Holger Thuß: Republikflucht 2.0 auf der ef-Konferenz 2020


Das liberale Magazin eigentümlich frei lud in Zinnowitz unterschiedliche selb- und widerständige Geister zur Konferenz.




Neoliberalismus und Klimaschutz – Widerspruch oder zwei Seiten derselben Medaille?

In den Massenmedien wird ein klares Freund-Feind-Schema gezeichnet – linke Weltretter hier, und böse Kapitalisten und Rechtspopulisten dort. Ist dieses Weltbild realistisch?

Vor kurzem zeigte mein Internetz-Programm, aus welchem Grund auch immer, eine Reklame für Wasserstoff-Aktien eines nicht besonders seriös wirkenden Anbieters. In der Werbung wurden klar die Rendite-Chancen betont, wohingegen grüne Gefühligkeit außen vor blieb; es wird sogar gegen die Batterie-Autos von Tesla gekeult. Diese Präsentation richtet sich also klar an konservative rationale Investoren statt an Käufer eines guten Gefühls, die Kernklientel der zahlreichen NGOs*.

Wundert den kritischen EIKE-Schreiber/Leser so etwas? Eigentlich nicht, denn, wie Karl Marx schon sagte, die Geschichte ist eine Abfolge von Klassenkämpfen. Nun gehören wir Klimaskeptiker nicht unbedingt zu den Fans von sozialistischen Theorien, aber der olle Marx hat als Kritiker durchaus schon das ein oder andere richtige gesagt. Die Geschichte Europas und Deutschlands zeigt uns deutlich, daß Angehörige der oberen Schichten ihre Privilegien stets sehr wohl dazu nutzten, um sich von der Plebs abzusetzen und sich gleichzeitig von den Früchten derer Arbeit zu ernähren. Steuern, Fronarbeit, das Recht der Ersten Nacht, das alles waren früher Mittel der herrschenden Adeligen und Bischöfe, es sich auf Kosten der Mehrheit gut gehen zu lassen. Die zeitweilige Rebellion der Menschen gegen die Schmarotzer zeitigte blutige Bürgerkriege. Erst mit der Einführung von Demokratie und Industriekapitalismus konnte ein für alle tragbarer Kompromiß gefunden werden.

Antikapitalistische Tricks

Das alles wird mit den Tricks rund um Globalisierung und „Weltrettung“ nun wieder abgewickelt. Die rechten globalistischen Turbokapitalisten, die nach dem Ende des Kalten Krieges in die Welt zogen, nutzten ihre wirtschaftliche und örtliche Mobilität, um die Macht nationaler Regierungen einzuschränken und Länder gegeneinander auszuspielen. Damit wurde die Demokratie der westlichen Länder teilweise ausgehebelt, was den britischen Soziologen Colin Crouch dazu veranlaßte, von „Postdemokratien“ zu sprechen, da die Global Player keiner Kontrolle durch Wähler oder gewählter Gremien mehr unterstehen. Ganz neu ist das Phänomen übrigens nicht; nichts Neues unter der Sonne, wie die Bibel schon sagt. Schon um 1900 wurde in den USA die stark monopolisierte Ölindustrie durch den demokratischen Staat zerschlagen und in mehrere Firmen aufgeteilt, die fortan hienieden wieder konkurrierten, wie es das kapitalistische Gesetz befahl.

Die linken Globalisten des Westens hingegen arbeiten fern der Wirtschaft rein politisch-ideologisch und hebeln die Demokratie durch Dominanz in Medien und Bildungssystem aus, wo sie ihre Narrative verbreiten, deren Umsetzung ihnen Posten und Geld verschafft. Dieses Phänomen wird von konservativen Kritikern vor allem in den USA als „Kulturmarxismus“ bezeichnet.

Elitenvereinigung

Früher standen die links-kulturellen und rechts-kapitalistischen Eliten einander unversöhnlich gegenüber. Seit der Energiewende der rotgrünen Regierung Schröder/Fischer gibt es aber interessante Anknüpfungspunkte, die die Grenzen von links und rechts teilweise verschwimmen lassen. Regelmäßige Leser von EIKE kennen Frank Asbeck, einen Mitgründer der grünen Partei, recht gut. Der Mann hatte mit seiner Photovoltaik-Firma Solarworld Milliarden verdient, organisierte Jagdgesellschaften und kaufte ein Schloß im Rheinland, ganz wie früher die Adelsherren. Als die chinesische Konkurrenz ihn in die Pleite trieb, stieß er schnell eigene Aktien ab und ist heute immer noch extrem reich, im Gegensatz zu manchem Solarworld-Aktionär.

Schon in den Nuller Jahren mußten die Steuerzahler für die Energiewende und den Profit des Herrn Asbeck und anderer Grünkapitalisten zahlen, direkt oder indirekt. Mehr als eine „Kugel Eis“ im Monat war es sicher. Allein die Stromrechnung der Bürger hat sich seit damals ja verdoppelt. Außerdem sind die Grünen seit den 2.000ern die Partei mit den wohlhabendsten Anhängern; vorher war es die kapitalistische „Unternehmerpartei“ FDP.

Mittlerweile hat Deutschland, auch dank Angela Merkel, die seit 2011 den grünen Umbau unserer Volkswirtschaft ohne Verstand aber mit eiserner Härte vorantreibt, einen Windradpark mit etwa 35.000 Kraftanlagen, die Unsummen kosten, aber kaum verwertbaren Strom liefern. Betrieben werden die Windräder und die ebenso zahlreichen Solarpaneele von Profiteuren, die ordentlich Subventionen dafür kassieren. Nach Ablauf der Steuerförderung werden die Anlagen meist abgebaut oder nachgerüstet, um weitere Steuergelder abzugreifen. In dem Zusammenhang sei an Angela Merkels Zitat zum Thema von 2004 erinnert:

Mit der Zeit wird es so viele Profiteure der Windkraft geben, daß man keine Mehrheiten mehr finden wird, das zu begrenzen.

Nach uns die Sintflut

Wohl auch, weil mittlerweile rechte Anwohner und linke Naturschützer, oder linke Anwohner und rechte Naturschützer, der weiteren Vermehrung des deutschen Beton-Windradwaldes durch eine gigantische Klagewelle den Garaus machen, setzen Klimaprofessoren wie ZDF-Lesch und die Bundesregierung auf die Wasserstofftechnologie, die eine Speicherung des ökologischen Zappelstroms und die Abschaffung des Verbrennungsmotors möglich machen soll. Analog zum kapitalistischen Klimazertifikate-Handel sammeln sich nun die Investoren, um zu profitieren. Mit Marktwirtschaft im engeren Sinne hat das Ganze natürlich nichts zu tun, mit sozialem Rheinland-Kapitalismus à la Adenauer schon gar nicht. Im Gegensatz zu echter Wirtschaft wird die Klima-Ökonomie nicht von Angebot und Nachfrage bestimmt, sondern von oben durch die Regierung verordnet und hauptsächlich von Steuergeldern finanziert. Die Aktienkäufer juckt es nicht, nach uns die Sintflut.

Wer in Deutschland noch echten Kapitalismus macht, sind die kleinen Mittelständler wie Vacom aus der Nähe von Jena, dessen Gründerin Dr. Ute Bergner wir im Dezember interviewt hatten. Gekennzeichnet sind die echten Marktwirtschaftler unter anderem durch das Vorhandensein einer Konkurrenz, gegen die man sich durch Kreativität und Anstrengung behaupten muß.

Die verordnete Windrad-Wasserstoff-Ökonomie hingegen ähnelt eher der sozialistischen Planwirtschaft oder der Zuteilungswirtschaft, die wir Deutschen aus dem Zweiten Weltkrieg kennen. Kennzeichen beider ist das Fehlen der demokratisch-dezentralen Selbstregulierung des Marktes und die Existenz einer meist inkompetenten und trägen undemokratischen Zentralgewalt. Konkurrenz auf der unteren Ebene besteht nur noch darin, das effizientere Zerstörungsmittel zu konstruieren.

Da die linken Kulturmarxisten mit der Klimarettung einen prima Hebel gefunden haben, auch die rechten wirtschaftlichen Eliten auf ihre Seite zu ziehen, sollte den Werktätigen langsam mulmig werden. Wie heißt es so schön in der Internationalen? „Kein Gott, kein Kaiser noch Tribun……müssen wir schon selber tun….“

* NGO = non governmental organization, Nichtregierungsorganisation




Deutsche Firmen investieren am meisten in CO2 -Reduktion – europaweit

Eine Organisation namens Carbon disclosure project CDP („Kohle-Ausschluß-Projekt“) aus Paris meldet, daß ein Drittel der 124 Milliarden Euro für CO2-Reduktion von deutschen Unternehmen (Börse) ausgegeben wurden (44 Mrd.€). Angeblich sollen die „Geschäftsmöglichkeiten“ durch die Emissionsverringerung sechs mal höher sein als die Kosten. Nichtsdestotrotz sieht CDP die „Investitionen“ als zu niedrig an.

Auf Platz zwei der Klimaschützer befinden sich spanische Unternehmen mit immerhin 37,9 Mrd. Euro. Es folgen Italien (24,3), Frankreich (6) und Dänemark (4,5). Die Briten haben kaum noch verarbeitende Industrie und investierten („“) nur 4 Mrd. Euro.

Interessant ist der geringe Betrag des großen Frankreich mit seiner großen Industrie. Es scheint, daß das katholische Land im Gegensatz zu seinen Nachbarn mit gleicher Konfession resistent gegenüber den Erweckungserlebnissen der protestantisch-atheistischen Nationen wie Deutschland und Schweden zu sein scheint.




Woher kommt der Strom? Windstarke Woche – konventionelle Erzeuger kommen ins Schwitzen.

7. Woche

Die erste Delle wird gerade noch so ausgeglichen. Die zweite hinterlässt eine erhebliche Stromdeckungslücke. Deutschland Stromerzeuger verlassen sich auf Stromimporte aus dem Ausland. Selbstverständlich hätten sie die konventionelle Stromerzeugung massiv hochfahren können. Vor allem mit Gaskraftwerken hätte noch mehr Strom erzeugt werden können. Hat man aber nicht gemacht. Wahrscheinlich hat sich die Spekulation gerechnet. Der Import war teurer als der Export in den Starkwindphasen, aber insgesamt billiger als kurzfristig noch mehr erzeugter Gasstrom aus Kraftwerken, die womöglich extra hochgefahren werden müssen. Um dann, wenn die Windstromerzeugung erneut anzieht, wieder heruntergefahren zu werden.

