Die Hürden der Energiewende – Unser Deutschland droht zu kippen

Ein Interview mit Michael Limburg in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Welt der Fertigung“

Die Energiewende hat zu stark gestiegenen Strompreisen geführt und Deutschlands gutes Stromversorgungssystem zerstört. Michael Limburg, ein Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik, erläutert, warum diese Entscheidung für Deutschland hochgefährlich ist.

Sehr geehrter Herr Limburg, bis 2050 soll Deutschland komplett mit „erneuerbaren“ Energien versorgt werden. Halten Sie dies für realistisch?

Michael Limburg: Nein, das ist schon heute nicht möglich – kein Wind- oder PVA-Erzeuger kann auch nur einen einzigen Haushalt „versorgen“, denn dazu wäre eine bedarfsgerechte Erzeugung erforderlich, was diese Techniken nicht können – und wird auch 2050 nicht möglich sein.

Welche technischen Hürden stehen dem Energiewende-Plan entgegen?

Limburg: Wie bereits erwähnt, braucht man dazu eine bedarfsgerechte Erzeugung des Stroms, was diese Techniken nicht können, zudem müssten großtechnische Elektroenergiespeicher im Multi-Terawattstunden-Bereich verfügbar sein. Die gibt es aber nicht, noch nicht mal als Forschungsprojekt. Und der Strom müsste eine sehr reine Sinusform mit einer Frequenz von exakt 50 ± 0,2 Hz aufweisen. Alles Anforderungen, die von den Haupt-„erneuerbaren“ Energien – Wind und Sonne unerfüllbar sind. Vom riesigen Landschafts- und Naturverbrauch gar nicht zu reden.

Experten aus der Kraftwerksbranche argumentieren, dass sich ein modernes Stromnetz nicht mehr stabil betreiben lässt, wenn der Anteil der Wind- und Solarkraftwerke über die 30-Prozent-Marke klettert.

Limburg: Der Grenzwert, bis zu dem das Stromnetz gerade noch stabil gehalten werden kann, dürfte vielleicht da liegen. Wo genau er liegt, werden wir wohl erst durch einen Praxistest herausfinden.

Haben Sie ein bereits real eingetretenes Beispiel für ein derartiges Szenario?

Limburg: Ja, das war der weite Teile Norddeutschlands, die Niederlande und weite Teile Nordfrankreichs und weiter südliche Länder wie Spanien betreffende Blackout vom 4. November 2006. Der wurde durch eine geplante Unterbrechung ­einer Leitung über den Weser-Ems-Kanal ausgelöst, um dem Kreuzfahrtschiff ›Norwegian Pearl‹ der Meyer-Werft die Überfahrt in die Nordsee zu ermöglichen. Es wurde eine geringe Einspeisung angenommen, zu der es aber nicht kam. Daher suchte sich die Energie andere Wege und drohte die restlichen Leitungen zu überlasten. Automatisierte Abschaltanlagen schalteten – zur Vermeidung größerer Schäden – dann weite Teile des Netzes ab.

Das Beispiel fällt in eine Zeit, wo der Anteil Erneuerbarer Energien noch relativ gering war. Wird die Wiederherstellung des Stromversorgungsnetzes ebenso reibungslos verlaufen, wenn in Deutschland dereinst der Anteil der „Erneuerbaren“ weit über 30 Prozent liegt?

Limburg: Nein, das wird sie nicht, weil dann die gut regelbaren, frequenzstabilen Kraftwerke, die zur Wiederherstellung der Versorgung des Stromversorgungsnetzes erforderlich wären, gar nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Das ließe sich nur vermeiden, wenn wir unsere Stromerzeugungsinfrastruktur doppelt anlegen würden. Also für den Schönwettertag grüner Strom aus fluktuierenden Quellen, bei jeder Notlage oder ungeplanter oder unvorhergesehener Änderung, oder im Winter oder in windstiller Abend- und Nachtzeit erfolgt dann ein Rückgriff auf ein paralleles Netz konventioneller Kraftwerke.

Was ist der Grund für diese Schwierigkeiten?

Limburg: Nun, mit jeder Windkraftanlage – und davon gibt es schon mehr als 30 000 – mit jeder PV-Anlage – davon haben wir mehr als 1,6 Millionen – wird die Einspeisung zwangsläufig immer instabiler. Der Strom sucht sich immer – das ist ein Naturgesetz – den Weg des geringsten Widerstandes. Es ist daher nicht mehr eine Frage ob, sondern wann das Netz kollabiert.

Werden die Stromnetze solche, künftig wohl häufiger stattfindenden Ereignisse schadlos verkraften?

Limburg: Die Stromnetze in ihrer physischen Struktur werden wohl am wenigsten leiden. Aber das ist natürlich relativ. Hier und da mal ein abgebrannter Umspanntrafo, oder Schalter würde – entsprechende Reserven vorausgesetzt – wohl zu verkraften sein. Anders wird es aussehen, wenn eine oder mehrerer Generator-Turbinen bei zu schnellem Lastwechsel durchgehen. Wegen der kaum noch vorhandenen Reservekraftwerke bei gleichzeitigem Abbau der Fertigungskapazitäten – Siemens will gerade seine Kraftwerkssparte abstoßen – dürfte ein Ersatz schwierig, teuer und langwierig werden. Mit allen entsprechenden Folgen.

Mit welchen Schäden ist zu rechnen, wenn das Stromnetz in Deutschland über mehrere Stunden oder gar Tage ausfällt?

Limburg: Das hat das amtliche Büro für Technikfolgenabschätzung (TAB) schon im Jahre 2011 ermittelt und in ­einer Studie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Geschehen ist seitdem nichts, was diese realen Gefahren hätte verringern können. Im Gegenteil, es wurde alles getan, um diese Gefahren wahrscheinlicher zu machen. Und was noch schlimmer ist, unsere Abhängigkeit von Strom in allen Bereichen des Lebens ist seitdem massiv gestiegen. Ich empfehle, das Buch ›Blackout‹ von Marc Elsberg zu lesen. Versorger und Netzbetreibern fürchten sich zu Recht vor dem, was darin skizziert wurde. Die eigentlich verantwortlichen Politiker – voran Frau Merkel und ihre Unterstützer-Truppe – werden dann aber wohl mit den Fingern auf sie zeigen und »haltet den Dieb« rufen, obwohl ausschließlich sie die ganze Sache angezettelt und zu 100 Prozent zu verantworten haben.


Sind Massensterben bei Mensch und Tier denkbar?

