Die neue Wasserstoffstrategie – Nicht nur Käse aus Holland

mit großem TamTam hat Wirtschaftsminister Peter Altmeier Anfang Juni die neue „Wasserstoffstrategie“ vorgestellt. Man will sogar Weltmarktführer werden und hat dazu extra – clever, clever – einen Nationalen Wasserstoffrat berufen. Der wird’s sicher richten.
Daher bringen wir aus aktuellen Gründen nochmals eine Analyse unseres Autors Prof. Dr. Gilbert Brand, der sich diese Technik und den Wasserstoff genauer anschaut.
von Gilbert Brand

Der einzige und vermeintliche Vorteil einer solchen Technik ist, dass kein CO2beim Einsatz entsteht, was den geltenden Klimadogmen sehr entgegen kommt. CO2ist bekanntlich ein Molekül von ca. 0,1 mm Größe (Greta Thunberg kann, qualitätsjournalistisch bestätigt, CO2-Moleküle mit bloßem Auge sehen, was nach ophthalmologischen Erkenntnissen auf diese Größe schließen lässt), das bei zunehmender Konzentration in der Luft aufgrund der Zusammenstöße mit dem Kopf schwere Schädel-Hirn-Traumata auslösen kann, die sich in manischer Klimahysterie äußern.

Elementarer Wasserstoff hat allerdings den Nachteil, dass das nächste natürliche Vorkommen ca. 150 Millionen Kilometer oder 8,3 Lichtminuten entfernt ist und eine Temperatur von 5.500°C aufweist, was Gewinnung und Transport etwas problematisch machen. Wasserstoff muss folglich auf der Erde aus anderen Stoffen produziert werden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier mit Vorstellung der „Wasserstoffstrategie“. Bild Screenshot Video des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Stand heute

Das und der technisch nicht gerade unheikle Umgang mit elementarem Wasserstoff haben seinen Einsatz bislang auf wenige industrielle Bereiche beschränkt, aber das soll ja anders werden. Man produziert ihn derzeit hauptsächlich durch thermische Formierung von Erdgas (Methan) mit Wasser oder partielle Oxidation von Erdgas, wobei Wasserstoff und CO2entstehen, alternativ auch durch Zersetzung von Methan im elektrischen Lichtbogen, wobei neben Wasserstoff elementarer Kohlenstoff anfällt. Da Erdgas bei unter 4 ct/kWh liegt, die Verluste erträglich sind und man bei den Produktionsprozessen bislang auf nichts Rücksicht nimmt, ist das ökonomisch in Ordnung. Aus klimadogmatischer Sicht müsste das CO2der ersten Verfahren abgeschieden und gelagert werden, was den Wirkungsgrad unter 50% treiben würde, und da der Kohlenstoff des letzten Verfahrens, in dem fast die Hälfte der Energie steckt, ebenfalls unbrauchbar wäre, landet man auch da bei der gleichen Wirkungsgradhausnummer. Zudem widerspricht der Einsatz von Erdgas Ressourcendogmen.

Wasserstoff aus Wind und Sonne

Dogmatisch korrekt und obendrein effizienter wäre eine komplett CO2-freie Produktion durch die Elektrolyse von Wasser, bei der immerhin ca. 85% der eingesetzten Energie im Wasserstoff landen würde. Dazu braucht man Strom. Den könnte man aus AKWs beziehen, Kosten z.Z. ca. 4 ct/kWh, langfristige Tendenz: abnehmend. Würde man das machen, wären bei einem Grundpreis von knapp 5 ct/kWh nachfolgende Verluste je nach Anwendung vermutlich kein großes Problem.

Will man aber nicht (Kein-AKW-Dogma). Es muss alles mit Windkraft oder Fotovoltaik gemacht werden, Kosten ca. 12 ct/kWh, Tendenz langfristig eher zunehmend. Da in Summe ohnehin nicht genügend Wind und Sonne zur Verfügung steht, zeitweise aber manchmal zu viel, will man diesen zeitweisen Überschuss für die Wasserstoffproduktion nutzen. So weit die offizielle Version, die bereits daran hapert, dass es nicht genügend Wind- und Sonnenstrom für alle Anwendungsgebiete gibt und geben wird. Aber das verschweigt man besser.

