Das Ende der Modelle – das Ende der Hiobsbotschaften

von Hans Hofmann-Reinecke

Es gibt angeblich dramatische Neuigkeiten zum Thema Klima: Man hat seine „Sensitivität“ noch genauer berechnet. Man hat herausgefunden, wie sehr die Temperaturen auf der Erdoberfläche ansteigen würden, falls das CO2 sich verdoppelte. Die Ergebnisse, wenig überraschend, sind Anlass für neue Hiobsbotschaften.

Die Botschaft

Der Spiegel schreibt am 23.7.:

Forscher prognostizieren stärkere Erderwärmung. In leistungs­starken Programmen simulieren Forscher, wie die Erde auf eine Verdopplung der Kohlendioxid-Menge in der Atmosphäre reagieren würde.

Der Guardian warnte schon im Juni:

The current pace of human-caused carbon emissions is increasingly likely to trigger irreversible damage to the planet, according to a comprehensive international study released Wednesday.

(Laut einer umfassenden internationalen Studie, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, wird das derzeitige Tempo der vom Menschen verursachten Kohlenstoffemissionen zunehmend irreversible Schäden auf dem Planeten auslösen.)

Das sind keine guten Nachrichten, aber können wir Spiegel und Guardian blind vertrauen? Ich schlage vor, wir schau‘n uns das mal an.

Das Häschen und Corona

Bitte betrachten Sie zunächst aufmerksam dieses kurze Video (zu Beginn bitte ein paar Sekunden Geduld).

Die Vierbeiner fühlen sich in der Dunkel­heit unsichtbar, verraten sich aber durch eine geheimnisvolle Strahlung. Ist das die „Aura“, wie sie nur von ganz besonderen Wesen ausgeht?

Nicht ganz. Was man sieht, ist infrarotes Licht, das von einer Spezialkamera aufgezeichnet wurde. Solches Licht, auch Wärmestrahlung genannt, wird von jedem Körper emittiert, ob lebendig oder nicht. Es kommt nur auf seine Temperatur an.

Mit der Temperatur steigt die Energie der Strahlung, und zwar ganz gewaltig. Die stark durchbluteten und unbehaarten Partien scheinen deutlich heller als der Rest des Körpers, obwohl sie nur ein paar Grad wärmer sind. Dieser Effekt wird übrigens auch beim kontaktlosen Fieber­messen benutzt, wie es in Corona-Zeiten alltäglich ist. Das Thermometer misst die von der Haut abgestrahlte Energie und kann daran tatsächlich unterscheiden, ob wir nur 36,5 °C oder bedenkliche 38 ° haben.

Die Strahlung von Mutter Erde

Mutter Erde hat eine durchschnittliche Temperatur von etwa 15° und strahlt damit permanent etwa 340 Watt Wärme je Quadratmeter ins All. Das ist nicht viel, aber dank ihrer gigantischen Oberfläche kommt da einiges zusammen. Warum kühlt sie sich dann nicht fortlaufend ab?

Nun, Sie haben es erraten: Die liebe Sonne wärmt uns ja, und zwar mit großzügigen 1.388 Watt pro Quadratmeter. Bekommen wir dann nicht wesentlich mehr Energie geliefert, als wir abstrahlen? Warum glüht die Erde dann nicht längst?

Dazu etwas Geometrie: So wie wir den Mond, so sieht auch die Sonne unsere Erde als kreis­förmige Silhouette. Auf der Fläche dieser Scheibe von 6.371 km Radius werden die Sonnen­strahlen eingefangen. Fragen sie jetzt bitte nicht, ob das auch nachts so ist; irgendeine Hälfte des Globus ist ja immer zur Sonne gewandt.

Damit unsere Temperatur gleichbleibt, müsste die Erde ebenso viel Energie abstrahlen, wie sie empfängt. Und genau das tut sie. Sie strahlt nämlich mit ihrer gesamten Kugeloberfläche, nicht nur mit der scheibenförmigen Silhouette, die sie der Sonne darbietet. Und wie es der Zufall so will, ist die Oberfläche einer Kugel genau das Vierfache einer Scheibe gleichen Durchmessers.

Um die gesamte Energiebilanz der Erde zu berechnen, müssen wir die empfangene Sonnen­energie von 1388 Watt/m2 mit der Fläche besagter Scheibe multiplizieren und die Abstrahlung von 340 Watt/m2 mit dem Vierfachen dieser Fläche, und dann die Differenz bilden.

Multiplizieren wir zunächst die 340 mit 4, dann kommen wir auf 1.360. Aber das ist ja fast genau das, was die Sonne zu bieten hat. Das ist kein Zufall, es sagt uns, dass tatsächlich die durch­schnittlich eingestrahlte und emittierte Energie – im Rahmen unserer extrem vereinfachten Betrachtung – gleich sind.

Wie durchsichtig ist Luft?

Nun strahlt die von der Erde abgegebene Energie nicht ungehindert ins Vakuum des Weltalls, sondern muss sich erst ihren Weg durch die Lufthülle erarbeiten. Da gibt es Blockaden, die zwar die einfallenden Sonnenstrahlen passieren lassen, die ausgehende Wärmestrahlung aber behindern. Das sind die sogenannten Treibhausgase, und das berüchtigtste heißt CO2.

Als Autofahrer haben Sie sicher schon gesehen, was passiert, wenn Sie versuchen, mit den Scheinwerfern durch Nebel zu leuchten. Sie bekommen den halben Segen zurück in die Augen und können noch weniger sehen als vorher. Für die Infrarotstrahlen ist das CO2 wie Nebel, für uns (außer Greta) ist dieses Gas aber total unsichtbar. Das CO2 streut einen Teil der Wärmestrahlung, die eigentlich ins All entweichen möchte, zurück. Die Erde bleibt daher etwas wärmer, als es ohne CO2 der Fall wäre.

Ein paar Grad mehr bedeutet aber, dass die Erdoberfläche wesentlich mehr Energie abgibt. Dabei macht schon ein kleiner Temperaturanstieg einen deutlichen Unterschied. Erinnern Sie sich an die Tiere im Video? Da strahlen die Bäuche der Elefanten auch mehr als die kühleren Rücken.

Die Erdoberfläche strahlt nun also ebenfalls stärker, aber das CO2 hält davon eben einen kleinen Prozentsatz zurück, sodass letztlich die gleiche Energie ins All gestrahlt wird, wie es ohne CO2 der Fall war. Das Gleichgewicht von empfangener und abgegebener Energie ist also wiederhergestellt, wenn auch zum Preis einer höheren Temperatur.

