Journalisten: Wir wollen Zensur!

Anders Denkende. Bild: sokaeiko / pixelio.de

Donna Laframboise
Falls es Leute gibt, die sich leidenschaftlich der freien Meinungsäußerung verpflichtet fühlen, dann sind es Journalisten. Vor etwas über fünf Jahren wurden neun Autoren, Redakteure und Karikaturisten ermordet, welche für das Satiremagazin Charlie Hebdo gearbeitet hatten. Islamische Fundamentalisten hatten sie der Blasphemie für schuldig befunden.

Screenshot der Berichterstattung in der Encyclopedia Britannica über das Massaker bei Charlie Hebdo

Und was hat die gesamte Redaktion der kanadischen Zeitung Winnipeg Free Press am Tag vor diesem Jahrestag gemacht? Sie rief lauthals nach Zensur! Sie trat für Intoleranz ein. Sie publizierte ein längeres Editorial mit dem Titel „Time to silence voices of denial“. Hierbei handelt es sich dem Vernehmen nach nicht um die Meinung eines einzelnen Autors, sondern um eine offizielle „Konsens-Meinung“:

Das ganze Editorial steht hier.

Die Argumente des Editorials sind der übliche Einheitsbrei. Man sagt uns, dass der Klimawandel „zweifellos das drängendste Problem unserer Zeit ist“. Aber Achtung! Freeman Dyson, einer der brillantesten Physiker der Welt, widerspricht. Er sagte einem SalonInterviewer vor über einem Jahrzehnt:

Der Gedanke, dass die globale Erwärmung das wichtigste Problem ist, vor dem die Welt steht, ist absoluter Unsinn und sehr schädlich. Es lenkt die Aufmerksamkeit der Leute von viel ernsteren Problemen ab.

Im Editorial heißt es, dass „viele Menschen immer noch leugnen, dass er existiert“. Dazu noch einmal Dyson:

Ich sage nicht, dass es keinen Klimawandel gibt. Natürlich gibt es den. Er ist Bestandteil der ganz normalen Natur, und wir wissen, dass es Klimawandel schon lange vor dem Auftauchen der Menschen gegeben hatte. Es gibt auch einen vom Menschen induzierten Klimawandel. Aber ich denke nicht, dass man sich darob Sorgen machen muss.

Das Editorial behauptet, dass Wissenschaftler einen „nahezu universellen Konsens bzgl. eines vom Menschen verursachten Klimawandels gefunden hätten“. Dyson dazu:

In der Historie der Wissenschaft ist es schon oft vorgekommen, dass die Mehrheit falsch lag und es abgelehnt hatte, auf eine Minderheit zu hören, deren Standpunkte sich jedoch später als zutreffend herausgestellt haben.

In diesem Editorial taucht zwei mal der Terminus „Klimawandel-Leugner“ auf. Das ist bösartiger, schwerer Rufmord. Jeder, dessen Argumente von der Mehrheitsmeinung abweicht, ist verdorben. Moralisch giftig. Steht auf dem gleichen Niveau wie Holocaust-Leugner.

Der Menschheit war es noch nie möglich, die Zukunft genau vorherzusehen. Endlose Litaneien von Prophezeiungen, besonders pessimistischer Natur, lagen völlig daneben (siehe hier, hier und hier). Aber wehe, man äußert sich entsprechend im Zusammenhang mit Klima, dann wird man von Journalisten mit üblen Schimpfworten bedacht.

Wie seltsam mutet das an in einer Zeit, in welchen uns eingehämmert wird, dass wir nicht nur tolerant sein sollen, sondern auch religiösen, ethnischen, rassistischen und sexuellen Minderheiten zur Seite stehen sollen. Journalisten bei der Winnipeg Free Press sondern eine intellektuelle Minderheit aus – Klimaskeptiker – und wollen sie zum Schweigen bringen und verächtlich machen.

Schon vor einem Jahr habe ich erkannt, dass Regierungen, Medienportale, Wirtschaftsbosse, Kirchen und Schulen Jahrzehnte damit zugebracht hatten zu verkünden, dass es einen Klima-Notstand gebe. Unabhängige Denker, die diese Doktrin hinterfragen, schwimmen gegen den Strom. Sie sind eingekesselt von einer Weltsicht, die sie nicht mit ihrem gewissen in Einklang bringen können. Sie sind eine verachtete Minderheit, von denen die Mainstream-Gesellschaft denkt, dass es OK ist, sie zu dämonisieren.