Wie immer die Tabelle mit den Werten der Energie-Charts, der daraus erzeugte Chart, die Auswertung der Im- und Exporte seit Anfang des Jahres 2020, welche belegen, dass Deutschland praktisch täglich Strom importieren muss, um seinen Bedarf zu decken. Das betrifft vor allem Baden-Württemberg, dessen Industrie ohne Strom aus Frankreich nicht funktionieren würde. Lassen Sie sich bitte nicht von den Exporten täuschen. Strom muss dann geliefert werden, wird dann geliefert, wenn er benötigt wird. Strom zu Zeiten oder an Orten, wo er nicht benötigt wird, wird verkauft, verschenkt, mit Bonus verschenkt.

Die Tagesanalysen

Sonntag, 9.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 75,51%, davon Windstrom 57,82%, Sonnenstrom 6,12%, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,56%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Fast wäre es am heutigen Sonntag ein neuer Rekord geworden. Der alte liegt bei 77% Anteil der erneuerbaren Energieträger an der Nettostromerzeugung Deutschlands und stammt vom Ostermontag 2019. Doch bald wird dieser Rekord fallen. Das liegt förmlich in der Luft. Ein Wermutstropfen ist allerdings heute die Tatsache, dass von 9:00 bis 16:00 und von 20:00 bis 24:00 Uhr der Strompreis negativ ist. Den abnehmenden Ländern wird ein Bonus mitgegeben.

Montag, 10.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Nacht/Gesamtstromerzeugung 72,19%, davon Windstrom 58,58%, Sonnenstrom 3,55%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,06%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Sturmtief Sabine sorgt auch heute wieder für eine enorme Windstrommenge. Vor allem in der Nacht und am frühen Morgen ist viel zu viel Strom im Markt. Bis 5:00 Uhr muss er mit Bonus verschenkt werden. Auch über Tag sind die Preise, die erzielt werden, nicht auskömmlich. 30 €/MWh werden nicht einmal erreicht. Und um es noch mal ausdrücklich zu sagen: Es ist kein „überschüssiger“ Windstrom, der verkauft wird. Es ist konventioneller Strom, der erzeugt werden muss, um die Versorgungssicherheit Deutschlands in jedem Fall aufrechtzuerhalten. Ein kurzfristiges Herunter- und Herauffahren von konventionellen Kraftwerken ist technisch aufwendig und teuer. Ausnahme: Pumpspeicherkraftwerke. Diese werden entsprechend eingesetzt.

Dienstag, 11.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 72,63%, davon Windstrom 59,22%, Sonnenstrom 3,35%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,06%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute nur 2 Stunden (3:00 und 4:00 Uhr) negative Strompreise. Mehr als knapp 25 €/MWh werden aber auch tagsüber nicht erzielt. Windstrom kostet richtig Geld. Garantierte Einspeisevergütung. Kaum Ertrag an der Strombörse. Der Stromkunde zahlt. Und zahlt … siehe unten

Mittwoch, 12.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,75%, davon Windstrom 55,68%, Sonnenstrom 3,41%, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,66%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Windstromerzeugung lässt langsam, aber sicher nach. Die konventionelle Stromerzeugung passt sich immer mehr der Bedarfslinie an. Die Strompreise steigen, sind aber bei weitem noch nicht auskömmlich.

Donnerstag, 13.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 53,21%, davon Windstrom 39,10%, Sonnenstrom 3,21%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,90%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken & Freitag, 14.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 36,76%, davon Windstrom 20,59%, Sonnenstrom 2,94%, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,24%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken & Samstag, 15.2.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 68,79%, davon Windstrom 48,94%, Sonnenstrom 7,8%, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,06%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

An diesen drei Tagen ist die Unberechenbarkeit, die Volatilität der Windkraft schön zu erkennen. Ein weiterer Ausbau Windkraft wird die Problematik noch verschärfen. Eine solch kurzfristige Verschiebung von Windstromerzeugung hin zu konventioneller Stromerzeugung und zurück ist technisch und wirtschaftlich kaum sinnvoll zu bewerkstelligen. Das belegt die tatsächliche konventionelle Stromerzeugung, das belegt die Strompreisentwicklung.

Wenn wir einen Vorgriff auf den 16.2.2020 machen, wird erkennbar, dass die zum Teil moderaten Importpreise am 14.2.2020 beim Export am 16.2.2020 – neuer Rekord!! – durch Rekordboni? – aufgefressen werden. Deutschland zahlt richtig drauf. Nächste Woche mehr.

„Irgendwie auch nur Panikmache“

Zum Artikel der 6. Woche kommentierte Achse-Leser Rick Sanchez:

Also kann man davon ausgehen das es zu keinem Blackout kommt? Eine oder sogar 2 Wochen Strom weg, das verstehe ich unter Blackout. Das Netz zuckt aber nicht mal, keine Minute Ausfall. Da es ja eben den Stromimport/Export gibt. Klar, Teuer und Unsinnig, aber das führt offensichtlich nicht zu einem Blackout. Ja, ich kenne sämtliche Artikel zu dem Thema, ob hier auf der Achse, bei TE, JF, Welt, zeit, hab zig Vorträge gesehen (Prof. Sinn usw.) ich kenne die Warnungen von offizieller Seite, die es schon immer gab, usw. Bei jeder Abschaltung eines Kraftwerks heißt es dann, jetzt isses vorbei, jetzt gehen die Lichter aus, und? Genau! Alles gut, nichts ist passiert. Mein Problem ist, man erzählt sowas ja auch im Umfeld, wie schlimm sich die Energiewende auswirken wird, das es in absehbarer Zeit eben zu diesem ominösen Blackout kommt, das man Vorsorgen treffen sollte (Essen, Trinken, Batterien, usw.) mittlerweile stehen Leute wie ich ziemlich blöd da, das Thema wird ja seit langer Zeit negativ beschrieben, zumindest auf den genannten Seiten. Deshalb lasse ich das Thema auch stecken, irgendwie auch nur Panikmache.

Immerhin bezahlt der Verbraucher in Deutschland schon mal die höchsten Preise europaweit für den täglichen Strom aus der Steckdose (Abbildung). Der hohe Strompreis resultiert aus zweierlei. Zum einen wird der Strom, der mittels erneuerbarer Energieträger Wind- und Sonne, aber auch aus Biomasse (bis 20 MW) und Wasserkraft (nur Neubauten) erzeugt wird, unabhängig vom Börsenstrompreis hoch vergütet. Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) (Abbildung 1). Die Förderung ist auf 20 Jahre begrenzt. Darüber hinaus zahlt der Stromkunde noch diverse Zuschläge. Abbildung 2 informiert über die Zusammensetzung des Strompreises. Lediglich 7,61 Cent fallen für den eigentlichen Strom und den Gewinn des Unternehmens an. Der Rest der 30,85 Cent/kWh sind Abgaben und Steuern.

Hinzu kommt die Tatsache, dass aktuell noch ein gewaltiger konventioneller Kraftwerkspark bevorratet und bewirtschaftet wird. Der ist notwendig, weil eben auch dann Strom benötigt wird, wenn kein/kaum Wind weht, wenn keine/wenig Sonne scheint. Dieser konventionelle Kraftwerkspark wird in nächster, mittlerer und weiterer Zukunft reduziert. Ende 2022 wird, wenn es nach Grün-Plan läuft – und davon ist auszugehen – die Stromerzeugung aus Kernenergie in Deutschland komplett wegfallen sein. Gut 60 TWh Strom von benötigten 600 TWh – geschätzt und gerundet –, kurz und gut zehn Prozent sichere und verlässliche Stromerzeugung werden fehlen. Selbstverständlich gehen dann nicht die Lichter aus. Nicht, weil diese zehn Prozent von Wind und Sonne erzeugt würden – vor allem fossile Stromerzeugung, nicht Stromimport aus dem Ausland, wird den Ausgleich bringen. So wie fossile Energieträger bereits heute über den ganzen Tag die Differenz abdecken, wenn Wind- und Sonnenstrom nicht ausreichen. Ausgereicht hat er, der Wind- und Sonnenstrom plus Strom aus Biomasse und Wasserkraft, ausgereicht hat er noch nie (Abbildung 3). Nicht einen Tag, nicht eine Stunde.

Gaskraftwerke müssen zugebaut werden

Nehmen wir mal den Zeitraum vom 15.1 2020 bis zum 15.2.2020 (Abbildung 4). Der zweite Chart unter Abbildung 4 enthält keine Stromerzeugung durch Kernenergie. Bis 2038 fallen Braun- und Steinkohlekraftwerke weg. Das wäre dann der dritte Chart unter Abbildung 2. Welche Energieträger übernehmen die Stromversorgung? Klar, das kann nur Strom aus Gas sein. Denn die zugebauten Wind- und Sonnenkraftwerke bringen auch bei einer angenommenen Verdoppelung oder gar Verfünffachung der installierten Leistung Wind- und Sonnenenergie zeitweise nicht genügend Strom, um den Bedarf zu decken (Abbildung 5). Den heutigen Bedarf. Im ausgewählten Zeitraum hätte es 17-mal bei einer Verdoppelung und immer noch fünfmal bei einer Verfünffachung nicht gereicht, um Deutschland komplett durchschnittlich mit Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energieträger zu versorgen. Von Strom, der zukünftig notwendig wird, um E-Mobilität, Wärmepumpen und etliches mehr zu bedienen, rede ich hier nicht. Was allein die Stahlindustrie an Strom benötigt, wenn Kokskohle nicht mehr verbrannt werden darf: Es sind Unmengen.

Dafür wäre an anderen Tagen zeitweise so viel Strom erzeugt worden, dass man nicht gewusst hätte, was man damit tun soll. Bereits heute wird Strom verschenkt. Und nicht nur verschenkt. Es wird auch noch draufgezahlt. Wie oben eindrucksvoll belegt.

Meine Hoffnung ist, dass die Bürger, wenn sie denn erst mal erkennen, dass es Unsummen Geld kostet, sehr viel mehr Geld als heute kostet, einen Blackout in Deutschland zu vermeiden, dass die Bürger diesen Schwachsinn nicht mehr mitmachen werden. Gaskraftwerke müssen zugebaut werden. Eine Verdreifachung der installierten Leistung Gas ist nötig (Abbildung 6). Das kostet. Die  Verdoppelung der heutigen installierten Leistung Windkraft, eine Verdreifachung der installierten Leistung Photovoltaik, welche das DIW (Abbildung 7) zwecks Einhaltung der Klimaziele vorschlägt, auch das kostet. Vom Ausbau der Strom- und Gasnetze ganz zu schweigen. Das kostet noch mal richtig.

Zumindest im Bereich Wind stockt es erheblich. Kernkraft-, Kohlekraftwerke stilllegen, das wollen und werden unsere Energiewender trotzdem. Ohne zu wissen, woher der Strom in Zukunft kommen soll. Aber Abschalten, das macht man schon mal. Bleibt zu hoffen, dass es dennoch nicht zu einem ein-, oder zweiwöchigen Blackout kommt.

