Brandgefahr: Verbot für Elektro-Autos und Hybride in Tiefgarage in Oberfranken

Elektroautos brennen anders – heißer und schwieriger zu löschen. Bild: Bredehorn Jens / pixelio.de

von AR Göhring

In Kulmbach/Franken wurde nach Brand und Sanierung einer Tiefgarage ein Verbot für KFz mit Lithium-Akkumulator erlassen.

Am Eku-Platz in Kulmbach wurde eine Tiefgarage nach halbjähriger Sperrung und Brand-Sanierung wiedereröffnet. Um weitere Brände zu vermeiden, dürfen nun keine Autos mit Lithium-Batterie mehr dort parken. Begründung vom Tiefbauamt:

„Die Feuerwehr kann solche Fahrzeuge nicht löschen, sondern muß sie ausbrennen lassen. Auch ist die Tiefgarage nicht ausreichend hoch genug, um brennende Autos mit schwerem Gerät heraus zu ziehen.“

Brenne  ein Lithium-Akku, könne man mit Wasser nur kühlen. Zum Glück hatte vor Monaten nur ein alter VW-Verbrenner gebrannt; aber selbst das hatte eine lange Sanierung/Dekontamination  zur Folge. Ein Lithium-Brand würde vermutlich sehr viel mehr Entsorgungs- und Reinigungsaufwand erfordern.

Autobrände sind generell selten; gleich, ob Verbrenner oder E-Motor. Brennt aber zum Beispiel ein Tesla, sind Feuerwehr, Entsorgungsspezialisten, und vor allem der Hersteller überfordert, wie der Fall des verunfallten Problem-Wagens aus Tirol eindrücklich zeigte.

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20 Kommentare

  1. Akku-Autos sind nun einmal kompletter Quatsch, nur nicht für die Produzenten und Verkäufer. Die verdienen mehr Geld. Und die Akkus müssen ja während der Nutzungsdauer mindestens zweimal komplett ersetzt werden. Wobei ja deren Speicherkapazität im Laufe der Zeit abnimmt. Aber darüber wird ja nix den Leuten erzählt. Das würde ja das Geschäft der Geldabgreifer zerstören.

  2. Es ist schon so, dass das Gefährliche an Akkus ist, dass sie das Oxidationsmittel gleich mit an Bord haben. So erstaunt mich immer wieder, dass Leute meinen, man könnte mit Unterbinden der Sauerstoffzufuhr einen Akku-Brand löschen. Und dass es dabei sogar Detonationen gibt, das ist nicht erfunden. So habe ich von Bekannten gehört, ihnen sei das Bad geradezu um die Ohren geflogen, und zwar nur wegen eines relativ kleinen Akkus, ich glaube für ein E-Bike. Seither verbanne ich alle Akkus wie z.B. für Rasenmäher in die Garage – trotz Winterfrost und nicht mehr in der Nähe des Öltanks im Heizungskeller…