Nun haben sich die Forscher etwas überlegt. Nehmen wir die präindustrialisierte Erde, etwa vom frühen 20. Jahrhundert, da gab es 0,028% CO2 in der Luft. Auf diese Situation hatten sich die Erde und ihre Temperatur seit Jahrtausenden eingestellt. Jetzt verdoppeln wir schlagartig die CO2-Konzentration von 0,028% auf 0,056%. Um wie viel Grad würde es dann wärmer? Das ist natürlich ein Gedankenexperiment, wir können es nicht gerade mal mit der Erde durchführen, aber es kann lehrreich sein.

Lange haben die Experten gerechnet und kamen zu dem Ergebnis, dass die Temperatur um irgendeinen Wert zwischen 1,5° und 4,5° steigen würde. Diesen Wert nannten sie Klima-Sensitivität.

Geht’s nicht genauer?

Das ist aber ein recht ungenaues Resultat. Das ist, als würde ein Handwerker einen Kosten­voranschlag machen: „… so zwischen 1.500 und 4.500 Euro wird’s schon werden.“ Können die Spezialisten mit ihren Supercomputern das nicht besser ausrechnen?

Nun, ich habe Ihnen bisher nur die halbe Wahrheit erzählt, vielleicht sogar noch weniger. Neben dem CO2 gibt es ein anderes Treibhausgas, das im Vergleich zu CO2 eine hundertmal so große Konzentration haben kann: der Wasserdampf in der Atmosphäre, auch Luftfeuchtigkeit genannt. Dieses gasförmige, unsichtbare Wasser hat auf die Wärmestrahlung den gleichen Effekt wie das CO2, allerdings wesentlich stärker.

Während sich CO2 nun einigermaßen ordentlich über die Erde verteilt, verhält sich das Wasser genau umgekehrt. Mal ist es hier, mal dort, manchmal kondensiert es zu kleinen Tröpfchen und bildet Wolken, dann werden die Tröpfchen groß und schwer, sodass sie zu Boden fallen und wir sagen:

„Es regnet.“ Dieses chaotische Treiben des Wassers ist ein wesentlicher Teil dessen, was wir als Wetter bezeichnen.

Und das Wasser, sei es gasförmig flüssig oder fest, hat einen sehr starken Einfluss auf die einfallende und emittierte Strahlung. Jetzt geht es nicht mehr nur um sanfte Streuung der Wärmestrahlung auf ihrem Weg ins All; durch das Wasser wird chaotisch ins ganze Energiegeschehen eingegriffen: Sonnenlicht wird an den Oberseiten der Wolken reflektiert, sodass es gar nicht erst auf die Erde kommt; Wärmestrahlung wird an der Unterseite blockiert und feine Nebeltröpfchen treiben ihr eigenes Spiel mit den verschiedenen Strahlen.

In diesem Chaos wollen wir nun herausfinden, welchen Einfluss die Zunahme der CO2-Konzentration um ein paar hundertstel Prozent haben soll? Das ist so, als hätte Mutter Erde ein feines Seidenhemdchen aus CO2 an, das sie niemals ablegt, darüber aber zieht sie nach Lust und Laune dicke Wollpullover, Pelz­jacken und Wintermäntel aus Wolken oder Wasserdampf an und aus. Das feine Seidenhemdchen aber wird von Jahr zu Jahr um ein paar Fädchen dichter; und wir wollen ausrechnen, welchen Einfluss genau das auf Mutters Temperatur hat?

Mission Impossible

Es ist eine „Mission impossible“, aber furchtlose Forscher vom World Climate Research Programme haben erneut ihre Computer angeworfen und mit neuesten Daten und Erkenntnissen gefüttert – und voilà, hier ist das Ergebnis: Die Klima-Sensitivität liegt bei einem Wert irgendwo zwischen 1,6° und 5,6°. Würde also das CO2 auf den besagten doppelten Wert der präindustrialisierten Ära ansteigen – gemäß aktuellem Zuwachs würde das 75 Jahre dauern – dann könnte Hamburgs mittlere Jahrestemperatur von heute 8° auf maximal 13° steigen, dann wäre es an der Alster so warm, wie heute in Mailand und in Mailand wie heute in Sevilla.

Es spricht für die Gewissenhaftigkeit der Forscher, dass sie uns auch verraten, mit welcher Wahrschein­lichkeit ihre Aussage zuträfe: nämlich 66%. Diese Unsicherheit, verknüpft mit der ohnehin schon riesigen Unschärfe von 1,6° bis 5,6°, ist aber ein Offenbarungseid: die Angelegenheit ist viel zu kompliziert, als dass wir sie berechnen könnten. Man kann einfach nichts Genaueres sagen als:

„Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann wird es in den nächsten Jahrzehnten vermutlich ein paar Grad wärmer.“

Also, liebe Forscher: es liegt nicht an Euch oder an Euren Programmen, dass Ihr zu keinem vernünftigen Ergebnis kommt. Es liegt an der Natur des Klimas. Man kann es einfach nicht im Computer abbilden – ebenso wenig wie die Gedankengänge einer Frau. Sucht Euch einen anderen Job; bei Eurer Qualifikation ist das kein Problem.

Und noch etwas: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % minus 66 %, also mit 33 % könnte die Erwärmung außerhalb des angegebenen Bereichs von 1,6 ° bis 5,6 ° liegen. 33% ist immerhin dieselbe Wahrscheinlichkeit, mit der man beim Würfeln ein Fünf oder Sechs erwarten kann. Wir könnten also, wissenschaftlich ganz legitim, auch weniger als 1,6 ° Erderwärmung erwarten. Wären wir dann Klimaleugner, also Unmenschen? Oder befänden wir uns noch mit 33 % Wahrscheinlichkeit unter den Anständigen?

Dieser Artikel erschien zuerst bei www.think-again.org und im Buch „Grün und Dumm“

 

 

 

 

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31 Kommentare

  1. Was haben wir für ein Glück, daß das Märchen vom Co2 Unfug ist.
    Der ganze Himmel über uns ist mit Co2 vollgestapelt. Trotzdem hat sich die Temperatur gestern von 30 °C auf 9°C abgekühlt – bei einfach nur wolkenlosem Himmel und nahezu Windstille.
    Deshalb gibt es bis heute auch keine CO2-Dämmung – weder um Wände, noch in Fenstern.

