Peer Review zum Gastbeitrag von Rahmstorf im Spiegel

von Liselotte Kornstaedt und Horst-Joachim Lüdecke
Am 30. November 2019 erschien auf Spiegel Online / Spiegel+ ein Gastbeitrag von Stefan Rahmstorf unter dem Titel „Ein Forscher sagte schon 1977 den Klimawandel voraus – leider arbeitete er bei Exxon“. Wenn der Spiegel ein wissenschaftliches Begutachtungssystem (Peer Review) hätte, hätte der Brief der Redaktion etwa so aussehen können.

Herrn Prof. Dr. Stefan Rahmstorf
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Betreff: Ihr Gastbeitrag, eingereicht zur Veröffentlichung auf Spiegel Online/Spiegel+
„Ein Forscher sagte schon 1977 den Klimawandel voraus – leider arbeitete er bei Exxon“

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/james-black-sagte-1977-die-klimakrise-voraus-leider-arbeitete-er-bei-exxon-a-1298292.html

 

Final Decision: decline / ablehnen

Sehr geehrter Herr Professor Rahmstorf,

Ihre oben genannte Arbeit haben wir zwei unabhängigen Gutachtern vorgelegt. Beide kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass das Manuskript den bekannten Qualitätsstandards unserer Zeitschrift nicht genügt, und raten von einer Veröffentlichung ab. Wir hoffen dennoch, dass Sie für zukünftige Arbeiten unsere Zeitschrift wieder in Erwägung ziehen.

Mit freundlichen Grüßen,

Redaktion Spiegel Online/Spiegel+

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Gutachter #1

Die Arbeit beinhaltet drei Aussagen:

(a) Bereits 1977 habe ein Wissenschaftler des amerikanischen Ölkonzerns Exxon, James Black, die Entwicklung der globalen Mitteltemperatur über 150.000 Jahre inklusive aktuellem anthropogenem Anstieg erstaunlich realitätsnah beschrieben (Abb. 1, schwarze Kurve).

(b) Von 2025 an in die Zukunft gerechnet sei die Vorhersage von Black allerdings falsch, da sie ein Absinken der Temperatur nach Ende von CO2-Emissionen annahm. Richtig sei vielmehr das aktuelle Modell des PIK, das einen weiteren Anstieg und ein dauerhaft hohes Niveau vorhersagt (Abb. 1, rote Kurve).

(c) Wenn Exxon die Erkenntnisse seines Mitarbeiters nicht systematisch unterdrückt hätte, hätte die Menschheit viel früher handeln können.

Abb. 1. Grafik aus der zu begutachtenden Arbeit von Rahmsdorf: schwarze Kurve = „Szenario“ (rekonstruierte Daten+Modell) von Black (1977),  rote Kurve = Modell des PIK (nach Ganopolski & Bovkin, 2017).

 

Zentrale Kritikpunkte (major issues)

  1. Der Autor R. vermischt durchweg zwei unterschiedliche Ebenen wissenschaftlichen Arbeitens: Modellebene (Simulation) und empirische Ebene (Daten). Er schreibt „Wie nah sich Black mit seinen 42 Jahre alten Erkenntnissen an der Realität bewegt, ist erstaunlich. Sichtbar wird das, wenn man die alte Grafik mit dem modernen Wissensstand der Paläoklimaforschung vergleicht.“ Was meint er mit „Realität“?

Die Grafik im Manuskript (Abb. 1) besteht aus drei Abschnitten.

  • Im Zeitraum bis „heute“ (1977?) stellt die rote Kurve ein Modell des PIK dar ([1] Ganopolski & Bovkin, 2017) und die schwarze Kurve rekonstruierte Temperaturdaten [3]. (Das zeigt erst ein Blick in die Originalarbeit von Black ([2] 1977, S. 7).
  • Im Zeitraum ab „heute“ (1977?) stellen beide Kurven Modelle dar. Diese stimmen überein bis zum Punkt „durch CO2-Emissionen hervorgerufenes Interglazial“ (d.h. 2025, siehe Black 1).
  • Ab diesem Punkt divergieren die beiden.

