Schulbildung in Deutsch­land: Eine erschreckende Moment­aufnahme aus der 7. Klasse eines bayerischen Gymna­siums

Schulunterricht besser als Schule schwänzen? Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

von Chris Frey
Immer wieder haben Kommentatoren auf diesem Blog gemahnt, dass sich Kinder und Schüler viel besser um ihre Bildung kümmern sollten als für irgendwelche gefährlichen Phantastereien und aufgrund eines furchtbaren Betrugs auf der Straße herumzuhüpfen. Das ist sicher richtig, und wenn man aus der Hüpferei auf das Bildungsniveau schließt, ist Letzteres schon schlimm genug.
Das alles ist ja sozusagen theoretischer Natur, aber wenn man dann tatsächlich mit einem ganz konkreten Beispiel der Bildungsinhalte konfrontiert wird, ist das um mindestens eine Größenordnung noch viel furchtbarer. Ein solches Beispiel möchte ich hier beschreiben. Man fragt sich nämlich unwillkürlich, ob die Kinder/Jugendlichen nicht vom Regen in die Traufe kommen, wenn sie (wieder) zur Schule gehen.

Im Zuge meiner Hausaufgabenhilfe für Kinder und – in diesem Fall – heranwachsende Jugendliche ist mir nämlich jetzt ein solches Beispiel untergekommen. Die Schülerin, von der ich dieses Beispiel bekam – nennen wir sie mal Viola, aber sie heißt anders –, besucht die 7. Klasse eines Gymnasiums in Bayern, und von bayerischen Gymnasien heißt es ja, dass sie besonders anspruchsvoll seien.

Es geht um das Fach Geographie, hier um die Interpretation von Klimatabellen. Man betrachte dazu die folgende Abbildung:

Dieses Arbeitsblatt wurde vor einer Woche ausgeteilt. Ich bekenne, ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich das Arbeitsblatt sah. Für alle, die nicht sofort sehen, welcher hanebüchene Unsinn hier allen Ernstes Unterrichtsstoff ist, sollen hier ein paar Punkte herausgegriffen werden.

Bis zu Aufgabe 3 ist alles noch in Ordnung. Aber dann:

Schon die Aufgabenstellung von Aufgabe 4 ist ein Anachronismus: Die SchülerInnen sollen die Kurve der Niederschlags-Monatsmittel in ein Diagramm eintragen. „Kurve“ heißt doch aber, dass es ununterbrochen Niederschlag gibt, mal mehr, mal weniger. Hat nicht gerade eine Agentur unserer werten Bundesregierung eine Statistik mit einer „Kurve“ der Sonnenscheindauer vorgelegt? Von einem Säulendiagramm, wie es korrekt wäre, ist nicht die Rede.

Völlig außer Rand und Band wird das Ganze dann in den Aufgaben 5 und 6. Es sollen Temperatur- und Niederschlags-„Kurve“ miteinander verglichen werden. Das ist nicht mal Äpfel mit Birnen, sondern Apfelmus mit Komposterde. Die Fläche zwischen den Kurven soll nun auch noch markiert werden!

Da ist es fast schon ein Meilenstein, dass die Definition von ,arid‘ bzw. ,humid‘ korrekt ist.

Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Den Schlusspunkt setzt dann noch Aufgabe 7. Dort heißt es, dass Pflanzen „durchschnittliche Temperaturen über +5°C und ausreichend Feuchtigkeit“ benötigen. Schon in Ordnung, Wärme und Wasser sind ja tatsächlich zwei der drei großen Stützpfeiler des Lebens auf der Erde. Der dritte, nämlich Kohlenstoff in Gestalt des Kohlendioxids in der Atmosphäre fehlt jedoch. Absichtlich?

Ich habe Viola gebeten, doch einmal mit ihrer Lehrerin zu sprechen. Dabei habe ich aber nur willkürlich den Punkt mit der Niederschlags-„Kurve“ herausgesucht und gebeten, die Lehrerin einmal zu fragen, warum da keine Säulendiagramme stehen. Man will ja keinen überfordern, und dass sie eine schlechte Note bekommt, nur weil sie auf einen Missstand hinweist, will ich auch nicht.

