Um Torfes willen: Die CO2-Emissionen steigen, wenn Windkraftanlagen die alten Moorgebiete Europas zerstören

uschi dreiucker / pixelio.de Fundament für Windkrafträder

stopthesethings
Endlose Subventionen für Windkraftanlagen sollen durch die CO2-Emissionen gerechtfertigt sein, die sie angeblich einsparen . Europas Torfmoore – natürliche CO2-Senken – werden zerrissen, entwässert und zerstört, um diesen Dingen Platz zu machen.

Das Aushöhlen von 30 m tiefen Gruben und das Füllen mit 400 bis 500 m³ Stahlbeton als Fundament für Tausende von Windkraftanlagen in ganz Europa hat das empfindliche ökologische Gleichgewicht gestört und Moorlandschaften von Kohlenstoffsenken zu CO2-Emittenten gemacht. Oh welche Ironie.

Die mutwillige und sinnlose Zerstörung scheint irreversibel und daher kriminell zu sein.

 

Windparks bedrohen Torfmoore und verwandeln sie in Kohlenstoffemittenten.

Jo Nova Blog

Eine reine Ironie. Etwa ein Fünftel des gesamten Kohlenstoffs im Boden wird in Torfmooren gespeichert. Wenn industrielle Windturbinen darein gebaut werden, verwandeln sie sich von Kohlenstoffsenken zu Kohlenstoffquellen, womit der offizielle Grund, warum wir Windparks ertragen müssen, ad absurdum geführt wird.

Die Überschrift beschwört übernatürliche Kräfte:

Wind farms built on carbon-rich peat bogs lose their ability to fight climate change
(Windparks, die in kohlenstoffreichen Torfmooren errichtet wurden, verlieren ihre Fähigkeit, den Klimawandel zu bekämpfen)

Als ob der magische Totempfahl die Gabe der Wetterkontrolle verliert, wenn er in einem Torfmoor errichtet wird?

Der eigentliche Schaden besteht jedoch nicht nur in der Geldverschwendung für einen weiteren sinnlosen Windpark. Torfmoore sind viel mehr als nur Kohlenstoffsenken – sie sind auch ein Archiv der Paläohistorie und des alten Klimas. Obwohl Vieh, Wind und Regen die Moore beschädigen können, erklären die Forscher, dass die Windparks jetzt das „größte Risiko“ von allen darstellen. Anscheinend bedingen auch die Zufahrtswege künstliche Entwässerungen, die den Torf trocken legen. Die Drainierungen sind allgegenwärtig und betreffen „das gesamte Moorland“, nicht nur den Teil in der Nähe der Zufahrten.

Die „Deckenmoore“ sind selten, kommen aber von Spanien bis Norwegen sowie in Kanada, Neuseeland und Korea vor.

 [Deckenmoor oder Deckenschlamm, auch als Federmoor bekannt, ist ein Moorgebiet, in dem es ein Klima mit hohen Niederschlägen und einer geringen Evapotranspiration gibt, so dass sich Torf nicht nur in feuchten Mulden, sondern auch über große Flächen welligen Bodens entwickeln kann. Wikipedia]

Die Studie ist eine kaum getarnte Bitte von Moorfachleuten, die Torfwildnis vor der industriellen Entwicklung zu bewahren. Leider scheinen sie zu glauben, dass die Überschrift „Kohlenstoffemissionen“ mehr Interesse erzeugen wird als der wissenschaftliche und biologische Wert des Torfs, was etwas sehr vermasseltes über die Umweltschützer aussagt.

 

Windparks, die in kohlenstoffreichen Torfmooren errichtet wurden, verlieren ihre Fähigkeit, den Klimawandel zu bekämpfen.
Guaduneth Chico, Ben Clutterbuck, Nicholas Midgley und The Conversation

In unserer kürzlich durchgeführten Studie haben wir festgestellt, dass Windparks in Spanien in seltenen Torfmooren errichtet werden, in denen große Mengen des unseren Planeten erwärmenden Kohlenstoffs gespeichert sind. Da diese Lebensräume so schlecht kartiert sind, besteht eine große Gefahr, dass sich dieser Fehler an vielen anderen Orten in ganz Europa, einschließlich Großbritannien, wiederholt.

Moore sind eine natürliche Kohlenstoffsenke und obwohl sie weniger als 3% der Landoberfläche der Erde bedecken, enthalten sie 20% des gesamten in Böden weltweit gespeicherten Kohlenstoffs .

