Diesel weg, Feinstaub futsch – dennoch hohe Messwerte

DUH Chef Jürgen Resch, Bild Screenshot BR (ARD) Sendung vom 6.3.17

von Holger Douglas
Ene mene muh und raus bist DUH

Aus Oldenburg kommt die Nachricht, dass es dort keine Diesel-Fahrverbote geben wird. Die DUH habe erklärt, dass ihre Klage »aufgrund nachträglich eingetretener Umstände nicht mehr begründet« sei, teilte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg der Stadt Oldenburg mit.

Die Verblüffung über das unfreiwillige »Corona-Groß-Experiment« hält immer noch an. Auf unseren Straßen fahren deutlich weniger Autos als vor dem »Shutdown«, dennoch sinken die Luftschadstoffwerte in vielen Städten nicht.

Die sollten eigentlich drastisch gesunken sein, wenn man davon ausgeht, was uns NGOs wie der Abmahnverein Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) und Umwelt- und Verkehrsminister jahrelang erzählten: Der Verkehr sei an der Luftverschmutzung schuld, vor allem der Diesel, der daher weg müsse.

Damit begründeten auch die verschiedenen Verwaltungsrichter ihre Verdikte in den vielen Verfahren, die die DUH vom Zaun gebrochen hat.

Doch jetzt ist der Diesel weg – dennoch zeigen die Messstationen immer noch hohe schwankende Werte. Eigentlich müsste Stuttgart fast einem Luftkurort gleichen, wenn man den Erzählungen über den Anteil der Autos glaubt. Insbesondere die Dieselmotoren sollen für 80 Prozent der Luftschadstoffe verantwortlich sein. TEberichtete.

Der deutlich geringere Verkehr müsste sich also deutlich stärker bemerkbar machen. Das tut er offenkundig nicht. Die verschiedenen Schadstoffe in der Luft hängen von sehr vielen verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel Wetterlagen und auch Heizungen ab.

Die Autos selbst sind seit mehr als zehn Jahren nach immer weiter verschärften Emissionswerten deutlich sauberer geworden. Aufwendige und teure Abgasreinigungsanlagen unter den Wagenböden sorgen dafür, dass kaum noch Stickoxide oder wie beim Diesel praktisch keine Rußpartikel mehr aus dem Auspuff kommen. Ein Diesel ohne Filter lässt übrigens in eineinhalb Stunden die Menge an Feinstaub heraus, wie sie beim Rauchen einer Zigarette entsteht.

Doch die Grenzwerte wurden schneller nach unten verschoben, als die Autos sauberer werden konnten. Effekt: Die Luft wurde zwar immer sauberer, der Eindruck allerdings, sie werde immer gefährlicher, aber immer größer. Über Normen kann man Technologien beeinflussen, zerstören oder in den Himmel heben.

Vom Tisch ist seit diesem Monat die merkwürdigste Regelung der baden-württembergischen Landeshauptstadt: der Feinstaubalarm. Damit erregte die Stadt Stuttgart im Januar 2016 Aufsehen. Sobald der Deutsche Wetterdienst für mindestens zwei aufeinanderfolgende Tage ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre vorausgesagt hatte, wurde zum Feinstaubalarm geblasen. An sämtlichen Autobahnschildern leuchteten Feinstaubalarm-Hinweise auf verbunden mit der Bitte, Bus, Bahn oder das Fahrrad zu benutzen.

An diesem Mittwoch, 15. April, endet die »aktuelle Periode«, wie die Landeshauptstadt verkündet. Diese ‚fünfte Jahreszeit‘ soll nicht weiter fortgesetzt werden, nachdem seit zwei Jahren diese Grenzwerte eingehalten wurden. Für Verwirrung dürften allerdings jetzt wieder die Bäume im Stadtgebiet sorgen. Die produzieren in jedem Frühjahr solch gewaltige Mengen an Blütenstaub, dass die Messinstrumente höchste Alarmstufe anzeigen.

Feinstaubalarm müsste allerdings nach wie vor in den U- und S-Bahnen ausgerufen werden. Denn den meisten Feinstaub erzeugt der Schienenverkehr. Wenn die stählernen Räder auf den Eisenschienen kräftig bremsen, wirkt das wie eine Feinstaubmühle. Der Abrieb ist beträchtlich und in den U-Bahnen sammelt der sich zu relativ hohen Werten an.

Bahn und Bus erweisen sich zu Zeiten gefährlicher Virenerkrankungen weiterhin als höchst problematisches Verkehrsmittel. Stehen doch hier die Fahrgäste auf engem Raum beisammen – ideale Bedingungen für das Verbreiten kritischer Viren. Dennoch wollen Verkehrsminister wie Winfried Hermann (Grüne, Baden-Württemberg) und Hendrik Wüst (CDU, NRW) eine stärkere Unterstützung für den öffentlichen Nahverkehr. Aufgrund der Corona-Krise seien im März 80 Prozent weniger Fahrgäste unterwegs gewesen, erklärten sie, die aus Angst vor einer Infektion Busse und Bahnen vermeiden. Pro Monat fällt damit ein großer Teil der Einnahmen durch den Verkauf von Fahrkarten in Höhe von rund einer Milliarde Euro weg.

