawandel ist nicht menschgemacht ?“

Werte und geschätzte Kommentatoren,

In meiner Einleitung habe ich mit Absicht die Reaktion im Altertum von zwei kämpfenden Heeren nach einer Sonnenfinsternis zitiert: Das waren noch sehr gottesfürchtige Menschen. – Aus Ihren Kommentaren geht eine Gottesfurcht vor Wetterunbilden, auch Erdbeben, und damit auch vor Klimabeeinflussung nicht einmal andeutungsweise hervor! Sind es doch die kosmischen Faktoren, die immer stärker in der Wissenschaft hervortreten und es mehr als unwahrscheinlich erscheinen lassen, wir Menschen könnten das Klima nach unseren Wünschen steuern! Meine Frage wäre vielleicht richtiger gestellt gewesen, wenn ich formuliert hätte „Wie ändert sich die Politik, ….“, denn die Politiker (leider häufig auch als „die Politik“ bezeichnet) lassen dann das durchführen, was von ihnen als richtige Politik erachtet worden ist.

Es ist richtig, dass die jetzigen Politiker, besonders die, die der Regierung angehören, kaum dazu gebracht werden könnten, in ihrer „Klimastrategie“ umzuschwenken – zumal die große EU noch dahintersteht. Aber Regierungen können ja auch abgewählt werden und andere Mitglieder und Parteien an die Macht kommen. Das ist zwar momentan unwahrscheinlich, aber es lohnt sich trotzdem, einmal aufzuzeigen, was an unserer Energiestrategie anders werden müsste.

Es ist mir unerfindlich, wie gesagt werden konnte, die Elektrizitäts-Erzeugung auf Braunkohlebasis müsse sofort aufgegeben werden, ohne dass vorher eine neue sichere Erzeugerbasis bereitgestellt ist und richtig funktioniert – die Stromerzeugung darf ja nicht unterbrochen werden, und die sozialen Probleme der Gruben – und Kraftwerksbetriebe müssten erst danach gelöst werden.

Natürlich ist es das EEG, das in dem angenommenen Fall abgeschafft werden muss, wie auch bereits mehrfach von Ihnen kommentiert.  Nur  steht mit diesem Gesetz noch eine nicht unerhebliche Industrie in Verbindung, die nicht plötzlich ins Bodenlose fallen sollte. Die Abschaffung muss also vorsichtig und vielleicht auch recht langsam erfolgen, damit große soziale Spannungen vermieden werden – eine recht schwierige Aufgabe, die eine neue Energiepolitik berücksichtigen müsste. Gerade an dieser Stelle weiß ich nicht, wie das am besten zu bewerkstelligen wäre, und hatte gehofft, jemand würde hier einen gangbaren Weg aufzeigen. – Änderungen beim PIK, UBA und Grenzwerten müssten auch erfolgen.

Schließlich hatte ich gehofft, dass in den Kommentaren etwas mehr zur Kernenergie beigetragen würde, da gab es von Ihrer Seite aber kaum Bemerkungen.

Ich könnte mir vorstellen, dass die neuartigen Kernkraftwerke, so wie sie in einigen Ländern bereits laufen und weiter geplant sind, und die kaum langlebigen radioaktiven Abfall produzieren und Uran und Thorium 100%ig ausnutzen, die Hauptstromerzeuger werden. Dann sollten damit bei uns in Deutschland die Kraftwerke auf Steinkohlebasis nach und nach ersetzt werden – nicht weil damit viel CO2verschwände, sondern weil unsere Rohstoffversorgung auf eine ganz geringe Tonnage zusammen schrumpfte. Die derzeit noch Millionen Tonnen Importkohle brauchten nicht mehr transportiert und gelagert zu werden, wobei die Transportwege ja auch nicht immer sicher sind. In ganz ferner Zukunft (in 100 oder auch 300 Jahren ?) könnte die Kohle sogar knapp werden, was bei Uran und Thorium nie der Fall sein würde. Nur unsere Braunkohle könnte ruhig weiter abgebaut und „verstromt“ werden, wobei eine gute Abgasreinigung selbstverständlich gegeben sein muss (und auch ist). Und die jetzt bestehenden Kernkraftwerke müssten so lange betrieben werden, wie sie technisch dazu in der Lage sind. Windräder, Photovoltaiktafeln und Kraftwerke auf Faulgasbasis dürften nur weiter betrieben werden, wenn keine Subventionen mehr erfolgen und kein Vorrang auf dem Strommarkt gewährt wird.

In Deutschland brauchten wir an mehreren Technischen Universitäten neue Fakultäten für Kernenergie; das deutsche Patent zum Dual-Fluid-Reaktor (DFR) müsste großtechnisch entwickelt werden (kostet viel Geld!).

Ohne ausreichende Energieversorgung und ohne sicheren elektrischen Strom funktionieren unsere Zivilisationen mit den wachsenden Einwohnerzahlen nicht mehr, und die „Erneuerbaren“ (was sie nicht sind) können niemals das Energie-Versorgungssystem allein aufrechterhalten. Soweit mein eigener Kommentar.

[1]

https://www.eike-klima-energie.eu/2019/11/15/was-macht-die-politik-wenn-sich-herausstellt-der-klimawandel-ist-nicht-menschgemacht/

 




Gesetzes­reform könnte Kernkraft wieder­beleben

Der südafrikanische Kernphysiker Kelvin Kemm nennt Kernkraft die sauberste, grünste und sicherste Form der Energieerzeugung. Während das 30 Jahre alte Kernkraftwerk Koeberg dem Land die billigste Energie verschafft, können kleine modulare Reaktoren, vor allem 100 bis 200-MW Kugelhaufen-Reaktoren das üppig vorhandene und sichere Thorium nutzen – ein Stoff, der nicht waffentauglich ist.

Sogar der umstrittene Klimaaktivist Michael Mann hat geäußert, dass Solar, Wind und fossil erzeugte Energie tatsächlich mehr Strahlung und Kontamination für die Umwelt bedeuten als Kernkraftwerke. Der Schöpfer der Gaia-Hypothese James Lovelock und der NASA-Klimaaktivist James Hansen preisen Kernenergie ebenfalls.

Und doch haben Deutschland und andere Nationen nichts Eiligeres zu tun als sich von der Kernkraft zu verabschieden. Bernie Sanders und Elizabeth Warren haben versprochen, im Zuge ihrer Verfolgung des Green New Deal alle Kernkraftwerke der USA auszumustern. Einer Umfrage von GALLUP aus dem Jahr 2016 zufolge – 5 Jahre nach der Fukushima-Havarie – sind 54% der Amerikaner gegen Kernkraft.

GALLUP interpretierte dieses Ergebnis dahingehend, dass die empfundene Vielfalt anderer Energiequellen und niedrige Energiepreise – und nicht Sicherheitsbedenken – die Hauptgründe für die Ablehnung von Kernkraft seitens der Öffentlichkeit sind. Aber das könnte nicht so genau zutreffen.

Umweltautor Michael Shellenberger, Gründer von Environmental Progress, schrieb in Forbes, dass „jede größere Studie einschließlich der jüngsten des britischen Medizinjournals Lancet zum gleichen Ergebnis kommt: Kernkraft ist die sicherste Art und Weise, zuverlässigen Strom zu erzeugen“.

Shellenberger erinnert daran, dass Präsident Eisenhower in seiner Rede im Jahre 1953 unter dem Motto [übersetzt] „Atome für den Frieden“ angesprochen hatte, dass Kernkraft die Erlösung für die Menschheit bedeuten könnte, nachdem sie diese schreckliche Technologie erfunden hatte. Eisenhower zufolge sollten Experten mobilisiert werden, „Kernkraft für den Gebrauch in der Landwirtschaft, der Medizin und in anderen friedlichen Aktivitäten aufzubereiten … um den Energie-hungrigen Gebieten der Welt üppig elektrische Energie zu verschaffen“.

Shellenberger fragt: „Wie konnte es passieren, dass wir vom Glorienschein der Kernkraft während der 1950er Jahre in die Furcht geglitten sind, die diese Technologie heutzutage umgibt?“ Hatten doch einst hoffnungsfrohe Wissenschaftler wie der Direktor des Oak Ridge National Laboratory Alvin Weinberg visionär verkündet, dass Kernenergie den Hunger in der Welt besiegen könnte.

Aber, so erklärt er, waren reichlich und billig zur Verfügung stehende Energie für Malthusianer und andere Extrem-Ökologen schlechte Nachrichten. Im Jahre 1950 jammerte der Wissenschaftler und Eugeniker Harrison Brown, dass die Menschheit „nicht zufrieden sein würde, bis die Erde vollständig und mit beträchtlicher Zahl von einer sich windenden Menschenmenge überdeckt ist, so wie der Kadaver einer Kuh mit einer pulsierenden Masse von Maden überzogen ist“.

Umweltgruppen unter Führung des Sierra Clubs begannen augenblicklich, eine niemals endende Kampagne loszutreten, um die Öffentlichkeit zu ängstigen (hier). In einem Dokument des Sierra Club aus dem Jahr 1974 wurde geprahlt: „Unsere Kampagne zur Hervorhebung der Gefahren der Kernkraft wird eine Richtlinie sein für eine Verschärfung von Gesetzen und der Industrie weitere Kosten aufbürden“.

Die Folgen dieser Kampagne beeinflusste die regierungsamtliche Unterstützung für Kernkraft. Shellenberger erklärt: „Anstatt die Öffentlichkeit anzuhalten, ruhig zu bleiben und so weiter zu machen (nach den seltenen Nuklear-Unfällen), drehten die Regierungen durch und evakuierten hunderttausende Menschen“.

Der Kernkraft-Ingenieur Richard Lester vom MIT stellt fest, dass ein Unternehmen, welches ein neues Reaktor-Design vorstellt, „vor der Perspektive steht, eine Milliarde Dollar oder mehr aufbringen zu müssen für ein Alles-oder-Nichts-Lizensierungs-Verfahren ohne Ende, ohne jede Sicherheit, was dabei herauskommen würde“. Inzwischen errichten China und Südkorea Reaktoren zu einem Sechstel der Kosten wie in den USA.

Ian Nemelka von strata.org verurteilte „opportunistische Gesetzgeber und die Nuclear Regulatory Commission (NRC)” dafür, mit den Ängsten zu spielen und eine so restriktive Politik aufzulegen, dass jedwede Kernkraft-Weiterentwicklung nahezu ausradiert wird. Ihm zufolge ist das Lizenzverfahren viel zu teuer und langwierig, um riskante Investitionen zu rechtfertigen, und ältere Kernkraftwerke werden ausgebremst durch neue Betriebsvorschriften – und zwar lange, bevor sie das Ende ihres Bestehens erreicht haben.

Der Chemiker Ashutosh Jogalekar schrieb im Jahre 2013 im Scientific American, dass „die großmaßstäbliche Anwendung von Kernenergie in den USA mehr durch politische Untätigkeit und geschürte Ängste ausgebremst worden ist als durch eine vernünftige Abschätzung von Kosten und Nutzen. Die hohen Kosten sind zumeist einmalig aufzubringen und wurzelten in unrealistischen Standards und überbordender Bürokratie“.

Können diese Ängste und Verzerrungen angesichts der zunehmenden Unterstützung der Kernkraft seitens des gesamten politischen Spektrums [?] überwunden werden?

Präsident Trump nimmt für sich in Anspruch, dass seine gesetzlichen Erleichterungen für andere Industrien Arbeitsplätze geschaffen und der US-Wirtschaft einen Schub verliehen haben bei nur wenigen umweltlichen Beeinträchtigungen. Er hat ähnliche Änderungen der Vorschriften bzgl. Kernkraftwerke angeregt. Aber wer wird diesen Kampf gewinnen? Die Anti-Kernkraft-Masse oder die Wissenschaftler und Menschenfreunde, welche bezahlbare, sichere und zuverlässige Kernkraft voranbringen wollen?

Die Antwort hängt von uns ab.

Autor: Duggan Flanakin is the Director of Policy Research at the Committee For A Constructive Tomorrow. A former Senior Fellow with both the Texas and Arkansas Public Policy Foundations, Mr. Flanakin has a Master’s in Public Policy from Regent University. During the years he spent reporting on environmental regulation in Texas and nationwide, Mr. Flanakin authored definitive works on the creation of the Texas Commission on Environmental Quality and on environmental education in Texas

Link: https://www.cfact.org/2019/10/20/regulatory-reform-could-reinvigorate-nuclear-energy/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Die fünfteilige Fernsehserie „Tschernobyl“; Eine Serie von SKY und HBO

Es ist ein Film, der zeigt, wie Menschen eine Katastrophe ausgelöst haben und dann damit umgegangen sind. War Tschernobyl das Schlimmste, was Menschen je angerichtet haben? Dazu zeigt der Film eine eindrucksvolle Szene. Eine alte Frau soll bei der Evakuierungsaktion ihr verstrahltes Anwesen verlassen, gerade, als sie ihre Kuh melkt. Sie sagt dem Soldaten, der sie nicht nur auffordert mitzukommen, sondern sie mit seiner Waffe bedroht: „Ich habe die Revolution überstanden, den anschließenden Bürgerkrieg, die Hungersnot nach der Zwangskollektivierung und die Kämpfe des 2. Weltkrieges. Wovor sollte ich noch Angst haben? Ich bleibe.“

Viele Leute, vorwiegend Alte, haben damals so entschieden. Es ist auch so: Alle die aufgeführten von Menschen absichtlich herbeigeführten Katastrophen waren schlimmer als Tschernobyl, selbst wenn man den übertriebensten Behauptungen glaubt.

Was im Film nicht gesagt wird: Wer sich der Evakuierung widersetzte, entschied meist richtig. In Weißrussland sollte niemand mehr als 40 Mikrosievert pro Stunde (µSv/h) ausgesetzt sein, wo höhere Werte gemessen wurden, holte man die Leute ab. 40 µSv/h ist zwar fast das Doppelte, was Astronauten u.a. in der Station „Mir“ aushalten mussten (27 µSv/h), aber das über Monate, während die Strahlung aus Tschernobyl schon nach 2 Wochen erheblich abgenommen hatte. Bewohnte Bereiche der Stadt Ramsar im Iran bekommen dauernd bis 28 µSv/h von Natur aus.

Ist nun aber Tschernobyl nur der schlimmste Unfall der Kerntechnik, oder die größte technische Katastrophe des 20. Jahrhunderts? Es war die größte Katastrophe der Technik überhaupt, liest man in einem Bericht der weißrussischen Regierung von 2016. Weißrussland hätte darunter am meister gelitten. Im selben Bericht wird aber auch geschrieben, die Zahl der Sterbefälle in Weißrussland pro 100.000 Personen und Jahr hätte keinen Anstieg gezeigt, nicht einmal unter den „Liquidatoren“. Das heißt, Opfer unter der nicht im Kraftwerk beschäftigten Bevölkerung gibt es nicht oder sie sind zu selten, um sich in der Sterbestatistik zu zeigen. Wie passt das zu der Aussage, es wäre die größte technische Katastrophe gewesen, mit „nur“ etwa 50 Toten?