Diesem Editorial zufolge jedoch haben Klimaskeptiker die Konversation beherrscht:

Klimawandel-Leugner, darunter jene, die direkt in die Industrie fossiler Treibstoffe investiert haben, sollten nicht länger diktieren, wo es lang geht(Hervorhebung hinzugefügt)

(Achtung, Sarkasmus): Weil die zehntausenden von Menschen, welche jüngst ihren Arbeitsplatz in der kanadischen Ölindustrie verloren haben, tatsächlich alles im Griff haben. Die Unternehmen, welche auf eine gegen sie gerichtete Regierungspolitik reagieren, indem sie Milliarden Dollar aus Alberta abziehen, sind in Wirklichkeit die Verantwortlichen.

Genau wie andere Minderheiten, denen früher schon ein geheimer, anti-gesellschaftlicher Einfluss vorgeworfen worden war, impliziert dieses Editorial, dass Klimaskeptiker verantwortlich sind für Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen und Buschbrände in Australien. Dass es die Skeptiker ablehnen, sich zu setzen und den Mund zu halten, ist – wie man uns eindringlich sagt – unerträglich:

Im Jahre 2020 gibt es keinen Raum mehr für Debatten über die Existenz des Klimawandels … Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Führer dem Klimawandel oberste Priorität verleihen. Das ist jedoch nicht möglich, solange sie – und wir – unsere wertvolle Zeit mit im Kreis verlaufenden Debatten und Leugnungen verplempern, während die Welt um uns herum niederbrennt. (Hervorhebung hinzugefügt).

Zeitungen sollten an sich über viele Dinge berichten. Sie sollten Regierungen zur Verantwortung ziehen. Sie sollten sicherstellen, dass die Mächtigen nicht die Schwachen überrollen. Sie sollten die Debatte über die drängendsten Probleme der Gesellschaft voranbringen – und debattieren über die Art und Weise, mit der man diesen Problemen begegnen kann.

Die Winnipeg Free Press jedoch sagt, genug ist genug. Intellektueller Fundamentalismus ist angekommen. Es gibt nur eine Wahrheit.

Die Überlebenden des Charlie-Hebdo-Massakers wissen ganz genau, wo ein derartiger Fundamentalismus hinführt.

Links:

● 15 Stunden vor der Veröffentlichung dieses Beitrags habe ich drei leitenden Redakteuren der Winnipeg Free Press eine E-Mail geschrieben und um Informationen gebeten bzgl. der Zusammensetzung der Redaktion, deren Mitglieder auf der Website der Zeitung nicht genannt werden. Ich fragte, wie viele Personen „geschrieben bzw. zugestimmt hätten“, dass es an der Zeit ist, die Stimmen der Leugnung ruhig zu stellen? Bislang habe ich keine Antwort erhalten.

● Im Falle, dass dieses Editorial hinter einer Zahlschranke steht, bietet die Website eine Print-Option an. Diese habe ich zu einem PDF gemacht, welches von hier herunter geladen werden kann.

● Siehe hierzu auch meine früheren Kommentare Climate Skepticism is Free Speech

Climate Skeptics: The Despised Minority

Doubt is Not a Sin

In League with the Devil: (No Climate Free Speech, Part 2)

Aktualisierung vom 9. Januar: das oben diskutierte Editorial scheint inzwischen von der Website der Winnipeg Free Press verschwunden zu sein. Man bekommt beim Klick darauf nur noch eine Fehlermeldung.

2. Aktualisierung vom 9. Januar: Es scheint Duplikate dieses Editorials zu geben, eines veröffentlicht am 6. Januar, das zweite am 7. Januar. Ersteres ist immer noch aktiv, Letzteres scheint wieder verschwunden zu sein.