  3. Interessant, dass ein Unfall mit einem Elektroauto in Tirol herhalten muss, um die Brandgefahr bei einem stehenden Elektoauto zu suggerieren. Besser geeignet wäre vielleicht ein Beispiel gewesen, wo sich ein Akku eines nicht in Betrieb befindlichen Elektroautos entzündet hätte. Sowas habe ich aber auf die Schnelle nicht gefunden. Andererseits hatten sich in derselben Tiefgarage in den Jahren zuvor schon 2 weitere Verbrennerfahrzeuge selbst entzündet.Die Idee, Elektroautos den Zugang zu verbieten, weil ein Verbrenner in Flammen aufgegangen war, ist ähnlich absurd wie die Schließung von Schulen wegen eines Virus, von dem Kinder und Jugendliche so gut wie nicht betroffen sind.Der deutsche Feuerwehr-Verband klingt in seinem Paper „2018-1_Fachempfehlung_Risikoeinschätzung Lithium-Ionen Speichermedien“ weit weniger alarmistisch als die obige Meldung. In dem Paper heißt es im Abschnitt „Elektrofahrzeuge“: „Von zertifizierten Elektrofahrzeugen gehen weitgehend vergleichbare Gefahren aus, wie von Fahrzeugen mit anderen Antriebsarten (Kraftstoff, Gas). Auch Brandversuche haben gezeigt, dass die Brandleistung [MW] unter Fahrzeugen einer Generation und Größe unabhängig von der Antriebsart vergleichbar ist. … Den Brandschutzdienststellen wird empfohlen, dieselben Kriterien bei den Gefährdungsbeurteilungen (Brandschutzprüfung, Veranstaltungssicherheit, Brandverhütungsschau) anzuwenden, wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Zertifizierte Ladeeinrichtungen auf Einstellplätzen in Garagen können aus heutiger Sicht auch in Tiefgaragen als notwendige Bestandteile des Betriebs und Abstellen von Fahrzeugen akzeptiert werden.“ Sowie: „Im Brandfall sind Elektrofahrzeuge mit Wasser zu löschen.“

    • Herr Junk,

      in Asien (Land ist mir im Moment nicht erinnerlich) gab es vor einigen Jahren einen spontanen Tesla-Brand in einer Tiefgarage. Darüber gab es Aufnahmen einer Überwachungskamera, die in verschiedenen Zeitschriften erschienen.

      Bei Lithium-Akkus gibt es ein grundsätzliches Problem, und zwar durch das  Kobalt. Die dabei entstehenden Rauchgase sind m.W. hochgiftig. Das gilt ganz besonders in weitgehend geschlossenen Räumen wie Tiefgaragen.

    • KFz-Brände sind extrem selten; zumindest bei den häufigen Verbrennern. Bei den noch seltenen Stromern kann man noch nicht abschätzen, wieviel Promille oder Prozent eines Tages in die Luft fliegen. Die Kulmbacher wollten  sich wohl absichern, weil immer mehr von den Lithium-Schleudern zu erwarten sind.

      Wenn Verbrennungsprodukte eines alten Golf schon 5 Monate Sanierung nach sich ziehen, kann man sich vorstellen, welche Sauerei ein brennender Tesla mit unbekannter (!) Akku-Chemie verursacht.

    • Im Brandfall sind Elektrofahrzeuge mit Wasser zu löschen

      Nö, löschen ist nicht, allenfalls kühlen.  Man versenkt die Dinger nicht umsonst in wassergefüllten Containern.

       

      • Überhaupt: Seit wann wird Elektrik mit Wasser gelöscht? Profis nehmen CO2 u.a.. Fürs Kühlen würde sich wohl Flüssigstickstoff anbieten. Aber den vorhalten oder aufm Hänger rumfahren, das wird teuer und kompliziert.

  4. Bitte bei Li-Ionen-Akkus von „UN-Löschbaren“ und hoch-gradigen „CHEMIE-METALL-BRAND-SÄTZEN“ sprechen und schreiben – Problem liegt im „erschütterlichen“ Gebrauch, gerade bei Fahrzeugen – eigentlich ist dieses GEFAHR-„GUT“  komplett  „unversicher-bar“ !!!  😉 

  5. Seit fast 60 Jahren fahre ich Benziner. Ich habe in der Zeit noch nie ein brennendes Fahrzeug gesehen, außer bei Autorennen. Das sind ja nun  keine normalen Autos. Ich begrüße es ausdrücklich dass diese fahrenden Brandbomben mit in Garagen abgestellt werden dürfen. Das sollte aber überall sein.

    • Mein Vermieter hatte mal einen Motorbrand, geparkt vor seinem Büro. Weiß auch nicht, was da passiert ist. Blei-Akkufehler? Ist aber extrem selten.