Die Niederländer wollen nun im Groninger Land einen neuen riesigen Windpark bauen. Der sollte zunächst soundsoviel Wohnungen versorgen können, falls der Wind weht, und ansonsten Wasserstoff produzieren. Inzwischen haben die Niederländer nachgerechnet: das mit den Wohnungen lohnt irgendwie nicht, also planen sie jetzt, nur Wasserstoff aus dem Windstrom zu produzieren. So um die 800.000 to/a sind geplant und irgendwie soll der Wasserstoff dann auch zu den Industrien an Rhein und Ruhr und zu Verbrauchern anderswo kommen. Die Niederländer meinen, das lohnt sich (für sie). Schauen wir uns das mal genauer an.

Ein paar Eckdaten

Im weiteren schauen wir auf ein paar Zahlen. Manche sind problemlos in Tabellenwerken zu finden, bei anderen ist das weniger einfach. Doch zunächst einmal zu den einfachen Sachen: Wasserstoff ist ja fürchterlich energiereich. Pro Kilogramm liegt er im Vergleich mit anderen Energieträgern deutlich an der Spitze, wobei wir hier die Verbrennungsenthalpie bei vollständiger Verbrennung betrachten.

EnergieinhaltWasserstoffMethanButanKohle
kJ/kg286.00050.12549.62032.750

Diese Werte werden gerne verkauft, um dem Betrachter den Wasserstoff schmackhaft zu machen. Für den Transport ist aber das Volumen interessanter als das Gewicht, und da sieht die Bilanz für den Wasserstoff weniger brillant aus:

EnergieinhaltWasserstoffMethanButanKohle
kJ/m³ (Gas)25.53535.803128.500(~82*10⁶)
kJ/m³ (F)20,2*10⁶21*10⁶28*10⁶~82*10⁶

Egal wie man es betrachtet, Steinkohle liegt volumenmäßig an der Spitze. Aufgelistet ist der Energieinhalt bei Normaldruck/Temperatur als Gas und sowie als Flüssiggas. Wenn man Gas komprimiert, liegt man irgendwo dazwischen. NPT-Wert * Druck in bar = Energieinhalt. Auch als Flüssiggas bringt Wasserstoff gerade einmal 70 kg/m³ auf die Waage und hat dann eine Temperatur von -252°C, die Alkane wiegen immerhin schon um die 500 kg/m³ (bei -160°C und 0°C), Kohle bei ca. 2,5 to. Solche Daten, die für den Transporteur interessanter sind, muss man allerdings selbst ausrechnen.

Die Frage wäre dann: Gas oder Flüssiggas? Die Russen liefern ihr Erdgas durch Röhren zu uns, die US-Amerikaner verflüssigen es und liefern es per Tanker. Ziemlich leicht lässt sich ermitteln, womit man bei Flüssiggas zu rechnen hat:

VerlusteWasserstoffErdgas
Verflüssigung≥35%~12%
Lagerung pro Tag~3%~0,1%

Verflüssigung kostet recht viel Energie, was einer der Gründe ist, weshalb das US-Gas auch teurer ist als das russische, aber das nur nebenbei. Bei Erdgas (Siedepunkt -161°C) hält sich das trotzdem noch in Grenzen, Wasserstoff mit einem um fast 100°C niedrigeren Siedepunkt ist aber ein echtes Problem: In Houston eingeschifft wäre in Rotterdam weniger als die Hälfte übrig. Was für die Niederländer auch gelten würde, wie wir gleich sehen werden.

Die Logistik der Niederländer

Für die niederländische Wasserstoffproduktion kommt ein anderes Problem hinzu, das sie praktisch auf einen Stand mit Wasserstoff aus Houston setzen würde, würden sie auf Flüssigwasserstoff setzen: mit einem Atomkraftwerk könnte man den Wasserstoff „just-in-time“ in der Menge produzieren, in der er benötigt wird, die Niederländer müssen aber so produzieren, wie der Wind weht. Nimmt man Stromleistungen aus Wind und Leistungsbedarf der Kunden als Vorbild für eine Wasserstoffwirtschaft, bedeutet das über den Daumen gepeilt, dass von den 800.000 to/Jahr über den Daumen gepeilt ein Drittel bis zur Hälfte längere Zeit gelagert werden müsste. Nach Elektrolyse, Verflüssigung, Transport und Lagerung kämen noch bestenfalls 35% der Energie an, was mit allem Drumherum bereits zu einem Preis von knapp 50 ct/kWh ab Tank führen würde.

