Die wahren Kosten von Lockdowns

Wirklich das richtige Mittel? Bild: fotoART by Thommy Weiss / pixelio.de

Willis Eschenbach
Schon vor fünf Monaten habe ich in einem Beitrag gefordert, Lockdowns in Amerika sofort zu beenden. Das war am 21.März, also etwa eine Woche, nachdem in Kalifornien die ersten Lockdowns angeordnet worden waren.

In jenem Beitrag gab ich drei Prognosen ab: massive wirtschaftliche Verluste, steigende Zahl von Todesfällen und Unruhen seitens junger Menschen auf den Straßen. Auszug daraus:

Der wirtschaftliche Schaden der derzeitigen geisteskrankenen „Schutz vor Ort“-Regelungen, die das Coronavirus aufhalten sollen, wird enorm sein – verlorene Arbeitsplätze, geschlossene Unternehmen, wirtschaftlicher Abschwung, Börsenverluste. Dabei sind die persönlichen Folgen für so etwas wie vermehrte Selbstmorde sowie häusliche und andere Gewalt noch nicht eingerechnet. Denken Sie an verärgerte junge Männer, die ihren Job verloren haben und auf der Straße trinken, weil kein Lokal geöffnet hat, obwohl es natürlich illegal ist, auf der Straße zu sein.

Der wirtschaftliche Schaden ist eindeutig überwältigend. Und tragischerweise hatte ich Recht mit den wütenden jungen Männern auf der Straße.

Was den letzten Punkt, die Todesfälle, betrifft, so war ich auf eine interessante Studie mit dem Titel COVID-19 Lockdowns Over 10 Times More Deadly Than Pandemic Itself hingewiesen worden. Sie betrachtete die bekannten Zahlen, die einen Zusammenhang zwischen erhöhten Todesfällen und dem Verlust von Arbeitsplätzen herstellen. Angesichts des Alters der Betroffenen rechneten sie dann die verlorenen „Lebensjahre“ heraus.

Bzgl. Geld heißt es darin:

Die Kombination dieser Analysen ergab, dass schätzungsweise 18,7 Millionen Lebensjahre in den Vereinigten Staaten aufgrund der COVID-19-Lockdowns verloren gehen werden. Eine vergleichende Datenanalyse zwischen den Nationen zeigt, dass die Lockdowns in den Vereinigten Staaten wahrscheinlich nur minimale Auswirkungen auf die Rettung von Lebensjahren hatten. Unter Verwendung von zwei verschiedenen Vergleichsgruppen schätzen wir, dass die COVID-19-Lockdowns in den USA zwischen einer viertel bis dreiviertel Million Lebensjahre gerettet haben.

Die Lockdowns kosten das Zehnfache der Anzahl von Lebensjahren, die vor dem Coronavirus gerettet wurden … ein doppelt so schlechter Plan. Es stellt sich heraus, dass ein Verbleiben zu Hause alles andere als sicher ist, nicht einmal unter Berücksichtigung der enormen wirtschaftlichen Kosten.

Und das war auf dem Höhepunkt der Infektionen, als die Lockdowns vielleicht tatsächlich einen Unterschied gemacht hätten. Jetzt, am Ende der Geschichte, ist das Ungleichgewicht noch schlimmer – die Menschen sind immer noch arbeitslos, die wirtschaftlichen Kosten steigen weiter, und jeden Tag werden weniger Menschen von dem Virus betroffen.

Angesichts all dessen ist alles, was ich tun kann, zuwiederholen, was ich bereits am 21. März gefordert hatte:

LOCKDOWNS SOFORT BEENDEN!

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/09/01/the-real-cost-of-lockdowns/

Ein paar Stunden später schrieb Autor Eschenbach noch eine Ergänzung zu diesem Beitrag:

Was man vom CDC* erfährt

[*CDC = Centers for Disease Control and Prevention]

Die jüngste Aktualisierung der CDC enthält einige interessante Erkenntnisse. Die große Neuigkeit, die diskutiert wird, ist die folgende Erklärung:

Tabelle 3 zeigt die Arten von Gesundheitszuständen und beitragenden Ursachen, die im Zusammenhang mit Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus 2019 (COVID-19) genannt werden. Bei 6% der Todesfälle war COVID-19 die einzige erwähnte Ursache. Bei Todesfällen, bei denen neben COVID-19 noch weitere Erkrankungen oder Ursachen genannt wurden, gab es im Durchschnitt 2,6 zusätzliche Erkrankungen oder Ursachen pro Todesfall.

Ich bin ein Daten-Junkie. Also habe ich die Daten heruntergeladen, um zu sehen, was ich herausfinden konnte. Hier ist die größte Entdeckung, die ich gefunden habe:

Abbildung 1: Gestapeltes Flächendiagramm mit den Todesfällen nach Altersgruppen vom 1. Februar bis 26. August 2020. Es ist unterteilt in: Todesfälle ohne COVID-19 (hellblau), Todesfälle, bei denen COVID-19 eine „Ko-Morbidität“ mit anderen Krankheiten ist (dunkelblau), und Todesfälle durch COVID-19 allein (rot)

Der hellblaue Bereich umfasst alle Todesfälle, bei denen kein COVID aufgetreten ist.

Der dunkelblaue Bereich unten stellt die Todesfälle von Personen mit einer oder mehreren anderen Krankheiten oder Zuständen dar, bei denen COVID als Ko-Morbidität auftrat. Sie reicht von 0,2% aller Todesfälle bei Kleinkindern und nimmt mit zunehmendem Alter stetig zu, um sich bei etwa 9% aller Todesfälle für alle Altersgruppen über 65 Jahre zu stabilisieren. Einige dieser Krankheiten und Zustände sind die Folge von COVID, und einige stehen in keinem Zusammenhang mit COVID.