Das hat Viola schließlich getan, und wer glaubt, das Ende der Fahnenstange sei jetzt erreicht, den muss ich enttäuschen. Violas Schilderung zufolge hat die Lehrerin gesagt „das ist doch nur eine andere Darstellung, und sie möchte nicht weiter darüber reden“. (!) Meinem eindringlichen Rat folgend, hat sie dann auch nicht weiter gefragt.

Dafür bekam die Klasse das nächste Arbeitsblatt zum Thema ausgehändigt, dieses hier:

Nun ja, jetzt sind plötzlich Säulendiagramme da. Bei Aufgabenstellung 2 fehlt aber Hinweis, dass die Fragen in Bezug auf Europa gelten. Die Karte rechts oben weist im Original drei Farben auf, aber auch Viola hat dieses Blatt nur in der hier vorliegenden Form erhalten.

Weiteres kann sich jeder selbst denken.

Fazit: Es ist also müßig, den hüpfenden, schulschwänzenden Kiddies zu sagen, sie möchten doch bitte zurück in die Schule gehen. Wenn sie ebendort so etwas gelehrt bekommen, können sie tatsächlich auch gleich schwänzen.

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45 Kommentare

  1. @Werner Schulz,

    „Es war die Rede davon das der Mensch mit 4% an der jaehrlichen Produktion von CO2 beteiligt ist. Also ist das Umsatz oder Gewinn?“

    Das ist natürlich Umsatz. Der „Gewinn“ liegt in den 46% Anstieg in den letzten 250 Jahren. Wenn Sie mit der Prozentrechnung auf Kriegsfuß stehen, sollten Sie sich hier nicht so aufplustern, sonst blamieren Sie sich sogar hier.

    • Ja erzaehlen sie das mal den Miteinzahlern, das der Gewinn alles Ihnen gehoert auch wenn sie nur 4% einzahlen.

      Klassisches Beispiel von nicht aufgepasst und doch reingefallen. Die Natur geht natuerlich mit dem hoechsten Gewinn nach hause.

      Wo leben sie denn, das das anders waere?

  2. @Neulen, Holger,

    „… richtig das Kondesat, also die Wolken verdunsten!“

    Ob das passiert, hängt einzig und allein von der relativen Luftfeuchtigkeit ab, die wiederum eine Funktion der Lufttemperatur ist. Das, was Sie beobachten, dürfte in erster Linie dem Verdünnungseffekt geschuldet sein: da die Tröpfchen sowieso schon sehr klein sind, brauchen sie nur noch weit genug voneinander entfernt zu sein, um keine wahrnehmbare Lichtbrechung mehr zu erzeugen. Und schon sind die „Wolken“ verschwunden.

    • Ach ja?
      Und Wasser aus Pfützen verschwindet auch nur wegen ihrer Seits angeführten Verdünnungseffekt was?

      Verdunsten, Herr Verdall geschieht meist immer, weil die relative Luftfeuchtigkeit aussen – also für gewöhlich, normale Luft so um die 60 – 85% beträgt. Und nichteinmal wenn es regnet, oder wenn es nebelig ist diese auf 100%

      Auch spielt der Druck auf die Flüssigkeit eine Rolle Herr Verdall, mit geringer werdendem Druck verdunstet es besser.

  3. Nur ein schneller Einwurf:
    „Völlig außer Rand und Band wird das Ganze dann in den Aufgaben 5 und 6. Es sollen Temperatur- und Niederschlags-„Kurve“ miteinander verglichen werden. Das ist nicht mal Äpfel mit Birnen, sondern Apfelmus mit Komposterde. Die Fläche zwischen den Kurven soll nun auch noch markiert werden!“
    Tatsächlich weist der Vergleich der Niederschlags- und Temperaturkurven (bzw. der Niederschlags- und Temperatursäulendiagramme) darauf hin, ob ein Klima an einem Ort humid oder arid ist, da die Lufttemperatur bestimmt, wieviel Wasserdampf aufgenommen werden kann.
    Man findet auch im Netz solche Diagramme, hier kommt es auf die Skalierung an.