Das Mittel der Wahl ist somit der Transport von Wasserstoff als Gas durch Pipelines, weil die üblichen Druckgasflaschen mit 50 l Inhalt,  300 bar Fülldruck und 50 kg Gewicht wohl kaum  lukrativ sind. Auch in Pipelines muss das Gas allerdings komprimiert werden. Bei AKW-Wasserstoff käme man vermutlich mit den üblichen 16 bar aus. Bei den großen Mengen, die bei Windkraftproduktion zwischengespeichert werden müssten, müsste man aber auch Gaskavernen, in denen das Erdgas zwischengespeichert wird, einsetzen und bei höheren Drücken arbeiten. Wenn man Gas komprimiert, muss Volumenarbeit geleistet werden, außerdem erhitzt sich Gas bei Kompression. Da weder die Temperatur in den Leitungen/Speichern gehalten werden kann noch an der Verbraucherseite die mechanische Energie bei der Entspannung genutzt wird, handelt es sich um reine, bei größer werdendem Druck steigende Verluste. Die sind zwar nicht so spannend wie bei der Verflüssigung, aber bei ca. 80 bar bleiben ohne Berücksichtigung anderer Verluste wie beispielsweise Erzeugen und Halten des Kissendrucks in den Kavernen oder Druckerhöhungen in längeren Leitungen vom Windstrom noch ca. 60% übrig. Beim Verbraucher dürften also auch hier nur knapp über 50% ankommen.

Solche Zahlen sind übrigens schon nicht mehr ganz einfach zu ermitteln. Zum einen redet man ungern über Verluste, zum anderen werden alle möglichen Schönrechnungsfaktoren eingerechnet. Wir kommen später noch darauf zurück. Solche Transportverluste entstehen zwar auch beim Erdgas, aber beim Wind-Wasserstoff müssen wir mindestens vom 5-fachen des Grundpreises von Erdgas ausgehen und dieser Faktor findet sich in allen Zahlen wieder. Zudem spielen auch noch weitere individuelle Randbedingungen mit. Als Kunde ahnt man vermutlich so ganz langsam, wohin sich die Abrechnung für die Heizung bewegt, wenn statt Erdgas niederländischer Wasserstoff eingesetzt wird.

Power-2-Gas

Die Pipeline-Version hat allerdings die Nebenbedingung, dass man auch Pipelines zur Verfügung hat. Wenn genügend vorhanden sind, kann man Erdgaspipelines außer Betrieb nehmen und umwidmen, ansonsten müsste man neue bauen. Das Gleiche gilt für Speicherkavernen. Als Alternative zum Wasserstofftransport bietet sich Power-2-Gas an, wobei man den Wasserstoff gar nicht erst transportiert, sondern mit CO2zu Methan umwandelt. Da die Reaktion zwischen Wasserstoff und CO2in der Gesamtbilanz exotherm ist, sieht das gar nicht so schlecht aus, wenn man die Abwärme nutzen kann.

Hier dreht allerdings die Schönfärberei voll auf. Realistisch betrachtet kommen von der Windkraft vermutlich ca. 60% im Methan an, das dann dem normalen Erdgas untergemischt werden kann. Spezialisten rechnen das unter Hinzuziehen aller möglichen Nebenbedingungen und theoretischer Optionen auf Werte nahe 100% hoch, also Wind=Gas. Eine der Mogelpackungen, die drinstecken: Wo bekommt man das CO2her? Richtig, aus CO2-Abscheidung aus anderen Prozessen. Das kostet ebenfalls wieder Energie, die bezahlt werden muss, was letztlich auch den Preis für das künstliche Erdgas weiter aufbläht. Die Kreuz- und Querrechnung ist ohne viel Aufwand kaum zu durchschauen und ob wirklich alle theoretischen Effekte auch in der Praxis genutzt werden können, ist fraglich. Man liegt sicher nicht weit daneben, wenn man unterstellt, dass bei P2G in der Gesamtbilanz ungefähr 40% des primären Windstroms ankommen. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Preise.