DUH-Chef, Vielflieger Jürgen Resch, der mit seinen Allmachtsfantasien am liebsten ein generelles Fahrverbot durchsetzen wollte, reagierte jetzt bemerkenswert schwach auf die erstaunlichen Ergebnisse des unfreiwilligen Coronaexperimentes. »Für den Faktor Wetter ist der liebe Gott verantwortlich, aber für den menschengemachten Faktor sind wir verantwortlich,« erklärte Resch gegenüber der Welt. »Es verwundere ihn nicht, dass ‚die Stickstoffdioxid-Leugner‘ die Kurven nun so interpretieren wollten, dass der Verkehr einen geringen oder gar keinen Einfluss auf die Schadstoffwerte hätten. ‚Die Diskussion ist völlig absurd‘, sagte Resch. ‚Dass wir so wenige Corona-Tote haben, liegt auch an unserer guten Luft im Vergleich mit der Lombardei.‘«

Währenddessen kommt aus Oldenburg die Nachricht, dass es dort keine Dieselfahrverbote geben wird. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) habe erklärt, dass ihre Klage »aufgrund nachträglich eingetretener Umstände nicht mehr begründet« sei, teilte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg der Stadt Oldenburg mit.

Bei der Messstation in Oldenburg handelt es sich übrigens um jene Station am Heiligengeistwall, die sich mit merkwürdigen Werten während eines Marathonlaufeshervortat. Am 23. Oktober 2018 war die Innenstadt gesperrt, Hunderte von Läufern zogen vorbei. Die Messstation, die unmittelbar am Straßenrand steht, registrierte einen relativ hohen Mittelwert von 37 µg/m3 mit Spitzen bis zu 54 µg/m3. »Dicke Luft« also auch ohne Autos.

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16 Kommentare

  1. Der „beansprucht“ konstant nur 15 % des Grenzwertes und würde auch noch nach der neuen Verordnung für Neuanlagen problemlos „durchgehen“.
    Aus meiner Ölheizung kommt nichts, zumindest nichts, was sich messen ließe. Sie können so lange „Ruß ziehen“ bis Ihnen die Arme abfallen, die Messfilter bleiben weiß, also null. Alle Messwerte sind bestens, immer mit einem Abgasverlust zwischen 5 % und 7 %. Es wäre ein Wahnsinn, so etwas abzuschaffen.

    „Also auch hier die Kirche im Dorf lassen.“
    Da haben Sie schon recht.
    Nur, wenn Ölheizungen abgeschafft werden sollen und das müssen sie, dann gilt dieses erst recht für Pellets, gilt es aber nicht. Dieser ganze Unfug führt in der Konsequenz zur Abschaffung der Menschen, dann wären die wahnsinnigen Ziele erreicht.

    Wir sollten nicht unsere Freiheit einschränken, sondern sie erweitern, ohne den Mitmenschen Schaden zuzufügen. Fast alle Verordnungen dienen wenigen sich die Taschen zu füllen, ohne einen Nutzen für die Allgemeinheit.
    Den deutschen gefallen Regeln, wenn sie das Gefühl haben, es träfe nur die anderen. Sie sind nur so dumm und merken nicht, dass es jeden trifft. Schadenfreude und der Drang andere zu schädigen stehen offensichtlich an erster Stelle.

    • Sie haben ja im Grunde so recht!

      Ich hatte bis 2007 einen Viessmann-Öler als Wärmeerzeuger. In dieser Zeit gingen die Ölpreise durch die Decke und unser Heizie machte den Vorschlag, auf Wärmepumpe umzustellen als Teilnehmer eines Feldtests von Fraunhofer. Die Entscheidungsfrist war wg. Fraunhofer recht kurz, meine Firma im Aufbau und somit wenig Zeit für Recherche. Die WP kam, die Fraunhofer-Meßtechnik wurde installiert und ging im Aug. 2007 in Betrieb. Schon nach ca. 3 Wochen im Sommer war klar, WP ist sch….. Wir haben dann 2 Jahre für Fraunhofer durchgehalten, gefroren haben wir nie, nur die WW-Bereitung war sehr problematisch; die Jahresarbeitszahl lag nach zwei Jahren bei Fraunhofer-amtlichen 2,0.

      Dem Heizie habe ich etwas anwaltlich „nachgeholfen“, damit er die WP zurückgenommen hat, wir haben noch ein Jahr das Rest-Öl alle gemacht und der Heizie hat als Ersatz einen Pelleter installiert (Geld zurück wollte er nicht machen…, der alte Öler steht jetzt wahrscheinlich irgendwo in Rumänien), den ICH ausgesucht habe. 2010 waren die Ölpreise immer noch ziemlich oben, auch deshalb die Entscheidung für einen Pelleter. Gegenüber Öl sind die Pellets-Preise sehr berechenbar und die kWh-Preise immer unter dem Öl. Bei den „Nebenkosten“ wie Schorni, Tank-TÜV, Stromkosten usw. kann man sich streiten, aber einen Tod muß man dabei immer irgendwie sterben. Daß ich „nebenbei“ einen „grünen“ Wärmerzeuger habe, hat unsere Entscheidung nicht beeinflusst.