    • Nachtrag:
      Während der Niederschlag tatsächlich nicht kontinuierlich fällt, sondern monatlich zusammengefaßt wird ist die Temperatur kontinuierlich (man/frau/div hat immer eine).
      D.h. für Temperaturen ist eine durchgezogene Kurve sinnvoll und meine „Temperatursäulendiagramme“ nicht.

  4. … und zum Glück ist es ja nur manchmal, dass die unterirdisch, niveaulosen Kommentare von EIKE-Lesern ihren Humor hervorrufen, sonst würden Sie sich ja vielleicht gar unfreiwillig totlachen, – Herr Verdall!

  5. Du musst doch nicht immer alles kritisieren und Dich vielleicht auch mal selbst zügeln.
    Wenn es in der Aufgabe um Temperatur und Niederschlag geht, dann ist irgendwo auch kein Platz für Carbon.
    Und ob es nun ein Säulendiagramm ist oder eine verdammte Kurve, macht tatsächlich keinen Unterschied – es sind verschiedene Wege einen Verlauf (Zu- und Abnahme) grafisch darzustellen. Und eine grobe Verbindung von Temperatur zu Niederschlagmenge zu ermitteln, ist auch nicht komplett dumm.
    Es fehlt sicher schwer, aber die Lehrerschaft und auch der fast komplette Rest der Welt interessiert sich nicht wirklich für Klimatologen und deren Fantasien

    Und auch die Welt wird in einem Jahr nicht mehr nach irgendwem krähen, der was von wegen Erwärmung sagt. Menschen brauchen halt immer ein neues Thema…sonst wird ihnen langweilig und sie bauen Bomben.

    Es ist einfach nicht schön, wenn man ab und an mal hier reinschaut und mitanschauen muss, wie Skepsis (begründete Skepsis) zu Paranoia mutiert ist. Wer soll denn überhaupt noch zuhören, wenn man den Eindruck bekommen muss, dass da jemand nur noch im Wahn spricht?! Kommt endlich wieder etwas runter. In jederman(n)s Interesse. es ist so ein schmaler Grat…und prüft bitte bei Euch, ob er nicht längst überschritten wurde.

    Lasst die Kinder doch einfach mal ihre Fähigkeiten entwickeln – ob nun mit Kurven oder Säulen. Es geht doch eh nicht um das Ergebnis bei diesen Aufgaben.

    Kommt einfach mal langsam wieder runter – so wie es der Rest der Welt auch tut.
    Bitte <3 (das ist übrigens ein Herz-Symbol – viel zu selten verwendet)

    • In meinem Chemiebuch steht auch drinnen, dass das Erdöl in 30 Jahren – sprich also jetzt – aufgebraucht sei! Glücklicher Weise habe dieses Buch noch und kann meinen Kindern beweisen, welchen Dumpfsinn die einschlägigen Wissenschafter damals bereits verbreitet haben.
      Und beweisen kann man dem Normalbürger das falsch sein der Aussagen zum Klimawandel ja nur mit warten über die Zeit, – das Wetter wird’s schon richten.

      Wie sich doch „ein ganzer Kontinent“ von den Deutschen lächerlich machen lässt ist schon irre.

      Doch nach Ausgang der Klimakonferenz dieses Jahres (Cop25) kann man ja nun froh sein, dass nicht alle Länder dieser Erde auf das Klimapferd aufgesprungen sind,
      … haben die wenigstens was zu lachen!

    • @Paul Pfundt,

      falsch und irreführend ist vor allem die Behauptung von Herrn Graaf, dass das CO2 in der Atmosphäre „nur zu etwa 4% vom Menschen produziert wird – durch technische Verbrennungsprozesse, aber auch durch das Ausatmen.“

      In Wirklichkeit sind es inzwischen über 30%, nämlich ein Anstieg um 130 ppm von ehemals 280 ppm auf nunmehr rund 410 ppm.

