Schmelzende Gletscher enthüllen weitere Beweise einer sehr warmen Mittelal­terlichen Warmzeit

Gletscherschutt am Piz Bernina. In der entsprechenden Landschaft des Lendbreen-Gletschers in Norwegen haben Archäologen systematische Forschungen durchgeführt. Bidl: berggeist007 / pixelio.de

Phys.org
Schmelzendes Gletschereis hoch in den Bergen Norwegens hat die ganze Ausdehnung des Lendbreen-Bergpasses enthüllt, einem bedeutenden Handelsweg von der Römerzeit bis zum Mittelalter.

Ein Forscherteam des Innlandet County Council und des NTNU University Museums in Norwegen sowie von der University of Cambridge in UK hat eine große Menge Artefakte aus der Zeit der Wikinger gefunden, und zwar in einem lange vergletscherten Bergpass in Südnorwegen. In ihrer im Journal Antiquity veröffentlichten Studie beschreibt das Team die Örtlichkeit des Passes, erklärt warum man dort plötzlich Artefakte findet und umreißt die bisherigen Funde.

Der Pass wurde im Jahre 2011 am Lomseggen-Bergzug entdeckt nahe des sich derzeit zurückziehenden Lendbreen-Gletschers. Frühere Forschungen zeigten, dass der Grund für das Auftauchen der Artefakte der Rückzug des Gletschers infolge globaler Erwärmung war. Das Team untersuchte das Gebiet von 2011 bis 2015.

Dabei fand man eine ganze Reihe von Artefakten. 60 davon konnten datiert werden auf eine Zeit zwischen 300 und 1000 n. Chr. Die Analyse der Fundstücke ergab, dass es zwei Arten der Reisenden über den Pass gab – lokale Reisen und Fernreisende. Die Forscher zeigen, dass Anwohner den Pass nutzten, um von ihren Sommer- in ihre Winterquartiere zu wechseln. Einige Artefakte zeigten außerdem, dass der Pass zumeist zu einer Zeit benutzt wurde, wenn er mit Schnee bedeckt war – das sehr felsige Terrain würde das Laufen oder auch Reiten schwierig gemacht haben. Schnee hätte die größten Unebenheiten ausgefüllt, was das Überqueren leichter gemacht hatte.

Die Forscher fanden Waffenröcke und Fausthandschuhe, ebenso wie Pferdeausrüstung wie Hufe und Sättel. Auch Überbleibsel von Schlitten wurden gefunden und in einem Falle sogar die Reste eines Hundes mit Halsband und Leine. Bislang wurden jedoch keine menschlichen Überreste gefunden, und das wäre auch unwahrscheinlich, ist doch der Pass nur etwa 700 Meter lang.

Außerdem fanden die Forscher viele Steinhügel entlang des Passes – Steine aufgestapelt auf eine Art und Weise, um als Wegmarkierung zu dienen, um den Reisenden den einfachsten Weg hindurch zu zeigen. Auch kleine Schutzräume wurden gefunden, falls man einmal von einem plötzlichen Schneesturm überrascht worden war.

Den Forschern zufolge wurde der Verkehr über den Pass aufgegeben, als die Winter während des 14. Jahrhunderts immer kälter wurden.

Der ganze Beitrag steht hier.

Dazu passt der BBC-Beitrag Alpine melt reveals ancient life.

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Grüne Alpen anstatt ewigen Eises:

Der Susten-Pass so, wie er zur Römerzeit vor etwa 2000 Jahren ausgesehen haben könnte. Der Stei-Gletscher hatte sich bis auf das Niveau des Tierberg-Gipfels zurückgezogen (2795 m), die Baumgrenze lag eindeutig höher als heute. Bild: aus „Die Alpen“ /Atelier Thomas Richner auf der Grundlage eines Entwurfs von Christoph Schlüchter.

