Führender Klimaaktivist entschuldigt sich für Panikmache II

Michael Shellenberger Bild Michael Shellenberger This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

von Holger Douglas
Im Gegensatz zu deutschen Grünen ist Michael Shellenberger der Begriff »Energiedichte« bekannt; die sogenannten »Erneuerbaren« liefern deutlich zu wenig Energie, und das bedeutet: »Mehr Land, mehr Materialien, mehr Bergbau, mehr Metalle, mehr Abfall.«

»Im Namen der Umweltschützer in aller Welt möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen, die wir in den letzten 30 Jahren geschaffen haben.«
Kein Witz, sondern bemerkenswerte Worte eines einstigen führenden Propagandisten des menschengemachten Klimawandels. »Der Klimawandel findet statt«, twittert er. »Er ist nur nicht das Ende der Welt. Es ist nicht einmal unser ernstestes Umweltproblem.«

Michael Shellenberger, der Ex-Alarmist, der »Held der Umwelt«, der vor der UN auftrat, einst radikaler Klimaaktivist, gibt sich geläutert. »Es mag seltsam erscheinen, wenn ich das sage. Ich bin seit 20 Jahren ein Klimaaktivist und seit 30 Jahren ein Umweltschützer.«

Sein lesenswerter Beitrag »On behalf of Environmentalists I apologize for the Climate Score« auf FORBES wurde binnen kurzer Zeit tausendfach auf Social Media verbreitet. Dieser Beitrag findet sich nun bei Quillette und hier, nachdem FORBES den Artikel nach zwei Tagen wieder offline genommen hatte. Shellenberger selbst bezeichnet diesen Schritt als »Censored«.

Screenshot: Forbes.com

»Bis zum letzten Jahr habe ich es weitgehend vermieden, mich gegen die Klimaangst auszusprechen«, sagt er. »Zum Teil liegt das daran, dass es mir peinlich war. Schliesslich bin ich genauso schuldig der Panikmache wie jeder andere Umweltschützer. Jahrelang habe ich den Klimawandel als eine ‚existentielle‘ Bedrohung der menschlichen Zivilisation bezeichnet und ihn als ‚Krise‘ bezeichnet«.
»Ich hatte Angst.« Er fürchtete, seine Freunde und vor allem seine Finanzierung zu verlieren. Doch er bemerkte die drastischen Auswirkungen der Klimapanik auf Kinder und Jugendliche.

»Ein großer Teil davon ist sicherlich meine Besorgnis darüber, dass die psychische Gesundheit von Jugendlichen durch diese apokalyptische Panikmache beeinträchtigt wird, aber sie schadet auch anderen Dingen«, sagte Shellenberger, der selbst zwei Kinder hat und im politisch dunkelgrünen Berkeley, Kalifornien, lebt.

Die Klimabewegung sei »offensichtlich gegen Atomkraft, auch wenn Atomkraft die einzige Möglichkeit ist, die Emissionen deutlich zu reduzieren«, sagte er. »Und sie wird benutzt, um arme Länder um fossile Brennstoffe und – offen gesagt – um Wasserkraft und Atomkraft zu bringen, weil sie von dieser malthusianischen Agenda ausgeht, die besagt, dass es zu viele Menschen auf der Welt gibt und jeder massiv ärmer werden muss«.

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Nachdem Malthus »tot« war, musste eine andere Paniksau durch die Welt getrieben werden. Ein äußerst lukratives Geschäft. Shellenberger weist auf die enormen finanziellen Mittel der Klimaaktivisten hin: Die beiden größten grünen Gruppen, der national Resources Defense Council und der environmental Defense Fund, verfügen zusammen über ein Jahresbudget von 384 Millionen Dollar und stellen damit das Budget der beiden größten Skeptikergruppen – des Competitive Enterprise Institute und des Heartland Institute – in den Schatten, die beide zusammen nur etwa 13 Millionen Dollar Etat hätten.Er beschuldigt in seinem Buch »Apocalypse Never – Warum Umweltalarm uns alle schadet« Klimaaktivisten, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen, und erklärt ausdrücklich, dass politische Lösungen wie die »grüne Energie« die Sache noch schlimmer machen.

