Warum sind diese Menschen­leben unwichtig?

Kümmert die Grünen nicht im Mindesten: Kinderarbeit in anderen Ländern. Sie schreien trotzdem Hurra! zu Elektro! Bild: unsplash.com

Paul Driessen
Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und Todesopfer werden vor allem von den Grünen stur und beharrlich ignoriert!

Marathon Petroleum hat jüngst angekündigt, seine Martinez Refinery auf „unbestimmte Zeit“ stillzulegen. Die Entscheidung wird Hunderte von Arbeitsplätzen, Milliarden von Dollar und fast 7 Millionen Gallonen Benzin, Diesel und andere Erdölflüssigkeiten pro Tag aus der energiehungrigen kalifornischen Wirtschaft entfernen. Sie wird auch die Kraftstoffpreise für Minderheiten und andere arme Familien, die bereits jetzt die bei weitem höchsten Benzinpreise auf dem amerikanischen Festland zahlen, noch weiter in die Höhe treiben: 1,32 Dollar mehr pro Gallone Normalbenzin als in Louisiana und Texas.

Die grünen und politischen Interessengruppen Kaliforniens wollen keine Bohrungen oder Fracking, keine Pipelines, keine Atom-, Kohle- oder Wasserkraftwerke – und auch keinen Bergbau für die Materialien, die zur Herstellung von Elektroautos benötigt werden. Sie ziehen es vor, diese Arbeit woanders erledigen zu lassen und die Energie, Autos und Konsumgüter einfach zu importieren.

Sie wollten schon lange eine Flotte vollständig elektrischer Fahrzeuge (EV), die ihrer Meinung nach sauber, ethisch, klimafreundlich und nachhaltig sein sollte. Natürlich halten diese Labels nur so lange stand, wie sie sich ausschließlich auf Aktivitäten und Emissionen innerhalb der Grenzen der kalifornischen Bundesstaaten beziehen – und nicht darauf, wo der Bergbau, die Herstellung und die Stromerzeugung stattfinden. Diese Art von „Lebenszyklus“-Analyse würde ihre Behauptungen völlig durcheinander bringen.

Betrachten wir Kupfer. Ein typischer Verbrennungsmotor verbraucht nach Angaben der International Copper Association etwa 23 Kilogramm dieses lebenswichtigen Alltagsmetalls. Ein Hybridauto benötigt fast 40 kg, ein Plug-in-EV 60 kg und ein großer Elektrobus kann bis zu 369 kg Kupfer verbrauchen. Wenn alle 15.000.000 kalifornischen Autos EVs wären, würden sie fast 1.000.000 Tonnen Kupfer benötigen.

Aber Kupfererze haben im Durchschnitt nur 0,5 Gewichtsprozent Metall, stellt der Energieanalyst Mark Mills fest. Das bedeutet, dass 200.000.000 Tonnen Erz abgebaut, zerkleinert, verarbeitet und raffiniert werden müssten, um so viel Kupfer zu erhalten. Fast jeder Schritt in diesem Prozess würde fossile Brennstoffe erfordern – und Kohlendioxid und Schadstoffe ausstoßen.

Und das gilt nur für Kalifornien. Laut Michael Kelly, emeritierter Technologieprofessor an der Universität Cambridge, würde der Ersatz aller Fahrzeuge in UK durch Elektrofahrzeuge der nächsten Generation mehr als die Hälfte der weltweiten jährlichen Erzeugung von Kupfer, das Doppelte des jährlichen Kobaltbedarfs, drei Viertel der jährlichen Lithiumkarbonatproduktion und fast die gesamte jährliche Erzeugung von Neodym erfordern.

Nur ein einziges Elektroauto oder eine Batterie mit Notstromversorgung wiegt 1.000 Pfund und erfordert die Gewinnung und Verarbeitung von etwa 500.000 Pfund verschiedener Erze, sagt Mills. Die wahren Kosten von „grüner“ Energie sind nicht nur im monetären Sinne schwindelerregend.

Stellen Sie sich vor, alle fast 300.000.000 Autos, SUVs, Pickup-Trucks, Busse, Lastwagen und andere Fahrzeuge in den USA im Rahmen des Green New Deal durch elektrische Versionen zu ersetzen – und sie dann täglich aufzuladen. Die Millionen von Windturbinen, Milliarden von Sonnenkollektoren, Milliarden von Notstrombatterien, Tausende von Kilometern neuer Übertragungsleitungen, der umfangreiche Netzausbau und etwa eine Million Schnellladestationen in ganz Amerika würden ebenfalls Kupfer, Beton, all diese anderen Metalle und viele weitere Materialien in unvorstellbaren Mengen benötigen.

