Obamas Erneuerbare Energie Fantasien

Die EPA kam in Konflikt mit dem Gesetz, erst eine Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen, bevor sie Maßnahmen ergreifen, um die Quecksilberemissionen aus Kohlekraftwerken zu reduzieren. Auch für das Ziel des Präsidenten gibt es keine objektive Kosten-Nutzen-Analyse, die die erneuerbaren Energien rechtfertigen könnte.

Kürzlich erklärte Bill Gates in einem Interview mit der Financial Times [1] warum aktuelle erneuerbare Energien Technologien sind, die in eine Sackgasse führen. Sie sind unzuverlässig. Batteriespeicher sind unzureichend. [Die Erzeugung der Energie aus] Wind- und Sonne hängt vom Wetter ab. Die Kosten für die Dekarbonisierung mit der heutigen Technologie sind "jenseits von astronomisch", schloss Herr Gates.

Google-Ingenieure kamen im Vorjahr zu einem ähnlichen Ergebnis. Nach sieben Jahren der Untersuchung, fanden sie keine Möglichkeit, die Kosten der erneuerbaren Energien im konkurrenzfähig mit Kohle zu bekommen. "Leider", berichteten die Ingenieure, "die meisten der heutigen sauberen Quellen können keine Energie erzeugen die verteilt und planbar ist", dh. Strom, der schnell auf- und abgeregelt werden kann. "Sonnenkollektoren, zum Beispiel, können auf jedes Dach gestellt werden, erzeugen aber keinen Strom, wenn die Sonne nicht scheint."

Wenn Herr Obama seinen Willen bekommt, wird die US den steinigen Weg abwärts gehen, den die Europäische Union bereits gegangen ist. Im Jahr 2007 verabschiedete die EU das Ziel 20% des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen bis zum Jahr 2020. Europa ist daher etwa ein Jahrzehnt vor den USA bei der Erfüllung einer [noch] größeren Herausforderung, Ziel der EU ist 20% der Gesamtenergie, nicht nur Strom. Um zu sehen, wie die US dann aussehen könnte, ist Europa ein guter Ort, um anzufangen.

Deutschland beschloss das erste Gesetz für Erneuerbare Energien im Jahr 1991 und hat bereits rund 400 Mrd. € für die sogenannte Energiewende ausgegeben. Der Bundesumweltminister hat eine Summe bis zu 1.000 Mrd. € bis zum Ende der 2030er Jahre geschätzt. Bei einer Wirtschaft, die fast fünf Mal so groß wie Deutschland ist und fast sieben Mal so viel Strom erzeugt (bei einem weniger anspruchsvollem Ziel der  Erneuerbaren), bedeutet dies Kosten zur Erfüllung von Obamas Versprechen in der Größenordnung von 2.000 Mrd. $.

Es gibt auch andere, indirekte Kosten zu berücksichtigen. Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Exporteur von Waren, hinter China und vor den USA, aber hohe und steigende Energiekosten treiben deutsche Unternehmen, neue Kapazitäten in Übersee zu suchen.

BASF, die weltweit die größten zusammenhängenden Chemieanlagen betreibt, verlagert mehr Produktion nach Amerika. "Bei solch einem großen Unterschied der Energiepreise ist die Entscheidung klar, dass das Geld nun dorthin fließt," sagte ein BASF Vorstand bei einem Treffen der EU- Industrieminister im letzten Jahr. BASF hat Werke in Malaysia sowie Louisiana eröffnet.

Befürworter [und Profiteure; der Übersetzer] der erneuerbaren Energien wie die Deutsche Bank gehen davon aus, dass Strom aus Solaranlagen in der nicht allzu fernen Zukunft das gleiche kosten wird, wie Strom aus dem Netz (sogenannte Netzparität). Aber keiner behauptet, dass Solar dieses ohne Subventionen tun kann. Und wie Deutschland, Großbritannien und andere europäischen Ländern dabei sind herauszufinden, sind offene Subventionen nur ein Teil der Kosten der erneuerbaren Energien.

Am schädlichsten ist die Wirkung der erneuerbaren Einspeisungen auf die Kraftwerke, die [unbedingt] erforderlich sind, um die Stabilität des Stromnetzes und das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage zu gewährleisten. Selbst ein bescheidener Anteil von Wind- und Solarstrom verhindert, das Gas- und Kohlekraftwerke ihre Fixkosten decken können. Dies hat zu der vorgeschlagenen Schließung von Irsching in Bayern geführt, eines der neuesten und effizientesten Gaskraftwerke in Deutschland. Wenn konventionelle Kapazität nicht auch subventioniert wird, werden irgendwann die Lichter beginnen auszugehen. Europäische Politiker haben keine Antwort auf das Problem, das sie geschaffen haben und es ist eine sichere Wette, die EPA auch nicht.

Eine unbeabsichtigte Folge des Fracking-Booms ist die Verschiebung von Kohle durch Erdgas -ein billiger und effektiver Weg, um Kohlendioxid-Emissionen zu senken. Eine Studie in 2104 von Brookings Institution schätzt, dass wenn Kohle[-kraftwerke] durch moderne GuD-Gasturbinen ersetzt werden, damit 2,6-mal mehr Kohlendioxid-Emissionen als bei Verwendung von Windenergie reduziert werden und es reduziert viermal mehr Emissionen als Solarenergie.

Denn, die Erzeugung von Elektrizität ist bei der niedrigen Energiedichte der wetterabhängigen Technologie sehr ineffizient. Es erfordert sehr viel mehr Anlagen und Land, um eine äquivalente Menge an Energie zu ernten als bei fossilen Brennstoffen. Und dabei sind die Investitionen in fossile Kapazitäten nicht mitgezählt, um die back-up-Leistung bereitzustellen, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint.

Es gibt keine rationale Begründung für die politischen Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien. Im Jahr 1972 schrieb Umweltschützer Guru EF Schumacher “Small Is Beautiful” [Klein ist Wunderbar], als sein Vorbild nannte er buddhistische Ökonomie, die er in Burma entdeckt hatte. Eine Zivilisation, die auf nachwachsenden Rohstoffen aufbaut, so behauptete er, wäre besser als eine auf nicht erneuerbaren Ressourcen. "Der ersteren tragen das Zeichen des Lebens", schrieb Schumacher, "während die letzteren das Zeichen des Todes tragen."

Obamas Ziel der Erneuerbaren ist ein Triumph für Schumachers buddhistische Ökonomie – die zu Armut führt und bei Armut bleibt. Es erzeugt keine Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand.

Mr. Darwall ist der Author von “The Age of Global Warming: A History (Quartet, 2013). [Das Zeitalter der Globalen Erwärmung: Ein Historie, Link recherchiert]

Erschienen auf The Wall Street Journal am 5. Juli 2015

Übersetzt durch Andreas Demmig

http://www.wsj.com/articles/obamas-renewable-energy-fantasy-1436104555

Hinweis des Übersetzers: Die Websuche nach diesem Titel in Englisch, führt zu vielen Informationen „beider Seiten“, auf Deutsch kommt hauptsächlich Wikipedia, mit den üblichen alarmistischen Behauptungen, „Google“ ist ausgeglichener als „Bing“.

Für Sie dabei gefunden: "Grün ist das neue Rot"

[1] Financial Times  : „Gates to double investment in renewables energy projects“ am 25.Juni 2015.

Offenbar sind diese Zugriffe nur eine begrenzte Zeit kostenlos verfügbar, bei diesem Link war ich wohl nicht schnell genug. Berichtet wird darüber auf The Register.