Wasserstoffträger

Besonders im Zusammenhang mit dem immer mehr platzenden E-Mobilitätstraum werden dem Publikum gerne flüssige organische Wasserstoffträger verkauft (dass Wasserstoffgas an Tankstellen eine dumme Idee sein könnte, scheint selbst Grünen ohne Knallgasreaktion einzuleuchten). Der Wasserstoff wird hierbei bei erhöhten Temperaturen chemisch in ein Molekül eingebaut und aus diesem bei noch höheren Temperaturen wieder freigesetzt. Handelsüblich sind etwa 150°C und höherer für Schritt 1 sowie 300°C für Schritt 2, jeweils in Gegenwart bestimmter Katalysatoren. Schritt 1 ist exotherm, wobei man versuchen kann, die Verluste durch Nutzen der Abwärme zu minimieren, Schritt 2 endotherm, d.h. es muss auf jeden Fall Energie zugeführt werden. Es ist etwas schwierig, an Daten zu gelangen, aber Wirkungsgrade bis zu 70% scheinen halbwegs realistisch zu sein. Die Datenlage ist deshalb schwierig, weil die den Wasserstoff nutzenden Brennstoffzellen einen höheren Wirkungsgrad als Benzinmotoren aufweisen, was sich propagandistisch besser macht als die Einzelwerte. Vermutlich sieht die Gesamtbilanz ohne alles Schönen kaum anders aus als bei Benzin.

Wieviel Wasserstoff kommt dabei zusammen? Nehmen wir als Rechenbeispiel einmal Toluol (verwendet werden andere verwandte Verbindungen, aber Toluol, ein Benzolabkömmling, war mal ein Kandidat), das bei einer Molmasse von 92 g/mol insgesamt 3 mol = 6 g Wasserstoff reversibel binden kann. Pro Kubikmeter kann Toluol bei einer Dichte von 0,87 g/cm³ umgerechnet ca. 14 kg Wasserstoff speichern, was einem Energieinhalt von 4*10⁶ kJ entspricht. Das ist gerade einmal 1/5 dessen, was ein LNG-Erdgasfahrzeug im gleichen Volumen mit sich führt. Nicht gerade der Renner. Bei der Untersuchung anderer Möglichkeiten, Wasserstoff an irgendetwas zu binden, findet man kein wirklichen Unterschiede zu diesen Werten.

Zum Transport von Wasserstoff eignen sich organische Wasserstoffträger somit eher nicht, und auch für die Mobilität kommen neben dem relativ geringen Energieinhalt und der damit notwendigen Tankstellendichte andere Probleme hinzu. An der Tankstelle muss man erst die alte Flüssigkeit ablaufen lassen, bevor man den Tank neu füllen kann, und auch der Tankwagen fährt voll wieder zurück und nicht leer. Auch mit AKW-Wasserstoff stellt sich die Frage, ob das wirklich die Technik der Zukunft ist, mit dem Preisgefüge, das sich aus Windkraft-Wasserstoff ergibt, braucht man diese Frage allerdings gar nicht erst zu stellen.

Strom-Speicher

Die Gastechniken werden auch als Energiepuffer für windschwache Zeiten gehandelt, d.h. man macht aus dem Gas in einem Kraftwerk wieder Strom, wenn kein Wind weht. Wäre genügend Strom vorhanden, wären Gasspeicher als solche vermutlich im Gegensatz zu allen anderen Ideen tatsächlich skalierbar, d.h. man könnte möglicherweise genügend Kavernen als Puffer bauen. Dummerweise landen wir bei P-2-G-2-P bei Wirkungsgraden um die 30%, d.h. in Überschusszeiten muss der Wind 3 kWh Überschussstrom produzieren, um in Mangelzeiten 1 kWh wieder zurück gewinnen zu können. Wir können uns die weiter Diskussion vermutlich sparen.

