Erzwingen „grüner“ Maßnahmen während einer ökono­mischen Krise

Vorschriften müssen sein – egal wie unsinnig sie auch daherkommen. Bild: w.r.wagner / pixelio.de

Peter Murphy
Nationale Regierungen in der entwickelten Welt haben die nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, kurzfristig Geld zu leihen oder zu drucken, was in Wirtschaftskrisen und Kriegszeiten hilfreich ist. Die Regierungen in den Vereinigten Staaten und Europa haben während der Covid-19-Pandemie Billionen von Dollar ausgegeben, um die Privatwirtschaft zu unterstützen.

Die Industrie des globalen Erwärmungs-Alarmismus‘ in den USA und im Ausland nutzt diese Krise aus, um den Unternehmen Klimainitiativen als Bedingung für staatliche Rettungsaktionen aufzuerlegen, die ihrerseits dazu dienen sollen, den Lebensunterhalt der Arbeitnehmer zu sichern. Dementsprechend zwingen die Regierungen, vor allem in der Europäischen Union, den Unternehmen eine zweifelhafte, kostspielige Umweltagenda auf, während Millionen von Arbeitnehmern weltweit arbeitslos bleiben, solange Pandemie und wirtschaftliche Rezession andauern.

Die Bloomberg New Energy Finance berichtete im Juni, dass die 50 führenden Volkswirtschaften der Welt fast 600 Milliarden Dollar für Klimainitiativen wie die Produktion von Elektrofahrzeugen und den verstärkten Einsatz von Technologien für „saubere Energien“ wie Wind- und Sonnenenergie und Batteriespeicherung zugesagt haben. Die EU kündigte an, dass sie ein Viertel ihrer Subventionen zur Konjunkturbelebung für Klimainitiativen bereitstellen werde.

Die Zwangseinführung ineffizienter, teurer Energiequellen und teurer Elektrofahrzeuge bei geringer Nachfrage ist eine kolossale Verschwendung zur schlimmsten Zeit, in welcher ein weltweiter Notstand im Bereich der öffentlichen Gesundheit besteht und mehr Menschen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren müssten. Aber Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum waren nie die Prioritäten von Klima-Alarmisten innerhalb und außerhalb der Regierung. Wenn die Durchsetzung von Vorschriften für „saubere“ Energie und die Blockade effizienterer und billigerer fossiler Brennstoffe dazu führt, dass normale Bürger höhere Preise zahlen oder arbeitslos werden, dann lohnt sich das für die Industrie der Klima-Alarmisten. Auf menschliche Kollateralschäden im Streben nach einem grünen planetarischen Nirwana hat die Klimaille noch nie Rücksicht genommen.

Diese perverse Agenda hat nicht erst mit der Pandemie begonnen. Michael Shellenbergers neues Buch „Apocalypse Never“ enthält eine Diskussion über internationale Agenturen wie die Weltbank, die Entwicklungsländern Kreditbedingungen auferlegt, damit diese „erneuerbare“ Energie erzeugen. Dennoch leben in diesen von Armut geplagten Ländern Millionen von Menschen ohne fließendes Wasser oder Strom und verbrennen Holz als Brennstoff. Sie bräutchen eine praktischere und effizientere Entwicklung von Wasserkraft und fossilen Brennstoffen, um den Lebensstandard zu erhöhen.

Hier in den USA hat die [US-]Bundesregierung während des Covid-19-Notstands Billionen Dollar ausgegeben, um Unternehmen des privaten Sektors zu unterstützen und Amerikaner zu beschäftigen, alles ohne die klimapolitischen Auflagen in Europa. Das Fehlen von Klimavorschriften ist nicht auf mangelnde Versuche zur Einführung derselben zurückzuführen. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden, Haussprecherin Nancy Pelosi und andere Parteiführer versuchten, den Fluggesellschaften Kohlenstoffemissionen aufzuerlegen und die Steuergutschriften für Wind- und Solarprojekte zu erweitern (als ob sie nicht genug bestehende Subventionen von den Steuerzahlern abgegriffen hätten).

Trotz eines beispiellosen modernen Wirtschaftsabschwungs haben Pelosi, Senator Bernie Sanders und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez ganz andere Prioritäten – nämlich die Rettung des Planeten Erde, so wie sie sich das vorstellen. CFACT berichtete kürzlich über die jüngste Enthüllung der Umweltagenda der Demokraten mit dem bescheidenen Titel „Lösung der Klimakrise“, die neben einer Fülle anderer unbescheidener Ziele auch Stromzuteilungen für den Verkehr und die Industrie vorsah. Die Undurchführbarkeit und die daraus resultierenden Arbeitsplatzverluste werden verschwiegen.

Auch viele republikanische Politiker werden in diesen Kohlenstoffreduktionswahn bis 2050 hinein gezogen mit etwas, das sie den „Amerikanischen Klimavertrag“ nannten, wenn auch nicht so belastend für die Wirtschaft wie der Plan der Demokraten.

