ATLANTROPA, EINE EUROPÄISCHE LÖSUNG

Staudamm Symbolbild Bild Erich Westendarp / pixelio.de

von Dr. Hans Hofmann-Reinecke
Wasserkraft, eine saubere, nachhaltige und zuverlässige Quelle für Elektrizität, spielt in Deutschland eine untergeordnete Rolle, mit gerade mal 3 % Anteil am Energiemix. Es heißt, die Geographie des Landes würde nicht mehr hergeben. Lassen Sie uns das hinterfragen und Vergleiche mit anderen Ländern anstellen. Letztlich werden wir erkennen, dass ein vor genau hundert Jahren vorgeschlagenes Projekt die Lösung für heute sein könnte.

Wasser marsch

Der Wasserkreislauf ist eine unerschöpfliche Energiequelle. Über dem Meer verdunstet das Wasser, steigt auf und bildet Wolken, die dann gerne einen Landausflug machen und ihre Last über Berg und Tal abregnen. Da bilden sich dann Rinnsale, Bäche und Ströme, deren Rauschen uns verrät, wie viel Energie hier transportiert wird.

Bei einem Höhenunterschied von 10 Metern und 1 Liter Wasser pro Sekunde werden da 100 Watt freigesetzt, die wir teilweise in Strom verwandeln könnten. Multiplizieren Sie das mit einer Million, und wir haben einen richtigen Fluss und ein richtiges Kraftwerk mit 100 Megawatt. Aber woher kommen die 10 Meter Höhenunterschied? Die Flüsse kommen doch ganz flach daher.

Dazu müssen wir einen Damm bauen und das Wasser aufstauen. Der Rhein wäre ein Kandidat dafür. 1000 km lang mit 1 km Höhenunterschied von der Quelle bis zur Mündung. Man könnte ein Wasserkraftwerk mit Staudamm in Düsseldorf bauen und den Rhein 100 m hoch aufstauen. Stromaufwärts würde der Fluss dann etwas über die Ufer treten und die Landschaft verändern. Bei seiner Neigung von 1 : 1000 würden auf eine Länge von rund 10o km, vielleicht bis Koblenz, Städte und Ländereien unter Wasser gesetzt. Von Bonn sähe man dann gar nichts mehr, von Köln würden noch die Turmspitzen aus dem Wasser ragen und über der Domplatte würden die Rheintöchter ihre Schwimmkünste zeigen.

Bei aller Begeisterung für saubere Energie wäre dieses Projekt schwer durchsetzbar. Wie hat man das in anderen Ländern gemacht? Nehmen wir zum Beispiel Mozambique, da war das kein Problem. Dort hat man den Sambesi auf einer Länge von gut 200 km aufgestaut, das ist jetzt der Lake Cahora Bassa. Am Ende steht eine 150 m hohe Staumauer mit einem Kraftwerk, das 2 Gigawatt liefert. Der Flussgott namens Nyami Nyami, mit dem Kopf eines Fisches und dem Leib einer Schlange, hat das alles über sich ergehen lassen müssen, und ebenso die ufernahe Bevölkerung, die umgesiedelt wurde.

 

Champions der Wasserkraft

Manchmal auch kommt das Gelände uns entgegen und liefert einen natürlichen Höhenunterschied in Form einer gewaltigen Stufe stromabwärts. Dann kommt man ohne große Stauseen aus.

Falls Sie vorhaben, demnächst nach Südamerika zu reisen, habe ich einen Tipp: Besuchen Sie die Wasserfälle des Iguazu. Sie liegen, wie so manch andere Fälle, an einem Dreiländereck: Argentinien, Brasilien, Paraguay. Sie werden ein unvergessliches Naturschauspiel erleben, bereichert durch die tropische Umgebung mit den größten Schmetterlingen, die Sie jemals in nüchternem Zustand gesehen haben.

