Tod, Krankheiten und Ereignisse mit Bezug zu Klima sind gering im Vergleich zu denen aus allen anderen Gründen

Welche Pille hilft? Bild: Mario Heinemann / pixelio.de

Indur M. Goklany
Zwischen den Jahren 1990 und 2017 ist die cumulative age-standardized death rate (ASDR) von Krankheiten und extremen mit Bezug zu Klima [climate-sensitive diseases and events (CSDEs)] von 8,1% aller Ursachen auf 5,5% gesunken. Die altersstandardisierte Krankheitslast, gemessen an den behinderungsbereinigten verlorenen Lebensjahren (DALYs), ging von 12,0% auf 8,0% der altersstandardisierten DALYs aller Ursachen zurück. Somit ist die Belastung durch Tod und Krankheit durch CSDEs gering, Tendenz weiter abnehmend.*

[*Das hat der Übersetzer zum großen Teil einer Übersetzungsmaschine anvertraut {DeepL}. Zusammengefasst zeigt die folgende Graphik, was gemeint ist. Anm. d. Übers.]

Abbildung 1: Todesfälle in Verbindung mit Klima machen nur einen geringen Anteil der Todesfälle durch alle anderen Gründe aus (1990 bis 2017). Daten vom Institute for Health Metrics and Evaluation IHME (2019)

Aber wer den Bericht des Lancet Countdown gelesen hat, einem Zusammenschluss von 35 akademischen Institutionen und UN-Agenturen – ins Leben gerufen durch die renommierte Lancet-Gruppe medizinischer Journale und unterstützt durch den ebenso renommierten Wellcome Trust, welcher um sich greifende gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels verfolgt – könnte durchaus den entgegen gesetzten Eindruck gewonnen haben – vor allem, wenn man nicht über die Executive Summary hinaus gekommen ist, dem Abschnitt also, der höchstwahrscheinlich als einziger von viel beschäftigten Politikern oder deren Berater gelesen worden ist.

Nicht ein einziges Mal wird erwähnt, dass die kumulativen jährlichen Todes- und Krankheitsraten durch CSDEs abnehmen, und zwar schneller als die korrespondierenden Raten aller anderen Ursachen. Der Report bringt auch keinen angemessenen Zusammenhang, damit die Leserschaft die Belastungen durch Krankheiten infolge CSDEs beurteilen kann im Verhältnis zu anderen gesundheitlichen Bedrohungen. Er geht sogar so weit zu suggerieren, dass die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels sich ,verschlimmern‘. Die Daten stützen diese Behauptung jedoch in keiner Weise. Außerdem wird durch eine Analyse des Textes klar, dass im Report die Schätzungen zunehmender ,demographischer Verwundbarkeit‘ und ,nachhaltiger Krankheitsübertragung‘ künstlich aufgebläht werden. Diese Schätzungen werden als Proxys verwendet, aber Trends in diesen Schätzungen wurden niemals verifiziert und spiegeln nicht den Verlauf langzeitlicher Trends hinsichtlich der Rate von Todesfällen.

Abbildung 2: Sterblichkeit durch CSDEs von 1990 bis 2017. Die Forces of Nature Group schließt Todesfälle aus geophysikalischen Gründen per EMDAT aus. Daten von IHME (2019).

Der Countdown lässt nicht nur die abnehmende Gesamtbedeutung von CSDEs für die öffentliche Gesundheit außen vor, sondern konzentriert sich stattdessen auf CSDEs, die entgegen dem allgemeinen Trend stärker verbreitet sind. Beispielsweise war Dengue, eine von Moskitos übertragene Tropenkrankheit, im Jahr 2017 für 40.000 Todesfälle verantwortlich. Das scheint viel zu sein, macht aber nur 1,4% der kumulativen 2,8 Millionen Todesfälle durch CSDEs oder 0,07% der 55,9 Millionen Menschen aus, die in diesem Jahr weltweit an allen Ursachen starben. Dennoch wird dem Dengue im Countdown mehr Aufmerksamkeit geschenkt als der Malaria, einer anderen von Moskitos übertragenen Tropenkrankheit, die für fünfzehnmal so viele (620.000) Todesfälle verantwortlich war.

Weil kein sinnvoller Zusammenhang präsentiert wird, kann der Report der Leserschaft oder den Politikern keine ausgewogene Übersicht über Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit geben, was das Risiko birgt, dass Prioritäten falsch gesetzt werden. Ohne ordentlichen Zusammenhang kann man einen Maulwurfshügel leicht mit einem Berg verwechseln. Ein Zusammenhang ist also unabdingbar, um Politikern zu helfen, die richtige Perspektive zu erkennen und sich auf größere und wichtigere Probleme bzgl. Gesundheit zu konzentrieren.

Was den Kontext betrifft, so untersucht ein Großteil der Kritik Trends seit 1990. Der Grund dafür ist, dass die Daten des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME), auf die sich der Countdown in erster Linie stützt, in jenem Jahr beginnen. Der Rückgang der Sterbe- und Krankheitsraten von CSDEs seit 1990 ist jedoch nur ein kleiner Teil des längerfristigen Rückgangs weltweit. In den USA, einem der wenigen Orte mit guten Langzeitdaten, sind die Sterblichkeitsraten durch Ruhr, Typhus, Paratyphus, andere Magen-Darm-Erkrankungen und Malaria – alles Krankheiten, die auf kontaminiertes Wasser zurückgehen – und damit fast definitionsgemäß klimasensitiv zwischen 1900 und 1970 um 99-100% zurückgegangen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir unsere Probleme mit CSDEs schneller lösen als unsere anderen Gesundheitsprobleme.

Der gesamte Report The Lancet Countdown on Climate Change: The need for context, veröffentlicht von der Global Warming Policy Foundation, steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/05/17/death-and-disease-from-climate-sensitive-diseases-and-events-are-small-relative-to-those-from-all-causes-and-getting-smaller/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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2 Kommentare

  1. Also, was müssen wir daraus schließen? Die Zunahme des atmosphärischen CO2 fördert gemäß unserer potsdamlichen Klimaalarmisten die Gesundheit! Warum verbringen alte Leute den Winter gerne in wärmeren Gefilden? Weil sie den lästigen Atemwegserkrankungen im wärmeren Klima entkommen möchten! (Normalerweise) leben z.B. die klimatisch privilegierten Italiener zwei Jahre länger als wir Nordländer in unserem kühl-unwirtlichen Klima. Und das hat offenbar wenig mit der Ernährung zu tun: Im Landesinneren von Sardinien wird fast ausschließlich Fleisch gegessen und dort gibt es ungewöhnlich viele Hundertjährige!
    Und jetzt aber der Triumph der Alarmisten, es gibt COVID-19: Mal schaun, ob und wann die Klimahysteriker auf die (Schnaps)Idee kommen, dass es durch Klimaerwärmung mehr Tote durch COVID-19 geben würde – wie doch die wärmeren Länder Spanien und Italien beweisen würden. Nix mit Mängeln im Gesundheitssystem – tatsächlich fehlt die Abhärtung von uns Klima-gebeutelten Nordländern…

    • Hallo Herr Dr.Ullrich,

      ob Sie es glauben oder nicht, die „Schnapsidee“ ist diesen Affen schon gekommen! Im letzten Rundbrief vom Heartland Institute ist unter der Überschrift „Shameless Alarmists Spread Climate Change Cancer Horror Story“ bereits so etwas zu finden. Dort steht zwar „cancer“, also krebs, aber von da bis COVID-19 ist es ja nicht weit.
      Der Beitrag wird demnächst übersetzt.
      Chris Frey

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