»Ich behaupte sogar, dass erneuerbare Energien schlimmer sind als fossile Brennstoffe«, sagte Shellenberger gegenüber der Washington Times. Im Gegensatz zu deutschen Grünen ist ihm der Begriff »Energiedichte« bekannt; die sogenannten »Erneuerbaren« liefern deutlich zu wenig Energie, und das bedeutet: »Mehr Land, mehr Materialien, mehr Bergbau, mehr Metalle, mehr Abfall. Dies wird in der wissenschaftlichen Literatur sehr gut erklärt«.

Die ungeheuren Umweltschäden und der Landverbrauch, die Michael Moore vor kurzem in seinem neuesten Film drastisch gezeigt hat, geraten auch in Shellenbergers Blickfeld: »Solar- und Windenergie beanspruchen riesige Mengen an Land und vernichten Vogel- und Wildtierarten. Biomasse bedeutet im Wesentlichen die Verbrennung von Holz und anderen Pflanzen, die Wälder zerstören und Kohlenstoffemissionen erzeugen.«

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Shellenbergers Erkenntnis: »Die Beweise sind überwältigend, dass unsere Hochenergie-Zivilisation besser für Mensch und Natur ist als die Niedrigenergie-Zivilisation, zu der uns die Klima-Alarmisten zurückbringen würden.«

Die Wirtschaftszeitung Forbes warf Shellenbergers Kolumne zu seinem neuen Buch heraus, weil sie »nicht den redaktionellen Richtlinien des Magazins« entspräche. Doch eine bessere Werbung hätte sich Shellenberger nicht wünschen können. Andere Webseiten veröffentlichten den Text, bei Amazon kletterte das Buch in die Bestseller-Ränge.

Bricht jetzt die Front der Klimapanikverbreiter endgültig zusammen? Der nächste Fall eines Klima-Häretikers. Schon eine ehemalige englische Alarmistin bekannte sich gerade zur Nutzung der Atomkraft – allerdings mit dem Argument, einer drohenden CO2- Katastrophe zu entgehen. Gut, da muss sie noch ein wenig an der Erkenntnisschärfe arbeiten.

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Vom Weltuntergang zur Atomkraft

Sorgfältig über all die Jahre aufgebaute Panikmeldungen über Klimaeerwärmung mit steigenden Meeresspiegeln sowie Angst und Schrecken vor dem jüngsten Tag brechen immer öfter zusammen. Was wird bald der Spiegel sagen, der mit dem Bild vom in den Meeresfluten untergehenden Kölner Dom das Thema »Klimaerwärmung« in Deutschland hoffähig machte? Ein anderer amerikanischer Film zeichnete dagegen die Visionen einer neuen Eiszeit mit einem unter Schneebergen und in Eiszapfen erstickenden arktischen New York. Wann bekennt dessen Regisseur: Irrtum, so sorry?

Wann kommen aus Potsdam die ersten Entschuldigungsrufe? Dort sitzen bekanntlich in prächtigen Räumen im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Deutschlands oberste Klimaalarmisten (Wetterexperte Kachelmann: »potsdämlich«) und leben glänzend von Alarmrufen. Etwa: »… möchten wir uns formell für die Klimaangst entschuldigen, die wir all die Jahre verbreitet haben.«

»Ach, macht doch nix«, könnten wir zurufen. »Kann passieren. Jeder kann sich mal irren.«

Es dauert bekanntlich in der Regel ein paar Jahre, bis neue Trends aus den USA in Deutschland ankommen. Bei der neuen Akzeptanz der Kernkraft wird es vermutlich schwieriger. Die neuesten Wendungen amerikanischer Ex-Hardcore-Umweltschützer kommen hierzulande zu spät. Grüne und CDU sprengen bereits wie verbrannte Erde hinterlassende Pioniere voll funktionsfähige Kernkraftwerke in die Luft – wie in Philippsburg in Baden-Württemberg und reissen sie ein.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

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15 Kommentare

  1. Es gibt auch noch halbwegs vernünftige Journalisten hienieden:
    08.06.2016 Welt: „Starkregen in Deutschland – Das Unwetter und der Klima-Bluff“
    07.07.2020 Welt: „Was Klimaforscher verschweigen“
    Axel Bojanowski
    Solltet Ihr mal bringen.