Nicht weit von den Wasserfällen stoßen Sie auf einen anderen Superlativ: das Wasserkraftwerk Itaipu. Es ist eines der größten seiner Art auf diesem Planeten. Seine elektrische Leistung entspricht der von einem Dutzend Kernkraftwerken: 14 Gigawatt. Paraguay wird fast ausschließlich durch dieses Kraftwerk mit Strom versorgt, was es zum grünsten Land der Erde macht, obwohl das kaum jemals erwähnt wird.

Seit 2012 wird Itaipu übertroffen vom Drei-Schluchten-Damm in China, der 22 GW zu bieten hat, sofern der Yangtse genügend Wasser liefert. Wenn er jedoch mehr liefert, als das Kraftwerk schlucken kann, so wird das überschüssige Nass an den Turbinen vorbei durch einen Überlauf die knapp zweihundert Meter nach unten geleitet. Das sind ganz eindrucksvolle Rutschen, künstliche Wasserfälle sozusagen, über die mehr als 100.000 Kubikmeter pro Sekunde rauschen können. Damit könnte man 40 olympische Swimmingpools füllen – pro Sekunde.

Endlich eine europäische Lösung

Südamerika, Afrika, Asien – überall klappt das mit der Wasserkraft, warum nicht bei uns? Warum bauen wir nicht so etwas? Wo bleibt die europäische Lösung?

Ein Staudamm à la Drei-Schluchten-Damm würde recht gut in die Straße von Gibraltar passen und er würde das Mittelmeer vom Atlantik abtrennen. Was würde passieren? Der Wasserspiegel im Mittelmeer würde anfangen zu sinken, weil mehr verdunstet, als Rhone und Nil nachliefern können. Man hat geschätzt, dass er jährlich um einen halben Meter fallen würde. Wenn wir 500 Jahre warten, dann haben wir 250 Meter Höhendifferenz am Damm von Gibraltar: draußen, am Atlantik wäre der Meeresspiegel einen viertel Kilometer höher als drinnen.

Das Mittelmeer hat eine Fläche von rund 2 Millionen Quadratkilometern, d. h., pro Jahr verdunsten rund 1012 Kubikmeter, sofern das mit dem halben Meter jährlicher Absenkung stimmt. Wenn man dieses Volumen an Wasser aus dem Atlantik nachfließen lässt und das Gefälle zum Antrieb von Turbinen und Generatoren benutzt, dann könnte man rund 70 Gigawatt erzeugen, genug um Deutschland total grün und total nachhaltig zu machen – ein zweites Paraguay.

Man müsste sich bei diesem Projekt überlegen, ob man das Schwarze Meer auch trockenlegt oder ob man am Bosporus einen Damm errichtet, vielleicht mit Minaretten und hübschen Mosaiken, damit er ins Stadtbild passt. Der Suezkanal allerdings hätte dann keine so rechte Funktion mehr, weil die Höhendifferenz von 250m zum Mittelmeer für Schiffe schwer zu überwinden wäre.

Natürlich würde sich landschaftlich und städtebaulich einiges ändern: Die jetzigen Hafenstädte des Mittelmeeres lägen auf dem Trockenen, viele Kilometer vom Wasser entfernt. Es würden zwar neue Küsten geschaffen, aber ich bezweifle, dass die Architekten von heute dort noch einmal so anmutige Orte wie Neapel, Barcelona oder Venedig hinbekämen. Schade wäre es auch um die schönen griechischen Inseln, die ohne Wasser viel von ihrem Charme einbüßen müssten.

Und dann wäre da noch die Bedrohung des neuen Mittelmeerraumes durch einen Bruch des Damms von Gibraltar. Das wäre dann die Mutter aller Tsunamis, das Ende der neu geschaffenen Küstenregionen.

 

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Die Idee stammt übrigens von dem deutschen Architekten Hermann Sörgel, der diese 1920 entworfen und anschließend weiterverfolgt hatte. Das Projekt ging unter dem Namen Atlantropa in die Geschichte ein. Es kam aber, wie Sie vielleicht mitgekriegt haben, nicht zu seiner Umsetzung – bisher jedenfalls.