Außer Spesen nichts gewesen

Wie schon erwähnt, war es teilweise nicht ganz einfach, realistische Zahlen aus dem üblichen Mogelwerk heraus zuziehen und ich erhebe keinen Anspruch, wirklich die letzten technischen Details berücksichtigt zu haben. Wer in den Zahlen einen Rechenfehler findet, darf ihn auch gerne behalten. Aber auch Korrekturen dürften die Bilanzen nur unwesentlich ändern. Technisch ist alles machbar, großenteils auch vom Standpunkt eines Ingenieurs hochinteressant, aber bezüglich der Dogmenbefriedigung, unter der alles firmiert, skaliert mal wieder nichts. Da die große Stromwende einschließlich der Elektromobilität aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht funktioniert und das selbst dem grünen Ideologieapparat auffällt, verkauft man dem Volk nun die nächste Technik ausgerechnet auf Basis des Nichtfunktionierenden nach dem Motto „wenn etwas nicht funktioniert und obendrein zu teuer ist, propagiere ich eben etwas, was überhaupt nicht funktioniert und noch teurer ist“. Und keiner lacht.

 

Über den Autor
Prof. Dr. Gilbert Brands hatte eine Professur an der FH Emden im FB Elektrotechnik + Informatik, Lehr- und Arbeitsgebiete Kryptologie, IT-Sicherheit, Programmierung, Mathematik, Quanteninformatik und anderes Hardcorezeug aus der Informatik. Davor selbständig, angefangen 1982 mit der Entwicklung eines Systems zur zeitgleichen Leistungserfassung für die RAG. Vom Studium her ist er Physikochemiker.

 

Der Beitrag erschien zuerst am 20.3.20 hier bei EIKE

 

 

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35 Kommentare

  1. Was sagen wir zu der Angelegenheit, wenn der Wasserstoff aus Windenergie hergestellt wird, wo der 4 fache Ertrag, z.B. bei mittleren Windgeschwindigkeiten von 10 – 12 m/s hergestellt wird ? Das geht natürlich nicht in Deutschland und wäre eine gute Abwehrstrategie gegen Schwachwindanlagen in unserem Lande ?

  2. Tippfehler im Fachbeitrag am Anfang:
    „CO2ist bekanntlich ein Molekül von ca. 0,1 mm Größe (Greta Thunberg kann,“

    Sind wohl „nm“ (Nanometer) und nicht „mm“ (Millimeter) gemeint (Faktor 1.000.000 kleiner), also „0,1 nm Größe“

    • Geehrter Herr Wähner,
      Sie haben wohl Recht; und auch wieder nicht.
      Ich habe keine Ahnung, wie groß ein CO2 Molekühl wirklich ist. Ab er auf Grund Ihres umfangreichen Fachwissens, das Sie immer wieder bei Ihren Kommentaren beweisen, gehe ich davon aus, dass Sie bei der tatsächlichen Größe des CO2 Molekühls richtig liegen.
      Trotzdem ist die Angabe des Autors von 0,1 mm kein Tippfehler, sondern reiner Sarkasmus. Und dieser ist der Aussage der Mutter der „Heiligen Greta“ geschuldet, ihre Tochter könne CO2 mit blosem Auge sehen. Dann dürfte dieses Molekühl aber kaum kleiner als 0,1 mm sein.

      Mit besten Grüßen

  3. Mich wundert, dass man nicht mehr das schöne Wort „Sowjet“ für „Rat“ verwendet. Wasserstoffsowjet klingt doch viel eleganter als Wasserstoffrat und Sowjet-Republik Deutschland viel eleganter als Räterepublik Deutschland.

    • Wäre wahrscheinlich zu offensichtlich, aber dennoch: Willkommen in der „Räte-Republik Deutschland“.
      Wasserstoffrat, Umweltrat, Generationenrat…
      Waren das noch Zeiten, als es nur den Herrn Hofrat gab!