Limburg: Bei einem länger anhaltenden Blackout ab einigen wenigen Tagen durchaus wahrscheinlich. Beginnen würde das mit dem Massen-Sterben von Hühnern, Kühen und Schweinen, die in Massentierställen gehalten werden. Auch die rund 65 000 Menschen, die in Deutschland auf eine künstliche Niere angewiesen sind, hätten Riesenprobleme. Fazit: schon nach zwei Wochen würde die Zivilisation, wie wir sie kennen, aufhören zu bestehen. Es würde wieder allein das Recht des Stärkeren gelten.

Windräder drehen sich mit unterschiedlichsten Drehzahlen, je nachdem, wie stark der Wind gerade bläst. Die Frequenz des Stromnetzes beträgt jedoch 50 Hz. Wie bekommt man den Strom des Windrades in das Netz, wenn es nicht in der Lage ist, exakt diese Frequenz einzuhalten?

Limburg: Die Taktgeber für unsere Netzfrequenz sind die Generatoren der Großkraftwerke mit ihren großen Massen. Die sorgen dafür, dass auch bei plötzlichen Lastschwankungen – wie es schwankende Einspeisung, aber auch Abschaltungen nun mal sind – die Frequenz und ihre Phase – das ist vereinfacht gesagt beim Wechselstrom die Präzision der Nulldurchgänge alle 10 Millisekunden zu identischen Zeit, wenn er die Richtung wechselt – diese Größen sehr stabil bleiben. Erst wenn bestimmte Grenzwerte unter/überschritten werden, zum Beispiel ± 0,2 Hz bei der Frequenz muss sogenannte ›Regelenergie‹ zu- oder abgeführt werden. Fallen diese Großkraftwerke wie geplant weg, dann ist auch dies nicht mehr möglich, zumindest sehr erschwert. Auch dieser Damm wäre beseitigt. Die Generatoren fluktuierender Energie können das nicht, auch dann nicht, wenn elektronische Synchrongeber ihnen das aufzuzwingen versuchen. Es fehlt dort einfach an den dazu notwendigen Massen.

Demnach dienen Kondensatoren und Spulen in Elektrogeräten dazu, die „stromlose“ Zeit beim Wechsel der Polarität zu überbrücken?

Limburg: Ja, aber nur in der Niedervolttechnik. Kondensatoren sind in der Lage, elektrische Energie zu speichern, so wie Spulen das für magnetische Energie können. Die Crux ist, für die Mengen die wir benötigen – Deutschland benötigt im Mittel pro Tag rund 1,64 Terawattstunden, im Winter mehr, im Sommer weniger – gibt es selbst für winzige Bruchteile davon keinen Kondensator und keine Spule. Großtechnisch einfach nicht darstellbar. Diese Speicher sind illusorisch.

Windkraftanlagen werden demnach bei grobem Unter- oder Überschreiten der Frequenz von 50 Hz vom Netz genommen. Wie viel Prozent seiner Nennleistung speist demnach ein durchschnittliches Windkraftwerk in das Stromnetz ein?

Limburg: Im Mittel sind das bei Onshore WKA´s deutlich unter 20 Prozent. Bei Offshore rund das Doppelte. Aber selbst diese schlechten Zahlen geben ein schiefes Bild, weil die letztendlich abrufbare Leistung – und nur auf die kommt es an – höchst ungleich über die Zeit verteilt ist. So lieferten alle Wind- und Solaranlagen (Off- wie Onshore) im Mittel des Januar 2019 zwar 20,3 Prozent ihrer Nennleistung, aber in fast einem Viertel der Stunden nur minmal null und maximal zehn Prozent davon. Und nur an rund drei Prozent der Stunden gleich oder mehr als 40 Prozent. Auf ihre Nennleistung kamen sie nie. Und das war nicht nur im Januar 2019 so, sondern auch im Februar, März und April. Diese Ausbeute und Häufungen finden Sie übrigens zeitgleich über ganz Europa. Das bedeutet, dass die beschwichtigende Aussage „Wind weht immer irgendwo“ schon vom Ansatz her falsch ist. Gar nicht zu reden von der fehlenden Riesenerzeugungs- und Transportkapazität, die, wenn diese Aussage denn stimmte, nicht zur Verfügung steht.

Die Betreiber der Stromnetze müssen immer öfters eingreifen, um das Netz stabil zu halten. Was bedeutet diese Unruhe in den Stromnetzen?

Limburg: Diese Unruhe äußert sich unter anderem in einem massiven Anstieg der sogenannten Redispatch-Maßnahmen, die von wenigen pro Jahr im ersten Jahrzehnt auf rund 8 000 im Jahr 2018 anstiegen und zugleich zusätzliche Kosten von mehr als 1 Milliarde Euro erzeugten, die über die Netzgebühr auf die Verbraucher umgelegt werden. Redispatch-Maßnahmen sind die Maßnahmen, die die Netzbetreiber ergreifen müssen, um stabilen Netzbetrieb aufrecht erhalten zu könne, wenn beispielweise eine Leitung ausfällt, oder ein Umspannwerk in Wartung geht. Jetzt sind es fast immer Ereignisse, die direkt mit der Unstetigkeit der „Erneuerbaren“ zusammenhängen. Die stiegen von unter zehn pro Jahr noch vor 10 bis 12 Jahren auf rund 8 000 heute. Zudem nehmen die kurzzeitigen Ausfälle unter drei Minuten – so genannte Flickerstörungen – rapide zu. Sie erzeugen bei Produktionsbetrieben mit längeren, gekoppelten Prozessketten schon heute erhebliche Schwierigkeiten. Denken Sie nur an die Papierhersteller, mit ihren über 100 m langen Maschinen, oder auch die Walzwerke. Dies kannte man vor wenigen Jahren nur aus Entwicklungsländern und ist nun bei uns gang und gäbe.

Von interessierter Seite wird davon geredet, dass – ähnlich einer Wasserleitung – in Stromleitungen Strom eingefüllt werden kann, der danach jederzeit zur Verfügung steht. Was antworten Sie auf diesen Nonsens?

Limburg: Diese Aussage stammt von der Grünen-Chefin Annalena Baerbock und ist nicht nur falsch und dumm, sondern auch noch irreführend. Kein Stromnetz kann Strom speichern. Manchmal wird auch der Begriff „Stromsee“ verwendet. Auch dieser Begriff ist irreführend und soll die Menschen verdummen.

Wenn Strom verknappt wird, bricht ein wesentlicher Pfeiler einer funktionierenden Marktwirtschaft weg. Intelligente Geräte sollen sich einschalten, wenn das Angebot „gerade passt“, der Strompreis des gelieferten Strom muss, egal wie hoch, hingenommen werden. Nähern wir uns damit der Planwirtschaft, wo nicht der Kundenwunsch die Größe eine Angebots steuert, sondern Profiteure die Regeln und damit ihren Profit bestimmen?