      • Und dass das eine immense Dreckschleuder ist hat Sie auch nicht beeinflusst.
        Und Grün ist das nur dem Namen nach, denn klimaneutral geht anders, da sind Pellets meilenweit von entfernt.

  2. Diesen Rückzug der DUH werte ich als Beweis, dass diese Organisation nicht aus eigenem Antrieb handelt. Entspricht das doch so gar nicht deren offiziellem Geschäftsinteresse. Folglich ist man angewiesen worden.

  3. Wenn die Grünlinge nur in ihren eigenen Daten nachschauten, dann sähen sie sofort, wie sehr sie Unsinn reden.

    z.B. typische Werte für Feinstaub PM10; vergleichbare Werte findet man in anderen Städten auch: Nur ein Beispiel an einer verkehrsreichen Straße in der Berliner Innenstadt, 2009.

    Quellen außerhalb Berlins: 64.4%
    Kfz Abrieb/Aufwirbelung: 14.9%
    Kfz Auspuff: 4.1%
    Kfz städtischer Hintergrund: 7.5%
    Sonstiger Verkehr: 0,3%
    Heizung und Kleingewerbe: 1.3%
    Industrie: 0.3%
    Sonstige Quellen: 7.4%

    Man sollte nach diesen Zahlen als erstes die Quellen außerhalb Berlins bekämpfen, also alle Wälder abholzen. Und wie soll bei 4.1% aus allen Kfz-Auspuffen sich durch ein Dieselverbot überhaupt etwas ändern?

    Die Grünen haben mit ihrem Verbandsklagerecht sich eine Möglichkeit geschaffen, die Leute zu piesacken. Vielleicht sollte man den Spieß umdrehen und einen Alternativ-DHU-Verband gründen, der gegen die DHU-Klagen klagt und wissenschaftlich vernünftige Grenzwerte einfordert.

    Wie Du mir, so ich Dir.

    MfG

    G.Wedekind

    • Bei einem Gegen-DUH – Verein wäre ich sofort dabei, allerdings bin ich Ing. und Techniker und kein Winkeladvokat, aber wir haben ja hier den Justus Lex, den ich hiermit nach seiner Bereitschaft frage, da mitzumachen.

  4. Lügner lassen sich immer neue Lügen einfallen. Wenn der IQ nicht reicht, fliegen sie irgendwann aber unwiderruflich auf. Die DUH ist schon längst aufgeflogen und hält sich nur wegen der links-grünen „Schmierfinken“ weiter auf der „guten Seite“.

  5. „Für den Faktor Wetter ist der liebe Gott verantwortlich“
    Hier sehe ich schon die Rückzugslinie für Rahmstorf & Co, wenn die Temperaturen auf Dauer nicht so mitspielen wie von den Klima-Alarmisten herbeigesehnt…
    Vorerst kämpfen Klima- und Ökospinner unverdrossen weiter gegen das Auto, indem sie CO2 unisono zum Schadgas erklären. Ich glaube, diese Leute nehmen sich den erstbesten Strick, wenn sich schließlich auch der Klima-Irrsinn vorhersehbar in Luft auflöst!

    • „Ich glaube, diese Leute nehmen sich den erstbesten Strick, wenn sich schließlich auch der Klima-Irrsinn vorhersehbar in Luft auflöst!“

      Ich würde dann möglicherweise denken: „Ein paar Idioten weniger“, aber das sind nur Gedanken. Nachweinen würde ich ganz sicher niemandem dieser Typen und Typinnen.

    • Die nehmen den Strick nur, um auf einen nächsten Ast zu schwingen. Personen, welche derartige Abzockmethoden anwenden suchen doch nur nach neuen „Einnahmequellen“. Das betrifft auch Grüninnen und ihre Artgenossen. Bin schon gespannt, was als nächstes aus dem „Schutzhut“ gezaubert wird. Bei all dem Geschwafel von Freiheit frage ich mich seit vielen Jahren, welcher Einfallsreichtum speziell linker Parteisoldaten noch so „schützend“ über uns ausgebreitet wird. Ich denke, daß Dummheit eine Grundvoraussetzung ist, um uns vorzuschreiben was wir alles erdulden müssen; zu unserem Schutz. Intelligente Menschen wissen das selbst. Warum muß ich jetzt eigentlich an das deutsche Neubildungssystem denken?

    • Herr Dr. Ulrich,
      das sehe ich nicht so. Die werden dann bestimmt sagen: „Seht unsere Anstrengungen dem Klimawandel Einhalt zu bieten haben sich ausgezahlt“.

    • @ Krishna Gans:
      Eher Pelletheizungen.
      Diese werden nach wie vor durch die Regierung subventioniert.
      Beim Austausch einer Ölheizung durch eine Pelletheizung fördert der Staat bis zu 45%.
      Das der Feinstoffausstoß einer Pelletheizung bis zum Faktor 1000 über einer modernen Ölheizung liegt, danach fragt niemand.

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