Die Qual der Wahl

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von Hans Hofmann-Reinecke
Utopie oder Irrenhaus?
Es hat sich herausgestellt, dass Zusammenleben in größeren Gruppen nur funktioniert, wenn es Spielregeln gibt. Es hat sich auch gezeigt, dass man für Gestaltung und Einhaltung der Spielregeln qualifiziertes Personal braucht, das mit gewissen Vorrechten ausgestattet ist.

Diese Privilegien müssen umso weitreichender sein, je größer die Gemeinschaft ist, die es zu organisieren gilt; das ist insbesondere so, wenn es um ein ganzes Land geht. Da besteht dann das Risiko, dass die Erwählten ihre Privilegien weniger zum Wohl der Gemeinschaft einsetzen, als zum persönlichen Vorteil.

Um das zu vermeiden müssen die Eliten so ausgewählt werden, dass sie den hohen moralischen und professionellen Anforderungen ihrer Rolle gerecht werden. Mein Eindruck ist nun, dass dies heutzutage immer weniger gelingt. Es kommt mir vor, als wären unsere Eliten weder in sachlicher noch in ethischer Hinsicht ihren Aufgaben gewachsen.

Vielleicht sagen Sie jetzt, meine Forderung sei utopisch und weltfremd; wo Menschen sind, da menschelt es eben. Zugegeben, wir sind noch nicht so weit wie im alten Rom, als Kaiser Caligula sein Pferd zum Konsul machte, aber zwischen Utopia und einem Irrenhaus gibt es doch einen gewissen Spielraum, und der aktuelle Trend geht zu Letzterem.

Selbstverwirklichung

Wenn ein Chirurg oder ein Flugkapitän seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, dann akzeptieren wir das nicht, denn seine Untauglichkeit könnte fatale Konsequenzen für uns haben.

Als Bürger sind wir den Politikern in gleichem Masse ausgeliefert. Fakt ist nun leider, dass es hier keinerlei Garantie für deren Qualität gibt; dass die fachliche Untauglichkeit unserer Minister und Ministerinnen immer ungenierter zur Schau gestellt wird; dass man ihnen Milliarden an Steuergeldern zur Verfügung stellt, die dann großzügig für die persönliche Selbstverwirklichung in Form von Lufttaxis oder Genderstudien ausgegeben werden.

Noch schlimmer aber wird es, wenn die politische Macht dem Ausleben von nicht verheilten Ressentiments aus der jugendlichen Entwicklung dient. Wenn etwa höchste deutsche Beamte ihren pubertären Groll gegen die USA dann als Repräsentanten des deutschen Volkes abreagieren. Oder wenn frustrierte Politikerinnen ihre Feindseligkeit gegen Männer zur Staatsraison machen. Oder wenn Neid auf erfolgreiche Unternehmer dazu führt, dass der Industrie immer mehr Steine in den Weg gelegt werden.

Des Pudels Kern

Wie ist solch eine Fehlentwicklung in einer Demokratie denn möglich? Das kann doch von der Allgemeinheit nicht so gewollt sein!

Und voila: hier stoßen wir auf des Pudels Kern: Nicht die Regierungen handeln gemäß unserer Wünsche und Bedürfnisse, sondern sie reden uns ein, welche Wünsche wir haben müssen. Wie soll das gehen? Über die von Steuern und Abgaben finanzierten Medien, welche uns ein Bild der Welt präsentieren, das auf die Absichten der Mächtigen maßgeschneidert ist. Und dieses Bild wird uns so oft gezeigt, bis in der Vorstellung für ein anderes Bild kein Platz mehr ist.

So kommt es dann, dass wir den Klimawandel, den Rassismus und das CO2 allen Ernstes für unsere zentralen Probleme halten, während Erfahrungen, die wir  am eigenen Leibe machen, nicht mehr wahrgenommen werden: extreme Steuern und Abgaben, Verfall des Bildungssystems, Anstieg der Gewaltkriminalität, Verlust an innerer Sicherheit, Verlust an Meinungsvielfalt, Zensur alternativer Medien, Verlust der technisch-industriellen Kompetenz, Angst und Misstrauen in der Bevölkerung: „man kann heute nicht mehr alles sagen“.

Dieser Verfall ist weitestgehend hausgemacht; er hat kaum externe oder globale Ursachen, er ist nicht Folge von „höherer Gewalt“, er ist das – gewollte oder gebilligte – Resultat jahrelanger verfehlter Politik.

Wie kann es sein, dass angesichts dieser desolaten Bilanz die Kanzlerin so hohe Beliebtheit bei den Bürgern genießt?