Einen Blackout braucht es nicht, um zu beweisen, dass die Energiewende Unfug ist. Da reicht es, dass das Milliardengrab, welches der Bürger füllt und füllt, dass dieses Grab ohne Boden, immer größer, immer gieriger wird. Dass der Bürger merkt, dass der CO2-Ausstoß global dennoch steigt (Abbildung 9). Trotz einer wahnwitzigen Energiewende, die eben nur kostet. Eine Energiewende, die keinerlei Nutzen für das „Klima“ oder die Bevölkerung hat. Lediglich die Energiewendeindustrie stopft sich die Taschen voll, verschandelt die Landschaft, schadet der Umwelt und der Natur sowie vielen Menschen, vor allem auch Kindern in aller Welt (Abbildung 10).

Ordnen Sie Deutschlands CO2-Ausstoß in den Weltmaßstab ein. Zum interaktiven CO2-Rechner: Hier klicken. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Zuerst erschienen bei der Achse des Guten; mit freundlicher Genehmigung.

Rüdiger Stobbe betreibt seit vier Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.




Festelektrolyte statt ausgereizte Lithium-Akkumulatortechnik? Und alles nur eine Frage des Preises?

Die Lithium-Akkumulatortechnik hat sich seit den 1990er Jahren nicht signifikant weiterentwickelt. Handys können zwar immer länger in Bereitschaft sein, was aber eher an deren immer sparsamerer Elektronik liegt. Will man hingegen Motoren und Heizungen mit dem Strom aus Batterien speisen, kommt man schnell an Grenzen. Rund 200 km, mehr schafft ein halbwegs bezahlbares E-Auto nicht am Stück. Im Winter noch weniger. Heißt, ein E-Autobesitzer, der zur Arbeit pendelt, muß mindestens ein- bis zwei mal die Woche über Nacht laden. Dafür braucht er einen speziellen Hausanschluß, genehmigungspflichtig, oder muß zur öffentlichen E-Tanke, die besetzt sein kann (was in Zukunft in Städten häufiger der Fall sein wird).

Daß irgendwelche neuen Metallzusätze in der Steuerungselektronik oder Lithium-Luft-Akkus die Wende bringen können, glaubt auch ein Artikel-Autor der Zeit nicht. Übrigens will Toyota mit Panasonic zu den Olympischen Spielen in Tokio dieses Jahr noch einen Akku mit Feststoffelektrolyt vorstellen. Der Zeit-Autor sagt aber klar, daß nur eine Planung angekündigt wurde, wird also erst mal nichts. Auch VW und BMW verweisen auf Zeitpunkte in fünf oder zehn Jahren. Würden die Festelektrolyte eines Tages Standard, hätte das handfeste Vorteile: Am wichtigsten ist die Brandsicherheit neuer Batterien, da die heute in E-Autos genutzten Li-Ionen-Akkus gerne in Flammen aufgehen, wie der von uns berichtete Fall des verunfallten Tiroler Teslas zeigte, der sogar in einem Wassertank gelagert werden mußte. Zudem sollen die Energiekosten bei der Herstellung deutlich geringer sein, wie Prof. Uwe Sauer von der RWTH Aachen meint. Wahrscheinlich müßten solche Vorteile aber mit Nachteilen auf Seiten der Leistung in Abhängigkeit von der Temperatur erkauft werden.

Der Zeit-Artikel verbreitet trotzdem Zuversicht, weil es schrittchenweise vorwärts gehe, und genug Platz für Akkus zumindest in großen Autos sei, wenn man viel zahlen kann. Passend dazu wird berichtet, daß Elektro-SUV (Sportive Utility Vehicle) groß im Kommen seien, die viel Kapazität für weit über 400 km Reichweite hätten. Wie viele EIKE-Mitglieder fahre ich selbst Fahrrad oder Bahn und besitze deswegen kein Auto; und weiß daher nicht, wie weit ein großer Verbrenner heutzutage mit einer Tankfüllung kommt. Wohl viel weiter; aber selbst, wenn es auch nur 400 km wären, kann man den Tank in Minuten füllen, und der Wagen ist nicht ganz so schwer wie ein E-SUV. Warum eigentlich kaufen sich Klimabewegte ein Auto mit 2,5 Tonnen und mehr Gewicht? Soll das schlechte Gewissen, sich diese raumgreifenden Boliden zuzulegen, damit beruhigt werden? Schlechte Idee, denn der Strom für die Elektro-Schlachtrosse kommt immer noch zum Großteil aus fossilen Trägern, oder aus Kernkraft, die die grünen Käufer meist aber auch nicht mögen. Wenn dereinst, hoffen wir es nicht, nur noch zappelnder Wind- und PV-Strom zu bekommen ist, kann man sein E-Auto sowieso vergessen. Das Energienetz ist, wie Prof. Lüdecke anschaulich darlegt, nur regelbar, wenn der Strom zu mindestens 50% aus grundlastfähigen zentralen Kraftwerken kommt. Ohne diese gäbe es nur noch stundenweise Strom nach Wettervorhersage, und selbst das wäre unsicher.




Kann die Digitalisierung das Klima retten?

In den deutschsprachigen Medien wird heuer alles Mögliche mit dem menscherdachten Klimawandel in Verbindung gebracht. Alles Mögliche killt das Klima, und alles Mögliche soll das Klima retten können. Christoph Meinel vom Hasso-Plattner-Institut in Potsdam-Griebnitzsee, nur wenige Bahnminuten vom Standort des Klimafolgen-Institutes, Schellnhubers PIK entfernt, hat einen neuen Übeltäter gefunden: die EDV mit ihrem „enormen Energieverbrauch“.

Meinel überrascht mit der Information, daß die weltweite IT-Technologie mit ihren globalen Datennetzen mehr Energie benötigt als der internationale Flugverkehr. Hätte ich nicht gedacht. Daß das Internetz und die Netflix-Serien (etc.) mittlerweile ganz schön viel Strom ziehen, ist klar, aber daß selbst nach dem Flugreisen-Rekordjahr 2019 die Kerosinturbinen-Flieger weniger Energiebedarf haben, überrascht. Der globale Datenverkehr ist von monatlich 40 Exabyte* im Jahr 2014 auf fast 140 Exabyte im Jahr 2019 gestiegen; 2022 sollen es gar 270 Exabyte sein. Nebenbei: Was verbrauchen eigentlich die gekühlten Großrechner des PIK, deren Klimamodelle sowieso nichts taugen (GiGa)? Wie ist das CO2-Profil des PIK?

Eigentlich kein Problem, auch für Klimaschützer, da man den nötigen Strom mit Kernkraftwerken problemlos preiswert zur Verfügung stellen könnte. Aber da vor allem deutsche Politiker, Grüne und FFFler jede zentrale Energieerzeugung ablehnen, die billig und naturschonend ist, hat man ein Problem. Kernkraft will man nicht, Fossil will man auch nicht, und die schwankenden Ökostrom-Lieferanten liefern weder stetig noch ausreichend Spannung für die Endgeräte.

Das weiß Meinel sicher auch, sagt es so aber nicht. Einen klugen Satz aber schon:

Doch die Lösung der Frage des Energieverbrauchs wird nicht durch Verzicht gelöst werden können. Nicht der Verzicht hat Menschen in der Vergangenheit Wohlstand und Frieden gebracht, sondern die Vermehrung von Wissen und dessen Anwendung.

Ins Stammbuch für Greta und Luisa! Man könnte Meinels Bonmot noch ergänzen mit der Information, daß wirklichkeitsfremde dogmatische Ideologien der Menschheit ebenfalls niemals Frieden und Wohlstand gebracht haben, ganz im Gegenteil, es waren Pragmatismus, Marktwirtschaft, Pluralismus und politikferne kritische Wissenschaft.

Der HPI-Chef fordert in seinem Artikel Effizienzsteigerungen für die moderne EDV-Technologie, vor allem der Künstlichen Intelligenz KI. Dem ist nicht zu widersprechen, und eine freie pragmatische Technologie-Entwicklung tut das von sich aus. Mit dem Klima hat das aber gar nichts zu tun. Warum schreibt er es dann? Nun, mit dem Klima-Thema kann man heutzutage alles verkaufen und fordern. Und da am HPI gerade an effizienteren Algorithmen geforscht wird, kann man vielleicht die ein oder andere Million Fördergeld vom Staat bekommen. Eigentlich eine durchsichtige Taktik, aber die postdemokratische Politik verteilt das Geld der Steuerzahler sowieso gern an jeden Opportunisten, der ein gerade aktuelles Zauberwort sagt. Klima!

* 1 Exabyte = 1 Million Terabyte. Das entspricht etwa einer Million Festplatten eines modernen handelsüblichen Heimrechners.




Die Qualitätspresse entdeckt die Lücken in Peter Altmaiers Wasserstoff-Strategie

Die Akteure des klima-politmedialen Komplexes arbeiten eigentlich alle exakt im selben Takt; was bedeutet, daß die Journalisten weltfremden Unsinn verbreiten, den die Politiker von schwarz bis grün dann in Gesetze, Nationale Strategien und neue Steuern umsetzen.

Ein taz-Journalist schrieb, daß in Peter Altmaiers Klimaschutzprogramm 2030 41 Mal vom Wasserstoffgas die Rede sei, aber

0 mal wird erklärt, wo der zusätzliche Ökostrom für dessen Erzeugung herkommen soll, wenn die Ausbauziele nicht angehoben werden.

Er hat’s gemerkt. Normalerweise ist es ja gerade die Massenpresse, die unausgegorene oder längst ad acta gelegte Technologien als Rettung für die technisch unmögliche Merkelsche Energiewende präsentiert. So ganz bekommt aber auch der taz-Mann die Kurve nicht, weil er die Anhebung der „Ausbauziele“ anmahnt. Heißt, noch mehr Windräder noch näher an die Dörfer heran, was deren Bewohner allerdings seit 2019 durch eine Klagewelle sondergleichen zu verhindern wußten.

Heise berichtete dazu gerade, daß der eigentlich „Blau-Wasserstoff“-affine Altmaier nun das weltfremde Konzept seiner Kollegin aus dem Wissenschaftsressort übernimmt, und behauptet, er wolle „grünen Wasserstoff“ aus tropischen Ländern massenhaft importieren. Die Pläne der ahnungslosen Ministerin Anja Karliczek, die sich fürs Interview wissenschaftliche Unterstützung von einem Chemieprofessor organisierte, hatten wir vor kurzem schon kritisch unter die Lupe genommen. Fazit: Nichts haben sie, nur heiße Luft und viele Worte, Chemieprof hin oder her.

Analog sagt der Heise-Autor:

Statt sich mit dem mühsamen Feintuning der laufenden Energiewende abzugeben, hofft sie einfach darauf, daß irgendwelche anderen Länder rechtzeitig in die Bresche springen werden.

