Der solare Retrograd-Zyklus

Wird es wirklich ruckartig kälter? Foto: Chris Frey

Robert W. Felix
[Vorbemerkung des Übersetzers: In diesem Beitrag werden astronomische und andere Zyklen beschrieben, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Falls das eine Bildungslücke ist, bekenne ich mich zu derselben. Ich erhoffe mir ggf. in Kommentaren weitere Einzelheiten dazu. – Ende Vorbemerkung]
Hiermit beziehe ich mich auf einen zuvor geposteten Beitrag, in welchem ich beschrieb, dass die Planeten Jupiter und Saturn auf eine Art und Weise zusammen treffen, wie es zuletzt im Jahre 1226 der Fall war.

Hier folgt ein Auszug aus meinem Buch Not by Fire but by Ice, in welchem ich das Phänomen des solaren Retrograd-Zyklus‘ beschrieben habe:

Zuvor erwähnte ich die Kleine Eiszeit, die in den frühen 1600er Jahren begann. Was ich nicht erwähnt habe, ist, dass kleine Eiszeiten in Zyklen wiederkehren. Bahnbrechende Studien von Rhodes W. Fairbridge und John E. Sanders von der Columbia University zeigen, dass unser Klima – warm zu kalt, kalt zu warm – in einem verlässlichen, vorhersehbaren Zyklus schwankt und alle 178,73 (±0,27) Jahre viel kühler und feuchter wird.

Der Zyklus wird durch die rückläufige oder im Uhrzeigersinn erfolgende Bewegung der Sonne um das Massenzentrum – das Baryzentrum – des Sonnensystems verursacht. Dieser Zyklus, der als solarer retrograder Zyklus bezeichnet wird, beinhaltet Änderungen sowohl der Sonnenrotationsrate als auch der Sonnenleistung (die Sonnenleistung nimmt abrupt ab). Die rückläufige Bewegung selbst wird durch die Anziehungskraft der Planeten, vor allem von Saturn und Jupiter, erzeugt. Wenn sich Saturn und Jupiter beide im gleichen Quadranten des Sonnensystems befinden, üben sie eine größere Anziehungskraft auf die Sonne aus. Der Zyklus ist unbestreitbar. „Die Sonnenzyklizität muss jetzt als eine Tatsache des Lebens betrachtet werden“, sagten die beiden emeritierten Professoren. (Sowohl Fairbridge als auch Sanders waren emeritierte Professoren für Geologie an der Columbia University. Jeder von ihnen veröffentlichte Vieles in Geologie und Astronomie).

Die wahrscheinlich wichtigste Figur auf dem Gebiet des solaren Retrograd-Zyklus‘ war der verstorbene Dr. Theodor Landscheidt, Gründer des Schroeter-Instituts zur Erforschung von Zyklen der Sonnenaktivität in Waldmünchen, Deutschland. Dr. Landscheit begann 1976 mit der Veröffentlichung seiner Ergebnisse.

Auf der Erde löst der solare Retrograd-Zyklus Schwankungen der Intensität des Erdmagnetfeldes aus und führt zu abrupten – und extremen – Klimaänderungen. Die Veränderungen sind so stark, dass die Erde bei jedem zweiten Takt des Zyklus – etwa alle 360 Jahre – in eine Kleine Eiszeit eintaucht.

Dieser Zyklus wirkt sich auf unserem Planeten seit Hunderten von Millionen Jahren aus.

„Der 360-jährige Zyklus der Kleinen Eiszeit zeigt sich in der Morrison-Formation deutlich zurück im Jura“, sagt der Forschungsgeologe Jack Sauers. „Er korreliert mit dem Untergang des Römischen Reiches. Er korreliert mit dem Untergang des Sumerischen Reiches. Sie korreliert mit dem Untergang des Osmanischen Reiches (als Ghengis Kahn [Dschingis Khan?] aus dem Norden einfiel). Er korreliert mit dem Untergang des Griechischen Reiches. Und er fällt nun mit dem Zusammenbruch mehrerer moderner Reiche zusammen“.

Leider fand der letzte Takt des Zyklus‘ der Kleinen Eiszeit vor fast genau 360 Jahren statt. „Wenn dieses Muster anhält“, so Fairbridge und Sanders, „dann ist zu erwarten, dass eine vergleichbare Kleine Eiszeit … zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts einsetzen wird“.