  2. „Mutter Erde hat eine durchschnittliche Temperatur von etwa 15° und strahlt damit permanent etwa 340 Watt Wärme je Quadratmeter ins All.“ Mit der durchschnittlichen Temperatur der Erdoberfläche läßt sich ihre Abstrahlung nicht berechnen, da die Abstrahlung von der 4. Potenz der Temperatur der strahlenden Fläche abhängt. Auf der Erdoberfläche werden Temperaturen in einem Bereich zwischen – 90 °C und +60 °C gemessen, also zwischen 183 K und 333 K. Die heißeste Stelle strahlt also 11 mal so stark wie die kältetse. Wenn die durschnittliche Temperatur 15 °C oder 288 K ist, dann strahlt die heißeste Stelle 1,8 mal so stark wie die durchschnittliche, und die kälteste 0,16 mal so schwach wie die durchschnittliche. Und deshalb wäre die durchschnittliche Temperatur einer Erde ohne Atmosphäre und Ozeane auch nicht -18 °C, wie immer wieder zu lesen, sondern läge nahe bei der durchschnittlichen Temperatur des Mondes,
    -55 °C oder 218 K.

    „ Das CO2 streut einen Teil der Wärmestrahlung, die eigentlich ins All entweichen möchte, zurück. Die Erde bleibt daher etwas wärmer, als es ohne CO2 der Fall wäre.“ Nein, das CO2 streut keinen Teil der Wärmestrahlung zurück. Ein CO2-Molekul kann ein Photon mit der Wellenlänge 15 µm absorbieren. Es wird dadurch in eine Biegeschwingung versetzt. Wenn es nicht Zusammenstößen mit anderen Molekülen ausgesetzt ist, strahlt es die aufgenommene Energie mit einer gewissen Halbwertszeit wieder ab. Es kann diese Energie aber auch bei der Kollision mit einem anderen Molekül als mechanische Energie abgeben, d. h. die kollidierenden Moleküle fliegen mit höherer Geschwindigkeit auseinander als bei einem rein elastischen Stoß. Da die Zeit zwischen zwei Zusammenstößen in der unteren Atmosphäre wesentlich kleiner als die Halbwertszeit der spontanen Abstrahlung ist, geben hier die allermeisten der angeregten Moleküle ihre Anregungsenergie als erhöhte kinetische Energie der Stoßpartner ab, d. h. als Wärmeenergie. Auf Meereshöhe gegen nur etwa 5 % der angeregten CO2-Moleküle ihre Anregungsenergie als Strahlung ab, 95 % hingegen als Wärmeenergie, die direkt in eine Erwärmung der Luft umgesetzt wird. Dadurch wird die Zirkulation der Luft verstärkt und der Effekt ist eine stärkere Kühlung der Erdoberfläche!

    Die sogenannte Klimasensitivität des CO2 ist eine reine Phantasiegröße. Sie konnte bisher noch nie gemessen oder durch ein Experiment ermittelt werden. Und wenn als Ergebnis theoretischer Berechnungen Werte zwischen 1,5 K und 4,5 K angegeben werden, sollte man das Wort „genauer“ doch besser vermeiden.

    Gerhard Gerlich und Ralf D. Tscheuschner haben den behaupteten Treibhauseffekt des CO2 schon lange widerlegt: Gerlich and Tscheuschner: Falsification of the Atmospheric CO2 Greenhouse Effects Within the Frame of Physiccs, International Journal of Modern Physics B
    Vol. 23, No. 3 (2009) 275 – 364.

    • „Auf Meereshöhe gegen nur etwa 5 % der angeregten CO2-Moleküle ihre Anregungsenergie als Strahlung ab, 95 % hingegen als Wärmeenergie, die direkt in eine Erwärmung der Luft umgesetzt wird. Dadurch wird die Zirkulation der Luft verstärkt und der Effekt ist eine stärkere Kühlung der Erdoberfläche!“
      Eine interessante These, die Sie hier darlegen! Sind die genannten Zahlen belastbar? Wenn diese Relation so stimmt, bietet sie vielleicht eine Chance, die IR-Abstrahlminima der Klimagase in den Weltraum zu relativieren. Dass in diesen Trichtern weniger abgestrahlt wird, wird dann vielleicht auf Umwegen durch vermehrte Wärmeabfuhr über die Atmosphäre kompensiert. Dennoch, am Ende muss abgestrahlt werden, einen anderen Wärmetransport in den Weltraum gibt es nicht. Wer oder was in der Atmosphäre könnte die zusätzliche Abstrahlung übernehmen?

      • Sehr geehrter Herr Dr. Ulrich, ich habe derzeit keine belastbaren Zahlen. Daß in Meereshöhe nur 5% der angeregten CO2-Moleküle ihre Anregungesenergie wieder abstrahlen und 95 % ihre Anregunsenergie als kinetische Energie der nach einer Kollision auseinanderfleigenden Moleküle, habe ich in einem Aufsatz gelesen, den ich nicht mehr wiederfinde. Ich habe bisher vergeblich versucht, Daten über die Halbwertszeit zu finden, mit der ungestörte angeregte CO2-Moleküle ihre Anregungsenergie wieder abstrahlen. Können Sie mir da weiterhelfen? Dann könhte ich meine Zahlen belastbar machen.

        • Auch ich habe bisher nur in früheren EIKE-Kommentaren Zahlen zu den Anregungszeiten gelesen und müsste auch erst länger suchen. Zumal ich mir nicht sicher bin, ob diese Zahlen stimmen. Dort kam man, wenn ich mich korrekt erinnere, anhand der genannten Zahlen meist zu dem Ergebnis, dass Strahlungsanregung durch Stöße keine Rolle spielt. Dann würde die IR-Strahlung, die von CO2 absorbiert werden kann, nur durch Strahlungsaustausch zwischen CO2-Molekülen weitergegeben, und zwar in alle Richtungen, was den Strahlungstransport verlangsamt und mit den gängigen Thesen übereinstimmt.
          Trotzdem, die Atmosphäre, insbesondere die Troposphäre samt Meeresströmungen sind derart kompliziert und die Alarm-Prognosen derart übertrieben und zugleich unbestimmt, dass es phantastisch wäre, man könnte die Klimaerwärmung durch anthropogenes CO2 komplett widerlegen – schon, um die Alarmisten endgültig ruhig zu stellen!
          Das Buch von Gerlich und Teuschner habe ich gelesen und bin da unschlüssig. Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Thermodynamikkenntnisse nicht die allerbesten sind. Und: Auf das gewichtige Argument, dass bei den Absorptionsfenstern der Klimagase die IR-Abstrahlung in den Weltraum z.T. stark verringert ist, gehen meines Wissens die Autoren nicht ein. Klar, dass auch Rahmstorf diese Arbeit als „längst widerlegt“ bezeichnet und dafür irgend eine Arbeit zitiert. Prof. Gerlich kann sich leider nicht mehr wehren…