Doch der Gedanke eines kohlenstofffreien Amerikas in drei Jahrzehnten löst – was genau? Könnte es die globale Durchschnittstemperatur um ein oder zwei Grad senken? Niemand weiß es wirklich, aber das hält die Ausgaben von Milliarden von Dollar – und die Forderung nach weiteren Billionen – über Jahrzehnte hinweg für dieses Phantomprojekt nicht auf. Stattdessen sollten die Annahmen eines kohlenstofffreien Energiesektors auf ihre Wirksamkeit und Notwendigkeit hin überprüft werden.

Womit wir wieder bei den Rettungspaketen der Regierung wären, insbesondere bei den Milliarden und Billionen von Dollar, die heute ausgegeben und in den kommenden Jahren veranschlagt werden. Während die USA und andere Nationen diesen beispiellosen Ausgabenrausch fortsetzen, kann ein solches Tempo nicht fortgesetzt werden, wenn die Pandemie erst einmal abgeklungen ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hörten die USA auf, die enormen Schulden zu erhöhen, die sie aufgebaut hatten, um den Konflikt zu gewinnen und Verbündeten und ehemaligen Feinden beim Wiederaufbau zu helfen. Die USA mögen in diesem Jahr drei bis vier Billionen für die Bekämpfung der Pandemie ausgeben, aber sie können nicht jedes Jahr dasselbe leihen und drucken, um einen Grünen New Deal durchzusetzen – Inflation und wirtschaftliches Chaos würden sicherlich folgen, wie sie es historisch immer getan haben.

Statt Klimasubventionen und -vorschriften sollte die Priorität für die Regierungen die Vollbeschäftigung des Privatsektors und das wieder steigende Wachstum unserer Volkswirtschaften sein, sobald wir die Pandemie überwunden haben. Wirtschaftlicher Wohlstand und ein verbesserter Lebensstandard auf globaler Ebene sind der sicherste und realistischste Weg zu einer saubereren Umwelt und einer Verringerung der Kohlenstoffemissionen.

Autor: Peter Murphy, a CFACT analyst, has researched and advocated for a variety of policy issues, including education reform and fiscal policy, both in the non-profit sector and in government in the administration of former New York Gov. George Pataki. He previously wrote and edited The Chalkboard weblog for the NY Charter Schools Association, and has been published in numerous media outlets, including The Hill, New York Post, Washington Times and the Wall Street Journal.

Link: https://www.cfact.org/2020/07/13/forcing-green-mandates-during-an-economic-crisis/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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6 Kommentare

  1. Auch der Autor tendiert letzten Endes dazu, CO2-Einsparung als etwas Sinnvolles anzusehen. Aber genau mit diesem Irrtum lässt sich der Klimawahn unendlich fortsetzen. Deshalb muss das viele Richtige in diesem Artikel ergänzt werden: Auch die USA schaffen selbst bei vollständiger Dekarbonisierung niemals 1 bis 2 Grad Temperaturabsenkung, das garantieren schon die stets versagenden und inhärent falschen Computer-Alarmspiele. Auch ist es eine Utopie, dass durch Jahrzehnte-langes Einspar-Harakiri das atmosphärische CO2 nennenswert verringert werden kann, weder in den USA, noch sonst wo. Dafür sorgen schon die sehr viel realistischeren Hauptemittenten!
    Anstatt diesen extrem teuren aber komplett nutzlosen Irrweg weiter zu verfolgen, kann es (ich habe es schon öfter geschrieben) für Klimaängstliche nur die Möglichkeit des Geoengineering geben. Sehr viel billiger, effektiver und jederzeit ein- und ausschaltbar. Stattdessen bevorzugen wir die teuerste und dümmste aller Möglichkeiten…

  2. Sehr geehrter Herr Murphy,

    richtig, genauso ist es. „Perverse Agenda“, das ist eine zutreffende Beschreibung für den „GREEN Deal“. 600 Milliarden Dollar sollen ausgegeben werden, für diesen groben Unfug. Das ist genau das Geld, das denen, die es am dringendsten brauchen, vorenthalten wird. Die Ärmsten müssen am Ende die Zeche zahlen, und werden verhungern.

    Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, diese „perverse Agenda“!

    Es wird langsam Zeit, dass überall auf der Welt, die Leute aufstehen, auf die Straße gehen und ihre Regierungen zwingen, die knappen Geldmittel so effizient wie möglich einzusetzen. Damit die wirtschaftlichen Folgen dieser Corona-Pandemie bestmöglich überwunden werden können, und zwar für ALLE!! Es muss gelten: Keine Korruption! Kein Geld für die GRÜNEN Blutsauger!

    Am 15.07.2020 gelesen:
    „Wilmington (Reuters) – Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden will nach einem Sieg gegen Donald Trump im November zwei Billionen Dollar für saubere Energie ausgeben.“

    Dann drücke ich mal dem US-Präsidenten Trump alle Daumen, damit er diese Wahl gewinnt!

