Verschärfte Fakten für den Unlock

Lockdown sofort beenden! Bild: unsplash.com

von Jochen Ziegler
Die am Freitag den 15.1.2021 veröffentlichten  Sterbefallzahlen   des Statistischen Bundesamts reichen bis zum 20.12., dem Ende der Kalenderwoche 51 des Jahres 2020. Am 20.12. starben in Deutschland demzufolge 3.219 Menschen. Nimmt man zur konservativen Abschätzung an, dass bis zum 31.12. jeden Tag genauso viele Menschen starben, kommt man für das Jahr auf insgesamt 976.608 Tote, 2019 waren es 939.520. Daraus ergibt sich ein Rohwachstum von 3,9 Prozent.

Das ist aber nicht die Übersterblichkeit. Um diese zu berechnen, muss die Basiszunahme der Toten pro Jahr aufgrund der demographischen Alterung herausgerechnet werden. Aufgrund dieses Effekts sterben so lange, bis die Bevölkerungszahl oder das Durchschnittsalter in Deutschland deutlich sinken, jedes Jahr mehr Menschen. Diese zu erwartende Zunahme hat der Mathematiker Thomas Rießinger mit Hilfe eines Regressionsmodells aus den Sterbezahlen der letzten 14 Jahre modelliert. Demzufolge müssten 2020 in Deutschland 957.006 Menschen sterben. Verwendet man diesen korrigierten Wert als Referenzgröße, kommt man für 2020 auf eine Übersterblichkeit von 2 Prozent, es sind etwa 19.600 Menschen mehr gestorben als laut Modell zu erwarten wären.

Was die 2 Prozent Übersterblichkeit bedeuten

Dieser Wert kann zum Teil durch COVID erklärt werden, denn die Krankheit ist bei Menschen am Ende ihres Lebens eine natürliche Todesursache, die aber die Lebenserwartung um einige Wochen verkürzen kann (harvest effect), bei wenigen Patienten auch um mehr Lebenszeit. Dieser Effekt kann die Übersterblichkeit zum Teil erklären, doch kann ein Teil der 19.600 zusätzlichen Toten auch durch ganz andere Ursachen hervorgerufen worden sein, wir kennen die Kausalzusammenhänge im komplexen System der Interaktion von Mensch und Umwelt, die letztlich bei jedem von uns eines Tages zum Ende des Lebens führt, oft nicht einmal beim Einzelnen genau, aber in der Gesamtpopulation erst recht nicht.

Sicher ist, dass wir nicht um die 1.000 COVID-Tote am Tag zu beklagen haben, wie es das RKI berichtet, denn dann müssten wir es mit einer in allen Altersgruppen viele Todesopfer fordernden schweren Epidemie zu tun haben, die die Reihenfolge der Todesursachen verändert. Seit Jahrzehnten sterben etwa 35 Prozent an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 25 Prozent an Krebs, 7,5 Prozent an Erkrankungen des Atemsystems und alle anderen an selteneren Erkrankungen.

2018 starben laut Statistischem Bundesamt etwa 20 Tausend Menschen an Pneumonie und 34 Tausend an chronischen Atemwegserkrankungen, vor allem an der Raucherkrankheit COPD. Viele dieser Patienten sterben akut an Pneumonie, doch wird dies nicht als Todesursache angegeben, da die zugrundeliegende Krankheit den Tod verursacht hat. Geht man, um eine grobe Einschätzung der RKI-Zahlen zu erhalten, davon aus, dass 2018 etwa 40 Tausend Menschen akut an Pneumonie gestorben sind, wären das 4 Prozent der Verstorbenen. Wenn man nun großzügig abschätzt, dass sich aufgrund von COVID diese Quote im Dezember vervierfacht hat, käme man auf etwa 500 COVID-Tote pro Tag (16 Prozent).