Ab „heute“ (1977?) vergleicht R. also nur noch zwei Modelle miteinander. Rein logisch könnte ebenso gut das PIK-Modell falsch und das von Black richtig, oder beide falsch sein. Die Formulierung von R. erweckt unzulässig den Eindruck, das Modell des PIK sei eine „Realität“, an der die Vorhersage von Black validiert werden könnte. Dabei enthält umgekehrt nur die Kurve von Black überhaupt Daten.

Somit ist R. für seine Aussagen (a) und (b) die Begründung schuldig geblieben.

Sollte ihm das versehentlich passiert sein, genügt seine Arbeit nicht den allerniedrigsten wissenschaftlichen Standards. War es Absicht, muss er sich den Vorwurf der bewussten Irreführung seiner nicht-wissenschaftlichen Leser gefallen lassen.

  1. Der Autor zitiert selektiv aus der Studie von Black (1977). Auf Seite 2 dieser 42 Jahre alten Studie findet sich nämlich der Satz: „Present thinking holds that man has a time window of five to ten years before the need for hard decisions regarding changes in energy strategies might become critical.“ Ist R. der Meinung, auch mit dieser Prognose bewege sich Black erstaunlich nahe an der Realität? Wenn ja, wäre die aktuell gleichlautende Botschaft des PIK ja falsch (und es heute längst zu spät für irgendwelche Maßnahmen). Wenn nein, wäre die alte Arbeit doch nicht so gut wie behauptet (und man fragt sich, ob die heutige Prognose denn valider sei). Das hätte er diskutieren müssen.
  2. Die Arbeit lässt die Frage offen, was überhaupt der Erkenntnisfortschritt des PIK sei, wenn Black schon 1977 die Temperaturentwicklung bis heute so exakt vorhergesagt hat. Für den Zeitraum ab heute, wo die Modelle divergieren, hätte der Autor eine Begründung für die Überlegenheit der (roten) PIK-Kurve geben müssen.

Weitere Kritikpunkte (minor issues)

  1. Obwohl Quellen verlinkt sind, enthalten diese nicht die versprochene Information. Die zentral besprochene Arbeit von James Black (1977) fehlt ganz, obwohl sie im Internet frei verfügbar ist [2]. Als Beleg für die rote Kurve in der Abbildung ist das Erdsystemmodell von Ganopolski und Brovkin (2017) [1] angegeben. In dieser Arbeit ist der entscheidende Teil der Kurve, die Prognose ab heute, aber nicht zu finden.
  2. Bildunterschrift zur Grafik (Abb. 1): „Black ging in seinem Szenario (schwarze Kurve) davon aus, dass die CO2-Emissionen etwa bis zum Jahr 2025 ansteigen und danach im selben Maße wieder abnehmen würden.“ Die Grafik zeigt jedoch die Temperatur und nicht die CO2-Emissionen.

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Gutachter #2

  1. Die AfD argumentiert nicht „mit von Exxon lancierten Behauptungen“, woher hat R. das? (Im als Quelle verlinkten R.-Blog findet sich nur die Aussage in der WELT, der „menschengemachte CO2-Anteil in der Luft beträgt nur 0,0016 Prozent“, welche von der AfD aufgegriffen worden sei. Diese Aussage ist keine von Exxon lancierte Behauptung.)
  2. Die im Manuskript gezeigte Grafik (Abb. 1) erlaubt nicht zu entscheiden, wo „heute“ genau liegt. Rechts von „heute“ liegende Kurven sind naturgemäß alles Modellkurven. Nachdem bisher kein Klimamodell die nahe Vergangenheit nachbilden konnte (auch den nun 20 Jahre andauernden Hiatus hat kein Modell vorhergesagt) fragt man sich, warum man die in der Abbildung gezeigten Fortsetzungen nach „heute“ ernst nehmen soll.
  3. Die Schilderung von R., das aktuelle Erdsystemmodell des PIK sei in der Lage, „alleine aus den Milankovitch-Zyklen die Eiszeiten korrekt zu reproduzieren“, ist fehlerhaft. Das jeweils lange Abtauchen in Glaziale sind mit Milankowitch gut erklärbar, das jeweils ungewöhnlich schnelle Auftauchen aus einer Eiszeit ist dagegen bis heute ungeklärt und eines der größten Rätsel der aktuellen Klimaforschung. Zu diesem Problem gibt es weit über 100 Fachpublikationen (alle mit „wir wissen nicht, warum“). Siehe z.B. [4] https://scienceofdoom.com/roadmap/ghosts-of-climates-past/
  4. Die Aussage von R.: „Recht hatte Black mit seiner Folgerung, dass die CO2-Erwärmung die höchsten Temperaturen des Holozäns übertreffen würde – das hat sie inzwischen wahrscheinlich getan„, ist falsch: Die Vostok-Eisbohrkernkurve [5] (Abb. 2), die Erkenntnisse der Gletscherforschung (z.B. [6] Lecavalier et al., 2013, Fig. 6) usw. – alle widersprechen.

