Zwei sehr verschiedene Sommertage im Vergleich – was lehrt uns das?

Sommersonne und Sommerwolken – ihre jeweiligen Anteile bestimmen zusammen mit Großwetterlagen und Luftmassen das Temperaturniveau des Sommers. Foto: Stefan Kämpfe

Stefan Kämpfe
Der Sommer 2020 zeichnete sich bislang durch einen Mix aus warmen und kühlen Tagen aus. Weder Hitzeliebhaber und Sonnenanbeter noch Landwirte und Gärtner werden mit diesem Durchschnitts-Sommer so recht zufrieden sein. Ersteren war er zu kühl; Letzteren fehlte ausreichender Regen. Doch dieser Sommer bot auch die Chance, einmal kritisch über die angeblich durch immer mehr CO2 verursachte Klimaerwärmung nachzudenken. Um Zweifel zu wecken, benötigt man nicht einmal fundierte Fachkenntnisse in Strahlungsphysik – ein Blick auf die Witterungsabläufe zweier sehr unterschiedlicher Juli-Tage und die deutschlandweite Temperaturverteilung im Juli reicht schon aus.

Trüb, herbstlich kühl oder sonnig und warm – zwei Juli-Tage im Vergleich

Im Juli 2020 schwankte die atmosphärische CO2-Konzentration nur zwischen etwa 410 und 416 ppm (Quelle: Amerik. Wetterdienst NOAA) – viel zu wenig, um die enormen, in Deutschland beobachteten Temperaturunterschiede erklären zu können. Aber auch die Erklärung, wir würden den gemäßigten Sommer 2020 der Corona-Krise verdanken, weil viel weniger CO2 emittiert wurde, ist falsch! Denn ungeachtet der schwersten Rezession seit 1929 steigen sie ungebremst weiter (im Juni 2020 um 2,47ppm gegenüber dem Juni 2019, im Juli, dessen Werte noch nicht vollständig vorliegen, dürfte sich das in ähnlicher Größenordnung bewegen). Was unser Wetter (und damit langfristig unser Klima) wirklich beeinflusst, zeigt ein Vergleich zweier sehr unterschiedlicher Juli-Tage an der DWD-Station Erfurt/Weimar in Thüringen:

Abbildung 1: Stündliche Temperaturwerte (2m Höhe) an der Station Erfurt/Weimar am 8. Juli (blau) und am 30 Juli (rot). Am 8. Juli beeinflusste ein Skandinavien-Tief mit kühler, wolkenreicher Nordseeluft den Beobachtungsort, mitunter regnete es etwas, und die Tagesmaxima kamen über herbstliche 15 Grad kaum hinaus, währen es in der Nacht kaum unter 12 Grad abkühlte. Am 30. Juli lenkte ein Hoch über dem nördlichen Mitteleuropa trockene, wolkenarme Festlandsluft heran; nach klarer Nacht schien trotz weniger Altocumulus- und Cirrus-Wolken die Sonne fast durchgängig, was nach sehr kühler Nacht mit einem Minimum unter 10 Grad eine Erwärmung auf hochsommerliche 26 Grad ermöglichte.

Deutliches Süd-Nord-Gefälle der Juli-Witterung 2020

Während dieser Juli nahe der Meeresküsten sonnenscheinarm, niederschlagsreich und kühl war, zeigte sich südöstlich einer Linie, die etwa von der Kölner Bucht zum Oderbruch verlief, häufig die Sonne, und trotz einiger empfindlich kühler Nächte mit vereinzelten Boden- und ganz vereinzelten Luftfrösten verlief er, gemessen am CLINO-Wert 1981 bis 2010, temperaturnormal, teils, besonders im Südwesten, auch etwas zu warm:

Abbildung 2: Kühler Norden, warmer Süden. Die veraltete, sehr kühle CLINO-Periode von 1961 bis 1990 machte den Juli 2020 wärmer, als er wirklich war – ein beliebter Trick der grünen CO2-Klimawandel-Katastrophisten. Verschämt gibt das auch der DWD zu, der in seiner Pressemitteilung schreibt: „Mit 17,7 °C lag im Juli der Temperaturdurchschnitt um 0,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war der Juli 2020 dagegen 0,3 Grad zu kalt.“ Bildquelle bernd-hussing.de