          • In dem Bericht AD-771 554 „A Survey of Vibrational Relaxation Rate Data for Processes Important to CO2-N2-H2O Infrared Plume Radiation“ by Jay A. Bauaer et al., Ultrasystems Inc, prepared for Air Force Rocket Propulsion Laboratory, October 1973 habe ich als Angabe für die Lebensdauer der Biegeschwingung des ungestörten CO2-Molküls die Angabe 335 ms gefunden. Eine Definition des Begriffs Lebensdauer wird in dem Bericht nicht gegeben, ich nehme an, es ist die Zeit, nach der von n gleichzeitig angeregten Molekülen noch n/e angeregt sind, also nicht die Halbwertszeit des Abklingvorgangs. Cactus2000.de berechnet für beliebige Höhen die Werte der Standard-Atmosphäre, darunter auch die mittlere Frequenz der Kollisionen der Moleküle. Diese liegt in Meereshöhe bei 6,9188e+9 /s, und in 10 km Höhe noch bei 2,0557e+9 /s. Selbst wenn nur jeder tausendste Stoß zur Beendigung des angeregten Zustands des CO2-Moleküls führen würde, wäre in der gesamten Troposphäre und noch weit in die Stratosphäre hinein praktisch keinerlei Reemission der aufgenommenen IOR-Strahlung von ca. 15 µm Wellenlänge durch CO2 möglich, die aufgenommene Strahlungsenergie würde fast ausschließlich als Wärme an die Atmosphäre abgegeben. Ich bin nur ein Maschinenbauingenieur und habe mit 86 Jahren keine Lust mehr, noch ein Physikstudium anzufangen. Vielleicht findet sich ja ein Physiker, der sich mit diesen Fragen beschäftigen will

          • Ich finde, das ist eine interessante Abschätzung – danke!
            „ich nehme an, es ist die Zeit, nach der von n gleichzeitig angeregten Molekülen noch n/e angeregt sind, also nicht die Halbwertszeit des Abklingvorgangs.“ Ist das nicht dasselbe?
            An die kurzen Stoßzeiten glaube ich mich zu erinnern. Neu ist für mich die lange Lebensdauer der Biegeschwingung, die ja letztlich die elektrische Dipolschwingung ist. Demzufolge hätten Sie recht!
            Mir geht es auch so, dass ich grundlegendes und tiefes Eindringen in die Literatur erstmal vermeide, weil es meist sehr aufwendig und mühsam ist, und hoffe darauf, dass es unter den vielen Beiträgen und Kommentaren bereits Vordenker gibt…
            Und die Frage, wie dann die zusätzliche Erwärmung der N2/O2-Moleküle in den Weltraum gelangt, dazu bräuchte man in erster Linie eine tragfähige Idee. Meine erste wäre jetzt: Werden die atmosphärischen Schichten in vielen Modellen nicht auch als Körper angesehen, die gemäß SB nach oben abstrahlen bzw. von unten absorbieren? Dank T hoch 4 wären das dann ziemlich effektive Strahler und der CO2-Beitrag zum Strahlungstransport spielten dann keine Rolle mehr. Aber das sind jetzt Spekulationen mit erheblichen Wissenslücken. Immerhin schärft es die Sinne für weiteren Wissens-Zugewinn…

          • Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, ein interessanter Ansatz könnte sein: Mit der Zunahme des atmosphärischen CO2 nimmt die Infrarot-Strahlungsabsorption wegen des Sättigungseffekts immer langsamer zu, während auf der anderen Seite die kühlende Abstrahlung in den Weltraum mit der CO2-Dichte wächst. Zumindest oberhalb der Troposphäre ist ein deutlicher Abkühlungseffekt aufgrund des zunehmenden CO2 durch Satellitenmessungen klar bestätigt. Dass sich beide Effekte möglicherweise heute schon aufheben, ist nicht von der Hand zu weisen. Und mit weiter anwachsendem CO2 könnte zunehmend der Kühleffekt überwiegen…
            Ist nicht auf dem eigenen Mist gewachsen. Die Anregung fand ich in der Buch-ähnlichen Veröffentlichung, die ich bereits im Anschluss an den CO2-Beitrag von Prof. Lüdecke zitiert hatte.

          • @ Elmar Oberdörffer 7. August 2020 um 12:02

            Zitat: Vielleicht findet sich ja ein Physiker, der sich mit diesen Fragen beschäftigen will.
            Die Fragen hatte ich indirekt schon einmal bei EIKE beantwortet, aber für Sie nochmal.

            Im Mittel wird sich ein Gleichgewicht zwischen der Anzahl der schwingenden zur Anzahl der nichtschwingenden Moleküle bei einer Temperatur einstellen. Das Besetzungsverhältnis hängt hierbei nur von der Temperatur ab und wird durch die Boltzmann-Statistik beschrieben: N/N0 = gv*e^[-(h*f)/(k*T)]

            Das Besetzungsverhältnis N/N0 beschreibt die nach der Temperatur mögliche Besetzungsdichte für den angeregten Zustand eines reinen Stoffes.

            Alle zweiatomigen Molekülschwingungen sind nicht entartet, das gleiche gilt für die Streckschwingungen des linearen CO2-Moleküls. Für diese Schwingungsarten ist gv = 1. Im Gegensatz dazu ist die Biege-Schwingung des CO2 zweifach entartet, deswegen muss in diesem Fall gv = 2 gesetzt werden.Das thermische Besetzungsverhältnis nimmt mit der Temperatur ab, folgende Werte für die Biege-Schwingung vom reinen CO2 ergeben sich: CO2(15µm,15°C): N/N0 = 1/14; CO2(15µm,-53°C): N/N0 = 1/39.

            Betrachtet man das reale Dämpfungsverhalten (Doppler-/Druckverbreiterung) durch die Teilchen vom Gasgemisch Luft, dann erhält man ein wesentlich geringeres Besetzungsverhältnis.