Das könnte sich jetzt aber ändern. Ein Jahrhundert nach Entstehung der Idee ist man weniger zimperlich hinsichtlich Kollateralschäden an Mensch und Natur. Man opfert Wald, Vögel und Lebensqualität unbarmherzig auf dem Altar der Nachhaltigkeit. Wo die Energiewende hintritt, wo die Windkraft marschiert, da gibt es kein Halten und kein Erbarmen. Wenn 100 % Karbonfreiheit für Deutschland endlich in greifbarer Nähe ist, dann müssen alle bereit sein Opfer zu bringen. „Atlantropa, wir kommen!“

Und noch etwas: Endlich könnten Flüchtlinge trockenen Fußes von Nordafrika nach Europa gelangen: Entweder über die Krone des 20-km-Damms von Marokko nach Gibraltar oder, falls die Briten da Probleme machen, über den szenischen Fußweg Tripoli, Lampedusa, Palermo.

Vielleicht wenden Sie jetzt ein, dass in 500 Jahren, wenn alles fertig sein wird, die politischen Gegebenheiten in Europa sich geändert haben könnten und dass es zu Widerständen gegen das Projekt kommt. Mag sein; aber eines ist sicher: Deutschland wird noch die selbe Kanzlerin haben und sie wird dafür sorgen, dass wir auch das schaffen.

 

Der Artikel erschien zuerst in www.think-again.org und im Buch Grün und Dumm https://think-again.org/product/grun-und-dumm/

 

 

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20 Kommentare

  1. Ich habe mich mit diesem Gedanken auch schon mal beschäftigt. Damals bin ich vom Primärenergieverbrauch des Jahres 2017 ausgegangen, hier meine/unsere Zeilen: Hier haben wir auch etwas geschummelt. Wir haben uns die bisherige Jahresbestleistung des größten Staudamms der Welt des 3-Schluchten Staudamms in China genommen und haben uns gefragt, wie viele solcher Staudämme wir brauchen würden, um das vorgegeben Ziel zu erreichen. Um die Vorstellungskraft nicht zu sehr zu strapazieren, haben wir als Hilfsgröße den Bodensee genommen.

    Wir bräuchten die 20- fache Produktion des Bestjahres des 3-Schluchten Damms in China. Die Umrechnung über das Fassungsvolumen ergab, dass wir einen Stausee der 16-fachen Größe des Bodensees brauchen würden. Mit einer Fläche von 8.686 km2, dies entspricht etwa 50% der Fläche von Thüringen.

    Wir haben dann noch geschaut, ob es in Deutschland so viele Niederschläge gibt, um einen solchen See zu füllen. Bei einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 750 Liter/m2/a ergibt sich, dass es 2,9 Jahre brauchen würde, um einen solchen See zu füllen, wenn man alle Niederschläge, die in Deutschland niedergehen nur diesem See zuführen würde. Also kein Wasser für Mensch und Tier oder die Landwirtschaft.Auf mögliche Verdampfungsverluste haben wir verzichtet.

  2. „Ein Staudamm à la Drei-Schluchten-Damm würde recht gut in die Straße von Gibraltar passen und er würde das Mittelmeer vom Atlantik abtrennen.“ Um Gottes Willen NEIN. Der Drei-Schluchten-Damm in China könnte den Chinesen noch zum Verhängnis werden. Wenn man Satellitenbilder von 2009 und 2018 vergleicht, kann man sehr gut erkennen, wie sich die Staumauer verformt hat. Sieht lustig aus, was aber nicht lustig ist.