  4. Die Gewinnung von H2 durch Elektrolyse ist schon über 100 Jahre bekannt.Warum hat man es nicht schon großtechnisch genutzt? Für 1kg H2 benötgz man rund 55 kWh und 9 l Wasser. Wassr ist auf der Welt ein kostbares Gut, selbst bei uns herrscht in vielen Gebieten Wasserknappheit. Nun gibt es ja auch Meerwasser in unbegrenzten Menngen.Die bei der Elektrolyse entstehende Korrosien an den Elektroden hat man im Labormaßstab in den Griff bekommen, doch die großtechnische Nutzung liegt noch in weiter Ferne. Da das technische Wissen unserer Politiker auf wackligen Füssen steht kommt wieder Afrika ins Spiel. Auch da scheint die Sonne nicht 24 Stunden und der Wind weht nicht immer kontinuierlich. Und Wasser in Nordafrka oder in anderen Wüstengebieten? Den Hype hatten wir schon, Strom aus der Wüste das Dessertec Projekt. Nachdem die Investoren und Fachleute ausgestiegen sind ist eshr still in der Politik und den Medien geworden. Mal sehen was der Hype Wasserstof in der Zukunft bringt, oder mit einem großen Wumms endet.

  5. Wie sieht denn die Bilanz mit der Methanol Brennstoffzelle aus? Die chinesische Firma Aiways und ihr deutscher Partner Gumpert verkaufen bereits damit angetriebene Autos.

  6. Joschka der steinewerfende Minister hat es vor über 20 Jahren korrekt definiert :“ Es spielt keine Rolle wofür das Geld ausgegeben wird ,hauptsächlich die Deutschen haben es nicht „.Damit läßt sich das Regierungshandeln der letzten Jahrzehnte für jedermann verständlich erklären.
    Diese Aussagen haben den steinewerfenden Taxifahrer Joschka für Ministerämter qualifiziert.Der „mündige“ Bürger will es aber so,40% der Erstwähler wollen grün wählen.Sie werden bekommen ,was sie gewählt haben : Kein Gas,kein Öl,keine Kohle,kein Strom,kein Auto,kein Fleisch,keine Arbeit,kein Einkommen kein etc.Merke : Nur durch Schaden wird man klug.Kartoffel nicht mal dadurch.

  7. Es ist sicher sinnvoll, einen Spitzenplatz bei der Wasserstofftechnologie zu haben – wenn die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen und man genügend Energie aus AKWs und Fusion hat. Im Moment aber nur der Hirnriss.

  8. Die Nationale Wasserstoffstrategie, das ist die GRÜNE Knallgasprobe, eine einfache Methode zum Nachweis der eigenen Unfähigkeit.

  9. Besten Dank, sehr geehrter Herr Professor Brands, für Ihren famosen Artikel, von einem, der nicht nur Chemie und Physik versteht, sondern der rechnen kann. Dieses können wir aber nicht von unseren Politikern erwarten, die sowieso alles besser wissen mit ihrer „Wasserstofftechnik“. Also, was tun? Uns bleibt nur, nicht lockerlassen und damit vielleicht immer mehr Leute überzeugen, daß „Wasserstoffwirtschaft“ und CO2-Vermeidung Schimären sind, mit denen die „Energiewende“ und das EEG nicht zu retten sind und denen man tunlichst nicht nachjagen sollte.
    Ihnen ein Kompliment für den Beitrag
    liesegang

  10. Nationaler Wasserstoffrat! Super Idee, ich bewerbe mich! Habe da zwar wenig Ahnung, aber in einem fairen Auswahlverfahren gegen die politisch gewollten Kandidaten mit Null Ahnung sollte ich doch eine Chance haben! Muss mich nur noch ein wenig einschleimen und ein paar leckere subventionsverdächtige Brocken wie bei der Schnitzeljagd auslegen. Hehe, melde mich dann!

    • „Habe da zwar wenig Ahnung, aber in einem fairen Auswahlverfahren gegen die politisch gewollten Kandidaten mit Null Ahnung sollte ich doch eine Chance haben!“

      Sie haben es nicht begriffen:
      Sie müssen WENIGER Ahnung haben. DAS ist dann Ihr Wettbewerbsvorteil…

  11. In Zeiten wo HGÜ Stromleitungen nicht nur technisch sondern auch kommerziell durchaus interessant sind ist es wirklich eine „schlumpfige“ Idee, Energie in Form von durch Rohre geleitetem oder per Tanklaster speditiertem Wasserstoff bereitstellen zu wollen. Das wird nichts ausser Industriesubvention für diverse Entwicklungsprojekte und Studien. Und wenn doch, freut sich meine schwarze Seele irgendwie auf den Aufstand, der losbricht wenn irgendwo eine Wasserstoff Pipeline mit 1 meter Durchmesser verlegt werden soll. Ein bundesweites Rauchverbot wird dann diskutiert werden !