Und, zu den gigantischen Wasserstoff-Pipelines, die man bräuchte:

Glaubt er [Altmaier] ernsthaft, den Ausbau einer komplett neuen Infrastruktur besser hinzukriegen als den Ausbau einer bestehenden [Stromtrassen]?

„Feintuning“ ist gut – mein Fahrrad hat ein schlechtes „Feintuning“ in der Gangschaltung, fährt aber noch ganz gut, solange ich bergauf strample. Merkels Energiewende hingegen fehlt nicht nur die Gangschaltung komplett, sondern auch Kette und Zahnräder. Und die Bremse, nicht zu vergessen.

Ansonsten hat der Mann recht – die Große Koalition besteht aus lauter Inkompetenten, die außer Machterhalt rein gar nichts können.

Darüberhinaus behauptet der Heise-Autor, daß Rotgrün unter Schröder alles in die richtigen Wege geleitet habe; die Merkelkabinette I-IV hätten nur noch umsetzen müssen. „Kugel Eis“, fällt dem humorvollen Klimaskeptiker da nur ein. Liebe Kollegen von Heise, Merkel hat nach ökosozialistischer Agenda alles richtig gemacht: die Energiesicherheit Deutschlands gefährdet, die Automobilindustrie geschrottet, unsere Natur mit Sondermüll vollgestellt, und Billionen € von unten nach oben umverteilt.

Kritisieren tut der Heise-Artikel Peter Altmaier daher für dessen „Untätigkeit“ im Klimaschutzbereich, weil der Weltuntergang bekanntlich kurz bevorsteht:

„Wenn erst die Permafrostböden auftauen und massenhaft Methan freisetzen, kommt der Wasserstoff zu spät.“

Und nicht vergessen: die steigenden Meeresspiegel, der Eisbärentod, das Waldsterben, oder schlicht „die Selbstverbrennung“.




Extinction Rebellion: „Wir glauben an einen Systemwandel, nicht an einen individuellen Wandel.“


 




Zwangsbeglückt: Altersheim kürzt Rentnern Fleischrationen, um Klima zu retten

„Auf jeden Bewohner eines Seniorenheims kommen im Schnitt acht Tonnen CO₂ pro Jahr – deutlich mehr, als das Pariser Klimaabkommen vorsieht.“

Charlie Krüger kommentiert.


 




Klimaschutz: Müssen 120 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt werden?

Wußten Sie, daß das neben Science weltweit wichtigste naturwissenschaftliche Magazin Nature einen Ableger namens Climate Change NCC hat? Da behaupte noch einer, daß der klima-politmediale Komplex eine Verschwörungstheorie von K-Leugnern sei….

In eben jenem Magazin wurde schon 2017 behauptet, daß „wir“ zur Rettung des planetaren Klimas in den nächsten 30 Jahren 120 Milliarden Tonnen Kohlen-zwei-Sauerstoff aus der Luft entfernen müßten. Die erste Reaktion eines kritischen Mit-Denkers: Um Gottes Willen, wir haben bald über acht Milliarden menschliche Esser auf dem Planeten, und Pflanzen wachsen besser mit viel CO2. Die zweite Reaktion: Wie soll das tödliche Treibhausgas denn effizient aus der Luft gebunden werden? Pflanzen machen das automatisch und wachsen durch ihren gasförmigen Kohlenstoff-Lieferanten besser, siehe 1.

Zur Erinnerung:

6 CO2+ 6 H2O → C6H12O6 + 6 O2

Kohlenstoffdioxid und Wasser ergibt Traubenzucker und Sauerstoff. Verbrennung und Atmung umgekehrt.

Das ist die Photosynthese, die, außer ein paar Bakterien- und Archäen-Arten, alles Leben auf dem Planeten antreibt.

Klimaschützer wollen trotzdem in einer extrem groß angelegten Aktion, die dem Mega-Staudamm-Projekt in der Nordsee unseres niederländischen Ozeanografen aus dem kürzlich erschienenen Bericht frappierend ähnelt, eine „CO2-Beseitigungs-Industrie“ in der Größenordnung der globalen Erdölindustrie (!) etablieren. Die segensreiche Wirkung der Pflanzen wird von den Klimatologen zwar zur Kenntnis genommen, aber da nur sehr langsam wachsende verholzende Pflanzen wie Bäume das extrem toxische Gas über Jahre und Jahrzehnte binden (und man damit keinen Profit machen kann), sollen technische und damit sehr teure Lösungen Abhilfe schaffen. Der „Wunderstoff“ heißt: Biokohle. Darunter versteht man schlicht die Anwendung eines mittelalterlichen Verfahrens, des Köhlens. (Nebenbei: Interessant, daß Klimaschützer so einen Faible für Technologien des Mittelalters haben. Wollen sie dahin zurück? Wir nicht.) Dabei wird Holz in einem „Meiler“ (daher die moderne Bezeichnung für Kraftwerke) aufgeschichtet und nach außen abgedichtet, damit möglichst wenig Sauerstoff herankommt. Mit Feuer wird der Meiler mäßig erhitzt und tagelang rauchen gelassen. Wasser und alle möglichen Verbindungen verlassen mit dem Qualm das Holz, bis überwiegend Kohlenstoff übrig bleibt, die Holzkohle.

Da sich das Verkoken von Wäldern medial ganz schlecht verkaufen läßt und Klimaleugnern Argumente liefern würde, will man lieber Agrarabfälle wie Kaffeebohnenschalen dafür nutzen.

Ein Experte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sieht die Köhlerei daher nur als Mittel für lokale und spezielle Anwendungen.

Besser sei laut Spektrum-Artikel daher die Nutzung von in Kraftwerken eingefangenem CO2, mit dem man im Rahmen der „tertiären Ölförderung“ in eigentlich ausgebeuteten Lagerstätten Ölreste nach oben befördern kann. Dabei verbleibe angeblich ein sehr großer Teil des Gases tief im Gestein. Übrigens ein erprobtes Verfahren: Das meiste des heute gehandelten technischen CO2-Gases wird dafür verwendet. Der kritische Leser von EIKE allerdings wird nun sofort die Frage stellen, ob man tatsächlich aus den Abgasen von Kohlekraftwerken zu günstigen Preisen große Mengen Kohlendioxid gewinnen kann. Antwort: In Kanada gibt es eine einzige Anlage, die Ölförderer beliefert. Vermutlich ist das Verfahren also weder besonders effektiv und/oder wirtschaftlich. Reizvoll wäre die Idee trotzdem, aus rein technischer und ökonomischer Sicht zumindest.

Eine Alternative wäre die Elektrolyse von Kohlendioxid mit Wasser, aus der Kohlenmonoxid und Wasserstoffgas entstehen. Das Verfahren wird im Vorfeld der Fischer-Tropsch-Synthese genutzt, um spezielle komplexe organische Moleküle zu erzeugen, oder schlicht übliche Kraftstoffe wie Oktan (Superbenzin). Im großtechnischen Maßstab ist die Elektrolyse natürlich viel zu teuer, weil der Strom dafür nach politischer Präferenz nicht mit Kernkraft, sondern nur mit Windrädern und PV-Anlagen hergestellt werden darf. Und würde man den Zappelstrom der „Erneuerbaren“ für Synthesen nutzen, würde das heute bereits gefährdete Stromnetz in Wohngebieten zusammenbrechen. Daher, so wird geschätzt, müßte man den Windkraft-PV-Sektor um das Vierzigfache ausbauen. 1,4 Millionen Windräder in Deutschland, statt der gegenwärtig existierenden ca. 35.000? Das wird eher nicht klappen; dafür müßte man sehr viele Wälder abholzen.




Woher kommt der Strom? Das Energiewende-Spiel ist verloren

Agorameter

Am Sonntag von 0:00 bis 6:00 Uhr musste Strom nicht nur verschenkt werden. Es wurde auch noch ein satter Bonus an die benachbarten Stromabnehmer mitgegeben. Um 7:00 Uhr wurden dann 0,09 €/MWh erzielt. Die konventionellen Stromerzeuger kamen bei dem Auf und Ab der regenerativen Stromerzeugung kaum mit. Wenn Strom im Saldo von Deutschland exportiert wurde, waren die Preise selten auskömmlich, wenn Strom nach Deutschland importiert werden musste, waren die Preise fast in jedem Fall höher. Kontrollieren Sie meine Angaben hier.

Die Tabelle mit den Detailzahlen der Energie-Charts, der daraus generierte Chart, sowie der Chart zum Im- und Export veranschaulichen die 6. Woche im Überblick. Der Jahres-Chart zum Im- und Export verdeutlicht, dass der Stromimport aus Frankreich absolut notwendig ist, um die Stromversorgung Deutschlands zu sichern.

Die Tagesanalysen

Sonntag, 2.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 63,20%, davon Windstrom 48,00%, Sonnenstrom 1,6%, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,6%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Wind lässt am Morgen massiv nach. Die konventionellen Stromerzeuger kommen mit dem Hochfahren ihrer Kraftwerke wahrscheinlich nicht nach, die Pumpspeicherkraftwerke reichen nicht nachhaltig aus, so dass sich zur Mittagszeit eine Stromunterdeckung auftut, die bis etwa 19:00 Uhr andauert. Der Strompreis steigt, bleibt aber immer unter 41 €/MWh. Bis 6:00 Uhr – der Wind liefert noch sehr viel Strom – wird Strom verschenkt, mit Bonus verschenkt. Vor allem Frankreich und Dänemark machen gute Geschäfte.

Montag, 3.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 59,46%, davon Windstrom 45,95%, Sonnenstrom 1,35%, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,16%. & Dienstag, 4.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 58,49%, davon Windstrom 44,03%, Sonnenstrom 3,14%, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,32%. Die Agora-Chartmatrix beide Tage: Hier klicken.

In der Nacht von Montag zum Dienstag lässt die am Montag wieder recht stark angestiegene Windstromerzeugung nach. Die entstehende Unterdeckung wird mit Preisen unter 30 €/MWh sehr günstig geschlossen. Der Exportpreis ist insgesamt allerdings auch wieder recht gering. Lediglich am Dienstag wird die 40 €/MWh zweimal knapp überschritten.

Mittwoch, 5.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,14%, davon Windstrom 24,53%, Sonnenstrom 6,29%, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,32%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Über Tag schläft die Windstromerzeugung nahezu ein. Knapp 5 GW werden zum Beispiel um 12:00 Uhr erzeugt. Über 76 GW Strom aber werden benötigt. Glücklicherweise ist es wenig bewölkt. Sonnenstrom rettet die erneuerbaren Energieträger. Dieser Sonnenstrom steuert am Mittwoch um 12:00 Uhr gut 17 GW zur Versorgung Deutschlands bei. Vor allem aber wird die konventionelle Stromerzeugung  richtig hochgefahren. Am Morgen um 8:00 Uhr fehlt etwas Strom, der zum Tageshöchstpreis 49,16 €/MWh importiert wird. Ansonsten werden beim Export insgesamt wenig auskömmliche Preise erzielt.