Link: https://www.thegwpf.com/melting-glacier-reveals-more-evidence-of-very-warm-medieval-warm-period/

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39 Kommentare

  1. „Zum Vergleich: der Strahlungsantrieb durch das vom Menschen zusätzlich in die Atmosphäre eingebrachte Kohlendioxid beträgt derzeit 1,8 Watt pro Quadratmeter.“

    Lügenpropaganda!
    Es gibt keinen Strahlungsantrieb, weder durch CO2 noch durch H2O-Dampf

  2. An sehr vielen Stellen wird so getan, als wäre irgend eine Mitteltemperatur die wesentliche Führungsgröße für das Verhalten eines Gletschers. Dem ist nicht so!

    Natürlich spielt auch die Temperaturentwicklung eine Rolle, aber die weit wesentlicheren Einflüsse sind die Masse der Nährung im jeweiligen Winterhalbjahr und die Zeiträume, in denen der Gletscher bei hohem Sonnenstand direkt sonnenbeschienen ist, also Schönwetter herrscht. Für Infrarotstrahlung ab Sonne verhält sich Schnee und Eis wie schwarze Oberfläche für sichtbares Licht, es wird also alles absorbiert. Schnee und Eis schmelzen in direkter Sonne auch dann, wenn die Lufttemperatur noch negativ ist.

    Die derzeit erkennbare Tendenz zu häufigerem Schönwetter, also seltenerer Wolkenbedeckung, dürfte ein wesentlicher Grund sowohl für Gletscherschmelze als auch für Erderwärmung sein.

    Ein Wirkzusammenhang zwischen CO2 und Schönwettertendenz ist mir allerdings nicht bekannt.

    • Direkt beobachten kann man diesen Zusammenhang z. B. in Island, wo im Hochland viele gletschergespeiste Flüsse ohne Brücken zu furten sind.

      Der niederste Wasserstand ist in der Früh nach der erfolgten Finsterpause inkl. Abkühlung der Nacht. Wenn am nächsten Tag bedecktes Wetter herrscht, steigen die Pegel nur moderat an, wenn strahlender Sonnenschein vorherrscht, entwickeln sich manche Rinnsale zu reißenden Flüssen. In beiden Vergleichsfällen liegen die Lufttemperaturen aber im ähnlichen Bereich um +13°C.

    • „Für Infrarotstrahlung ab Sonne verhält sich Schnee und Eis wie schwarze Oberfläche für sichtbares Licht, es wird also alles absorbiert.“

      Hm!
      Nehmen Sie mal eine im Frühjahr schneebedeckte Fläche und streuen Sie auf einen Teil schwarzen Ruß oder ähnliches. Vergleichen Sie am Abend…

      Die farbliche Bedeckung der Alpengletscher während des Sommers ist ganz entscheidend für die Schmelzrate!

      • Werter Besso Keks,

        Wenn Sie Ruß auf den Schnee / Firn streuen, dann wird auch der sichtbare Anteil (und UV) des Sonnenlichts absorbiert. Aber das widerspricht nicht der Aussage von Herrn Strasser.

        • Allerliebster Herr Ketterer,
          ich wollte Herrn Strasser nicht widersprechen, sondern darauf hinweisen daß es neben der IR-Absorption einen noch mächtigeren Faktor gibt, der die Schmelzrate beeinflußt.

          • Ob die Absorption im sichtbaren Bereich des Lichtes ‚mächtiger‘ ist als die IR-Absorption wage ich zu bezweifeln.

            Der Einfluß von Ruß kann schon sehr mächtig werden. Die ‚farbliche Bedeckung‘ hingegen wirkt nur so lange das ‚farbliche‘ Substrat nicht zu mächtig ist. Eine dünne Staub oder Rußschicht ist schon ein ‚Schmelzbeschleuniger‘. Da sind wir uns endlich mal wieder einig.

            MfG
            Ketterer

  3. Herr Tarantik, mit
    „Obwohl es aufgrund vieler erdgeschichtlicher Faktoren (incl. Sonne) kälter werden müßte, …“

    irren Sie. Seit Mitte der 90er Jahre kennt man die ozeanischen Oszillationen. Ihre Aus- und Wechselwirkungen und ihr Zusammenhang mit der solaren Aktivität ist natürlich noch nicht abschließend erforscht, aber die Erwärmung seit 1980 läuft z.B. parallel mit der AMO:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantische_Multidekaden-Oszillation

    Sehen Sie sich auch PDO, ENSO, NAO an.

