Lasse keine Krise ungenutzt: Robert Habeck, das Klima und das Virus

von AR Göhring

In der menschgemachten Krise steigen die Umfragewerte der Regierungsparteien; dafür läßt die Opposition mit AfD und Grünen Federn. Robert Habeck reagiert darauf mit einer Amalgamierung von Pandemie und Klimakollaps.

Wie Wolfgang Meins auf der Achse gerade schrieb, wird nach der SARS2-Krise das Klimakollapsthema in den Medien wieder hochgekocht werden, sofern die Volksquarantäne nicht unübersehbare kurzfristige wirtschaftliche Schäden mit Folgeprotesten verursacht hat. In der Tagesschau wurde schon einmal vorgelegt. Die Zeit bereitet sich auch schon einmal auf die Nach-Corona-Ära vor, indem sie Robert Habeck Stichworte gibt, der mit seinen Grünen von der menschgemachten Viruskrise arg gerupft wurde. So darf der Parteichef dort hanebüchene Vergleiche ziehen, die ein Literat schlicht einen rumpelnden Übergang nennen würde:

Die Klimakrise hingegen schieben viele weg, auf irgendwann später, irgendwo anders. Zu Unrecht, zumal es gegen die Klimakrise nie einen Impfstoff geben wird.

Und:

Beide [Virus- und Klimakollapskrise] sind global, ihre Bekämpfung macht internationale Kooperation notwendig. Beide zwingen uns dazu, alte Gewissheiten infrage zu stellen. Deshalb wurden sie auch von Populisten lange geleugnet. Beide wären besser beherrschbar, wenn man vorausschauend handelt. Beide haben gemeinsam, daß der Anstieg der Kurven – Infektionen und Temperatur – abgeflacht werden muß.

„Populisten“ sind natürlich nicht die Profiteure von Panikmache, sondern immer die anderen. Interessant auch, daß Habeck von überstaatlicher Zusammenarbeit spricht, als wenn gerade SARS2 nicht gezeigt hätte, wie EU und WHO versagen, wenn es wirklich darauf ankommt. Der Vergleich mit Temperatur und Infektionen ist wohl an Schellnhubers und Hirschhausens „Fieber“ angelehnt und ähnlich sachfremd. Aber diese ungelenken Sätze sind ja noch lustig bis harmlos. Habeck kann noch härter:

Wachstum auf Teufel komm raus kann nicht mehr das alleinige Kriterium für gesellschaftlichen Wohlstand sein. Wir müssen den Kapitalismus zähmen, sprich, eine sozial-ökologische Marktwirtschaft durchsetzen.

Kapitalismus und damit verbundenes heftiges wirtschaftliches Wachstum hat nicht nur Hunderte Millionen Menschen aus der Armut geholt, sondern ermöglicht auch den überzähligen Akademikern der westlichen Welt, auf Kosten der anderen zu leben, ohne diese zur Revolte zu treiben. Der „Green new deal“, den der Grünchef hier eingedeutscht fordert.

Habeck ist nicht ganz alleine mit seiner seltsamen Themenvermengung, die die Ängste der steuerzahlenden Plebs recht ungeschickt zu den „richtigen“ Themen umlenken soll. Auch um ihre Popularität besorgte Stars und Sternchen wollen mitmischen. Die Englischsprachigen nennen so etwas übrigens virtue signalling, also Tugend-Signalisierung. Typisch für Promis, die auf der Suche nach Sinn und „höherer“ Moral irgendwelche gerade aktuellen Luxusüberzeugungen übernehmebn und dies laut herumposaunen. Kostet ja nichts, wie man an Lena Meyer-Landruts Pappschildchen mit der Aufschrift „#Fight every crisis!“ sehen kann. Die Sängerin rief damit zur „Online-Demo“ von FFF auf:

Am Freitag ist globaler Klimastreik. Wir können nicht auf die Straße, deswegen basteln wir. Macht mit, informiert euch, habt eine Meinung und seid laut.

Die Nutzung der Krisenproblematik für die Popularität scheint vielen Fans aber nicht zu gefallen. Kommentar-Beispiele:

  • Ja genau bastelt wie die wilden Schilder – das ne große Menge Bäume abgeholzt werden muss wegen euch – schmeißt euer handy weg und kauft kein neues mehr das wäre der erste Schritt im Klimaschutz …… nachdenken hilft auch

  • Statt zu streiken. Warum helft ihr nicht als Erntehelfer? Lieber Streiken👍 ist ja nicht so anstrengend

  • Corona macht mehr für die Umwelt als jede Friday’s for Future Demo!