    • Das wird teuer – denn normaler Stahl geht nicht für Wasserstoff. Kein normaler Mensch, kann/wird sich sich ein sicheres Wasserstoffauto leisten können und mit Produkten aus China, ist ein Freiflug zum Mond sehr wahrscheinlich.

  12. Mal ganz abgesehen vom Unsinn oder Sinn, EE Strom zu speichern.
    Warum ist eigentlich nie die Rede vom Wärmespeicher, den die Firma Siemens-Gamesa im letzten Jahr in Hamburg in Betrieb genommen hat?
    Wärme aus Strom wird in isoliertem Basaltschotter bis zu 750 C gespeichert und kann zum Heizen, zur Stromerzeugung oder als Prozesswärme genutzt werden.
    Beliebig skalierbar, je grösser desto besser der Wirkungsgrad auch für Langzeitspeicherung.

  13. Die „Wasserstoffwirtschaft“ ist lediglich ein weiterer Mosaikstein im Gesamtgefüge des Subventionsabzockerparadises Blödlands.

    • … und findet mal wieder reichlich Anhänger, die unfähig sind, sich zu informieren oder die nichts Gutes im Sinn haben.
      Der Wähler erkennt die Problematik nicht, weshalb die Parlamente nicht von diesem antiquierten Schund gereinigt werden können.

  14. Mit der Wasserstoffstrategie sollen die Weichen zur Weltführerschaft Wasserstoff gestellt werden. Nachijall ick hör dir trapsen! Klingt fatal nach „ich weiß zwar nicht wohin diese gestellte Weiche mich führt, aber ich will als erster dort sein. Im Gegensatz zur Kohleaustiegskommission hat der Wasserstoffrat mit 26 Mitgliedern nur etwas mehr ais 50% von dieser Laienspielgruppe. Ein Fortschritt. Leider ist im Netz für mich nirgendwo auffindbar gewesen, aus welchen Personen mit welcher Expertise sich dieser zusammensetzt. Dies Alles sieht dem Kernkraftausstieg mit anschließender Energiewende ähnlich und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den gleichen Weg gehen, nämlich in eine technische Sackgasse münden. Ja, wir werden Weltmarktführer in diesem Segment werden, weil keine andere Regierung mit Spuren von Restintelligenz diesen Schmonzes mitmacht. Dabei wäre es so einfach sich Rat zu holen, bspw. bei der bösen Automobilindustrie. Die haben H2 schon rauf und runtergerechnet zu einer Zeit, als unsere Wasserstoff Regierungsexperten die Bezeichnung Wasserstoff gerade mal buchstabieren und vielleicht sein chemisches Kürzel kannten. Dise Spielverderber zu fragen verbietet sich von selbst, weil diese Miesmacher aufgrund ihres beschränkten automobilen Horizontes doch nur abraten würden.
    Ja, Herr Einstein, Irrsinn ist wirklich dauernd das gleiche zu machen, aber andere Ergebnisse zu erwarten, siehe die Anzahl der Windmühlen zu erhöhen, zuschauen wie der Strompreis steigt, aber eine Senkung zu erwarten, schließlich gibt es die economy of scales. Diese Regierung scheint sich auf das Auffinden toter Pferde und das Reiten derselben spezialisiert zu haben. Und wenn das EEG-Pferd sich als tot herausstellt, muß es gerettet werden. Am besten durch ein anderes totes Pferd, denn damit kennen wir uns aus!

  15. Wasserstoff versprödet normalen Stahl und diffundiert, d.h. zusätzliche Verluste. Geeignet sind nur austenitische Stähle, normale Rohrleitungen sind ungeeignet. Höherfeste Stähle mit einem hohen Martensitgehalt und einer Streckgrenze größer ca. 800 MPa (auch z. B. Schrauben ab der Festigkeitsklasse 10.9 und höher) sind besonders gefährdet gegenüber wasserstoffbedingten Schädigungen, findet man bei Wiki.

    • „Wasserstoff versprödet normalen Stahl und diffundiert,…“ Das kann schon wirtschaftliche Impulse geben, wenn bisherige Materialien ersetzt werden und die entsprechenden Technologien dafür entwickelt werden müssen.