Abb. 2: Vostok-Eisbohrkernkurve, nach [5] Petit et al. 1999, Nature 399, Fig. 3. Relevant ist hier der kurze Verlauf der letzten 10.000 Jahre in der Gesamtkurve (blau oben rechts): Man erkennt im Holozän, insbesondere bei besserer Zeitauflösung als in dieser Abbildung, mehrere Temperaturmaxima höher als heute.

  1. Die Behauptung von R., dass die erhöhten CO2-Mengen erst nach 1000 Jahren wieder verschwunden seien, ist falsch (z.B. [7] Joos et al., 2013, Fig. 8). Auch [8] Lüdecke & Weiss (2016) finden eine Halbwertszeit um die 100 Jahre.
  2. Dass die nächste Eiszeit ausfallen wird, ist eine durch nichts gestützte freie Behauptung.

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Quellen/Literatur:

[1] Ganopolski. A. & Brovkin, V. (2017). Simulation of climate, ice sheets and CO2 evolution during the last four glacial cycles with an Earth system model of intermediate complexity. Climate oft he Past 13, 1695–1716.
https://www.clim-past.net/13/1695/2017/

[2] Black. J. (1977). https://insideclimatenews.org/documents/james-black-1977-presentation

[3] J. Murray Mitchell, Jr.: Environmental Data Service, NOAA, 1977. Zitiert nach Black. J. (1977). https://insideclimatenews.org/documents/james-black-1977-presentation

[4] https://scienceofdoom.com/roadmap/ghosts-of-climates-past/

[5] Petit et al. (1999). Climate and Atmospheric History of the Past 420,000 Years from the Vostok Ice Core, Antarctica. Nature 399 (3),  429-436.
https://www.nature.com/articles/20859?proof=true

[6] Lecavalier, B.S., et al. (2013). Revised estimates of Greenland ice sheet thinning histories based on ice-core records. Quaternary Science Reviews 63, 73-82.
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S027737911200532X

[7] Joos et al. (2013). Carbon dioxide and climate impulse response functions for the computation of greenhouse gas metrics: a multi-model analysis. Atmospheric Chemistry and Physics 13, 2793–2825.
https://www.atmos-chem-phys.net/13/2793/2013/acp-13-2793-2013.html

[8] Lüdecke, H.-J. & Weiss, C.O. (2016). Simple Model for the Antropogenically Forced CO2 Cycle Tested on Measured Quantities. Journal of Geography, Environment and Earth Science International 8(4), 1-12.
https://www.semanticscholar.org/paper/Simple-Model-for-the-Antropogenically-Forced-CO2-on-L%C3%BCdecke-Weiss/1e196cdb9596a6dfbe955ccbe9df20e6c51c4b70

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33 Kommentare

  1. Ich möchte mal wissen:
    1, Seit wann wissen die Coca Cola und Pepsi Cola Konzerne, alle Mineralwasserhersteller und Bierbrauer der Welt um die Gefährlichkeit von CO2?
    Seit Jahrzehnten? Und haben ihre klimaschädliche Tätigkeit mit der Emission von Millionen Tonnen CO2 nicht eingestellt?
    Wie viel cent besteuert der grüne Deal den
    – Bierverbrauch
    – Mineralwasserverbrauch (kohlensäurehaltig) und
    – Colaverbrauch?
    Mit Null Komma Nix?
    Sehr ihr, dass es der Leyen, dem Ramstorf, und der ganzen Truppe von Grüne bis XR, von Greta bis Fridays GAR NICHT UM DAS KLIMA GEHT?

