Explodierende Stromkosten: Energiewende bereitet Großindustrie unerwartete Zusatzprobleme

Schmelzflußelektrolyse von Aluminiumerz (Bauxit). Von 1993: Andreas SchmidtSVG-Umsetzung/Modifikation: Cepheiden - Datei:Schmelzflusselektrolyse.png, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7510010

von AR Göhring

Die entgegen jeder wissenschaftlichen Vernunft durchgedrückte Energiewende Merkels zeitigt immer mehr Probleme, die die wertschöpfende Industrie auf unerwartete Weise abwürgt.

Die ehemals halb-zentrale Stromversorgung Deutschlands mit Kern- und Kohlekraftwerken hatte nicht nur den Vorteil, die Verschmutzung der Luft auf bestimmte Regionen zu begrenzen (statt in jeder Küche wie zuvor); es war auch möglich, besonders energiebedürftige Verbraucher wie die Aluminium- und Stahlindustrie ortsnah mit billigem Strom in benötigter Menge zu versorgen. Den Grund für den hohen Bedarf kennt der kundige EIKE-Leser aus dem Schulunterricht: Erze wie Bauxit müssen erst mit mehr als 2000°C verflüssigt werden, um die Aluminium-Ionen zu mobilisieren, die dann via Elektrolyse reduziert und zu elementarem Metall gemacht werden. Das Schmelzen der Alusalze kann meist noch mit Gas oder Kohle bewerkstelligt werden; aber für die Elektrolyse braucht man Strom mit hohen Spannungen und hohen Stromstärken.

Da die Stromtarife für die Industrie seltsamerweise auch nach Transportstrecke berechnet werden, fallen nun viel höhere Preise an, da die zentralen Meiler nach und nach abgerissen werden. Und die vielen dezentralen Kleinkraftwerke und Ökostromanlagen, oder der nächste noch in Betrieb befindliche  Großmeiler stehen zwangsläufig weit weg von den Großverbrauchern. Ergebnis: Verdopplung der Stromkosten, die logischerweise an den Produktkäufer weitergegeben werden müssen. Deutsches Metall wird damit nicht mehr konkurrenzfähig. Heißt irgendwann, Werk schließen oder ins Ausland verlagern.

Typisches Beispiel ist die Aluhütte von Trimet in Hamburg. Bisher wird die Fabrik vom nahen Moorburg, einem neuen hocheffizinenten Kohlekraftwerk, versorgt, das Vattenfall an Silvester schließen wird. Das KKW Brokdorf, zehn mal so weit entfernt (70km), muß dann übernehmen. Dummerweise fällt Brokdorf Silvester 22 auch aus; und dann muß ein Anbieter im fast 100 km entfernen Bremen übernehmen.

Man sieht: Die Energiewende, die das Kabinett Merkel II 2011 vom Zaun brach, sorgt lediglich für eine Desindustrialisierung Deutschlands. Die Kern- und Kohlekraftwerke und die Aluhütten werden keineswegs weniger, sondern wandern nur ins benachbarte Ausland ab.

Den Akademikern im öffentlichen Dienst und in den Redaktionen mag das gleich sein – zunächst noch. Denn die Grundstoffindustrie erzeugt den Wohlstand, von dem die Steuer-Transfers letztlich finanziert werden. Daß die Hunderttausende Jobs, die zeitnah wegfallen, jemanden von den Transferempfängern  interessieren, darf bezweifelt werden. Es geht ja um die Rettung des Klimas; da müssen eben ein paar Späne fallen.

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23 Kommentare

  1. Axel Robert GöhringTypisches Beispiel ist die Aluhütte von Trimet in Hamburg. Bisher wird die Fabrik vom nahen Moorburg, einem neuen hocheffizinenten Kohlekraftwerk, versorgt,

    Auf dem Werksgelände der Trimet Aluminium SE im Hamburger Hafenumfeld wurde doch 2017  drei Windenergieanlagen in Betrieb genommen oder nicht Herr Axel Robert Göhring ?