Zweimal dasselbe Kleid

Vor einiger Zeit fragte ich eine Bekannte, warum sie Angela Merkel so gut fände. „Weil sie zwei Jahre hintereinander dasselbe Kleid bei den Bayreuther Festspiele anhatte; das ist doch sympathisch“. Ich erklärte besagter Bekannten, immerhin eine Ärztin, dass das vielleicht nicht das richtige Kriterium für die Beurteilung der Regierungschefin sei. Man würde doch den Chirurgen für seine Knieoperation auch nicht danach aussuchen, was er für ein Auto  fährt.

Und hier liegt das Dilemma: Wir sind mit zwei unabhängigen, manchmal sich widersprechenden Navigationssystemen ausgestattet: Vernunft und Gefühl. Je nach Situation ist das eine nützlicher als das andere. Und es kann sehr teuer werden, wenn wir dem falschen Kompass folgen. Das ist dann die „Anna Karenina Falle“.

Die wunderhübsche Anna war eine Frau nach dem Geschmack der Männer. Sie hatte die Wahl, wem sie einmal ihre Hand fürs Leben reichen würde. Nach gründlicher Überlegung traf es dann Graf Karenin, der ihr ein Dasein in Luxus und Sicherheit bieten würde.

Sie hatte ihre Schönheit zu angemessenem Preis verkauft, doch sie war unglücklich, denn sie liebte den Gatten nicht. Schließlich begann sie eine amouröse Beziehung zu dem jungen Alexej Bronski. Ihr Ehemann erfuhr von der Liaison und bereitete ihr die Hölle auf Erden, bis sie schließlich ihrem Leben ein Ende setzte. Was hatte sie falsch gemacht?

Sie hatte eine Todsünde begangen, die das Leben nicht verzeiht: In einer Situation, wo das Gefühl hätte entscheiden müssen, da hatte sie ihrem berechnenden Verstand nachgegeben und den Grafen geheiratet. Und in einer Situation, wo der Verstand sie dringend warnte, da hörte sie auf ihr Herz und ließ sich mit Bronski ein.

Unermessliches menschliches Leid entsteht, weil Fragen, die nur das Herz beantworten kann, vom Verstand entschieden werden; und umgekehrt, dass dann, wenn der Verstand die Lösung hätte, die Gefühle dominieren. Politische Ansichten wachsen bei vielen Menschen auf der Gefühlsebene, und das ist nicht gut so.

Das Herz folgt nicht der Logik

Entscheidungen des Herzens werden noch gefährlicher, wenn sich Gruppen bilden, in der alle das Gleiche empfinden. In solchen Massen wird der Verstand total ausgeschaltet und man genießt das „Wir-Gefühl“. Die Menschen werden für die primitivsten Lügen empfänglich. Sie erliegen der Magie der Vereinfachung, welche jeglichen logischen Widerspruch platt macht.  Im Extremfall sind sie dann bereit, ihrem Anführer ins eigene Unheil zu folgen.

An Beispielen dafür mangelt es in der deutschen Geschichte nicht. Und auch wenn wir daraus vielleicht gelernt haben, die menschliche Psyche ist dieselbe geblieben.

So feiern die Deutschen heute die wunderbare Einigkeit darüber, dass Donald Trump ein Gangster ist, oder ein Idiot, oder beides. 90% sind dieser Ansicht, obwohl nur wenige genug Englisch können, um seine Reden zu verstehen. Von ihrem Urteil lassen sich die 90% auch nicht abbringen, wenn sie hören, dass die Hälfte der Amerikaner ihn gewählt haben. Nein, Logik wäre hier fehl am Platz. Dann sind die Amis eben auch alle Idioten.

Aber Vorsicht, was auch immer wir von den Amis halten, eines haben die uns in Sachen Demokratie voraus: Ihre Regenten sind maximal acht Jahre an der Macht*; schlimmstenfalls gibt es dann ein Ende mit Schrecken. Wir aber haben die Option auf einen Schrecken ohne Ende.

Unsere Kanzlerin genießt heute das Vertrauen von 81% der Bevölkerung, trotz der oben erwähnten Unannehmlichkeiten, die wir ihr zu verdanken haben. Dieses Votum kann kaum das logische Resultat kritischer Beobachtung sein. Es kommt aus dem unbestimmten Gefühl, dass „Sie eine kluge Frau ist, die ihre Sache doch gut macht“.