    • Krass!!!! Habe ich gerade ergoogelt- der Wahnsinn!!! Auch Stahlbeton kann ne Menge Biegung ab, aber müssen sich die Chinesen sich alsbald mächtig was einfallen lassen müßen

    • Einen xxxxxxxx Kommentar habe ich schon lange nicht mehr gelesen! Das was man auf GoogleEarth z.B. sieht, sind Aufnahmeartefakte, die nichts, aber auch gar nichts mit irgendwelchen Deformationen des Dammes zu tun haben. Kleinere Deformationen sind bei Dämmen völlig normal und werden ständig kontrolliert, aber es ist völlig ausgeschlossen, dass man solche Deformationen in einem Satellitenbild erkennt.

      • Habe heute wieder was dazugelernt, die Aufnahmeartefakte waren mir nicht geläufig. Aber was noch berücksichtigt werden sollte ist die Tatsache (laut Google), dass der Damm für den Tourismus gesperrt wurde. Auch die bauliche Endabnahme erfolgte angeblich noch nicht. Und eine Aussage muss man differenziert betrachten: „Kleinere Deformationen sind bei Dämmen völlig normal und werden ständig kontrolliert, aber es ist völlig ausgeschlossen, dass man solche Deformationen in einem Satellitenbild erkennt.“ Wenn die Deformationen im einstelligen cm-Bereich liegen, einverstanden. Sollte sich aber eine Deformation von ca. 10 bis 20 cm ausbilden, welche ich mir bei dem Bauwerk vorstellen kann, ist diese sehr wohl im Satellitenbild erkennbar. Diese Satellitenbilder sind zwar nicht kommerziell zu kaufen, aber die Militärs haben diese!

  3. „Deutschland wird noch die selbe Kanzlerin haben und sie wird dafür sorgen, dass wir auch das schaffen.“
    Der einzige realistische Satz in dieser „Vision“. In den 1920er Jahren und davor war das wohl nicht die einzige absurde Idee, wie am deutschen Wesen die Welt genesen sollte, andere hat man dann tatsächlich versucht in die Tat umzusetzen, der Rest ist „Gechichte“.
    Geht aber sowieso nicht, weil man festgestellt hat, dass die Schulkids zum großen Teil alle wasserscheu sind, sprich weder richtig Schwimmen noch Radfahren können, ohne Helm schon gar nicht, sogar auf dem Tretroller, sicher ist sicher. Ein aufrüttelnder Bericht im „Gutmenschen“ Radio des WDR. Wie kommt das nur, wie kommt das nur? Was diese Journaillien dabei verschwiegen haben, dass ein Großteil dieser Kids Eltern haben, ursprünglich Gäste, die inzwischen zu „Dauergästen“ geworden sind dank der „ewigen Kanzlerin“, und in deren Kultur sowas wie „Schwimmen können“ nahezu unbekannt ist. Warum auch, bei den Dürresommern in den letzten 2 Jahren? Und die offenen Stellen im Nordpolarmeer sind auch schon wieder zugefroren, wie ich neulich hier lesen durfte…;-)

  4. Wilhelm Busch schrieb:“Zu schönen Frauen soll man fein, doch niemals nicht ironisch sein.“

    Der Satz ist angesichts der cleveren Damen der Gegenwart nicht mehr zeitgemäß, aber für die GRÜNEN trifft er leicht modifiziert genau zu: Zu dummen GRÜNEN kannst gemein, doch niemals nicht ironisch sein.“

    Ich weise vorsorglich darauf hin, dass es sicher etliche GRÜNE gibt, die wie üblich nicht genau lesen und erfassen und die Idee des Herrn Sörgel ganz wunderbar finden weil CO2 frei und nicht gefährlich so wie die AKW und bald Fördergelder für die Entwicklung fordern, nicht bemerkend das es sich um eine Ironie handelt.

    Also zu den Fakten der Wasserkraft. Sie ist mit Abstand die gefährlichste Form der Energieerzeugung vor dem Hintergrund der Todesfälle durch Wasserkraftwerke in den letzten 60 Jahren.