      • Also eine normale Starterbatterie brennt nicht. Allerdings ist bei der Entzündung von stehenden Fahrzeugen fast immer die elektrische Anlage schuld. So eine Starterbatterie kann schon recht heftige Kurzschlussströme erzeugen. Da reicht ein durchgescheuertes Anlasserkabel. Aus beruflicher Erfahrung kann ich aber sagen, dass in den meisten Fällen unsachgemäße Änderungen an der Elektrik Brände auslösen, z.B. die allseits beliebte Nachrüstung mit Audioendstufen. Viel Zuleitungskabel und wenig Sicherung, schon wird es hell.

          • Herr Rohde, ich sprach von (fehlenden) Quellen jenseits der anekdotischen Evidenz.

            Diesel und Benzin beginnen sich bei etwa 250°C zu entzünden, der Krümmer kann nach sportlichem Fahren auf der Autobahn bei der Pinkelpause gut 600..700°C haben. Der  Wärmeenergieinhalt ist etwa 0,25..0,75 kWh. Wenn der Motor schön warmgefahren ist, wird das schnelle Abkühlen der Anbaukomponenten zu einem Problem. Ähnliches ergibt sich wenn der Partikelfilter gerade regeneriert werden sollte und der Fahrer derweil eine Pause einlegen wollte. Nicht ohne Grund gibt es bei verschiedenen Fahrzeugen einen Nachlauf des Lüftergebläses.

            Wenn sich natürlich ein Lügenstift- und Lüsterklemmen-Elektriker an der akustischen und visuellen Verschönerung seines Untersatzes bemüht, so sind Spezialeffekte nicht selten vorprogrammiert..

          • @ Deutering

            Wie gesagt, Diesel ja, Standard – Benzin 95 ROZ bei weitem nicht. Ich durfte schon einmal live und in Farbe erleben, wie Benzin aus einer durchtrennten Leitung auf ein rotglühendes Abgasrohr traf. Wir wurden alle sehr schnell, nur gebrannt hat nichts. Das eine Entzündung von Betriebsstoffen möglich ist, wird kein Mensch ernsthaft bestreiten. Passierte z.B. gern bei den VW – Typen mit Flachmotor in Unterflurbauweise. Aber bei stehenden Fahrzeugen fehlt halt Kraftstoff- und Öldruck. Da müsste sich schon während der Fahrt eine ausreichende Menge auf dem Krümmer oder Kat gesammelt haben, die dann beim Anhalten durch Nachwärme gezündet wird. Möglich, aber sehr unwahrscheinlich.

             

        • „fast immer die elektrische Anlage schuld“? Gibt es da mehr als anekdotische Evidenz?

          Die R+V bzw Dekra sagt:

          Laut Dekra sind mit 40 Prozent die häufigsten Feuerursachen ein Kraftstoff- oder Ölaustritt auf heiße Motorteile oder Motoranbauteile. Durch Reibung von Fahrzeugteilen mit einem Betriebsstoff kommt es in 26 Prozent aller Fälle zum Brand, und in jeweils 17 Prozent aller Fälle sind entweder Kurzschlüsse oder ein Feuerübergriff von einem anderen Fahrzeug Grund für den Brand.

          Verbrenner verbrennen im Wesentlichen durch Kraft- und Betriebsstoffe. So ein Krümmer und Vorkat sind auch länger nach dem Abstellen noch über der Zündtemperatur von Benzin und Diesel.

          • Herr Deutering,

            ich sprach von stehenden Fahrzeugen. Und was die Entzündungstemperatur von Benzin und Diesel angeht, sollten Sie die vielleicht erst mal in Erfahrung bringen. Bei Diesel könnte das event. noch klappen, bei Benzin keine Chance. Zudem ist ein Treibstoffaustritt bei stehendem Fahrzeug schon recht unwahrscheinlich, da läuft nämlich keine Kraftstoffpumpe. Und auch keine Ölpumpe. Und schauen Sie sich auch mal den Wärmeenergiegehalt von Metallen an. Wenn Ihr Treibstoffaustritt nicht nach ein paar Minuten erfolgt ist, wird das nix mehr mit der Entzündung.

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