Limburg: Das ist sogar erklärte Absicht, funktioniert aber nur, wenn auf Planwirtschaft pur umgestellt wird. Denn Strom wird heute noch Nachfragegesteuert erzeugt. Und zwar, mangels Speichermöglichkeit in der Millisekunde in der er auch gebraucht wird. Die Anhänger der sogenannten „Erneuerbaren“ wissen das natürlich und wollen deshalb von der Nachfragesteuerung auf die Angebotssteuerung umstellen. Das hört sich zwar vornehm und harmlos an, ist aber nur per Zwang zu erreichen, mit allem was dazugehört. Wie zum Beispiel Gebote und Verbote, aber auch entsprechende Institutionen, die in der Lage und fähig sind, diese zu überwachen und Verstöße zu sanktionieren. Das geht nur mit einer Diktatur – einer Ökodiktatur.

Viele Laien denken, dass Kohle- und Gaskraftwerke locker ersetzt werden können. Was denken Sie darüber?

Limburg: Das ist natürlich falsch, doch es müssen keine fossil betriebenen Kraftwerke sein, auch Kernkraftwerke können das, aber auch Laufwasserkraftwerke et cetera. Wichtig ist, dass sie in der Lage sind, einen stetigen, einfach zu steuernde Energiefluss zu erzeugen und dass sie dafür große Massen einsetzen. Und da sind fossil-betriebene sowie Kern-Kraftwerke vom Kosten-/Nutzenverhältnis und dem leichten Zu- und Abtransport von Brennstoff und Strom einfach unschlagbar. Staudämme und Flusslaufwasser-Kraftwerke verlangen eine bestimmte Topologie, die nicht oft vorkommt. Deswegen bleiben fossil betriebenen Kraftwerke und Kernkraftwerke noch sehr lange die erste Wahl.


Es sind laute Stimmen zu hören, dass beim Einspeisen in das Stromnetz der Strom aus Erneuerbaren Energien Vorrang vor dem Strom aus konventionellen Kraftwerken haben muss. Ist dies technisch überhaupt möglich?

Limburg: Technisch geht das! Und genau das ist der heutige gesetzlich erzwungene Status quo. Man zwingt die Netzbetreiber per Gesetz (EEG) den minderwertigen Alternativ-Strom vorrangig abzunehmen und ihn auch noch 20 Jahre lang zum Vielfachen des Marktpreises in jeder angebotenen Menge zu vergüten. Das genau macht ja die Investition ›Alternativ-Strom-Anlagen‹ so attraktiv. Hohe feste Preise, bei garantierter Abnahme in unbegrenzter Menge.

Gegenwärtig wird von den Energiewende-Profiteuren die bereits installierte Leistung an Wind- und Solarkraftwerken hervorgehoben. Welchen Beitrag haben denn diese Kraftwerke bisher für die Stromversorgung in Deutschland geleistet?

Limburg: Dieser Beitrag ist sicher in gewissen Mengen da, jedoch nur, wenn man die Betonung auf ›Strom‹ legt und den Begriff ›Versorgung‹ außen vor lässt. Denn auch die große Menge an erzeugter und gelieferte Elektroenergie, die alternativ erzeugt wurden, – im April 2019 waren es rund 14 400 GWh, also etwa 40 Prozent des Verbrauches in diesem Monat – darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer konventionelle Reservekraftwerke mitlaufen müssen. Das heißt, wir leisten uns aus rein ideologischen Gründen zwei Erzeugungssysteme. Das ist sehr teuer und macht das Ganze immer instabiler.

Seit geraumer Zeit wird eine massive Manipulation von Daten beklagt, um die „Erneuerbaren“ in besseres Licht zu rücken. Welche Beispiele können Sie hier anführen?

Limburg: Diese Manipulation geschieht besonders bei den sogenannten Erzeugungskosten für Strom aus verschiedenen Erzeugungsarten, nämlich beim Vergleich ›konventionell erzeugt‹ gegenüber so genannten „Erneuerbaren“ und wird besonders vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE betrieben. Seit 2013 – und so steht es auch bei Wikipedia, der ersten Wahl für Laien – wurden zum Beispiel die Kosten für Braunkohlestrom von 2,4 ct/kWh auf jetzt 5 bis 8 ct/kWh hochgejubelt. Im Vergleich dazu werden die Kosten für „Erneuerbaren“ etwa bei Onshore-Wind auf 4 bis 8 ct/kWh herunter gerechnet. Das Bundeswirtschaftsministerium hingegen schreibt in seinem Bericht ›EEG in Zahlen‹, dass Onshore-Wind in 2018 mit durchschnittlich 19 ct/kWh vergütet wurde. Das ISE spielt also mit gezinkten Karten.

Herkömmliche Kraftwerke arbeiten konstant mit ihrer Nennleistung. Dies ist bei Wind- und Solaranlagen nicht der Fall. Von null bis Vollast ist – je nach Wetter – in kurzer Zeit alles möglich. Bis 2050 soll die Spitzenleistung der „Zappelstromproduzenten“ nun von heute 105 000 MW auf bis zu 320 000 MW steigen. Ist dies mit dem heutigen Netz überhaupt zu schaffen?

Limburg: Nun, auch herkömmliche Kraftwerke arbeiten nicht immer konstant mit ihrer Nennleistung. Der Grund liegt darin, dass die Nachfrage von der Tages- und auch der Jahreszeit her ständig schwankt. Um das ökonomisch in den Griff zu kriegen werden herkömmliche Kraftwerke für verschiedene Leistungsabgabe-Typen gebaut. Es gibt welche, die überwiegend die sogenannte Grundlast erzeugen, und die möglichst immer im optimalen Betriebszustand gehalten werden, und andere, die vorwiegend die sogenannte Regelleistung bereitstellen sollen. Und die dann, je nach Nachfrage, rauf oder runter geregelt oder ganz weggeschaltet werden. Regelleistung ist teurer als Grundlast, deswegen versucht man immer, nur einen Teil des Bedarfes davon bereitzustellen. Die alternativen Angebote von Wind- und Sonne können beides nicht. Da kommt der Strom oder er kommt nicht. In geringen Grenzen lassen die sich zwar auch regeln, vor allem runter oder auch abregeln, aber das Netz kann ihren Strom nur aufnehmen, wenn eine gewisse Schwelle nicht überschritten wird. Wo die liegt, also wo der Kipppunkt liegt, an welchen zu viel Alternativstrom das Netz kollabieren lässt, werden wir bald herausfinden. Zurzeit haben wir 105 GW an Alternativ-(Nenn) Leistungsangebot, von der in Spitzenzeiten bis zu 40 GW – also nur knapp 40 Prozent davon – eingespeist wird. Das fiel zufälligerweise in ausgesprochene Nachfragespitzen, und konnte daher vom Netz aufgenommen und verteilt werden. 320 GW sind aber nicht nur aus dieser Sicht illusorisch, sondern auch vom extremen Landschaftsverbrauch und den riesigen Kosten her.