  2. von AR Göhring„Typisches Beispiel ist die Aluhütte von Trimet in Hamburg. Bisher wird die Fabrik vom nahen Moorburg, einem neuen hocheffizinenten Kohlekraftwerk, versorgt, das Vattenfall an Silvester schließen wird.“…………………Vom neuen hocheffizinenten Kohlekraftwerk Moorburg versorgt ? ……….Leichter Realitätsverlust Herr Dr. Göhring ?https://ibb.co/FxnCPVHMehr Pause als Stromlieferung beim neuen hocheffizinenten Kohlekraftwerk Moorburg. 

  3. „Man sieht: Die Energiewende, die das Kabinett Merkel II 2011 vom Zaun brach, sorgt lediglich für eine Desindustrialisierung Deutschlands.“Es war nie etwas anderes bezweckt.Schließlich ist die Große Transformation oder auch great reset nur durch Zerstörung aller bestehenden Strukturen möglich.Und sowohl Frau Merkel ,Herr Klaus Schwab ,Guterres und diverse andere haben uns zuletzt darauf hingewiesen ,daß diese kommen muß und alternativlos ist.Nach Schwab werden wir zu besitzlosen aber „glücklichen “ Leibeigenen .Also bereitet Euch schon mal vor,es dauert nicht mehr lange.Überraschend kommt hier nichts.

    • Zentral-Verschwörungstheorie. Merkel hat keinen Plan; dazu ist sie nicht fähig. Selbstorganisierendes System von Inkompetenten und Totalitären

      • Dass Schwab und die anderen Davoser gerne ihren Great Klogriff durchdrücken wollen, kann man ja auf der Website vom Weltwirtschaftsforum nachschauen. Aber, die Vorstellungen von Schwab sind genauso Science-Fiction-Film wie Elon Musks Beschreibungen seiner „visionären“ Technologien. Sowas wie der Hyperloop-Tunnel hat sich schon vor hundert Jahren nicht durchsetzen können, weil es technischer Schwachsinn ist. Dafür ist das Flugzeug erfunden worden. Musk ist lediglich gut in Selbstdarstellung und im Überzeugen, was Schwab und Merkel nicht draufhaben. Musk geht es vermutlich lediglich um Kohle und Aufmerksamkeit, während Schwab und Merkel vermutlich immer noch an die Veränderung der Menschheit in das sozialistische Paradies durch den totalitären, technokratischen Weltstaat glauben. Ist ja nicht, was ich glaube, sondern was die so von sich geben, dass mich davon überzeugt, dass die das glauben.

  4. Herr Göhring, das Gaskraftwerk Moorburg wurde bereits 2004 abgerissen und von Vattenfall durch ein hochmodernes Steinkohlekraftwerk ersetzt, welches 2015 in Betrieb ging. Und dieses wurde nun abgeschaltet. Aber trotzdem ist das ein Vorgang der an Dummheit und Arroganz kaum zu übertreffen ist.

  5. Das Gaskraftwerk Moorburg wurde 2004 gesprengt. Stattdessen errichtete Vattenfall ab 2007 das Steinkohlekraftwerk Moorburg, was 2014/2015 in Betrieb ging und 2020 abgeschaltet wurde (Wikipedia).

  6.  Merkels Politik hat keine guten Absichten für Deutschland, das ist in allen Bereichen eindeutig festzustellen. Ihre Energiewende wirkt wie heimtückische Sabotage, wenn man auf die Folgen schaut, wie z. B. hier https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/chipbranche-hohe-strompreise-vertreiben-hightech-unternehmen-aus-deutschland/26940892.html Höchste Strompreise sind Gift für eine auf Wertschöpfung stehenden Volkswirtschaft und das wissen alle Realisten. Der verbrecherische Plan diese Bundesrepublik zu zerstören in dem die Kanzlerin selbstherrlich mit feindlicher Willkür Kraftwerken „den Stecker zieht“ ist doch maximalen Schaden anzurichten.Die Bösartigkeit der alten ungeliebten Funktionärin wird komplett unterschätzt, sie verursacht ständig chaotische Krisen, in dem sie gegen alle Vernunft Zersetzungsprozesse anrührt.  

