Treiben Windmühlen die Zwergfleder­mäuse in den Untergang?

Bild: Margot Kessler  / pixelio.de

Craig Rucker
Die Zwergfledermaus ist in ganz Europa verbreitet ist. Sie ernährt sich von Stechmücken, Schnaken und anderen Insekten aller Art und hält sich gerne in Dachböden und Gebäuden auf, wo sie ihre Jungen aufziehen kann.
Obwohl sie zahlenmäßig noch nicht bedroht ist, machen sich Naturschützer zunehmend Sorgen über einen neuen Fressfeind, der das Wohlbefinden der Fledermaus beeinträchtigt.
Dieser Bösewicht: Windkraftanlagen.

Laut einer neuen Studie in Scientific Reports machen Zwergfledermäuse mehr als die Hälfte aller Fledermaus-Todesfälle an Turbinenstandorten in Europa aus. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar, aber die Ergebnisse des Berichts deuten darauf hin, dass die Fledermäuse aus irgendeinem besonderen Grund von den Windturbinen angezogen werden könnten.

Auf der Website der University of Exeter liest man:

Die Aktivität von Zwergfledermäusen wurde an 23 britischen Windparks und ähnlichen „Kontrollstandorten“ in der Nähe ohne Turbinen überwacht.

Die Aktivität war an den Turbinen um etwa ein Drittel höher als an den Kontrollstandorten, und zwei Drittel des Auftretens hoher Aktivität wurden eher an den Turbinen als an den Kontrollstandorten registriert.

Die Gründe dafür sind nicht klar. Möglicherweise werden die Fledermäuse von den Turbinen selbst angezogen oder es gibt in der Nähe der Turbinen mehr Beuteinsekten für die Fledermäuse.

So oder so bedeutet dies, dass das Risiko von Todesfällen an Windturbinen erhöht ist und erklärt wahrscheinlich die hohen Todesfälle von Zwergfledermäusen, die in einigen Windparks in Europa beobachtet wurden“, sagt Dr. Suzanne Richardson.

Diese Erkenntnis, nämlich dass Zwergfledermäuse tatsächlich von Windkraftanlagen angezogen werden, könnte erklären, warum die aktuellen Umweltverträglichkeitsprüfungen bei der Vorhersage der tatsächlichen Todesraten von Fledermäusen schlecht abgeschnitten haben.

Darüber hinaus, so heißt es in dem Bericht, „legen sie auch nahe, dass betriebliche Abhilfemaßnahmen (Minimierung der Blattrotation in Zeiten mit hohem Kollisionsrisiko) wahrscheinlich der effektivste Weg sind, um Kollisionen zu reduzieren, da die Anwesenheit von Turbinen die Fledermausaktivität verändert.“

Der ganze Bericht steht hier.

Autor: Craig Rucker is a co-founder of CFACT and currently serves as its president.

Link: https://www.cfact.org/2021/03/04/do-wind-turbines-draw-pipistrelle-bats-to-their-doom/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

 

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11 Kommentare

  1. Frau Interthal: Wieso Krebstod, auf welche Untersuchungen stützen Sie ihre Aussage oder gibts Wahrnehmungen aus der Umgebung? Ich kenne nur Untersuchungen unter Hochspannungsleitungen, eine Folge der Windräder.

  2. Nur eine Laien-Vermutung: Der Insektenflug ist ein energetisch sehr ineffizienter Flug. Gemessen an einer Gewichtseinheit (die fliegt) ist der Energie-Einsatz beim Flug der Insekten also sehr hoch. Daher suchen Insekten oft die Unterstützung von Luftbewegungen beim Flug (wie ich mal las). Das gilt vielleicht umso mehr für sehr filigrane Insekten, wie Mücken und Schnaken, die kaum gegen den Wind fliegen können. Nun stehen aber in den Bereichen zuverlässiger Luftbewegungen, die diese Insekten suchen, auch die Windkrafträder. Und die Zwergfledermaus jagt den Schnaken und Mücken hinterher.

    Das führt zur ersten Frage an die Studie: Waren die „Kontrollstandorte“ auch unter dem Aspekt der zuverlässigen Luftbewegung ähnlich? Falls ja, war’s das mit meiner schönen Hypothese.

  3. Es gibt doch schon länger wissenschaftliche Erkenntnisse über Fledermäuse und Windräder:
    Mit ihrer akustischen Wahrnehmung nehmen Fledermäuse die Türme der Windräder als hohe Bäume wahr, in deren Windschatten sich viele Insekten tummeln, die sonst vom Wind wegweht würden. Sehr verständlich ist dies hier beschrieben:
    https://www.tagesspiegel.de/wissen/windenergie-fledermaeuse-werden-am-windrad-zerfleddert/10772760.html
    Also, die Fledermäuse werden nicht durch die Rotoren geschreddert, sondern sie geraden beim Annähern von der Lee-Seite in den Nachlauf der Rotoren wo die dort auftretenden Druckunterschiede ihre inneren Organe regelrecht zerdrücken.
    Abhilfe geschieht durch Abschaltung der Rotoren während der Zeiten des Fledermausfluges. So gelten z. B. in BW bei Verdacht auf Fledermausflug bei Inbetriebnahme zunächst folgende Abschaltzeiten:
    „In der Zeit zwischen dem 1. April und dem 31. August ab einer Stunde vor Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang sowie zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober ab drei Stunden vor Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Diese Regelung gilt allerdings nicht bei Windgeschwindigkeiten von sechs Metern pro Sekunde oder mehr sowie bei Temperaturen von zehn Grad oder darunter, weil man davon ausgeht, dass Fledermäuse dann gar nicht unterwegs sind.“
    In der Regel ist der Einfluss dieser Stillstände auf den Jahresertrag recht gering, da die Leistungsabgabe der Windmühlen unterhalb von 6m/s eher bescheiden ist und in Starkwindgegenden diese Windverhältnisse eher selten sind. In Windgutachten wird hierfür ein Abschlag von </= 2,5% des Jahresertrages angenommen.
    Dennoch unternimmt die Windindustrie alles, um diese Abschaltzeiten möglichst weiter einzuschränken. So wird in den ersten 3 Betriebsjahren ein Fledermaus Monitoring durchgeführt um die tatsächlichen lokalen Fledermaus Flugzeiten zu präzisieren und möglichst weiter zu reduzieren. (Akzeptable geringe Verlustraten, die den Bestand ja nicht gefährden würden).
    Weiterhin werden Vergrämungsmaßnahmen durch Ultraschall untersucht.