    • Der Ton im vorgestellten Video ist sehr leise, man kann der Diskussion deshalb schlecht folgen. Meine Diagnose: Wenn der Schall so stark gedämpft wird, muss die Treibhausgas-Konzentration im Café ungewöhnlich hoch sein. Das belegen auch die Schweiß-Ausbrüche der Diskutanten.?!?

      • Bei dem Klimawandel im Dezember kommt man auch schon ins Schwitzen. Oder es ist einfach das schlechte Gewissen, das Herrn Rahmstorf zu schaffen macht. Er ist Getriebener seiner Kipppunkte und kommt da nun nicht mehr so einfach raus. Das würde mir auch Angst bereiten und mich ins Schwitzen bringen.

        Was er braucht ist definitiv eine Auszeit und eine Reha. Wird er sich aber in nächster Zeit wohl noch nicht gönnen, sondern erst wenn der Klimahype vorbei geht.

    • Herr Rahmstorf sollte sich nicht Ozeanologe oder Wissenschaftler nennen.

      Seine Behauptung, das Muschelfarmer von Alaska nach Hawai umziehen muessen, wegen Ozeanversauerung ist so weit an den Haaren herbeigezogen, das es kracht.

      Zwei Minuten im Internet bestaetigen, das es eine solche Meldung gab. http://apps.seattletimes.com/reports/sea-change/2013/sep/11/oysters-hit-hard/

      Noch zwei Minuten spaeter findet man die wirklichen Verhaeltnisse in der Willapa Bay:

      https://www.opb.org/news/article/washington-willapa-bay-oysters-ghost-shrimp/
      https://fortress.wa.gov/ecy/publications/publications/0103005.pdf

      Wir lernen, das bisher Garnelen mit Pestiziden kurz gehalten wurden, um die Austern zu schuetzen. Seit dem Verbot von Carboryl gehts mit Garnelen aufwaerts und die Austernzucht abwaerts.

      Herr Rahmstorf sollte sich schaemen.

  2. Falsche Begriffe führen zu Missverständnissen. Der Begriff „Eiszeit“ sollte überhaupt nicht mehr verwendet werden. „Eiszeit“ kann als die kalte Phase (Glazial) zwischen zwei Interglazialen, etwa zwischen Eem und Holozän, verstanden werden. „Eiszeit“ wird aber auch mit „Eiszeitalter“ gleichgesetzt, etwa unser jetziges Quartäres Eiszeitalter (seit 2,6 Millionen Jahre, der Eisbohrkern ist ein Teil davon). Wir befinden uns momentan innerhalb der Eiszeit = Eiszeitalter. Auch unser Holozän gehört dazu. Deshalb ist es nicht richtig, zu behaupten, wir hätten vor 12 Tausend Jahren die „Eiszeit“ verlassen, um ins Holozän überzugehen. Von PIK ist es auch nicht richtig, zu behaupten, die nächste „Eiszeit“ würde ausfallen. Denn was meinen die dort mit „Eiszeit“? Wenn wir uns bereits in der Eiszeit = Eiszeitalter befinden, brauchen wir nicht auf die nächste „Eiszeit“ zu warten. Das PIK will hier nur suggerieren, wir befänden uns in einer klimatisch warmen Zeit und würden weitere Wärme oben drauf setzen. Blickt noch jemand durch? Also: Benutzt die richtigen Begriffe, wie „Eiszeitalter“ „Warmklima“ „Kaltzeit“ „Warmzeit“ „Glazial“ „Interglazial“. Aber benutzt bitte nicht mehr den Begriff „Eiszeit“!!!