      Den Rest des Artikels habe ich mir geschenkt, denn entweder hat der Autor keine Ahnung oder stellt die Sache bewusst falsch dar. Beides motiviert mich nicht zum Weiterlesen.

        • @Hanns Graaf,

          Sie verwechseln einfach Umsatz und Gewinn.

          Ja, es ist zwar richtig, dass der Anteil von uns Menschen am gesamten KohlenstoffKREISLAUF nur wenige Prozent beträgt, ABER unser Beitrag reichert sich von Jahr zu Jahr in der Atmosphäre an, weil die natürlichen Senken nicht in der Lage sind, rund 10 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Jahr ZUSÄTZLICH aufzunehmen. Das sollte sich inzwischen allgemein herumgesprochen haben, aber wie ich schon vielfach erfahren musste, sind Klima-„Skeptiker“ weitgehend informationsresistent.

          Wo bleiben denn Ihrer Meinung UNSERE Emissionen an CO2 und wie erklären SIE dann den kontinuierlichen Anstieg von CO2 in der Atmosphäre, aktuell immerhin rund 46% mehr als noch vor 250 Jahren?

          • Lesen sie doch mal die einschlaegige Wissenschaft.
            Sie werden staunen, wie die Natur mit solchen Sachen umgeht.

            Der Einzige der Umsatz mit Gewinn verwechselt sind sie.
            Es war die Rede davon das der Mensch mit 4% an der jaehrlichen Produktion von CO2 beteiligt ist. Also ist das Umsatz oder Gewinn?

            Na? Ja richtig, ihre Aussage zu den 4% ist falsch und den Rest koennen sie sich schenken!
            Troll dich!

  6. Auf die Größe der Tiere kommt es wohl nicht an. Ein warmes Klima begünstigt die kleineren Lebewesen, die ihren Wärmehaushalt dann mit weniger Aufwand regeln können, z.B. die Insekten. Sehr große Lebewesen sind quasi wärmeisoliert.

  7. Der Autor von Eike regt sich darüber auf, dass in Klimadiagrammen Kurven statt Balken genutzt werden. Aber solche Klimadiagramme sind schon seit langem ein probates Mittel zur ersten Abschätzung der Klimaverhältnisse. Es stimmt auch nicht, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. Denn die Diagramme sind genormt. Immer entsprechen 10 Grad Temperatur 20 mm Niederschlag. Die Entwickler des Klimadiagramms haben sich auch Gedanken über die Reichweite und Grenzen der in ihnen dargestellten Erkenntnisse gemacht.
    Ich kenne jedenfalls solche Diagramme aus meiner Schulzeit in den 80er Jahren. Sie sind keinesfalls ein Anzeichen für eine zurückgehende Bildung und Klimaindoktrination, die in den Schulen zweifellos betrieben wird. Aber Klimadiagramme sind kein Bestandteil davon.

    • Sehr geehrter Herr Müller,

      Dies Art der Diagramme stammt noch aus der Zeit als praktikable Lösungen gesucht wurden und keine enorme Rechenkapazität zur verfügung standen. Ihre Erläuterungen kann ich nur unterstützen und verweise auf diese Erklärung.

      https://www.klett.de/alias/1012537
      MfG
      Ketterer

      By the way: der hiesige (soll Heißen EIKE-) Klimaforscher Kämpfe benutzte auch schon Liniendiagramme zur Niederschlagsdarstellung (ohne von Herrn Frey darüfr kritiiert zu werden).

      • @F.Ketterer,

        „der hiesige (soll Heißen EIKE-) Klimaforscher Kämpfe benutzte auch schon Liniendiagramme zur Niederschlagsdarstellung (ohne von Herrn Frey darüfr kritiiert zu werden).

