Fritz Vahrenholt: Die Temperaturen im Februar 2021 und der Ausstieg aus der Versorgungssicherheit Deutschland und China

Satellitenmessung UAH Februar 21

Die Abweichung der globalen Mitteltemperatur der satellitengestützten Messungen vom Durchschnitt der letzten 40 Jahre  erhöhte sich im Februar 2021 auf 0,2 Grad Celsius.
Der Trend der Temperaturentwicklung seit 1979 beträgt nach wie vor 0,14 Grad Celsius pro Jahrzehnt.

Hochgerechnet bis zum Ende des Jahrhunderts wären das noch einmal etwa 1,1 Grad Celsius, die  auf die bislang gemessene Erwärmung von 1,1 Grad Celsuis  seit 1880 hinzukommen. Letztere ist zu einem guten Teil auf die natürliche Erwärmung seit dem Ende der Kleinen Eiszeit  zurückzuführen. Es sollte nicht vergessen werden, dass der Temperaturmittelwert der letzten 2000 Jahre etwa um 0,4 Celsius höher liegt als das Referenz-Niveau zwischen 1850 und 1880.Und dieser Durchschnitt entspricht dem der Jahre 1940 bis 1970.
Wer sich näher dafür interessiert, sei auf unser Buch „Unerwünschte Wahrheiten“ verwiesen.

Ausstieg aus der Versorgungssicherheit
Der Kohlekraftwerksausstieg nimmt Gestalt an, die damit verbundenen Probleme auch.

Zum 1. Januar 2021 wurden in Deutschland elf Steinkohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 4700 Megawatt abgeschaltet und die Betreiber für das vorzeitige Aus mit 317 Millionen € vergütet. Wie Daniel Wetzel in „Die Welt“ berichtete, wurde u.a. das leistungsstärkste deutsche Steinkohlekaftwerk  Heyden zum 1. Januar 2021 abgeschaltet – fünf Jahre vor dem eigentlich geplanten Aus.Die Anlage musste auf Ersuchen des Netzbetreibers Tennet seit dem Jahreswechsel bereits sechsmal wieder hochgefahren werden. Grund hierfür waren einerseits Störungen im europäischen Netz ( am. 8. Januar und 25. Februar ) und Dunkelflauten im Verlaufe des Januars und Februars. Zwei weitere Anlagen, die zum 1. Januar stillgelegt wurden, müssen wohl auf unbestimmte Zeit in Betrieb bleiben: Der Netzbetreiber Amprion beantragte bei der Bundesnetzagentur, das Kraftwerk Walsum 9 der STEAG und das Kraftwerk Hamm Westfalen E der RWE als „systemrelevant“ einzustufen und die Eigentümer zum Weiterbetrieb als Reservekraftwerke zu verpflichten.
Die Strommangelsituation wird in den  Dunkelflauten des nächsten Winters offenkundig werden, wenn weitere 3 Kernkraftwerke ( Brokdorf, Grundremmingen, Grohnde) abgeschaltet werden sollen.

Wie die Darstellung von Rolf Schuster von Vernunftkraft zeigt, konnte die Solarenergie (gelb) naturgemäss keinen Beitrag leisten. Die Windenergie (blau) lieferte nur mit 25 % der Nennleistung Strom und zeigte die üblichen 4-7 tägigen Dunkelflauten, in denen Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke und Kernkraftwerke ( im Diagramm braun) aus dem In- und Ausland einspringen mussten. Diese Mangelzeiten sind auch durch eine Vervielfachung der Wind-und Solaranlagen nicht aus der Welt zu schaffen. Wo kein Wind ist, fliesst bei 1 aber auch bei 6 Windkraftwerken kein Strom. Oder anders ausgedrückt: 6 mal Null ist Null.  Über die horrenden und nicht bezahlbaren Verluste durch Erzeugung von Wasserstoff, Speicherung und Rückverstromung zur Füllung der Dunkelflauten können Sie im November-newsletter  nachlesen.
Wie relevant ist unser Kohleausstieg weltweit ?
Während Deutschland sich von Kohlekraftwerken verabschiedet, sieht das global anders aus. Zwar gingen weltweit 17 000 MW Kohlekraftwerke vom Netz ( vornehmlich in den OECD Staaten) aber fast doppelt soviel Kapazität wurde  in China netto zugebaut. ( 8660 MW gingen 2020 in China vom Netz,36400 MW neue Kohlekraftwerke gingen ans Netz).