Behördliche Uminterpretation der Todesursachen

Um auf 1.000 Tote am Tag zu kommen, müsste COVID als Todesursache Krebs überholen und etwa so bedeutsam sein wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nämlich ein Drittel aller Toten verursachen. Doch dafür müsste es auch bei Patienten unter 70, die für die Todesquoten der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebsarten relevant sind, eine hohe Letalität aufweisen. Wir wissen jedoch, dass die Letalität bei den über 70-Jährigen bei 1–2 Promille und bei den unter 70-Jährigen zehnmal niedriger oder noch viel niedriger liegt.

Daher kann der Anteil der COVID-Toten kaum auf 16 Prozent, geschweige denn auf 32 Prozent pro Tag gestiegen sein, denn sonst müsste es noch deutlich mehr und vor allem mehr junge Tote geben. Maximal gab es laut RKI 2020 etwa 30 Tausend COVID-Tote, wobei die vom RKI betriebene COVID-Überdiagnose in diese Zahl schon eingeflossen ist. Die Influenza-Welle 2017/2018 brachte es auf eine ähnliche hohe Zahl, 1968/69 starben über hunderttausend Westdeutsche an der Hongkong-Grippe.

Wir haben es also mit einer milden Übersterblichkeit zu tun, wie sie immer wieder auftritt, genauso wie die Untersterblichkeit, die es auch in manchen Jahren gibt. Solange wir nicht 5 oder 10 Prozent Übersterblichkeit und eine deutliche Zunahme junger Toter haben, kann von einer echten Seuche keine Rede sein. Was das RKI mit seinen Zahlen zu den täglichen Todesurachen macht, ist eine behördliche Uminterpretation der Todesursachen. Wie ist das möglich?

Ersten sind die SARS-CoV-Viren, die Erreger von COVID, endemisch und derzeit stark verbreitet, die Prävalenz, das ist die Anzahl der Kranken in einem Intervall, wird gar nicht gemessen. Sie könnte laut der Ergebnisse der Arbeitsgruppe um Professor Matthias Schrappe bei 5 Prozent der Bevölkerung oder auch höher liegen. Die Inzidenz (die Anzahl der Neuerkrankten in einem Intervall) wird laut Schrappe (und Epidemiologielehrbuch) gar nicht gemessen, was das RKI als “Inzidenz” angibt, ist eine wöchentliche Addition von heuristischen Punktprävalenzen, die nichts über das Infektionsgeschehen aussagt.

Denn zur Berechnung einer Inzidenz bräuchte man (i) die Anzahl der Personen in der untersuchten Population, (ii) eine vollständige Untersuchung der Population, (iii) eine Untersuchung der Population über den gesamten Zeitraum, für die eine Inzidenzaussage getroffen werden soll, (iv) eine bei Beginn der Untersuchung merkmalsfreie Population, (v) einen Beobachtungszeitraum, der ausreicht, um ein Neuauftreten des Merkmals ermitteln zu können (also muss der Zeitraum länger als die Inkubationszeit sein).

Die Angaben sind politische, keine wissenschaftlichen

Keines der Kriterien erfüllen die Zahlen des RKI; die echte Prävalenz des Erregers ist viel höher, die Inzidenz schlicht und ergreifend unbekannt. Die hohe Prävalenz ist – wie bei anderen Erregern grippaler Infekte – kein Problem, da 90 Prozent der Infizierten keine oder nur schwache Symptome haben und nur sehr wenige daran sterben.

Zweitens ist der verwendete PCR-Test unspezifisch und invalide, ein positiver Test besagt nicht, dass der getestete Patient tatsächlich mit SARS-CoV-2x (den evolutionären Nachkommen von SARS-CoV-2) infiziert ist, und erst recht nicht, dass der Patient daran gestorben ist. Doch wird jeder positive Test unabhängig von den Symptomen und der eigentlichen Todesursache als Infektion und oft auch als Todesursache bewertet.