        Warum sollte er? Eine Krähe hackt der anderen schließlich kein Auge aus. 🙂

  8. Hier wurde kritisiert, ohne etwas über die Sache zu wissen. Die Aufgabe war also, ein Klimadiagramm zu erstellen: Auf der x-Achse die Monate, linke Seite y-achse Temperatur T in °C, rechte Seite y-Achse Niederschlag N in mm,T zu N im Maßstab 1:2 (10 ° entsprechen 20 mm). Temperatur u. Niederschlag dargestellt als Kurven! Liegt N dann über T ist es ein humider Zeitraum, T über N = arider Zeitraum. Fläche zwischen beiden Kurven schraffiert. Ein Klimadiagramm gibt einen schnellen Überblick über das Klima einer Region u. ihrer Eignung zum Anbau landwirtschaftlicher Kulturen.

  9. Sehr geehrter Herr Müller,
    das hier: >>Hier werden also nicht Äpfel mit Birnen verglichen, sondern es scheint sich um eine in den Klimawissenschaften etablierte Methode zu handeln<<
    zeigt Ihre Unkenntnis. Es gibt keine Klimawissenschaft. Der Begriff Klima ist eine geographische Bezeichnung für die mittleren Wettereigenschaften eines Erdoberflächenbereichs. Die einzelnen Meteorologischen Werte bzw. Mittelwerte werden über eine festgelegte dreißigjährige Periode gemittelt bestimmt.

    Daß die Inhalte der Schulbücher inzwischen politisch festgelegt werden ist mir bekannt. Ändern kann man das nicht.
    Und daß die Lehrer inzwischen politisch unabhängig sind, wage ich zu bezweifeln. Jedes Bundesland hat seine eigene Lernstruktur.

    • Lieber Herr Heinzow,

      „Es gibt keine Klimawissenschaft“ ist ein Totschlag-Argument, mit dem sich jede Diskussion erübrigt. Schafft die Mittelung der Messungen (z.B. der Temperatur, des Niederschlags) über dreissig Jahre also kein Wissen? Hat Alexander von Humboldt mit seinen Klima-Beobachtungen z.B. am Chimborazo Unsinn verbreitet?

      Lernstrukturen sind übrigens etwas anders als Lehrinhalte oder Rahmenlehrpläne.

    • „Es gibt keine Klimawissenschaft.“

      Ach ja? Dafür gibt es hier Ihrerseits eine geballte Ladung Ignoranz.

      Wie Herr Müller schon sagte: Diese Darstellung ist schon ziemlich lange verbreitet.

      Heinrich Walter, Helmut Lieth: Klimadiagramm-Weltatlas. Gustav Fischer Verlag, Jena 1967.

      MfG
      Ketterer

    • Dieses ganze Gerede übersieht den Kern der Geschichte: das Ziel ist doch die Gehirnwäsche unserer nächsten Generation, denen wird der (nich bewiesenen) Klimawandel“ eingebleut. Viel Vergnügen und frohe Weihnachtstage

  10. Ich schätze EIKE, weil hier tatsächlich gewisse Mißstände aufgezeigt werden.

    Bei manchen Beiträgen wäre jedoch eine tiefergehende Recherche nötig, so auch in diesem Fall des Artikels über den Geographieunterricht, sein Autor hat sich nicht über die Darstellung und Auswertung von Klimadiagrammen informiert. Ich habe mir die Mühe gemacht (obwohl mich das Thema eigentlich gar nicht so sehr interessiert) und finde z.B. (sorry für die langen URLs): https://de.serlo.org/testbereich/neue-faecher-themen/geographie/methoden-der-geographie/klimadiagramme-auswerten.

    In einem KLETT-Schulbuch (das die Lehrerin möglicherweise verwendet hat) steht explizit: „Auf dieser Seite lernst du ein Klimadiagramm kennen. Die Skala wurde so gewählt, dass Temperatur und Niederschlag im Verhältnis 1:2 stehen, also 10 °C sind 20 mm Niederschlag zugeordnet. Unter dieser Bedingung
    lassen sich die Wachstumsbedingungen der Pflanzen direkt ablesen…“ Siehe: https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=13&ved=2ahUKEwjLnaqF0bfmAhUwxaYKHd59Aq0QFjAMegQIBRAC&url=https%3A%2F%2Fwww2.klett.de%2Fsixcms%2Fmedia.php%2F82%2F28530_022_023.pdf&usg=AOvVaw0noCs-xfuHMuE6Pp4mGJUN

    Hier werden also nicht Äpfel mit Birnen verglichen, sondern es scheint sich um eine in den Klimawissenschaften etablierte Methode zu handeln. Wie sinnvoll diese ist, möchte ich hier nicht diskutieren.