            Aus den Spektren erhält man für die Biege-Schwingung der 15µm-Bande vom CO2 in Luft (oberflächen-nahe atmosphärische Bedingungen) für die mittlere Lebensdauer τ(rad) des angeregten Zustandes folgendes Bild:
            – natürliche Linienbreite: df = 300 Hz (Peak-Halbwertsbreite – Messwert) -> τ(rad,spontan) = 1/[2π*df] = 5,3*10^-4 s
            – Dopplerverbreiterung: df = 36,1 MHz (Peak-Halbwertsbreite – Messwert) -> τ(rad,doppler) = 1/[2π*df] = 4,4*10^-9 s
            – Druckverbreiterung: df = 6,08 GHz (Peak-Halbwertsbreite – Messwert) -> τ(rad,stoß) = 1/[2π*df] = 2,6*10^-11 s

            + Im oberflächen-nahen Atmosphären-Bereich (primär Druckverbreiterung wirksam)
            Der Anteil an strahlungswirksamen CO2-Molekülen ist n(CO2,rad) = 2,5*10^25*0,0004*5*10^-8*1/14 = 3,6*10^13 1/m^3, wobei der Wert [300Hz]/[6GHz] = 5*10^-8 dem Dämpfungsverhältnis der CO2 Biege-Schwingung bezogen auf alle Wechselwirkungen entspricht.

            Die mittlere Stoßzeit der Luft-Teilchen unter den Bedingungen der oberflächen-nahen Atmosphäre beträgt t = 1,5*10^-10 s. Ein Stoß kann nicht nur die Schwingungsenergie, sondern auch zur Erhöhung/Abnahme der Translationsenergie und/oder der Rotationsenergie führen oder auch gar nichts bewirken. Da alle Energieformen die gleiche Verteilungs-Wahrscheinlichkeit besitzen, ist noch der Faktor von 2/7 für das CO2 erforderlich (3 Translations-, 2 Rotations- und 2 Schwingungs-Freiheitsgrade). Somit ergibt sich eine realistische Stoßzeit τ(stoß) für die Aktivierung bzw. Deaktivierung der Biege-Schwingung vom CO2 Molekül von τ(stoß) = 1,5*10^-10 s / (0,08*2/7) = 6,6*10^-9 s.

            Die Stoßaktivierung kann vernachlässigt werden (ca. 1000 Stöße/s), solange h*f > k*T ist. Bei Raumtemperatur und darunter ist diese Bedingung im nahen (0,78-3µm) und mittleren (3-50µm) Infraroten für die Schwingungsanregung erfüllt.

            + Im oberflächen-fernen Atmosphären-Bereich 22km Höhe (primär Dopplerverbreiterung wirksam)
            Der Anteil an strahlungswirksamen CO2-Molekülen ist n(CO2,rad) = 8*10^23*0,0004*9,4*10^-6*1/39 = 7,7*10^13 1/m^3, wobei der Wert [300Hz]/[32MHz] = 9,4*10^-6 dem Dämpfungsverhältnis der CO2 Biege-Schwingung bezogen auf alle Wechselwirkungen entspricht.

            Bei 22km Atmosphärenhöhe ergibt sich eine realistische Stoßzeit τ(stoß) für die Aktivierung bzw. Deaktivierung der Biege-Schwingung vom CO2 Molekül von τ(stoß) = 4,7*10^-9 s / (0,04*2/7) = 4,1*10^-7 s.

            Ca. 99,9999996% der CO2-Moleküle in einem Kubikmeter Luft unterliegen der Dämpfung bzw. Dissipation der Energie, somit sind ca. 0,0000004% der CO2-Moleküle in einem Kubikmeter Luft strahlungswirksam. Das im oberflächen-nahen Atmosphären-Bereich eine Emission stattfindet, hängt damit zusammen, dass die mittlere Lebensdauer τ(rad,stoß) = 2,6*10^-11 s der druckverbreiterten Biege-Schwingung kleiner ist, als die realistische Stoßzeit τ(stoß) = 6,6*10^-9 s der Deaktivierung für das CO2-Molekül durch die Teilchen.

            Dieser winzige strahlungswirksame Prozentsatz von 0,0000004% der CO2-Moleküle (3,6*10^13 CO2-Moleküle/m^3) reicht aber aus, um eine Energiestromdichte von ca. 32 J/(s*m^2) bzw. W/m^2 zu erzeugen.

            + Eine wirklich ungestörte Emission vom CO2 erreicht man erst ab einer Atmosphärenhöhe von ca. 80km.

            τ(rad,spontan) < τ(stoß) Hierin sind die Werte τ2 für die Biege-Schwingung vom CO2 (bending vibration), der Wert bei T=300K der mittleren Lebensdauer beträgt τ(rad,spontan) = 1,2*10^-4 s.

            Mfg
            Werner Holtz

            P.S.: Ich hoffe, Sie können damit etwas anfangen!?

          • Vielen Dank Herr Holtz, dass Sie es hier ausführlich wiederholt haben! Auch ich erinnerte mich dunkel, zumindest an Teilaspekte. Jetzt liegt es an mir, einen Weg zu finden, damit ich detaillierte, wichtige Kommentar wie den Ihren später wiederfinde…
            „Eine wirklich ungestörte Emission vom CO2 erreicht man erst ab einer Atmosphärenhöhe von ca. 80km.“
            Die Gretchenfrage wäre jetzt, ab welcher Höhe der anthropogene CO2-Dichtezuwachs anfängt, einen Abstrahlungsgewinn (Kühlung) zu bewirken.
            „Dieser winzige strahlungswirksame Prozentsatz von 0,0000004% der CO2-Moleküle (3,6*10^13 CO2-Moleküle/m^3) reicht aber aus, um eine Energiestromdichte von ca. 32 J/(s*m^2) bzw. W/m^2 zu erzeugen.“
            Vermutlich in alle Richtungen? Und somit verzögernd für die Bodenabstrahlung in den CO2-Absorptionsfenstern?

          • @ Dr. Roland Ullrich 9. August 2020 um 17:09

            Zitat: Die Gretchenfrage wäre jetzt, ab welcher Höhe der anthropogene CO2-Dichtezuwachs anfängt, einen Abstrahlungsgewinn (Kühlung) zu bewirken.
            In keiner Höhe, weil die Quelle der terrestrischen Strahlung die Erdoberfläche ist. Am „Oberrand“ der Erde kann nur das emittiert werden, was am „Unterrand“ der Erde aufgenommen wurde, da die Strahlung im CO2-Bereich der Totalabsorption unterliegt.

            Zitat: Vermutlich in alle Richtungen?
            Ja, in alle Richtungen. Man braucht sich nur einen Würfel vorstellen. Somit werden 4*32 W/m^2 horizontal verteilt und jeweils 32 W/m^2 nach oben und unten.