    • Ich möchte Ihnen zustimmen, Herr Moß. Klimawandel, Eiszeit, Warmzeit – das sind doch Vorgänge, die sich über Jahrhunderte und Jahrtausende hinziehen. Aber natürlich gibt es viel kurzfristigere KlimaFLUKTUATIONEN. Wenn wir jetzt in eine Kaltzeit gleiten, was ich für sehr wahrscheinlich halte, ist doch das im Grunde nur eine Klima-Fluktuation. Oder verstehe ich da was nicht?

      Chris Frey

  3. Man möge sich doch mal überlegen, was eine behauptete „erwärmung“ von 2 Grad Celsius binnen 100 Jahren bedeutet. Es sind gerade mal 0,1 Grad Celsius binnen 5 Jahren.

    Und dann möge man sich mal die Daten hier herausholen:
    USC00303773,HEMLOCK, NY US

    Man muß den Datensatz zwar noch korrigieren, also fehlende Daten statistisch hinzufügen.
    Das ändert aber nicht die Tatsache, daß nach 1953 die Temperaturen (TMAX) nicht mehr angestiegen sind.
    Ich kann nur jedermann empfehlen sich mal mit den Originalmeßdaten des Mittleren Westens der USA zu befassen. Da wird man feststellen, daß die Temperaturen TMAX nach unten gegangen sind, so nach 1940.

  4. Sehr geehrter Herr Professor Lüdecke

    „Die Behauptung von R., dass die erhöhten CO2-Mengen erst nach 1000 Jahren wieder verschwunden seien, ist falsch … Auch [8] Lüdecke & Weiss (2016) finden eine Halbwertszeit um die 100 Jahre.“

    Selbst die 100 Jahre sind ziemlich sicher deutlich zu hoch: Der Kohlenstoffaustausch zwischen Atmosphäre und Ozean gehört zu den Diffusionsprozessen, und die Beschreibung dieser Prozesse ist im Prinzip gut bekannt.

    Aus der Ihnen sicherlich bekannten Abnahme des C14 nach den Ende der Atombombenversuchen in der Atmosphäre läßt sich eine „Verweilzeit“ (Zeitkonstante T) des atmosphärischen Kohlenstoffs von etwa T = 15 Jahren ableiten. Daraus hat damals schon Sir John Houghton, der Klimaforscher bei GISS, eine Austauschrate von etwa 90 Gt C pro Jahr abgeleitet. (Nach meinen Abschätzungen passen 50 Gt pro Jahr besser.)

    Allerdings gab Houghton noch weitere, viel größere Verweilzeiten an, aber die kleinste ist in Diffusionsprozessen immer die relevante: Bei einem Eimer mit einem kleinen Loch im Boden, das eine lange Verweilzeit des Wassers im Eimer ergäbe, spielt diese auch keine Rolle, wenn man das Wasser aus dem Eimer (mit kurzer Zeitkonstante) auskippt!

    Bei einem Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre von ca 750 Gt ergibt sich daraus nach Houghton eine Zeitkonstante von ca. 8 Jahren. Solange man weit von der Sättigung des Kohlenstoffs in Atmosphäre und Ozean entfernt ist (was der Fall ist), müssen die Verhältnisse linear sein, und in diesem Fall ist eben nur diese kurze Verweilzeit von Bedeutung. Diese gelten auch für Teilmengen des ausgetauschten Stoffes. Alle längeren Verweilzeiten sind demgegenüber nur Dreckeffekte.

    Demnach müssen zwangsläufig noch andere bedeutende variable Quell/Senken für den atmosphärischen Kohlenstoff als die anthropogene existieren. Das legen auch die Isotopenverhältnisse C13/C12 nahe. Diese lassen sogar auf einen Anteil des anthropogenen Beitrages von nur ca. 30% des Anstiegs „seit Beginn der Industrialisierung“ schließen. Auf letzteres hatte schon vor etwa 15 Jahren Tom Segalstad hingewiesen, aber so etwas wird von IPCC etc. ignoriert.