Vielfach ist zu hören, dass schon heute 100 Prozent „Erneuerbare“ machbar seien. Stimmen Sie dem zu?

Limburg: Technisch machbar ist eigentlich alles. Grüner Strom ist sicher besser als gar kein Strom. Die Frage ist, ob das Machbare dann auch vernünftig nutzbar und vor allem bezahlbar wäre. Und das wäre der zu 100 Prozent erzeugte „Erneuerbare“ auf keinen Fall. Nein, das ist grünes, von jeglichen Kenntnissen völlig befreites Wunschdenken, wobei man durchaus unterstellen kann, dass vielen grünen Vordenkern durchaus bewusst ist, welchen Schaden ihre Ideologie anrichtet, und dass sogar wollen, mindestens aber billigend in Kauf nehmen.

Was halten Sie davon, überschüssigen Strom mittels der Technik ›Power to Gas‹ in alternative Kraftstoffe umzuwandeln, mit dem beispielsweise Verbrennungsmotoren betrieben werden?

Limburg: Nichts! Die Wirkungsgradverluste dieser Technik liegen bei 75 Prozent. Selbst wenn es funktionierende Großanlagen dafür gäbe, würden sich die Kosten je eingesetzter kWh allein dadurch vervierfachen. E-Fuel, also alternative Kraftstoffe, lassen sich nur vernünftig herstellen, wenn Prozesswärme extrem billig in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Die könnte nach aktuellen Stand zum Beispiel vom Dual-Fluid-Reaktor kommen, dessen Konzept deutsche Ingenieure entwickelt habe. Dieses Konzept hat aber in Deutschland derzeit keine Chance auf Verwirklichung.

Schon bald müssen Solarzellen der ersten Generation ersetzt werden. Es ist davon die Rede, dass beim Recycling wertvolle Rohstoffe anfallen würden. Andererseits ist bekannt, dass Dünnschichtmodule über giftiges Cadmium sowie Blei verfügen, demnach Sondermüll sind. Was kommt da auf die Verwerter beziehungsweise die Besitzer der Solarzellen zu?

Limburg: Auf jeden Fall ein großes Geschäft. Doch wie das zu bewältigen ist, weiß heute noch keiner. Auf alle Fälle wird es teuer. Im Normalfall werden die Verbraucher erneut dafür zahlen müssen, da die Betreiber reihenweise in die Insolvenz gehen werden, sodass dieser zum Teil hochgiftige Sondermüll nicht auf ihre Kosten entsorgt werden kann.

Die Abkehr vom Erdöl würde dazu führen, dass auch bezahlbare Hochleistungs-Schmiermittel und Hy­drauliköle verschwinden würden. Was kommt auf Deutschland zu, wenn nicht nur die Schmierstellen künftiger Kraftfahrzeuge, sondern auch die Getriebe der Wind-, Kohle und Gaskraftwerke nicht mehr optimal geschmiert werden? Sogar Windkraftanlagen könnten nicht mehr installiert werden, weil es wohl keine leistungsstarken Schwerlastkräne mit Hydraulikhebevorrichtung mehr gäbe.

Limburg: Sie führen ein weiteres Beispiel dafür an, in welch wahnsinniges Wolkenkuckucksheim uns die „Energiewende“ zu führen gedenkt. Die gute Nachricht ist jedoch, dass uns kein anderes Land der Welt auf diesem Irrsinnsweg folgt. Selbst die ergrünte Schweiz hat mit dem Instrument des Volksentscheides die schlimmsten Irrwege bisher vermieden. Daher können die Betreiber dieser Anlagen darauf bauen, dass die nötigen Schmierstoffe importiert werden können. Dazu muss man aber zuvor gutes Geld verdient haben, dass die Lieferanten auch akzeptieren. Ob das in einem deindustrialisierten Deutschland noch die Regel sein wird, wage ich sehr zu bezweifeln. Unsere Politik sägt gerade mit Freuden den Ast ab, auf dem wir alle sitzen.

Sehr geehrter Herr Limburg, vielen Dank für das Interview.

Link auf das Interview: http://www.weltderfertigung.de/suchen/interviews/die-huerden-der-energiewende.php

Link auf das PDF-Heft mit dem Interview: http://www.weltderfertigung.de/pdf-heft/index.php

Link auf die WDF-Homepage: www.weltderfertigung.de

 

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34 Kommentare

  1. „Andererseits ist bekannt, dass Dünnschichtmodule über giftiges Cadmium sowie Blei verfügen, demnach Sondermüll sind.“

    Dünnschichtmodule sind aber nur 5% bis 10% alle verbauten Solarmodule in Deutschland.

  2. Zitat: „Danke für die Anerkennung. Am Buch „Strom ist nicht gleich Strom“, war zu fast 90 % der Hauptautor Herr Fred F. Mueller beteiligt. Die Reihung der Autorennamen geschah nach Alphabet. Ich hoffe er findet die Zeit für eine überarbeitete Neuauflage. Zeit wär´s (ein nettes Wortspiel, oder)
    Mit freundlichen Grüßen, M.L.“

    Solch ein Eingeständnis, 90 % stammen vom Partner, das muss man anderswo erstmal stramm correctiv suchen! Danke dafür!
    Leider bin ich rein mint-bildungsmäßig wohl für das Lesen dieses Buches nicht geeignet. Leider, leider! Ich habe mich mit Bits und Bytes und deren Wanderwegen herumgeschlagen.

    • Hallo Herr Gert Friederichs,
      das was im Buch „Strom ist nicht gleich Strom“ steht interessiert aber nicht den Bürger oder die Betriebe die sich für 6 Cent das kWh Strom von den Solaranlage holen.

      Netzstrom 31 !!!