Torf wird von Natur aus durch Wind, Regen und Eis erodiert, darüber hinaus können von Nutztieren beweidete Hochmoore vier- bis sechsmal mehr Kohlenstoff verlieren  als geschützte Moore. Das größte Risiko für diese Lebensräume sind heute jedoch Windparks. Ungeschützte Hochmoore bedecken häufig Berggipfel, auf denen auch ein großes Potenzial zur Erzeugung von Windenergie gesehen wird. Während des Baus eines Windparks wird die Vegetation entfernt, die dabei hilft, den Kohlenstoff einzufangen, um Fundamente und Zufahrten zu schaffen. Diese Zerstörungen bedingen künstliche Drainagen, die den Torf entwässern und das Gelände umformen.

Diese Freisetzung kann so bedeutend sein, dass der Klimavorteil der Erzeugung sauberer Energie wahrscheinlich neutralisiert wird.

REFERENCE
Chico et al (2020) Geo‐hydromorphological assessment of Europe’s southernmost blanket bogs, https://doi.org/10.1002/esp.4927
(Chico et al. (2020) Geo-hydromorphologische Bewertung der südlichsten Hochmoore Europas,)

Jo Nova Blog

Löwenzahn / pixelio.de Schützenswert: Pietzmoor bei Schneverdingen, Lüneburger Heide

https://stopthesethings.com/2020/08/21/for-peats-sake-co2-emissions-rise-as-wind-turbines-destroy-europes-ancient-bog-lands/

Übersetzt durch Andreas Demmig

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11 Kommentare

  1. Die Zerstörung der Landschaft mit Windrädern geht überall weiter.Ich kam gestern mit dem Bus von Airolo kommend über den St. Gotthardpass wg. Tunnelsperrung. Auf der Passhöhe werden derzeit gigantische Windkraftanlagen errichtet und verschandeln so diese wunderschöne und grandiose Naturlandschaft in unbekanntem Ausmaße. Ich bin darob zutiefst erschüttert und musste meine nun schon alten Augen trocknen.Ihr lieben Schweizer Freunde: wie konntet ihr sollchen Frevel im Herzen eures einmalig schönen Landes nur zulassen!

    • @Herr Achilles
      Bei den Windrädern – die über 25 Kilometer massiv schädigend für Menschen sind – geht es hauptsächlich um Entvölkerung. Ein lieber Mensch aus der Schweiz hat dazu ein Video gemacht:
      Der „saubere“ Windkraft-Genozid – Wie Mensch und Tier in den Wahnsinn getrieben werden…

  2. Im Artikel steht: „..Das Aushöhlen von 30 m tiefen Gruben und das Füllen mit 400 bis 500 m³ Stahlbeton“. Die Stahlbetonangabe ist zu gering. Das Volumen des Betons errechnet sich durch Multiplikation von Länge/Breite/Höhe. Schon 10x10x10 wären 1000 Kubikmeter Stahlbeton.

      • … Es sind wahrscheinlich Pfahlgründungen nötig (im Moor).

        Pfahlgründungen bohrt man heute. Bei 1,5 m Durchmesser, 30 m Tiefe und 8 Pfeilern kommt man in die Größenordnung 400-500 m³. Hinein kommen Körbe aus Bewehrungsstahl, das eigentliche Fundament kommt dann noch obenauf, wobei dessen Armierung mit der der Körbe verbunden wird….

        Ob diese Pfahlgründungen 30 m tief reichen müssen, kommt wohl auf den Untergrund an, diese Tiefe wäre aber schon eine gewaltige Hausnummer. normalerweise sollte man dort schon aus diesem Grunde gar nix hinstellen….

        • Wie ich von Kommentatoren erfahren durfte trägt bei den WKA die ständige Luftverwirbelung viel mehr zur Austrockung der Landschaft bei als das Stahlbetonfundament. Ein Foto als Beweis an Eike, wäre eindrucksvoller als das geschriebene Argument.