Die Lagerstätte Pebble Mine in Alaska verfügt über geschätzte 35 Millionen Tonnen hochgradiges Kupfererz und 3 Millionen Tonnen Molybdän und andere entscheidende GND-Erze. Allein das Kupfer ist fast doppelt so hoch wie die Weltproduktion dieses wichtigen Elements im Jahr 2019. Die Genehmigungen wurden aus fragwürdigen Gründen jahrelang blockiert. Doch das US Army Corps of Engineers stellte kürzlich fest, dass der Bergbau keinen „messbaren Effekt“ auf den Sockeye-Lachs-Bestand im Wassereinzugsgebiet von Bristol Bay haben würde. Er sollte daher unter strengen US-Gesetzen zur Kontrolle der Umweltverschmutzung, zur Rückgewinnung, zum Schutz der Tierwelt, zur Sicherheit am Arbeitsplatz, zu fairen Löhnen und unter Beachtung der Gesetze zur Kinderarbeit erlaubt werden.

Umweltschützer beabsichtigen, die [Inbetriebnahme von] Pebble Mine so lange wie möglich hinauszuzögern – und andere US-Erkundungs- und Bergbauprojekte zu blockieren. Aus diesem Grunde wird der größte Teil des Bergbaus und der Verarbeitung im Ausland durchgeführt, ein Großteil davon in China und der Mongolei oder von chinesischen Unternehmen in Afrika, Asien und Lateinamerika, wo keines dieser Gesetze gilt.

Die meisten Erze der seltenen Erden der Welt werden in der Nähe von Baotou in der Inneren Mongolei gewonnen, indem Säure in den Boden gepumpt und dann mit noch mehr Säure und Chemikalien verarbeitet wird. Bei der Produktion einer Tonne Seltenerdmetalle werden bis zu 420.000 Kubikfuß giftige Gase, 2.600 Kubikfuß säurehaltiges Abwasser und eine Tonne radioaktiver Abfall freigesetzt. Der dabei entstehende schwarze Schlamm wird in einen fauligen See geleitet, bar jeden Lebens. Zahlreiche Einheimische leiden an schweren Haut- und Atemwegserkrankungen, Kinder werden mit weichen Knochen geboren, und die Krebsraten sind in die Höhe geschnellt.

Lithium stammt größtenteils aus Tibet und dem trockenen Hochland des „Lithium-Dreiecks“ Argentinien-Bolivien-Chile. Tote, giftige Fische gesellen sich zu den Kadavern von Kühen und Yaks, die im tibetischen Liqi-Fluss treiben, der durch die Ganzizhou-Rongda-Mine vergiftet wurde. Die Eingeborenen im ABC-Dreieck sagen, dass die Lithiumoperationen die Flüsse, die für Menschen, Vieh und Bewässerung benötigt werden, verseuchen und Berge von weggeworfenem Salz hinterlassen.

Der weltweit größte Produzent von Kobalt ist die Demokratische Republik Kongo, wo etwa 40.000 Kinder im Alter von bis zu vier Jahren mit ihren Eltern für weniger als 2 Dollar pro Tag bis zu 12 Stunden am Tag schuften. Viele von ihnen sterben bei Höhleneinstürzen oder langsamer durch den ständigen Kontakt mit giftigem, radioaktivem Schlamm, Staub, Wasser und Luft, die gefährliche Mengen an Kobalt, Blei, Uran und anderen Schwermetallen in ihren Körper bringen. Das Kobalterz wird von der in chinesischem Besitz befindlichen Congo Dongfang International Mining Company zur Verarbeitung nach China geschickt.

Das ist nur zur Deckung des aktuellen Rohstoffbedarfs. Man versuche einmal, sich die Rohstoffnachfrage, die Bergbau- und Kinderarbeitsbedingungen in der Dritten Welt und die Umweltzerstörung unter dem Green New Deal vorzustellen.

Linke sagen oft, dass sie nachhaltigen, fair gehandelten Kaffee, Turnschuhe, Handtaschen und Diamanten unterstützen. Kinderarbeit, Sweatshops oder unsichere Bedingungen werden nicht toleriert. Aber bei grüner Energie und Elektrofahrzeugen sieht die Sache anders aus. Im Jahr 2019 schlug die kalifornische Parlamentsvorlage 735 vor, dass der Staat bescheinigen sollte, dass dort verkaufte „Null-Emissions“-Elektrofahrzeuge frei von jeglichen Materialien oder Komponenten sind, die Kinderarbeit beinhalten. Die Demokraten stimmten dagegen. Die Angelegenheit sei kompliziert, „erklärten“ sie. Sie sei zu schwer durchzusetzen, koste zu viel und gefährde die Klimaziele des Staates. Und außerdem setzen viele andere Industriezweige ebenfalls Kinderarbeit ein. (Also schweigen Sie gefälligst hierzu!)

Letzten Monat hatte das US-Repräsentantenhaus die Gelegenheit, eine nationale Bescheinigung zu erlassen, die besagt, dass staatlich finanzierte Elektrobusse und Ladestationen keine mit Kinderarbeit abgebauten Mineralien enthalten. Der Verkehrsausschuss billigte den Änderungsantrag 43-19 (alle 19 Nein-Stimmen waren Demokraten). Pete DeFazio (D-OR) ersetzte jedoch klammheimlich die durchsetzbare Formulierung durch eine bedeutungslose Erklärung, dass „es die Politik der Vereinigten Staaten ist“, dass Gelder „nicht verwendet werden sollten“ für Gegenstände, die u. A. mittels Kinderarbeit hergestellt werden.