      Die Frage ist, wer es bezahlt. Umso mehr, solange auf dem Weltmarkt die (billigeren, weitaus billigeren) Alternativen existieren.

      Eine Pipeline z. B. aus 1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2), wo das kg Material vllt. so um die 4,00€ anstelle 0,60€ kostet, wäre nicht nur gut anzuschauen. Es ist mechanisch weitaus schlechter bearbeitbar und würde für den Transport eines weitaus teureren Energieträgers benutzt. Die Rohstoffe für z. B. diesen Stahl (die Legierungselemente im Wesentlichen 17%Crom, 12% Nickel, 2% Molybdän und etwas Titan) sind am Weltmarkt nicht unbedingt grenzenlos im Angebot und äusserst volatil im Preis, die Tonne Nickel schwankte in den letzten 10 Jahren von knapp 30000€ bis runter auf 7700€ und liegt jetzt bei knapp 12000€.

      Weltweit größter Hersteller ist übrigens Norilsk Nickel, russisch.

      Das wird alles ein Spass. Ich frag mich langsam, warum wir nicht alle goldene Wasserhähne haben, immerhin ist dieser Werkstoff korrosionsbeständig, gut bearbeitbar, sieht gut aus, wäre ohne Beschichtungen einsetzbar, käme auch mit mit Wasser von niedrigerem pH- Wert zurecht (Einsparung bei der Wasseraufbereitung), könnte zu 100% recycelt werden usw. usf. Nur Vorteile!

      • Wasserstoff beständige Stähle gibt es, die BASF setzt sie schon sei Jahrzehnten ein, aber die vorhandenen Erdgasleitungen sind wahrscheinlich für Wasserstoff ungeeignet. Da soll mal wieder Geld verbrannt werden. Das sollte Joschka Fischer mal gesagt haben:“Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegen gesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht“

  16. Die „Wasserstoffwirtschaft“, ein Wiedergänger der Energiewende der bei Bedarf aus dem Orkus gezogen wird wenn die Kritiker zu frech werden. Dass das grandioser Unsinn ist zeige ich seit 15 Jahren bei diesbezüglichen Diskussionen mit folgenden Zahlen:
    Ho = 142 MJ/kg
    Energiebedarf für
    Elektrolyse: 30 MJ/kg
    Kompression: 13 MJ/kg
    Verluste = 30%
    Verstromung mit 60% Wirkungsgrad:
    0,70 x 0,60 = 0,42
    ~ 60% der Energie sind verloren!
    Danach hat jeder vernunftbegabte Mensch verstanden, da wir es aber mit den MINT Versagern in Politik und Leitmedien zu tun haben, wird das grüne Knallgas weiter als Rettung für das unrettbare, der „Energiewende“, verkauft. Die grünen Schlümpfe fressen ja bekanntlich alles wo die Regierung „Öko“ drauf schreibt; wir schaffen das.

    • „~ 60% der Energie sind verloren!“

      Na, immer noch besser als Atomkraft, wo im Kraftwerk rund 70% der Energie verloren gehen. Und wenn man dann noch die ganbze Prozesskette vom Uranabbau über die Anreicherung und den Energieverlust bei den Bestechungsgeldern berücksichtigt: auweiauwei!

      • Kann es sein, dass Sie bezügliche technischen Wissen nicht ganz auf dem neuesten Stand sind? Oder beziehen Sie Ihre „Argumente“ aus den Parteiprogrammen der grünen Parteien von Linken bis zur Merkel-Söder-Union?

      • Na ja, Wirkungsgradrechnung scheint Sie zu überfordern, macht aber nichts. In meiner Rechnung ist nur die Wandlungskette Strom ==> Wasserstoff ==> Strom (optimistisch) berücksichtigt, wenn man die Wandlungskette Primärenergie ==> Strom für die Wasserstofferzeugung hinzu rechnet, wird es einstellig. Und nein, mit stochastischem Wind- und Sonnenstromüberschuß lässt sich keine industrielle Wasserstoffgewinnung realisieren. Wie sagten Sie so treffend, auweiauweiauwei. Sie schaffen das.

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