    • Von Axel Bojanowski ist auch der von mir oft zitierte Artikel im Spon:
      CO2 macht die Erde grüner.
      In der „Welt“ hat er jetzt offenbar freie Fahrt.
      Der Artikel „Was Klimaforscher verschweigen“ ist hinter der Bezahlschranke.
      Wenn Sie ihn lesen können, wäre vielleicht ein kleiner Bericht darüber interessant.
      Den Kommentaren nach ist es eine Abrechnung mit Herrn Rahmstorf.

  2. @Palla, Manfred + Günter Dehren: Leider hinter der Bezahlschranke. Und auch eure Kommentare und Kommentare auf eure Kommentare werden mich nicht zu einem SPON-Abo motivieren!

    • Also ich habe kein Spon-Abo und ich nehme an, Herr Palla auch nicht.
      Man lässt sich kostenlos registrieren und kann dann kommentieren, soviel man lustig ist ist.
      Ja, der Welt-Artikel ist hinter der Bezahlschranke, den konnte ich auch nicht lesen, nur die Kommentare.
      Das sensationelle daran ist, dass hier, wie aus den Kommentaren zu schliessen ist, schonungslos mit Herrn Rahmstorf abgerechnet wird.
      Von Shellenberger habe ich noch nie was gehört, aber was in deutschen Massenmedien verbreitet wird, liest und hört man jeden Tag.
      Umso erstaunlicher, wenn hier eine Wende eintreten sollte.

  3. „On Behalf Of Environmentalists, I Apologize For The Climate Scare“

    Geht das denn, dass man sich im Namen aller, die davon gar nichts wissen, für etwas entschuldigt?

    Das wäre so seltsam, als würde ich mich im Name aller EIKE-Mitarbeiter und Leser für den allzu oft rauen und aggressiven Ton hier entschuldigen.

    Und wenn die Leser sich nun wundern, warum Sie zuvor noch nie den Namen dieses angeblich führenden Klimaktivisten gehört haben: Nicht wundern, da sind auch Klimaaktivisten überrascht. Das ist so, als würden wir morgen erfahren, Hans-Werner Sinn wäre einer der führenden Klimaaktivisten.

  4. „Before appearing in the Australian, the op-ed also ran on the website of Shellenberger’s thinktank, Environmental Progress, and on at least three other sites. The article heavily promoted Shellenberger’s new book, Apocalypse Never.“

    Reine Werbemasche eines Unterstützers der Atomkraft. Aussagewert Null, Werbewert hoch. Das einzige Interesse besteht in der Durchsetzung von Atomkraftwerken. : “ („How Fear of Nuclear Hurts the Environment,“ „Why I Changed My Mind About Nuclear Power“ and “Why Renewables Can’t Save the Planet”). Dafür wird alles geopfert.
    Hier freuen sich viele, dass endlich ein Prominenter verkündet, dass der Klimawandel“ doch nicht so gefährlich ist. Sie vergessen aber den Hintergrund: Zusammengefasst:“Fürchtet euch nicht, die Atomkraft wird euch retten.“ Na dann…

    • Er entschuldigt sich ja nicht wegen Atomausstieg sondern weil er den Menschen Angst gemacht hat.

      „»Zum Teil liegt das daran, dass es mir peinlich war. Schliesslich bin ich genauso schuldig der Panikmache wie jeder andere Umweltschützer. Jahrelang habe ich den Klimawandel als eine ‚existentielle‘ Bedrohung der menschlichen Zivilisation bezeichnet und ihn als ‚Krise‘ bezeichnet«.
      »Ich hatte Angst.« Er fürchtete, seine Freunde und vor allem seine Finanzierung zu verlieren. Doch er bemerkte die drastischen Auswirkungen der Klimapanik auf Kinder und Jugendliche.“
      Damit muß er noch auf Kinder und Jugendliche Rücksicht genommen haben, dass er Gewissensbisse hatte im Gegenteil zu Herrn Stefan Rahmstorf oder Herrn Harald Lesch. Denen sind anscheinend Kinder egal.