  3. „Die Generatoren fluktuierender Energie können das nicht, auch dann nicht, wenn elektronische Synchrongeber ihnen das aufzuzwingen versuchen. Es fehlt dort einfach an den dazu notwendigen Massen.“
    Also so ganz muss das nicht richtig sein. Es ist ja so, dass die aus Schwungmassen zu generierende Energie nicht allein von der Schwungmasse abhängt, sondern auch von der Drehzahländerung, die sich dabei ergibt bzw ergeben darf. Ist diese null oder sehr klein, kann die gespeicherte Rotationsenergie noch so groß sein, man kann sie nicht nutzen oder nur sehr wenig davon. Auf große Turbogeneratoren trifft genau dies zu, weil diese immer netzsychron drehen und die Netzfrequenz keine großen Abweichungen zulässt.
    Bei großen Windkraftanlagen kann dies aber anders sein so es sich z. B. um getriebelose Anlagen mit Gleichstromgeneratoren und nachgeschaltetem Wechselrichter handelt. Hier kann man sich durchaus vorstellen, dass mit geeigneter Regelstrategie das Windrad auch kurzzeitig überlastet werden darf und unter Ausnutzung eines erheblich größeren Drehzahleinbruchs aus seiner Schwungmasse noch Energie ins Netz liefern kann, dies dann u. U. auch über längere Zeit, als dies bei den Turbogeneratoren der Fall ist. Welchen Effekt dies nun im Netz bringen kann, müsste man mal rechnen. Mir fehlen dazu leider die notwendigen mechanischen und elektrischen Daten von Windrädern, ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass die Summe von tausenden WKAs Ergebnisse liefert, die sich schon mit denen der Turbogeneratoren messen kann.

    • Herr Millauer,
      das ist eine eher theoretische Überlegung. Entscheidender Vorteil der Turbosätze ist die blitzartige Umsetzung von Rotationsenergie in elektrische Energie. Bei kritischen Netzstörungen dieser Art geht es um Sekundenbruchteile, bevor die Sicherheitseinrichtungen das Netz auftrennen. Außerdem machen dies die im Netz verteilten Generatoren fast absolut synchron, ohne dass es dazu einer spezifischen übergeordneten Regelung bedarf. Das Netz selbst sorgt für die Kopplung. Bei WEA-Anlagen ist diese Synchronisation nicht gegeben, und die brutale Kraftentfaltung, welche die Generatoren auszeichnet, würden bei einer WEA vermutlich zum Bruch der Rotorblätter führen. Da wirken an der Nabe dann gigantische Momente, und ich bezweifle stark, dass dies in den Berechnungen vorgesehen ist.

      • So blitzschnell geht´s auch wieder nicht. Die Generatoren haben synchrone und transiente Reaktanzen, die zu endlichen Ausgleichszeiten in diesen Maschinen führen und mit denen sich ein Wechselrichter nicht rumplagen muss.
        Um ein Gefühl für die gespeicherte kinetische Energie und deren ausnutzbaren Anteil bei kleinem delta n zu bekommen habe ich mal gerechnet. Da kommt raus, dass bei einem angenommenen Drehzahleinbruch von 0,4 % (entspr. 200 mHz bei 50 Hz) nur etwa 0,8 % der ges. kinetischen Energie für die Netzstützung nutzbar sind.
        In Zahlen: Rotor Durchmesser 1,25 m, Länge 7 m, Dichte etwa 8000 kg/m³ ergibt ein Trägheitsmoment von ca 13500 kgm², für die Turbine nochmal das gleiche (grob geschätzt) also zusammen 27000 kgm². Bei n= 3000 /min stecken in der Anordnung rund 390 KWh, bei einem Frequenzeinbruch von 200 mHz liefert die Massenträgheit so ca. 3 kwh oder 10800 kws. Allerdings, wenn das ganze in einer halben Sekunde passiert, liefert das eine Leistungsspitze von ca. 20000 KW. Wenn man jetzt noch die Trägheitsmomente von Windrädern hätte, könnte man das mal vergleichen. Vielleicht hat jemand da Daten.

    • Herr Millauer,
      die „großen“ Turbosätze haben immer kleine Änderungen der Phasenlagen (Spannungswinkel) zueinander, sie „pendeln“ und tauschen damit untereinander Wirkleistung aus. Das führt zu minimalen Frequenzunterschieden im Verbundnetz; siehe: https://tinyurl.com/wtduztn

    • Die Netzstabilität lässt sich natürlich auch über rotierende Phasenschieber herstellen, dafür brauche ich nicht unbedingt ganze Kraftwerke. Schwieriger wird es aus meiner Sicht mit der Schwarzstartfähigkeit. Das Thema wird zur Zeit kaum diskutiert. Aber wie ein Netzwiederaufbau nach einem Blackout mit Millionen fluktuierender EEG-Kraftwerke funktionieren soll, ist mir ein völliges Rätsel.

      • Maschinensätze, die als reine Phasenschieber funktionieren, liefern natürlich ausschließlich aus ihrer Schwungmasse Energie ins Netz und wie viel das ist, habe ich ja s. O. aufgezeigt.
        Aber das mit der Schwarzstartfähigkeit, da haben Sie mit dem Finger auf eine ganz ganz wunde Stelle gezeigt. Mit Wind und Photovoltaik kann das aus vielerlei Gründen nicht funktionieren, das geht nur mit konventionellen Kraftwerken basierend auf Wasser oder Gas (wenn es schon Kohle und Kernkraft nicht mehr geben darf). Und zwar braucht man dann davon volle Netzleistung, die erst mal jemand bauen muss!

        • So einen Brenner unter dem Kessel zünden Sie mal nicht so eben mit einem Streichholz an.
          Und deshalb benötigen auch die konventionellen KW externe Elektrizität um schwarzstartfähig zu werden.
          Im Großkraftwerk Mannheim wurde extra für ca. 100 Mio ein zusätzliches Dieselkraftwerke hinzugebaut, damit dieser gut 1 GW leistende Steinkohle Riese auch schwarzstartfähig wurde.

          • Das wesentliche Problem bezüglich des Energiebedarfs beim Anfahren eines Kraftwerks sind die Speisewasserpumpen der Dampferzeugungskessel. Die können Antriebsleistungen von mehreren 10MW benötigen und sind teils selbst mit eigenen Dampfturbinen angetrieben, die wiederum elektr. Speisewasserpumpen haben…. Das Problem sind die hohen Drücke (und der Durchsatz), mit denen die Kessel betrieben werden müssen und dem die Pumpen entgegenwirken müssen.

            Wie gesagt, da geht es nicht um 10, 20 oder 150kW Antriebsleistung, da gehts um tausende kW für das Anfahren eines Kraftwerkes. Das versteht aber kaum einer, selbst Elektrotechniker staunen da oft, wenn sie nicht in der Kraftwerkssparte arbeiten.