      • „https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/die-populaerste-trickgrafik-der-klimaskeptiker-vahrenholt/“

        Komiker

      • Herr Tarantik,

        nun bringen sie selber ein Beispiel mit Quelle der Klimafolgenforschung.
        Wenn sie sich den dortigen Angaben anschliessen, muessen sie ihre Aussage weiter unten revidieren, denn die Sonne hätte dann keine Einfluss auf das Klima und es würde also auch wegen der Sonne nicht kälter werden, so wie sie behauptet haben.

        Bitte begründen sie ihre Aussage und wenn sie schon dabei sind, was sind „erdgeschichtlicher Faktoren“?

      • Herr Tarantik,

        Sie schreiben: „Betrachten Sie daher bitte nur Studien, die alle Faktoren berücksichtigen“.

        Ihre angebliche Belegstelle dazu aus Rahmstorfs /scilogs.spektrum.de/klimalounge enthält aber leider nur eine sehr simple Zusammenstellung zweier Faktoren, nämlich „Sonne“ und „CO2“, und das auch nur für einen klimatisch sehr, sehr kurzen Zeitraum, nämlich seit 1950.

        Speziell inter- und multidekadische Oszillationen, auf die ich Sie oben hinwies, sind dort eben nicht berücksichtigt. Da mein zweiter Kommentar an Sie versehentlich ganz nach unten gerutscht ist, möchte ich hier noch einmal auf folgende Literaturstelle hinweisen:
        Mojib Latif, S. 87, Abb. 2.3-9 zeigt beispielhaft den starken Zusammenhang der AMO mit der Erwärmung seit 1980 in Europa.
        https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2013/01/Latif-neu.pdf

        Bitte sehen Sie sich die genannte Abbildung an, Herr Tarantik. Ich warte auf Ihre Antwort.

  4. Es sollte eigentlich niemanden mehr überraschen, wo doch schon vor Jahren in der Nähe einstiger Wikingersiedlungen Weizen entdeckt wurde, den man dort auch zur Eigenversorgung angelegt hatte.
    Ebenso ist viele Jahre bekannt, das es vor Grönlands Küste einmal Korallen gab – Reste davon wurden schon vor mehr als 10 Jahren entdeckt.
    Und dann haben wir den „Ötzi“, der ja wohl auch zu Fuß unterwegs war, zu der Zeit aber ganz sicher kein Eis oder Schnee vorhanden gewesen kann – seine Ausrüstung wie z.B. seine „Sommersandalen“ haben es doch wohl deutlich gemacht.
    Wer jetzt noch auf die Idee kommt, das die Gletscher wegen des Menschen abschmelzen, verweigert offenbar den natürlichen Kreislauf auf der Erde, auf der es seit Anbeginn immer wärmere wie auch kältere Zeiten gab.
    Mir zumuindest ist es ein absolutes Rätsel, warum sich die Klimafanatiker nicht mal intensiv mit diesen Dingen beschäftigen; es wäre vielleicht recht tragisch wenn plötzlich eine natürliche Ursache der Grund für die Veränderung führen würde.
    Da kommen denn „Klimaforscher“ wie Mojib Latif – der 1997 noch getönt hatte, das wir eher eine Abkühlungsphase haben und eine Erwärmung, wenn überhaupt, erst im 100 Jahren zu erwarten wäre -ziemlich ins straucheln. Aber das scheint seine „Fans“ bei FfF und wie die Grüppchen alle heißen, nicht weiter zu beeindrucken, denn damit würden sie zugeben müssen einem Mann hinterherzulaufen, der gar nicht widersprüchlicher sein kann.
    Lassen wir uns mal überraschen, wenn der von Piri Reis kartierte antarktische Kontinent weitestgehend Eisfrei sein wird und man dann wohl oder über zugeben muss, das in den Annahmen zum Klima einiges nicht stimmen kann. Ob ich das noch erleben werde…oder muß ich dazu erst 200 Jahre alt werden?!

    • Obwohl es aufgrund vieler erdgeschichtlicher Faktoren (incl. Sonne) kälter werden müßte, wird es doch erstaunlicherweise seit ca. 1980 nachweislich erheblich wärmer.