Ich denke, das kann man schon sagen. Mehrere Zehntausend Menschen haben einige Jahrzehnte gearbeitet, um das größte Kraftwerkszentrum der Welt zu errichten, alles vergeblich. Eine Stadt mit 50.000 Einwohnern und dazu noch über 100 größere und kleine Orte wurden aufgegeben. Halb Europa wurde in Mitleidenschaft gezogen. Bei uns gilt: Niemand außerhalb des Geländes eines Kernkraftwerkes darf einer höheren Jahresdosis als 0,3 mSv ausgesetzt werden. Das ist wenig, 15 % der normalen Strahlenexposition im Flachland von 2 mSv. Unsere Kraftwerke haben diesen Grenzwert locker eingehalten, nicht einmal 0,1 mSv wurden jemals überschritten. Es hätte aber auch eine gewaltige Aufregung ausgelöst und wäre das Topthema in allen Medien gewesen, wären irgendwo ein paar Leute den 0,3 mSv nahegekommen oder sogar darüber hinaus.

Und da deckte das Unglück in einem Land, das gar nicht an Deutschland grenzt, uns von der Nordsee bis zu den Alpen mit radioaktiven Isotopen ein, was die meisten Menschen hier mit dem halben Grenzwert belastete, in großen Gebieten aber mit dem vollen Wert von 0,3 und hier und da auch mit mehr als 0,3 mSv/a.

Im Film konnten die Fachleute gar nicht begreifen, was passiert war, und hielten es für unmöglich. Uns an der „Asse“ ging es ebenso. Wir bestimmten die Aktivität von Regenwasser und konnten das Ergebnis nicht glauben. Das musste doch ein Messfehler sein!

Wir besorgten uns Daten, wie viel Aktivität in so einem Reaktor ist, und dividierten den Wert durch die Fläche von halb Europa. Das Ergebnis passte zu unseren Messwerten.

Die Beurteilung des Unglücks als größte technische Katastrophe ist schon berechtigt, und der Film darüber wirklich eindrucksvoll und sehenswert. Allerdings werden Strahlenwirkungen teilweise übertrieben dargestellt. Wer Strahlendosen über 7 Sievert abbekommt, stirbt nach qualvollem Leiden innerhalb von einigen Wochen. Ärzte können den Tod hinauszögern, aber nicht verhindern. Der Film zeigt da grässliche Bilder, aber so war es. Dass aber die Toten dann solche Strahlenquellen sind, dass man sie nicht anfassen darf, stimmt nicht.

Getötet wurden sie durch Gammastrahlen, die aber keine Radioaktivität im Körper erzeugen. Dazu kamen Neutronenstrahlen. Die sind tatsächlich in der Lage, aus normalen Atomen radioaktive zu machen. Wer aber wie ich einmal die Ausbeuten berechnet hat (nicht von Leichen), weiß, dass sehr wenig dabei herauskommt. Eine andere Möglichkeit ist, dass radioaktive Stoffe in die Körper der Leute eingedrungen sind. Trotz Schutzkleidung und teilweise Atemschutz mag das passiert sein, aber viel war es sicher nicht. Eine lebensgefährliche Strahlung aus den Körpern heraus ist nicht vorstellbar.

Im Film wird behauptet: Würde es zu einer Wasserstoffexplosion kommen, dann wäre das die eigentliche Katastrophe, auch die Stadt Kiew hätte aufgegeben werden müssen. Sicherlich nicht. In Fukushima hat es eine Wasserstoffexplosion gegeben. Dadurch wurde die Freisetzung erheblich erhöht, erreichte aber trotzdem bei weitem nicht den Grad von Tschernobyl. Eine Wasserstoffexplosion in Tschernobyl hätte zu einer erheblichen zusätzlichen Freisetzung von Radioaktivität geführt, so dass es gut war, dass man sie verhindern konnte. Aber mehr Radioaktivität als im Reaktor war, konnte nicht verstreut werden, und etwa ein Viertel war schon draußen.

In einem Film über Tschernobyl erwartet man, dass ein Anstieg der Krebsraten beobachtet wird. Wirklich? Im erwähnten Bericht der Weißrussischen Regierung wird das bestritten. Woher kommt überhaupt die Ansicht, mehr Krebs wäre zu erwarten?

Im Film wird einfach behauptet, es wäre so. Unabhängig vom Film möchte ich darlegen, woher diese Behauptungen kommen. Bei hohen Dosen, man hat das bei Hiroshima und Nagasaki beobachtet, gibt es wirklich einen Anstieg der Krebsraten. Aus den dortigen medizinischen Statistiken ließ sich ermitteln: Werden 100 Personen je einer Strahlendosis von einem Sievert (Sv) ausgesetzt, dann ist mit 5 zusätzlichen tödlichen Krebsfällen zu rechnen. Da es leider sowieso 25 Krebsfälle pro 100 Personen gibt, werden es also 30. Außerhalb des Reaktorgeländes von Tschernobyl hat niemand 1 Sv abbekommen. Aber für solche Fälle hat man die Kollektivdosis erfunden. Die 100 Leute, je 1 Sv, haben zusammen 100 Sv. Es gibt also pro 100 Sv 5 Tote. Die gesamte betroffene Bevölkerung um Tschernobyl hat zusammen etwa 80.000 Sv abbekommen. Für jeden waren es im Durchschnitt 16 mSv, also 5.000.000 x 0,016 = 80.000. 16 mSv sind nicht viel gegenüber der natürlichen Umgebungsstrahlung. Die bringt uns in 80 Jahren 2 x 80 = 160 mSv. Also bringen 16 mSv vermutlich keinen um, aber nun kommt die Kollektivdosis. Pro 100 Sv gibt es 5 Tote, also rechnet man: (80.000: 100) x 5 = 4.000 Tote.

Machen wir die Rechnung einmal für Schnaps. Jemand trinkt 2 l und stirbt an Alkoholvergiftung. Oder die Flasche wird an 100 Personen verteilt, jeder bekommt ein Schnäpschen von 20 ml. Aber zusammen sind es wieder 2 l, also muss genau einer von 100 sterben? Absurd? Aber so werden die Tschernobyl-Toten berechnet. 4.000 sind „Grünen“ jedoch zu wenig. Das lässt sich ändern. Der Ausgangswert von 5 zu 100 wird erhöht, die Kollektivdosis auch, so kommt man zu passenden Zahlen. Hat das aber etwas mit der Wirklichkeit zu tun?

 

Trotz dieser Übertreibungen: Der Film wird Anti-Atom-Aktivisten keine Freude machen. Das Fazit ist keineswegs: Diese Technik ist zu gefährlich, legt alle Kernkraftwerke still! In der fünften und letzten Folge wird die juristische Aufarbeitung gezeigt. Nur nebenbei wird erwähnt, dass auch die Konstrukteure eine Mitschuld trifft. Die Steuerstäbe hätten besser sein können.

 

Es geht um das Verhalten der Menschen. Vorgesetzte waren uneinsichtig, teilweise aber auch hilfreich, Untergebene waren zu gehorsam, Unangenehmes wurde unterdrückt. Aber Einige riskierten alles, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Nicht die Technik an sich, sondern das Verhalten der Menschen hat das Unglück herbeigeführt, durch Nachlässigkeit, Machtstreben und viele Lügen.

 

Das wird ganz allgemein gesagt: Die Wahrheit zu unterdrücken, kann immer nur schlimme Folgen haben.

 

Hannover, den 17.09.2019




Abgeordnete fordern Trump auf, Beschränkungen für ausländisches Uran zu verhängen

Die Abgeordneten Rob Bishop aus Utah, Liz Cheney aus Wyoming, Louie Gohmert aus Texas und Matt Gaetz aus Florida gehörten zu den wenigen Republikanern, die Trump aufforderten, 25 Prozent des US-amerikanischen Uranmarktes für die inländische Produktion zu reservieren. Ihre Anfrage kommt, als der Präsident überlegt, ob Quoten für importierte Uranprodukte festgelegt werden sollten.

„Die zunehmende Abhängigkeit unseres Landes von ausländischen, staatseigenen Uranquellen stellt eine Bedrohung für die nationale Sicherheit dar. Die Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung des Binnenmarktes mit diesem kritischen Mineral berühren die nationale Sicherheit“, so das Schreiben an den Präsidenten.

Trump hat nun eine Frist bis Samstag, um zu entscheiden, ob Quoten gemäß Abschnitt 232 des Trade Expansion Act verhängt werden sollen.

[en.Wiki: Gemäß Abschnitt 232 des Gesetzes von 1962, kann der Präsident unter bestimmten Umständen auf der Grundlage einer Empfehlung des US – Handelsministers Zölle erheben, wenn „ein Artikel in solchen Mengen oder unter solchen Umständen in die Vereinigten Staaten eingeführt wird, die die nationale Sicherheit gefährden oder beeinträchtigen . „]

Dieser gibt dem Präsidenten die Befugnis, die Auswirkungen von Importen auf die nationale Sicherheit zu prüfen und erforderlichenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Das Handelsministerium legte die Ergebnisse einer solchen Untersuchung dem Weißen Haus im April vor.

Anlass für die Untersuchung war eine Petition zweier US-amerikanischer Uran-Abbauunternehmen, Ur-Energy Inc und Energy Fuels Inc, in der sie sich beschwerten, dass subventionierte ausländische Wettbewerber sie dazu geführt hätten, dass Kapazitäten abgebaut und Mitarbeiter entlassen werden mussten. (RELATED: Trump May Go Nuclear On Tariffs And Tax Uranium Imports) (~Trump könnte Zölle auf Import von Uran anheben)

Ein Vertreter des Western Caucus, der den Brief verfasst und verteilt hat, sagt, dass der Gesetzgeber den Prozess im Auge behält. [Der Western Caucus, ist eine überparteiliche Gruppe, innerhalb des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten, dem derzeit 74 Kongressabgeordnete angehören.]

„Die Kongressabgeordneten Paul Gosar und Andy Biggs haben bereits lange die Gefahr einer übermäßigen Abhängigkeit der USA von ausländischem Uran hingewiesen,“ sagte Ben Goldey, Sprecher des Western Caucus, in einer Erklärung gegenüber der Daily Caller News Foundation. „Der Western Caucus beobachtet die Ermittlungen nach Abschnitt 232 genau und wir sind auf die Ergebnisse gespannt.“

Zivile Kernkraftwerke und Nuklear-getriebene U-Boote der US-Marine sind auf Uran angewiesen, dessen Produktion in den USA seit den 1980er-Jahren zurückgegangen ist, weil inzwischen mehr und mehr aus dem Ausland stammt. Trump seinerseits zielt auf Chinas Uranexporte ab, während er weiterhin die Handelspraktiken des kommunistischen Landes beeinflussen will.

Der Präsident konzentriert sich insbesondere auf Komponenten und Maschinen für Reaktoren (U-235) zur Isotopentrennung. Die USA beziehen nur einen sehr geringen Prozentsatz ihres Urans aus China, so dass die Zölle in diesem Bereich wahrscheinlich keine großen Auswirkungen haben werden.

Was die US-Nuklearindustrie verärgern könnte, sind Gegenmaßnahmen von China, das plant, bis 2030 mindestens 100 Kernkraftwerke zu bauen, um die Abhängigkeit von Energie aus Kohle zu verringern. China ist in hohem Maße von Importen von Uran und Ausrüstung abhängig, zum Bau von Kernkraftwerken.

Gefunden auf Tha Daily Caller vom 12.07.2019

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://dailycaller.com/2019/07/12/trump-tariffs-uranium-china/




Warum Australiens Verbot der Nutzung von Kernenergie dem Verstand und der Logik trotzt

Aufmacher: Wargus; wikimapia.org

Was aber nicht sonderlich auf dem Prüfstand steht, ist die Tatsache, dass die Propheten des Weltuntergangs zur Möglichkeit von CO2-freier Stromerzeugung schweigen.

Anstatt die einzige eigenständige Stromquelle zu fördern, die zuverlässig und kostengünstig Strom liefert, ohne dabei Kohlendioxid zu erzeugen, versteifen sich die Panikmacher darauf, dass Windmühlen und Sonnenkollektoren der einzige Weg sind, um dem drohenden Untergang zu entgehen.

Stark subventionierter und chaotisch intermittierender Wind- und Sonnenstrom bieten keine Hoffnung auf eine sinnvolle und zuverlässige Stromversorgung; Sie haben das noch nie geboten und werden es auch nie können.

Demzufolge können Klimaalarmisten, die CO2 verteufeln, aber die Kernenergie nicht vorantreiben, nicht ernst genommen werden. Und ihr Versagen, die Kernenergie voranzutreiben, ist ein ziemlich klares Indiz dafür, was ihre Agenda wirklich ist: den Westen zu deindustrialisieren und den Rest in steinzeitlicher Armut zu halten.

Australien verfügt über die  weltweit größten Uranreserven und ist trotz seiner begrenzten Drei-Minen-Politik der drittgrößte Uranexporteur der Welt .

Daher überrascht es andere Mitglieder der Ersten Welt im Allgemeinen, dass Australien nicht nur nicht selbst von der Kernkraft profitiert, sondern diese bereits Jahren verbietet.

Lassen Sie sich von einem australischen Politiker erklären, warum Australien als größter Uranexporteur die einzige G20-Nation ohne Atomkraft ist und so weit gehen will, selbst die Verarbeitung von Uran und dessen Verwendung als Brennstoff für die Stromerzeugung überhaupt, gesetzlich zu verbieten.

Das  Gesetz  zum Schutz der Umwelt und der biologischen Vielfalt und das australische Gesetz zum  Strahlenschutz und zur nuklearen Sicherheit verbieten insbesondere die Herstellung, den Betrieb, die Anreicherung oder die Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen.

Für einen australischen Uran-Bergmann muss die Tatsache, dass Australien unter den G20-Nationen das einzige Land ist, das das Verbot der Kernenergieerzeugung verbietet, nicht nur absurd, sondern völlig lächerlich erscheinen.

Einer von ihnen, Tony Gray, gründete Pancontinental Mining und war an der Erkundung und Entdeckung der Jabiluka-Uranvorkommen beteiligt. Dies ist eine überarbeitete Version seiner Rede auf der diesmonatigen AusIMM International Uranium Conference in Adelaide.

 

Lassen Sie uns unseren natürlichen Vorteil in Bezug auf Energie nutzen, um Wohlstand zu schaffen.

The Australian, Tony Gray, vom 20. Juni 2019

Australien ist eine Schatzkammer, eine riesige Aladdin-Höhle voller Energiequellen, die mit ihrer Kombination aus Uran, Kohle und Erdgas nahezu einzigartig auf der Welt ist, ganz zu schweigen von einer beneidenswerten Menge Öl.

Aber etwas stimmt nicht. Wir können uns niemals darauf einigen, wie der Segen genossen werden kann. Im Gegenteil, oft unter dem Deckmantel der Bekämpfung des Klimawandels, sprechen subversive Stimmen dagegen, dieses Erbe zu genießen.

Uran war früher der Teufel; jetzt ist es Kohle. In den USA finanzierte der Steinkohlenbergbau ironischerweise die Anti-Atomkampagne, denn Kohle war damals heilig. Heutzutage kommt sogar Erdgas aus der Hölle.

Wind und Sonne sind die neuen Heiligen, aber sie lassen sich nicht befehlen, wann sie zu unserer Energie beitragen.