    Ich selbst bin über 60 Jahre alt und in Bayern zur Schule gegangen. Damals mußten wir im Geographieunterricht Hauptstädte, Flüsse und Nationalflaggen auswendig lernen.

  11. Sehr geehrter Herr Frey,
    es ist korrekt, dass die Niederschlagsmengen als Säulendiagramm darzustellen sind. (Bei einer Kurvendarstellung müsste die Einheit mm/Monat lauten.)
    Ansonsten kann ich ihre Kritik nicht so richtig nachvollziehen. In diesen Diagrammen sind die Maßstäbe tatsächlich so gewählt, dass in den Zeiträumen in denen die Temperaturkurve über der Niederschlagsmenge liegt arides Klima herrscht, verläuft sie darunter herrscht humides Klima. „Arid“ und „humid“ sind so definiert!
    Die Definition erlaubt nur eine recht grobe unterteilung, ist aber meist durchaus brauchbar.

  12. Zu meiner Schulzeit in Bayern (Abitur 1975) wurden die Naturwissenschaften wirklich nicht gefördert. Das Chemielabor funktionierte nie, die Stundenzahl in naturwissenschaftlichen Fächern war gering. Nur Mathematik war wichtig.

    Das Hauptproblem aber war: was wir lernten war nie: Methode. Oft nur praktische Anwendung (beispielsweise hat uns unser Chemielehrer über eine lange Zeit mit Details zur Herstellung von Waschmittel genervt). Wie funktioniert wissenschaftliche Forschung – das hat man nicht erfahren; was war der Stellenwert des Wissens, das man uns präsentierte, im Gesamtbild des Faches?

    Ich habe das als Schülerin sehr stark empfunden, dass die Orientierung fehlte. Dadurch waren die Fächer uninteressant.

    Andrea Neumann

    Ich hätte gehofft, dass sich das heute verbessert hat!

    Aber in dem Fall, den Sie beschreiben, fehlt es bei der Lehrerin ja einfach an den Grundkenntnissen. Ich habe keine genaue Vorstellung von der Ausbildung der Geographen. Kann man bei Geographen wirklich Kenntnisse über Klima erwarten? Eine Münchener Geographieprofessorin, Mitarbeiterin beim Weltklimarat geht in München durch die Schulen und hält Vorträge „Fridays for Future – die wissenschaftlichen Grundlagen“; dabei erfahren die natürlich Schüler auch, wie man Argumente von Skeptikern widerlegt. Die Süddeutschen Zeitung hat das ausführlich gewürdigt (SZ, Freitag 8.November 2019).

    Andrea Neumann

  13. Was mich etwas verwundert, ist, daß bei der Betrachtung von Europa ganze Regionen fehlen. Aber halt – diese würden bei den Grundaussagen des zu vermittelnden Halbwissens wohl grundlegende Widersprüche aufdecken.
    Ich denke, das hier vorgestellte Thema wird im Berg der zu erwartenden Irrlehren, mit dem erscheinen der neuen Lehrpläne, welche dann an die Klimanotstände angepasst sein werden, verblassen.
    In der Mathematik so wie ich es mir vorstelle:
    Rechne deinen täglichen CO2 Fussabdruck aus!
    Kriterien: Wohnung / Mahlzeiten / Schulweg / Freizeitgestaltung sind als täliche Werte direkt einzutragen!
    Urlaub und Fernreisen (wichtig auch regelmäßige Verwandschaftsbesuche, gerade dann wenn sie bundesweit verteilt Leben) werden zu den 365 Tagen des Jahres in´s Verhältnis gerechnet!

    Hinweis des Direktoriums: Das Schülerranking wird in der großen Schautafel hinter dem Haupteingang, links neben den Ausfallstunden monatlich veröffentlicht.
    Schönrechnen wird als Betrug gewertet und mit doppeltem Punktabzug geahndet!!!