Donnerstag, 6.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 34,78%, davon Windstrom 19,75%, Sonnenstrom 4,35%, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,18% & Freitag, 7.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 32,89%, davon Windstrom 15,44%, Sonnenstrom 5,37%, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,08%. Die Agora-Chartmatrix für beide Tage: Hier klicken.

Donnerstag nach Sonnenuntergang lässt die Windstromerzeugung stark nach. In der Nacht zu Freitag stellt sich das ein, was „Dunkelflaute“ genannt wird. Die Sonnenstromerzeugung am Freitag gleicht die schwache Windstromerzeugung aus und nach Sonnenuntergang frischt der Wind auf, so dass wieder recht viel Strom aus Windkraft geliefert wird. Bei sinkenden Preisen. Freitagmorgen benötigt Deutschland Strom. Der wird zum Beispiel um 8:00 Uhr  für 56 €/MWh importiert.

Samstag, 8.2.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 52,54%, davon Windstrom 33,09%, Sonnenstrom 7,35%, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,08%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

Zum Wochenende beruhigt sich das Wetter. Es kehrt so etwas wie Gleichmäßigkeit in der Stromerzeugung ein. Keine überraschenden Unterdeckungen, so sollte Stromerzeugung mit erneuerbaren Energieträgern immer sein. Irgendwie berechenbar. Die Winddelle über Tag wird von der Sonne ausgeglichen. Alles ist gut.  Dennoch: Weil Wochenende ist, ist zu viel Strom im Markt, der billig exportiert werden muss.

Über 1.000 Bürgerinitiativen gegen Windkraft

Im Sport – nehmen wir mal Fußball – liegt eine Mannschaft, der Verein, den Sie womöglich favorisieren, zehn Minuten vor Spielschluss mit zwei Toren Rückstand im Hintertreffen. Der Trainer fuchtelt wie wild in der Coachingzone, das Publikum pfeift. Die Mannschaft aber will nicht mehr so richtig. Einer Reihe Spielern merkt man die Unlust an. Sie geben das Spiel verloren.

Die Spieler sind die Bürger, Trainer sind eine Reihe Spieler, NGOs und Menschen mit guten Gedanken in Politik, Medien und Gesellschaft, die die sogenannte Energiewende unbedingt wollen. Energiewende heißt faktisch Stromwende. In anderen Bereichen (Heizen, Mobilität, Industrie) hat sich noch nicht viel getan. Der Anteil von Wind- und Sonnenenergie am Primärenergiebedarf Deutschlands ist mit knapp 5% doch recht bescheiden (Abbildung).

Wobei man bedenken muss, dass die Stromerzeugung mittels Wind- und Sonnenkraft etwa 15% fossile Primärenergie (Braun- und Steinkohle) „einspart“. Die Kohle, die benötigt würde, um die Menge Strom herzustellen, die Wind- und Sonnenkraftwerke erzeugen.

Dieser Hinweis ist dem Sachverhalt geschuldet, dass die Einsparung über 50 TWh durch Kohle erzeugtem Strom im Jahr 2019 den CO2-Minderausstoß von gut 50 Millionen Tonnen zur Folge hatte. Was eben darin begründet ist, dass zur Erzeugung von einer TWh Strom etwa 3 TWh Braunkohleenergie mit entsprechendem CO2-Ausstoß nötig sind. Diese Zahlen sind gerundet und nur zur Veranschaulichung gedacht. Eine korrekte Berechnung finden Sie unter Abbildung 1.

Über 1.000 Bürgerinitiativen protestieren, demonstrieren und wehren sich gegen den Bau von Windkraftanlagen vor ihrer Haustür und/oder allgemein (Abbildung 2). Der Bayerische Rundfunk gibt den Windkraftausbau in Bayern praktisch verloren (Abbildung 3).

Eine Auftrags-Studie des DIW macht Wind

Da kommt brandaktuell eine Studie recht, die der BUND beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) in Auftrag gegeben hat. Wenn Deutschland es nicht schafft, bis 2030 komplett aus der Kohle auszusteigen, dann würde es nichts mit den Klimazielen, die in Paris 2015 verabredet wurden. In der Zusammenfassung „Das Wichtigste auf einer Seite“ bringt es das DIW auf den Punkt:

[…] Für eine erfolgreiche Energiewende muss der Ausbau Erneuerbarer Energien weiter fortgesetzt und beschleunigt werden. Ohne weitere Maßnahmen steuert die Bundesregierung auf einen Anteil von maximal 49% Erneuerbarer Energien in 2030 zu. Dies wäre eine Verfehlung der (bereits zu niedrigen) Ziele von 65%. Der PV-Deckel und diskutierte Mindestabstandsregeln für Windenergie müssen daher überarbeitet werden, um die Transformation nicht aufzuhalten. Für den benötigten beschleunigten Ausbau auf 75% im Jahr 2030 würden dagegen jährlich 9,8 GW Photovoltaik und 5,9 GW Wind Onshore zugebaut werden müssen. (Abbildung 4)

In zehn Jahren also sollen 59 GW installierte Leistung Windenergie zugebaut werden. Was heißt das konkret? Nehmen wir eine Windkraftanlage mit einer Nennleistung von 3 MW. Jedes Jahr – zehn Jahre lang – müssten knapp 2.000 dieser Anlagen (Abbildung 5) gebaut werden. Hinzu kämen Sonnenkraftwerke mit gewaltigem Bedarf an Freiflächen. Allein mit einer Montage auf Dächern von Wohn- und sonstigen Gebäuden, wird die vom DIW geforderte Ausweitung Photovoltaik kaum realisiert werden können.

Das wird nichts. Das wird garantiert nichts. Deutschland ist wohl am Ende mit der Energiewende. Die Verantwortlichen müssen nur noch einen Weg finden, um mit möglichst wenig Gesichtsverlust da herauszukommen. Wirtschaftsminister Altmaier und Co. arbeiten mit der aktuellen Gesetzgebung bereits daran.

Zurück zum Vergleich – klar, der hinkt – mit dem Rückstand beim Fußball: Deutschland liegt mit 20.000 Windkraftwerken bis 2030 im Rückstand. Und dies auch nur, wenn man den gewünschten Mehrbedarf (E-Mobilität, Wärmepumpen, grüner Stahl usw.) unberücksichtigt lässt. Vom Ausgleich der weg-, weil aus der Förderung herausfallenden, bestehenden Windkraftwerke. Dann wäre der Rückstand noch viel, viel größer. Angesichts der aktuellen Ausbaulage Windkraftwerke und dem immer stärker werdenden Widerstand in der betroffenen Bevölkerung ist dieser Rückstand nicht aufzuholen. Allein der wirtschaftliche Aufwand steht in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Ergebnis. Selbst ein Deutschland ohne jeglichen CO2-Ausstoß würde an der Steigerung des globalen CO2-Ausstoßes nichts ändern. Ordnen Sie Deutschlands CO2-Ausstoß in den Weltmaßstab ein. Zum interaktiven CO2-Rechner: Hier klicken

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit vier Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.

Zuerst erschienen bei der Achse des Guten; mit freundlicher Genehmigung.

 

 




Das Klima und das Schelsky-Prinzip: 50 Jahre Klimakatastrophe, zehn Jahre „Klima-Gate“

Gerade war auf dem Blog des Bestseller-Romanciers Akif Pirinçci, der den Tierkrimi erfand (Felidae), der Satz zu lesen, wenn zu viele Steuern erhoben würden, würden sich schnell die Hyänen sammeln. Der große Soziologe der Nachkriegs-Mittelstandsgesellschaft, Helmut Schelsky, beschrieb das Phänomen in seinem epochalen Werk Die Arbeit tun die anderen bereits 1974; das Schelsky-Prinzip. Es lautet schlicht:

Definiere ein Problem und biete Dich selbst als Lösung an.

Eigentlich sehr alt; schon Gaius Julius Cäsar zettelte den gallischen Krieg an, um den Römern als großer Feldherr und Staatsmann zu gelten. In Demokratien und Postdemokratien muß man etwas geschickter vorgehen, aber das Prinzip des Tricks bleibt gleich.

Im verlinkten Artikel beschreibt Romancier Pirinçci en détail, wie „das Soziale“, Schelsky schreibt von „Sozialpriestern“, in den 1970ern immer mehr Fuß faßte und bis heute große Teile der Bevölkerung, die keiner der Gesellschaft nützenden Arbeit mehr nachgehen, auf Kosten der Nettosteuerzahler üppig versorgt. Der Autor betont, daß im Windschatten des „Sozialen“ das „Ökologische“ und andere Themen wie politische Korrektheit und Genderfeminismus ebenfalls als politische Keule und Geldbeschaffungsmaßnahme etabliert wurden.

Das Paradoxe: Deutschland, die Schweiz und Österreich waren lange nicht mehr so unsozial wie heute. Rentner, die im Müll nach Pfandflaschen suchen, und die sich ausbreitenden Tafeln für Arme in den Großstädten sind sichtbares Zeichen der asozialen Entwicklung. Gleichzeitig gibt es zum Beispiel immer mehr Institute, Journalisten und Aktivisten, die mit dem mensch-erfundenen Klimawandel Kasse machen, und zwar richtig.

Was war 1970? Warum machte das Schelsky-Prinzip gerade um diese Zeit Karriere? Ganz einfach: In den zwanzig Jahren nach dem Krieg hatten die westlichen Staaten mit Kapitalismus, Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie ein historisch beispielloses Wirtschaftswachstum hingelegt. Einzig die Belle Époque der Kaiserzeit konnte ähnliche Wachstumsraten aufweisen. Schmarotzerei mit erfundenen Wichtig-Themen wie Klimakollaps oder Waldsterben war vor 1970 einfach noch nicht möglich, weil nicht genug Geld im System angesammelt war und der Sozialstaat seinen Namen noch verdiente. Außerdem waren die  Bürger mit Weltuntergangsgeschichten noch nicht medial weichgekocht worden.

Der große Nachkriegswohlstand und der damit verbundene Reichtum des Staates sorgten wohl auch für die 68er Revolte der Oberschichtkinder, die regelrecht „rochen“, daß sie mit mediengerechter Randale und „Engagement“ für die Arbeiter schneller an gut bezahlte Posten kamen als mit Anstrengung im Studium. Klappte: Der akademische Sektor wurde ordentlich vergrößert; und als die Revoluzzer von Klassenkampf auf Umweltschutz wechselten, konnten sie auch argumentativ die „Notwendigkeit“ der Umverteilung von unten nach oben begründen.