  4. Sie bekommen kalte Füße…

    Ein Unternehmen, das ich kenne betreibt seit mehreren Jahrzehnten Tankstellen. Das THW ist jetzt auf sie zu gekommen und hat verlangt, dass Möglichkeiten geschaffen werden, dass sie mit ihrem Generatoren im Notfall den Tankbetrieb aufrecht erhalten können…

  5. Wenn sie verstehen wollen, warum ein an sich gebildetes Land wie Deutschland einen solchen Irrsinn wie die Energiewende veranstaltet, dann müssen sie sich die Geldflüsse ansehen. Die Netzbetreiber werden mit lukrativen Renditen für Netzausbau belohnt, die Anlagenhersteller und Planungsbüros schwimmen in Aufträgen, die Landwirte haben Profite aus EEG oder Verpachtung, die Häuslebauer Billigstrom aus ihrer Photovoltaik, die Forschungseinrichtungen bekommen fast unbegrenzte Drittmittel, die NGOs auch und selbst für Medien und Politik scheint es Anreize zu geben. Alles ganz einfach: Gier schlägt Hirn.

  6. Sehr geehrter Herr Limburg, sehr geehrte Experten (sind selbstverständlich auch *innen gemeint),
    eine reine Interessensfrage: Wie ist eine stabile Stromversorgung von Inseln möglich, die über HGÜ-Strecken ans Festland angebunden sind? Nehmen wir als Beispiel Korsika: Ist dort die Wechselrichter-Station „rotierend“ (DC-Motor->3~AC-Generator), oder leistungs-elektronisch ausgeführt? Da das Inselnetz viel kleiner als das europäische Verbundnetz ist, müsste so oder so die „Schwungmasse im Netz“ viel geringer sein. Wie schafft es Korsika trotzdem, eine stabile Stromversorgung aufrecht zu erhalten? Trotz der abenteuerlich geringen Schwungmasse?

    • Die Antwort ist ganz einfach. Auch das Inselnetz, das ja über eine HGÜ-Leitung am Festlandnetz hängt, partizipiert von der Stabilität des Landesnetztes, solange die HGÜ-Leitung und natürlich auch die WR-Anlage nicht an Leistungsgrenzen stößt. Letzten Endes kommt es nur auf eine ausreichende Leistungsreserve an, wo die steht ist egal.
      Im Gegenteil, die Frequenzregelung des Wechselrichters dürfte um einiges schneller und genauer sein als die Frequenznachführung im speisenden Landesnetz.

      • Hallo Herr W. Millauer,
        das ist klar das die Zukunft der Leistungselektronik gehört und am ende eine „Quarzuhr“ den Takt vorgibt.
        Das ist doch klar das mit jeder HGÜ Auskopplung in das AC Netz das aktueller wird.
        Die dann noch vorhanden rotierenden Massen müssen sich in den Takt der „Quarzuhr“ einreihen.

        Die erforderliche Wirk- und Blindleistung kann Leistungselektronik den Festlandnetz auch problemlos zur Verfügung stellen.

    • Herr Schlicht,
      nehmen wir als Beispiel die HVDC-Offshoreanbindungen der Windparks in Nord- und Ostsee:
      Die Energieübertragung findet durch eine DC-Verbindung (HGÜ) statt; d.h. der Wechselstrom auf der Plattform wird in DC umgewandelt und an Land wieder in AC zurück verwandelt.
      Damit ist die Offshore-Plattform vom AC-Netz des Festlandes entkoppelt und kann somit eine von 50Hz geringfügig abweichende Frequenz und Phasenlage haben! Die netztechnische Stabilität der Plattform erfolgt durch die Spannungs- und Frequenzvorgabe über die Konverterstation Offshore durch den Netzbetreiber, der bei stark schwankender Erzeugerleistung oder Stillstand (Flaute) die erforderliche Wirk- und Blindleistung zur Verfügung stellt oder abnimmt und in das Festlandnetz einspeist.
      Der Puffer für das Offshorenetz (Schwungmasse) ist also das Festlandnetz, die Wirk- und Blindleistung des Puffers wird durch die Übertragungskapazität der HVDC bestimmt.

  7. Sehr geehrter Herr Limburg, Sie erwähnen die Kosten der redispatch-Maßnahmen, die für 2018 zusätzliche mehr als 1 Milliarde Euro erzeugten. Könnte sie die Quelle dafür angeben.

    Kenne sie die Kosten für das gesamte Engpassmanagement?

    Gefunden habe ich unter (https://www.bdew.de/media/documents/Awh_20191115_Redispatch-Deutschland.pdf) : „Im Jahr 2015 stiegen die Redispatch Kosten sprungartig auf 435,4Mio. € an und sanken im Jahr 2016 auf 234,6Mio. €, was einer Reduktion von über 45 % gegenüber 2015 entspricht.Obwohl die Redispatch-Kosten des Jahres 2017 mit ca. 423,1 Mio. € geringfügig unterhalb der Kosten von 2015 lagen, weist das Jahr 2017 mit mehr als 1,4 Mrd. € höhere Kosten für das gesamte Engpassmanagement auf (2015: ca. 1,1 Mrd. €)“.

    • Obwohl die Redispatch-Kosten des Jahres 2017 mit ca. 423,1 Mio. € geringfügig unterhalb der Kosten von 2015 lagen, weist das Jahr 2017 mit mehr als 1,4 Mrd. € höhere Kosten für das gesamte Engpassmanagement auf (2015: ca. 1,1 Mrd. €). Dies lässt sich vor allem auf die höheren Kosten für die Netzreserve wie auch für das Einspei- semanagement zurückführen.

      Danke für den Hinweis, man muss sich präziser ausdrücken. Ich meinte die Kosten für das vornehm genannten“Engpassmanagement“

  8. Sehr geehrter Herr Limburg,

    Sie haben ja sooo Recht!

    Mein Fazit:
    Wir haben einen richtigen, knallharten Energie-Notstand, verursacht durch diese Bundesregierung mit ihrer verantwortungslosen Energiepolitik. Den Altparteien sei an dieser Stelle das exzellente „Klima-Manifest 2020“ der Werte-Union empfohlen.

    Noch spürt man nichts vom Energie-Notstand dank der hervorragenden Arbeit der Netzbetreiber und der „bösen“ Atom/Kohle-Kraftwerke. Aber wie lange noch?

    Die „Erneuerbaren“, in Kombination mit diesem unsinnigen Gesetz (EEG), sind der „Sargnagel“ des Industriestandortes Deutschland.