Die Genese dieses Arguments (statt einer Debatte) geht auf die soziale Revolution der 1970er Jahre zurück, als die Umweltbewegung vom Wunsch junger Radikaler nach einem neuen Anliegen beflügelt wurde, nachdem der Frieden in Vietnam den aufregenden Protesten die Grundlage nahm. Ihre harte Linke verschlang die Regeln des Club of Rome, der 1972 seinen Bericht The Limits to Growth veröffentlichte, eine These, die den Boden für einen perfekten Sturm gegen den Kapitalismus bereitete, indem behauptet wurde, die Welt müsse ihre wirtschaftliche Aktivität auf das verlangsamen konzentrieren – was als nachhaltig wäre.

Es gibt in allen Nationen, mit Sicherheit in der westlichen Welt, eine idealistische Phase [, wenn die Menschen nicht durch Existenzsorgen gequält werden]. Die gesicherte Energieverteilung ist eine unabdingbare Voraussetzung für moderne Volkswirtschaften [und damit ein besonders lohnendes Ziel für linke Weltverbesserer]. Der Ressourcenreichtum Australiens bietet ein verlockendes Potenzial, insbesondere wenn die Kosten für die Bekämpfung der Entwicklung als leicht erschwinglich eingeschätzt werden.

1983 musste ich als geschäftsführender Vorsitzender von Pancontinental Mining dem Chief Operating Officer von Electricite de France (EDF), Jean Feron, mitteilen, dass die neue ALP-Regierung unserem Unternehmen nicht erlauben würde, seine Vereinbarung (im Wert von Hunderten von Millionen Dollar) zum Verkauf von Uran an EDF von Jabiluka [damals geplante Uran-Mine] abzuschließen Der Franzose schüttelte traurig den Kopf und sagte: „Vous etes trop riches“ („Du bist zu reich“).

Wir haben riesige Kohlevorkommen, sowohl metallurgische als auch dampfende, und sie werden attackiert. Die Tugend-Vorgeber haben ihr Ziel von Uran auf fossile Brennstoffe umgestellt, wobei Kohle das Hauptziel ist.

In Wahrheit gibt es berechtigten Grund zur Sorge. Genauso wie Ängste vor der Kernenergie (und ihrem Proxy-Uran) berücksichtigt werden müssen, muss die Geschichte vom Klimawandel angegangen werden. Aber beide Fälle werden besser in der ruhigen Luft der Vernunft als in einem Gewitter der Emotionen behandelt.

Noch schwieriger wird es, wenn die Akteure der Debatte über Wirtschaftsentwicklung gegensätzliche Vorstellungen von der Grundstruktur der Gesellschaft haben. Es ist wie „zwei Menschen, die im selben Bett schlafen, aber unterschiedliche Träume haben“, wie die Japaner sagen.

Die harte Linke nutzt „Klimawandel“ für ihr eigentliches Ziel. Diese Taktik, durch übertriebene „wissenschaftliche“ Behauptungen und die Auslösung von Alarm getrieben, hat zu einer erheblichen Gegenbewegung geführt, die durch Misstrauen [gegen die offiziellen Informationen] ausgelöst wurde.

Die jüngsten Bundeswahlen zeigten eine Gegenreaktion der regionalen Wählerschaft, die ungeduldig auf Verzögerungen in Bezug auf die Adani-Mine in Queensland durch die Labor Party reagierte und auf die Frage nach der Relevanz des Klimawandels im Allgemeinen.

Die Gegenreaktion kommt sogar von denen, die es für angebracht halten, angemessene Schritte zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu unternehmen. Dabei wird die Reputation der Wissenschaft geschwächt, das Vertrauen in Regierungen und Institutionen untergraben, die Öffentlichkeit unnötig geschreckt. Dabei bleiben oft sinnvolle und vernünftige Maßnahmen zur Bewältigung eines wichtigen Themas, dem fast alle zustimmen, auf der Strecke.

Unabhängig von der Politik, die unsere Regierung verfolgt, wäre es eine der albernsten, die Entwicklung unserer riesigen Energieressourcen, ob Uran, Kohle oder Erdöl, zu behindern.

Die Beschränkung unserer Uranindustrie, um der Welt als Vorbild zu dienen, machte keinen Unterschied für die Nutzung von Kernenergie in Übersee. Gleiches gilt für jeden Versuch, unsere Kohle als Signal zum Klimaschutz aufzugeben.

Das wäre Torheit und würde Investitionen und Arbeitsplätzen schaden. Die einzigen Nutznießer wären die Kohle produzierenden Länder, die mit uns im Wettbewerb stehen. Sie werden weiterhin Hunderte von Kohlekraftwerken auf der ganzen Welt versorgen, die noch in Betrieb sind (und gebaut werden), genau wie sich unsere politische Einschränkung des Uranabbaus in den 80er Jahren und das vollständige Verbot der Kernenergie in Australien 1998 als Segen erwiesen haben, für den Uranhandel in Kanada und Namibia.

The Australian (Bezahlsperre Anfrage)

Gefunden auf StopTheseThings vom 25.06.2019

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://stopthesethings.com/2019/06/25/nuclear-no-brainer-why-australias-ban-on-nuclear-power-generation-defies-common-sense-logic/




Es klingt widersinnig, aber Fukushima, Tschernobyl und Three Mile Island (USA) zeigen, warum Kernkraft inhärent sicher ist.

„Bis jetzt sind fast eine Million Menschen an Gründen verstorben, die mit der Tschernobyl-Katastrophe zusammenhängen“, schrieb Helen Caldicott, eine Ärztin in Australien, in der New York Times. Fukushima „könnte hinsichtlich der Folgen noch weit über Tschernobyl hinausgehen“.

Viele Pro-Kernkraft-Menschen sind zu der Ansicht gekommen, dass der Unfall ein Beweis dafür war, dass die am meisten im Einsatz stehende Form eines Kernreaktors, der durch Wasser gekühlt wird, krachend gescheitert ist. Sie riefen nach einem radikal anderen Reaktortyp, um die Technologie „inhärent sicher“ zu machen.

Aber heute, acht Jahre nach Fukushima, zeigen sämtliche verfügbaren Studien und Statistiken, dass Caldicotts Schätzung der Anzahl der Todesopfer um eine Million zu hoch lag. Die Strahlung von Tschernobyl wird, wenn es hoch kommt, vielleicht 200 Menschen töten, aber die Strahlung aus Fukushima und Three Mile Island wird Null Menschen töten.

Mit anderen Worten, die Hauptlektion aus den beiden schlimmsten Kernkraft-Unfällen der letzten Zeit lautet, dass Kernenergie schon immer inhärent sicher war.

Die Wahrheit hinsichtlich der Sicherheit von Kernkraft ist so schockierend, dass es sich lohnt, die schlimmsten Unfälle näher zu betrachten. Beginnen wollen wir mit dem Schlimmsten des Schlimmen: Tschernobyl.

Das Kernkraftwerk liegt in der Ukraine, welche 1986 noch Bestandteil der Sowjetunion war. Die Operatoren verloren die Kontrolle über ein nicht autorisiertes Experiment, wodurch der Reaktor in Brand geriet. Es gab keinen Dom, um kontaminiertes Gas aufzuhalten, und durch das Feuer verteilten sich radioaktive Partikel auf der ganzen Welt. Viele folgerten daraus, dass Tschernobyl nicht nur der schlimmste Nuklear-Unfall der Geschichte war, sondern auch der schlimmstmögliche aller Nuklear-Unfälle.

28 Feuerwehrleute waren bei dem Versuch ums Leben gekommen, das Feuer in Tschernobyl zu löschen. Jedes einzelne dieser Todesopfer ist tragisch, aber man sollte es in der richtigen Perspektive betrachten. Im Jahre 2018 sind in den USA 86 Feuerwehrleute im Einsatz umgekommen (hier), und während der Terrorangriffe am 11. September 2001 waren es 343 Feuerwehrleute.

Den UN zufolge sind seit dem Unfall in Tschernobyl 19 der Ersthilfe Leistenden gestorben, und zwar aus „verschiedenen Gründen“, darunter Tuberkulose, Leber-Zirrhose, Herzanfälle und Traumata. Die UN folgerten, dass „Strahlung als Todesursache weniger deutlich geworden ist“.

Und wie ist das mit Krebs? Bis zum Jahr 2065 mag es 16.000 Fälle von Schilddrüsenkrebs geben; bis heute sind es 6000. Da die Todesrate bei dieser Krebsart lediglich 1 Prozent beträgt – die Behandlung ist recht einfach – können etwa 160 Todesfälle erwartet werden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO behauptet auf ihrer Website, dass der Tschernobyl-Unfall zu 4000 Fällen vorzeitigen Todes führen könnte, aber Dr. Geraldine Thomas zufolge, welche die Gewebe-Bank von Tschernobyl ins Leben rief und verwaltet, beruht diese Zahl auf einem sich inzwischen als falsch erwiesen habenden Verfahren.

„Dieses Verfahren beruht auf der Extrapolation von Todesfällen durch Strahlung“, erklärte sie. Das Verfahren geht davon aus, dass es keinen Grenzwert gibt, unterhalb dessen Strahlung sicher ist. Aber diese Hypothese ist während der letzten Jahrzehnte längst diskreditiert worden, und zwar durch Daten aus allen möglichen Quellen.

Unterstützung für den Gedanken, dass Strahlung auf geringem Niveau harmlos ist, erwächst aus der Tatsache, dass Menschen, die an Orten mit hoher natürlicher Hintergrundstrahlung leben, einige der niedrigsten Krebsraten in den USA aufweisen.

Sogar relativ hohe Strahlendosen richten weitaus weniger Schaden an als die meisten Menschen denken. Sorgfältige, umfangreiche und langzeitliche Studien an Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sind ein sehr überzeugender Beweis dafür.

Die Krebsrate der Überlebenden war lediglich 10 Prozent höher, und die meisten Überlebenden sind nie an Krebs erkrankt. Selbst jene, die einer Dosis ausgesetzt waren, die 1000 mal höher war als der heute gesetzte Sicherheits-Grenzwert, wiesen eine um nur 16 Monate kürzere Lebenszeit auf.

Aber hat die japanische Regierung nicht kürzlich die Familie eines Mitarbeiters von Fukushima finanziell entschädigt aufgrund dessen Behauptung, dass sein Krebs dem Unfall geschuldet war?

Ja, hat sie, aber nur aus eindeutig politischen Gründen, und zwar auf der Grundlage der auf Konsens basierenden und Konflikte vermeidenden japanischen Politik und um die Schuld zu mindern, die politische Führer gegenüber Mitarbeitern und Anwohnern von Fukushima fühlen.

Dass die Krebserkrankung des Mitarbeiters dem Fukushima-Unglück geschuldet war, ist höchst unwahrscheinlich, weil – noch einmal – die Strahlendosis, welcher der Mitarbeiter ausgesetzt war, weitaus geringer war als es bei den Überlebenden der Atombombenabwürfe der Fall war. Diese wiesen etwas höhere Krebsraten auf.

Was ist mit Three Mile Island?* Nach dem Unfall im Jahre 1979 wurde das Time Magazine mit einem Deckblatt geziert, auf welchem über einem Bild des Kraftwerkes in glühenden Lettern „Nuclear Nightmare“ [nuklearer Albtraum] geschrieben stand. Albtraum? Wohl mehr ein Traum. Bei welcher anderen industriellen Technologie komm in einem katastrophalen Unfall kein einziger Mensch ums Leben?

Man erinnere sich an den Brand auf der Ölplattform Deepwater Horizon, bei dem 11 Menschen zu Tode kamen. Vier Monate später explodierte eine Erdgas-Pipeline unmittelbar südlich von San Francisco und tötete 8 Menschen, die in ihren Betten schliefen. Und das nur innerhalb eines Jahres, nämlich 2010.

Der schlimmste Unfall aller Zeiten bzgl. Energieerzeugung war im Jahre 1975 der Bruch eines Staudammes in China. Dabei waren zwischen 170.000 und 230.000 Menschen umgekommen.

[*Siehe die Anmerkung des Übersetzers am Ende dieses Beitrags!]

Die schlimmsten Unfälle bzgl. Kernkraft zeigen, dass die Technologie immer sicher war, und zwar aus dem gleichen inhärenten Grund dafür, warum nur so geringe Auswirkungen auf die Umwelt zu verzeichnen waren: Dieser Grund ist die hohe Energiedichte des Treibstoffes.

Kernspaltung zur Erzeugung von Wärme anstatt chemische Fesseln durch Feuer zu trennen erfordert nur winzige Mengen Treibstoff. Eine einzige Getränkedose voller Uran kann genügend Energie für ein gesamtes High Energy-Leben enthalten.

Wenn es zum Schlimmsten kommt und der Treibstoff schmilzt, dann ist die Anzahl der freiwerdenden Teilchen unbedeutend im Vergleich sowohl zu Explosionen fossiler Treibstoffe als auch zu täglichen Emissionen aus Heizen von Häusern, Autos und Kraftwerken, wodurch pro Jahr etwa 7 Millionen Menschen umkommen.

Dank der inhärenten Sicherheit von Kernkraft zeigen grundlegende wissenschaftliche Forschungen, dass durch Kernkraft bis heute mindestens zwei Millionen Todesfälle verhindert werden konnten infolge der Vermeidung, Biomasse und fossile Treibstoffe zu verbrennen. Der Ersatz oder der Nicht-Bau von Kernkraftwerken führt folglich zu mehr Todesfällen.

In dieser Hinsicht resultierte aus Fukushima tatsächlich eine Katastrophe bzgl. der menschlichen Gesundheit. Nur dass diese Katastrophe nicht verursacht worden ist durch die winzigen Strahlenmengen, die dabei freigesetzt worden waren.

Erzeugung von Angst und Panik

Die japanische Regierung hat nach Ansicht der Tschernobyl-Expertin Geraldine Thomas und anderer Strahlungsexperten zu der weit verbreiteten Ansicht beigetragen, dass Strahlung ein super-gefährliches Gift ist, und zwar weil sie die Rückkehr der Anwohner nach dem Unfall verboten hat und weil die Strahlung im Boden und im Wasser auf ein völlig unnötig niedriges Niveau reduziert worden ist.

Das Problem begann mit einer völlig übertriebenen Evakuierung. 60.000 Menschen wurden evakuiert, aber nur 30.000 sind zurückgekehrt. Während ein gewisses Ausmaß an Evakuierung gerechtfertigt gewesen sein mag, gab es niemals Gründe für eine derartig umfangreiche und langfristige Evakuierung.

Etwa 2000 Menschen kamen im Zuge der Evakuierungen ums Leben, während Andere – aus ihrer Heimat gerissen – unter Einsamkeit, Depressionen, Selbstmordgefahr, Mobbing an Schulen und Angst litten.

„Im Nachhinein können wir sagen, dass die Evakuierung ein Fehler war“, sagte Philipp Thomas, Professor für Risiko-Management an der University of Bristol und Leiter eines neuen Forschungsprojektes bzgl. Kernkraft-Unfällen. „Wir hätten empfohlen, niemanden zu evakuieren“.