    Todesopfer durch Wasserkraftunfälle seit 1959:

    1959 Malpasset, Frankreich 422

    1963. Longarone, Italien. 2 500

    1975 Huai, China. 230 000

    1979. Machhu, Indien. 15 000

    2009. Sajano, Russland. 64

    Quelle: FAZ 17. August 2009 u.v.A.

    Bemerkenswertt ist der Unfall in Russland 2009 mit 64 Opfern. Dabei handelt es sich nicht wie bei den anderen Unfällen um einen Dammbruch sondern die „Explosion“ einer Turbine durch Unwucht verursacht. Das war damals den Medien eine Meldung in der Größe einer Streichholzschachtel wert im hinteren Teil der Zeitung. Wenn es die 64 Toten bei einem Unfall in einem AKW gegeben hätte, wären für mindestens eine Woche Headline auf der ersten Seite gewesen und Merkel hätte schon damals den Ausstieg befohlen.

  5. „Man könnte ein Wasserkraftwerk mit Staudamm in Düsseldorf bauen und den Rhein 100 m hoch aufstauen.“

    Den Rhein bei Düsseldorf 100 m hoch aufstauen bringt im Jahr nur ca. 15TWh Strom.
    Die 15TWh kann man auch von ca. 75km² Solarmodulen bekommen im Jahr.
    Der Tagebau Hambach hat eine genehmigte Abbaufläche von ca. 85km².
    https://www.hambacherforst.com/wp-content/uploads/Flyer_Tagebau-Hambach.pdf

    Das geht wesentlich schneller und ist kostengünstiger Solarmodule einzusetzen als im Bereich der Wasserkraft was zu machen.
    Die jetzt bereits in Deutschland verbauten Solarmodule kommen auf ca. 47TWh Netz-Strom-Einspeisung im Jahr. Der eigengenutzte Solarstrom der Anlagenbetreiber ist da nicht mit eingerechnet.

    „EINE EUROPÄISCHE LÖSUNG“ da ist Solarstrom aus dem Süden Europas eine wichtige Komponente.

    • Um die 15 TWh Solarstrom für den Winter zu speichern, müsste man den Rhein bei Düsseldorf vielleicht doch auf 100 Meter aufstauen.

    • Sollen die Planetenkasper den Rhein ruhig bei der Loreley aufstauen, dann können Talfahrer nicht bei rot aufdrehen und die Versorgung der Schweiz (etc) ist auch gleich erledigt.

      B.t.w. Rheinkapitänswitz: wie kommen die Sorten Shell, Aral, Esso zustande? Durch Phiolen kurz nach der Ladung in Rotterdam 😀

  6. Die Welt benötigt doch schnelle Lösungen um sie vor dem Untergang bzw. dem abdrifften in einen unkontrollierbaren Zustand zu bewahren.
    Mittlerweile haben wir ja ein weiteres Problem, welches die „Angsttrompeter“ unter´s Volk bringen. Corona, ja vielleicht wirklich eine Gefahr, aber bei den allgemeinen Krankheitsverläufen nicht im Ansatz vergleichbar mit historischen Plagen, denen die Menschen seiner Zeit nicht´s entgegensetzen konnten. Pest, Cholera und wie sie hießen haben nur die Ohnmacht, also das nicht kontrollierbare, was der Mensch so gerne hat, mit unserem aktuellen viralen Feind gemein. Der Mensch wiegt sich gerne in Sicherheit und die Profiteure schlagen aus den propagierten Ängsten, mal wieder zusätzliche Gewinne.