    Noch einige Kohle/Atomkraftwerke abgeschaltet, dann kippt irgendwann die Energieversorgung, und damit auch die Stimmung der Bevölkerung. Bin mal gespannt, was „am Tag danach“ so alles abgeht.

  9. Super Interview in der notwendigen Klarheit und Deutlichkeit!
    Wann geht sowas endlich in verstopfte Grünideologie-Hirne rein? Frau Merkel baut auf Erfindungsreichtum… Dabei haben wir doch bereits den „erfinderischen“ grünen „Sachverstand“, der uns unermüdlich belehrt, dass das grüne Einmaleins eben ganz neue, nämlich grüne Resultate liefert – wer wagt es da, auf das alte, rückständige Einmaleins zu verweisen?
    Heute im grünen Zeitalter ergibt 2 plus 2 eben eine grüne 10 und damit basta! Die Netz- und Koboldexpertin Annalena wird das jederzeit bestätigen! Medien und Regierung plappern ebenfalls unermüdlich nach – muss doch stimmen!
    Ist erst einmal Grünideologie im Scheuklappenhirn drin, geht nichts anderes mehr rein…

    • Herr Dr. Ullrich,
      da haben Sie sehr recht. Mit grünen Leuten haben Sie auch schon einen Großteil der Schuldigkeit genannt.
      Aber es fehlt noch der 2. Teil.
      Sie bemühen sich oft, in Hinblick auf Frau Merkel, eine Parallele zur DDR zu ziehen und der Herkunft wegen dort die Schuldigkeit hinzuordnen.
      Und da liegen Sie völlig falsch.
      Die „Energiewende“ ist ein absolut rein westliches Produkt. Wenn man sich das Kanditaturenrennen zur Präsidentschaftswahl und den USA ansieht, dann kann man das große Fürchten kriegen. Selbst der Fracking-Baron Biden agiert dort voll im Trend.
      Was die dann tatsächlich machen steht auf einem anderen Blatt.
      Aber nicht hierzulande…
      Hier muss der Wille von uncle sam Befehl sein.
      Und davon abgesehen greift die berühmte Planwirtschaft der BRD.
      Das Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes ist voll davon.
      Da muss man gar nicht erst zu Schuermannbau, Elbphilharmonie, BER, oder Stuttgart 21 schwenken.
      Wenn die DDR so geschlampt hätte, dann wäre sie nach einem Jahr Geschichte gewesen. Die DDR leistete sich eine massive Grenzbefestigung,gegen die eigene Bevölkerung. Die DDR stampfte Industriezweige aus dem Boden, die mit vernünftiger Koordination, im RGW, überflüssig gewesen wären. Trotzdem standen Mathematik, Physik und Chemie weit über Staatsbürgerkunde und ML.
      Sie können versichert sein, daß es eine solche „Energiewende“ in der DDR nicht gegeben hätte.
      Die Verantwortlichen wären in Bautzen, wahrscheinlicher in Waldheim gelandet.
      Das wäre sicher nicht gut und schön, aber angemessen.
      Sicher mögen Sie sich da fragen, ob das jetzt „Erichs späte Rache“ ist.
      Nein ist es nicht.
      Das ist reine typische BRD-Planwirtschaft – zuviele Häuptlinge und zuwenig Indianer.
      Typisch BRD…

      • @Steven Eulitz 6. Februar 2020 um 2:51
        Ich bin über 60, wahrscheinlich Sie auch in etwa, sonst könnten Sie nicht zu dieser sehr richtigen Einschätzung der DDR-Wirtschaft kommen, die ich voll und ganz bestätigen kann. Wenn auch viel Mist aus Ideologie und wirtschaftlicher Impotenz passiert ist, dass die Braunkohle nicht ewig zur Verfügung steht, hatten die Genossen sehr wohl erkannt und schon vor über 40 Jahren auf die Kernenergie als einzige vernünftige Lösung gesetzt.

        Was Ihre Aussage zu den MINT-Fächern betrifft, auch volle Zustimmung. Im „Westen“ sind diese Fächer schon mind. seit den 68ern rot-grün-ideologisch befrachtet worden mit den Folgen, die wir und kommende Generationen zu tragen haben, ….. bis zum Untergang von D in der Bedeutungslosigkeit ….

      • Ich kann vieles von dem, was mir entgegnet hier wird, nachvollziehen. Was hier in Deutschland abläuft, lässt einen in der Tat gelegentlich an der Demokratie zweifeln. Trotzdem hat sie zwei Vorteile:
        1) Spätestens, wenn es die Wähler kapiert haben, kann man eine Regierung wieder abwählen.
        2) Das Volk (sorry, ein verpönter Begriff….) bekommt, so gut es geht, seinen Willen, auch wenn derzeit rotgrüner Dauermist dabei herauskommt…
        Der hier in der BRD heute vorherrschende Trend kann einen schier zur Verzweiflung bringen. Immerhin gibt es (noch) Meinungsfreiheit – siehe EIKE.
        So sehr ich mich auch ärgere, ich muss letztendlich akzeptieren, dass wohl die meisten in diesem Land anders ticken und auch so wählen (sogar grün !!!). Und gewissermaßen mehr oder weniger bekommen, was sie verdient haben. Auch Frau Merkel macht letztendlich die Politik, mit der sie sich bei Wählern und Medien die meiste Zustimmung erhofft. Selbst Herr Söder…
        Und den Wählern sind unsere Bedenken weitgehend wurst und haben, solange es sie nicht zuviel kostet und der Strom weiter aus der Steckdose kommt, auch Angst vor der „Klimakatastrophe“. Und offensichtlich tickt mindestens die Hälfte, die eine MINT-Ausbildung genossen haben, genauso. Ärgert mich zwar, aber letztendlich bin ich bereit, die demokratischen Spielregeln zu akzeptieren. Für die anderen sind meine Argumente genauso abwegig, wie für mich die ihren…
        Aber etwas mehr Führungskraft und nicht nur dem Klimablödsinn nachrennen, das würde man von den heutigen Politikern schon wünschen. In den USA spinnen die Demokraten genauso, aber dort gibt es mit den Republikanern und Trump immerhin eine gleichgewichtige Gegenkraft…

  10. Sehr geehrter Herr Limburg,

    Sie haben ja sooo Recht!

    Meine Meinung dazu:
    Wir haben einen richtigen, knallharten Energie-Notstand, verursacht durch diese Bundesregierung mit ihrer verantwortungslosen Energiepolitik.

    Wer etwas Anderes behauptet, hat entweder NULL-Ahnung und ist damit ein „nützlicher Idiot“ des „Grünen Syndikats“, oder er ist ein gewissenloser Profiteur dieser „Energie-Wende“.