 Gesehen habe ich vorher:

Financial Times: „Q&A: Robots, Uber and the role of the goverment“ ebenfalls vom 25. Juni 2015, in dem Bill Gates interviewt wird. Nur eine kleine Passage betraf den Klimawandel:

 

 Auschnittskopie des o.g. Interviews der Financial Times mit Bill Gates.

FT: Reden wir ein wenig darüber, wie wir den Klimawandel am besten bekämpfen können.

BG: Die Leute sind ein wenig in die Irre geführt. Sie nehmen so etwas wie Solar-PV-und meinen, wenn die Sonne scheint, ersetzt die Energie des Tages die Kohlenwasserstoffe. Das ist völlig uninteressant, weil Sie immer noch ihre Wohnungen in der Nacht wärmen wollen. Bei diesem System dreht sich alles um Zuverlässigkeit. Sie können den Bedarf an Tagesenergie auf Null fahren und Sie wollen immer noch Energieversorgungsunternehmen, die fossile Kraftwerke in der Nacht betreiben.




Klimaalarmisten bauschen die Erwärmung von 2014 auf

Bild rechts: Lucidwaters/Dreamstime

Jedes Jahr sehnen die Globale-Erwärmungs-Gläubigen einen El Niño herbei als die physikalische Manifestation des Wiedererscheinens der globalen Erwärmung als Anfang vom Ende der öden Jahre flach verlaufender globaler Temperaturen. Joe Romm vom Center for American Progress nannte den Rekord des Jahres 2014 doppelt eindrucksvoll. Nach seinen Worten: „Wir warten immer noch auf den Beginn von El Nino“, haben aber trotzdem einen Temperaturrekord erhalten.

Nach Jahren der Hinweise auf extreme Wetterereignisse seitens der Klimawandel-Prognostiker – der arktischen (aber nicht antarktischen) Eisausdehnung und, wie sie behaupten, in den Ozeanen verschwindende überschüssige Wärme – als Beweis für die globale Erwärmung ist es wissenschaftlich in Ordnung, wenn sich die Aufmerksamkeit wieder auf Trends der globalen Temperatur an der Oberfläche und in der Atmosphäre konzentriert, die ja in der Theorie den Klimawandel voranbringen sollen. Tatsächlich straft die Presseerklärung des Met. Office die alarmistischen Hinweise auf „Klimastörung“, „Klima-Zusammenbruch“ und andere Ausdrücke Lügen, die dem angestaubten Lexikon des Alarmismus‘ entnommen worden sind.

Trotz eines Jahres, das alles in allem Rekorde gebrochen hat, gab es in UK im Jahr 2014 keine großen Hitzewellen und keine neuen monatlichen Rekorde. Stattdessen war es in jedem Monat konsistent warm mit nur einem Monat mit unternormaler Temperatur. 2014 war auch das Jahr mit dem geringsten Auftreten von Frost seit 1961. Ähnlich sieht es bei der Regenmenge aus: Obwohl das Jahr 2014 eines der 20 nassesten Jahre seit 1766 war, gab es in keinem Gebiet das nasseste Wetter jemals. Nach stürmischem Januar und Februar in UK verlief das restliche Jahr „relativ ruhig“, wie es das Met.Office beschreibt.

Dies ist nicht der Anteil des Narrativs, das von Naomi Oreskes ausgebreitet wird, Harvard-Professorin der Geschichte der Wissenschaft. Als Vorschau auf die Verkündigungen bzgl. des wärmsten Jahres jemals schrieb Oreskes in der New York Times vor einer Woche, dass wir auf die Realität eines „gefährlichen Klimawandels“ zu wenig reagieren, wie er sich jetzt „vor unseren Augen entfaltet“. Die Beweislast sollte verringert werden, argumentiert Oreskes, aber ihre Exkursion in die statistische Methodik, um diese Überzeugung abzustützen, ist weithin im Sande verlaufen (hier, hier und hier).

Am atemberaubendsten war jedoch Oreskes‘ Behauptung, dass sich der Klimawandel „schneller vollzieht als die Wissenschaftler vorhergesagt haben“. Dies ist blanker Unsinn. Ein Kommentar aus dem Jahr 2013 mit Francis Zwiers als Ko-Autor, einem gewählten Mitglied des IPCC-Büros und ehemaliger leitender IPCC-Koordinator kam zu dem Ergebnis, dass die jüngst beobachtete globale Erwärmung signifikant geringer war als der von den Modellen simulierte Trend. Während der 15 Jahre bis 2012 betrug der gemessene Trend 0,05°C pro Jahrzehnt – und war damit den Autoren zufolge nicht signifikant unterschiedlich von Null – und er war über vier mal kleiner als der gemittelte simulierte Trend von 20 vom IPCC verwendeten Klimamodellen. Seit der Jahrhundertwende ist der 15-Jahre-Trend zurückgefallen auf den Trend der Jahre 1900 bis 2012, also einer Zunahme von etwa sieben Zehntel eines Grads Celsius pro Jahrhundert. Sollte die Behauptung von Oreskes stimmen, müssten Wissenschaftler eine globale Abkühlung erwarten.

Es gibt einen anderen, nicht mit Temperatur zusammenhängenden Trend, der den Alarmisten Sorgen machen sollte. Seit März 2001 hat das Gallup-Institut die Wähler jährlich zum Ernst der globalen Erwärmung befragt. Im ersten Jahr des Jahrhunderts lag die Prozentzahl derjenigen, die glauben, dass die globale Erwärmung übertrieben wird, allgemein etwas über 30 Prozent (mit einer Spitze von 38% im Jahre 2004). Danach stieg die Prozentzahl im Vorfeld der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 stetig an und erreichte drei Monate später 48 Prozent. Seitdem ist die Prozentzahl wieder auf etwas über 40 gesunken – die Skeptiker, wie man sie nennen kann – haben gegenüber dem voran gegangenen Jahrzehnt zehn Punkte gut gemacht.

Mit dem sich verstärkenden Trommelwirbel für Alarm und Übertreibung im Vorfeld der diesjährigen Klimakonferenz in Paris im Dezember stehen die Alarmisten des Klimawandels zunehmend vor einem Rätsel: je mehr sie agieren, umso stärker werden die Menschen skeptischer und – zumindest in den USA – umso größer werden die politischen Anreize für die Republikaner, klimapolitische Maßnahmen zu blockieren. Bislang scheinen die Alarmisten diese Botschaft noch nicht verstanden zu haben.

Link: http://www.thegwpf.com/rupert-darwall-climate-alarmists-warm-it-up/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Ein aufreibendes Klima

Bild rechts: Der Wissenschaftler Murry Salby argumentiert, dass ein Schlüsselfaktor hinter steigenden Temperaturen der Wärmeaustausch zwischen Atmosphäre und Ozean ist. Bild: Edward Frazer/Corbis

Und doch weisen hoch ausgezeichnete Wissenschaftler einschließlich des Physik-Nobelpreis-Gewinners Ivar Giaever zurück, was unter der Bezeichnung „Klimakonsens“ bekannt ist. Giaever ist aus der American Physical Society ausgetreten aus Protest gegen das Statement dieses Vereins, dass die Beweise für die globale Erwärmung „unwiderlegbar“ seien und dass die Regierungen sofort handeln müssten, um die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Sechzehn angesehene Wissenschaftler unterzeichneten im Jahr 2012 einen Artikel im Wall Street Journal, in dem sie argumentierten, dass die Durchführung drastischer Maßnahmen, um die Weltwirtschaft zu „dekarbonisieren“, durch die beobachteten wissenschaftlichen Beweise nicht gerechtfertigt war – zumal dieser Vorgang erhebliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Lebensqualität haben würde, vor allem in Entwicklungsländern. Und genau wie Giaever stellten sie einen Klimakonsens in Abrede – und auch das unwissenschaftliche Abwürgen von Untersuchungen und die Marginalisierung von Abweichlern als „Ketzer“. Erst vor kurzem hat sich der berühmte Klimawissenschaftler Lennart Bengtsson von seinem Posten in einer klimaskeptischen Denkfabrik zurückgezogen, nachdem er hunderte wütender E-Mails von anderen Wissenschaftlern bekommen hatte. Er bezeichnete den Druck als „nahezu untragbar“.