Dazu paßt der Beginn der medialen Klimakatastrophen-Erzählung im Januar 1970, als der Spiegel eine neue Eiszeit ankündigte. Zwar war das Märchen von 1970 noch weit davon entfernt, gewaltige Umverteilungen in Milliarden-/Billionenhöhe initiieren zu können. Die Demokratie funktionierte noch sehr gut; und die Bürger waren noch nicht an profitable Weltuntergangsgeschichten gewöhnt. Außerdem war der Spiegel-Bericht wenig alarmistisch, weil er weder der Industrie des alten weißen Mannes die Schuld in die Schuhe schob und die Eiszeit weit in der Zukunft verortete. Aber der Anfang war gemacht: Bald kamen Berichte über die schädlichen SO2-Emissionen der Fabriken auf, die das Sonnenlicht effizient abhielten; und die Eiszeit sollte bald schon anbrechen.

Da die Bürger nicht so recht anbissen, wechselte man zunächst zum angeblichen Absterben des Heiligen deutschen Waldes, um dann, 1986, gleichzeitig mit der Tschernobyl-Panik, die kommende Heißzeit-Katastrophe auszurufen. Auch hier war der Spiegel erneut federführend, weil er sogar auf dem Titel den in den Fluten der Nordsee (oder des Mittelmeeres?) versinkenden Kölner Dom porträtierte. Dann ging es Schlag auf Schlag: 1988 die Gründung des UN-Weltklimarates, 1992 die Umweltkonferenz in Rio de Janeiro, 1999 die Hockeyschlägerkurve des Michael E. Mann, 2006 der Oscar-prämierte Film von Al Gore ….

All diese medialen Ereignisse stellen einen Teil eines gigantischen jahrzehntelangen Framings dar, das im Gegensatz zu platter Propaganda subtil daherkommt und sich langsam in die Hirne frißt. Was nicht heißen soll, daß es sich um eine zentral gelenkte Verschwörung handelt; im Gegenteil. Menschen mit ähnlichen Interessen handeln ähnlich; Michael Limburg spricht treffend von einer „Selbstorganisation“. Diese täuscht analog zur Evolution des Lebens oder zu einem Fischschwarm einen zentralen Willen vor, weil es eine Art von Zielrichtung zu geben scheint. Eine gemeinsame Basis der handelnden Klima-Propagandisten, -Aktivisten und -Politiker gibt es aber schon: Wir sind soziale Wesen, was freundlich klingen mag, aber nicht unbedingt sein muß. Nein, es heißt, daß viele von uns eine genetische Veranlagung zur raffinierten Schmarotzerei haben, weswegen sich die Betrüger in Interessensgruppen zusammenschließen und sich Geschichten und Gründe ausdenken, warum ihnen ein besonders großes Stück vom gesellschaftlichen Kuchen zustehe. Bei den Adeligen des Mittelalters mit ihrem Gottesgnadentum oder den betrügerischen Finanzhaien, die die Krise von 2008 auslösten, würde die parasitäre Strategie wohl niemand bestreiten; ein Linker schon gar nicht. Aber warum sollten nur rechte Adelige und rechte Finanz-Kapitalisten Schmarotzer sein? Nein, extreme Linke haben nur andere Geschichten für die eigene Ressourcengewinnung.

Interessanterweise ist das Fehlen einer zentralen Verschwörungsplanung der Grund, warum die Klima-Öko-Sozial-Moral-Apostel so erfolgreich sind. Hätten die 68er und die Grünen sofort vollen Zugriff auf die Bildungseinrichtungen und Medien gehabt, hätten sie ein plattes Propaganda-Feuerwerk à la DDR abgebrannt, was die Bürger abgeschreckt hätte. Der Zwang, sich langsam vorzuarbeiten und Themen zu finden, mit denen die linken Opportunisten den Bürger Angst machen und sie erpressen konnten, war der Schlüssel zum Erfolg. Dieser Erfolg war und ist derart groß, daß selbst nachgewiesener massiver Betrug im Rahmen der beiden „Klima-Gates“ 2009 und 2010 den Schelsky’schen Klimapriestern nichts anhaben konnten. Ich selbst bekam damals nichts davon mit oder kann mich gar nicht mehr erinnern, weil fast alle Medien die Informationen unter den Teppich kehrten.

Was wird die Zukunft bringen? Wird das Schelsky-Prinzip weiterhin von vielen Opportunisten benutzt werden können, um sich selber auf Kosten der Werktätigen in der freien Wirtschaft und der Infrastruktur die Taschen füllen zu können? Der CO2-Heißzeit-Betrug wird spätestens in etwa 20 Jahren auffliegen, wenn es durch die geringe Sonnenaktivität (usw.) deutlich kälter werden wird. Wahrscheinlich werden Luisa, Greta & Co. dann behaupten, ihr heldenhafter Einsatz fürs Klima habe sich ausgezahlt. Vielleicht wollen sie uns dann ja vor der Kälte retten.

Wenn aber weiterhin genug Geld im System sein wird, das durch die hohe Steuerlast der Leistungsträger in die Hände der Politiker gerät, wird garantiert ein neuer Moral-Öko-Sozial-Unfug erfunden werden, der den Erfindern Macht und Geld ohne Anstrengung und Arbeit bringen soll. Welche Märchen werden die elitären Opportunisten uns dann auftischen? Ich bin mir sicher, daß die Nichtregierungsorganisationen (NGO*) aus der Umweltbranche weiterhin reüssieren werden können, weil sie mit der Rettung von bedrohten Tieren, verschmutzten Gewässern und so weiter zumindest den Wohlhabenden, vor allem Akademikerinnen, das Gefühl verkaufen können, ein guter Mensch zu sein, der sich um seine Mitgeschöpfe sorgt.

*NGO: Non-governmental organisation




„Gelddruckmaschinerie“: Gibt ein politiknaher Wissenschaftler zu, daß man mit Klimaschutz abkassieren kann?

Das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche sollten eigentlich über die soziale Marktwirtschaft berichten, und nicht Reklame für die grüne Zuteilungs- oder Planökonomie machen. Ich selber kenne aber Klimaskeptiker, die Aktien von Windkraft-Anlagen halten. Ich mache ihnen natürlich ein schlechtes Gewissen und erkläre ihnen, daß sie ihren Gewinn mit ihren eigenen Steuern bezahlen müssen. Das wissen sie allerdings besser als ich, da ein Investor vom Geld viel mehr versteht als ein Naturwissenschaftler, zugegeben. Außerdem denken Kapitalisten, wie es Adam Smith ja erklärt, an sich selbst und nicht wie die Sozialisten an ein ominöses Gesellschaftssystem. Und der Windkraftaktionär gewinnt viel mehr Steuergeld, als er zahlen muß. Von daher wundert es nicht, daß die Wirtschaftspresse neben FAZ, Welt & Bild immer mehr vergrünt, und Abzocker-Tipps für Investoren gibt. Investoren, gleich ob rechts oder linksextrem, wollen Gewinn machen; und wo der herkommt, ist zunächst einmal irrelevant.

Dazu paßt ein gerade veröffentlichtes Interview mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (MerkelDU) und Chemieprofessor Robert Schlögl (MPI chemische Energiekonversion Mülheim, Fritz-Haber-Institut Berlin) im Handelsblatt HB.

Karliczeks Ernennung durch Angela Merkel 2018 wurde kritisiert, weil sie keine Wissenschaftlerin ist, was man dem Interview auch anmerkt. Tatsächlich haben wir eine Forschungsministerin, die als Betriebswirtin ein Familienhotel leitete und seit 2013 als Gefolgsfrau der Kanzlerin Karriere im Bundestag, in der Partei und in der Regierung machte.

Das HB berichtet, daß Anja Karliczek im Konflikt mit Wirtschaftsminister Altmaier stehe, da sie im Gegensatz zum Kabinetts-Konkurrenten die reine Klimalehre vertritt und nur „grüne“ Wasserstofftechnologie fördern will statt auch „blaue“ wie Altmaier im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie. „Blau“ bedeutet, daß das H2 auch aus Erdgas/Methan gewonnen werden darf und somit das stark toxische und tödliche CO2 in die Atmosphäre emittiert wird.

CH4 + H2O → CO + 3 H2 ; CO + H2O → CO2 + H2

„Die Zukunft gehört allein dem grünen Wasserstoff“, sagt Karliczek.

Im Interview wird die Ministerin klar mit der Vokabel „Hype“ konfrontiert, was man wohl als „unseriös“ und „übertrieben“ übersetzen kann; da haben die HB-Journalisten ihre Arbeit gemacht. Karliczek versteht den Hinweis sehr wohl und lehnt aber ab und übertreibt mit der Aussage, daß die H2-Technologie „vermutlich die einzige Möglichkeit“ sei, die wertschöpfende Industrie im Land zu halten. Nein, die Umkehrung der weltfremden technikfeindlichen Energiewende ist die einzige Möglichkeit, wie der massive Stellenabbau in der deutschen Autoindustrie zeigt.

Aber Karliczek bringt die Atemluftsteuer der Großen Koalition ins Spiel und meint, daß nur die „Wasserstoffwirtschaft“ deren perspektivisch gewaltige Kosten neutralisieren könne. Deutschland würde dann die politisch zwangsweise entwickelte Technologie im großen Stil ins Ausland exportieren.

Dies wird natürlich nicht geschehen, da vor allem die kommenden Industrieländer wie China und Indien auf die preiswerte und sichere Fossilkraftstofftechnik setzen und die überteure und gefährlich-explosive H2-Technologie Made in Germany ablehnen. Überdies verschweigt die Ministerin den wahren Grund der CO2-Steuer. Finanzminister Schäuble forderte bereits 2016 höhere Kraftstoffsteuern, um die von Beginn an exorbitanten Kosten der Massenimmigration seit 2015 gegenzufinanzieren. Genaue Zahlen sind natürlich nicht bekannt; aber für die realiter fast drei Millionen Immigranten seit 2015 muß der Steuerzahler gegenwärtig zwischen 30 und 70 Milliarden Euro jährlich zahlen; zusätzlich seit 2016; ein völlig neuer Großposten. Zum Vergleich: Der gesamte Bundeshaushalt beträgt seit einigen Jahren +/- 300 Milliarden Euro; die Gesamtwirtschaftsleistung (BSP) etwa 1.000 Milliarden. Die Bundeswehr, als Beispiel für einen Einzelposten, erhält rund 35 Milliarden Euro per annum.

2016 konnte die Regierung die Flüchtlingssteuer, in welcher Etikettierung auch immer, natürlich nicht einführen. Nach der nicht verschweigbaren Katastrophe auf dem Kölner Domplatz an Silvester 2015 wäre eine massive Steuererhöhung dem Zahler sofort aufgefallen. Erst nachdem der bundesdeutsche politmediale Komplex mit dem Greta-Hype die Masse der Medienkonsumenten, die nicht EIKE, Achse & Co. lesen, monatelang weichgekocht hat, konnte man die Atemluftsteuer einführen, ohne daß eine nennenswerte Anzahl von Bürgern merkte, was mit der „CO2-Abgabe“ in Wirklichkeit finanziert werden soll.