Die hohen Zahlen an COVID-Toten, die das RKI täglich berichtet, kommen also durch die Kombination aus hoher Prävalenz des Virus und der mangelhaften Spezifität des PCR-Tests zustande. Mindestens die Hälfte der als COVID-Tote klassifizierten Patienten haben eine andere Todesursache. Doch diese Angaben sind politische, keine wissenschaftlichen Zahlen. Das RKI betreibt eine epidemiologisch nicht haltbare Uminterpretation der Zahlen. Am RKI arbeiten erstklassige Epidemiologen und Virologen. Ihre Berichterstattung erfolgt aufgrund politischer Anweisungen.

Insgesamt haben wir es bei SARS-CoV-2x mit einem Erreger zu tun, der etwas pathogener und letaler ist als vergleichbare Erreger der Corona-Viridae. Dies gilt auch für die nun beschriebenen Mutanten, von denen es zahlreiche gibt – wie bei jedem Virus dieser Familie. Die 2020 gemessene Übersterblichkeit ist gering und betrifft fast nur alte Menschen am Ende ihres Lebens. Wir könnten sofort mit den Tests und allen Maßnahmen aufhören und würden gar nichts von SARS-CoV merken, denn nichts ist anders als in den Vorjahren, auch nicht die Belegung der Krankenhäuser (Schrappe-Bericht 6.1, p. 37f.) im Winter.

 

Dr. Jochen Ziegler ist Arzt und Biochemiker. Er arbeitet als Berater für private Anbieter des Gesundheitssystems und lebt mit seiner Familie in Hamburg.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

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19 Kommentare

  1. Alle Zahlen, mit denen wir Tag für Tag traktiert werden sind irrelevant, wenn nicht sogar bewußt manipuliert.Da kann Herr Krüger noch so viele Zahlen aufführen, ich glaube weder ihm noch den Politikern und den abhängigen Experten irgendeine davon. Es fängt mit den PCR-Tests an und geht weiter mit der sog. Inzidenz und den Corona-Toten ( wer vom Bus überfahren wird und positiv getestet wurde gilt auch als Corona-Toter! einfach hirnrissig!), und auch mit der Übersterblichkeit. Einzig das Interesse der Akteure, die Angst und Panik in der Bevölkerung mit Desinformationen aufrechtzuhalten, ist evident!

    • Was Sie glauben ist irrelevant. Vor allem da sie keiner Statistik trauen. Ich schaue vor allem auf die Zahlen und die sprechen für sich. Anfang Oktober hatte ich hier im Blog deshalb schon prognostiziert, dass uns ein langer, harter Winter bevorsteht, mit Lockdowns wohl bis zum Mai. Genauso stellt es sich jetzt dar. Aber wer nicht hören will … Jeder, der nicht hören will ist jetzt mitschuldig an den Lockdowns und Verschärfungen. Nur die USA und Westeuropa sind noch stark von Corons betroffen. Der Rest der Welt feiert schon lange wieder.

      • Hauptschuldig sind nicht die Bürger, die nicht hören wollen, sondern unfähige Politiker, die unsere Alten nicht ausreichend schützen und nicht in der Lage sind, mit Masken umzugehen.

        Eine nennenswerte Übersterblichkeit besteht bei alten Menschen hauptsächlich in Altenheimen, obwohl der Pflegenotstand seit langem zum Himmel schreit, wurde nichts dagegen getan, statt Gaststätten zu schließen, hätte man sich auf verschärften Schutz der Altenheime konzentrieren müssen.

        Politiker und Bürger haben gemeinsam, dass sie komplett unfähig sind, richtig mit den Masken umzugehen, den lieben langen Tag lang haben sie ihre Masken in der Hand, fassen abwechselnd  alles Mögliche und dann wieder ihre Masken zum Auf- und Absetzen an, mehr Idiotie geht nicht.