Ein anderer Abweichler, der amerikanische Atmosphärenphysiker Murry Salby, hat eine grundlegende Analyse durchgeführt, die wesentliche Hypothesen der AGW-Sichtweise unterminiert. Seine Arbeit und deren Aufnahme illustrieren, wie wenig „settled“ die Klimawissenschaft bleibt – und wie bestimmt AGW-Befürworter einen Konsens erzwingen wollen zu einer der großen Fragen unserer Zeit.

Im April 2013 wollte Salby nach einer Vortragsreise seiner Arbeiten durch Europa vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle nach Australien zurückfliegen, wo er ein Professor der Klimawissenschaft an der Macquarie University war. Er musste zu seinem Verdruss erfahren, dass die Universität sein nicht ersetzbares Rückflugticket annulliert hatte. Während Salby also in Paris gestrandet war, hat man bei Macquarie rasch ein Verfahren wegen Fehlverhaltens gegen ihn eingeleitet, das schnell zu seinem Rauswurf führte. Die Universität behauptete, dass sie Salby nicht wegen seiner Ansichten zum Klima gekündigt hatte, sondern weil er nicht „seine akademischen Verpflichtungen erfüllt hatte einschließlich seines Lehrauftrags“, und weil er „gegen die Universitätsordnung verstoßen hatte hinsichtlich seiner Reise und dem Gebrauch von Mitteln der Universität“.

Salby und seine Unterstützer können die Behauptungen der Hochschule kaum glauben. Salbys Gegner verweisen auf Berichte einer Untersuchung durch die National Science Foundation NSF gegen ihn mit dem Vorwurf ethischer Ungehörigkeit – Behauptungen, die auf einem Anti-Klimaskeptiker-Blog aufgetaucht waren, zusammen mit Gerichtspapieren in Bezug auf seine Scheidung. Salby lag tatsächlich im Konflikt mit der NSF – die Organisation verbot ihm für drei Jahre die Annahme von Forschungsgeldern, obwohl er als Dozent in Australien dazu gar nicht berechtigt war – und mit der University of Colorado, wo er zuvor gelehrt hatte und in einem Jahrzehnte langen Disput mit einem anderen Akademiker lag. Einmal hat die NSF das Verschwinden von 100.000 Dollar Forschungsgelder für Salby untersucht, die nach der Untersuchung an Salbys Gruppe zurückgeflossen waren. Wie auch immer, bei all diesen Dingen ging es um bürokratisches Klein-Klein. Sie haben keinen Bezug zu seiner Wissenschaft. Und Salby hatte sich als Wissenschaftler hohe Verdienste erworben. Er war ursprünglich Ausbilder als Luft- und Raumfahrtingenieur, bevor er zur Atmosphärenphysik wechselte und eine hoch geachtete Karriere durchlief. Er lehrte an der Georgia Tech, Princeton, Hebrew und Stockholm Universities, bevor er an die University of Colorado wechselte. Und er war involviert als Begutachter in den ersten beiden IPCC-Zustandsberichten.

Ende der neunziger Jahre begann Salby ein Projekt mit dem Ziel der Analyse von Änderungen des atmosphärischen Ozons. Seine Forschungen ergaben Beweise für eine systematische Erholung des Ozons, was die Wissenschaft hinter dem Montreal-Protokoll von 1987 validierte, dem zufolge spezielle Schritte unternommen werden sollten, Ozon zerstörende Gase zu verbannen. Mit der Vorbereitung zum Verfassen eines Lehrbuches für Studenten mit dem Titel Physics of the Atmosphere and Climate, das später von Cambridge University Press veröffentlicht worden und von einem Begutachter als „unerreicht in Breite, Tiefe und Klarheit“ gelobt worden ist, hat Salby dann eine methodische Untersuchung von AGW durchgeführt. Deren Ergebnis hat ihn „absolut überrascht“.

Die meisten AGW-Diskussionen drehen sich um die klimatischen Auswirkungen eines steigenden Gehalts von Kohlendioxid in der Atmosphäre. Wie es dorthin überhaupt gekommen war – die Hypothese ging davon aus, dass die Zunahme zum allergrößten Teil durch menschliche Aktivitäten ausgelöst worden ist – wird oft als gegeben hingenommen. Und doch glaubte Salby, dass er klare Beweise dafür entdeckt hatte, dass dies nicht der Fall war, und seine Europareise diente dazu, diesen Fall öffentlich vorzutragen.

Das IPCC schätzt, dass die Menschen seit der Industriellen Revolution 365 Milliarden Tonnen Kohlenstoff durch das verbrennen fossiler Treibstoffe in die Atmosphäre eingebracht haben. Jährliche Emissionen einschließlich jener aus Entwaldung und Zementproduktion, betragen weniger als 9 Milliarden Tonnen. Und doch enthält der natürliche Kohlenstoffzyklus einen jährlichen Austausch von Kohlenstoff zwischen der Atmosphäre, dem Festland und dem Ozean, der viele Male größer ist als Emissionen durch menschliche Aktivitäten. Das IPCC schätzt, dass 118,7 Milliarden Kohlenstoff pro Jahr aus dem Festland und 78,4 Milliarden Tonnen aus den Ozeanen emittiert werden. Folglich beträgt der menschliche Beitrag von 9 Milliarden Tonnen pro Jahr weniger als 5% der Gesamt-Emissionen. Die AGW-Hypothese ebenso wie die davon abhängigen politischen Maßnahmen zur Klimaänderung gehen davon aus, dass die 5% menschlicher Beitrag die Gesamtänderung der CO2-Menge in der Atmosphäre treibt – und dass die anderen 95% aus natürlichen Emissionen ausgeglichen werden durch Absorption des atmosphärischen CO2 durch natürliche Prozesse. Alles in allem erklärte das IPCC in seinem 4. Zustandsbericht 2007: „Es ist bekannt, dass die Zunahme des atmosphärischen CO2-Gehaltes menschlichen Aktivitäten geschuldet ist“.