    Fazit: Der ganze Kohlenstoffkreislauf birgt noch viele Rätsel und ist noch sehr wenig verstanden.

    MfG
    Gerhard Wedekind

  5. Wie auch immer, es geht um die Zukunft, und die kennt keiner. Schon gar nicht R., der mit den gescheiterten Versagermodellen des IPCC und daraus abgeleiteten „Prognosen“ alle Unbedarften permanent verrückt macht. Weshalb bei dieser Klima-Mafia von Anfang an auch „die Patin“ mitspielt, darüber mag man spekulieren. Jedenfalls sitzen sie heute alle in einem Boot. Dass die Wahrheit dabei nicht im Geringsten interessiert, das hat sich nicht erst seit KlimaGate vielfach erwiesen. Ich frage mich, wie der Mann dieses Spiel über die Jahrzehnte hinweg überhaupt durchhält.

  6. Der Spiegel ist doch genau das richtige Medium, um Märchen zu erzählen. Seit Relotius wissen wir doch, dass er selber daran glaubt.

  7. 1. Das Szenario von Black 1977 zeigt eine max. Temperatur, die nur 1°C über der Eem-Warmzeit (letzten Warmzeit) liegt. Also keine Klimakatastrophe!

    2. Und es ist Quatsch, dass die Temperaturerhöhung 25.000 Jahre anhält. Siehe IPCC-Berichte.

    http://www.science-skeptical.de/wp-content/uploads/2019/05/CO2-Abbau.jpg

    Nach 100 Jahren ist das anthropogene CO2 zu 70% verschwunden und damit auch seine Wirkung auf den Strahlungssantrieb und die Temperatur!

    3. Black wusste 1977 nicht wo die Klimasensitivität liegt. Hansen 1988 hat beispielsweise 3,5°C angesetzt. Heute geht das IPCC von Werte von 1,5°C bis 4,5°C aus.

    PS

    Herr Rahmstorf fährt gerade wieder in den Skiurlaub in die Alpen. Auf beschreiten Pisten kurvt er rum, aber reist mit der Bahn und 100% Ökostromticket an.

    https://www.youtube.com/watch?v=zdgV6L0LCoE

    Oder er fliegt mit Familie wieder nach Australien zu einen Kongress, oder als Gastprofessor, um dort über Weihnachten zu surfen.

    http://www.rahmstorf.eu/material/surfing_sydney.mp4

    Für die Tonne CO2 zahlt er auch nur 40 € Ausgleich und keine 180 €.

    Er glaubt also selbst nicht, was er propagiert, oder handelt einfach nicht danach, da er das süße Leben genießt.

  8. Das mögliche CO2-Problem wegen der energiebedingten anthropogenen Emission hat Ende der 1960er Jahre schon Prof. Heinz Haber in seiner Sendung „Prof. Haber experimentiert“ ausführlich dargestellt.

    • Die Originalveröffentlichung zum CO2-bedingten Klimawandel stammt schon von 1896 und der Autor Svante Arrhenius postulierte eine Klimasensitivität von 4-6. Den zukünftigen Anstieg des CO2 kannte der Autor natürlich nicht, aber wenn man die Daten zur Hand hat, kann man genau das vorhersagen, was der Exxon-Forscher „entdeckte“, zumal die Kurven doch eher grob sind.

  9. Im Artikel steht:

    Die Behauptung von R., dass die erhöhten CO2-Mengen erst nach 1000 Jahren wieder verschwunden seien, ist falsch (z.B. [7] Joos et al., 2013, Fig. 8).

    Ich habe mir die Grafik in der Veröffentlichung mal angesehen. Die zeigt einen Bereich von 500 Jahren, in den ersten Jahren fällt der CO2 Gehalt stark ab, dann wird die Kurve flacher und nach 500 Jahren sind immer noch etwa 28% der Pulses in der Atmosphäre. Im Text steht: „25 ± 9% is still found in the atmosphere after 1000 yr“ (nach 1000 Jahren sind immer noch 25% ± 9% in der Atmosphäre. Übersehe ich da etwas? Oder hat sich einer der Gutachter geirrt, was die Widerlegung angeht?