    Doch könnte man nicht beide Probleme zum Nutzen der grünen Wichtel, sinnvoll miteinander verbinden? Der Konjunktureinbruch, beginnend in China, setzt unglaubliche Kapazitäten im Transportsektor frei. Die Mega- Containerflotte ist aufgabenlos und so könnte man doch diese mit Thermocontainern beladen, zur Antarktis schippern und dort die „Hitzewellen“ bunkern. Laut „Zeit“ Artikel läuft gerade die dritte des Sommers mit Temperaturen, höher als derzeit in L.A.
    Gut isoliert zu uns versandt, kann sich dann jeder überzeugter Klimaretter, ein par Boxen Thermoantarktiswärme zum beheizen der Wohnung bestellen, welche dann klimaneutral aus Antwerpen mit Lastenfahrrädern selbst abzuholen wären. Also bliebe noch Zeit eines zu erwerben, denn die Schiffe bräuchten für Hin- und Rückreise rund 5 Monate und dann steht bei uns schon wieder der Herbst vor der Tür. Ein erster Beitrag wäre geleistet und in der nächsten Saison könnte man ja auch gut vorbereitet früher starten um nicht die ersten 3 Hitzewellen ungenützt verstreichen zu lassen.

    Absurdistan wird nicht lange leben denn die Evolution dultet keine Irrläufer, die sich selbst ihrer Lebensgrundlagen berauben. Noch werden sie gesellschaftlich von denen getragen, auf dessen Schultern die Lasten abgetragen werden. Das wertschöpfende Volk sind die Tscherper dieses Irrsinnes, welcher immer mehr Lasten aufzwingen und nicht mitbekommen, daß das Fahrwerk längst überlastet ist und beim nächsten Schlagloch die ersten Achsen brechen.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Christian Möser
    Zimmerer

  7. Ich bin begeistert. Genau in meinem Sinne!
    Ich wohne überwiegend in Spanien und werde nun jeden Tag da unten schon mal Steine in besagte Meerenge werfen! Wir haben ja alle schon gehört: Steter Stein höhlt die Tropfen!

  8. Tolle Idee! Allerdings erscheint mir ATLANTROPA zu weit gegriffen. Das wird nichts. Denken Sie an BER. Hier sollte man mit Mut machbare Projekte angehen, um endlich der Erneuerbaren Energie den Weg zu bahnen. Hier denke ich vor allem an die vielen einfachen Möglichkeiten die der Rhein zwischen Mainz und Bonn bietet (u.a. Loreley) Wasserkraftwerke zu errichten,. Aber auch viele Abschnitte der Mosel und der Ruhr kommen in Frage. Selbst die Elbe sollte man nicht außen vorlassen. Warum sollen denn immer nur die Landbevölkerung oder die Meerestiere unter rhythmischen Schattenwurf und Infraschall der Windkraftanlagen leiden, da müssen auch mal die großstädtischen Anrainer von möglichen Laufwasserkraftwerken ran.

  9. Danke Herr Hofmann-Reinecke, für diese amüsante Glosse. Ich bin Ingenieur-Geologe und war vor 25 Jahren ein Bewunderer des Sörgelschen Atlantropaplanes. Bin davon geheilt, bzw. habe mich durch Nachdenken selbst geheilt.
    Er hätte Venedig, Genua, Marseille, Alexandria und einige andere Städte nicht auf dem Trockenen sitzen lassen. Künstliche Lagunen waren vorgesehen. Na und? Alle kleinen und mittleren Flüsse um das Mittelmeer herum wären trotzdem „ins Laufen“ gekommen und hätten unfassbar erodiert und zerstört. Und das Ganze für 170 000 MWe Leistung! Also fast nichts. Eine sehr Deutsche, also wahnsinnige Idee, wie damals Italienische Zeitungen schrieben.
    Aber ich kann Sörgel verstehen, und er muss sehr glücklich gewesen sein in der Hauptplanungsphase,(1927-1932), bevor ein schroffes Nein von Hitler kam.
    Der Sohn eines grundsoliden Bayrischen Wasserbaumeisters, der brauchbare, schöne, bezahlbare und unschädliche Wasserkraftwerke von 20-50 MW baute, wollte dem Vater eben einfach imponieren.

  10. Normalerweise schreibe ich bei sowas: Sie haben das Ironiedings vergessen!
    Aber hier ist es ja wirklich offensichtlich…
    Sehr schöner Artikel!

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