    Trump hat den mächtigsten Wahlkampfhelfer, den man sich vorstellen kann: das ist die Sonne! Seit 2016 wird es wieder kälter! Die Sonnenaktivitäten sind auf einem Minimum. Der nächste anstehende Klimawandel wird eine Abkühlung bringen, und kann schneller und heftiger kommen als gedacht (Wieder eine kleine Eiszeit wie die, die vor 200 Jahren zu Ende ging?). Siehe u.a. auch EIKE, 4.November 2019, „Die wirkliche Klima-Krise ist nicht globale Erwärmung, sondern Abkühlung – und sie könnte schon begonnen haben“. Verstärkt wird das noch durch die AMO, die ihre Warmphase wohl beendet hat. Ein Indiz: Der Juli-2020 war bis jetzt ziemlich kühl und regenreich. Aus https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantische_Multidekaden-Oszillation: „Die Atlantische Multidekaden-Oszillation (Abkürzung AMO; engl. atlantic multidecadal oscillation) ist die Bezeichnung für eine zyklisch auftretende Zirkulationsschwankung der Ozeanströmungen im Nordatlantik“. Und aus EIKE, 29.6.2020, „Hochsommer 2020 – nur verhalten warm und durchwachsen?“: Und sollte die AMO ihre Warmphase demnächst beenden, was vermutet, aber nicht sicher vorhergesagt werden kann, ist eine sommerliche Abkühlung sehr wahrscheinlich, doch bleibt diese spannende Thematik künftigen Beiträgen vorbehalten.“

    Es wird kälter, das ist sicher. Die Frage ist nur wie schnell, und wie weit sinken die Temperaturen.

    • Lieber Herr Wähner,

      Sie haben vollkommen recht, es wird kühler. Aber etwa seit der Jahrtausendwende gibt es einen Stillstand bei der Änderung der mittleren Temperaturen, vom El Nino vor fünf Jahren abgesehen. Dies wurde auch nur von denen wahrgenommen, die dies auch wollen. Also schätze ich mal, daß auch die Wahrnemung über die Abkühlung unbeachtet bleibt, zumal ja die Klimabewegten Meteorolügen die Abkühlung wegrechnen.
      Was vielleicht helfen würde, wäre Schneefall im August. Das wäre zwar Wetter, aber ein Augustwetter, das es seit dem Maunderminimum in unseren Breiten nicht mehr gegeben hat. Ein vertabler Blackout mit bürgerkriegsähnlichen Plünderungen wäre sicher auch geeignet große Teile der Bevölkerung darüber sinnieren zu lassen, ob denn die Politik der mindestens zehn letzten Jahre in unserem Lande wirklich „zielführend“ war. Zielführend i.S. der Mehrung des Wohlstandes der ganzen Bevölkerung, statt der linksgrünen Elite.

      • Sehr geehrter Herr Bujnoch,

        „Schneefall im August“ wäre vorstellbar. Aus https://de.wikipedia.org/wiki/Maunder-Minimum: Als Maunder-Minimum wird eine Periode stark verringerter Sonnenfleckenaktivität in den Jahren zwischen 1645 und 1715 bezeichnet. Das mit der sehr geringen Sonnenfleckenaktivität trifft ja voll zu, und AMO kommt in die kalte Phase. Bin gespannt.

        Hagen Müller schrieb am
        14. Juli 2020 um 10:28

        „Kleines Highlight aus Deutschland:
        Wetterstation Marienberg- Kühnheide meldete am WE -2,7° in 5cm Höhe (Bodenfrost).

        Bei mir, 530m ü. NN, zeigten am WE die Ränder junger Kürbisblätter, die am Boden auf Mulch auflagen, Frostschäden….“
        —————–

        Im Fall eines richtigen Blackouts wird es zu bürgerkriegsähnlichen Plünderungen durch unsere „Partygänger“ kommen, da bin ich mir zu 100% sicher. Wann: im Winter, wenn es sehr kalt ist und Frankreich den Atomstrom selber zum Heizen braucht.

        Deutschland ist wirklich gestraft mit dieser unfähigen Regierung!

  3. Das Erzwingen grüner Maßnahmen kostet zunächst mal auch viel Geld. Zum Elektroauto wird der Erfolg vom Markt bestimmt, nicht von Politikern. Das haben die nur noch nicht begriffen, wenn auch immer wieder versucht wird die Planwirtschaft einzuführen. Wenn demnächst für jeden deutlich wird, wieviel Insolvenzen und Arbeitslosigkeit auf uns zu kommen, dann wird hoffentlich jeder dann spätestens erkennen, wo die Prioritäten liegen. Wie sollen die riesigen Ausgaben zur Corona-Rettung und die großen Steuerausfälle jetzt auch noch die Kostentragung zur angeblichen Klimarettung und zur Energiewende ermöglichen? Da muss doch bald ein gewaltiger Wirtschafts-Knall kommen. Irgendwann ist schließlich jede Fahnenstange mal zu Ende.

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