Hinter der Evakuierung steckte die seitens der Regierung massiv übertriebene Säuberung des Bodens. Um ein Gefühl dafür zu vermitteln, welches Ausmaß diese Übertreibung hatte, bedenke man, dass das Colorado-Plateau aus natürlichen Gründen mehr Radioaktivität aufweist als die meisten Gebiete um Fukushima nach dem Unfall.

„Es gibt Gebiete auf der Welt, die noch viel radioaktiver sind als Colorado und deren Bewohner keine gesteigerten Krebsraten aufweisen“, erläutert Dr. Thomas. Und während das Strahlungsniveau in Fukushima rasch abnimmt, „bleibt die Lebenserwartung in jenen Gebieten hoch, weil die Strahlung nicht Folge einer Kontaminierung ist, sondern es sich um natürliche Hintergrund-Strahlung handelt“.

Selbst Bewohner von Gebieten mit der höchsten Kontaminierung wurden nicht durch die Strahlung geschädigt, wie aus einer umfassenden Studie an fast 8000 Bewohnern während der zwei bis drei Jahre nach dem Unfall hervorgeht.

Im Jahre 2017, als ich zum zweiten Mal nach Fukushima gereist bin, habe ich die Fassung verloren. Hungrig und müde wegen der Zeitverschiebung musste ich das lächerliche und teure Abtragen des fruchtbaren Bodens mit ansehen, welche in grüne Plastiktüten gefüllt wurde. Ich nahm einen Wissenschaftler am Umweltministerium ins Kreuzverhör.

Warum zerstören sie den wertvollen Ackerboden, um ein Strahlungsniveau zu reduzieren, dass schon jetzt weit unterhalb aller schädigenden Grenzen liegt? Warum gibt die Regierung Milliarden aus, um Gleiches mit dem Wasser in der Umgebung des Kraftwerkes zu tun? Gab es denn niemanden in Japan, der wenigstens etwas wusste über den medizinischen Einsatz von Strahlung?

Zunächst reagierte der regierungsamtliche Wissenschaftler mit der offiziellen Linie – sie beseitigen den Boden, um die Strahlung durch den Unfall zu entfernen.

Ich beschloss, intensiver nachzufragen und wiederholte meine Frage. Mein Dolmetscher sagte mir, dass der Experte meine Frage nicht verstanden hätte. Also redete ich mit ihm künftig über den Dolmetscher.

Dann sagte der Wissenschaftler wieder etwas, und ich konnte an seinem Tonfall schon erkennen, dass er etwas Anderes sagte. „Jeder Wissenschaftler und Strahlungsexperte der Welt, der hierher kommt, sagt das Gleiche. Wir wissen, dass die Reduktion des Strahlungsniveaus völlig unnötig ist. Wir machen es aber trotzdem, weil die Leute wollen, dass wir es tun“.

Die Wahrheit des Ganzen ist eingeräumt, und die Spannung zwischen uns war gebrochen. „Arigato gozaimasu!“ sagte ich, dankbar für die Ehrlichkeit des Mannes.

Sein Gesicht war traurig, als er die Lage erklärte, aber er war auch ruhiger. Die Manie hinter seinem Beharren, dass die „kontaminierte“ Erde zu „reinigen“ verlangt worden wäre, war verschwunden.

Und ich war nicht mehr erzürnt, nur erleichtert. Ich verstand sein Dilemma. Er hatte das offizielle Dogma nur deswegen wiederholt, weil sein Job und in größerem Umfang Kultur und Politik dies verlangten. Und es spiegelte den Umgang mit Strahlungsängsten seitens von Wissenschaftlern und Politikern, nicht nur in Japan.

Es gibt keinen Beweis dafür, dass geringe Strahlungsdosen die Menschen schädigen, aber anstatt deutlich darüber zu werden, haben Wissenschaftler in der Vergangenheit oftmals die Wahrheit verschleiert in einem fehlgeleiteten Befolgen des Vorsorgeprinzips. Dies führte jedoch dazu, dass das weit verbreitete Missverständnis bzgl. Strahlung sich verewigte.

Wir wissen auch, dass wenn Gesellschaften nicht die Kernkraft nutzen, sie zumeist fossile Treibstoffe verbrauchen, nicht Erneuerbare. Nach Fukushima hat Japan seine Kernkraftwerke abgeschaltet – und die Luftverschmutzung zeigte eine drastische Zunahme.

Die größten Verlierer sind wie immer die Verwundbarsten: jene mit Atemwegs-Erkrankungen, Kinder, Ältere, Kranke und Arme, welche überwiegend in den schmutzigsten Gebieten von Städten leben.

Klar ist auch, dass Menschen ihre Ängste vor anderen Dingen auf Nuklearunfälle projizieren. Wir wissen aus tief gehenden Forschungen während der siebziger Jahre, dass junge Menschen zu Anfang jenes Jahrzehnts die Ängste vor Atombomben auf Kernkraftwerke übertrugen. Kernkraftwerke werden als kleine Bomben wahrgenommen, und Nuklearunfälle werden als kleine Atomexplosionen betrachtet, vollständig mit Fallout und der Bedrohung durch Kontaminierung.

Es ist unmöglich, die panische Überreaktion aufgrund von Fukushima nicht als teilweise ausgelöst anzusehen durch den Horror von 15.875 Toten und weiteren 2533 Vermissten nach dem Tsunami. Der Soziologe Kyle Cleveland argumentierte überzeugend, dass Fukushima eine „moralische Panik“ auslöste und dass die Panik motiviert war durch den Wunsch der japanischen Nachrichtenmedien, sich an einer industriellen und technischen Elite zu rächen, welche als rücksichtslos, arrogant und korrupt empfunden werden.

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Die ganze Story steht hier.

Michael Shellenberger, President, Environmental Progress. Time Magazine “Hero of the Environment.”

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/03/12/it-sounds-crazy-but-fukushima-chernobyl-and-three-mile-island-show-why-nuclear-is-inherently-safe/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Anmerkung des Übersetzers zu dem Unfall in Three Mile Island: Dieser fiel gerade in die Zeit seines Aufenthaltes in den USA. Wohnort war das Dorf Brodheadsville in Pennsylvania. Das liegt nahe der Stadt Allentown, Google findet es sicher.

In der lokalen Zeitung, dem Pocono Record, war der Unfall überhaupt kein Thema! Im Beitrag erwähnt wird das Time Magazine, aber niemandem fiel es ein, diese Zeitschrift zu kaufen. In den Fernsehnachrichten gab es eine kurze Meldung über ein Brand in dem Kraftwerk, aber die Familie, bei der ich zur Untermiete wohnte, war völlig unbeeindruckt, denn ein Feuer gab es fast jeden Tag irgendwo. Erst in Briefen von Bekannten aus Deutschland wurde ich darauf aufmerksam, in denen ich besorgt gefragt wurde, ob es mir gut gehe. Damals gab es noch keine E-Mails und Internet, und Briefe waren etwa 1 Woche unterwegs.

Ich habe mich dann unter den Nachbarn etwas umgehört, aber niemanden schien das zu interessieren. Zu jener Zeit gab es gerade Unruhen unter Lastwagenfahrern (Trucker), und einer meiner Nachbarn, der mit einem riesigen Lastwagen Bier transportierte, konnte es sich nicht leisten, an einem Streik für bessere Bedingungen teilzunehmen. Aber er hatte Angst – in Amerika wird ja sehr schnell geschossen, wenn einem irgendetwas nicht passt.

In der Grundschule in Brodheadsville (Polk Elementary, kann heute anders heißen) war das Ganze ebenfalls kein Thema, obwohl es doch vermeintlich um die Zukunft der Kinder ging. Und so weiter, und so fort. Von Panik nicht die geringste Spur – offenbar ganz anders als im weit entfernten Deutschland, wo ob des Unfalls mächtig Panik geschürt worden war. – Chris Frey, Übersetzer




Deutschlands Versagen mit Erneuerbaren Energien: Die deutschen CO2-Emissionen sind zehnmal höher als im nuklear versorgten Frankreich

Das Ergebnis ist ein absolutes Debakel: Die Deutschen leiden an den zweithöchsten Strompreisen in Europa, direkt hinter dem windbetriebenen Dänemark, und die Preise steigen zweistellig in den Himmel. Das deutsche Stromnetz steht kurz vor dem Zusammenbruch.

Und das alles für den Versuch, die Emissionen von Kohlendioxid einzudämmen. Abgesehen von den Argumenten, ob CO2 ein giftiger Schadstoff oder ein natürlich vorkommendes und nützliches Spurengas ist, was die Pflanzen dringend benötigen – wenn das vorrangige Ziel des „Übergangs“ Deutschlands in eine wind – und sonnengetriebene Zukunft darin besteht, die Kohlendioxidemissionen zu senken, ist dies ein Ergebnis kläglicher Misserfolg – der die Deutschen bisher gut eine Billion Euro gekostet hat .

Im Vergleich dazu genießen die Verbraucher in Kernkraft versorgtem Frankreich nur einen Bruchteil der Strompreise, die sein östlicher Nachbar erleidet. Und seine CO2-Emissionen sind ein winziger Bruchteil der Emissionen, die das bewusst wind- und solarbetriebene Deutschland ausstößt. Sogar das kohlengetriebene Polen hat es geschafft, den CO2-Ausstoß schneller zu senken, als das stets tugendhafte Deutschland.

Deutsche werden von ihren Führer als Dummköpfe genommen. Und Macron möchte sein Land auf demselben zweifelhaften Weg schicken.

Die deutsche Regierung weiß bereits, dass es die für 2020 gesetzten CO2-Reduktionsziele nicht erreichen wird und die Lücke wird ziemlich groß sein. Deshalb wird die Schließung von Kohlekraftwerken verschoben und Nord Stream 2 wird gebaut, schreibt Dr. Józef Sobolewski, Direktor der Abteilung Atomenergie im polnischen Energieministerium. [Ursprünglich in Wszystko Co Najważniejsze (Alles was wichtig ist) veröffentlicht]

 

Standpunkt: Es gibt keinen heiligen Gral der Energie

World Nuclear News, und auch auf Wszystko Co Najważniejsze
Józef Sobolewski, 17. Dezember 2018

Im September dieses Jahres wurde ich eingeladen, an der IAEO-Generalkonferenz teilzunehmen.

[Internationale Atom Energie Agentur, 17 – 21 September 2018, Wien International Center] Ich sollte auf dem wissenschaftlichen Forum eine Präsentation halten, in der die Argumente für die Entwicklung der Kernenergie als Klimaschutzfaktor für ein Land dargelegt werden, das eine der höchsten CO2-Emissionsraten je kWh in Europa aufweist. Ich hätte einige übliche Aussagen vieler Berichte wiederholen können, aber als Physiker von Beruf, entschied ich mich, mich auf Fakten zu konzentrieren. [… anders als Frau Dr. Merkel, der Übers.]

Basierend auf den Daten der Europäischen Umweltagentur, habe ich die historischen Emissionsdaten für Polen, Deutschland und Frankreich verglichen. Die Ergebnisse sind zwar für mich offensichtlich, aber für viele schockierend. Ich habe festgestellt, dass Polen seine Emissionen in den letzten 20 Jahren praktisch um den gleichen Betrag wie Deutschland reduziert hat, dessen Gesamtinvestitionen für erneuerbare Energien 250 Milliarden Euro [eher das drei- bis vierfache, d. Üb.] überstiegen. Natürlich sprechen wir über leicht unterschiedliche Ebenen.

Die Emissionen je erzeugter kWh in Deutschland sind etwa halb so hoch wie in Polen, aber vergessen wir nicht, dass wir in Polen einen völlig anderen Ausgangspunkt hatten. Das Bild ist noch interessanter, wenn Sie sich Frankreich anschauen. Deutschland ist zwar führend in der Entwicklung erneuerbarer Energiequellen, hat jedoch zehnmal höhere Emissionen als Frankreich, das sich zur Stromerzeugung auf Kernkraft abstützt. Und damit kommen wir zu sehr interessanten Erkenntnissen und Fragen.

Wie ist es möglich, dass ein Land, das stark in erneuerbare Energien investiert, zu einer ähnlichen Emissionsrate wie Polen kommt? Für Energieerzeugungsexperten ist die Antwort einfach: Unstabile Energiequellen erreichen eine gewisse Sättigung des Energiemixes, so dass ihre Weiterentwicklung nicht zu einer effektiven Steigerung ihres Anteils an der gesamten Energieerzeugung führt. Das Stromsystem ist immer abgeglichen. Energie wird nur in angeforderten Mengen erzeugt, wobei die Speichermöglichkeiten in der Regel vernachlässigbar sind. Das Energiesystem kann nicht ausschließlich von „erneuerbaren“ Energien gespeist werden, wenn die Industrie und die Verbraucher eine zuverlässige und dem Bedarf entsprechende Versorgung benötigen und diese wird im Falle Deutschlands hauptsächlich von Braunkohlekraftwerken bereitgestellt, den Kraftwerken mit den höchsten Emissionswerten.

Dr. Józef Sobolewski, Präsentation in Wien, Anteil der Windenergie an der Stromversorgung Polens

Unser westlicher Nachbar [gemeint ist Deutschland] ist sich dessen vollkommen bewusst und hebt neue Braunkohle-Tagebaugruben aus, im Gegensatz zum Ehrgeiz des Europäischen Parlaments, sich höhere Ziele zu setzen. Deutschland weiß bereits, dass es die für 2020 gesetzten Ziele zur Verringerung der CO2-Emissionen nicht erreichen wird und die Lücke wird beträchtlich sein. Deshalb verschiebt die deutsche Regierung die Schließung von Kohlekraftwerken und baut Nord Stream 2. Die einzige Möglichkeit zur Reduzierung von CO2 Emissionen besteht in der Annahme, dass der Rückzug aus Kohle und Kernkraftwerken nur aus Erdgas bestehen kann. Deshalb ist Deutschland fest entschlossen, den zweiten Abschnitt der Nord Stream-Gaspipeline fertigzustellen.

Ein deutscher Experte für Windenergie, Berater des deutschen Wirtschaftsministers, reiste kürzlich nach Warschau, um an den Universitäten von Warschau und dem Sejm interessante Vorlesungen über Windenergie als Stromversorgungsquelle zu halten. Er hatte die klare Botschaft, dass die Windenergie nicht die Basis des Energiesystems sein kann, weder onshore noch offshore. Er erklärte auch, warum der Heilige Gral für erneuerbare Energien – ein Energiespeicher, der die Lücke füllen kann, wenn der Wind landesweit einen Tag lang aufhört – nicht errichtet werden kann. Das bedeutet, der heilige Energie-Gral existiert nicht. Denken Sie daran, dass die „Windstille“ Wochen dauern kann.

Werfen wir einen Blick auf Frankreich, das 75% seiner Energie aus Kernkraftwerken bezieht. Der Rest wird von Wärmekraftwerken erzeugt und emittiert im Durchschnitt zehnmal weniger CO2 pro Kraftwerk als das benachbarte Deutschland. Der amtierende Präsident gab den Plan seines Vorgängers auf, der auf der Welle der grünen Ideologie zugesagt hatte, den Anteil der Kernenergie auf 50% zu reduzieren. Er [Macron] konstatierte, dass es auf die Verringerung der Emissionen ankommt und nicht auf die Art und Weise, wie dies erreicht wird. Um die Windlobby zu besänftigen, billigte er jedoch den Bau von Offshore-Windparks mit einem garantierten Strompreis, der fünfmal so hoch ist, wie der von Kernkraft. Nun, die Reichen können sich das leisten.