    Freuen wir uns auf einen neuen moralischen Wettbewerb! Dieses mal ohne Sinn und Verstand. Zu DDR Zeiten gab es bei mir in der Schule ein Ranking für die freizeitliche Leistung beim sammeln von Sekundärrostoffen. Hier wurden nur die Besten öffentlich gemacht.
    Bei der neuen Schautafel befürchte ich das dann zumindest die Größten Sünder ganz dicke oben stehen
    Vielleicht darf dann jeder seine persöhnlichen Reduktionsziele definieren und monatlich prüfen lassen. Dafür gibt´s dann grüne Sternchen

    (Schafft ab, schafft ab….. schafft ab, schafft ab …. indoktrinierte Jugend schafft ab…….)

    Mit kopfschüttelnden Grüßen!
    Christian Möser
    Zimmerer

  14. Ich möchte mir kein Urteil über die momentanen Schulformen erlauben.
    Ich bin BJ 60 , es war früher so :
    Hauptschule 1+1 sind zwei. Fertig
    Realschule : 1+1 sind zwei, warum ?
    Gymnasium : 1+1 sind 2 . Beweise es.
    So habe ich es gelernt,und das war gut so. Logisch denken. Zu hinterfragen.
    —–
    Und nun hört mal bitte mit der ganzen CO2 Hysterie auf. Wir brauchen das Spurengas dringend. Je mehr, je besser. Gewächshäuser z.B. Laut Erd/Eiskernbohrungen war zu Dinosaurier Zeiten das CO2 Niveau 12 mal so hoch. Und die Pflanzen + Tiere waren riesig ! Komisch… oder ?

    • Es fehlt noch:
      Universität: Beweisen Sie aus den Peano-Axiomen, daß
      a) eine Addition im Bereich der natürlichen Zahlen möglich und sinnvoll ist.
      b) das *Innerhalb dieser Addition 1+1= Nachfolger*In von 1 = 2 ist.

  15. Ich danke Gott, daß meine Kinder schon lange aus der Schule sind, und von den Enkeln will es nicht zu allzu genau wissen.

    Ich würde heutzutage keine sinnfreien Dispute mit Lehrern oder Schulbehörden führen – Zeitverschwendung, sondern mich besser viel mit den Kindern beschäftigen, liebevoll und bereits sehr früh: raus in die Natur, Beobachten, Basteln, Spielen, Neugierde fördern. KEINE Belehrung / Indoktrination, sondern Spielen, Unterstützung eigener Interessen, kleine Experimente, Vermutungen aufstellen und prüfen. Später: Mathematik, KEINE Lehrsätze, sondern nur „basics“: elementare Logik, mal einen ganz einfachen Beweis versuchen.

    Ich hatte seinerzeit, nach DDR-Maßstäben, in Mathematik / Physik unfähige Lehrer, mich deshalb aus dem Unterricht ausgeklinkt, sehr intensiv privat gelernt und scheiße seitdem auf jede „Autorität“. Mahlzeit!

    • „Mit zunehmender Entfernung vom Meer nimmt die Jahresmitteltemperatur ab.“ – Ist das so? Ich würde sagen, dass sie gleich bleibt oder zunimmt. Beispiele Hamburg und München, Barcelona und Madrid. Das Klima in München und Madrid ist kontinentaler.

      • Lieber Hr. Kirchner,
        die von Ihnen bezweifelte Aussage ist nur in Ost-West-Richtung und bei großen Landmassen auf der Nordhalbkugel gültig. Über dem Meer sinkt die Temperatur – mit Ausnahme der Polregionen – nie unter den Gefrierpunkt, im Landesinneren großer Kontinente der Nordhalbkugel sind dagegen Wintertemperaturen bis -40-50 °C (Nordamerika) oder gar -70 °C (Russland) keine Seltenheit. Das zieht dort die Jahresmitteltemperaturen natürlich stark nach unten.
        Mfg