Aber Moment, es wird noch schlimmer. Multipliziert man den Zyklus der Kleinen Eiszeit mit vier, erhält man einen Zyklus von 1440 Jahren mit noch härteren Klimabedingungen. Über diesen Zyklus, der im grönländischen Eisschild entdeckt worden war, hat 1997 Paul Mayewski et al. berichtet. (Zeitschrift für geophysikalische Forschung, 30. November 1997)

Der 1440-Jahres-Zyklus bringt „dramatische und schnelle“ Klimaveränderungen (in einigen Gebieten trocken, in anderen feucht) und eine weltweite Ausdehnung der Gletscher mit sich. Der Zyklus scheint mit internen Oszillationen im Ozean-Klima-System zusammenzuhängen, sagt Mayewski (die ich dem Unterwasser-Vulkanismus zuschreibe, der durch Veränderungen der geomagnetischen Intensität ausgelöst wird, diese wiederum ausgelöst durch die Veränderungen der Sonne).

Was auch immer die Ursache ist, ein ähnlicher 1440-Jahres-Zyklus wurde in den Tiefseekernen des Nordatlantiks gefunden (Bond et al., Science, 14. November 1997). Unser Klima htte sich vor etwa 4200 Jahren plötzlich abgekühlt, sagte Bond. Ähnliche Rückgänge gab es vor etwa 2800 Jahren und vor 1400 Jahren, was bedeutet, dass der nächste Takt des 1400-Jahres-Zyklus fällig ist.

Als ob das noch nicht genug wäre – multipliziert man den 1440-jährigen Zyklus mit acht, erhält man 11.520, was verdächtig nahe am 11.500-jährigen Eiszeitzyklus liegt.

Hier sitzen wir also. Der nächste Takt des 179-jährigen solaren Retrograd-Zyklus‘ ist fällig. Der nächste Takt des 360-jährigen Zyklus‘ der Kleinen Eiszeit ist fällig. Der nächste Takt des 1440-jährigen Eiszeitzyklus‘ ist fällig. Der nächste Takt des 11.500-jährigen Eiszeitzyklus‘ ist fällig. Der nächste Takt des 100.000-jährigen Eiszeitzyklus‘ ist fällig. . . . und wir sind besorgt über die globale Erwärmung?

Es ist lächerlich, sich über die globale Erwärmung Sorgen zu machen.

Wir müssen uns auf eine Eiszeit vorbereiten. Wie Fairbridge und Sanders es ausdrückten: „Die Würfel der Natur halten wirklich etwas bereit. Wenn wir die historischen Vorgänge in den geologischen Aufzeichnungen so klar erkennen können, können wir diese Würfel vielleicht zu unseren Gunsten auswerten.

Link: https://www.iceagenow.info/the-solar-retrograde-cycle/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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18 Kommentare

  1. Und wie ist der Einfluss des vorhergesagten Polsprunges einzuorden? Dadurch soll bei uns bald angenehmes Mittelmeerklima vorherrschen, las ich.

    Oder es gilt : der Mensch denkt, Gott lenkt. Vielleicht die beste Lösung.

  2. Herzhaft gelacht: „…in einem verlässlichen, vorhersehbaren Zyklus schwankt und alle 178,73 (±0,27) Jahre“ … so, so… es kann immerhin um 3 Monate bei einer Periodendauer von 178 Jahren und 9 Monaten schwanken! Wer nach einem solchen Mumpitz weiterliest hat die Kontrolle über seinen Geist verloren?  

    • Geehrter Herr Bosse, das dachte ich mir auch. „78,73 (±0,27) Jahre“ 😆😆😆

      Beim Lesen dachte ich in der Sekunde an meinen Baustatikprofessor, der jeden von uns als Idioten, Zuvielzeithabenden oder Praxisfremden bezeichnete, welcher Ergebnisse mit mehr als drei signifikanten Stellen bei seiner Schularbeit ablieferte!

      Meines Erachtens hätten Sie statt des Fragezeichens am Schluß ruhig ein dickes Ausrufezeichen setzen können!

       

    • Ich fände es, Herr Bosse, sehr angenehm, wenn Sie die Entscheidung darüber, was ich gefälligst nicht weiter zu lesen habe, mir überlassen würden.

      MfG

      Norbert Reuther

  3. Am 21.12.2020 stehen Saturn und Jupiter bei 0 Grad Wassermann genau 90 Grad im Quadranten. Das letzte Mal war dies am 23.04.1345 der Fall.