Die Europäische Union sollte sich der Frage stellen, ob die gewählte bzw. erzwungene Entwicklung von erneuerbaren Energien tatsächlich zum Klimaschutz führt – zur Verringerung der CO2-Emissionen – oder nur ein rentables Geschäft mit zwangsausgebeuteten Verbrauchern ist. Ich denke es ist das Letztere. Es mag sein, dass man anfangs glaubte, die Entwicklung der Windenergie wäre aus ökologischen Gründen voran getrieben, aber dann haben riesige Subventionen diese Art der Energieerzeugung in ein sehr profitables Geschäft verwandelt.

Vor einigen Jahren las ich einen Artikel eines Beraters: „Eine Windkraftanlage ist kein Windstromkraftwerk, es ist ein ausgezeichnetes Geldanlage.“ Und es stimmt, da es nicht leicht ist, eine andere Anlageform zu finden, die einen so hohen Gewinn für mehrere Jahre garantiert. Es ist auch ein Geschäft mit einer starken Lobby. Wie kann man sonst erklären, dass die Bestimmungen des SPD-CDU-Koalitionsvertrags, der explizit über den Export von „Energiewende“ spricht, auf den Schutz von fast 200.000 Arbeitsplätzen in Deutschland hinweist? Darüber hinaus unterstreicht das gleiche Dokument die Entscheidung, die Verwendung von Mitteln aus dem EU-Haushalt für die Entwicklung von Kernenergie zu sperren. So kann Deutschland EU-Beiträge, die in den EU-Haushalt eingezahlt werden, für die Förderung erneuerbarer Energiequellen in Deutschland verwenden, aber Polen kann die Beiträge nicht für die Kernenergie verwenden.

Man kann sich fragen, wer am meisten von der Förderung „erneuerbarer Energien“ profitiert. Es ist für mich offensichtlich, dass es nicht das Klima ist. Neben den mit erneuerbaren Energieträgern zusammenhängenden Industrien und Finanzmärkten sind die größten Nutznießer die Erdgaslieferanten. Erdgas, ein Rohstoff, der die Nutzung erneuerbarer Energiequellen fördert und dessen europäische Ressourcen nach und nach aufgebraucht werden, nicht aber Russlands [.. es sei denn, Fracking wird politisch opportun].  Ich würde nicht so sehr auf LNG [verflüssigtes Erdgas] zählen, denn die asiatischen Länder werden immer mehr zahlen können als wir und ihre Bedürfnisse sind definitiv größer und wachsen weiter.

Dr. Józef Sobolewski, Präsentation in Wien, geplante Kapazität der Stromversorgung in Polen. Die nicht verfügbaren (non-dispatchable) Erneuerbaren Energien sollen 2035 komplett auslaufen

Wenn die EU wirklich das Klima durch Verringerung der CO2-Emissionen schützen wollte, würde sie die Reduktionsziele unabhängig von der eingesetzten Technologie festlegen und dafür so effektiv wie möglich. Die effektivste derzeit verfügbare Technologie ist die Kernspaltung (die Fusionstechnologie braucht noch einen langen Weg bis zur Kommerzialisierung). Die Erzeugung von Atomenergie hat zwar hohe Investitionskosten, ist aber aufgrund ihrer langen Lebensdauer und niedrigen variablen Kosten sehr kostengünstig. Energie ist bei jedem Wetter verfügbar und garantiert so die Energiesicherheit. Tatsache ist, dass die Hälfte der emissionsfreien Energie der EU von Kernkraftwerken erzeugt wird.

Aber die Atomenergie hat ihre Gegner, vor allem ideologisch bedingte, deren Argument „Nein, weil es Nein“ ist. Sie verwenden meistens Unwahrheiten oder Falschdarstellungen im Gegensatz zu Fakten; Sie wissen nicht, wovon sie sprechen, und leider können sie mit Emotionen spielen. Aber es ist das Problem der westlichen Länder, das für die wachsenden Mächte Asiens, die sich dynamisch entwickeln, völlig irrelevant ist.

In den letzten 30 Jahren hat sich die Entwicklung der Kernenergie in der sogenannten Ersten Welt deutlich verlangsamt. Dies wurde zum einen durch den Ausfall des Tschernobyl-Kraftwerks verursacht (durch bewusste Fehlhandlung des Personals ausgelöst) und als die Atomkraft eine Wiederbelebung erlebte, machte ein Tsunami in Japan einen Strich durch die Rechnung. Obwohl in Fukushima niemand an der Strahlung gestorben ist, nutzten die Gegner der Atomenergie den Unfall, um eine massive Kampagne gegen sie aufzubauen und ihre wirtschaftliche Entwicklung zu verhindern.

Wie ich bereits erwähnt habe, gilt dies natürlich nicht für Entwicklungsländer. Dabei finden neben konventioneller Stromerzeugung auch neue Kerntechnologien eine viel breitere Anwendung. Sie ermöglichen die Erzeugung von Wärme für Heizzwecke oder Prozesswärme, sowie das Erreichen von Temperaturen, die eine effektive Pyrolyse mit Wasser ermöglichen. Genutzt zur Erzeugung des vielversprechendsten Brennstoffs – zu Wasserstoff. Und das alles ist ohne Emissionen in die Atmosphäre möglich.

Der Vorteil dieser neuen Lösungen liegt in der passiven Sicherheit: Es besteht keine Möglichkeit, dass der Kern eines Reaktors durch Kühlmittelverlust schmelzen könnte. Als früher „erste Welt“ beginnen wir nun den Entwicklungsländern hinterherzuhinken.

Vor kurzem wurden eine Reihe von Berichten über den Klimawandel veröffentlicht, die eindeutig auf die Notwendigkeit der Entwicklung der Kernenergie als der einzigen wirklichen Maßnahme hinweisen, die verhindern kann, dass sich das Böse verschlechtert. Ein Bericht der Internationalen Energieagentur, der zu Beginn dieses Jahres vorgelegt wurde, betont unparteiisch und ausgewogen die Notwendigkeit einer intensiven Entwicklung der Kernenergie. Am überraschendsten ist jedoch die jüngste Studie des IPCC, wonach von allen Szenarien, die zu einer Begrenzung des durchschnittlichen Temperaturanstiegs führen, die wirksamste die erhebliche Förderung der Kernenergie ist.

Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, über Änderungen der EU-Politik und die Ersetzung „erneuerbarer Energien“ durch „saubere Energie“ nachzudenken?

Original gefunden auf Wszystko Co Najważniejsze und World Nuclear News

Dr. Józef Sobolewski ist seit 2016 Direktor der Abteilung für Atomenergie im Energieministerium in Polen.
Zuvor war er an der Entwicklung von Stromnetzüberwachungsdiensten auf Grundlage unbemannten Fluges (Drohnen) von 2014 bis 2016 beteiligt. Von 1993 bis 2014 war Herr Sobolewski bei großen Unternehmen aus dem IT-Sektor, Electronic Data Systems (EDS), dann bei Hewlett-Packard (HP) in verschiedenen Führungspositionen im Zusammenhang mit der Einführung von IT-Systemen tätig. Geschäftsentwicklung und Vertriebsverwaltung auf regionaler Ebene (Mittel- und Osteuropa). Von 1979 bis 1982 war er am Institut für Kernforschung in Swierk / Warschau beschäftigt. Von 1985 bis 1993 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Kernchemie in Mainz, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kernphysik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zu seinem akademischen Hintergrund promovierte er in Physik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Deutschland) und erlangte einem Master in Physik an der Warschauer Universität (in Kernphysik). Józef Sobolewski ist Autor zahlreicher Artikel in wissenschaftlichen und professionellen Fachzeitschriften sowie in Magazinen

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Wegen Copyright habe ich auf das Bild von Frau Dr. Merkel vom STT Original verzichtet. Erstaunt war ich, was Google-Bildsuche u.a. zu Tage fördert.

Gefunden auf stopthesethings vom 06.01.2019

Übersetzt und zusammengestellt von Andreas Demmig

https://stopthesethings.com/2019/01/06/germanys-renewable-energy-fail-german-co2-emissions-10-times-higher-than-nuclear-powered-france/




Bill Gates erinnert die Menschen daran, dass Sonnenenergie und Wind allein den Klima Wandel nicht lösen werden

„Einige Leute glauben, wir haben alle Werkzeuge, die wir brauchen und dass die Senkung der Kosten für erneuerbare Energien wie Solar und Wind das Problem lösen .Aber Sonnenlicht und Wind sind nur unregelmäßige  Energiequellen  und es ist unwahrscheinlich, dass wir in Kürze supergünstige Batterien haben werden, die es uns erlauben, ausreichend Energie zu speichern, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht.“

Stattdessen warb der Gründer von Microsoft das Potenzial der Nukleartechnologie zu nutzen.

„Nächstes Jahr werde ich mehr darüber reden, warum die USA ihre führende Rolle in der Atomkraftforschung wiedergewinnen müssen„, schrieb er. „Kernkraft ist ideal für den Umgang mit dem Klimawandel, denn es ist die einzige kohlenstofffreie, skalierbare Energiequelle, die 24 Stunden am Tag verfügbar ist.“

Der bekannte Wirtschaftsmagnat  hat die Möglichkeiten der Kernenergie schon lange erkannt.

Gates ist der Gründer von TerraPower, einem Entwicklungsunternhemen für Kernreaktoren, die zur Innovation der Industrie beitragen würden. Das Unternehmen plante einen Demonstrationsreaktor in China zu bauen, aber das harte Durchgreifen der Trump Regierung gegen chinesische Versuche, US-zivile Nukleartechnologie für militärische Zwecke zu nutzen, macht Terrapowers Pläne unwahrscheinlich. Gates hofft, dass er stattdessen ein Pilotprojekt in den USA starten kann.

Die Ziele von TerraPower könnten jedoch dazu führen, dass die Nuklearindustrie auf kommerzieller Ebene fortschrittliche Technologien im kleineren Maßstab entwickelt. Ein solches Unterfangen könnte eine Unterstützung für die US -Atomflotte sein – in den letzten Jahren  sehr gebeutelt wurde, weil billiges Erdgas und durch Subventionen unterstützte erneuerbare Energien zum Teil kostengünstiger waren als Kernreaktoren.

Die Union of Concerned Scientists (UCS), eine gemeinnützige Vereinigung für Umweltschutz, veröffentlichte einen Bericht, in dem die Rolle der Kernenergieanlagen bei der Bekämpfung des Klimawandels anerkannt wird. … Das Thema Atomkraft wurde in der Umweltgemeinschaft kontrovers diskutiert. Einige Befürworter wie Michael Shellenberger haben die kohlenstoffarmen Vorteile von Atomkraft stark betont, während andere Umweltgruppen nach wie vor der Meinung sind, dass die Industrie zu riskant ist.

„Aus klimatischer Sicht sind wir zurzeit an einem Punkt, an dem wir einige schwierige Entscheidungen treffen müssen. Wir brauchen jede kohlenstoffarme Energiequelle, die wir bekommen können “, sagte Steve Clemmer, Direktor für Energieforschung bei UCS, in einer Erklärung.

„Leider ist Amerika nicht mehr der weltweit führende Führer in der Kernenergie wie vor 50 Jahren. Um diese Position wieder zu erlangen, will Bill Gates neue Finanzmittel bereitstellen, die Vorschriften aktualisieren und den Anlegern zeigen, dass es seriös ist “, fuhr Gates in seinem Blog fort.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Gates die Idee eines ausschließlich auf erneuerbaren Energien basierenden Ansatzes zur Reduzierung der CO2-Emissionen kritisiert. Der Milliardär und Philanthrop erklärte Axios im November, dass die Menschen, die glauben, dass Sonnenenergie und Wind die einzigen Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels seien, genauso schlecht seien, wie die Menschen, die den Fortschritt insgesamt ablehnen.

Gefunden auf The Daily Caller vom 30.12.2018

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://dailycaller.com/2018/12/30/bill-gates-renewable-energy/




Taiwanesen entscheiden sich gegen ihre Regierung und für zuverlässige Kernkraft

Auch in Taiwan haben die Profiteure der Windindustrie in den letzten Dekaden versucht, ihre nutzlosen Industrieanlagen mit Gewinn aufzustellen, jedoch mit gemischten Ergebnis.

Im Juni musste Taiwans Anti-Atom-Regierung  einen herunter-gefahrenen Atomreaktor neu starten, um die Stromnachfrage zu befriedigen. Im vergangenen Jahr erlitt der Inselstaat den jemals schlimmsten Stromausfall, der sieben Millionen Häuser betraf.

Die Regierung war jedoch noch immer entschlossen, die Kernkraft aufzugeben. Eine entschlossene Unterschriftensammlung forderte darüber ein Referendum und gewann es im großen Stil.

 

Taiwan: Erdrutsch-Sieg für Kernenergie

Forbes, Michael Shellenberger, 24. November 2018

In Taiwan konnten Kernkraft-Aktivisten am 24. November einen großen Erfolg feiern: Per Volksabstimmung lehnten die Bürger den Atomausstieg bis 2025 mit klarer Mehrheit ab. Michael Shellenberger war dabei.

Facebook_ Taiwan-pro-nuclear

In einem überraschenden Sieg lehnten die taiwanesischen Wähler am Samstag den Atomausstieg der Regierung mit 59% gegen 41% entschieden ab.

Die Kernkraft Befürworter in Taiwan vergossen Tränen der Freude, nachdem klar wurde, dass sie die erforderlichen fünf Millionen Stimmen für ein Referendum gewonnen hatten, um den Ausstieg zu beenden .

»Wir werden die Regierung unverzüglich auffordern, die nicht in Betrieb befindlichen Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen und die Lebensdauer der übrigen zu verlängern«, sagte Shih-Hsiu Huang, Mitorganisator des Referendums »Go Green with Nuclear« (»Grün durch Kernenergie«).

Zum jetzigen Zeitpunkt wurden 5.894.570 Stimmen für die Aufhebung des Atomausstiegs abgegeben und 4.013.621 Stimmen gegen die Initiative.

„Wenn die Regierung nicht das Richtige tut, werden wir im Jahr 2020 ein weiteres Kernkraft-Referendum zur Abstimmung stellen“, sagte Huang, Physiker und Mitbegründer von Nuclear Mythbusters.

Original Beitrag auf Forbes, angebotener ausführlicher Beitrag auf Deutsch Nuklearia.de

 

Gefunden auf Stopthesethings vom 17.12.2018

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://stopthesethings.com/2018/12/17/people-power-taiwanese-trump-renewables-with-landslide-vote-for-nuclear-power/

 

Nachsatz:

Durch obigen Beitrag bin ich auch auf Nukleria.de gestoßen, die sich hier vorstellen:

Wer sind wir?

Die Nuklearia sieht in der Kernenergie eine wesentliche Säule der Energieversorgung. Warum? Weil sie in weit mehr als ausreichendem Umfang zur Verfügung steht und das rund um die Uhr. Kernenergie verbraucht nicht solch riesige Landflächen wie Wind- und Solaranlagen, und sie ist grundlastfähig. Erneuerbare Energien sind eine sinnvolle Ergänzung, aber für ein Industrieland sind sie für sich allein weder ausreichend noch verlässlich. ….