Im vierzehnten 5-Jahresplan der Volksrepublik China, der in diesen Tagen verabschiedet wird, streut die KP Chinas der Weltöffentlichkeit Sand in die Augen. Um 18 % soll die CO2-Emission, bezogen auf das Bruttosozialprodukt (BSP) bis 2025 gesenkt werden. Das hört sich doch grossartig an. Das BSP soll aber im nächsten und den darauffolgenden Jahren um 6 % steigen. Das wären dann also 30 % -18 % = 12 % CO2-Mehremissionen allein in den nächsten 5 Jahren. Dieser Zuwachs sind 1,2 Milliarden Tonnen CO2 , fast das doppelte der Gesamtemissionen Deutschlands. Aber China, der Weltexportmeister, hat im Pariser Abkommen den Status eines Entwicklungslandes. Das Land kann machen, was es will.

Die Botschaft des 5-Jahresplans  der chinesischen Staats- und Parteiführung dagegen lässt keinen Zweifel: Peking will einen dominanten Platz in der Weltwirtschaft. Das oberste Ziel lautet Autarkie.Wie gesagt : Laut UNO immer noch ein Entwicklungsland.

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10 Kommentare

  1. Bezieht man die 18% Senkung des CO2-Ausstoßes auf die BIP-Einheit erhält man bei 6% Steigerung des BSP in 5 Jahren eine CO2-Reduzierung von 1-(1,06*0,82)^5=50,4%!

  2. Korrigendum:
    „Pro BIP-Einheit sollen die CO2-Emissionen zwischen 2020 und 2025 um 18 Prozent sinken.“ (Spiegelonline https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/fuenfjahresplan-der-volksrepublik-warum-chinas-co2-emissionen-weiter-steigen-a-b27a9384-e10a-4872-9b69-6bce66a3d66d)
    Bei einem jährlichem Wachstum von 6% ist das Wachstum in 5 Jahren
    1,06^5-1 = 0,338 = 33,8% und entsprechend hoch wäre auch der CO2-Anstieg ohne prozentuale Senkung des CO2-Ausstoßes.
    Bei einer jährlichen Senkung um 18% beträgt der CO2-Zuwachs pro Jahr 4,92% und damit in 5 Jahren 1,0492^5-1 = 0,27 =27%!

  3. „Der Trend der Temperaturentwicklung seit 1979 beträgt nach wie vor 0,14 Grad Celsius pro Jahrzehnt.“ Man sollte eigentlich einen Trend nur in Verbindung mit der zugehörigen statistischen Unsicherheit angeben. Ich ermittle aus den UAH-Daten +/- 0,009 °C/Dekade. Dies ist viel zu gering. RSS wertet den gleichen Satelliten-Datensatz aus. Es ergibt sich ein größerer Trend von 0,18 °C pro Dekade. Diese Abweichung ist als ein systematischer Fehler einzuordnnen. Bei der Ermittlung der statistischen Unsicherheit müsste man noch folgende Einflüsse diskutieren: Autokorrelations-Effekte, Homogenisierung durch Verwendung von Anomalien und Gebietsmittel. Ich schätze dass die Unsicherheit in der Größenordnung von mehr als +/- 0,05 °C/Dekade liegt.

  4. In China wird eine digitale Welt mit 5G oder 6G, mit künstlicher Intelligenz (Robotertechnik) und totaler Überwachung (gibt es bereits schon) eingerichtet. Das nennt sich die digitale Wirtschaft oder mit anderen Worten die neue Weltordnung. Die großen high Tech Konzerne (IBM, Microsoft, Amazon, Google usw.) machen das selbstverständlich mit und sehen dort ihre Zukunft.
    „Zhengmao Li, Executive Vice President bei China Mobile, sagte am 24. Februar 2019 in Barcelona: „Um ein 5G-Netzwerk in China aufzubauen, sind dreimal so viele Basisstationen nötig wie bei 4G. Der Energiebedarf ist mindestens dreimal höher und die Basisstationen sind dreimal teurer als bei 4G.“ China Mobile ist gemessen an der Kundenzahl von rund 900 Millionen der größte Mobilfunkbetreiber der Welt.“

    Ich würde bitten sich über 5G und den verursachten Schäden an Menschen sowie der Natur zu informieren. Wenn die 5G Satelliten auch ausgebaut werden, dann werden sogar die Pflanzen und Wälder mit der Zeit absterben.