Niemand wird ernsthaft annehmen, die CO2-Konzentration sei im Norden wesentlich geringer als im Süden gewesen – und habe so die Kühle im Norden bewirkt. Tatsächlich war es ganz wesentlich die unterschiedliche Sonnenscheindauer, welche das Temperaturgefälle verursachte:

Abbildung 3: Sonniger Südosten, trüber Nordwesten: Die Verteilung ähnelt frappierend der Temperaturverteilung in Abbildung 2. Bildquelle: bernd-hussing.de

Und was für den Juli gilt, das gilt auch für den gesamten Sommer. Je sonniger, desto wärmer fällt er aus:

Abbildung 4: Fast zwei Drittel der Variabilität der sommerlichen Lufttemperaturen wird in Potsdam von der Sonnenscheindauer bestimmt – ein für klimatische Größen sehr enger, signifikanter Zusammenhang.
Abbildung 5: Ein Deutschland-Flächenmittel der Sonnenscheindauer liegt erst seit 1951 vor, doch zeigen sich für den Sommer die gleichen Zusammenhänge, wie in Potsdam. Der bislang sonnigste Sommer (2003) verfehlte mit 793 Sonnenstunden die Marke von 800 Stunden nur knapp; er war mit 19,7°C auch der bislang wärmste Sommer. Zur besseren Visualisierung in einer Grafik mussten die sehr unterschiedlichen Größen in Indexwerte umgerechnet werden.

Die Beispiele aus dem Juli 2020 sind natürlich nur Wetter und nicht Klima – aber sie sind sehr typisch. Bewölkungsverhältnisse, Sonnenscheindauer, Großwetterlagen und Luftmassen bestimmen im Wesentlichen das Temperaturniveau unserer Sommer – nicht die steigende CO2-Konzentration.

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18 Kommentare

  1. „Niemand wird ernsthaft annehmen, die CO2-Konzentration sei im Norden wesentlich geringer als im Süden gewesen – und habe so die Kühle im Norden bewirkt.“

    Sehr viel einfacher kann man das Niveau dieses Artikels wohl nicht beschreiben.

    Lieber Herr Frey, der Treibhausgaseffekt setzt klimatologische Vorgänge doch nicht ausser Kraft.
    Ihrer Logik folgend müsste es dann ja überall auf der Erde etwa gleich warm sein.
    Das hat schon was trauriges….

  2. Wir hatten auch im letzten Jahr ein Kälteloch.
    Nachdem die Medien, seit dem Frühsommer, mit Trommelfeuer, die Hitzekatastrophe proklamierten, kam Anfang Juli der Knick. Im Raum Dresden ging es min/max auf bis zu 7/17° runter. Wenn man draußen arbeitet merkt man sich sowas.
    3 Wochen lang war Ruhe mit Klimawandel. Als es dann Ende Juli endlich wieder warm wurde, mit einem einzigen richtig heißen Tag, öffnete sich ein Ventil und aufgestaute Beiträge spülten uns die Katastrophe herbei.
    Es müß schlimm sein, wenn man heute in einer Höhle wohnt. Da weiß man ja gar nicht, woran man als erstes stirbt.

  3. „Niemand wird ernsthaft annehmen, die CO2-Konzentration sei im Norden wesentlich geringer als im Süden gewesen – und habe so die Kühle im Norden bewirkt …“

    Mit diesem Argument scheiden auch die Sonnenaktivität und alle anderen möglichen Klimatreiber als Ursachen aus.

    • „Mit diesem Argument scheiden auch die Sonnenaktivität und alle anderen möglichen Klimatreiber als Ursachen aus.“
      Sehr geehrter Herr Martin Müller,
      sie müssten schon genauer erklären, warum beispielsweise die Sonnenaktivität deswegen ausscheiden soll – sie wirkt doch ganz anders als CO2, dessen Konzentrationen ja seit über 100 Jahren stetig nur steigen; die Kühle im Norden bewirkte aber ein Skandinavien-Tief, dessen Einfluss nicht sehr weit nach Süden reichte – und seit langem ist bekannt, dass die Sonnenaktivität die Häufigkeitsverhältnisse und die Intensität der Großwetterlagen beeinflusst.