Letztlich wollen wir auf eine Änderung des Atomgesetz hinwirken, damit Bau und Betrieb neuer Kernkraftwerke in Deutschland wieder möglich werden.. …..




Grüne Konditionierung im Unterricht: Handreichungen für der Physikunterricht zum Thema Kernkraft

Sehr geehrter Herr Limburg,

Ein junger Lehrer gab mir diesen Link, auf den er bei der Vorbereitung seines Unterrichts gestoßen ist, weiter.

Die Schüler sollen zwar mit dem Thema Kernkraft konfrontiert werden, jedoch nicht vorbehaltlos, sondern unter entsprechendem, politisch korrektem Vorzeichen:

‘Zu Beginn des Unterrichts empfiehlt es sich, eine emotionale Betroffenheit zu provozieren, indem Bilder atomarer Katastrophenszenarien gezeigt werden, die den Schülern erste Einblicke in das folgende Thema geben.’

https://www.planet-schule.de/wissenspool/total-phaenomenal/inhalt/unterricht/kernkraft.html

Sowohl die Handreichungen, wie auch die empfohlenen Links dienen nicht der objektiven Information, sondern lediglich der ideologischen Begründung des deutschen Atomausstiegs.

Es geht nicht um den mündigen Schüler, sondern um Indoktrination mit grüner Ideologie und das Schüren der Angst vor der Kernkraft.

Da ich in der DDR aufwuchs, sind mir derartige Methoden zu gut bekannt, leider.

Mit freundlichen Grüßen,




Amerika spielt die Nukleare Energiekarte: Gesetz für fortschrittliche Technik ist unterzeichnet

Vor der Wahl von Donald J Trump waren die USA wirtschaftlich im Abriss begriffen, bestimmt von den Renditegierigen mit erneuerbaren Energien und den Öko-Ideologen, die sich für ihre Sache einsetzen. Zahlreiche amerikanische Staaten, nicht zuletzt Texas und Kalifornien, sowie die Prärien im Mittleren Westen wurde von teuren und chaotischen subventionierten Wind- und Sonnenenergieanlagen überrollt.

Die Strompreise in diesen Staaten sind unweigerlich hochgeschnellt – von Wind und Sonne „versorgte“ Kalifornier zahlen 40% mehr für den Strom als der US-Durchschnitt  – und bedrohen damit die heimische amerikanische Industrie und mehr als 1 Million Arbeitsplätze, nach einer US-Studie.

Dann kam Donald Trump und alles änderte sich.

Audrey Zibelman, eine der lautesten Verfechterinnen von Wind- und Sonnenenergie in den USA, wurde aus der Stadt [New York] vertrieben und landete in Australien – wo sie eindeutig entschlossen ist, die ehemals erschwinglichen und zuverlässigen Stromversorgungen auf dieselbe Weise zu zerstören, wie sie es in New York und darüber hinaus gerne getan hätte, hätte Hillary Clinton im Jahr 2016 das Oval Office übernommen.

Die durchschnittlichen Verbraucherstrompreise in den USA liegen bei rund 1/3 der Strompreise, die in Australien bezahlt werden müssen und Trump will das natürlich auch so halten.

Das amerikanische Engagement für den Pariser Klimavertrag aufzugeben, war nur eine von vielen Maßnahmen, die der Präsident ergriffen hat, um sicherzustellen, dass die USA, nicht zuletzt als Energiesupermacht, außergewöhnlich bleiben.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung, ist die Verbesserung der beneidenswerten Kernkraftwerke der USA, um auf die nächste Generation von noch sichereren und effizienteren Anlagen umzurüsten.

Präsident Donald Trump hat ein neues Gesetz unterzeichnet, das die Entwicklung fortschrittlicher Reaktoren in den Vereinigten Staaten beschleunigen wird. Dieses Gesetz passierte sowohl den US Congress als auch den Senat [der Nuclear Energy Innovation Capabilities Act (NEICA)  (S.97). Das Gesetz weist das Energieministerium an, die Grundlagen zu schaffen, für eine vielseitige Neutronenquelle für Forschungszwecke mit niedrig angereichertem Uran.[ „.. high-assay, low-enriched uranium“- ich hoffe, es ist korrekt übersetzt, der Übersetzer]

Mit dem Gesetz über die Innovation der Kernenergie,

werden einige der finanziellen und technologischen Barrieren beseitigt, die einer nuklearen Weiterentwicklung im Weg stehen. Es stellt auch ein starkes Engagement der Regierung dar, den kommerziellen Nuklearsektor zu unterstützen und sicherzustellen, dass die USA ihre Führung in der Welt behält.

Die Bestimmungen im NEICA (… Gesetz) bauen auf den erfolgreichen öffentlich-privaten Partnerschaften auf, die durch das Gateway for Accelerated Innovation in Nuclear (GAIN) ermöglicht werden [~ Cluster…], das die Entwicklung und den Einsatz fortgeschrittener Reaktortechnologien beschleunigt.

„In Amerika gibt es derzeit einige wirklich umwälzende und fortschrittliche Nukleartechnologien, und diese Gesetzesvorlage stärkt nur die fortgesetzten Bemühungen dieser Regierung, die Atomindustrie wiederzubeleben“, sagte Ed McGinnis, stellvertretender Hauptsekretär des Amtes für Atomenergie.

Durch Senkung der Zulassungskosten fördert NEICA die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor und wird dazu beitragen, einen Teil der Anfangskosten für die Lizenzierung neuer Reaktoren auszugleichen.

Der Gesetzentwurf sieht ein Kostenbeteiligungsprogramm vor, um einen Teil der Lizenzgebühren abzudecken, die von der US Nuclear Regulatory Commission während ihres Überprüfungsprozesses für neue Reaktortechnologien erhoben werden.

Die Gesetzgebung weist das Energieministerium auch an, mit Plänen zur Entwicklung einer schnellen Neutronenquelle (dh. eines schnellen Testreaktors) fortzufahren, um die Entwicklung von fortschrittlichen Reaktorbrennstoffen und -materialien zu beschleunigen.

Eine solche Testeinrichtung existiert in den Vereinigten Staaten nicht und wird benötigt, um neue Reaktormaterialien und Brennstoffe für den Einsatz in fortschrittlichen Reaktoren zu testen.

Weiterhin steht im Gesetz, die Einrichtung von Demonstrationsanlagen für fortgeschrittene Reaktorforschung durch Partnerschaften zwischen Energieministerium und der privaten Industrie zu erleichtern.

Schließlich verlangt die Gesetzesvorlage vom Energieministerium, das Know-how im Bereich Hochleistungsrechner zu erweitern, indem es sich auf die Modellierung und Simulation fortschrittlicher Kernreaktoren konzentriert, um deren Entwicklung weiter zu beschleunigen.

Die nationalen Labors, Universitäten und der private Sektor werden dazu beitragen, neue Software und Werkzeuge für Entwickler zu entwickeln, mit denen sie ihre Forschung an Spalt- und

Was kommt als nächstes? 

Energieminister Rick Perry wird 180 Tage Zeit haben, um dem Kongress einen Bericht vorzulegen, der die Fähigkeiten des Energieministeriums zur Aufnahme und zum Betrieb experimenteller und fortgeschrittener Kernreaktoren in den nationalen Labors oder anderen Standorten bewertet. Weiterhin sind auch zwei 10-Jahres-Budgetpläne für die nukleare Forschung & Entwicklung einzureichen.

 Energie.gov

Gefunden auf Stopthesethings vom 06.10.2018

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://stopthesethings.com/2018/10/06/america-pushes-nuclear-option-president-launches-plan-for-advanced-nuclear-plants/

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Als Abspann eine Karikatur zur Situation in Deutschland

Mit freundlicher Genehmigung durch Götz Wiedenroth, www.wiedenroth-karikatur.de/




Offener Brief an die SPD Genossen in Hessen und anderswo

Liebe SPD-Genossen in Hessen, RLP und NRW
(..auch liebe diskrete Mitleser und Nicht-Genossen beim BCC..)

der „parteiinterne Störenfried“ Werner Eisenkopf aus Runkel/Lahn, ist nicht „nur ein unbelehrbarer dummer Windkraftgegner“ sondern in einigen Dingen offenbar viel besser informiert und erfahren, als TSG (Einfügung der Redaktion: TSG steht für Thorsten Schäfer-Gümbel) & Schattenkabinett. Anbei eine kleine Auswahl von „alternativen Infos“ in einem Offenen Brief…

Haben Sie die Infos von der Bürgermeisterwahl der neuen Verbandsgemeinde Nassau/Bad Ems in RLP vom Sonntag? Da trat der Landesvorsitzende der GRÜNEN von Rheinland-Pfalz, Joseph Winkler im 1. Wahlgang unter 5 Kandidaten an und wurde LETZTER mit den wenigsten Stimmen dort. Die Vertreter von SPD und CDU gehen in die baldige Stichwahl. Doch auch der Kandidat der FW und ein unabhängiger Kandidat, hatten mehr Stimmen als der GRÜNE! Ich las das gestern im Teletext vom SWR/RLP.

Während beim Hambacher Forst ganze „Dschungelkriege“ um „Bäume und Klima“ geführt werden mit viel Medien-Tamtam, werden zugleich ohne Proteste solcher „Baumschützer“ und ohne Medienberichte, große Waldflächen nur etwas weiter westlich gefällt. Nämlich im Aachener Münsterwald! Alles Baumfällen dort, also tausende Bäume, nur für 7 riesige genehmigte Windräder dort und ihre breiten Schneisen. Auch begründet „wegen Klima und Ökostrom“ und somit Absurdistan. Oder einfach nur „SPD-GRÜN-Öko-Klima-Logik“? Baum in HAMBACH=guter Baum=Schützenswert, Baum sonstwo im Wald=entbehrlicher Baum=FÄLLEN – vor allem bei Windparks!

Bundeskanzler Steinmeier gerade auf Finnlandbesuch, äußerte dort gestern, daß man „von Finnland beim Klimaschutz lernen“ könne. Ob der wußte, was er da verbreitete? Finnland setzt vor allem auf Kernkraft, baut gerade neue Atomkraftwerke und exportiert Atomstrom, u.a. nach Norwegen, wo man im Winter nämlich recht knapp dran ist! Hat Steinmeier das „Atomare“ trotzdem gewußt oder dachte er, die Finnen setzen wie die Deutschen etwa nur auf Windräderlein? Finnland, Frankreich und andere Länder, meinen beim Wort „Klimaschutz“ vor allem „Kernkraft ausbauen“ aber das begreifen Deutsche nicht und die deutschen Medien ersparen ihren Zuschauern meistens gnädig solche unerwünschten Öko-Seelenqualen mit „Nicht-Berichterstattung“ (daher das Wort „Lücken-Medien“)…

Vielleicht können Sie ja damit sogar irgendwas konkreter anfangen? Wundern würde mich das aber dann schon…

Dann noch zur Braunkohle. In Deutschland soll das ja beendet werden und die Arbeitsplätze verschwinden. Macht nichts! dafür erschließen andere Länder wie z.B. Pakistan nun erst ihre riesigen Braunkohlevorkommen und werden den später den Markt übernehmen und beschicken. Finanziert wird das übrigens alles aus China. China gehören schon heute die meisten Schlüsselfirmen in Asien, in Afrika und Südamerika. Ganze Länder wie Surinam, sind schon fast „Kolonien“ von China und finanziell völlig chinesisch einkassiert. In den USA und in Europa sind chinesische Investoren schon gut eingekauft, siehe KUKA in Augsburg (Industrieroboter) und Autozulieferer. So ganz nebenbei ist Indonesien einer der weltweit größten Exporteure von Kohle mit zunehmendem Umfang. Da wird keine Kohlegrube stillgelegt, bevor sie erschöpft ist. Indien kommt auch noch ganz speziell dazu.

Indien, Indonesien, Pakistan und China sind vom „Pariser Klimaabkommen“ überhaupt nicht einschränkend betroffen und können Kraftwerke und Industrie, uneingeschränkt aus- und weiterbauen wie gehabt. Nur die deutschen Idioten meinen, mit der Selbst-Demontage eine „Welt zu retten“ als Selbstbetrug und ungeachtet der Realität. Immerhin leben wir alle auf demselben Planeten, falls das im Ölo-Glaubenseifer schlicht vergessen wurde. Wenn die einen ständig mehrfach weiter ihre Kapazitäten ausbauen, was macht dann es denn bitteschön Sinn, wenn die anderen (also Deutschland/EU) sich demontieren? Das „Pariser Klimaabkommen“ ist nichts anderes als purer Irrsinn!

Wußte einer aus dem „TSG-Team“ denn bitteschön genaueres über die neue Eisenbahn-Schnellverbindung Budapest-Belgrad(-Piräus) durch chinesische Firmen und vor allem mit chinesische Geldern? Genaueres zu „Chinas neue Seidenstraße“? Wirtschaft und Energie sind nicht nur „Öko und Windräder“ und ein „Buchautor TSG“ hat bei aller „digitaler“ Zukunftsschwelgerei in seinem Kultbuch (***), so „unwichtige“ profane Dinge offenbar vergessen, wie unseren alltäglichen Straßenbelag (Asphalt), unseren Stahl, unsere Baustoffe (Zement,Kalk) usw. die in einer „karbonfreien digitalen Zukunft“ offenbar nur noch aus dem Ausland importiert werden könnten, weil sie ohne Kohle/Erdöl gar nicht herstellbar sind. Was schert sich denn Politik und Zukunftsvision, um so profane Dinge wie Physik, Bezahlbarkeit für die einfachen Menschen und Realwirtschaft?

Nun mal ganz knallhart. Wer das Wort „Klimaschutz“ in den Mund nimmt, ist entweder ein naiver gutgläubiger Weltfremdmensch oder ein gewissenloser korrupter Geschäftemacher, oder irgendwas und irgendwo in der Riesenspanne dazwischen! Wir wollen bei uns die Kraftwerke stillegen, wo China zugleich, Jahr für Jahr soviel an Kohlekraftwerkskapazitäten neu ZUBAUT, wie Deutschland überhaupt insgesamt besitzt! Dies dann übrigens Jahr für Jahr weiter ausbauend, bis mindestens 2030. Derzeit sind in Asien ca. 1600 neue Kohlekraftwerke im Bau! Die deutsche/europäische „Klimapolitik“ ist somit nur ein „industrieller Selbstmord für ein ideologisches Ziel“ ohne irgendeinen real wahrnehmbaren Einfluß auf das Wetter! Das Wetter als Statistik zusammengefaßt, ergibt das „Klima“ und das ist somit nur ein mathematisches Gebilde, nicht aber sowas Knuddeliges wie eine Mischzucht aus Eisbär&Robbe. Alle Klima-Prognosen weltweit, sind nur reine theoretisch-mathematische Computer-Modelle, die je nach fleißger Parameter-Verschieberei an „Ergebnissen“ nachher das ausspucken, was der Bediener und seine Finanzierer sich eben vorab wünschten.