  3. „… in ganz Europa hat das empfindliche ökologische Gleichgewicht gestört …“

    Mich „stört“ (eigentlich natürlich nicht) auf diesem mir mittlerweile so geschätztem EIKE-Plateau:
    * Daß manche „Neuer Eintrag“ und Kommentatoren nicht erkennen, daß Stahlbeton (mit Hilfe menschlicher Innovation) letztendlich aus der Natur stammt, sowohl der Beton, als auch der Stahl; wir können beide auf Gesteine und Eisen reduzieren! Wenn die im Boden verbleiben, stört es niemanden, außer jenem, der in hundert Jahren seinen Baugrubenaushub für den Keller machen muß.
    * Daß, da Vogelschredderanlagen an sich schon ein Irrsinn sind, laufend deren (unschuldige) Betonfundamente als Argumente gegen den Irrsinn verwendet werden.
    * Daß, und Herr Kowatsch seien Sie bitte nachsichtig, die Kubatur Deutschlands bis in 30 Meter Tiefe (siehe oben) zirka 1,14 EE13 Kubikmeter ist. Davon betragen oben angeführte Fundamente der Vogelschredderanlagen (30.000) 1,5 EE7 Kubikmeter. Das sind 0,0000013%! Eher fällt in Peking deshalb ein Reissack um, als daß es diese so „empfindliche“ Ökologie (deutschlandweit) bemerken würde. Ich würde „empfindlich“ (klingt so nach Schmerz!) sowieso durch „sensibel“, oder noch besser „robust“ ersetzen. Grüne quälen uns „alte weiße Männer“ seit Jahrzehnten mit der empfindlichen Natur, welche sich aber schon seit einigen Milliarden Jahren relativ gut auf Sensivitäten (ohne unser gottgleiches Einwirken) einrichtet.
    * Daß dieses von mir so hoch geschätzte Plateau immer öfters mit billigen Argumenten zu diesem ganzen Wahnsinn gegenargumentiert. Macht das Sinn? Muß man den Schwachsinn der Grünen mit Schwachsinn (von uns, mittlerweile zähle ich mich dazu) beantworten? Ich weis, daß es die EIKE-Eleganz gibt, welche Unwissende zum Zweifeln anregt! Zum Zweifeln anregen: Dann hat EIKE gewonnen!

    So, und jetzt bin ich meinen Frust endlich los! Werde mich zukünftig kommentatorisch etwas zurückhalten.

    Addendum
    Ich bin/war Holzbauer, und (den von mir hochgeschätzten) Beton verwendete ich ausschließlich für Fundamente. Mein heutiges Wissen ist, daß meine Holzbauten die Vogelschredderanlagen bei Weitem überleben werden.

    • Herr Suntinger, der Artikel ist nicht von mir. Sie brauchen sich kommentatorisch keineswegs zukünftig zurückhalten. Jeder Artikel lebt gerade auch durch andere Betrachtungsgedanken, die in den Kommentaren erscheinen. Und die Demokratie braucht die Vielfalt. Durch Ihren Kommentar hätte ich mich auch nicht betroffen gefühlt, er ist neutral geschrieben.

      herzliche Grüße Josef Kowatsch

      • Herr Kowatsch, vielen Dank für Ihre Antwort. Ich weiß, daß Sie den Artikel nicht geschrieben haben, aber Sie sind für mich der kompetenteste bezüglich Wetter, Klima und Bodenversiegelung. Es ging mir bei meiner „Entschuldigung“ um die durch die Vogelschredderanlagen verursachte, meiner Meinung nach geringfügige, zusätzliche Bodenversiegelung.

        Viele Grüße zurück
        Heimo Suntinger

  4. Nå, ja, alles ist relativ.
    Ich wohne in Finnland, im Schärengürtel von Turku/Åbo. Hier hat man seit etwa 20 Jahren versucht elektrische“Windmühlen zu bauen. Zuerst waren es 100, danach 50 und zuletzt 29.
    Und diese nur 5 km Luftlinie von meinem Anwesen. Da bin ich Sturm gelaufen, -dagegen. In Finnland ist es die kommunale Baubehörde die eine Baugenehmigung gibt. Und in dieser sitzen gewählte Bürger der Gemeinde.Die seit 10 Jahren jedes Mal die Pläne für einen Windpark gerade so verhindern konnten Bei letzter Kommunalwahl haben wir Windkraftgegner die Mehrheit errungen. _Wegen dieser Frage!
    Nun sind hier in Finnland die Torfkraftwerke im Visier der Grünen, die in der Regierung sitzen. Die 6 % der Stromenergie beitragen, und Arbeitsplätze für 5000 Personen. Das ist den Grünen natürlich scheissegal, aber sie sitzen mit der Centerpartei in der Regierung. Deren Wähler in den Torfregionen wohnen,.. Regierungskrise?
    Kaum, irgendeinen grünen Scheis wird man schon finden um weiter in der Regierung zu sitzen.
    Torf ist eigentlich die Grundform von Braunkohle. Sie ist deshalb in „loser“ Form bei uns und nördlich von Deutschland, weil sie sich unter dem em Eis der Eiszeit nicht versteinern konnte, im Unterschied von Braunkohle die sich ohne der Eislast der Eiszeiten sozusagen versteinern konnte. -Kann ein Geologe sicher besser formulieren…

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