    Klicke, um auf FA-Wind_Studie_Vermeidungsmassnahmen_10-2015.pdf zuzugreifen


    (S. 69 ff).

    • Vielen Dank Herr Fritz für ihren sehr informativen Kommentar und den Hinweis auf den link im Tagesspiegel. Die angeführten Sachinformationen sind logisch und stimmen sicherlich. Ich möchte jedoch als 20-jähriger Fledermaussachkenner ergänzen. Fledermäuse – also nicht nur die im Artikel genannten Zwergfledermäuse- meiden grundsätzlich den Wind, sie meiden Wind und Regen. Als Grund nehme ich zusätzlich zu den im link genannten die Störung ihres Ortungssystems an. Sowohl Wind als auch Regen erzeugen vielerlei diffuse Ultraschallfrequenzen, die sich im Ultraschalldedektor als lautes Rauschen bemerkbar machen. Fledermäuse hören den Wind viel lauter als wir mit unserem eingeschränktem Hörbereich. Ich nehme an, durch dieses Rauschen wird das Ortunssystem aller Fledermausarten gestört, der Jagderfolg ist geringer.

      • „Fledermäuse meiden grundsätzlich den Wind“. das ist ein interessanter Hinweis, Herr Kowatsch! Wissen Sie, ab welcher Windgeschwindigkeit die Fledermäuse lieber zu Hause bleiben? Bei 3 m/s ( Joggergeschwindigkeit ) drehen ungebremste Rotoren zwar weitgehend “ leer „, ihre Drehfrequenz unterscheidet sich aber kaum von der bei Nennleistung! Die Rotorspitzen haben also Jet-Geschwindigkeit und erzeugen einen dementsprechenden Lärmteppich. Ich kann mir gut vorstellen, daß eine Fledermaus, die da rein fliegt, zumindest vorübergehend orientierungslos wird. Wie resistent sind Fledermäuse gegenüber derartigem Stress?

        mfg

        • Herr Strasser, Ihre Frage kann ich nicht beantworten, ich kenne auch keine Versuche dazu. Ob die Rotorspitzen bei der Drehung ebenfalls Ultraschallgeräusche erzeugen, einen für uns nicht hörbaren Lärmteppich, werde ich im Sommer dann nachprüfen. Das nächste Windrad ist Gott sei Dank 15 km entfernt. Allerdings stehe ich dann am Boden mindestens 50m unter den Rotoren.

  4. Die Bezeichnung Windmühle ist falsch und verniedlichend. Das einzige, das diese furchteinflösenden Monsteranlagen mahlen bzw. zermahlen, ist Gesundheit.

    Zur Erinnerung: der Prototyp dieser Flugtierschredder hatte nur einen Flügel und wurde nach Ansicht von Fachleuten nur errichtet, um deutlich zu machen, daß es eine Schnapsidee ist den Strombedarf von D mit Hilfe von Windenergie decken zu wollen. Genannt wurde dieser Prototyp Growian für Großwindanlage.

    Klingt Growian zu sehr nach (grünem?) Größenwahn, oder warum wird diese Bezeichnung nicht mehr verwendet?

  5. Über die Windradschlagopfer freuen sich dann die Räuber und Aasverwerter. Aber was ist mit der Zerstörung der Grundwasserleiter durch die Baulogistik und bis zu 2.000 to schweren Fundamente, wer profitiert davon? Die Schäden sind immens und ein Frevel an der Natur!! Warum ist das nicht Gegenstand von Wissenschaft und Forschung der Universitäten? Auch die Frage der zunehmenden Flauten steht noch zur Klärung an, inwieweit die Windräder daran beteiligt sind. (EIKE hatte das vor ein paar Jahren schon x vermutet)
    Es ist doch ein scheinbares Paradoxon, dass die vermeintlich industriefeindlichen „Grünen“ und „Linken“ unsere Landschaft in ein Industriegebiet verwandeln und das Leben dort tyrannisieren. Wer gebietet dem Einhalt?

    • „Wer gebietet dem Einhalt?“ Sowas setzt Verstand voraus und den gibt es in Blödland schon lange nicht mehr. Dafür haben die Grünen und Murksel gesorgt. Wer soll denn die Klimairren stoppen, wenn 90% der Wähler die Parteien der Klimairren wählen?

  6. Ja, die Windmühlen treiben nicht nur die Fledermäuse, sondern auch die Menschen in den Untergang… in den langsamen, qualvollen Krebstod…

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