Alphabet, Apple, Dell und Tesla: Komplizen bei der Ausbeutung von Kindern

Kinder in den Kobalt-Minen in Kailo, Kongo. Bild: Julien Hameis, Quelle: Wikimedia. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Child_labor,_Artisan_Mining_in_Kailo_Congo.jpg

Eric Worrall
Den International Rights Advocates zufolge haben die Giganten Alphabet, Apple, Dell und Tesla ihre Zulieferkette so gestaltet, dass ihre Opfer keine Chance haben, sich zu wehren.

Menschenrechtler: Alphabet, Apple, Dell Tesla, Microsoft bedienen sich der Kinderarbeit, um Kobalt für Batterien abzubauen

Technik-Giganten verklagt wegen des Vorwurfs ,wissentlich von der grausamen und brutalen Ausbeutung kleiner Kinder zu profitieren‘

Von Thomas Claburn in San Francisco

Die Google-Tochter Alphabet sowie Apple, Dell, Microsoft und Tesla sind angeklagt, „wissentlich zu profitieren von und einen Beitrag zu leisten zu der grausamen und brutalen Ausbeutung von Kindern in der Demokratischen Republik Kongo (DRC), um Kobalt abzubauen“. Kobalt ist ein grundlegender Bestandteil von Lithium-Ionen-Batterien, welche diese Unternehmen von Zulieferern wie Glencore, Umicore und Huayou Cobalt erhalten.

Am Sonntag hat International Rights Advocates (IRAdvocates), eine in Washington DC ansässige Menschenrechtsgruppe, im Namen von 13 namentlich nicht genannten Klägern eine Klage (PDF) angestrengt. Jeder einzelne dieser 13 ist entweder ein minderjähriger Arbeiter, der beim Abbau von Kobalt in der DRC verletzt wurde oder ein enger Verwandter eines Kindes, welches in einem Bergbau-bedingten Unfall ums Leben kam. Sie sind nicht deshalb namentlich nicht genannt, weil man ihre Namen nicht kennt, heißt es in der Klageschrift, sondern weil sie ihr Leben aufs Spiel setzen, weil sie mächtige Industrien und die Regierung der DRC gegen sich aufbringen, welche von diesem Status Quo sehr profitieren.

Weiter heißt es in der Klageschrift: „Die Kläger und andere Kinderarbeiter in den Minen, welche für die beklagten Firmen Alphabet, Dell, Microsoft und Tesla Kobalt produzieren, verdienen normalerweise 2 bis 3 US-Dollar pro Tag, und – bemerkenswerterweise – vielfach auch noch weniger, und das, obwohl sie zermürbende und gefährliche Arbeit machen, die sie vermutlich töten oder dauerhaft verkrüppeln wird.

Anstatt bedeutsame Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Todesfälle und Verkrüppelungen von Kindern in den Kobaltminen in der DRC zu verhindern, behaupten die beklagten Firmen Alphabet, Apple, Dell, Tesla und Microsoft, ,freiwillig Programme‘ aufgelegt zu haben, um sie selbst daran zu hindern, verbotener Kinder- und Zwangsarbeit in ihren Zulieferketten Vorschub zu leisten“.

Das Programm zur Verhinderung von Kinderarbeit von Apple steht für viele andere auch. Typischerweise verlässt man sich darauf, dass Meldungen von Arbeitsmissbrauch den betroffenen Menschen vielfach gar nicht möglich sind.

Das Programm stützt sich nämlich der Klageschrift zufolge darauf, dass „des Lesens weitgehend ungebildete, in verzweifelter Armut lebende und extrem verwundbare Menschen nicht in der Lage sind, das Verfahren einer Klage gegen Apple ergründen, um Verletzungen ihrer Rechte geltend machen zu können, wenn sie sich keine Personalcomputer oder iPhones leisten können und auch keinerlei Zugang zum Internet oder zu Handys haben, um die Welt da draußen zu informieren im Zusammenhang mit einem gewalttätigen Regime, welches keinerlei Abweichung duldet, und einer nicht überwachten Industrie, welche gegen jedwede Whistleblower straffrei nach Belieben vorgehen kann“.

Mehr hier.

Kobalt ist eine unabdingbare Komponente zur Herstellung von Lithium-Batterien hoher Kapazität und wird außerdem in modernen elektronischen Systemen verbaut wie Handys, Laptops und Elektrofahrzeugen.

Die DRC bietet eine billige Kobalt-Quelle durch die Ausbeutung von Kindern. Man schickt Kinder in entsetzlich unsichere Bedingungen, wo viele von ihnen sterben, entweder durch Unfälle in den Minen oder durch die Inhalation der hoch giftigen Kobalt-Mineralien, die sie abbauen.

Die genannten Unternehmen behaupten, dass sie Programme aufgelegt haben, um diese Übel zu beseitigen. Die Klage macht jedoch geltend, dass diese Programme ein Fall von Augenwischerei sind [plausible deniability].

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/12/18/climate-friendly-lithium-battery-horror-lawsuit-accuses-alphabet-apple-dell-and-tesla-of-complicity-in-child-exploitation/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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5 Kommentare

  1. Der händische und kleinskalige Kobaltabbau (ASM – Artisanal small-scale mining) – in dessen Ausläufern die Kinderarbeit stattfindet – ist seit 2011 bis 2015 von ca. 80% auf 15..20% zurückgegangen (Quelle: Deutsche Rostoffagentur, Commodity Top News 53).
    Im gleichen Zeitraum ist der gravimetrische Anteil am benötigten Kobalt in den Akkus um 20..40% zurückgegangen (NMC-111 -> NMC-442 -> NCA).