Leider hatte die AfD völlig recht, als sie im Sommer 2018 im Bundestag das „Beenden der teuren Klimamaßnahmen wegen Wirkungslosigkeit“ (hier und hier) forderte, was undere tollen Medien sogar meistens dem Normalbürger als Meldung ersparten. Politik ist in Deutschland offenbar nur noch mit „abgeschalteten Gehirnteilen beim gesunden Menschenverstand“ möglich? Diejenigen, deren Stromanschluß wegen Zahlungsunfähigkeit bei immer höheren Stromkosten abgeschaltet wurden, werden dann gewiß weder Rot, noch Grün wählen und Merkels CDU auch nicht…

Falls das jemand sogar komplett bis hier gelesen haben sollte, bedanke ich mich.

MfG
Werner Eisenkopf
Runkel/Lahn




Harald Lesch, ein Professor mit NULL Wissen zur Kernkraft

Hier einige Beispiele:

Beispiel 1:

„Was wäre gewesen, wenn die Bundesrepublik Deutschland sich 1955 statt für die Kernkraft, für die Windkraft entschieden hätte? Denn Wind – und das ist keine wissenschaftliche Erkenntnis – gab es schon bevor es die Windräder gab.“

Eine kluge Frage des Herrn Professor, die Antwort ist leicht: Dann hätten wir die meiste Zeit im Jahr keinen Strom, und unser Land wäre auf einem Entwicklungsstand, wie wir es um das Jahr 1900 hatten. Meine Mutter (Jahrgang 1911) erzählte gern, wie zu ihrer Jugendzeit der Strom ins Haus kam; nur ihre Großmutter wollte es in ihrem Zimmer nicht haben, alle anderen schon. Wir sehen, fortschrittliche Menschen gab es schon im Jahre 1911, lange bevor Harald Lesch auf die Welt kam.

 

Beispiel 2:

„Stattdessen haben wir uns bei der Kernkraft völlig verhoben.“

Deutschland hatte einmal 19 Kernkraftwerke, heute sind es nur noch 7. Lange Zeit befanden sich unsere Kernkraftwerke unter den Top 10 der Welt, das sagt viel über deren Zuverlässigkeit aus. Deutschland hatte die sichersten und besten, das weiß Harald Lesch offenbar nicht. Und er sagt auch nicht den Grund, warum eigentlich die besten Kernkraftwerke abgeschaltet werden: Demagogen aus der Politik haben es mit Unterstützung der Massenmedien geschafft, ein ganzes Volk auf einen Irrweg zu führen. Deutschland steht mit seinem Ausstieg aus der Kernkraft weltweit allein da, kein anderes Land folgt diesem zweifelhaften Vorbild. Nur Italien und Österreich hatten ihre Kernkraftwerke schon zuvor abgeschaltet bzw. nicht in Betrieb genommen.

Seit etwa 10 Jahren hat die Stromerzeugung mittels Kernenergie weltweit einen riesigen Aufschwung erlebt, die Anzahl der Neubauten verdoppelte sich. Ende 2017 waren in 31 Ländern 448 Kernkraftwerke in Betrieb. Es befanden sich 56 Kernkraftwerke im Bau in 16 Ländern, das sind Vereinigten Arabischen Emirate, Bangladesch, Argentinien, Belarus, Brasilien, China, Finnland, Frankreich, Indien, Japan, Korea, Pakistan, Rußland, Slowakei, Taiwan, USA. In 25 Ländern befanden sich 125 Kernkraftwerke in der Planung, Beispiele sind Türkei, Vietnam, Usbekistan, Saudi Arabien.

 

Die Kernkraft ist die Technik der Zukunft, alle Länder dieser Welt haben das verstanden. Nur Deutschland, das einmal führend war, will aussteigen. Von Intelligenz kann man da nicht sprechen.

 

Beispiel 3:

„Ihr werdet mit der ASSE 15 Milliarden rein stecken, um den Dreck wieder an die Oberfläche zu holen.“

Die ganze Welt ist voller Radioaktivität und strahlt. Auch Herr Prof. Lesch ist ein radioaktiver Strahler. Vielleicht ist er durch seine Eigenstrahlung verstrahlt. Aber zu dem Wort „verstrahlt“ gibt es keine Definition und daher ist jede Bemerkung dazu unsinnig und als Angstmache zu werten. Die Abfälle in der ASSE sind schwach aktive Stoffe, genau so schwach radioaktiv, wie es Herr Lesch ist, und wie es alle anderen Menschen sind. Jeder Mensch bestrahlt sich selber und alles in seiner Umgebung. Eine beliebte Rechenaufgabe ist die Berechnung der Strahlendosis, die durch das gemeinsame Schlafzimmer zustande kommt. Einige Zahlen dazu: unsere Luft hat 20 bis 50 Becquerel / kg, das Erdreich in einem Garten etwa 2000 Becquerel / kg, Granit hat ca. 5000 Becquerel / kg, Pechblende 150 000 000 Becquerel / kg, das Wasser der Wettinquelle in Bad Brambach 25 000 Becquerel / kg, die Luft in den Stollen der Heilbäder Bad Gastein oder Bad Kreuznach >100 000  Becquerel / kg, reiner Kali-Dünger 15 000 Becquerel / kg, der Mensch 120 Becquerel / kg.

Die Stollen der ASSE liegen in etwa einem halben Kilometer Tiefe. Und das Erdreich darüber enthält 100-mal so viel Radioaktivität wie die Abfälle unten. Schon allein daher ist es unsinnig, diese wieder nach oben zu holen, denn sie werden ja durch die 100-fache Radioaktivität des Deckgebirges geschützt. Die 250 Gramm Plutonium-241, die heute noch die höchste Aktivität in der ASSE ausmachen, werden wegen ihrer kurzen Halbwertszeit in wenigen Jahren verschwunden sein.

 

Alle Tätigkeiten rund um die ASSE sind als typisch deutsche Falschhandlungen zu werten, die viel Geld kosten aber NULL Nutzen bringen.

 

Beispiel 4:

„Wohin mit den strahlenden Abfällen? … Was das Endlager betrifft, da sind ja teilweise haarsträubende Entscheidungen gefallen …“

Alles in der Welt enthält radioaktive Stoffe, wie in der Aufzählung zu Bsp. 3 dokumentiert. Radioaktivität kann gefährlich werden, allerdings nur in hoher Konzentration, und wenn man sie verspeist. Das ist mit den Abfällen aus Kernkraftwerken unmöglich, man hat sicher vorgesorgt.

Daher wird beim Kampf gegen die Kernkraft von hypothetischen Gefahren geredet, die man natürlich nicht nachweisen kann. Aber durch die ständige Berieselung GLAUBEN die Menschen daran. Auch die berechneten hypothetischen Todesopfer werden für real gehalten, so wie im Mittelalter die Gefahren durch Hexen / Hexenmeister für real gehalten wurden. Hypothetische Gefahren sind KEINE Gefahren, so wie hypothetische Nahrung den Menschen verhungern lässt, oder das hypothetische Seil den Bergsteiger nicht vor dem Absturz sichert.

Bei uns in Deutschland wird die Endlagerung der Abfälle aus politischen Gründen verhindert, und das mit voller Absicht. Ein technisches Problem gibt es bei der Endlagerung nicht. Der Bürger darf das nicht bemerken, daher hat man das Bundesamt für Strahlenschutz unter politische Leitung gestellt. Sogar die Ausweitung der Sicherheitszonen in Deutschland rund um Kernkraftwerke von 2/10/25km auf 5/20/100kmwar eine Forderung der Politik und die Strahlenschutzkommission hatte gehorcht und eine Begründung aus dem Hut gezaubert. Der Bürger wird betrogen, die wahren Zusammenhänge werden verschleiert.

 

Warum steigt Deutschland aus der Kernkraft aus?

Frau Merkel hatte im März 2011 nach den Wasserstoffexplosionen in Fukushima die Abschaltung der Kernkraft in Deutschland verfügt und das mit dem Restrisiko begründet, die von dieser Technik ausgehen würde.

Heute wissen wir, daß der Unfall KEINEgesundheitlichen Schäden durch die ausgetretene Radioaktivität zur Folge hatte.Das war schon bei dem Fachsymposium „Strahlenschutz – Ein Jahr nach Fukushima“ des Deutsch-Schweizerischen Fachverbandes für Strahlenschutz e.V. (FS), 8. und 9.März 2012 in Mainzsichtbar. Die Medien in Deutschland hatten sich für dieses Fachsymposium nicht interessiert, offenbar weil es die üblichen in Deutschland verbreiteten Horrornachrichten nicht bestätigte.

Es dauerte etwas länger, bis in den deutschen Fachmedien berichtet wurde, daß die Evakuierungen als Strahlenschutzmaßnahme viele Todesopfer zur Folge hatten. Dadurch hat es 150 bis 600 Todesopfer gegeben (so ein Leitmedium aus Hamburg, Heft 17/2016 Seite 106). Japanische Quellen sprechen von bis zu 1500 Todesopfern.

Die Evakuierungen MUSSTENgemacht werden, weil eine unsinnige Strahlenschutzgesetzgebung es befohlen hatte. Nach anfänglichem Zögern wurden sogar die Intensivpatienten aus den Krankenhäusern abtransportiert. Dazu dürfte jedermann klar sein, daß bei Trennung dieser Patienten von ihren Versorgungsgeräten vielen der baldige Tod droht — es handelte sich somit um vom geltenden Recht befohlene Ermordung Unschuldiger. Die aus Altenheimen evakuierten Menschen wurden auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten umhergekarrt, immer wieder verlegt, wobei deren Sterblichkeit auf das 4-fache stieg. Messungen an den Evakuierten zeigten keine erhöhte Strahlung, was verständlich ist, denn sie befanden sich in Häusern, als die Wolke mit freigesetzter Radioaktivität vorbei zog.

In Fukushima wurde deutlich, daß der Schutz vor Strahlung sehr viele Todesopfer zur Folge hatte, die Strahlung selber jedoch nicht ein einziges.

Im deutschen Grundgesetz ist in Art. 1 von der unantastbaren Würde des Menschen die Rede — wie verhält es sich damit in Japan??? Wo bleiben die Denkveranstaltungen und Lichterketten zu den Opfern des Strahlenschutzes???

 

Gesetze können falsch sein, denn sie werden von Menschen gemacht und Menschen können irren. Das ist bei der Strahlenschutzgesetzgebung ganz sicher der Fall. Ebenso beim Kernenergieausstieg unseres Landes, der ja eine Folge der jahrelang geschürten Strahlenangst ist. Viele Fachleute der Strahlenbiologie und aus der Kernenergiebranche protestieren gegen diese falschen Gesetze, aber sie kommen höchstens auf ihren Fachtagungen oder in ihren Fachzeitschriften zu Wort. Die hauptamtlichen Strahlenschützer sehen die Dinge teilweise anders, denn ihnen geben falsche Gesetze die Lebensgrundlage. Unsere Massenmedien hätten die Macht zu einer Veränderung, aber bisher haben sie diese Macht nicht genutzt, das ist bedauerlich. Manchmal wird daher in Bezug auf die unsere Massenmedien von Lückenmedien oder Lügenmedien gesprochen.




Die Nachtspeicherheizung

Elektrisch heizen ist eine bequeme Sache. Man spart den Schornstein, den Öltank, den Platz für die Gastherme oder das Wärmepumpenaggregat. Ein Knopfdruck oder ein Befehl der Automatik sorgen völlig geräusch-, wartungs- und emissionsfrei für angenehme Wärme.

In den 1960er Jahren verbreitete sich die Nachtspeicherheizung als moderne Heizungsvariante und verdrängte einen Teil der Kohleöfen, später nach der Ölkrise 1973 zunehmend auch Ölkessel. Der Ausbau der Kernenergie schien zu garantieren, dass es dauerhaft billigen Strom geben werde. Zudem existierte im alten Energieversorgungssystem ein deutlicher Verbrauchsunterschied von Tag und Nacht. Im Vergleich zu heute arbeitete ein geringerer Teil der Industrie im 24/7-Betrieb. Zudem waren die Kraftwerke schlechter regelfähig als heute.

Das Prinzip der Elektroheizung ist denkbar einfach. Gewendelte Heizdrähte bilden einen ohmschen Widerstand, der den Strom zu 100 Prozent in Wärme umsetzt. Diese heizt einen oft aus Keramik bestehenden Speicherkörper auf und sorgt für eine Wärmespeicherung über die Zeiten, in denen kein preisgünstiger Heizstrom zur Verfügung steht. Eine andere Variante sind Infrarot-Heizgeräte. Moderne Elektroheizungen haben mitdenkende Automatiken. Sie merken sich den Verbrauch vom Vortag und speichern nach Abfrage des Außentemperaturgebers nur so viel Wärme ein, wie vermutlich gebraucht werden wird. Reicht das nicht aus, wird kurzfristig zum Lichtstromtarif zugeheizt.

In den Anfangszeiten der sechziger und siebziger Jahre war die Nachtspeicherheizung auch preislich konkurrenzfähig. Den Strom gab es nachts schön billig und CO2war halt Lebensbaustein, Löschmittel und in Getränken drin. Heute zahlt man 18 bis 22 Cent für die Kilowattstunde Heizstrom, es gibt nur wenige überregionale Anbieter. Die Umrüstung auf kostengünstigere Wärmequellen ist eher schwierig, denn viele Häuser wurden mit der E-Heizung projektiert und haben keine Schornsteine und Wasserumlaufsysteme mit Heizkörpern. Speziell bei Mehrfamilienhäusern fällt die Umrüstung aus Kostengründen meist aus.

Nicht nur durch die heftig gestiegenen Strompreise bekam die Nachtspeicherheizung einen schlechten Ruf. In der heutigen CO2-zentrierten Weltsicht erweist sich der energetische Umweg Brennstoff -> Wärme -> Strom -> Wärme gegenüber Brennstoff -> Wärme nicht nur als teurer, sondern vor allem als emissionsreicher. Zudem richtete sich die öffentliche Diskussion zunehmend darauf, dass die Nachtspeicherheizungen vor allem für die Erzeuger, also die großen und bösen Stromkonzerne, von Vorteil sind.

So trat am 1. Oktober 2009 die Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) in Kraft, die eine schrittweise Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizsystemen vorsah. Danach durften Nachtstromspeicherheizungen, die vor 1990 in Wohngebäude mit mehr als fünf Wohneinheiten eingebaut wurden, nur noch bis Ende 2019 betrieben werden. Später eingebaute Nachtstromspeicherheizungen durften noch bis zum Ablauf von 30 Jahren nach Einbau betrieben werden. Die Pflicht zur Umstellung entfiel, wenn das Gebäude die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung vom August 1994 einhält.

Vorwärts zurück

Obwohl das Verbot der EnEV 2009 nur einen kleinen Teil der Nachtspeicherheizungen betraf, beschloss der Bundestag im Jahr 2013, es wieder außer Kraft zu setzen. Der betreffende § 10a EnEV, der die Außerbetriebnahme von Nachtspeicherheizungen regelte, wurde wieder aufgehoben. Spielen die höheren Emissionen plötzlich keine Rolle mehr? Immerhin steht eine Elektroheizung für etwa 600 Gramm CO2pro Kilowattstunde, entsprechend dem deutschen Strommix. Ein erdgasgefeuerter Brennwertkessel emittiert weniger als die Hälfte. Aus klimapolitischer Sicht ist „Power to heat“ (P2H) also kontraproduktiv. Die als Sektorkopplung bezeichnete Ausweitung der Elektrizität auf Wärme und Verkehr dürfte den jetzigen Strombedarf verdoppeln bis verdreifachen.