            Zitat: Und somit verzögernd für die Bodenabstrahlung in den CO2-Absorptionsfenstern?
            Nein – Wie kommen man immer nur auf eine Verzögerung? Es gibt genug CO2 Moleküle, die sich im Grundzustand befinden, warum soll sich da etwas verzögernd? Nur wenn die Intensität der Strahlung die Sättigungsintensität der Schwingungsbande erreicht, also die Besetzungsdichte gegen 1/2 geht, tritt die so genannte Sättigungs-Dämpfung ein.

            Der größte Teil der Energie wird horizontal verteilt, und nicht vertikal. Wenn 240 W/m^2 nach oben und unten wirken, dann wirken 4*240 W/m^2 horizontal, wenn man einen Würfel betrachtet.

            Für alle einfach gestrickten Menschen, beim Gärtner-Treibhaus sind die Wände das wesentliche Kriterium für dessen Funktion und nicht das Dach.

            Mfg
            Werner Holtz

          • Mein Ansatz ist, dass man zwei m.E. weitgehend akzeptierte Sachverhalte, nämlich:
            1) in der dichteren unteren Atmosphäre findet CO2-Strahlungsabsorption und -emission statt, die die Atmosphäre und die Erde erwärmt, aber nur mehr sehr schwach (logarithmisch) mit der CO2-Dichte wächst. Aufheizung deshalb, weil Absorption und Emission aus/in beliebige(n) Richtungen erfolgen und dadurch der IR-Strahlungstransport im Vergleich zur Bodenabstrahlung verlangsamt wird. Was dann durch Temperaturanstieg ausgeglichen wird. (ein ganz ähnlicher Effekt verlangsamt z.B. in der Sonne den Energietransport von Innen nach außen: Die Photonen brauchen Tausende bis Millionen Jahre, bis sie die Sonnenoberfläche erreichen, was zu den notwendigen, sehr hohen Fusionstemperaturen im Inneren beitragen dürfte)
            2) Oberhalb der Troposphäre gibt es seit Beginn der Satellitenmessungen eine zunehmende Abkühlung (z.B. REMSS-Daten), die offenbar am besten mit der Zunahme des CO2 und der dadurch erhöhten IR-Abstrahlung in den Weltraum erklärt wird,
            also zwei Sachverhalte, die gegenläufig wirken (erwärmend unten, kühlend oben) und sich so vielleicht (ist jetzt rein spekulativ) mit zunehmendem CO2 aufheben könnten. Auch in der Historie gibt es m.E. keine Belege, dass zunehmendes CO2 unterschiedlichster Konzentration die Temperaturen erhöhte – wegen der Meeresausgasung sogar eher umgekehrt. Dann müsste diese Kompensation von Strahlungsheizung unten und Strahlungskühlung oben sogar für alle vorkommenden CO2-Dichten gelten, auch schon heute.
            Jetzt hat Herr Holtz dankenswerterweise sehr detaillierte Zahlen zur Verfügung gestellt. Bisher ist es mir aber leider nicht gelungen, damit meinen Ansatz zu überprüfen.

        • Eine Schwachstelle sehe ich leider schon selbst, sorry: Was nützt es der Erdtemperatur, wenn es unten wärmer und oben kälter wird? Die sich zwar zwar irgendwie kompensieren aber die Erwärmung unten nicht beeinflusst? Da war wohl Wunschdenken im Spiel…
          Helfen würde nur, wenn auch im CO2-Absorptionsfenster die IR-Strahlung praktisch ungehindert nach oben durchginge, aber dann gäbe es keine CO2-Absorptionstrichter im IR-Spektrum, das die Satelliten von oben messen.
          Ein kleiner Trost: Die bisher gemessenen Klimasensitivitäten in der Gegend von 1,5 Grad C bei CO2-Verdoppelung sind auch nicht dramatisch. Zumal in den letzten Jahrzehnten periodische natürliche Effekte temperaturerhöhend gewirkt haben dürften, die in den kommenden Jahrzehnten dann entgegengesetzt wirken.

          • Herr Dr. Ullrich, Sie schreiben: „Die bisher gemessenen Klimasensitivitäten in der Gegend von 1,5 Grad C bei CO2-Verdoppelung sind auch nicht dramatisch.“ Daß die Klimasensitivität des CO2 gemessen sein soll. war mir bisher unbekannt. Meines Wissens ist die Klimasensitivität bisher immer auf Grund theoretischer Überlegungen berechnet worden, wobei der Bereich der berechneten Ergebnisse zwischen 0,6 K und 9,5 K eher auf eine Schätzung als auf eine Berechnung schließen läßt. Meine Frage an Sie: Wer hat die Klimasensitivität gemessen und wie?

          • Ich meinte die „Klimasensitivität“, die man aus den gemessenen Temperaturkurven ableiten kann. Roy Spencer hat dies z.B. gemacht und festgestellt, dass das russische Klimamodell, in dem eine Klimasensitivität von 1,5 oder 1,6 Grad C angenommen wurde, den gemessenen Werten am nächsten kam. Aber grundsätzlich haben Sie natürlich recht! Nur, wo stehen wir bei den errechneten Werten?? Siehe auch die Irrsinnsspanne beim IPCC… Deshalb ist es m.E. hilfreich zu schauen, was das reale Klima macht und zu extrapolieren. Offen bleibt dabei allerdings, welchen Anteil die natürliche Klimaänderungen auf die Temperaturen haben. Auch das Vertrauen in die Messwerte ist bekanntlich nicht grenzenlos.
            Interessant wird es, ob die oft genannten zyklischen Einflüsse (Sonne samt Verstärkung, Ozeanische Oszillationen und weitere, noch unverstandene längere Zyklen) zu der prognostizierten Verlangsamung des (geringen) Temperaturanstiegs oder sogar zu einer Abkühlung führen werden.

    • “ d. h. als Wärmeenergie“
      Soso, es gibt „Wärmeenergie“. Dann gibt es wohl auch Kälteenergie. Oder was soll das sein?
      Unter dieser kommunistischen Ossitante, die in HH geboren wurde, wurde in D Vieles schlechter, auch die Sprache und die Wissenschaft.