    Eine langsame Abkühlung anzunehemen steht jedoch definitiv im Gegensatz zu Untersuchungen der Muschelkalksedimenete in der Nordsee.

  4. @ Chris Frey

    Das Ganze ist heutzutage eher unter der Bezeichnung „Planetary Hypothesis“ als die Wirkung von „solar tidal forces“ bekannt, wobei die „tidal forces“ der großen Planten auf die Sonne einwirken. Wenn Sie wissen wie ich Ihnen ein ca. 70 MB großes Archiv schicken kann, dann können über 70 Veröffentlichungen dazu lesen. U.a. Scafetta arbeite mit dieser Hypothese. Der Herr Felix taucht in meinem Archiv allerdings nicht auf.

    R.F.

  5. …passt auch gut mit den Beschlüssen zur Decarbonisierung zusammen (nicht, dass einer mich jetzt „Verschwörungstheoretiker“ schimpft….)

  6. Was homo idioticus heutzutage fehlt ist Demut und die Einsicht, dass er in Bezug auf die klimatischen Verhältnisse auf unserem Planeten nicht einmal halb so viel Einfluss hat und nimmt wie er meint…

  7. Den Einfluss der Sonne und von Sonne/Planetenkonstellationen auf das Erdklima will ich überhaupt nicht anzweifeln.

    Aber die kleine Eiszeit begann nun mal nicht im frühen 17. Jh sondern im frühen 14. Jh.

    1307 fror die Ostsee zum ersten Mal seit vielen Jahrhunderten komplett zu und man konnte mit dem Schlitten von Rügen nach Schweden fahren. Von da ab war es richtig kalt, mit wenigen Ausnahmejahren, Grönlandds Küsten vereisten, Die dortigen Wikinger starben aus. Ist bekannt.

    Da passt das dann, mit den im Artikel aufgeführten Zyklen, nicht mehr so richtig. Oder?

    • Sehr geehrter Herr Boden,

      im Artikel wird ausgesagt, dass wir am Beginn einer kleinen Eiszeit stehen, die periodisch alle 360 Jahre wiederkommt. Dann mal losgerechnet:

      2020 – 360 = 1660 Zu der Zeit begann das Maunder-Minimum.

      1660 – 360 = 1300 Da haben wir Ihre zugefrorene Ostsse ja glatt um 7 Jahre verpasst 🙂

      MfG

  8. Die langzeitliche Ausprägung dieser Zyklizität lese ich zum ersten Mal. Der 1440 Jahre-Zyklus dürfte ganz gut mit den Millenniumszyklen zusammenfallen, während der Vereisungsphasen als Dansgaar-Oeschger-Zyklen bekannt. Kleine Eiszeit und Mittelalterlich Warmzeit passen anscheinend ebenfalls zu den solaren Retrograd-Zyklen. Und heute scheinen sämtliche Zyklen auch noch zu kumulieren, sodass uns jetzt hier und heute die nächste Eiszeit droht.

    Bleibt fast nur noch als Hoffnungsschimmer, dass die Vereisungsphasen historisch gesehen immer relativ langsam einsetzten, während die Erwärmung zu Beginn der Zwischeneiszeiten ziemlich abrupt erfolgte. Die dargelegten Thesen liefern einen weiteren Hinweis auf eine vorhandene Zyklizität, die in den kommenden Jahrzehnten für einen gebremsten Temperaturanstieg oder sogar Abkühlung sorgen könnte. (Hoffentlich) zuverlässige Messungen der globalen Temperaturen sollten dann recht gut zeigen, ob und wieviel wir als „anthropogen“ akzeptieren müssen.

    Ob wir das noch erleben?

  9. In diesem Beitrag klingt vieles für mich fremd. So weit ich weiß,  befinden sich Jupiter und Saturn in einem Zyklus von annähernd 20 Jahren in Konjunktion und üben dann zusammen die größte Anziehungskraft aus. Der Schwerpunkt des Sonne Jupiter Saturn Systems wandert zwischen Opposition und Kojunktion; mal liegt er innerhalb,  mal außerhalb der Sonne. Daran ist astronomisch nicht zu rütteln.  Die Frage ist, inwieweit die Planeten die Sonnenaktivität neben anderen Faktoren beeinflussen und inwieweit dann wiederum die Sonnenaktivität das Erdklima beeinflusst.  Rätselhaft sind jedenfalls die vom Autor konstruierten Zyklen.  Vielleicht spielt der mysteriöse Planet X da noch mit rein.

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