Im Handelsblatt-Interview sekundiert ein Chemieprofessor der Max-Planck-Gesellschaft aus Berlin und Mülheim/Ruhr der Ministerin.

„Blauer Wasserstoff macht angesichts des Klimawandels keinen Sinn. (..) Die einzig legitime Technik wäre der sogenannte „türkise“ Wasserstoff, bei dem CO2 als feste Materie übrig bleibt.“

Also feste Kohlenstoffverbindungen; mit dem verpreßten CO2-Gas im Boden, der Klima-Schnapsidee der Nuller Jahre, fremdelt der Professor immerhin selber. Aber was sollen diese festen Kohlen-Stoffe sein? Kohle, Diamanten, Öle/Fette? Sind „reduziert“, wie der Chemiker sagt, und das bedeutet (paradoxerweise) energiereich. Man müßte also ordentlich Energie hineinstecken, um sie zu erzeugen. Nur kleine, gasförmige Verbindungen wie Kohlendioxid oder -monoxid sind chemisch „oxidiert“, also energiearm und ein Produkt des Gewinnungsprozesses, den wir ja gerade brauchen, um unsere Maschinen zu betreiben. Die einzig brauchbare Möglichkeit, Kohlenstoff dauerhaft aus der Atmosphäre zu binden, ist das Anpflanzen zusätzlicher (!) Bäume und Wälder. Also gerade nicht die „Plant for Planet“(PfP)-Aktion des Club-of-Rome-Aktivisten Finkbeiner von 2008, der seinen kleinen Sohn Felix wie einen Klimaschutz-Roboter bei Thomas Gottschalk auftreten ließ. Von „Plant for Planet“ hört man heute trotz Gretamanie nichts mehr, da sie nur dazu diente, Geld einzusammeln. Ansonsten hat man irgendwo vor laufender Kamera ein paar Setzlinge aus der Baumschule im Wald gepflanzt. Ob ein paar nennenswerte Bäume draus geworden sind, ist nicht bekannt.

Im HB-Interview fängt Karliczek auch wieder mit ihrem Import-Wasserstoff aus der Dritten Welt an. Dazu werde ein „Potentialatlas“ in ihrem Hause erarbeitet, der Produktionsstandorte für klimaneutrales H2 zeigen soll. Es werden dazu „bereits“ Chancen in Westafrika ausgelotet. Im Klartext: Es gibt heuer gar keinen Plan; und von Partnern, Verträgen und konkreten Technologien sagt Karliczek auch nichts. Kein Wunder, denn die Pläne der Ministerin erinnern verdächtig an thermosolare Projekte wie Desertec, die in Spanien und im Maghreb mit viel Brimborium und noch mehr Steuergeld aufgezogen, aber wegen Unwirtschaftlichkeit ohne großes Aufsehen stillgelegt wurden. Dasselbe Schicksal wird natürlich auch das Wasserstoff-Hirngespinst der Ministerin ereilen, denn in welcher instabilen Diktatur will man gigantische Photovoltaik-Anlagen errichten, um hektoliterweise hochexplosives Wasserstoffgas zu produzieren? Wie will man das extrem flüchtige Gas verlustarm nach Deutschland transportieren, in einer heißen Weltregion? Und noch einer: „Ökostrom“-Kraftwerke haben immer eine extrem niedrige Leistungsdichte, weswegen man für relevante Energiemengen riesige Flächen in der Dritten Welt mit PV/Windrad-Sondermüll zupflastern müßte. Ich denke in dem Zusammenhang an die Lithium-Gewinnung in der Atacama-Wüste, die die Wasserwirtschaft der Indio-Bauern ruiniert.

Der MPI-Chemiker Schlögl sieht das ganz anders, weil er extreme Verdienstmöglichkeiten für arme Staaten sieht:

„Sie können damit Milliarden scheffeln.(..) Hinter dem Wasserstoff-Thema verbirgt sich die größte Gelddruckmaschinerie – das ist so viel wie Öl und Gas zusammen.“

Es ist wirklich unglaublich, solche Worte von einem Professor der Chemie zu lesen. Der geneigte EIKE-Leser hat es gemerkt: Mineralöl und Erdgas sind in erster Linie Energiequellen und zusätzlich materieller Rohstoff für unsere Zivilisation. Darin steckt die gespeicherte Sonnenenergie von Millionen Jahren und der ganze fixierte Kohlenstoff für Polymere, Medikamente und so weiter.

Wasserstoff hingegen ist lediglich ein Energieträger, der vorübergehend als Vehikel für die Energie des Windes oder der Sonne dient. Als Rohstoff für die Industrie ist er nicht brauchbar; beim Energie-Entzug durch Oxidation entsteht einfach nur reines Wasser.

Milliarden Euro können industrielle Partner aus dem Westen und die Regime vor Ort natürlich dennoch scheffeln. Diese Milliarden würden allerdings vollständig vom (deutschen) Steuerzahler in Form von Subventionen und ähnlichem kommen müssen, da die freie Wirtschaft ohne Anreize niemals den ideologischen Unfug von Energiewende-Politikern umsetzen würden. Unser Professor, ob beabsichtigt oder nicht, gibt also faktisch zu, daß sich hier ein weiteres Milliardengrab (oder Billionengrab?) für den steuerzahlenden Werktätigen auftut. Und diesmal würde sein erarbeitetes Vermögen nicht nur in den Taschen seiner Mitbürger aus dem sanierten Altbauviertel am anderen Ende der Stadt landen, sondern auch noch bei den Regimen der Länder, aus denen jetzt bereits Zehn-, bzw. Hunderttausende nach Deutschland immigrieren.

Einen Vorgeschmack auf die weitere Klimaschutz-Abzocke der hegemonialen deutschen Interessensgruppen, von der GroKo bestens vertreten, gibt Anja Karliczek, als sie die bis 2023 eingeplanten Forschungsmittel für Wasserstoff-Technologien nennt: 310 Millionen Euro, fast eine Drittelmilliarde. Die Forschung soll laut Schlögl der gesamten Produktions- und Transportkette dienen.

Das Ergebnis ist absehbar: Berge von Papier und ein paar Modell-Anlagen im Labor, wie immer.




Klimaspaß mit EIKE: Wissenschaftler will gigantische Dämme quer durch die Nordsee bauen

Die ehemals konservativ-bürgerlichen Zeitungen FAZ, Welt, NZZ und so weiter wollen mit besonders unjournalistischen Artikeln offenbar auch noch den letzten Leser vergraulen. Können sie sich leisten, weil ja bald die GEZ vom Staatsfunk einspringen wird. In Axel Cäsar Springers Welt war vor kurzem zu lesen, daß ein niederländischer Wissenschaftler, Sjoerd Groeskamp (gesprochen Sjurd Gruskamp o.ä.) wegen der bald CO2-bedingt gewaltig anschwellenden Ozeane genauso gewaltige Staudämme quer durch die Nordsee zu bauen; knapp 500km zwischen Norwegen und Schottland, und 160 km zwischen Frankreich und England.

Der „wissenschaftliche“ Artikel dazu ist noch nicht heraus, soll aber im American Journal of Meteorology AJM erscheinen. Sein Argument?

„Wenn wir nichts tun, könnte dieser enorme Damm die einzige Lösung sein.“

Könnte auch von Luisa Neubauer stammen, der Satz. Vielleicht ist sie ja Ghostwriter beim AJM oder beim Königlich-Niederländischen Institut für Meeresforschung. Laut Autoren sei die Schnapsidee wirtschaftlich und technologisch realisierbar. Aber sicher, deswegen brauchen die Venezianer in ihrer 50.000-Einwohner-Stadt mit ihrem Mose-Damm ja auch so lange.

Wie EIKE-Leser wissen, steigen die Meeresspiegel keineswegs an, und es gibt auch keine drei Milliarden Hiroschima-Atombomben im Ozean.

Ernst gemeint ist die Idee sowieso nicht. Klimarettungs-Pläne dieser Kategorie sind grundsätzlich nur dazu da, die bekannten fünf Minuten Ruhm in den Medien zu erheischen. Aus Deutschland kennen wir noch von letztem Jahr die geniale Idee von PIK-Prof. Anders Levermann, das angeblich abschmelzende westliche Antarktika mit Tausenden Schneekanonen zu beschneien. Gut für einen kurzen Auftritt in der Tagesschau, und dann wird der Unfug sogleich vergessen.

Wenn EU-Politiker aber doch anfangen, die Finanzplanung für solche Gagaprojekte zu entwickeln, sollten wir unsererseits anfangen, uns Sorgen zu machen. Nordsee-Gigastaudämme würden Billionen kosten und den Schiffsverkehr verunmöglichen. Eigentlich wollen die Klima-Lyssenkos unsere Wirtschaft mit Windrädern und Atemluftsteuern ruinieren; aber wenn das nicht reicht, könnte man auch Milliarden Tonnen Stahlbeton vor Norwegen versenken.

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Die Journalisten der Regierungspresse kritisieren die Pläne der politiknahen Pseudo-Wissenschaftler nicht, die Leser aber sehr wohl und machen sich über die Meldung lustig. Daher die Empfehlung: Lesen Sie die Kommentare! Hier ein paar Beispiele als Aperitif:

Hat schon jemand die Kirche gefragt? Nicht das „Das Meer teilen“ gegen das Urheberrecht verstösst. (2.Buch Mose Kapitel 14)

Man könnte ja auch stattdessen, Holland und die Norddeutsche Tiefebene untergraben, auf eine große Plattform stellen und bei Bedarf das Ganze zwei, drei Meter hochkurbeln. Würde bestimmt auch nicht sehr viel teurer werden. 😉

Als wäre der Küstenschutz nicht einfacher und billiger. Und als hätte Europa nicht 2000 Jahre Erfahrung damit. Manchmal glaube ich, bestimmte Leute gehen geradezu darauf aus, Menschen zu sog. „Klimawandelleugnern“ zu machen.

Ja haben wir denn schon den ersten April. Noch mehr Blödsinn geht wirklich nicht. Die Folgen wären unübersehbar. Der Mensch hat schon soviel kaputt gemacht. Lass die Natur mal machen. Anpassen heißt die Devise der Evulotion.

Ab „im Jahre 2500“ hab ich aufgehört zu lesen…
Gott was mischt sich der gute Herr Wissenschaftler in den Tee?