Salby verficht den Standpunkt, dass die IPCC-Behauptung nicht durch Beobachtungen gestützt wird. Das Verständnis der Wissenschaftler hinsichtlich der komplexen Klimadynamik ist unterentwickelt, nicht zuletzt weil die Wärmekapazität der Ozeane 1000 mal größer ist als die der Atmosphäre und relevante physikalische Beobachtungen der Ozeane so selten sind. Solange dieser Umstand nicht beseitigt ist, kann die Wissenschaft nicht ,settled‘ sein. Salby zufolge zeigen die Beweise in Wirklichkeit, dass die AGW zugrunde liegende Kausalität umgekehrt werden sollte. Anstatt dass ein steigender CO2-Gehalt in der Atmosphäre einen globalen Temperaturanstieg auslöst, steigen die Temperaturen zuerst – und sind die Ursache für die große Mehrheit der Änderungen der Gesamtemissionen von CO2, wobei Änderungen der Feuchtebedingungen im Erdboden für den Rest sorgen. Außerdem erklären diese beiden Faktoren Änderungen der Gesamt-Methanemissionen, dem zweitwichtigsten „menschlichen“ Treibhausgas. Hinsichtlich der Gründe für einen globalen Temperaturanstieg sagt Salby, dass einer der wichtigsten, die Temperatur beeinflussenden Faktoren der Wärmeaustausch zwischen Atmosphäre und Ozean ist.

Warum ist sich das IPCC so sicher, dass die 5 % menschlicher Beitrag verantwortlich sind für die jährliche Zunahme des CO2-Niveaus? Ohne andere mögliche Hypothesen auch nur in Erwägung zu ziehen argumentiert das IPCC, dass das Verhältnis von schweren zu leichten Kohlenstoffatomen in der Atmosphäre „sich in einer Art und Weise verändert hat, dass man die Zunahme des Kohlenstoffs fossilen Treibstoffen zuordnen kann“ – wobei leichter Kohlenstoff steigt. Fossile Treibstoffe wurden natürlich aus Pflanzen und Tieren gebildet, die vor hunderten Millionen Jahren lebten; das IPCC führt aus, dass CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe den Anteil schwerer Kohlenstoffatome in der Atmosphäre verringert, seit Pflanzen dazu tendieren, mehr leichten als schweren Kohlenstoff zu absorbieren. Aber Salby verweist auf viel größere natürliche Prozesse wie Emissionen aus der Verrottung von Pflanzen, die ebenfalls den Anteil schweren Kohlenstoffs reduzieren. Die Temperatur beeinflusst stark die Rate mikrobakterieller Aktivitäten, die bei diesen natürlichen Prozessen inhärent sind, und Salby schreibt, dass der Anteil von schwerem Kohlenstoff an den Emissionen zurückgeht, immer wenn es warm ist. Noch einmal, die Temperatur ist der wahrscheinlichere Grund für beobachtete atmosphärischen Änderungen, und nicht deren Auswirkungen.

Außerdem präsentiert Salby Satellitenbeobachtungen, die zeigen, dass sich die höchstens CO2-Niveaus nicht über industrialisierten Gebieten finden, sondern über dünn besiedelten und nicht industrialisierten Gebieten wie z. B. dem Amazonas. Und falls die menschlichen Emissionen hinter dem steigenden Niveau des CO2 stecken, argumentiert er, dann sollte die jährliche Änderung des CO2-Gehaltes die Haupt-Verbrennungsgebiete fossiler Treibstoffe abbilden – wobei die natürlichen CO2-Emissionen herausgefiltert werden durch Senken auf dem Festland und dem Ozean. Aber die jährlichen CO2-Änderungen folgen nicht den jährlichen CO2-Emissionen durch Verbrennung fossiler Treibstoffe, wie die Abbildung zeigt. Darin erkennt man, dass dass eine jährliche Zunahme von 1 ppm in etwa äquivalent ist mit einer jährlichen Wachstumsrate von 0,25%.

Während es von 1972 bis 1993 zu einer Zunahme der Emissionen aus fossilen Treibstoffen um 30% gekommen war, gab es keine Zunahme der jährlichen Gesamt-Emission – das heißt, natürliche plus menschliche Emissionen, weniger Re-Absorption in Kohlenstoff-Senken. Diese Daten, beobachtet Salby, sind inkonsistent mit der Behauptung des IPCC hinsichtlich der Gewissheit bzgl. des Menschen als Ursache des steigenden CO2-Niveaus in der Atmosphäre. Fast zwei Jahrzehnte lang hat sich das IPCC abgemüht, die große Variabilität der Gesamt-CO2-Emissionen von Jahr zu Jahr zu erklären (die gezackte untere Linie in der Abbildung). Verschiedene Gründe sind angeführt worden für die Verlangsamung der CO2-Zunahme, „aber keiner davon erklärt ausreichend dieses ungewöhnliche Verhalten des Kohlenstoff-Kreislaufes“, gibt das IPCC in seinem 3. Zustandsbericht zu.

Das IPCC fällt in seiner Unfähigkeit, die natürlichen Änderungen der CO2-Emissionen zu erklären, zurück auf seine Hypothese einer starken natürlichen Tendenz hin zu einem Gleichgewicht: mit der Zeit gleichen sich Emissionen und Absorptionen aus, was den Menschen als Verantwortlichen für das Ungleichgewicht in der Natur zurücklässt. Aber, wie Salby beobachtet, postuliert das IPCC diese Tendenz bloß ohne sie zu zeigen. Das Vertrauen des IPCC in die Zuordnung der Erwärmung zu menschlichen Aktivitäten ist folglich höchst fragwürdig – besonders, weil die Lufttemperaturen während der letzten eineinhalb Jahrzehnte nicht gestiegen sind, selbst trotz des stetig zunehmenden CO2-Gehaltes. Weiter: während die gemessene globale Temperatur im vorigen Jahrhundert nur um weniger als 1°C gestiegen ist, erfolgte dies nicht als stetige Erwärmung. Fast die gesamte Erwärmung im 20. Jahrhundert erfolgte in vier Jahrzehnten – ein Teil in den Jahren zwischen den Weltkriegen und ein Teil in den achtziger und neunziger Jahren – weniger als ein Drittel der gesamten Temperaturaufzeichnung.

Ginge es nicht um die Implikationen für AGW, wären Salbys Forschungen zum Kohlenstoff-Kreislauf ein Segen für die in Schwierigkeiten steckenden Bemühungen des IPCC, die Variabilität von Jahr zu Jahr der CO2-Emissionen zu erklären. Seine Arbeit bietet ein kohärentes Bild der Änderungen der Gesamtemissionen, wo die Änderungen eng Vorgaben einer Kombination von Temperatur und Bodenfeuchtigkeit folgen – was sowohl die niedrigen Gesamtemissionen Anfang der neunziger Jahre und den Spitzenwert im Jahre 1998 erklären kann. Salby betont auch, dass die Temperatur allein zum großen Teil verantwortlich sein kann für den Anstieg des atmosphärischen CO2 in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei die Daten der Bodenfeuchtigkeit unzureichend sind. Die Gesamt-Methan-Emissionen folgen den natürlichen Bedingungen an der Oberfläche sogar noch enger.

Ein weiterer Punkt im Falle des IPCC war die Behauptung aufgrund von Aufzeichnungen des CO2-Gehaltes in Eisbohrkernen, dass das gegenwärtige CO2-Niveau beispiellos ist. Aber hier, stellt Salby fest, war die Lösung des im Eis eingeschlossenen CO2 – was zuvor ignoriert worden war – ein Vorgang, der das Bild prähistorischer Änderungen des atmosphärischen CO2-Gehaltes radikal verändert hat. Selbst eine nur geringe Lösung würde bedeuten, dass derartige Änderungen bis jetzt signifikant unterschätzt worden sind – und es würde auch implizieren, dass jüngste Änderungen des CO2-Gehaltes eben nicht beispiellos sind. Falls Salby recht hat, ist die unmissverständliche Behauptung des IPCC, dass das gegenwärtige CO2-Niveau das höchste seit mindestens 800.000 Jahren ist, nicht mehr haltbar.