         

        • „Hauptschuldig sind nicht die Bürger, die nicht hören wollen, sondern unfähige Politiker, die unsere Alten nicht ausreichend schützen und nicht in der Lage sind, mit Masken umzugehen.“

           

          Sie sind wenigstens gegen Erkenntnis immun…

  2. Jetzt müssten wir nur noch wissen, wie viele Coronatote tatsächlich an Corona versterben. Gefunden habe ich Anteile zw. 6 und 87%. Nimmt man 50% an, müsste die gegenwärtige Übersterblichkeit auch zu 50% andere Ursachen haben. Zu vermuten wären die geänderten Umstände durch Lockdown und die verbreitete Panik.https://dgn.org/presse/pressemitteilungen/der-deutliche-rueckgang-der-schlaganfall-krankenhausfaelle-waehrend-der-ersten-pandemiephase-blieb-nicht-ohne-folgen/https://www.kardiologie.org/covid-19/mehr-herz-kreislauf-tote-waehrend-lockdown-in-hessen/18618832https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Jan_2021/2021-01-21-de.pdf?__blob=publicationFile  (Seite 11)Somit wird die Lockdownpolitik zum Nullsummenspiel, was die Todesfäle betrifft. Was die Vernichtung von Existenzen betrift, war sie ein voler Erfolg.

    • Zu den „Corona-Toten“ nur zwei mir bekannte Fälle. Ein persönlich bekannter Mitarbeiter eines Lanratsamtes berichtete mir vor Weihnachten, dass ein Kollege des Gesundheitsamtes einen Einlauf bekommen hat, weil dieser bei einer hochbetagten Dame mit Krebs im Endstadium dann auch Krebs als Todesursache eingetragen hat. bei der Dame wurde kurz vor ihrem Ableben ein PCR-Test durchgeführt, welcher dann positiv war. der Kollege musste dann die Todesursache in Corona ändern.

      Im zweiten Fall ist die Tante einer Arbeitskollegin in der KW 53/2020 im Alter von 89 Jahren zu hause entschlafen. Bei der Ausstellung des Totenscheines fragte der Arzt die Angehörigen, ob sie etwas dagegen hätten, wenn er als Todesursache Corona einträgt. Die Angehörigen waren zunächst perplex, da nie ein Test durchgeführt wurde. Auf Nachfrage warum es dies möchte, kam die Antwort, dass er bei Corona als Todesursache mehr abrechnen kann. Die Angehörigen waren mit Corona als Todesursache nicht einverstanden. Ist aber die Frage wie oft jetzt so etwas passiert und dann Corona als Todesursache eingetragen wird. Oder gleich ohne nachfragen so verfahren wird.

      • Ähnlicher Fall bei einem Nachbarn, Alter knapp 90, mehrfach schwer krank. Er wurde ab Oktober 2020 immer schwächer. Im Dezember war kurz vor seinem Tod ein PCR-Test positiv. Eingetragene Todesursache: Corona.

    • Gruß an den Admin,

      es wäre schön, wenn Returneingaben zu Zeilenumbruch führen würden. So sind die angeführten Links leider unbrauchbar.

  3. Am 20.12. starben in Deutschland demzufolge 3.219 Menschen.

    In den Vorjahren waren es nur um 2.600 Menschen. Macht also ein Übersterblichkeit von 24%. Gilt übrigens auch für den Dezember. Am 17.12. hatten wir gar 3.432 Tote.In Sachsen mit Grenzlage zu Polen und Tschechien haben wir gar eine Dezember-Übersterblichkeit von 100%. Doppelt so viele Tote wie sonst.  Besonders betroffen sind gerade Sachsen und Brandenburg. In Sachsen haben wir auch eine stark erhöhte Dezembersterblichkeit bei unter 65jährigen.https://tinyurl.com/y3rnszmbWenn man global schaut, dann sind nur noch die USA und West-Europa mit Deutschland besonders von Corona betroffen!https://tinyurl.com/y5mmk6oy

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