DeFazio behauptete, die Zertifizierung sei unnötig, weil die US-Handelsabkommen Kinderarbeit verbieten. Es gibt jedoch kein Abkommen mit dem Kongo, und China hat kein Interesse an der Beendigung der Kinderarbeit in seinen Lieferketten gezeigt. (Außerdem ist die Angelegenheit kompliziert, schwer durchsetzbar und gefährlich für das Klima und die Ziele des Green New Deal).

Es fällt Nancy Pelosi und ihren Kollegen leicht, aus Solidarität mit Black Lives Matter Kente-Stoffstolen zu tragen. Und für die Mitarbeiter des Sierra-Clubs, die „Geschichte und Kultur der weißen Vorherrschaft“ der Organisation zu kritisieren – was ich als gefühllosen, tödlichen und wohl rassistischen Öko-Imperialismus und Kohlenstoff-Kolonialismus bezeichne. Wir brauchen wirkliche Reformen und ein Ende der Cancel-Kultur, die die Diskussion über die Schrecken dessen zum Verstummen bringt, was in zu vielen nicht-weißen Gebieten der Vereinigten Staaten und der Welt vor sich geht.

Die menschlichen und ökologischen Realitäten der GND-Politik schreien nach einer Debatte. Das gilt auch für die Gewalt und den Tod, die dem unentschuldbaren Tod von George Floyd vorausgingen und folgten. Nicht nur die 25 von Polizisten erschossenen unbewaffneten Schwarzen in ganz Amerika im Jahr 2019, die zum engen Fokus von Black Lives Matter, Politikern und Randalierern geworden sind. Sondern auch die Morde an David Dorn, Patrick Underwood und anderen Polizeibeamten; an Mekhi James, LeGend Taliferro, Secoriea Turner und anderen dunkelhäutigen Kindern, die von ihren Mitschwarzen erschossen wurden; und an bis zu 7.000 amerikanischen schwarzen Männern, Frauen und Kindern, die jedes Jahr von Schwarzen ermordet werden.

In Chicago meldete die Polizei am Wochenende des 4. Juli 87 Schießereien und 17 Tote, und fast ein Dutzend der Erschossenen waren Kinder, die ins Kreuzfeuer gerieten, so die New York Post verzweifelt. Tatsächlich übertrifft die Zahl der schwarz/schwarz gemeldeten Morde in Windy City an fast jedem der beiden letzten aufeinander folgenden Wochenenden diese 25 Polizistenmorde.

„Jede einzelne Person, die [bisher] im Juli dieses Jahres in New York City erschossen wurde, insgesamt fast 100, gehörte einer Minderheit an“, twitterte NBC News-Reporter Tom Winter, „und 97% der Schussopfer im Juni waren Mitglieder der Minderheitengemeinde der Stadt“. Die Lösung ist die Definanzierung der Polizei?

ALLE diese afrikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen und minderheitlichen amerikanischen Leben zählen. Es ist an der Zeit, ehrlich darüber zu sprechen, herauszufinden, was die Unmenschlichkeit wirklich antreibt, und eine Welt zu schaffen, in der zu leben wir stolz sein können.

Paul Driessen is senior policy analyst for the Committee For A Constructive Tomorrow (www.CFACT.org) and author of books and articles on energy, environment, climate and human rights issues.

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/08/08/why-dont-these-lives-matter/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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6 Kommentare

  1. Ich schrieb es vorhin schon, es gleicht der Apokalypse: Grüne Fanatiker, die sich als Weltretter und Gutmenschen ausgeben, entpuppen sich als die größten Schadensstifter der Menschheit überhaupt! Hüben wie drüben dieselbe schier unfassbare Grün-Idiotie!

  2. Sehr geehrter Herr Driessen, ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass Menschenleben den Linksgrünen schon immer egal waren, wenn es um die Durchsetzung ihrer Ideologie ging? Der vorgeheuchelte Humanismus ist nichts als Fassade. wo gehobelt wird, fallen eben Späne, ist das Motto.

    Mehr als 100 Millionen Tote linksideologischer Aktionen weltweit zeugen davon. Die Methoden heute sind subtiler, aber für die betroffenen nicht weniger fatal.

  3. Schon Franz Josef Strauß erkannte einst: Grüne Ideen gedeihen nicht in den Quartieren der Arbeiter. Sie gedeihen in den Luxusvillen der Schickeria.“

  4. >> … zur Sicherheit am Arbeitsplatz, zu fairen Löhnen und zu Kinderarbeit erlaubt werden.<<
    Kinderarbeit in den USA?
    Das kann ja wohl kaum sein.

    • Stimmt, da ist etwas nicht vom Original mitgekommen
      Korrekt heißt es: …unter Beachtung der Gesetze zur Kinderarbeit
      Ist korrigiert – Danke

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