    • Ich finde schon, dass die Grafik ([7] Joos et al., 2013, Fig. 8) die Aussage des Gutachters stützt.
      In der Grafik ist CO2 nach 100 Jahren auf ungefähr 40% und nach 500 Jahren auf 25% abgesunken. Das ist nur ein kleiner Anteil des ursprünglichen Ausstoßes.

      Entscheidend ist, was Rahmstorf gesagt hat: „Nach 1000 Jahren ist ein CO2 Ausstoß noch da? Jedenfalls ganz erhebliche Teile davon?“ Dann hat der Gutachter recht, denn er ist nicht mehr da (oder nur zu weniger als 25%).

      Oder: „Nach 1000 Jahren ist ein CO2 Ausstoß vollkommen verschwunden?“ Dann hat Marvin Müller recht und die Kritik des Gutachters geht ins Leere. Diese Aussage wäre nämlich mit den Quellen 7 und 8 vereinbar.

      Ich glaube aber nicht, dass Rahmstorf letzeres sagt, denn wie will er dann begründen daß die nächste Eiszeit ausfällt?

  10. Um des Gelehrtentitels Professor willen möchte ich mir gar nicht vorstellen müssen, Herr Professor Rahmstorf sei wirklich so dumm, Modelle mit Realität zu verwechseln. Nein, das ist die geringst anzunehmende Vorstellung. Eher plausibel, er weiß es ganz genau, but gives a shit about it. Das ist das Erschütternde. Leute, wie er wohl einer ist, haben, wie es aussieht, an Wahrheit überhaupt kein Interesse, wiewohl sie allerdings lauthals verkünden, in deren Namen zu sprechen. Wohl der Wirkung bei den Adressaten wegen, was denn sonst. Sein Reden stammt vermutlich von langer, mächtiger Hand, deren Lied er singt. Ein schellenlauter Tor.

    • „Dr. Shiva erklärt in diesem Video eindrucksvoll und gut verständlich, wer weltweit vom Klimaschwindel profitiert“

      Das will hier niemand wissen.

      Ist ja viel ergiebiger sich darüber auszutauschen, ob CO2 100 Jahre in der Atmosphäre verbleibt, oder nach 100 Jahren nur noch 40% davon da sind.

      Der Knabe im Film sagt, das Ganze ist Betrug und die genannten Gruppen profitieren davon, indem sie die Bevölkerung ausnehmen.

      Die Wahrheit ist halt manchmal zu einfach und zu kurz, um darüber tiefsinnige Diskurse führen zu können.

      Da stellt man doch lieber wortreich sein mangelndes physikalisches Grundverständnis zur Schau…

      Ach ja: schöner Link – DANKE!

    • Vielen Dank für den Link!

      Es ist immer wieder erstaunlich, wie oft man bei EIKE auf die Argumentation eingeht, was geschehen würde, wenn CO₂ eine Klimasensitivität hätte.
      Viele sind hier überzeugt, dass es eine solche gäbe, die aber nicht maßgeblich wäre.

      Warum immer wieder das gleiche?

      Kohlendioxid kann weder das Wetter noch das Klima ändern. Der größte Teil der Beiträge wäre deshalb obsolet.
      Sollte man hier nicht so langsam seine Kräfte in eine andere, bessere Argumentation fließen lassen?

      • Sehr geehrter Herr Bernhard Bühner,
        zuerst möchte ich mich auch bei Helena Himmel bedanken für diesen interessanten Link.
        Sie sprechen ein Thema an,dass mir schon lange auf den Fingern brennt.EIKE ist eine Plattform für Klima- und Energie Grundwissen.Und dazu gehört in erster Linie diese Bildzeitungsfunktion,wie Herr Prof.Lüdecke es mal erwähnte.
        In diesem Video wird ja nur die eine Seite der Medaille angesprochen.Die hat vordergründig mit der
        Kohlendioxid zu tun.Die andere Seite der Medaille betrifft ein viel schwerwiegenderes Phänomen der Wirtschafts- und Finanzwelt.
        Darüber macht es aber hier bei EIKE keinen Sinn zu diskutieren.
        Sie können versichert sein,dass da im Hintergrund gearbeitet wird,eine praktikable Lösung zu finden.Und diese Leute haben nichts mit Politik und Banken am Hut !!
        Ein 12-Ender macht nur Sinn mit einem Blattschuss.Schöner klingt:Besen,Besen sei‘s gewesen !!!