      • Herr Tarantik,

        koennen sie bitte erklaeren, warum es aufgrund vieler erdgeschichtlicher Faktoren (incl. Sonne) kälter werden müßte???

        Die Sonnen hat doch gar keinen Einfluss auf das Klima. Sie sollten ihre Klimafolgentheorie in ihrem Skript noch mal lesen.

        Da steht bestimmt auch, dass sie nicht zugeben sollen, auf keinen Fall, das die Sonnen klimatisch einen Einfluss haben kann.

        Falls sie dem Skript nicht folgen wollen, waere ich fuer eine Erklaerung dankbar!

        • „Die Sonne hat doch gar keinen Einfluss auf das Klima.“ Da irren Sie aber gewaltig. Jede ernsthafte wissenschaftliche Studie berücksichtigt dies und ebenso alle anderen Faktoren, aber stets gewichtet im ständigen Diskurs mit allen Spezialfachgebieten. Es wird nie ein einzelner Faktor selektiv dargestellt. Auch wenn Sie das meinen.

          • Herr Tarantik,

            bitte lesen sie das Skript: https://www.spektrum.de/kolumne/welche-rolle-spielt-die-sonne/1141490

            Bezueglich solaren Antrieb heisst es: “ Dieser Zyklus verursacht Schwankungen im Strahlungsantrieb [1] mit einer Amplitude von zirka 0,1 Watt pro Quadratmeter Erdoberfläche; der langfristige Abwärtstrend ist noch deutlich schwächer. Zum Vergleich: der Strahlungsantrieb durch das vom Menschen zusätzlich in die Atmosphäre eingebrachte Kohlendioxid beträgt derzeit 1,8 Watt pro Quadratmeter.“

            Ihre Aussage, das es “ aufgrund vieler erdgeschichtlicher Faktoren (incl. Sonne) kälter werden müßte“ ist damit unbegründet.

            Wenn es die Sonne nicht ist, was sind die anderen: erdgeschichtlicher Faktoren“ ???

          • @Werner Schulz,

            Sie haben „Strahlungsantrieb durch … Kohlendioxid“ abgetippt, wie heißt die [primäre] Strahlenquelle die da antreibt?

          • Herr Alwin Bruno,

            Ich habe nicht abgetippt, sondern direkt vom Blog des Klimafolgeforschertums kopiert.

            Die Frage an Herrn Tarantik ist: Wenn die Änderung in der Solarstrahlung nicht taugt die Erde wärmer zu machen, dann kann kann sie auch keine Abkühlung bewirken.

            Herr Tarantik sollte seine Aussage noch einmal in Hinblick auf die Position der Klimafolgenforschung überdenken.

          • @ W. Schulz.
            ebenda: https://www.spektrum.de/kolumne/welche-rolle-spielt-die-sonne/1141490
            „Ist das wirklich so schwer zu verstehen?
            Zur genaueren Analyse der Temperaturentwicklung im 20. Jahrhundert wurden für den letzten IPCC-Bericht 58 Simulationsrechnungen mit 14 Klimamodellen unterschiedlicher Forschergruppen weltweit durchgeführt (IPCC Kapitel 9), die allesamt die vergangenen Sonnenschwankungen berücksichtigen. Diese zeigen, dass natürliche Faktoren in den letzten 50 Jahren eine leicht abkühlende Wirkung auf das Klima hatten, die der anthropogenen Erwärmung entgegenwirkte.“

          • Herr Tarantik,

            sie produzieren den gleiche Link wie ich. Nur Ihre interpretation scheint eine Ganz andere zu sein.