Genau das ist das Ziel der Ökolobby. Die jetzige Stromversorgung und die Möglichkeiten der verbraucherfernen Einspeisung geraten an Grenzen. Indem neue Stromverbraucher planwirtschaftlich generiert werden, zum Beispiel eine Million E-Mobile, verdrängt man die bisher für Transport und zur Wärmegewinnung genutzten Brennstoffe. Das sorgt das für die Absatzsicherung Zufallsstrom erzeugender Anlagen.

Diese mit Vehemenz betriebene Initiative zur Sektorkopplung indoktrinierte die Politik erfolgreich. Es herrscht der Aberglaube, die Umstellung von Wärme- und Verkehrssektor auf Elektrizität sei kostengünstig möglich, da künftig Unmengen von Strom fast zum Nulltarif aus Wind und Sonne zu erhalten seien. Insbesondere Erzeugungsspitzen, die heute zum Abregeln auch der regenerativen Anlagen führen, seien damit gut nutzbar.

Das ist ein Holzweg. Die These vom reichlich verfügbaren billigen Strom ist Wunschdenken und von keinerlei Fakten gedeckt. Zeitweise Erzeugungsspitzen durch atlantische Tiefausläufer können keine Versorgung mit Strom, Wärme und Mobilität sichern. Der Rückgang der gesicherten Stromproduktion stellt sich nach Erhebungen des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.) so dar:

Eine Jahreshöchstlast von über 80 Gigawatt wird schon ab 2023 schwerlich ohne Importe abgesichert werden können. Das Maß erwarteter Überschüsse aus Wind- und Sonnenkraft ist unklar und in jedem Fall nur temporär. Heizen und Fahren erfordert aber Energie zu jeder Zeit. Damit bleiben nur zwei Optionen:

Entweder die P2H-Anlagen haben nur begrenzte Betriebsstunden und müssen durch andere, herkömmliche Systeme ergänzt werden oder sie beziehen ihren Strom auch aus konventionellen Quellen. Die erste Variante wäre teuer, die zweite würde die konventionelle Erzeugung stabilisieren und sogar seinen Ausbau auf bis zu 100 Gigawatt erfordern (siehe hier).

 

P2H würde Sinn machen bei einem hohen Anteil CO2-armer, stabiler und kostengünstiger Erzeugung, die aber durch den weiteren Zubau volatiler Anlagen nicht erreichbar ist.

 

Während Deutschland seinen Strombedarf zum völlig falschen Zeitpunkt hochtreibt,  bemüht sich die EU, ihn zu senken. Dabei dreht sie am ganz großen Rad und kümmert sich – um Staubsauger. Seit September 2017 gilt die Öko-Design-Verordnung 666/2014. Danach darf die Stromaufnahme von neuen Geräten 900 Watt nicht mehr überschreiten. In einem Normalhaushalt ist vermutlich eine halbe Stunde Staubsaugen pro Woche (zweimal „Tagesschau“ hintereinander!) schon reichlich angesetzt. Die Einsparung gegenüber einem Altgerät mit 1600 Watt übers Jahr ist lächerlich angesichts der Strommengen, die in Deutschland durch P2H verbraten werden sollen.

Die Verordnung schuf zunächst Arbeit für den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Strittig war die Frage, ob die zulässige Stromaufnahme nur bei sauberem Staubfangbeutel erreicht werden muss und dann mit weiterem Beutelfüllstand ansteigen darf und damit die Vorgabe dennoch erfüllt wird. Die Firma Dyson bietet hingegen beutellose Geräte an, deren Leistungsaufnahme weitgehend konstant ist. Dyson prozessierte gegen die vermeintliche Bevorteilung der herkömmlichen Geräte mit Staubbeutel wie bei den Produkten von BSH (Bosch-Siemens-Hausgeräte) – und verlor.

Mit Spannung sehen wir den nächsten Öko-Design-Richtlinien entgegen.

 

So sparen wir Strom beim Staubsaugen und verschwenden ihn beim Heizen. Elektrizität ist die edelste Form der Energie. Sie ist universell einsetzbar und die unverzichtbare Grundlage von Digitalisierung und Industrie 4.0. Wenn sie auf Niedertemperaturwärme reduziert wird, kommt das einer Degradierung gleich. Stefan Fassbinder formuliert es so: „Mit Strom heizen ist, wie Möbel verbrennen, die man nicht verkaufen kann. Aber warum stellt man dann die Möbel erst her?“




Kleine Modulare Kernkraftreaktoren bieten eine nachhaltige Energieproduktion

STT favorisiert die Kernenergie, weil sie funktioniert: Sicher, bezahlbar und zuverlässig ist sie die perfekte Alternative für diejenigen, die von CO2 Vermeidung besessen sind – weil sie kein CO2 emittiert und gleichzeitig Energie auf Abruf erzeugt.

Eine der schwachen „Argumente“ dagegen ist, dass Kernkraftwerke gewaltige Ausmaße haben, der Bau länger braucht als die Pyramiden von Gizeh und doppelt so viel kosten.

Das Gegenteil ist dabei Realität zu werden, wie dieser Artikel von Forbes erläutert.

 

Der kleine modulare Kernreaktor von NuScale hat die größte Hürde genommen
Forbes ; James Conca
15. Mai 2018

NuScale Power ist dabei, den ersten kleinen modularen Kernreaktor in Amerika schneller als erwartet in Betrieb zu nehmen.

[Hinweis: Alle Grafiken mit freundlicher Genehmigung von NuScale Power, außer andere Quelle angegeben.]

Anfang Mai 2018 konnte NuScales die Phase-1-Überprüfung seiner Design-Zertifizierungsanwendung (DCA) durch die US Nuclear Regulatory Commission (NRC) für einen kleinen modularen Kernreaktor (SMR – small modular reactor) abschließen.  Das ist eine große Sache, denn Phase 1 ist die intensivste Phase der Überprüfung und erfordert mehr Zeit und Aufwand als die verbleibenden fünf Phasen zusammen.

Die Überprüfung des NuScale-Designs durch den NRC begann im März 2017 und der endgültige Bericht des NRC für die Genehmigung wird voraussichtlich im September 2020 vorliegen. NuScale ist der erste und einzige SMR, der jemals eine NRC-Überprüfung durchlaufen hat. Nachdem Phase 1 so schnell geschafft wurde, ist das Unternehmen wirklich auf dem besten Weg, in den nächsten Jahren das erste Kernkraftwerk mit kleinen modularen Reaktoren in Amerika zu bauen.

Der erste Kunde ist schon gefunden. Utah Associated Municipal Power Systems ( UAMPS  – Energieversorger) wird die erste NuScale-Anlage, eine SMR mit 12 Modulen bekommen, begleitet vom Idaho National Laboratory (Forschungseinrichtung des Energieministeriums). Der Betreiber ist der erfahrene Energieanbieter Energy Northwest.

NuScale Power, Video der Funktion und des Aufbaus mit Generator.
[update, 06.08.2018, Video zum funktionieren gebracht]

Unterirdisch eingebaute Reaktorzelle(n). Die oberirdischen Anlageteile entsprechen üblichen, konventionellen  Dampfturbinen- Generatoreinheiten, Gebäude mit Leitzentrale und Kühlturm.

 

Quelle NuScale Power; Nuclear power modul;

Jede Zelle hat einen inneren und äußeren Kühlkreislauf:  Aufnahme der Hitze der Brennelemente, Wärmetauscher zur Erzeugung des Dampfes, für konventionelle Dampfturbinen- Generatorkombinationen.

„Wir sind dankbar für die genaue Überprüfung unseres revolutionären nuklearen Entwicklung und schätzen es sehr, dass die Regierung erkannt hat, wie wichtig es ist, die Fortschritte von NuScale zu fördern“, sagte John Hopkins, Chairman und Chief Executive Officer von NuScale Power. „Unsere Technologie bedeutet erhebliche wirtschaftliche und berufliche Vorteile für das Land und ist in der Lage, die heimische Kernkraft-Industrie durch NuScales erschwingliche, flexible und sichere Lösung für die Bereitstellung von CO2-freier Energie zu revitalisieren.“

Der NuScale-Reaktor ist Amerikas beste Chance, auf dem globalen Markt für kleine Kernkraftmodule zu konkurrieren und versetzt die USA in die Lage, ausländische Konkurrenten zu begegnen,  wie Argentinien, China, Russland und Südkorea , die ihre eigenen SMR-Designs entwickeln.  Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2035 zwischen 55 und 75 GW Strom aus dem Betrieb von SMRs weltweit fließen werden, was mehr als 1.000 NuScale Power Modules entsprechen wird und einem  Marktvolumen von einer Billion Dollar entspricht.

Und Amerika sollte in diesen Markt eine Vorreiterrolle einnehmen.

Das US-Energieministerium stimmt dem zu und hat NuScale Power am 27. April eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 40 Millionen US-Dollar zugesprochen, um die Markteinführung dieser SMR zu unterstützen. NuScale ist der einzige SMR, der für diese Auszeichnung ausgewählt wurde, mit einem soliden Plan, der durch Design, Tests, Lizenzierung und Kommerzialisierung unterstützt wird, die für den kommerziellen Betrieb in den 2020er Jahren wichtig sind.

Die SMR-Entwickler erwarten, dass die modulare Konstruktion Vorteile einer Serienfertigung realisieren kann und sich vielfältige Liefermöglichkeiten eröffnen. NuScale hat geschätzt, dass seine erste Anlage mit knapp einem Budget von 3 Milliarden US-Dollar auskommt, was zu „overnight capital cost“ von 5.078 US-Dollar / kWe führen wird.

[„overnight capital cost” sind reine Baukosten pro KW-energie, ohne Kapitalkosten oder Grundstück u.ä., in der Energiebranche zum Vergleich zwischen unterschiedlichen Standorten und unterschiedlichen Technologien genutzt]

Aber die wahre Stärke von SMRs ist die Eigenschaft, dass sie nicht zusammenschmelzen können. Das ist eine große Sache. Es bedeutet, dass der Reaktor einfach nicht schmelzen wird oder in irgendeiner Weise Alpträume verursacht, an die die Leute denken, wenn sie sich das Schlimmste für die Kernenergie vorstellen.

Es schaltet sich einfach aus und kühlt ab.

Dr. Jose Reyes , NuScale Chief Technology Officer und emeritierter Nukleartechnik Professor an der Oregon State University, schwärmt von seiner Entwicklung:

 „…dieser modulare Reaktor nutzt die Vorteile des kleinen in kleinen Modulen. Die geringe Größe und das große Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis des NuScale-Reaktorkerns, der sich unter der Erde in einem seismisch beständigen Kühlkörper befindet, ermöglicht es natürlichen Prozessen, ihn im Falle eines vollständigen Stromausfalls unbegrenzt zu kühlen. Es werden keine Menschen oder Computer benötigt, um einzugreifen, keine Wechsel- oder Gleichstromversorgung, keine Pumpen und kein zusätzliches Wasser zum Kühlen.“

Quelle NuScale Power;Sicherheitskonzept für den Reaktor.

Als erstes Unternehmen für kleine Reaktormodule,  das eine Lizenzanwendung bei NRC einreicht, verhindert das kleine Power-Modul von NuScale mit seinem großen Verhältnis von Oberfläche zu Volumen jede Art von Kernschmelze.

Phase 1: Wenn der Strom ausfällt, kühlt der Reaktor über 90% der Wärme am ersten Tag durch natürliche Wasserkonvektion, keine Pumpe nötig

Phase 2: dann 90% der verbleibenden Wärme durch Abkochen des Wassers,

Phase 3: dann ist es kühl genug, um die Restwärme langsam in die Umgebung zu entlüften, so lange wie nötig.

Der Reaktor ist inhärent sicher

Ein paar zusätzliche Merkmale sind: 1) niemand kann diesen Reaktor hacken und 2) das „Nachtanken“ eines Reaktormoduls erfordert nicht, dass das gesamte Kernkraftwerk stillgelegt wird.

Die Komponenten des NuScale-Reaktors können alle in der Fabrik fertiggestellt und geprüft werden –  vor dem Versand und der Montage vor Ort, wodurch ein erhebliches Kostenproblem beim Bau neuer Kernkraftwerke beseitigt wird. Die Reaktorbehälter und andere große Bauteile können mit mittelgroßen Schmieden [Unternehmen für Anlagenbau] hergestellt werden, die wir hier in den Vereinigten Staaten noch haben. Herkömmliche Großreaktoren benötigen extrem große Schmiedeanlagen, von denen es auf der Welt nur wenige gibt – keine in Amerika.

Herkömmliche Kernreaktoren haben Nennleistungen zwischen etwa 600 und 1.200 MW, aber diese kleinen Strommodule haben jeweils etwa 50 MW und mehrere  von ihnen können zu einem Kraftwerk mit einer Leistung von bis zu 600 MW kombiniert werden –das ist dann eine 12er-Packung.

Diese Module verwenden Standard-17 × 17-PWR-Brennelemente  [ein Standard in Kerngröße und  Konstruktion] und sind damit auch bei halber Größe kostengünstig, mit einer durchschnittlichen U-235-Anreicherung von 3,8%. Ein einzelnes Nuklearmodul von NuScale ist rd 23 m hoch und 4,60m im Durchmesser und würde in einer Anlage sitzen, die weniger als ein Zehntel einer Quadratmeile oder etwa ¼ qkm bedeckt.

Im Vergleich dazu braucht es mindestens 360-mal so viel Fläche für einen Windpark,  um die gleiche Nennleistung zu haben, wie ein NuScale-12er-Pack , welches dann im Gegensatz zu Windanlagen die Energie zuverlässig liefert.

Durch diese innovativen Konzepte werden die Lebenszykluskosten für die Stromerzeugung mit dieser SMR unter die der meisten anderen Energiequellen gebracht, knapp über der von Wasserkraft und Erdgas . Diese SMR kann auch in etwa der Hälfte der Zeit für herkömmliche Kernkraftwerke gebaut werden.

Es ist möglich, alle Applikationsdokumente für das NuScale-Design bei NRC einzusehen. Man findet dort auch die Kriterien für die Auszeichnung des DOE (Energieministeriums). DOE fördert Projekte, die sich auf die Entwicklung von „industriegetriebenen Reaktorkonstruktionen und begleitenden Technologien konzentrieren und hohes Potenzial für die Förderung der Kernenergie in den USA“ bieten.

Quelle: Energie Informationsbehörde  EIA,  Anteil der Energiequellen in USA
6 % andere Erneuerbare; dahinter stehen Wind, Solar und Bio

NuScale hat seinen Hauptsitz in Portland, Oregon und Niederlassungen in Corvallis, Or, Rockville, Maryland, Charlotte, North Carolina, Richland, WA, Arlington, Virginia, und London, UK.
Forbes

Gefunden über Stopthesethings am 09.06.2018

Übersetzt und zusammengestellt durch Andreas Demmig

https://stopthesethings.com/2018/06/09/small-modular-reactors-pint-sized-performers-add-to-long-term-nuclear-solution/