  11. @Peer Review zum Gastbeitrag von Rahmstorf im Spiegel

    @“zwei unabhängigen Gutachtern vorgelegt“

    So, so. Liselotte Kornstaedt und Horst-Joachim Lüdecke sind „unabhängigen Gutachter“?

    Wo haben Sie denn Ihre wissenschaftliche Befähigung nachgewiesen?
    Wieviel zum Thema haben Sie denn veröffentlich?
    Wie war die Bewertung des Peer Review?

    @“ Qualitätsstandards unserer Zeitschrift nicht genügt“

    Wow. Sagt jemand, dessen „Qualitätsstandard“ so hoch ist, und sich für jemand anderes ausgibt! (siehe nächsten Punkt)

    @“ Redaktion Spiegel Online/Spiegel“

    Wow. Seit wann arbeiten den Liselotte Kornstaedt und Horst-Joachim Lüdecke für den Spiegel.

    LOL

    • „Wenn der Spiegel ein wissenschaftliches Begutachtungssystem (Peer Review) hätte, hätte der Brief der Redaktion etwa so aussehen können.“

      Manchmal hilft lesen…..

    • Haben Sie Schwierigkeiten mit dem verstehenden Lesen? Das wäre nach den letzten PISA-Studien eine Erklärung für ihren Beitrag.
      Ich wiederhole den Kern der Einführung des obigen Artikels:
      „Wenn der Spiegel ein wissenschaftliches Begutachtungssystem (Peer Review) hätte, hätte der Brief der Redaktion etwa so aussehen können.“
      Jetzt verstanden?
      PM, Geologe

    • Herrn Fritz Maier
      „So, so. Liselotte Kornstaedt und Horst-Joachim Lüdecke sind „unabhängigen Gutachter“?“
      Das steht nicht im Beitrag!

      „Wow. Sagt jemand, dessen „Qualitätsstandard“ so hoch ist, und sich für jemand anderes ausgibt! (siehe nächsten Punkt)
      ????? Alkohol?

      „Wow. Seit wann arbeiten den Liselotte Kornstaedt und Horst-Joachim Lüdecke für den Spiegel.“
      Das Steht nicht im Beitrag!

      Sind Sie Schwätzer?

    • @Fritz Maier, ich denke mal, so heißen Sie nicht… egal.
      Das ist durchschaubar. Es ist völlig egal, was wer hier schreibt, Sie werden immer irgendetwas Negatives dazu von sich geben.
      Nur mal so: …es wird erwiesenermaßen schwierig, etwas peer review zu veröffentlichen, folgt es nicht gängiger (Leer) Lehrmeinung der Klimaalarmisten. Denn es wurde beschlossen, was wahr zu sein hat. Das hat was von Kirche des Mittelalters, wo von der Kanzel bestimmt wurde, ansonsten drohte Exkommunikation. Genau da sind wir wieder. Die Erkenntnis lebt vom Disput, Irrtum, Weitermachen, nicht von Ideologie. Dabei ist es erlaubt, Fehler zu begehen, solange es erlaubt ist, dass andere diese aufdecken dürfen ohne diskreditiert, vernichtet, lächerlich gemacht, ausgegrenzt zu werden. Dagegen gilt es sich zu wehren. Verstehen Sie nicht?
      Bsp.: Sie lernen Fahrrad fahren u. fallen hin. Daraus lernen Sie u. machen es besser. Steht dort jemand u. lacht Sie aus u. nimmt Ihnen das Fahrrad weg, lernen Sie es nie, können aber rein theoretisch wunderbar darüber schreiben!

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