            Woertlich steht da:

            „Allein aus der Betrachtung der Energiebilanz der Erde erwartet man also eine sehr untergeordnete Klimawirkung der Sonne. Nimmt man die beste Abschätzung für die transiente Klimasensitivität [2] von 0,4 Grad Celsius pro Watt pro Quadratmeter, sollte der Schwabe-Zyklus Schwankungen in der globalen Temperatur mit einer Amplitude von zirka 0,04 Grad Celsius verursachen.“

            Also sie behaupten, dass wir eine Abkühlung sehen sollten. Und Ihre Quelle sagt es wären nur 0,04 Grad Celsius. Das ist eher ein Temperaturstillstand. Der Widerspruch zwischen dem was sie sagen und was diese Quelle sagt, besteht immer noch.
            Sie zitieren eine Stelle die von Modellen redet die die „Sonnenschwankungen berücksichtigen“ (was auch immer das ist), Und es wird ausdruecklich gesagt, das natürliche Faktoren, ich behaupte damit sind andere als die Sonne gemeint, „in den letzten 50 Jahren eine leicht abkühlende Wirkung auf das Klima hatten“.

            Herr Holtz gibt Ihnen einen andern Ansatz. Vielleicht haben sie ja doch recht mit der Sonne, und sie spielt eine weit größere Rolle. Dann sollten sie die Quelle, die wir hier besprechen, etwas kritischer hinterfragen.

            mfg Werner

      • Die Sensitivität für eine TSI-Änderung der solaren Strahlung beträgt dS = 5,56 W/m^2, dies führt zu einer Effektivtemperaturänderung von 1K der Oberfläche. Die Sensitivität der Änderung der planetaren (sphärischen) Albedo der Erde für die solare Strahlung beträgt dA = 0,0029 1/K, d.h., eine Albedoänderung von 0,0029 erzeugt eine Effektivtemperaturänderung der Oberfläche von 1K.

        + Werte der Solarkonstante und Albedo der einzelnen Missionen:
        1978-1993, Solar Maximum Mission (SMM/ACRIM1) – Orbit 510km: S = 1367.51 +/- 0.65 w/m^2 ; planetare Albedo = 0,298
        1984-2003, Earth Radiation Budget Satellite (ERBS,UARS/ACRIM2) – Orbit 580km: S = 1365.4 +/- 0.6 w/m^2 ; planetare Albedo = 0,296
        2003, Solar Radiation and Climate Experiment (SORCE/TIM,ACRIM3) – Orbit 645km: S = 1361.3 +/- 0.4 w/m^2 ; planetare Albedo = 0,29

        Die TSI-Änderung über die Jahre beträgt somit rund 6 W/m^2, damit würde die Effektivtemperatur der Oberfläche um 1K sinken. Im gleichen Zeitraum hat sich aber die Albedo um 0,008 reduziert, d.h., aufgrund der Albedo-Senkung steigt die Effektivtemperatur der Oberfläche um 2,7K.

        Das macht in Summe eine Effektivtemperaturerhöhung der Oberfläche um 1,7K. Von dieser Effektivtemperaturerhöhung wird ungefähr die Hälfte in den Weltmeeren gespeichert.

        Was nun?

        Mfg
        Werner Holtz

        • Herr Holtz,

          fuer mein Verständnis, die Albedo über die sie reden, ist dieselbe, die die Solarstrahlung auf die Erdoberfläche von 100% auf 70% reduziert?

          Heisst das, das eine kleine Änderung in z.B. Bewölkung, die ungefähr die Hälfte der Albedo ausmacht, einen solchen Einfluss auf die Temperatur haben kann?

          Und sie beziffern auch den solare Einfluss anders als die Klimafolgenforschung.

          Das wuerde die Aussage von Herrn Tarantik plausiblel machen.

          Danke fuer die Informationen.

          • @Werner Schulz

            Zitat: fuer mein Verständnis, die Albedo über die sie reden, ist dieselbe, die die Solarstrahlung auf die Erdoberfläche von 100% auf 70% reduziert?

            Ja, das ist die Albedo für die solare Einstrahlung. Und ja, der Einfluß der planetaren (sphärischen) Albedo ist so stark. Wenn man eine Sensitivitätsanalyse der Gesamtenergie-Bilanz durchführt, erhält man diese Sensitivitäts-Werte für den Albedo- und TSI-Einfluß auf die Effektivtemperatur der Erdoberfläche.