Tatsächlich weist der jüngste IPCC-Bericht 2013 in die von Salby vorgegebene Richtung. Die Eisbohrkern-Aufzeichnungen des atmosphärischen CO2 zeigen „interessante Variationen“, heißt es darin, die mit klimainduzierten Änderungen des Kohlenstoff-Kreislaufes erklärt werden können. Der Bericht räumt auch zögernd ein, dass die 15-jährige Stagnation der CO2-Zunahme seit 1940 „möglicherweise“ verursacht worden ist durch leicht sinkende Temperaturen auf dem Festland der Nordhemisphäre.

Salby hat nicht im luftleeren Raum gearbeitet. Der schwedische Klimawissenschaftler Pehr Björnbom hat sein Ergebnis nachvollzogen, dass die Temperatur der Treiber von CO2-Emissionen ist. Der Geowissenschaftler Prof. Ole Humlum von der University of Oslo veröffentlichte im Jahre 2012 eine wegweisende Studie, in der er zeigte, dass Änderungen des CO2-Gehaltes Temperaturänderungen folgen, was den gleichen Effekt von Ursache und Wirkung zeigt. Richard Lindzen, ein Atmosphären-Physiker am MIT glaubt, dass Salby recht hat hinsichtlich des Unvermögens des IPCC, die Auswirkungen der Lösung im Eis aus Proxy-CO2-Aufzeichnungen zu evaluieren sowie hinsichtlich anderer Quellen leichten Kohlenstoffes als die Verbrennung fossiler Treibstoffe. Salby ist ein „ernsthafter Wissenschaftler“, dessen Argumente es verdient haben, angehört zu werden, sagt Lindzen. Fritz Vahrenholt, ehemals Direktor eines großen Erneuerbare-Energien-Unternehmens und gleichzeitig einer der führenden Klimaskeptiker Deutschlands, fand Salbys Analyse, dass CO2-Änderungen den Temperaturänderungen hinterher hinken, überzeugend. „Murry Salby öffnete eine Tür für mehr Untersuchungen und weitere wissenschaftliche Arbeit“, sagt Vahrenholt.

Wird die wissenschaftliche Gemeinschaft den von Salby aufgeworfenen Fragen nachgehen? Vahrenholt hat seine Zweifel. „AGW-Vertreter nehmen nicht an Diskussionen teil, in denen ihre orthodoxe Sichtweise herausgefordert wird“, beklagt er sich. Ein Weg, Untersuchungen zu blockieren, ist es sicherzustellen, dass Studien von Klimawissenschaftlern mit abweichenden Standpunkten nicht in der begutachteten Literatur erscheinen – ein Problem, mit dem Lindzen und Bengtsson konfrontiert waren. Tatsächlich ist das auch Salby widerfahren. Er reichte dem Journal of the Atmospheric Sciences eine Studie ein. Man fand keine Fehler – ein Begutachter nannte das „absolut erstaunlich“ – doch forderte das Journal eine kleine Überarbeitung. Bevor Salby die überarbeitete Studie zur Veröffentlichung erneut einreichen konnte, ist der Herausgeber eines anderen Journals, Remote Sensing zurückgetreten wegen der Veröffentlichung einer Studie, die von der IPCC-Position abgewichen war, und zwar mit der erbärmlichen Begründung: „Aus rein formaler Sicht gab es keine Fehler im Begutachtungs-Prozess. Aber so, wie die Dinge jetzt stehen, hat das Redakteursteam unabsichtlich drei Begutachter gewählt, die möglicherweise einige der skeptischen Ansichten der Autoren teilen“. Kurz danach hat Salby einen Brief erhalten, in dem seine überarbeitete Studie abgelehnt wurde aufgrund der Behauptung eines zweiten Begutachters, der im Widerspruch zum ersten Begutachter behauptet hatte, dass seine Studie nichts Neues zeige und dass alles darin bereits von den IPCC-Berichten abgedeckt war.

Salbys vorherige Ergebnisse führten ihn zu einer erweiterten Studie, in der er unter Anderem berechnete, dass die beobachtete Beziehung zwischen der globalen Temperatur und CO2 fundamental von der in den Modellen beschriebenen Beziehung abweicht. Seine Bemühungen zur Veröffentlichung der Studie endeten, zumindest vorläufig, mit seinem Rauswurf aus seiner akademischen Position bei Macquarie. Bis jetzt sind Salbys Klimaanalysen nur in vorläufiger Form in seinem begutachteten Buch erschienen, dass von Cambridge University Press veröffentlicht worden ist.

Es war keine Überraschung, dass auch danach der Konsens-Standpunkt zum Kohlenstoff-Kreislauf war, dass menschliche CO2-Emissionen „fast mit Sicherheit“ der dominante Faktor hinsichtlich der gegenwärtigen CO2-Konzentration seien. In einer Aktualisierung des Katechismus‘ zur globalen Erwärmung, durchgeführt in Zusammenarbeit von der National Academy of Sciences und der Royal Society, erklärten die beiden Gesellschaften: „Die fortgesetzten Emissionen dieser Gase werden zu einer weiteren Klimaänderung führen einschließlich einer substantiellen Zunahme der globalen mittleren Temperatur“.

Falls sie den Standards der wissenschaftlichen Revolution vor drei Jahrhunderten gefolgt wären, hätten die Akademien derartige definitive Behauptungen nicht aufstellen können. Der Astronom und Philosoph John Herschel forderte im 19.Jahrhundert, dass der Wissenschaftler die Rolle eines Antagonisten gegen seine eigenen Theorien einnehmen sollte; die Güte einer Theorie wurde ausschließlich belegt durch das Standhalten gegen solche Angriffe. Einstein begrüßte Versuche, die Theorie der Allgemeinen Relativität zu widerlegen: „Auch noch so viele Experimente können niemals beweisen, dass ich recht habe; aber ein einziges Experiment kann mich widerlegen“, sagte er einmal. Der Philosoph Karl Popper begründete dies einmal: Wir können in der Wissenschaft nicht sicher sein, was die Wahrheit ist, aber wir können in Erfahrung bringen, was falsch ist. Man nähert sich der Wahrheit nur durch Widerlegung dessen, was als falsch apostrophiert wird. Popper begründete das Prinzip der Falsifizierbarkeit, was die wissenschaftliche Theorie von den Pseudowissenschaften von Freud und Marx absetzte. Deren Jünger fanden Erhärtungen, wo auch immer sie hinschauten.

Das IPCC und andere führende wissenschaftliche Institutionen [ist das IPCC überhaupt eine solche? Anm. d. Übers.] scheinen ebenfalls einer vorwissenschaftlichen Denkweise anzuhängen: „Suche, und du wirst finden!“. Die Formulierungen „konsistent mit“ und „viele Beweislinien“ ziehen sich durch alle IPCC-Berichte. Der 5. Zustandsbericht, veröffentlicht 2013, zog sich ein wenig zurück aus der in früheren Berichten kolportierten Gewissheit, dass der menschliche Beitrag ausschlaggebend für den Gesamt-CO2-Gehalt war. Jetzt drückte das IPCC ein „sehr hohes Niveau von Sicherheit“ aus, das, so sagt es, „auf vielen Beweislinien basiert, die konsistent sind“ mit dieser Behauptung. Konsistenz mit einem Vorschlag ist Wissenschaft in schwacher Form – schließlich ist der Umstand, dass der Mond die Erde umkreist, konsistent mit der prä-kopernikanischen Astronomie – und eine Sache der Pseudowissenschaften, die Popper Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien gefunden hatte. Zusätzlich zum Trachten nach Sicherheit gebenden Beweisen übernehmen die AGW-ler oftmals das wissenschaftliche Äquivalent von frage nicht, sage nichts, wenn es um Lücken in den wissenschaftlichen Erkenntnissen geht – vor allem, wenn es um jene Lücken geht, die, wenn man sie ausfüllt, ihre Position absehbar falsifizieren können. Das Paper der National Academy/Royal Society aus dem Jahr 2014 ignoriert vollständig die Frage der Variabilität der Gesamt-CO2-Emission von Jahr zu Jahr. Anstatt diese einer Überprüfung als Antagonisten á la Herschel zu unterziehen, wurden das IPCC und die nationalen Wissenschafts-Akademien zu dessen Cheerleaders.