    Auch hochfeste Stähle im Automobilbau kommen ohne Kobalt nicht aus: Neben den HSS Stählen in der Produktion, findet sich Kobalt unter anderem in Benzineinspritzventilen, temperaturbeanspruchten Stählen in Kolben und Zylinderlaufbuchsen, sowie in den Katalysatoren.

    ASM im Kongo ist – neben Kobalt – bei der Gold-, Tantal, Wolfram- und Zinngewinnung an der Tagesordnung. Alle vier Metalle sind in allen Fahrzeugen verbaut (Elektronik, Kondensatoren, Stahl, Karosserie). Wolfram ist für die Schneidewerkzeuge in der Gas- und Ölexploration unumgänglich.

    Kinderarbeit wird nicht durch den Abbau hervorgerufen, sondern im Wesentlichen durch die Armut und mangelnde alternative Einkommensmöglichkeiten der Familien (und durch die Korruption gefördert). Die Kinderarbeit wird man auch nicht durch leicht zurückdrängen können. Eine Technologisierung des Erzabbaus, das Schaffen von Arbeit(splätzen) und eine nachhaltige Unterstützung wäre hier eine guter Ansatz.

    Dass Kobalt ist unabdingbar zur Herstellung von Lithium-Batterien sei, ist nicht Gott gegeben. Der japanische i-MiEV fährt mit kobaltfreien SCiB Batterien. Neben den bereits verwendeten (teueren) Titanzusätzen, gibt es etliche Forschung in Richtung anderer Strukturgeber in der Batterie, die Kobalt ersetzen können (Mitteilungen von SVOLT, IBM, EASE CoFBAT, …).

    Das Problem ist auch nicht die Inhalation der hoch giftigen Kobalt-Mineralien. Kobalt macht im Erz weniger als 2% aus. Es ist generell der arsenhaltige Stein- und Mineralstaub, welcher zu lebensverkürzenden Staublungen führt.

    Generell finde ich die Klage entsprechend einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Bei unter 5% Kobalt in der Batteriezelle würde eine Verdopplung des Kobaltpreises zur Verbesserung des Abbaus beim Batteriepack auf weniger als 1% Kostenerhöhung hinauslaufen. Ähnlich, wie der Aufstieg des Verbrennungsmotors die Ölgewinnung und die Techniken dazu angestachelt hat, kann die Elektromobilität auch die Entwicklung neuer Batterie- und Abbautechnologien fördern.

  2. Glauben die Mitglieder dieser „Menschenrechtsgruppe“ wirklich, dass es diesen Kindern und ihren Familien besser gehen würde, wenn die Kinder nicht diese Arbeit machen würden und die Familien dann jeden Tag 2-3 Dollar weniger hätten? In Wirklichkeit klagen sie dafür, dass es diesen Kindern und ihren Familien noch schlechter gehen soll!
    Wäre ich der Weihnachtsmann, würde ich bei dieser „Menschenrechtsorganisation“ den Knüppel aus dem Sack holen!

  3. Warum verklagen diese NGOs nicht die Endkäufer? Die sind es doch, welche die Produkte kaufen und verwenden. Bestimmt fiele unseren Politikern auch eine Lösung ein: Zum Beispiel eine zusätzliche „Kinderarbeit-Vermeidungssteuer“ auf jedes Mobile, E-Auto (auch Windmühle) und eine große Controllingbehörde dazu, samt internationaler Überwachungsbehörde (bei der UN angesiedelt, in welcher dann die Politkaste der Explorationsländer mit gut dotierten Posten sitzt).
    Und warum sind nicht zuerst einmal die Regierungen der Explorationsländer für ihre Bevölkerung verantwortlich?
    Mit etwas Willen kann es kein wirkliches Problem sein, den Abbau industriell ohne Kinderarbeit durchzuführen. Es hat bestimmt Gründe, warum Eltern ihre Kinder in solche Gruben schicken (müssen). Entwicklungsminister Müller hat sicher einen strategischen Plan dazu in seiner Schublade, mindestens wird er irgendwann auf irgend einer Tagung Gedanken dazu vortragen.
    Weil sich kein Land traut, solche Probleme der für ihre Bürger versagenden Regierungscliquen zu lösen, werden die Firmen, welche Rohstoffe kaufen angegangen. Denn die haben offiziell Geld (nicht auf versteckten Konten wie die Regierungsclans) und in bestimmten Ländern die Gefahr, nach irgendwelchen Rechtsmitteln verurteilbar zu sein.
    Bin auch „dafür“ (wird ja schon umgesetzt): Vorsichtshalber solche Geschäfte verbieten, oder nur noch mit (teuren) Zertifizierungen von WWF und Greenpeace erlauben (damit die wenigstens vorübergehend „satt“ sind und Ruhe geben). Dann abwarten, dass das Geschäft nur noch China auf seine (rücksichtslose) Art macht, dann China wegen seiner vorausschauenden Rohstoffpolitik loben, dabei unsere tadeln, weil die immer alles von China kaufen (müssen).

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