  16. Ich würde die Kinder mal ausrechnen lassen wieviel CO2 denn bei Verbrennung von verschiedenen Brennstoffe entsteht!

    Leichte Aufgabe für Schüler der 7 Klasse in Chemie
    Die Kohlenstoffgehalte kann man ja leicht bei Wikipedia recherchieren. (Professioneller bedient man sich aber besser in Ingenieurs Tabellenbüchern)
    Jedenfalls findet man dort
    Für Braunkohle etwa 65% Kohlenstoffgehalt je kg Brennstoff
    Für Steinkohle etwa 90% Kohlenstoffgehalt je kg Brennstoff
    woraus sich dann etwa 2,4 kg CO2 je kg Braunkohle bzw. 3,3 kg CO2 je kg Steinkohle ergeben.
    Ferner müssten sie noch die Menge an CO2 je kg verbrannten Erdgases (CH4) berechnen, was mit etwa 2,8 kg CO2 je kg Erdgas zu Buche schlägt.

    Klassenprimusse sollten dann erörten können, warum das Erdgas trotz der höheren Menge an CO2 je kg Brennstoff gegenüber Kohle so klimafreundlich sei, wobei doch bei der Verbrennung von einem kg Erdgas 2,25 kg Wasserdampf – das viel intensivere Klimagas entsteht.

    … werden sie also doch belogen!

    und was werden die Polen mit ihren Kohlekraftwerken zukünftig zu den Deutschen mit ihren Gaskraftwerken sagen können.

    • @Neulen, Holger,

      “ wobei doch bei der Verbrennung von einem kg Erdgas 2,25 kg Wasserdampf – das viel intensivere Klimagas entsteht.“

      Offensichtlich sind Sie auch hier von wenig Ahnung beleckt: der Wasserdampf, der bei der Verbrennung von Erdgas entsteht (wie bei der Verbrennung von Heizöl, Benzin und Diesel auch) spielt aus zwei Gründen überhaupt keine Rolle: 1. sind die Mengen, die durch Verbrennungsprozesse entstehen im Vergleich zum natürlichen Wasserkreislauf verschwindend gering und 2. wird der Wasserdampfgehalt der Luft praktisch ausschließlich über die Temperatur geregelt. Gehen Sie mal an einem kalten Wintertag durch eine Wohnsiedlung: die Wolken, die aus den Schornsteinen der Häuser quellen, sind kein Wasserdampf mehr (der wäre nämlich unsichtbar), sondern bereits Kondensat. Ggfls. können Sie unmittelbar über der Schornsteinöffnung eine 20 – 50 cm klare Schicht erkennen, bevor darüber das Kondensat sichtbar wird. Da sind dann die Rauchgase noch so heiß, dass das Wasser gasförmig ist.

      • Soso, Herr Verdall
        und die Kondensatfahne reisst dann aus welchen Gründe so 4 bis 5 m oberhalb des Schornstein, Auspuff ab und löst sich auf?
        … richtig das Kondesat, also die Wolken verdunsten! Bilden sich also zu Wasserdampf in freier Atmosphäre.

        Beobachten Sie ihr Kondensat aus den Schornsteinen in den Wohnsiedlungen mal etwas ausdauernder, dann werden auch Sie sehen, dass es – wie Sie so schön geschrieben haben – unsichtbar wird.
        : Sich also seinem Dampfdruck ergibt!

  17. In der heutigen Zeit ist das Kind besser auf der Realschule oder Hauptschule aufgehoben als am Gymnasium. Das kann ich aus der Praxis bestätigen?

    • Guten Abend!
      Ich wünsche mir zur besseren Agitation eine tabellarische Gegenüberstellung von Klimalügen und Tatsachen. Z.B. Latif: Winter, wie wir sie kannten, wird es nicht mehr geben/
      Schneehöhen und Tiefsttemperaturen am—
      oder : Der CO2-Gehalt war noch nie so hoch wie heute. Oder der „Professor“ komm PIK, der den Molekülbau von Wasser dem CO2 Molekül gleichsetzt(War in der DDR Stoff 8. Klasse Chemie).
      Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

      Viele liebe Grüße!

      J.Rupprecht

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