    • >Hier freuen sich viele, dass endlich ein Prominenter verkündet, dass der Klimawandel“ doch nicht so gefährlich ist.<
      Nein, hier freuen sich viele darüber, dass endlich der Realitätssinn zurückkehrt und Leute tatsächlich den Mut haben, ihrem Gewissen zu folgen.
      Selbst wenn die "Klimakrise" real wäre, woran ich aus gutem Grund zweifle, ist ein Zurück ins Mittelater, was Aktivisten im Westen überall hysterisch fordern, sicher nicht die Lösung des Problems. Fossile Energieträger und Kernkraft haben dem weitaus größten Teil der Menschheit ein erträgliches Leben verschafft (totale Armut von 90 % in 1800 auf 7% in 2015/H. Rosling, Factfulness). Wer also, aus ideologischen Gründen, diese Energieträger kategorisch ablehnt, gerät in dieser Kommentarsektion nicht so schnell in Verdacht, die hellste Kerze auf der Torte zu sein.

    • Man kann ja davon ausgehen dass der Konvertit erstmal die neuen Verträge festgezurrt hatte; aber was jetzt kommt sieht nach noch grösserer „Herausforderung“ aus im Vergleich zu „nur“ Umwelt, ständig zwischen zwei Stühlen (Energie-Mobbyisten und Klima-Mobbyisten).

  5. Ein guter Anfang – mögen noch mehr von den Alarmisten zur Besinnung kommen. Bei EIKE ist es für Rahmstorf & Co. ein leichtes, sich mit der erprobten Diffamierungsmasche zu behaupten. Realismus wird bei den Potsdämlichen aber erst einkehren, wenn sie allein auf weiter Flur stehen und am Ende sich sogar begriffsstutzige Politiker von ihnen abwenden. Letzteres wird dauern, da weiß man sich in Potsdam zu helfen. Vielleicht durch stündliche Neuansage des Klima-Weltuntergangs…

  6. Mit „LICHT- und WIND-SPIEL-Energie“ habe ICH zuletzt auf SPON bei Traufetters „Zu viel Kohle …“-Kolumne die meisten und besten Bewertungen erhalten – hatte dem „40 Mrd.-Kompromiss“ die „jährlichen 25 Mrd.“ Euronen der privaten Stromkunden für die EEG-„Abzocke“ gegenüber-gestellt 😉

    • Ihr Kommentar bei Spiegel online zeigt doch, dass man dort durchaus seine Meinung sagen und zur Diskussion stellen kann. Ich habe bei diesem Thema auch einen Kommentar geschrieben, zu dem gleichviel Zustimmungen und Ablehnungen kamen.
      Zumindest kann man sagen, dass dort die Kmmentare von ein paar Leuten mehr gelesen werden als hier, insbesondere auch vom Autor des Artikels.
      P.S.: Ihren Nickname beim Spiegel finde ich etwas unglücklich gewählt…

  7. „Nachdem Malthus »tot« war, musste eine andere Paniksau durch die Welt getrieben werden. “
    Die neue Paniksau ist auch schon halbtot und deswegen wurde inoffiziell eine ganz neue Sau vorgestellt. Die nennt sich G4.
    Diesmal möchten sie es besser machen und einige Fehler korrigieren, damit die Sau besser durchkommt.

  8. Wann entschuldigen sich Herr Stefan Rahmstorf, Herr Harald Lesch und andere Aktivisten dafür, dass sie uns belogen haben? Mit diesem Artikel wird ja klar, dass dies eine Agenda war, die den Zweck hatte der Menschheit Angst zu machen. Greta Thunberg hat es ja auch sogar offen gesagt. Ich möchte, dass ihr in Panik gerät. Diese sogenannten „Wissenschaftler“ haben die Wissenschaft für eine gewisse politische Agenda missbraucht und absichtlich falsche Theorien aufgestellt, die diesen Zweck erfüllen konnten.

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