Komisch: Insgesamt 4758 der Todesfälle im dunkelblauen Bereich sind auf „vorsätzliche und unbeabsichtigte Verletzungen, Vergiftungen und andere unerwünschte Ereignisse“ mit COVID als Ko-Morbidität zurückzuführen. Dazu gehört z.B. der Typ in Florida, der an einem Motorradunfall starb und positiv auf COVID getestet wurde … eindeutig umfasst die dunkelblau dargestellte Kategorie sowohl Todesfälle mit COVID als auch Todesfälle durch COVID.

Der dünne rote Bereich oben, kaum breiter als eine Linie?

Das sind alle Todesfälle von COVID allein. Sie ist deshalb so gering, weil COVID in den meisten Fällen entweder andere Krankheiten hervorruft, z.B. wenn sich jemand mit COVID infiziert und dann auch noch eine Lungenentzündung bekommt, oder weil COVID oft nicht kausal mit anderen Krankheiten und Zuständen in Verbindung gebracht wird.

Was lehrt uns das? Selbst bei alten und kranken Menschen beträgt der Anteil der Todesfälle mit COVID plus Todesfälle durch COVID weniger als zehn Prozent aller Todesfälle. Bei den unter Vierzehnjährigen sind es weniger als ein Prozent aller Todesfälle. Bei Kleinkindern sind es 0,2%.

Hier ein weiterer Blick auf die CDC-Daten, nämlich die Todesfälle bei den häufigsten Krankheiten, bei denen COVID-19 als Ko-Morbidität aufgeführt ist.

Abbildung 2. Todesfälle durch Krankheiten, bei denen COVID-19 eine Komorbidität ist.

Ich stelle fest, dass die Verstorbenen im Durchschnitt mehr als zwei zugrunde liegende andere Krankheiten hatten, plus COVID. Und während eine ganze Reihe von Kategorien wie Atemwegserkrankungen mit Sicherheit auf eine COVID-Erstinfektion zurückzuführen ist, werden Dinge wie Fettleibigkeit, Krebs, Herzerkrankungen, Alzheimer und Diabetes eindeutig nicht durch COVID verursacht. Wir haben eine Mischung aus Todesfällen mit und Todesfällen durch COVID.

Wie viel davon ist von COVID und wie viel ist mit COVID? Leider ist es nicht möglich, dies anhand der vorliegenden Daten festzustellen. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, zwei Drittel bis drei Viertel sind Todesfälle durch COVID und ein Drittel bis ein Viertel sind nur Todesfälle mit COVID, aber das ist eine Schätzung. Wenn dem so ist, würde das bedeuten, dass COVID etwa sechs Prozent aller Todesfälle bei Menschen über 65 Jahren verursacht hat, wobei der Anteil mit zunehmendem Alter bis auf ein Zehntel von einem Prozent bei Kleinkindern zurückgegangen ist.

Nächster Schritt? Man beende sofort die enorm kostspieligen Lockdowns. Oben habe ich darüber diskutiert, wie die Abriegelungen Millionen von Jahren produktiven Lebens gekostet haben. Wir müssen damit aufhören, Menschen einzusperren, das gelegentliche Aufflackern akzeptieren und Amerika wieder zum Arbeiten bringen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/09/01/cdc-insights/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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3 Kommentare

  1. Die wahren Kosten der Corona-Maßnahmen in Deutschland werden wir erst nach der nächsten Bundestagswahl erfahren, und zwar in bewährter „Salamitaktik“. Vielleicht begreift dann auch der Ein- oder Andere, dass nicht der Staat die Kosten dieser überzogenen Maßnahmen trägt, sondern der Steuerzahler. Es werden noch Wetten angenommen, wie hoch der Mehrwertsteuersatz steigt. Ich tippe auf mindestens 22%.

  2. Ich bin immer wieder total begeistert darüber, wie sich das Corona-Virus ausgebreitet hat – man sieht es greatmäßig allüberall – und wie es vor allem alle anderen Viren wie Influenza, H1N1, Rhinoviren komplett verdrängt hat. Das misst der PCR-Test. Der misst etwas – gleich heißt: die Infektionen wegen Corona sind gestiegen.
    Deshalb auch hier meine (rhetorische) Frage an den Autor: Woher weiß man denn, ob das alles Covid-19-Verstorbene oder Covid-19-Co-Verstorbene sind? Wer hat das Virus bei den Verstorbenen genau ermittelt? Munter PCR-Test eingesetzt – schwupps: Corona/Covid-19/SARS-Cov-2. Was anderes gibt es nicht (mehr).
    Epidemiologisches Bulletin 16/2020 vom RKI:
    Abrupter Rückgang der Raten an Atemwegserkrankungen in der deutschen Bevölkerung
    Wie das Epidemiologische Bulletin 16/2020 schildert, ist insgesamt zu beobachten, dass die ARE-Raten seit der 10. KW (2.3.-8.3.2020) stark gesunken sind. Diese Entwicklung ist sowohl bei Kindern (bis 14 Jahren) und bei den Jugendlichen und Erwachsenen (ab 15 Jahren) zu verzeichnen. Insbesondere bei den Erwachsenen ist ein so deutlicher Abfall der ARE-Raten über mehrere Wochen extrem ungewöhnlich und konnte in keiner der drei Vorsaisons verzeichnet werden. Eine ähnliche Entwicklung wird auch bei den ILI beobachtet. Und wenn man sich dann folgend die Grafik an sieht über die beteiligten Viren – wo taucht da SARS-Cov-2 auf?
    Das war am 03.04.2020!
    Und wie hat „man“ in D darauf reagiert? Verschärfungen des Lockdowns!
    Der Berliner et al. Wahnsinn – er hat Methode.

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