  • Herr schmeiß Hirn. Im Netz zu streiken ist wohl ähnlich sinnbefreit, wie Formel 1 Autos mit Protestplakaten. Schon mal gegoogelt, was das Internet an co2 verbraucht?

 

 

 

 

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28 Kommentare

  1. https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/merkel-bei-hilfsmassnahmen-immer-den-klimaschutz-ganz-fest-im-blick/
    …..
    „Es ist jetzt an der Zeit, unsere Standfestigkeit zu beweisen“, sagte Merkel. Sie betonte das Festhalten am deutschen Kohleaustieg bis 2038 und sagte: „Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien 65 Prozent betragen.“
    ….
    Erinnert fatal an die Durchhalteparolen vom Frühjahr 1945. Die Frau ist gefährlicher als jedes Corona-Virus….

    • zu: der Anteil erneuerbarer Energien 65 Prozent

      Mathe ist symmetrisch, es werden also Kohlestromverbraucher abzuschalten sein weil Bürgerinitiativen auf NIMBY bestehen.

  2. Robert Habeck: … Zu Unrecht, zumal es gegen die Klimakrise nie einen Impfstoff geben wird.
    Daraus lese ich: Grün/Links ist auch nicht das Heilmittel. Recht hat er!

  3. Herr Habeck, gegen die Klimakrise braucht es keinen Impfstoff, sondern nur etwas naturwissenschaftliche Kenntnisse, z.B. müsste man das Lambert-Beer-Gesetz anwenden Können und das Ergebnis, wenn man das mit CO2 berechnet hat verstehen. Alternativ könnte man ja mal die Messdaten der Satelliten von den Temperaturen zu Rate ziehen und dort mal das Signal des Klimakollapses suchen. Aber das ist einfach etwas zuviel verlangt. Vielleicht mal eine ander Aufgabe. Man stellt an die Spitze einer Partei, egal welcher, zwei Halbidioten und fragt nach der Summe. Richtig, ein Vollid…

  4. „Zu Unrecht, zumal es gegen die Klimakrise nie einen Impfstoff geben wird.“
    Na so was ,lieber Robert : Frau Schulze unsere Klimaministerin sieht das ganz anders: „Zum Unterschied von Corona haben wir gegen die Klimakrise schon einen Impfstoff.“
    Wat nu ?

      • …. nur dummes Geschwafel ! Und genau das ist das Niveau der BIO-Masse. Traurig, aber war. Die Regierung führt ja nur noch Millionen Ahnungslose, welche der Demokratie zur Mehrheit verhilft. Das System muss geändert werden.

  5. Lieber Hr. Heidsieck, Sie haben vollkommen Recht, nur wird ja der Mensch als Verbraucher bezeichnet und nicht als Umwandler, dass gilt ja auch fuer den Begriff des Stromverbrauchs . Es gibt uebrigens auch keine Haehnchenbrustfilets, kein Scheckheft beim Auto, kein „Atom“kraftwerk ‚ richtig waere Kernkraftwerk usw . Is halt so . Gruss