Die Klugheit des Fuchses wird oft überschätzt, weil man ihm auch noch die Dummheit der Hühner als Verdienst anrechnet (Hans Kasper). Wenn es ein Gebiet gibt, wo da Herz schweigen muss, dann ist es die Politik, denn das Herz hört lieber eine sanfte Stimme die lügt, als eine kalte, welche die Wahrheit sagt.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ und anderes ist bei Amazon erhältlich.

*Ein schönes Zitat von Samuel Clemens alias Mark Twain:

Politiker und Windeln sollte man möglichst häufig wechseln. Aus demselben Grund.

 

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13 Kommentare

  1. Herr Burger, das System lässt sich an einem einfachen Beispiel erklären: unserem Wahlsystem. Ist Ihnen dabei schon mal aufgefallen, dass wir seit vielen Jahren nach jeder Wahl ein Stückchen mehr in eine Diktatur hineinschlittern? Und das, mitten in der ach so schönen demokratischen Bundesrepublik. Wie ist das möglich? Kaum einer merkt es. Aber es ist so. Die Möglichkeiten Koalitionen zu bilden, sind daran schuld. Das war früher, in den 50-60ger Jahren mal gut, aber heute? Die Parteien nehmen sich gegenseitig die Themen weg, bei vielen Politikern meint man, sie seien in der falschen Partei. Sie unterscheiden sie sich kaum noch und durch die Koalitionen wird immer mehr oder weniger dieselbe Politik betrieben, seit Jahrzehnten geht es in die links-rot-grüne Richtung. Das ist inzwischen ein stabiler Zustand, der einer Oppositionspartei keine Chance mehr lässt. Viele wählen nur noch das kleinere Übel, aber nicht mehr ihre Politik. So etwas können Sie nicht mit einem Elternbeirat,  Gemeinderatsmandat oder als Verantwortlicher bei der Feuerwehr beheben. Das ist das System! Unveränderbar. Politiker aus den höheren Ebenen lassen da niemanden ran, weil es denen ja dann massiv an den Kragen gehen würde. Frau Merkel schwimmt auf dieser Welle und wird dem Land  noch lange mit ihrer destruktiven Politik Schaden zufügen. Es ist wie in einer Diktatur ohne Opposition! Solche Entscheidungen müssen vom Volk entschieden werden, ebenso wie eine Flüchtlingsaufnahme, eine Wiedervereinigung, eine EURO Einführung, eine Verschuldung die auf uns allen lastet, die wir Steuern zahlen. Das sind Systemfragen! Da ist das Volk direkt mit einzubinden und nicht zu bevormunden und nicht durch Propaganda wie mit dieser Corona Gehirnwäsche seit nunmehr 9 Monaten. Das meinte ich mit einer direkten Demokratie, die sich durchaus von der in der Schweiz abheben könnte.

  2. Super, wie der Autor hier wieder Grundsätzliches und Wichtiges  auf den Punkt gebracht hat! Wie wahr!

    Bleibt anzumerken zu:

    „wir sind noch nicht so weit wie im alten Rom, als Kaiser Caligula sein Pferd zum Konsul machte“

    Wieso? Wir haben doch unsere Grünen? Und die, die ihnen nacheifern? Wenn ich mir unsere Klima- und Energiepolitik ansehe, dann wäre mir jeder Ackergaul lieber…

  3. Die Problembeschreibung ist viel zu hoch angesetzt: der Tod einer funktionierenden Demokratie ist der wohlstandsverwahrloste Bürger, dem jegliches Bürgerbewusstsein in dem Sinne abhanden gekommen ist, dass er sich an richtiger Stelle, wenigstens in den Wahlen, einbringen muss. Aus beruflichen Gründen erst in diesem Jahr habe ich Verantwortung als Ratsmitglied übernommen und sehe mich als Vertreter einer Oppositionspartei, dem bei Vortrag der einfachsten Tatsachen, deren Richtigkeit nicht in Frage gestellt werden kann,  von den Vertretern der Blockparteien der nationalen Einheitsfront in kommunistischer Agitpropmanier sofort Totschlagsdiffamierungen („Widerlich“, „Corona-Verharmloser“) entgegengeschleudert werden. Wenn uns Bürger mit Bürgerbewusstsein bei der letzten Kommunalwahl wenigstens mit einer ordentlichen Anzahl von Stimmen zu einer deutlichen Fraktionsstärke verholfen hätten, hätte etwas Hoffnung entstehen können, aber die überwältigende Mehrheit der Stimmberechtigten will nicht verstehen, sie wählt ausgerechnet jene, die die Diktatur und die Schwerstschädigung der Bevölkerung täglich vorantreiben. Ein solches Volk produziert dann munter weitere Bösmenschen an den Hebeln der Macht. Solange nicht die Besten bereit sind, sich im Wahlkampf zu engagieren, Tatsachenaufklärung zu betreiben und sich für die Arbeit im Rat einer Gemeinde zur Verfügung zu stellen, solange werden die Lokalfürsten der Blockparteien, den Vorgaben von ganz oben folgend, mit Fraktionszwang ihrer Parteigänger im Rat, zu Mitläufern dressiert, weiter gegen die Bevölkerung arbeiten. Wie in der Gemeinde, so in den Ländern und im Bund.