Das National Academy/Royal Society-Paper besteht darauf, dass „die Klimaänderung eine der grundlegenden Themen unserer Zeit ist. Es ist auf der Grundlage vieler Beweislinien jetzt sicherer als je zuvor, dass die Menschen das Klima der Erde verändern … Allerdings ist wegen der Natur der Wissenschaft nicht jedes einzelne Detail jemals total settled oder absolut sicher“. Hinsichtlich des Kohlenstoff-Kreislaufes ist dies eine ernste Fehlinterpretation: Diese ist kein Detail, sondern fundamental für die wissenschaftliche Grundlage von AGW. Die Implikationen für AGW durch Salbys Analyse, falls diese Bestand hat, sind enorm: Falls AGW bedeutet, dass menschliche CO2-Emissionen signifikant die globalen Temperaturen verändern; oder stärker, dass sie die Entwicklung der globalen Temperatur steuern; oder noch stärker, dass sie die Temperaturen dazu bringen, katastrophal zuzunehmen, dann ist AGW durch das beobachtete Verhalten falsifiziert.

Sein 5. Zustandsbericht 2013 war des IPCC letzte große Chance, vor der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 Abkündigungen zu machen. Trotz des leichten Rückzugs von der Position der menschlichen Rolle hinsichtlich des zunehmenden CO2 hat das IPCC sein Niveau von Sicherheit hinsichtlich der menschlichen Verantwortung der Temperaturzunahme noch angehoben – von 90 Prozent in früheren Berichten auf 95 Prozent jetzt, obwohl diese Zunahme großenteils das Ergebnis einer Änderung der Definition war. Die Autoren des Berichtes haben nichts dazu gesagt, warum es während der letzten Jahre keine Erwärmung gegeben hatte, und zwar mit der Begründung, dass zu diesem Thema noch nicht genug veröffentlicht worden sei. Dieser Mangel sollte für niemanden überraschend kommen, der mit dem Zustand der Klimawissenschaft vertraut ist.

Aufrichtige wissenschaftliche Untersuchungen werden degradiert, wenn die Wissenschaft politisiert wird. Die Standards, die seit der wissenschaftlichen Revolution in Kraft waren, stehen im Konflikt mit der notwendigen Befürwortung politischer Maßnahmen, und AGW wäre als Grundlage politischer Programme erledigt, falls das Vertrauen in den wissenschaftlichen Konsens unterminiert werden würde. Wenn dessen Befürworter rigorosen Falsifizierungs-Tests ausweichen, zeigt dies die Schwäche von AGW als Wissenschaft. Als akademischer Kritiker der Wissenschaft, auf der AGW beruht, kann Murry Salby vorerst zum Schweigen gebracht worden sein. Das beobachtete Verhalten der Natur, aus dem er seine Analyse ableitete, kann aber nicht so einfach beiseite geschoben werden.

Rupert Darwall is the author of The Age of Global Warming: A History, published by Quartet (2013).

Link: http://www.city-journal.org/2014/24_3_global-warming.html

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Grüne Politik macht Europa angreifbar durch Putin

Bis zur Krise um die Ukraine gab es in Deutschland die Tendenz, engere Bindungen mit Russland einzugehen. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder steht Wladimir Putin nahe (er hat den russischen Einmarsch in der Ukraine mit dem NATO-Einmarsch in Serbien in den neunziger Jahren verglichen) und ist Vorsitzender der Gazprom Joint-Venture-Pipeline Nord Stream. Im Jahre 2012 hat Russland 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Deutschland gepumpt, was 28% der in die EU gelieferten Menge von 105,5 Milliarden Kubikmeter ausmachte.

Lässt man die Freundschaften mal außen vor, waren die wichtigsten Treiber der energiebezogenen Außenpolitik Deutschlands die Grünen. Andere Nationen, die sich überlegen, Innen- oder Außenpolitik durch Umweltaktivisten bestimmen zu lassen, würden sehr gut daran tun, genau zu betrachten, wohin Deutschlands Umgarnen der Umweltbewegung geführt hat.

Die deutschen Grünen traten als politische Kraft erstmals Ende der siebziger Jahre in Erscheinung, also in einer Zeit akuter Ost-West-Spannungen. Als Antwort auf die sowjetischen SS-20-Raketen hatte die NATO beschlossen, Pershing-Raketen in Deutschland zu stationieren. Ob nun absichtlich oder nicht, jedenfalls haben die Protestierer sehr gut die Arbeit des Kremls erledigt, die atlantische Allianz zu spalten.

Die Proteste wandelten die deutsche Linke in die Stimme eines radikalen Umweltaktivismus’ – eine historische Verschiebung. Altnazis und Neonazis waren bis dahin die Träger der ökologischen Politik Deutschlands, wurden aber nach Hitlers Niederlage marginalisiert. Der deutsche Umweltaktivismus war antidemokratisch und antikapitalistisch. Die Nazis waren die grünste Partei Europas, die Gesetze zu erweitertem Schutz der Wälder und gegen Tierversuche auf den Weg gebracht haben, während sie abscheuliche Experimente an Menschen durchführten.

Im Oktober 1980 formierten sich die Grünen als Partei und traten zu politischen Wahlen an. 18 Jahre später traten sie in eine rot-grüne Koalition ein mit der links der Mitte positionierten SPD. Im Jahr 2000 propagierten sie erfolgreich den allmählichen Rückzug aus der Kernkraft.

Der größte Triumph der Grünen kam mit der Energiewende* in Deutschland, also dem Übergang zu erneuerbarer Energie. Diese Politik ist eine unergründlich tiefe Goldgrube für Gazprom. Sie bedeutet, dass Deutschland mehr und immer mehr russisches Gas kaufen wird, weil sich das Land nicht auf Strom aus unzuverlässigen Quellen wie Wind und Solar verlassen kann, um die Lichter nicht ausgehen zu lassen.

[*Das Wort Energiewende steht so kursiv gesetzt im Original. A. d. Übers.]

Die Entwicklung der Grünen hatte gewaltige Auswirkungen auf die deutsche und die europäische Politik. Aber nicht alle europäischen Länder sind hinsichtlich der Abhängigkeit von russischem Gas so enthusiastisch oder naiv willfährig. Einige Länder schauen nach Amerika für Alternativen.

Russland deckt etwa ein Drittel des Gasbedarfs der EU, aber das Verhältnis steigt, je weiter man nach Osten kommt. Die Baltischen Staaten und Bulgarien decken ihren gesamten Gasbedarf aus Russland. Polen, die Tschechische Republik, die Slowakei und Ungarn beziehen etwa 50% ihres Gasbedarfs aus Russland. Diese Länder agieren als die vier Visegrad-Länder und haben immer gegen deutsche Versuche opponiert (unterstützt von UK und Frankreich), die aggressive Dekarbonisierungs-Politik EU-weit zu institutionalisieren.