    • Sehr geehrter Herr Müller,
      vielleicht hätten Sie den folgenden Satz auch noch lesen sollen, denn dort wird der betreffende Klimatreiber genannt.
      MfG

  4. … und bitte NICHT die „ELF“-Tausend täglich (seit LockDown) fehlenden FLUG-Bewegungen allein über BRD !!! – gemeint sind die „H2O“-EIS-Aerosole in 10 KM Höhe/im JET-Stream „über den Wolken und vor Sonne oder Mond“ – mind. 300 Mio. To/p.a. global – das FÜNF-fache der geschätzten 60 Mio. To/p.a. an „nicht-schmelzenden“ und „dauerharten“ Aerosolen !?! – Vergleich 9/11-FlugVerbote (3-4 Tage) USA, 2001 – „ERHÖHUNG“ Temp.-Kontrast um EIN bis 1.8 Grad (D. J. TRAVIS et al. in NATURE 08/2002) 😉

  5. Die Natur emittiert Weltweit 97% des CO2 der Erde und hat dadurch natürlich den größten Einfluss.
    Aber das hält die Klima-Illusionisten nicht davon ab trotzdem an einer menschengemachten Klimakatastrophe zu glauben, vor allem sind diese Klimagläubigen nur nützliche Esel die man vor dem Profitkarren spannen kann.
    Im Grund geht es um nichts anderes als das man Energie für den Normalverdiener extrem verteuert so das zu den Steuerbelastungen kein anständigen Auskommen mehr möglich ist.
    Und das ohne irgendeinen Effekt auf die Kohlenstoffbilanz. Denn Kohlenstoff ist das wichtigste Element der lebenden Materie es wird überall benötigt. In der Skelettstruktur von Mensch und Tier.
    Es findet ein gigantischer Austausch an Kohlenstoff in den Meeren und Wäldern der ganzen Erde statt.
    Kohlenstoff findet sich wiederum in der Nahrung die permanent erzeugt wird und auch umgewandelt wird.
    Und das sind erdrückende Fakten und trotzallem läuft dieses Klimamantra schon seit 35 Jahren– Ohne einen wissenschaftlichen Beweis, kann man diese Lüge ungehindert verbreiten – mittlerweile hat sich der Unsinn in alle Normalo Hirne gebrannt. Auch leider studierte.
    1986 – Auszug aus dem Spiegel
    Mit einem Horrorszenario begann 1986 die Medienkarriere des Themas Klimawandel.
    Der Kölner Dom steht in der Nordsee. Zur Hälfte überflutet, nur noch das Kirchendach und die Türme ragen aus den Fluten heraus. Das war das „Spiegel“-Cover, mit dem in Deutschland im Sommer 1986 die Medienkarriere des Themas Klimawandel begann. Die Macher des Magazins waren dabei nicht zimperlich. Sie riefen in Großbuchstaben „DIE KLIMAKATASTROPHE“ aus – Untertitel: „Ozon-Loch, Pol-Schmelze, Treibhaus-Effekt, Forscher warnen“.
    Es geht letzten endlich darum „das geschürte Angst“, Geld generiert.

  6. Bei aller Wertschätzung für Ihre Fleißarbeit, sehr geehrter Herr Kämpfe: Sie beschreiben Witterung/Wetter, und das hängt natürlich mit dem Klima und seinen Veränderungen zusammenzubringen. Aber da wir in Deutschland in jedem Monat eine Temperaturspanne von etwa 40 Grad haben – vom Bodenfrost frühmorgentlich im Juni bis zu 40 Grad am Nachmittag oder auch -20 Grad Ende Dezember oder +20 Grad an Weihnachten – sagen solche Werte nichts über die Klimaveränderung auch noch weniger etwas über deren Ursachen.

    • @ Burger
      Sorry, aber wenn ich eine derartig fehllaufende Information aus den Untersuchungen von Stefan Kämpfe entnehmen würde, hätte ich mir ernsthaft darüber den Kopf zerbrochen, warum ich überhaupt Lesen und Schreiben gelernt habe.
      In dem Artikel geht es um Temperaturmessungen und -tendenzen. Klima kann man nicht messen. Klima ist eine statistisch ermittelte Tendenz. Klima kann man auch nicht bekämpfen, es sei denn, man ist ein Don Quijote oder dessen Sancho Panza.