Oh, schön- das Narrativ wird wieder bedient. Btw: aufgestaute Wasser würde sich dann einen anderen Weg suchen… und der Schiffsverkehr würde auch massiv eingeschränkt. Unnötige Utopie…

Das Wasser, das vor diesen Mega-Dämmen gestaut wird, breitet sich dann wo aus ? Und das Wasser aus den Flüssen, die in die Nord- und Ostsee fließen, füllt dann nicht den „künstlichen Becken“ ? Wie tief ist die Nordsee an der Stelle wo der Damm hinkommen soll ? Wird das aufgeschüttet ? Beton-Mauer ? Welche Auswirkung hätte das auf den Golfstrom ? Helft mir mal…. irgendwie ist der Wurm drin.

Der Damm an der Südspitze Europas ist 1000x wichtiger

Besonders unseren holländischen Bauern finden das alles eine ganz tolle Idee. Man kann in demselben Aufwasch ganz Holland einen Meter aufschütten und damit brauchen die Bauern sich kaum mehr zu bücken.




Woher kommt der Strom? Das komplette Dilemma einer stark schwankenden Wind- und Sonnenstromerzeugung

Deshalb wird die Vorwoche in den Charts der Woche 5 diesmal mit berücksichtigt. Damit wird das Problem veranschaulicht, das sich ergibt, wenn der erneuerbare Energieträger Wind mal sehr wenig, mal sehr umfangreich zwecks Stromerzeugung zur Verfügung steht und vorrangig in das Stromnetz eingespeist werden muss.

Während in Woche 4 der erzeugte Wind- und Sonnenstrom an 5 Tagen auch dann nicht ausgereicht hätte, wenn die installierte Leistung Wind- und Sonnenkraft mal 5 zur Verfügung gestanden hätte, um Deutschland komplett mit Strom zu versorgen, hätte genau diese Verfünffachung in Woche 5 zu erheblichen Stromüberschüssen geführt. Dies mal als eine theoretische Annahme, die ja mitunter von Windkraftbefürwortern als Ziel angeführt wird.

Mittwoch und Donnerstag wären es dann mit jeweils 3 TWh das Doppelte des Stroms gewesen, den Deutschland im Durchschnitt pro Tag benötigt. Freitag hätte der Stromüberschuss 3,31 TWh betragen, Samstag wären es sogar 3,53 TWh gewesen.

Da Stromversorgung praktisch ein Gleichzeitigkeitsgeschäft ist und für diese Überschussmengen kaum eine Verwendung bestanden hätte, hätte man schon irgendwie „zaubern“, sprich Windkraftanlagen in erheblichem Maße abregeln müssen.  Bleibt nur zu hoffen, dass das rechtzeitig gelingen würde, sonst ist der Blackout da. Nicht wegen zu wenig, nein, wegen zu viel Strom.

Weg von der Theorie „Verfünffachung“. Selbstverständlich war mit dem massiven Anstieg der Windstromerzeugung auch ohne Verfünffachung zu viel Strom im Markt, der exportiert werden musste. Was den Verfall der Strompreise zu Folge hatte. Das, obwohl die konventionellen Stromerzeuger ihre Produktion erheblich heruntergefahren haben. Man bedenke: In der Vorwoche wurden sie noch dringend benötigt. In der 5. Woche zwar auch. Aber eben nicht mehr in dem Umfang wie zuvor. Und weil die Flexibilität konventioneller Stromerzeugung insgesamt recht gering ist, bleibt es bemerkenswert, wie schnell die konventionellen Stromerzeuger reagiert und den wirtschaftlichen Schaden begrenzt haben. Danke!

Den einen oder anderen Leser wird es vielleicht noch wundern, dass trotz des Stromüberschusses in der 5. Woche noch Strom von Deutschland importiert werden musste. Vor allem aus Frankreich. Aber auch aus Dänemark, Schweden und den Niederlanden.

Hier noch der Stromimport/Stromexport-Chart seit Beginn des Jahres, der belegt, dass Frankreich wieder eine Strommenge noch Deutschland exportieren wird, die, wie 2019, der Erzeugung eines großen Kernkraftwerks entspricht. Bleibt die Frage, wodurch der Strom des zu Jahresbeginn abgeschalteten Kernkraftwerks Philippsburg 2 herkommen wird. Eine Frage, die uns im Lauf des Jahres noch beschäftigen wird.

Die Tabelle mit den Detailzahlen zur Woche 5 unserer Analyse, die wie immer von den Energy-Charts geliefert werden, und der daraus generierte Chart.

Die Tagesanalysen

Sonntag, 26.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 34,92%, davon Windstrom 19,05%, Sonnenstrom 3,17%, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,70 %. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der heutige Sonntag verbindet zu Beginn noch schwache Windstromerzeugung mit geringem Bedarf. Die konventionellen Stromerzeuger gleichen den fehlenden Strom aus erneuerbaren Energieträgern nahezu komplett aus. Es wird Strom im- und exportiert. Die erzielten Preise sind unter dem Strich nicht wirklich auskömmlich, wenn man 40 €/MWh zugrunde legt. Und es wird nicht besser. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Immer dann, wenn die Erneuerbaren „auftrumpfen“, sinken die Preise. In den nächsten Tagen zieht Windstromerzeugung an. Und wie.

Montag, 27.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 47,24%, davon Windstrom 34,97%, Sonnenstrom 2,14%, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,82%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Montag scheint meine Prognose Lügen zu strafen. Eine gleichmäßige, eben noch immer mäßige Windstromerzeugung ermöglichen eine ausgewogene Versorgung Deutschlands mit Strom. Es wird vor allem nach Österreich, der Schweiz und Frankreich exportiert. Im Chart oben werden die Mengen, weil insgesamt zu gering (<0,01 TWh) nicht erfasst. Bevor es am morgigen Dienstag mit fast 50% Anteil richtig losgeht mit der Windstromerzeugung, gibt es noch eine kleine Winddelle.

Dienstag, 28.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,31%, davon Windstrom 49,40%, Sonnenstrom 1,79%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,12%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Windstromerzeugung zieht an. Über Tag eine kleine Delle, welche durch Sonnenstrom nahezu ausgeglichen wird. Den größten Teil des Tages erzielt Deutschland Strompreise, die unter 40 €/MWh liegen.

Mittwoch, 29.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 62,07%, davon Windstrom 50,57%, Sonnenstrom 1,72%, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,77%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Auch heute wieder 50% Anteil der Windstromerzeugung in Deutschland. Auch heute liegen die Strompreise fast den ganzen Tag unter 40€/MWh. Bemerkenswerterweise importiert Deutschland heute fast ausschließlich Strom aus Dänemark und Schweden. Aufgemerkt: In der Nacht nennenswerter Import aus Polen. Um 23:00 Uhr sind es 0,042 GW.

Donnerstag, 30.1.2020:  Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 63,16%, davon Windstrom 50,29%, Sonnenstrom 2,92%, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,94%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

Heute zum dritten Mal nacheinander 50% Windstromanteil. Zum dritten Mal ist der erzielte Strompreis über den gesamten Tag nicht auskömmlich für die Stromerzeuger. Und wieder wird aus Dänemark und Schweden praktisch den ganzen Tag Strom importiert.

Freitag, 31.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,07%, davon Windstrom 55,42%, Sonnenstrom 2,41%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,24%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Windstromerzeugung nimmt nochmal zu. Die konventionellen Stromerzeuger reduzieren nochmals, so dass der Strom im Markt nicht noch preismindernder als ohnehin wirkt. 40 €/MWh werden allerdings den ganzen Tag nicht erreicht.

Samstag, 1.2.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 74,51%, davon Windstrom 61,44%, Sonnenstrom 2,61%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,46%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

Der nochmalige Anstieg der Windstromerzeugung mit dem verringerten Bedarf zum Samstag/Wochenende lässt die Preisdämme brechen. Nicht mal 17 €/MWh werden auch nur einmal erreicht. Dafür wird der Strom teilweise verschenkt. Viel Wind, wenig Ertrag: Energiewende pur, oder? Leider hat der Stromkunde nichts davon. Mit Dänemark, welches ebenfalls stark auf Windkraft setzt, hat Deutschland die höchsten Endverbraucherpreise für Strom in Europa. Was an den Subventionen liegt, die das EEG bereitstellt. Ohne diese wäre kaum ein Windrad in Deutschland gebaut worden.

Die Bruttostromerzeugung Jahres 2019 (607 TWh) ist in Deutschland gegenüber dem Jahr 2018 (649 TWh) um 42 TWh zurückgegangen (Abbildung, bitte unbedingt anklicken. Es öffnen sich alle Abbildungen und Mehr). Macht 6,47 Prozent weniger Strom. Das ist ganz sicher auch der Tatsache geschuldet, dass Deutschland im Sommer 2019 regelmäßig Strom aus dem benachbarten Ausland importiert hat, statt ihn selber zu produzieren (Abbildung 1). Wirtschaftliche Erwägungen sowie politisch gewollte CO2-Spargründe waren die Motivation. CO2, welches bei der Stromerzeugung im Ausland anfällt, wird Deutschland nicht angerechnet. Auch wenn es solchen Strom importiert.

Nachtrag/ Wichtige Korrektur 12.02.2020, 10.01 Uhr:

Bereits kurz nach dem Erscheinen dieses Artikels machte mich Fabian Hein – Agora-Energiewende – per E-Mail darauf aufmerksam, dass meine in der Ursprungsfassung enthaltene Kalkulation von 20 Millionen Tonnen CO2 fehlerhaft sei. Nach ausführlicher Prüfung und der Erkenntnis, dass ich einem Denkfehler aufgesessen bin, muss ich erklären, dass Herr Hein vollkommen Recht hat. Eine Terawattstunde Strom ist nicht identisch mit einer TWh Energie aus Braunkohle. Vielmehr werden gut 3 TWh Energie aus Braunkohle benötigt, um eine TWh Strom zu erzeugen. Strom ist ein sekundärer Energieträger. Der Sachverhalt trifft – mit anderen Faktoren – ebenso auf Verstromung der Primärenergieträger Steinkohle und Gas zu. Deshalb liegt der CO2-Ausstoß, wenn die korrekten Faktoren – unter Abbildung 7 abgelegt – der Berechnung zugrunde gelegt werden, bei gut 50 Millionen Tonnen. Meine  Berechnung in dieser Sache war falsch.

Eine aufmerksame Leserin machte mich ferner darauf aufmerksam, dass das Klimamanifest der Werteunion Bayern nicht mehr aufrufbar ist. Zum Glück gibt es noch ausführliche Hinweise und Erläuterungen zum Klimamanifest der Werteunion Bayern bei EIKE und der Kalten Sonne (mehr).

Ordnen Sie Deutschlands CO2-Ausstoß in den Weltmaßstab ein. Zum interaktiven CO2-Rechner: Hier klicken. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit vier Jahren den Politikblog www.mediagnose.de

Zuerst erschienen bei der Achse des Guten; mit freundlicher Genehmigung.