    Außerdem existiert bei den Altparteien ein massiver Wissens-Notstand zu diesem Thema.

    Die Werte-Union mit dem exzellenten Klima-Manifest 2020 sei davon ausdrücklich ausgenommen.

  11. Herr Limburg, sehr gutes Interview! Habe vor einiger Zeit Ihr Buch „Strom ist nicht gleich Strom“ erworben, was mir (als ehemaliger Elektronik-HW-Entwickler) viele Details erschlossen hat. Wegen der rasenden Entwicklung: Eine aktualisierte Neuauflage wäre schön… Allein die hilflosen Berichte unter bezüglich künftiger Netz-Versorgungssicherheit (wie „man müsste“, „man sollte“, „muss noch gelöst werden“ u. ä.) zeigen die ganze Unsicherheit unter dem Druck der Ideologie-Welle.

    • Danke für die Anerkennung. Am Buch „Strom ist nicht gleich Strom“, war zu fast 90 % der Hauptautor Herr Fred F. Mueller beteiligt. Die Reihung der Autorennamen geschah nach Alphabet. Ich hoffe er findet die Zeit für eine überarbeitete Neuauflage. Zeit wär´s (ein nettes Wortspiel, oder)
      Mit freundlichen Grüßen
      M.L.

  12. Als ich vor ca. 60 Jahren mein Praktikum im Gersteinwerk Werne-Stockum (damals Spitzenkraftwerk) machte, war das alles ganz einfach: Die hatten dafür eine mannshohe Pendeluhr und u.a. einen 100MVA Generator. Wenn dann morgens die Netzsynchronuhr nachging, wurde so lange kräftig
    Dampf gemacht, bis die Uhren wieder übereinstimmten. Allerdings gingen damals die Synchronuhren nie um mehrere Minuten nach, wie es kürzlich passiert ist.
    Wieso kann sowas bei der derzeitigen Technik überhaupt passieren??

  13. „Die Generatoren fluktuierender Energie können das nicht, auch dann nicht, wenn elektronische Synchrongeber ihnen das aufzuzwingen versuchen. Es fehlt dort einfach an den dazu notwendigen Massen.“
    Das ist meiner Meinung nach nicht richtig. Beispiel: Quarz-Uhr. Ein Schwingquarz kann sowohl eine Kirchturm- als auch eine Armband-Uhr steuern. Masse ist nicht der richtige Ausdruck. Man benötigt einen großen Energiespeicher, der die bei Lastschwankungen benötigte Energie schnell und ausreichend liefern kann.

    • Warum dieser „Beitrag“ von Ihnen? Rechnen Sie mal nach, wass die rotierenden Massen einer thermischen Kraftwerkes an Energieinhalt haben (bis hin zum Energiegehalt der Dampferzeuger…) und legen Sie das mal auf Vogelschredder und Krähenspiegel um. Die lassen sich leider nur abregeln. Wenn den Windmühlen diese Lastspitzen zugemutet würden, würden schlagartig die Rotoren abbrechen, und selbst PV mit Akku arbeitet in Richtung Netz „ohne Akku“, also ohne Kurzzeitspeicherung in den erforderlichen Dimensionen (dafür sind ja die Wechselrichter auch nicht dimensioniert…). Dass man eine PV-Inselanlage mit der erforderlichen Taktung versehen kann, hat mit diesen Problemen nix zu tun, die geht bei Überlast auch einfach nur aus …..

    • „Das ist meiner Meinung nach nicht richtig. Beispiel: Quarz-Uhr. Ein Schwingquarz kann sowohl eine Kirchturm- als auch eine Armband-Uhr steuern.“

      Sie sehen das Problem nicht: Die Netzfrequenz ist abhängig von der Generatordrehzahl und diese ist abhängig von der Belastung des Stromnetzes. Der Schwingquarz selbst kann nur als Zeitreferenz dienen, aber nicht die Turbinen steuern.

      Verkürzt ausgedrückt ist es so, dass bei Lastabfall die Generatordrehzahl steigt, weil die antreibende Turbine weniger belastet ist. Wie will ein Schwingquarz diese Turbine zu niedrigerer Drehzahl bewegen? Umgekehrt genau dasselbe: bei höherer Last am Generator sinkt die Turbinendrehzahl, sie braucht mehr *dampf*… wie soll der olle Schwingquarz diesen bereitstellen?
      Nun haben die Turbinen- Generatorensätze der Großkraftwerke den Charme, dass sie tatsächliche massereich sind und durch ihre Trägheit Beschleunigungs- und Bremsvorgänge *abfedern*, also bei Lastabfall nicht schlagartig beschleunigen und bei zu hoher Last auch ersteinmal einen Teil ihrer Rotationsenergie abgeben und dadurch das Zeitfenster für einen Regeleingriff bereitstellen.

      • „Wie will ein Schwingquarz diese Turbine zu niedrigerer Drehzahl bewegen?“
        Das Europäische Strom-Verbundnetz benötigt eine gemeinsame Zeit-Basis (Atom-Uhr), die die Soll-Netzfrequenz festlegt. Wenn die Ist-Frequenz von der Soll-Frequenz abweicht wird bei einem thermischen Kraftwerk über die Dampf-Erzeugung nachgeregelt. Ein thermisches Kraftwerk ist wohl technisch gesehen die praktischste Lösung, aber es ist nicht die einzige Lösung. Ich bin einerseits Befürworter von thermischen Kraftwerken, möchte aber andererseits mein naturwissenschaftliches Verständnis nicht aufgeben.

        • …drum schrieb ich ja: …Zeitreferenz…, er kann aber die Drehzahl selbst nicht nachregeln.

          „Ein thermisches Kraftwerk ist wohl technisch gesehen die praktischste Lösung, aber es ist nicht die einzige Lösung.“

          Tws werden heute schon Generatorsätze in eigtl. stillgelegten Kraftwerken am Netz mit betrieben, um allein durch deren Trägheit bzw. Rotationsenergie einen Zugewinn an Frequenzstabilisierung zu erreichen.

          Kann mich an Zeiten erinnern, wo für die Stromversorgung von Rechenzentren ein Motor- Generatorsatz mit einer großen Schwungmasse zwischen Netz und Rechenzentrum geschaltet war… Damit wurden sogar sehr kurzzeitige Netzausfälle einer oder mehrerer Phasen überbrückt.

    • Ja, und der Energiespeicher sind die rotierende Massen der Turbinen in den bösen Großkraftwerken. Und die fallen ja der „Energiewende“ zum Opfer! Dumm, dümmer, öko kann man da nur rufen….

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