      • Sehr geehrter Herr Blaschke,
        Klima ist keine statistisch ermittelte Tendenz.
        Klima ist längst eine modellierte Tendenz. Abweichende Fakten sind Wetter und werden ausgeschlossen.
        Deshalb ist es ja schon längst viel wärmer, als unsere Thermometer anzeigen.
        Es ist also dringichst an der Zeit die Thermometer zu überarbeiten. Es kann ja nicht sein, daß die sich nach dem Wetter richten und nicht nach dem Klima…usw.
        Viele Grüße
        S. Eulitz

    • In der Tat, jetzt könnte man auch argumentieren, die Sonnentage werden heute durch CO2 noch heißer und dann ist es doch wieder das CO2! Und dann helfen nur die langfristigen Mitteltemperaturen weiter, so fragwürdig sie auch sind.
      Höhere Temperaturen sind sowohl beim Wetter als auch beim Klima oftmals durch längere Sonnenscheindauer verursacht. Was, wie ich gelesen habe, die Klima-Alarmforscher erstaunlicherweise dem CO2 als „positive Rückkopplung“ in die Schuhe schieben:
      CO2 macht wärmer, dadurch angeblich weniger Bewölkung (m.E. wird hier schamlos ausgenutzt, dass keiner richtig weiß, wie Wolken funktionieren!), mehr Sonne und dadurch noch wärmer… Man staune, was sich Alarmisten alles einfallen lassen!
      Wie das wohl Herr Kämpfe sieht?

      • Sehr geehrter Herr Dr. Ullrich,
        müsste es bei jedweder Erwärmung (sei sie nun CO2-bedingt oder nicht) nicht zu mehr Verdunstung und damit zu verstärkter Wolkenbildung kommen? Wir beobachten aber (momentan) das genaue Gegenteil!!! Das lässt mehrere Rückschlüsse zu:
        1.) Luftreinhaltemaßnahmen fürten zu weniger tiefen Wolken, Dunst und Nebel; Melioration und Versiegelung „trockneten“ die Landschaft Mitteleuropas aus und verstärkten die WI-Effekte (darauf deuten die fallenden Werte der Relativen Feuchte, seit 1948 verfügbar, hin – niedrigere relative Feuchte erschwert die Dunst-, Nebel- und Wolkenbidung – mehr Sonne).
        2.) Die aktuelle AMO-Warmphase steht vielleicht vor dem Ende – das viele, dürre Nordwetter 2020 könnte ein erstes Anzeichen sein.
        3.) Die geringe Sonnenaktivität wirkt „austrocknend“ – tendenziell deutet sich das zumindest grob an.
        Und was ganz wichtig ist: Die Funktionsweise der Bewölkung im Klima wird bislang fast gar nicht verstanden – und es fehlt an langfristigen Daten zur Art, Beschaffenheit und Menge der tiefen, mittelhohen und hohen Wolken.

    • Sehr geehrter Herr Burger,
      irgendwie haben Sie den Beitrag entweder nicht verstanden, oder nur oberflächlich gelesen. Denn erstens weise ich am Ende sehr wohl darauf hin, dass es Einzelfälle sind. Und zweitens ging es NICHT um Klimaveränderungen – sondern nur darum, wie stark Wetterlagen, Sonnenscheindauer und Bewölkung unsere sommerlichen Temperaturverhältnisse dominieren.

    • Da das „Klima“ ja ziemlich willkürlich als das durchschnittliche Wetter innerhalb von 30 Jahren definiert ist, sagen die Wetterbeobachtungen sehr wohl etwas über das Klima aus. Wenn es gerade pass, werden uns in den Nachrichten ja ständig auch nur ganz normale Wettervorgänge als Beweise für irgendwelche Klimaveränderungsthesen präsentiert.

      Der letzte Absatz des Artikels fasst es doch noch einmal schön zusammen. Nicht jeder liest ja bis zum Ende, also zitiere ich ihn hier einfach noch einmal:

      „Die Beispiele aus dem Juli 2020 sind natürlich nur Wetter und nicht Klima – aber sie sind sehr typisch. Bewölkungsverhältnisse, Sonnenscheindauer, Großwetterlagen und Luftmassen bestimmen im Wesentlichen das Temperaturniveau unserer Sommer – nicht die steigende CO2-Konzentration.“

      Dem ist nichts hinzuzufügen.

  7. Abbildung 1 zeigt schön die Abhängigkeit der Nachttemperatur von der Luftfeuchte.
    Klare Nächte starke Abkühling, trübe Nächte nur wenige Grad kühler als tagsüber.

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