  4. Die Deutschen sind und bleiben und waren es im Grunde auch immer ein stolzes Volk von  Antiamerkanern, obwohl sie riesige Aussenhandelsbilanzüberschüsse mit ihrem Lieblingsfeind haben und die Verhältnisse daher drüben bei weitem nicht so katastrophal sein können so exportabhängig wie die deutsche Industrie von Auslandsaufträgen ist. Es ist mittlerweile ein Ding der Unmöglichkeit Merkel und all ihre Fehler und Heucheleien in deutschen Medien zu kritsieren, so gleichgeschlatet sind die Verhältnisse hier wie auch anderswo aber in Deutschland immer noch ein bisschen schlimmer. „Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie.“ Napoleon Bonaparte, Psychologe und Kaiser

  5. Was ein großes Problem ist, die Leute folgen Schlagzeilen, hinterfragen aber nichts. Längere Klarstellungen, andere Expertenmeinungen, die über etwas längere Eeklärungen verfügen werden nicht beachtet oder überflogen. Doch die Schlagzeile sitzt, auch wenn die Lüge noch so groß oder offensichtlich ist. Viele Journalisten sind nicht mehr in der Lage, Zusammenhänge richtig einzuordnen. Wenn ich z. B. Über WhatsApp einen 10minütigen Bericht über Trump versende, kommt nach 2Min, Trump ist ein A…loch, sie können den Bericht nicht gelesen haben, doch sie meinen, sich auszukennen. Heute ist dem Irrtum Tür und Tor geöffnet, vielen ist es nicht bewusst, leider. Es ist sehr leicht, einen Menschen zu täuschen, aber fast unmöglich, einen Getäuschten wieder auf die richtige Spur zu bringen.

  6. @Hofmann-Reinecke
    Sie haben es auf den Punkt gebracht. Es fehlt aus meiner Sicht aber noch eine kleine Ergänzung, was die Ursachen der Missstände angeht.
    Die Politiker im Bundestag vertreten nur noch Interessen von Lobbyisten, die der Absicherung, dem Ausbau und der Marktbeherrschung großer Konzerne und ganzer Branchen aus Industrie und Handel dienen. Sie haben keine Berufserfahrung mehr über das Gebiet, wofür ihr Ministerium eigentlich zuständig ist. Deshalb brauchen wir dringend ein berufsständiges Parlament, dass nicht wie heute nach Parteigruppen, sondern nach Berufsständen geschichtet ist und auch von den produktiven Kräften der gesamten Nation gewählt werden muss. Wir brauchen eine direkte Demokratie, um das zu verwirklichen und Deutschland wieder wirtschaftlich stark zu machen.

    • Herr Herrmann,

      das mit der direkten Demokratie tönt immer so schön, die Wahrheit ist jedoch, dass im Land der direkten Demokratie – der Schweiz – das Volk den gleichen falschen Führer*Innen zustimmt wie anderswo auch. Unter Doris Leuthard wurde die „Energiestrategie 2050“ mit Atomausstieg sowie Hinwendung zur Wind- und Sonnenkraft per Volksentscheid festgeklopft, und die Klavierlehrerin-Bundespräsidentin Sommaruga ist gerade dabei, einen (mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreichen) Volksentscheid unter der Bezeichnung Konzernverantwortungsinitiative  durchzubringen, der Schweizer Konzerne mit Auslandsaktivitäten zur Zielscheibe von existenziell vernichtenden Klagen nationaler wie internationaler NGO´s machen  wird.