Anfang dieses Monats haben die Premierminister der Visegrad-Länder Russlands Aktionen in der Ukraine verurteilt und gesagt, dass Russland „eine gefährliche neue Realität in Europa schafft“. Der polnische Premier Donald Tusk warnte, dass Europa das Risiko einer Paralyse eingeht, wenn eine „exorbitante“ Klimapolitik die EU immer stärker von russischem Gas abhängig macht. Die Botschafter der vier Länder sind bei Führern des US-Kongresses vorstellig geworden und haben darum ersucht, das Exportverbot von Erdgas aus den USA aufzuheben.

Inzwischen gibt es über ein Dutzend Pipelines, die Europa mit russischem Gas versorgen, und da der Gaspreis überwiegend an den Rohölpreis gekoppelt ist, ist der Gaspreis stark gestiegen. Und doch zögert Präsident Obama, die Keystone-XL-Pipeline zu genehmigen und verhält sich passiv im Hinblick auf die europäischen Bitten um amerikanisches Gas.

Die Öffnung der europäischen Märkte für amerikanisches Gas würde helfen, den Klammergriff von Gazprom auf die Länder zu erschüttern, die zumeist von Russland abhängig sind. Mr. Obama muss die Grünen in seiner eigenen Partei zurückstutzen und die reichlichen Öl- und Gasvorräte der USA der Welt anbieten.

Mr. Darwall ist Autor von “The Age of Global Warming: A History” (Quartet, 2013).

Link (paywalled): http://online.wsj.com/news/articles/SB10001424052702304747404579444901610420082#printMode

Übersetzt von Chris-Frey EIKE




Der Mythos der Linken vom „grünen Wachstum“

Bild rechts: Erneuerbare: enorm ineffizient © Kim Hansen

Aber jenseits der unmittelbaren politischen Implikationen steht Blairs Entscheidung sinnbildlich für die moderne Linke. Dem französischen Philosophen Pascal Bruckner und seinem Buch The Fanaticism Of The Apocalypse zufolge haben die Linken mit der Übernahme des Umweltaktivismus’ ihre eigenen Ideale aufgegeben. Erneuerbare, vor allem Wind und Solar, tragen nur sehr wenig dazu bei, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Sie sind enorm ineffizient und erfordern Backups durch Kernkraftwerke oder mit fossilen Treibstoffen betriebene Kraftwerke.

Erneuerbare verkörpern alles, was dem Sozialismus entgegen gesetzt ist. Eine effiziente Energiequelle durch eine weniger effiziente zu ersetzen reduziert das Produktions-Potential der Wirtschaft. Ein brillanter Twitter-Eintrag zur Zeit der Beerdigung von Margaret Thatcher bringt die ideologische Konfusion der Linken auf den Punkt – nämlich für die Kohlekumpel und gegen das, was sie fördern. Kohlekraftwerke werden umgerüstet, um importiertes Holz zu verbrennen. Politische Maßnahmen zur Förderung der Erneuerbaren sind ein klassischer Fall, Wohlstand von Vielen auf Wenige zu übertragen – Landbesitzer und Energieunternehmen.

Zwischen den Weltkriegen war ländliche Nostalgie und Feindseligkeit gegenüber der Industrie tendenziell die Sache der Rechten. Die Klänge von Stanley Baldwins England klangen wie Hammer auf Amboss und wie die Sense auf dem Schleifstein, sagte der Führer der Konservativen auf einem Treffen anlässlich des St. Georges Day im Jahr 1924 nach seiner ersten Amtszeit als Premierminister. Für George Orwell war es das Klappern der Pantoffeln in den Fabrikstädten von Lancaster, der Hin-und-her-Verkehr der Lastwagen auf der Great North Road und das Rattern der Teewagen [pintables] in den Pubs von Soho. Labour war der Champion städtischen Lebens und der Interessen der Arbeiterklasse. Alles in allem stand der Sozialismus für Fortschritt.

Es stimmt zwar, dass es bei den Linken Stimmen gab, die eine Rückkehr zur ländlichen Vergangenheit forderten. Die Umverteiler [distributists], darunter Hilaire Belloc und GK Chesterton, befürworteten die Enteignung von Landbesitzern und der Zuteilung von drei Acres [ca. 12000 m²] und einer Kuh an jede Familie. Die Grünen Hemden, eine Bewegung, die Zurück-zur-Natur-Gefühle mit der Ankurbelung der Wirtschaft [crank economics] verknüpfen wollte, marschierten in den dreißiger Jahren durch London, wurden jedoch 1944 durch den Labour-Abgeordneten Tom Driberg als ein „kleiner, fantastischer Kult von Natur-Wallfahrern“ abgetan.

Die lautesten Gegner der Umweltbewegung nach dem Krieg fanden sich bei den Linken. Die Erfahrungen aus der Arbeit mit Wissenschaftlern, die wegen der angenommenen Unverträglichkeit der industriellen Zivilisation mit den Grenzen der Umwelt alarmiert waren, veranlassten den Ökonomen Wilfried Beckerman, ihnen ein nur minimales Verständnis der Art und Weise vorzuwerfen, in der die Welt der Menschen tickt.

Beckerman war ein Berater von Tony Crosland in der ersten Wilson-Regierung, also in derjenigen, die ein neues Britannien aus der Taufe heben wollte mit der weißen Hitze der technologischen Revolution. Als Sozialdemokraten standen sie in Opposition zum Umweltaktivismus, weil kollektive Maßnahmen zur Verbesserung des Lebens nur den Wohlhabenderen zugute kämen. Crosland warf den Umweltaktivisten vor, wirtschaftlichem Wachstum feindlich gegenüber zu stehen und sich nicht um die Sorgen der normalen Menschen zu kümmern. Er machte sich über sie lustig als „freundliche und engagierte“ Leute, die unbewusst die Leiter unter den Menschen wegstoßen wollten.

Nichts illustriert den intellektuellen Bankrott ihrer Nachfolger von heute besser als ihr Glaube an den intellektuellen Betrug des „grünen Wachstums“ und deren Unterordnung unter eine ökonomische Analyse, der zufolge es keinen Austausch zwischen aggressiven Zielen der Kohlenstoff-Verminderung und steigendem Lebensstandard gibt. Das Vorgehen gegen den Klimawandel, hat Tony Blair ohne Sinn und Verstand einmal behauptet, war die ‚Pro-Wachstum-Strategie’.

Eine Generation zuvor sahen die Sozialdemokraten die Umweltbewegung als eine Bedrohung der Interessen der Arbeiter an. Indem sie vor der Umweltbewegung kapitulierten, hat die heutige Linke den Sozialismus aufgegeben. Zwei Dinge folgen daraus. Erstens, die Linken haben intellektuelle Härte aufgegeben. Zweitens, mit der Herabstufung der Interessen der Arbeiter und dem geringeren Wohlstand, um den Planeten zu retten, hinterlassen die Linken eine breite Spur von Wählern, die nach einem Geländer suchen. Eines Tages wird sie aus ihrem grünen Traum erwachen und feststellen, dass sie missbraucht wurde.