    China war bis jetzt nie Freund der Natur. Sie haben nie Rücksicht auf ihre Umwelt und Natur genommen. Das ist auch in ihrer Kultur nicht verankert. Sie sind verantwortlich für die Waldrodung in ihrem eigenen Land und im Ausland, der unaufhaltsame Gier an Fischen im südchinesischen Meer hat die Fischbestände dort zerstört und sie jagen sogar Tiere in ihrem Umwelt um sie zu verspeisen.

    Dazu noch haben sie große Interesse an Roboter, high tech, künstliche Intelligenz, digitale Währungen und auch an totale Überwachung. Wenn der Westen sie nicht aufhalten kann, werden sie die Natur und dabei Menschenleben weiter zerstören.

  5. China baut eine neue Infrastruktur und digitale Wirtschaft mit totaler Überwachung. Laut SASAC bezieht sich die neue Infrastruktur auf digitale Infrastrukturen wie 5G-Basisstationen, Rechenzentren, künstliche Intelligenz und industrielles Internet.

    Diese Infrastrukturen können ein auf digitaler Computertechnologie basierendes Wirtschaftssystem bilden, das als digitale Wirtschaft bezeichnet wird und das kostet enorm viel Storm.
    Laut einem Bericht der chinesischen Website „Caixin.com“ war die Autonome Region Innere Mongolei die erste Region, in der im November 2020 Stromausfälle auftraten. Warum passieren die Stromausfälle ausgerechnet in der Inneren Mongolei, die ein wichtiger Stromversorgungsstandort und wichtigster Kohleproduktionsstandort in China ist? Seit Huawei 2013 beschloss, ein Rechenzentrum in dieser Stadt zu errichten, ist Ulanqab nicht nur die nördliche Basis des National Big Data Disaster Preparedness Center geworden. Es ist auch ein großes Rechenzentrum für viele Unternehmen wie Alibaba.
    Rechenzentrum gleich Energiefresser
    Im Vergleich zu normalen Serverräumen stellen Rechenzentren hohe Anforderungen an Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Magnetfeldstörungen und andere Bedingungen und diese Anforderungen sind sehr hoch.
    Weiter kann man sich hier belesen.
    https://www.epochtimes.de/china/china-politik/totalueberwachung-mit-5g-was-steckt-hinter-chinas-stromausfaellen-a3462049.html
    Auch UN arbeitet an Big Data mit China.

    UN arbeitet mit China an Big-Data-Rechenzentrum

    China braucht enorm viel Storm für seine digitalen Projekte und versucht deswegen die Kernkraftwerke und Kohlenkraftwerte mit hoher Geschwindigkeit aufzubauen.

  6. China ist in bester Gesellschaft. Aus dem heutigen Newsletter der Global Warming Policy Foundation: 1) India’s coal use to surge as power demand is set to doubleEnergy Voice, 17 February 2021 2) Coal projected to be India’s largest source of power in 2040The Economic Times of India, 12 February 2021 3) Coal India approves 32 coal mining projects New Indian Express, 9 March 2021   Allerdings ist Indien derzeit bei uns beliebter als China. Schliesslich will man Indien in eine Militärallianz gegen China – die soganannte QUAD – einbinden. Deshalb wird Indien in puncto CO2 in Ruhe gelassen.  Ebenso bezüglich diverser „kleinerer“ Verstösse gegenüber Menschenrechten und Minderheiten.

  7. Unserer Dummköpfe sind auf Klima-„Weltrettungs“-Kurs, die Chinesen reiben sich die Hände. Gleichzeitig produziert man in China grüne Technik für die Deppen im Westen. Zumindest so lange, bis den Klima-Deppen das Geld ausgeht.

  8. Die Abweichung der globalen Mitteltemperatur der satellitengestützten Messungen vom Durchschnitt der letzten 40 Jahre  erhöhte sich im Februar 2021 auf 0,2 Grad Celsius.

    Die Referenzperiode für UAH ist aktuell 1991-2020, das dürften also die letzten 30 Jahre sein.

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