      • Die Schweiz muss nicht unbedingt als Vorbild für die direkte Demonkratie gelten. Da kann man sicher noch einiges verbessern, denn auch in die Schweiz kann sich dem Massen Framing aus der EU &Co nicht entziehen. Die Bürger werden von der Politik heute einfach als unmündig und verblödet angesehen, denen man die Wahrheit und das Gute, sprich den richtigen Weg, vordenken muss. Das ist völliger Unsinn und hat zu dem Scherbenhaufen geführt, vor dem die Welt heute steht. Angerichtet durch die übelste Form des Kapitalismus, des sog. „raffenden Kapitals“, gelenkt durch Framing und grenzwertige Methoden. haben Sie mal gezählt, wieviele Gesetze und Beschlüsse der Politiker von den Gerichten wieder kassiert werden? Das liegt an dieser Lobby gesteuerten Politik. Die versuchen es die Sau einfach mit allen Methoden durchs Dorf zu treiben. Man sollte sich einfach mal Gedanken über eine „sinnvolle Gesellschaftsform“ machen, in der die direkte Demokratie eine der tragenden Säulen ist.

    • Herr Hermann, wenn Sie jede Entscheidung per Volksabstimmung  herbei führen wollen, habe Sie einen immerwährenden Wahlkampf und damit auch einen dauerhaften wirtschaftlichen Knockout, nicht Lockdown. Gar nicht zu reden von gesellschaftlichen Verwerfungen – siehe Brexit – wenn sich 49,5 Prozent der Wähler der 50,5 Prozent  Mehrheit beugen müssen.

      Übrigens gibt es in Deutschland aktuell eine klare Mehrheit pro Energiewende und pro Klimaschutz und eher nicht für politische  Alternativen. Der fleißige Kommentarschreiber Besyo Hubert Keks wird das vermutlich so deuten: Blödland wird von Idioten regiert, die von Vollidioten gewählt werden. Zitat Ende.

      Einfach nur lästig, dieses Demokratieding.

      • @ Werner Burger
        Nein, Ihr „Demokratieding“ ist nicht lästig, sondern das falsche System, welches krank und korrupt ist. Fragen sie sich doch einmal, warum angeblich „eine klare Mehrheit pro Energiewende und pro Klimaschutz“ ist?“ Ich kann Ihnen die Antwort geben: Sie heißt Framing. So wie der deutschen Bevölkerung im Moment von den Medien auf Druck der Politik das Gehirn mit Corona gewaschen wird, genau so trichtert man den Leuten ein, dass die Energiewende und der Klimaschutz notwendig seien. Fragen Sie sich doch mal bitte:
        Wer schreibt die Mehrzahl der deutschen Zeitungen?
        Wer leitet unsere deutschen Theater?
        Wer stellt einen großen Prozentsatz unserer Universitätslehrer?
        Wer führt heute unsere deutsche Arbeiterschaft?

        Dann wissen Sie, warum wir eigentlich in einer links-rot grünen Diktatur leben unter Führung einer Kommunistin. Nein, Herr Burger, Ihre Sichtweise halte ich für sehr naiv und blauäugig. Das Volk ist unbedingt wieder direkt in den politischen Prozess einzubinden, sonst sehe ich schwarz für unsere Zukunft und Deutschland.

         

        • Herr Herrmann, was Sie sagen ist im Grunde zum Teil durchaus richtig. Ich bin aber sehr allergisch gegen Begriffe wie „das System“, denn das sind nach meinem Verständnis wir alle.  Daher Punkt 2: Leisten Sie einen Beitrag, um „das System“ zu ändern oder zu verbessern? Haben Sie sich schon einmal um ein Gemeinratsmandat beworben, engagieren Sie sich anderweitig politisch, in oder außerhalb einer Partei? Übernehmen Sie Verantwortung in einem Verein, im Elternbeirat oder bei der Feuerwehr? Betätigen Sie sich publizistisch, um die Schwächen und Fehler des „Systems“ vielen Menschen aufzuzeigen?

          Das müssen Sie alles nicht tun – Demokratie heißt ja eben auch Freiheit – aber für mich ist Systemkritik glaubwürdiger, wenn jemand das System zumindest ein Stück weit von innen kennt. Und/oder Vorschläge machen kann. was zu verbessern wäre und wie. Das Volk einbinden klingt gut und richtig. Das passiert ja ganz in Ihrem Sinn auf den von mir skizzierten unteren  Ebenen unseres demokratischen Systems. Wie es bei einem 80 Millionen Volk ebenso umgesetzt werden sollte, weiß ich nicht. Alle Demokratien dieser Welt setzen auf ein repräsentatives politisches System mit Unterschieden nur im Detail und nie wirklich gerecht. Schauen Sie alleine das Wahlmänner Prinzip in den USA  an….

          Es gibt ein Zitat,  mir fällt eben nicht ein von wem: Demokratie ist die schlechteste Regierungsform von allen; aber ich kenne  keine bessere.

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