      • Sehr geehrter Herr Heinzow, natürlich gibt es Wärmeenergie, auch thermische Energie genannt. Man kann sie auch einfach Wärme nennen, aber darunter verstehen die meisten naturwissenschaftlichen Laien einfach nur den Umstand, daß es irgendwo gerade warm ist. Die Wissenschaft der Thermodynamik beschäftigt sich mit dieser Energieform und den Möglichkeiten ihrer Umwandlung in mechanische Energie sowie mit weiteren Themen. Lesen Sie doch einfach mal ein Lehrbuch über Thermodynamik oder Wärmelehre. Kälteenergie ist Ihre Erfindung, herzlichen Glückwunsch. Wollen Sie auf diesem Gebiet forschen? Viel Glück! Mit freundlichen Grüßen Elmar Oberdörffer

  3. Lieber SPIEGEL, ein paar Klarstellungen:

    nicht Forscher, sondern Fake-News Produzenten haben wieder einmal simuliert. Nicht die Programme sind leistungsstark, sondern die Computer. Erstere sind notorisch leistungsschwach und rechnen an der Realität seit Jahrzehnten vorbei. Wie brachte es Herr Einstein auf den Punkt? „Irrsinn ist, dauernd das Gleiche zu tun und dabei unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten“. Garbage in, garbage out,- gilt solange es EDV gibt, nur die Rechner sind schneller geworden und die Entwicklungssysteme dank höherer Entwicklungseffizienz einfacher zu bedienen. Allerdings ersetzt der schnellste Rechner nicht eine schlüssige Konzeption und auch die versammelte Stefan’sche und Hans-Joachim’sche „Klimaphysik“ kommt an der gültigen theoretischen Physik nicht vorbei. Jungs, wenn es mit den Kipppunkten und den Verstärkungsmechanismen einfach nichts wird, dann verringert doch den Wert des angenommenen Effektes. Und wenn es nicht klappt, weiter verringern. Ihr werdet sehen, daß ihr so immer näher an die realen Temperaturen herankommt. Dumm nur, daß mit Verbesserung der Ergebnisse die Chimäre Klimawandel wegen Co2 immer kleiner wird!

  4. Ein guter Beitrag, nur hat er einige Fehler!
    Hallo miteinander!
    Klar ist die Erde eine Kugel, darum darf ich die Einstrahlung natürlich nicht mitteln!
    Nur eine Kreisfläche am Äquator mit D= 1600km bekommt die ganze Einstrahlung, die dann nach allen Richtungen immer weiter abnimmt. Damit ist es auch in nördlicher und südlicher Richtung immer kälter. Und je kälter desto weniger Abstrahlung und auf der Nachtseite nur noch Abstrahlung!
    Jetzt sollten wir noch über das gasförmige Wasser nachdenken, was da am Nordpol ankommt und zu Eis wird.
    Da wird es nicht immer wärmer, da ist es wärmer als es auf Grund der Einstrahlung sein dürfte!
    Herzliche Grüße

  5. Ein 25-köpfiges Forscherteam unter der Leitung von Prof.Steven Sherwood, Sydney, hat soweit ich das als Laie beurteilen kann, die bisherigen Klimamodelle erheblich verfeinert und die Klimasensivität verengt auf 2,3 – 3,9 Grad (und nicht 5,6 wie hier steht). Ausserdem wird die Sensivität in verschiedenen KlimaEpochen untersucht. Ich lese,dass seine Arbeit in den nächsten IPPC-Bericht eingehen wird. Mir scheint angesichts dessen derTon von H.Hofmann-R.nicht angemessen und ich freue mich auf eine fundierte Auseinandersetzung mit dieser Arbeit. Infos habe ich über WCRP und Steven Sherwood gefunden.

    • “ hat ……die bisherigen Klimamodelle erheblich verfeinert und die Klimasensivität verengt auf 2,3 – 3,9 Grad (und nicht 5,6 wie hier steht). “

      Die bis 5,6° entstammen der Modellklassee CMIP6. Wurde von Rahmstorf gefeiert.

      „Ausserdem wird die Sensivität in verschiedenen KlimaEpochen untersucht.“

      Das ist wohl der letzte Rettungsanker für die *Modelle*, denn nur auf diese Weise kann eine Übereinstimmung der *Modelle* mit der rekonstruierten Klimavergangenheit hergestellt werden.

      Ich hatte diese Frage schon einmal gestellt, es wurde allerdings verneint, dass für bestimmte Klimaepochen mit verschiedenen Co2- Sensitivitäten gerechnet würde….

  6. Reingefallen, reingefallen!
    Reingefallen ist der Autor auf die von den „Alarmisten“ gemachten Aussagen zur Klimasensivität – denn diese Alarmisten verschweigen einen meist sehr wichtigen Anteil ihrer aktuellen Erkenntnisse und nennen nur die „schlimmeren“ Werte und Ergebnisse ihrer Rechenkünste.
    Im Beitrag steht oben: „Lange haben die Experten gerechnet und kamen zu dem Ergebnis, dass die Temperatur um irgendeinen Wert zwischen 1,5° und 4,5° steigen würde. Diesen Wert nannten sie Klima-Sensitivität.“
    Doch das ist nur die „halbe Wahrheit“, jedenfalls auf den Text des letzten IPCC-Berichts AR5 bezogen, denn dort steht zur Klimasensivität:
    „Estimates of the equilibrium climate sensitivity (ECS) based on
    observed climate change, climate models and feedback analysis, as
    well as paleoclimate evidence indicate that ECS is positive, likely in
    the range 1.5°C to 4.5°C with high confidence, extremely unlikely less
    than 1°C (high confidence) and very unlikely greater than 6°C (medium
    confidence).“
    Also: der Wert liegt wahrscheinlich und mit hohem Vertrauen im Bereich von 1,5 °C bis 4,5 °C und ist sehr unwahrscheinlich kleiner als 1 °C und größer als & °C“
    Der Wert ist also nicht wie auch hier behauptet laut IPCC um den Faktor 3, sondern um den Faktor 6 unklar. Und ausgeschlossen wird auch nicht, dass er noch woanders liegt! Der frühere „Mittelwert“ von 3 °C wurde im AR5 bewußt (siehe Fußnote dort!) gegenüber den vorhergehenden Berichten fallengelassen.
    Wer den aktuellen Stand der Forschung zum ECS-Wert sehen will wird auf der Seite carbonbrief.org fündig, wenn er dort nach „climate sensivity“ sucht und dann die im gefundenen ausführlichen Text verlinkte Excel-Tabelle aufruft.
    Wie man sieht hat sich seit dem AR5 nichts getan, was den Wert „sicherer“ machen könnte, die Streuung ist nach wie vor riesig: zwichen 0,39 °C minimal und 8 °C maximal.
    Die Klimaforschung hat also wirklich keinerlei Wissen oder auch nur Ahnung wie sich das CO2 auf die Temperatur auswirkt!