  6. Habeck & Co sollten einfach mal ein bißchen Ökonomie lernen. Dann wüssten sie nämlich, daß Wachstum ökonomisch nicht zwangsläufig „mehr“ bedeutet, sondern das Verhältnis Output zu Input zugunsten des Output zu verbessern. Das heißt dann Wachstum, und nur das kann i.S. wachsender Volksprosperität verteilt werden. Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik : „von Nichts kommt Nichts“, das gilt auch für die Volkswirtschaft, was natürlich für ein linksgrünes Hirn mit angeflanschtem öffentlich alimentierten Parlamentarier schwer zu begreifen ist. Weiterhin sollte Robert sich darüber im Klaren sein, daß nicht die böse westliche Welt das Problem darstellt, dort sind nämlich Bevölkerungszuwachs, Umweltverschmutzung, Arbeitssicherheit etc. ziemlich gut beherrscht. Die Entwicklungsländer, namentlich in Afrika, haben überbordende Kinderraten, kaputte Umwelt und die schlechtesten Bedingungen des Lebens, denen der Berufsaltruist Habeck so gerne helfen würde. Das geht aber nicht durch die große Transformation der Eigentumsverhältnisse, so wie Merkel, Schellnhuber und andere Traumtänzer sich das vorstellen, sondern nur über Hilfe zur Selbsthilfe. Allem voran die Bereitstellung von bezahlbarer Energie, die sicher dauerhaft zur Verfügung steht, und die kann dann halt nicht aus Wind & Sonne stammen. Weiterhin sollte die Politik den Diktatoren das Geld streichen, auf Null! Das geht an die Adresse des hypertrophen Gerd Müller, der allen Ernstes glaubt, er wisse von jedem € Entwicklungshilfe wohin er gehe und auch ankomme. Allein diese Aussage müßte Merkel genügen, ihn sofort aus dem Amt zu entfernen. Wenn dies mit Afrika passieren würde, würden sich viele heutige Probleme von selbst lösen,- es gibt Beispiele dafür (siehe Beiträge Seitz auf AchGut).
    Das Groteske an der gegenwärtigen politischen Konstellation ist, daß die „Populismus“-Schreier durchgängig selbst die übelsten Populisten sind, besteht ihre „Realität“ doch nur aus linksgrünen Tagträumereien und Faktenverweigerungskultur.

    • „Wachstum ökonomisch nicht zwangsläufig „mehr“ bedeutet“
      – Mag ja sein. In der Regel aber doch. Und das ist gut so! Wir haben bald 9 Milliarden Menschen, wir brauchen einen nuklearen Abwehrschild gegen Kometeneinschläge, wir sollten andere Planeten und Monde besiedeln….dafür braucht man Wachstum, und zwar um ein Vielfaches!
      Mit Schrumpfung, und das wollen die Grün*innen, wäre etliches nicht mehr finanzierbar, was Linke gut finden. Posten für Gleichsteller*innen und Genderforscher*innen, Filme streamen, Naturschutz, Weltreisen, Volksmobilität, Massenimmigration von Ungebildeten, Schnulli studieren,….

      • Die 9 Milliarden machen mir mehr Angst, als ein eventueller Kometeneinschlag veritabler Größe. Der „Kometeneinschlag“ im Doppelpack, Habeck/Baerbock reicht eigentlich schon, dass die Umweltzerstörung ähnliche Ausmaße anzunehmen droht, wie solch ein kosmischer Supergau.

        • „Die 9 Milliarden machen mir mehr Angst“
          – Ja, vor allem, weil die atavistischen Gesellschaften, die ihren Überschuß gar nicht ernähren können, sich rasend schnell vermehren und uns dann ihre überzähligen hungrigen und häufig religiösen Jungmänner schicken. Sobald ein Land in gutem Fahrwasser ist, bilden sich die Frauen und dampfen ihre Fortpflanzung ein. Paradox: Die erfolgreichen Nationen schrumpfen dadurch; die gescheiterten explodieren.
          Ein Superkomet, der statistisch überfällig ist, würde allerdings die Atmosphäre derart lange einstauben, daß die meisten Pflanzen draufgingen. Es ist für EIKEleser klar, was das bedeutet. Wie damals bei den Sauriern würden nur Tiere überleben können, die sich von „Konserven“ wie Samen und Wurzeln ernähren können. Von 8 Mrd. Menschen blieben ein paar Dutzend Millionen übrig.

      • Lieber Herr Göhring,

        ich stimme i.a. Ihren Kommentaren zu, das jedoch: „… wir sollten andere Planeten und Monde besiedeln…“ ist kein bisschen besser, als grüne Traumtänzerei. Von allen psychischen, physischen Problemen mal abgesehen,
        wer will das bezahlen? Nun ja, wenn man die jährlichen weltweiten Rüstungsausgaben dafür verwenden würde (ist leider ebenfalls Traumtänzerei)… Allerdings sind nicht alle Probleme mit Geld lösbar.