            Mfg
            Werner Holtz

        • „Im gleichen Zeitraum hat sich aber die Albedo um 0,008 reduziert,d.h., aufgrund der Albedo-Senkung steigt die Effektivtemperatur der Oberfläche um 2,7K.“
          Sehr geehrter Herr Holtz,
          Sie haben eine interessante Rechnung präsentiert. Woher kommt aber die Albedo-Senkung? Änderung des Wolken-Bedeckungsgrads, geringere Bedeckung von Schnee und Meereis, geringeres Albedo von nicht Schnee bedecktem Land?

          • Nach
            CERES_SYN1deg-Month_Terra-Aqua-MODIS_Ed4.1 Observed TOA Albedo All sky 200003 201911.nc
            ergeben sich folgende Trends für die Albedo zwischen 2000 und 2019 (Spalte 2 Trend , Spalte 3 Unsicherheit jeweils in in % pro Dekade)
            North frigid zone 67°N..90°N; -0,554; 0,225
            North temperatue zone 25°N..66°N;-0,253; 0,073
            North torrid zone 0..24°N; -0,150; 0,082
            South torrid zone 24°S..0; -0,120; 0,053
            South temperature zone 66°S..25°S; -0,256;0,082
            South frigid zone 90°S..67°S;-0,204;0,115
            Die Albedo ändert sich am meisten in der Arktis infolge des zurückgehenden Meereises. An zweiter Stelle steht der Beitrag der gemäßigten Zone NH. Da die Arktis nur etwa 4% der Erdoberfläche ist, die gemäßigte Zone NH dagegen 25% ist dieser Beitrag am größten. Interessanterweise ist in dieser Zone der Trend für die Ozeane -0,331 %/Dekade, für Land dagegen nur -0,181%/Dekade. Der Rückgang der Wolkenbedeckung ist hier zwar an Land größer als auf den Ozeanen. Die „Strahlungsheizung“ der Ozeane ist aber intensiver.

          • Hallo Herr Holtz,

            Danke, das beantwortet meine Frage von vor ein paar Tagen.

            I nehme mal an das die reflektierte Strahlung plus Erd- und Atmosphärenabstrahlung wieder verdurchschnittlicht 342 W/m an der TOA ergibt.

            Danke!

          • Addendum zu Paul Berberich 6.Mai 2020 um 13:34
            Der Rückgang der Albedo TOA ist in der gemäßigten Zone SH noch größer als in der gemäßigten Zone NH. In dieser Zone ist der Ozean-Anteil viel größer als in der gemäßigten Zone NH. Dies erinnert mich an das Prinzip des kleinsten Zwangs. Verschiedene Antriebe versuchen die globale Oberflächen-Temperatur zu erhöhen. Das System Erde weicht diesem Zwang aus, in dem es versucht, die Extra-Energie in den Tiefen des Ozeans verschwinden zu lassen.

          • @Paul Berberich

            Zitat: Dies erinnert mich an das Prinzip des kleinsten Zwangs.
            Wow – Klasse Sie haben es wirklich verstanden wie das System funktioniert. Deshalb gibt es auch die drei Ozean-Austauschzyklen
            nach rund 1000 Jahren, nach ca. 240 Jahren der Tiefenwasser-Austauschzyklus und den oberflächenschicht-nahen Austauschzyklus nach ca. 60 Jahren.

            Siehe (Bild 2): https://kaltesonne.de/klima-zyklen-und-ihre-extrapolation-in-die-zukunft/

            Mfg
            Werner Holtz

          • @ Werner Holtz 6. Mai 2020 um 19:47
            „Zitat: Dies erinnert mich an das Prinzip des kleinsten Zwangs.“

            Naturwissenschaften sind Erfahrungswissenschaften: Einfache Erfahrungen stimmen nicht immer: Wenn ich einem System Wärme-Energie zuführe, erhöht sich seine Temperatur. Gegen-Beispiel Phasenübergang Flüssig-fest. Verallgemeinerung: Prinzip des kleinsten Zwangs. Dieses Prinzip hilft zwar meist nicht viel weiter, schließt aber „Überraschungen“ nicht aus. Die „Überraschung“ im Erdsystem ist dass eine Erwärmung bzw. Kühlung der Oberfläche auch zur Änderung der Albedo führt.

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