Rupert Darwall is the author of The Age of Global Warming – A History (Quartet Books, 2013)

Link: http://www.prospectmagazine.co.uk/blog/renewable-energy-socialism-rupert-darwall-age-of-global-warming/#.UcrTQ9hmMux

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Globale Erwärmung und der Nepper

Könnte es sein, dass es Ronald Reagan und nicht Präsident Obama war, der den Anstieg des Meeresspiegels verlangsamt hat? Das ist eine der Schlussfolgerungen, die man aus der Studie des kanadischen Physikers Qing-Bin Lu an der University of Waterloo in Ontario ziehen kann. An Stelle von Kohlendioxid-Emissionen, argumentiert Lu, haben Ozon zerstörende Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe FCKW und andere die globale Erwärmung verursacht. Dank der Reagan-Administration und des Montreal-Protokolls wurden FCKW in den entwickelten Ländern verbannt. Nach einer Verzögerung, sagt Lu, erreichten die globalen Temperaturen um das Jahr 2002 einen Höhepunkt, und er sagt voraus, dass sie während der nächsten fünf bis sieben Dekaden fallen werden.

Anhänger des Konsens’ sagen, dass der gestiegene Kohlendioxidgehalt die einzig mögliche Erklärung für steigende globale Temperaturen ist. Jetzt gibt es eine weitere Erklärung, und zwar mit einer Chronologie, die viel besser zu den Beweisen passt.

Es gab immer ein Problem bei der Begründung mit dem CO2 – wie man den Rückgang der Temperatur von Mitte der vierziger Jahre und den relative flachen Verlauf bis 1975 erklären kann, als der Kohlendioxidgehalt bereits kontinuierlich im Steigen begriffen war. Das IPCC hat dieses Problem damit erklärt, dass zunehmende Aerosole aus den Emissionen von Kohlekraftwerken einen Abkühlungseffekt bewirkt hätten, der den Temperaturanstieg vorübergehend zum Stillstand gebracht hätte.

Es gab keine gemessenen Daten hinsichtlich der Aerosole, so dass man Hypothesen verwendet hatte, die nicht mit der Realität verglichen werden konnten. Für jedermann außer einem Klimawissenschaftler war das zutiefst unbefriedigend – vor allem, als verschiedene Klimamodellierer verschiedene Werte verwendet haben, um ähnliche Ergebnisse zu bekommen. Trotzdem war dies die Richtschnur, die das IPCC mit seinem zweiten Zustandsbericht 1995 verfolgte. Im Gegensatz dazu wurden die Auswirkungen der FCKW auf das Klima Lu zufolge erst Ende der siebziger Jahre bedeutsam (laut Lus Analyse gibt es eine Verzögerung von etwa neun Jahren, bevor die FCKW die obere Atmosphäre erreichen und von der Erde abgestrahlte Wärme einfangen).

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In jüngerer Zeit kam dann wieder die Realität ins Spiel. „Das Klima erwärmt sich schneller, als irgendjemand noch vor fünf oder zehn Jahren gedacht hat“, erklärte Präsident Obama im vorigen Monat. Nur dass es sich eben überhaupt nicht erwärmt hat. Wie die Abbildung mit den Temperaturdaten des UK Met. Office zeigt, war die Temperatur in der ersten Dekade dieses Jahrhunderts unverändert geblieben und hat dann begonnen zu sinken. Derzeit zeigt sich also eine negative Korrelation zwischen Kohlendioxid und der Temperatur.

Im Gegensatz zu der kaum eingetretenen Vorhersage einer vom CO2 getriebenen Erwärmung ist es mit den FCKW etwas Anderes. Lu zufolge weist die lineare Korrelation mit FCKW und anderen Stoffen [halocarbons] in der Atmosphäre eine „nahezu perfekte“ lineare Korrelation auf. Mit sorgfältigen Berechnungen des Erwärmungseffektes halogenhaltiger Gase konnte Lu beobachtete Temperaturwerte seit 1970 reproduzieren und auch den Abkühlungstrend der letzten 10 Jahre. Aber Lu kann die Temperaturen zwischen 1850 und 1970 oder die jüngste Abkühlung nicht mit der IPCC-Gleichung des Treibhauseffektes durch Kohlendioxid in Übereinstimmung bringen.

Egal ob der genaue physikalische Mechanismus der von Lu behaupteten  FCKW-Erwärmung anschließend modifiziert wird, die FCKW als Ursache liegen viel näher an Änderungen des beobachteten Temperaturverlaufs. Vielleicht sind die Klimawissenschaftler hereingefallen: Wie Lu anmerkt, war das Wachstum der FCKW-Konzentrationen nahezu identisch mit der Zunahme des CO2, doch hat sich Ersteres seit der Jahrtausendwende drastisch verändert.

Kritiker der amerikanischen Politik hinsichtlich der Kohlenstoffemissionen werfen dieser vor, ein Gefangener der Ideologie des freien Marktes zu sein. Aber sie war im Gegenteil das Produkt von Betonkopf-Pragmatismus. Eine Analyse der Montreal-und Kyoto-Protokolle von Cass Sunstein, der später zum Leiter für regulierende Angelegenheiten von Präsident Obama wurde, im Jahr 2007 zeigt den Grund dafür. Man hatte erwartet, dass die USA von allen Ländern die meisten Vorteile aus dem Montreal-Protokoll gewinnen und aus dem Kyoto-Protokoll verlieren würden. Jede Milliarde US-Dollar, die die USA im Zuge des Montreal-Protokolls ausgegeben hätten, sollte Schätzungen zufolge Vorteile in Höhe von 170 Milliarden Dollar zeitigen; im Falle Kyoto sollten es lediglich läppische 37 Millionen sein.

Innerhalb der Reagan-Administration war es mit einer Kosten-Nutzen-Analyse durch den Council of Economic zu einem entscheidenden Durchbruch gekommen, der die monetären Vorteile aufzeigte, zukünftige Todesfälle durch Hautkrebs zu vermeiden, was erheblich mehr Kosten sparen würde als man für diese Maßnahme ausgeben müsste. Als man die Ergebnisse Reagan vorlegte – zusammen mit dem Vorbehalt, dass im Falle die USA als Einzige tätig werden würden es nur geringe langfristige Vorteile geben würde – hat der Präsident die US-Unterhändler angewiesen, die Latte niedriger zu legen, bei der das Abkommen in Kraft treten würde.

George Shultz hat mir gesagt, dass das Montreal-Protokoll ein „wunderbarer Erfolg“ sei. Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan beschrieb es als das bis heute vielleicht erfolgreichste internationale Einzelabkommen. Obwohl es nicht zur Reduktion von Treibhausgasen gedacht war, war es doch wesentlich effektiver als das Kyoto-Protokoll.

Die Analyse von Lu wird mit Sicherheit nachhaltig ins Kreuzfeuer geraten, da sie impliziert, dass der gegenwärtige Umgang mit der globalen Erwärmung wissenschaftlich falsch ist. Solange halogenhaltige Gase, die nicht vom Montreal-Protokoll abgedeckt sind, nicht reguliert werden, würde sich der allmähliche Temperaturrückgang umkehren. Und falls er recht hat, dass nämlich die FCKW und nicht das CO2 die Temperatur der letzten 40 Jahre getrieben hat, wäre das Montreal-Protokoll viel wirkungsvoller als jeder gedacht hat. Man kreide einen weiteren Sieg für den Nepper an.

Mr. Darwall ist der Autor von "The Age of Global Warming—A History," (Quartet, 2013).

Link: http://online.wsj.com/article/SB10001424127887323844804578528841152512364.html?KEYWORDS=RUPERT+DARWALL

Übersetzt von Chris Frey EIKE