        • „wer will das bezahlen? “
          – Kapitalistische Betriebe wie Weyland-Yutani. In dem Dokumentarfilm „Alien“ sehr schön beschrieben. Die derzeitige Technik läßt nur staatlich finanzierte Forschung zu, aber in einigen Jahrzehnten/hunderten wird zB. Astrobergbau eine lohnende Branche sein. Im Gegensatz zu grüner Spinnerei, die ihre Hirngespinste mit aktueller Technik „Realität“ werden lassen will, ist mein Gedanke (der nicht meiner ist) zukunfts-realistisch.

    • „Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik : „von Nichts kommt Nichts“,“
      Ich denke, der Satz „von Nichts kommt Nichts“ paßt eher zum 1.HS. der Thermodynamik.
      Der 2. HS. besagt, daß von etwas (*Innere Energie) nicht immer etwas (eine Arbeit) kommen soll. Z.B. kann man/frau/div nicht allein aus der Wärmeenergie im Ozean (das 1. „etwas“) eine Arbeit verrichten, z.B. ein Schiff antreiben(das 2. „etwas“).
      Zum Begriff Entropie, der eng mit dem 2. HS. verknüpft ist, ein Video des Experten für alles Harald Lesch:
      https://www.youtube.com/watch?v=KvnUGjYJ8I8
      Ich empfehle die Kommentare zu lesen, speziell meine.

    • Ich würde diesem Traumtänzer als Entwicklungshelfer nach Afrika schicken und als Referenz „Politiker“ anführen. Die werden sich um ihn nur so reißen und wir wären ihn los. Was natürlich auch mit anderen Protagonisten sofort möglich wäre. Als Anreiz sollten die Entfernungszulage und das Taggeld angeführt werden.

    • VIER HUNDERT MILLIONEN verballert allein die WELT-Hunger-HILFE pro Jahr – komischerweise haben die auch genau 400 „hauptamtliche“ MIT-„Arbeiter“ – hatte SIE in IHREM Programm nach „GEBURTEN-Regelung“ gefragt – war quasi ein „FREMD-Wort“ sie – 1994 hatte es eine 1. „Bevölkerungs-Konferenz“ in KAIRO gegeben – die ZWEITE fand letztes Jahr statt (nach 25 Jahren) – in DER SPIEGEL (Nr.10/1993) lautete ein Titel : „In jeder Sekunde drei Menschen mehr“ (googeln) 😉

  7. War zu erwarten, dass jetzt beide Krisen vereinigt werden . Nur glauben Sie, dass die eingeblendeten Kommentare von F4F-Jugend stammt ? Ich tippe mal eher von deren Eltern .

    • FFFler sind ja meist Mädchen vom Gymnasium. Schätze, die Kommentare kommen von Jungs unterschiedlicher Schularten.

  8. Autsch! EIKE sollte es eigentlich besser wissen: seit wann VERBRAUCHT das Internet CO2. Es benötigt Strom, keine Fage, aber wenn Strom CO2 VERBRAUCHCHEN würde, dann müssten wir ja auf Teufel komm raus Strom verbrauche und der Drops wäre gelutscht…

    • Herr Heidsick, da kann Eike nix für, wenn die Blagen zitiert werden kommt sowas schon mal raus…

      Was mich eher interessiert: Wen oder was will diese strunzdumme Trällertussi eigentlich bestreiken?

    • @ Heidsieck: Mist, Sie haben mich erwischt. Ich gebs zu, ich hab, getarnt mit schlechter Rächtschreipunkg und sachlich ungenauer Sprache, bei Lena kommentiert.

      • Alles gut! Mir ist es nur aufgefallen, weil ich
        a.) zeigen wollte, dass ich den Beitrag gelesen haben und
        b.) jedes Mal Schnappatmung bekommen, wenn z.B unsere Umweltministerin oder unser Finanzminister davon spricht, dass bestimmte Autos höher besteuert werden müssen, weil sie mehr CO2 VERBRAUCHEN…
        Aber was wollen wir von einer Regierung schon an Präzision erwarten, die auf Basis von Schätzungen die größte Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik billigend in Kauf nimmt und dann verkündet, beim Wiederaufbau (!) die Klimaziele im Blick zu behalten…

        • Ich kenne einen Sozialisten, der ernsthaft fragte, ob es nicht sinnvoll sei, den Klimarettungsmist zu machen, weil es ja vielleicht stimmen könnte. Wenn es Quatsch ist, wäre halt ein bißchen was verschwendet worden, aber wenn es stimme, wäre man sicher gefahren.

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