Link: https://nofrakkingconsensus.com/2020/01/08/journalists-we-want-censorship/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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8 Kommentare

  1. Es könnte hilfreich sein, die Leute einmal mit ihrer eigenen Wissenschaftlichkeit zu konfrontieren. Hier ein Musterbrief:

    ————

    Sehr geehrte …. [bitte Anrede einsetzen],

    angesichts der großen Bedeutung für die Gesellschaft halte ich es für unabdingbar, sich selbst über Klimafragen und die daraus resultierenden gesellschaftspolitischen Maßnahmen schlau zu machen. Bei der Suche im Internet stößt man zunächst immer auf die Feststellung, dass alle Maßnahmen aufgrund wissenschaftlich abgesicherter Erkenntnisse getroffen werden. Unübersehbar ist aber auch die Vielzahl der kritischen Stimmen. Diese werden allerdings nirgendwo berücksichtigt, sondern in Kommentaren pauschal als Irrtümer oder Leugnungen bezeichnet.

    Da ich dies ein wenig verwirrend fand, habe ich mich der Mühe unterzogen, die IPCC-Berichte, die die abgesicherten Erkenntnisse enthalten, und in der Folge auch eine Vielzahl von Originalveröffentlichungen, auf denen die IPCC-Berichte beruhen, zu sichten (insgesamt natürlich nur ein winziger Teil in willkürlicher Auswahl). Dabei bin ich bei ca. 90% der gesichteten Originalveröffentlichungen auf folgendes Formulierungsschema gestoßen:

    „Assuming A holds, our simulation shows that a possible outcome could be B , which possibly could result in C“, also in Deutsch: „Unter der Annahme, dass A zutrifft [man weiß es nicht, sondern unterstellt es nur], führen unsere Simulationsrechnungen zu dem Ergebnis, dass B eintreten könnte [B ist wiederum anscheinend nur eines der möglichen Ergebnisse], was [sofern es überhaupt eintritt] möglicherweise C zur Folge haben könnte [aber nicht zwingend muss].“

    Mehr Konjunktiv geht vermutlich nicht. Die Arbeiten sind demgemäß auch allesamt wissenschaftlich völlig korrekt und nicht angreifbar, enthalten aber keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern lediglich Projektionen, die unter bestimmten Bedingungen eintreten könnten. In den IPCC-Berichten sind diese Zusammenhänge i.d.R. immer noch korrekt in der „könnte“-Form enthalten, wenn auch A nur noch fallweise erwähnt wird. Nicht in den IPCC-Berichten erwähnt werden allerdings „kritische“ Arbeiten, die zu anderen Schlussfolgerungen kommen. Von diesen habe der Vollständigkeit halber ebenfalls eine Anzahl untersucht. Sie enthalten den Annahmenteil A nur in wenigen Fällen und berufen sich statt dessen auf gesicherte Messwerte und Fakten, formulieren aber ansonsten ebenfalls ihre abweichenden Schlussfolgerungen B‘ (nur äußert selten auch C‘ ) im Konjunktiv. Das IPCC trifft also Entscheidungen, welche Arbeiten in seinem Bericht referiert werden und welche nicht, erläutert aber nicht, nach welchen Kriterien diese Entscheidung getroffen wird.

    Auf dem weiteren Marsch durch die Institutionen bis hin zu Dokumenten aus Ministerien und Berichten in Medien verschwindet A vollständig und die Formulierung lautet nun

    „Wenn die Gesellschaft nicht sofort D einleitet, wird B eintreten und C die Folge sein.“

    Aus dem doppelten Konjunktiv im Original ist ein doppelter Imperativ geworden, der zwar nun formulierungsmäßig als wissenschaftliche Erkenntnis erscheint, tatsächlich aber eine Fälschung darstellt.

    Sind Ihnen diese Zusammenhänge und ihre Implikationen hinsichtlich „wissenschaftlich abgesicherter Erkenntnisse“ bekannt ? Sie dürfen meine Darstellung gerne selbst überprüfen. Ich bitte Sie um eine Stellungnahme.