    • Sehr geehrter Herr Richter,
      noch zur Ergänzung Ihrer Darstellungen. In einem früheren IPCC-Bericht gab es eine Zusammenstellung aller in wissenschaftlichen Arbeiten bestimmten Werte der Klimasensitivität. Diese liegt demnach zwischen 1°C und 14°C. Schaut man sich die dazugehörigen Quellen an, stellt man fest, dass das IPCC die niedriegsten Werte mal einfach weggelassen hat. Das ist auch verständlich, sonst würde der Wert zwischen minus 2°C und plus 14°C liegen, d.h. die Klimawirkung einer CO2-Verdoppelung liegt irgendwo zwischen 2°C Abkühlung und 14°C Erwärmung und kein Mensch kann sagen, welcher Wert richtig oder falsch ist.
      MfG
      PS: Schaut man sich diese große Spanne an (es reichen auch schon Ihre 1°C bis 6°C), dann folgt daraus (Logik) zwingend, dass das CO2 keinerlei signifikante Wirkung auf das Klima haben kann. Diese Erkenntnis wird dann auch von Bestimmungen der Klimasensitivität bestätigt, die nicht vom unsinnigen Gegenstrahlprinzip ausgeht, wobei die obere Grenze der Temperaturveränderungen durch CO2-Verdoppelung stets kleiner/gleich 0,3°C waren.

    • >>Der Wert ist also nicht wie auch hier behauptet laut IPCC …<>Wer am IPCC beteiligt ist
      Der IPCC ist ein wissenschaftliches Gremium und gleichzeitig ein zwischenstaatlicher Ausschuss. Der Sitz des IPCC ist Genf. Ihm gehören an:
      … <<
      Also ist der IPCC nun überhaupt nix (Natur-)Wissenschaftliches. In der Wissenschaft entscheiden nicht irgendwelche Gremien, sondern es zählt nur der Beweis. Und wie ist es dann nun mit den Temperaturvariabilitäten, die der Mensch schriftlich festgehalten hat? Da gab es die Mittelalterliche Warmzeit und die sog. Kleine Eiszeit. Und wie war es zu Zeiten Caesars und der Römer auf der Britischen Insel?
      Und dann die Frage nach der Ursache der Warm- und Trockenzeit in Nordamerika ab ca. 1930? Und was haben die Wikinger während der Warmzeit auf dem Nordatlantik, Island und Grönland betrieben?
      Kann ja nur die Sonne gewesen sein, die die Temperaturvariabilitäten verursacht hat. Natürlich davon euinmal abgesehen, was die Römer mit ihrem Schiffbau aus Holz verursacht haben, und das rundum des Mittelmeeres. Und dann gab es ja noch die Spanier, die ebenfalls massiv die Wälder platt gemacht haben. Und dann die Briten … . Und die Amis haben ihre Prärie binnen kürzester Zeit vernichtet.

  7. Also wirklich Klasse beschrieben – und außerdem total richtig! Auch zeigt sich wieder, was Alarm-Forscher samt Medien daraus machen! Ausschließlich Worst case-Szenarien interessieren hier – Politik, Medien und last but not least, das geduldig Bezahlvieh, müssen hinreichend und beständig in Klima-Panik gehalten werden!
    Zu ergänzen wäre, dass mit keiner noch so verzweifelten deutschen Harakiri-„Dekarbonisierung“ irgend etwas sinnvolles erreicht werden kann. Weder beim atmosphärischen CO2, dass tatsächlich am stärksten durch die zunehmende Aufnahme von Pflanzen und Ozeanen reduziert wird („negative Rückkopplung“). Und selbst für den extrem unwahrscheinlichen Fall einer merklichen Reduzierung – die Auswirkungen auf die Temperaturen sind derart ungewiss, wie es selbst die inhärent untauglichen und ungenauen Computermodelle zeigen. Nicht wenige der Klimarealisten, wie z.B. der Klima-Insider und Computer-Klimamodell-Experte Dr. Mototaka Nakamura, sehen die Klimasensitivität realistischerweise eher bei 0,5 – was auch die im Artikel zitierten, äußert breit gestreuten Alarm-Ergebnisse im Rahmen ihrer extrem breit gestreuten Wahrscheinlichkeiten zulassen.
    Es beweist sich damit ganz von selbst, wie unglaublich irre die grüne deutsche Klimapolitik mit ihrem wahnwitzigen Ziel einer 100%-Dekarbonisierung ist! Denn nach vielen Jahrzehnten verzweifelter Einsparanstrengungen stellt man dann fest, dass alles für die Katz war. Vielleicht kapieren unsere Klimapolitik-Rohrkrepierer dann endlich, dass die Ergrünung durch anthropogenes CO2 sowie eine vorteilhafte leichte Erwärmung, wodurch auch immer verursacht, durchweg Vorteile haben!
    Und wenn schon Klimapanik, dann bietet Geoengineerung ungleich billigere, effektivere, zeitgenauere und jederzeit reversible Eingriffsmöglichkeiten!

  8. >>In leistungs­starken Programmen simulieren Forscher, wie die Erde auf eine Verdopplung der Kohlendioxid-Menge in der Atmosphäre reagieren würde.<<

    Fakt ist, daß diese sogenannten Forscher noch nicht einmal die gemessenen Temperaturen der letzten 100 Jahre mit letztendlich primitiven Rechenprogrammen rechnereisch nachbilden können. Und wie (UN-)genau die Rechenprogramme tatsächlich sind, bekommt doch jedermann mit, wenn er die Fernsehwetterprognose der "Meteorolügen" (so nennen die Flieger die Meteorologen umgangssprachlich)vom Vorabend an den drei Folgetagen überprüft.
    Ich hab mal 334 km mit nem Segelflugzeug binnen 3 h 20 Min. im Dreieck geflogen, als die Meteorologen sagten, 300 km könne man nicht fliegen. Ach ja, die 500 km hab ich auch gen Belgien geflogen, als die in HH sagten, das ginge nicht.

  9. Ich hätte da noch einen Tipp für die Klima-Computermodellierer:
    Durch eine einfache Änderung (Vergrößerung) des Frequenzbereichs der CO²-Absorptionsbande von 14,7 Micrometer könnte das Fenster für die derzeit bereits fast vollständige Sättigung mit CO² wieder weit geöffnet werden und eine massive Erhöhung der anthropogen CO²-Zufuhr könnte enorme Wirkung entfalten. So wären auch 10° und mehr drin! Man müßte also nur die physikalischen Naturgesetze etwas ändern und bräuchte keine anderen Daten fälschen. Der Computer würde es auch akzeptiern.

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