  7. Nun ja, die Firma Trimet ist ja ein fleißiger Befürworter der Energiewende und wird gut gefördert. Sie bietet Ihre Dienste geradezu an. So z.B. mit dem Projekt „Virtuelle Batterie“ . Auch Abschaltungen bei Frequenzunterschreitung werden angeboten. Natürlich gegen Bezahlung. Kann man hier bei über Google finden “ Virtuelle Batterie Trimet“ . Man kann nur hoffen, daß aus der „virtuellen Batterie“  im Laufe der Zeit keine „virtuelle Firma“ wird.  Verdient hätten sie es aber.  Schlimm natürlich für die Mitarbeiter . Die können aber nichts für die tollen Strategien des Managments. Die sind ja inzwischen alle politisch korrekt „grün“ und machen jeden Schwachsinn mit. 

    • Das Management denkt schon weiter…. Aluminium wird in Zukunft irgendwo auf der Welt hergestellt wo die Stromversorgung besser und billiger ist als in Öko-Deutschland. Die Anlage in Deutschland läuft dann, mit minimalem Personal, als „besondere Netzstabilisierungsanlage“ weiter und das wird dann entsprechend hoch vergütet. Die verblödeten grünen Schlümpfe (hüpfen statt lernen…) merken doch gar nicht dass dabei in Zeiten von hohem Wind-und Sonnenstrom dieser dort „verbraten“ wird (gegen Geld natürlich) und dass das „Stromverbraten“ bei Dunkelflaute eingestellt wird – natürlich auch gegen Bezahlung. Jedes Land hat die Politiker die es verdient, mal sehen wie die nächsten Landtagswahlen so ausgehen werden……

  8. Sehr geehrter Herr Göhring, Sie haben in Ihrem Artikel nicht erwähnt, dass ein Großteil der Industrie in Deutschland „privilegiert“ ist und damit billigeren Strom beziehen kann. Da sieht es dann im internationalen Vergleich ganz anders aus.  Ebenso wenn man nicht nur auf den Strom schaut, sondern zum Beispiel auch aufs Gas, einen wichtigen Brennstoff gerade für die energieintensiven Branchen. Da rangiert Deutschland preislich im eher hinteren Mittelfeld. Zum Strom: https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/ccx/2015/Industriestrompreise_WBF_Gesamtwirtschaft.pdf

    • Herr Burger, die Ausarbeitung des Fraumnhofer Inst. ist von 2015. Mit Zahlen bis einschließlich 2013. Die jetzigen rapiden Änderungen auch im Netzentgeldbereich waren in dieser Ausarbeitung deshalb noch gar kein Thema, deshalb müssen die Projektionen ungenau sein.

      Das vom Autor dargestellte Problem (starke Erhöhung der Netzentgelde) haben Sie nicht erfasst, auch den Link zu WO nicht genutzt. Sie versuchen lediglich die Prognose des Autors klein- bzw. wegzureden: „Deindustriealisierung Deutschlands“.

      Troll.

    • Sie haben sicherlich recht mit dem Hinweis, dass die energieintensiven Industrieunternehmen den Strom günstiger beziehen als Privathaushalte. Dennoch ist der Preis für Industriestrom in Deutschland in den letzten 10 Jahren um 50% gestiegen und Deutschland ist in der EU Spitzenreiter in den Strompreisen für die Industrie. Außerdem: Vorsicht bei Durchschnittswerten!

    • Nanu, welche „Rechtschreibspezialisten“ melden sich da aus dem Untergrund? Neue Taktik des grünen Nebelkerzenwerfens? Wird garantiert ein Volltreffer bei denen, die Rechtschreibung nur vom Hörensagen kennen.

    • Herr Leschhorn,

      typisches „argumentum ad hominem“.

      Ich finde, Sie verstoßen damit gegen die hier eingeforderte Diskussionskultur.

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