    Viele Grüße

  2. Es ist an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten was Journalisten täglich zusammen fabulieren. Recherchen machen diese nie mehr. Alles ist Copy und Paste von den grossen
    Nachrichtensender Reuters etc. übernommen. Und man muss ja auch den Geldgebern als kotauende Arschkriecher sklavisch dienen. Als 4. Kraft eines Landes sollten die meisten
    Berufsverbot haben.
    Ob jetzt das Klima nicht um 1,5 Grad erhöhen zu lassen, das CO2 zu verbannen, die Meeresspiegel steigen oder fallen, Gletscher schmelzen, das ist irrelevant.
    Die Gefahren eines globalen Krieges zu vermeiden wäre erste Priorität! Man stelle sich vor, die verrückten Kriegstreiber würden auch nur eine einzige EMP-Bombe zünden.
    Würde eine solche in einer Höhe von 400 Kilometern über den USA erfolgreich explodieren, wäre auf der Erde ein Radius von 2’200 km betroffen, also die USA, Kanada
    und Mexiko insgesamt.
    Oder ein EMP-Angriff auf die NATO zerstörte die elektronischen Systeme, sowie andere
    Infrastrukturen (Kommunikation, Verkehr, Industrie und Herstellung, Wirtschaft und Finanzen, Lebensmittel und Wasser).
    Dann würden diese linkversifften, Pipivaginas und Schlappschwänze endlich aufwachen,
    leider zu spät.

  3. Der journalistische wissenschaftliche Konsens, hier meine ich u.a. auch „The Guardian“… ; lag schon sehr oft gnadenlos daneben. Zensur als Autorität ist nicht gleichbedeutend mit Wahrheit, auch wenn wir darauf immer wieder gerne hereinfallen.
    Wissenschaftliche Thesen müssen falsifizierbar sein – so beschaffen, dass es theoretisch möglich ist, sie zu widerlegen. So könnte ein Wissenschaftler die zulässige Behauptung aufstellen, alle Schwäne seien weiß. Die anderen Wissenschaftler und die Zensur – Journaille ziehen nun nicht los, um möglichst viele weiße Schwäne zu finden und selbst wenn Heerscharen von Forschern tausende von weißen Exemplaren registrieren würden, genügte ein einziger schwarzer Schwan, um die These zu widerlegen. Deshalb ist es seltsam, dass auch in der Medienwelt im Klima mit Mehrheiten argumentiert wird, als ob hier der richtige Konsens durch Wahlen legitimiert wäre. Auch die angeblichen 97 Prozent aller Forscher sind für mich ein Appell an die Autorität und damit als Argument unwissenschaftlich. So wird es nicht gelingen, die Stimme der Ablehnung zum Schweigen zu bringen … sehr pathetisch dieser Titel der Winnipeg free press!

  4. … eine ganz üble und gefährliche Entwicklung, die sich auch schon seit einiger Zeit in Eoropa abzeichnet. Meinungsgegnern den Mund zu verbieten, ist das Ende der Demokratie. Diese Verbieter können leider kaum in die Schranken gewiesen werden:
    Wenn es keine Klima-Bürgerkriege gibt, dann do sicher bald die ersten Toten.
    Das muß überall laut und deutlich werden!

  5. Mal eine Frage, warum betreibt dann die Presse eigene Reisedienste ? Mit Angeboten von Kreuzfahrten 🚢 Flugreisen etc. ? Wie zum Beispiel Reisewelt Sternreisen auch diverse andere Blätter bieten Leserreisen an ,wie unsere Tageszeitung oder auch die Parteien die am lautesten den Klimaschutz fordern wie etwa die SPD mit ihrem Reiseservice, Spiegel wirbt mit USA Reisen 🧳 nicht zu vergessen ,dass viele CDU Ortsverbände Reisen veranstalten . Eine ganz schöne Heuchlerei und Doppelmoral. Wir wird es schlecht wie wir hier belogen werden 🤮🤮🤮ich habe noch vergessen die Zeit hat auch einen Reiseservice! Nennt sich Zeit Reisen unsw.

    • Ganz einfach: Mit Reisen kann man genau so gut Geld verdienen, wie mit Klima. Bei dem einen Geschäft wird angenehmes Leben versprochen, bei dem anderen Geschäft wird unangenehmes Leben versprochen. Beides bringt Geld, mal zieht das eine mehr, mal das andere.

      Ob die Reise so schön wird, wie versprochen, oder ob das Klima so übel kollabiert, wie versprochen, interessiert doch die Presse nicht. Verkauft ist verkauft. Je mehr kaufen, umso besser, egal von welchem! So oder so eine sich lohnende Angelegenheit.

      • Eine Ankündigung des Weltuntergangs gibt halt mehr Klicks (oder Auflage). Das Schlagwort „Klima“ bringt’s wohl auch (click bait).

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