Killt die Klimapolitik unsere Mittelstandsindustrie?

Von unidentified artist for Continental AG - Scan vom Original: Bernd Schwabe, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40847435

von AR Göhring

In Chile erleben wir gerade Massenproteste, die auch auf die ruinöse Klimapolitik der elitären Regierung zurückzuführen sind.
Aber nicht nur in Südamerika, auch im Vorzeige-Industrieland Deutschland sorgt die angebliche Klimaschutz-Politik der Regierung für Auftragseinbrüche in den Unternehmen, vor allem in der Automobil-Zuliefer-Industrie.

Deutschland ist das Land des Mittelstandes. Wir haben zwar auch einige namhafte Globalkonzerne, aber die Masse der Arbeitsplätze findet sich in kleinen und mittleren Industriefirmen, deren Namen dem Bürger häufig gar nicht bekannt sind. Auch wird hier das Gros unseres Wohlstandes und des Steueraufkommens erwirtschaftet. Die Großkonzerne hingegen können sich über das Abgreifen von Subventionen und diverse Steuererleichterungen häufig über eine geringe Netto-Abgabenlast freuen.

Ein Informant aus Mitteldeutschland, der in der Auto-Zuliefererbranche arbeitet, erzählte uns, daß die grün-politmediale Hetze auf den Verbrennungsmotor in den Chefetagen der großen Hersteller Panik, wenigstens aber Unsicherheit ausgelöst habe und daher die Modell- und Neubauplanung auf Eis gelegt oder weit nach hinten verschoben werde. Ergebnis: Die Zulieferer, die Teile von Fahrzeugen oder Produktionsanlagen bauen, erhielten deutlich weniger Aufträge. Zusammen mit der von rotgrünen Politikern verursachten Bildungsmisere setze das die mittelständischen Unternehmen, die kaum über politische Macht verfügen, gehörig unter Druck.

Ein anderer Informant von einer Firma aus der Region, die nicht von der Automobilbranche abhängig ist, erzählte uns, daß sein Betrieb 2019 schon mehrere Dutzend Male von Stromausfällen betroffen war, und zwar unangekündigt. Sinkt die Frequenz, eine Maßzahl für die verfügbare Energie im Stromnetz, klemmen die Überwacher der Regulationsstellen zuerst den energie-intensiven Fabriken den Saft ab, bevor sie Ausfälle in den Städten riskieren. Weil: Hier wohnen ja Wähler, und zwar mitteldeutsche. Die teils noch Sozialismus-erfahrenen Ostdeutschen wüßten sehr genau, welche politischen Fehlentscheidungen die Ausfälle verursachen, und dann möglicherweise bei der nächsten Wahl ihr Kreuz an der falschen Stelle machen. Fällt der Strom „nur“ am Arbeitsplatz aus, ist die Gefahr der falschen Wahl wohl geringer. Nichtsdestotrotz richtet die grüne Energiewende jetzt schon ordentlich wirtschaftliche Schäden an. Wird zum Beispiel gerade ein Präzisions-Bauteil für eine Maschine gefräst oder gebohrt, darf der Prozeß nicht einfach zu irgendeinem Zeitpunkt unterbrochen werden, sonst frißt sich der Klingenkopf fest und man kann das Werkstück samt Klinge wegwerfen. Hinzu kommt der Produktionsausfall, weil die Personalkosten natürlich trotzdem anfallen.

Der Problemkomplex findet nicht nur im regionalen Umfeld von EIKE statt, sondern bundesweit. Die Süddeutsche Zeitung SZ beschrieb kürzlich einen „Umbruch, wie ihn die Autoindustrie noch nicht erlebt hat“. Selbst bekannte große Zulieferer wie Continental, Bosch oder Brose müssen Personal abbauen. Das ist zwar auch der Konjunkturdelle geschuldet, die in der Marktwirtschaft irgendwann automatisch auftritt. Aber ein derartiger Einbruch, der die Kleinen in der „dritten oder vierten Reihe […] verschwinden“ läßt, ist hausgemacht. Den Grund nennt die SZ deutlich:

„…vieles von dem, was produziert wird, [wird] künftig nicht mehr gebraucht… Dieseleinspritzsysteme, Kolben, Auspuffrohre, Abgasreinigung – all das wird man in ein paar Jahren so dringend benötigen wie Pferdekutschen für den öffentlichen Nahverkehr. Deutschland, das Land, das mit Geschäften rund um den Verbrennungsmotor jahrzehntelang gut Geld verdient und Jobs geschaffen hat, steht vor einiger gewaltigen Zäsur.“

Man hört schon den anklagenden Ton des SZ-Journalisten heraus. Der alte weiße Mann aus Deutschland hat 130 Jahre lang das Klima mit seinen satanischen Produkten zerstört, und nun kommt die Quittung. Daß „man“ in ein paar Jahren keine Verbrennertechnik mehr brauchen wird, ist allerdings mehr ein feuchter Traum des grünen Juste Milieu. Tatsächlich werden die Entrückten die profitable und bitter nötige Spitzentechnologie einfach nur aus Deutschland vertreiben, wie der hessische Umweltminister Joschka Fischer es zusammen mit der Gesinnungspresse mit dem transgenen Insulin schon in den 1980ern machte. Das Produkt kommt heute aus dem Ausland.

Reichweitenschwache Elektroautos sind bekanntlich nur Spielzeuge für reiche Metropolenbewohner; und selbst die nutzen sie häufig nur als Zweitwagen. Nebenbei: In Jena soll es nach Angabe der Lokalzeitung ziemlich genau einhundert reine E-Autos geben. Ich muß die mal suchen. Gesehen habe ich immerhin schon eines neulich an der öffentlichen Stromtankstelle auf meinem Parkplatz in der Nähe.

Der SZ-Artikel meint, daß „einige Hunderttausend der geschätzt 800.000 bis 900.000 Arbeitsplätze in der Branche“ auf dem Spiel stünden. Also ein Viertel, ein Drittel? Und wer baut dann in Zukunft die Verbrenner-Bauteile? Die deutschen Automobilbauer fliehen ja schon nach Rußland vor dem Furor oeco-teutonicus.

Laut SZ sind die großen Hersteller natürlich selber schuld, nicht die Klimaretter oder gar die Erpressungspresse. Es würden zu viele zu große Autos gebaut, und Volkswagen habe ja beim Diesel getrickst. Warum aber, muß man fragen. Daß VW auf unrealistische Vorgaben des politmedialen Komplexes reagierte, bleibt unerwähnt. Primär schuld waren also die ökowahnsinnigen Desindustrialisierer. Das Hauptproblem des Herstellers war eher, sich nicht politisch gewehrt zu haben. Ist die Automobil-Lobby nicht angeblich so furchtbar mächtig? Die Diesel-Affäre hat die Käufer und Volkswagen schon Milliarden gekostet. Mal sehen, was passiert, wenn die wirtschaftlich wie klimatisch nutzlosen, oder besser: schädlichen, Elektroautos keiner kaufen will. Noch schlimmer: Was wird passieren, wenn durch steuerliche Anreize viele Leute den rollenden Lithium-Schrott kaufen? Dann wird das sowieso schon überlastete Zappelstromnetz noch stärker beansprucht und noch schneller zusammenbrechen.

In dem Zusammenhang ist erwähnenswert, daß die öffentlich-rechtlichen Qualitäts-Fernsehsender hie und da schon vor Stromausfällen warnen; ohne natürlich die Schuldigen zu benennen (das wäre man zum Teil ja selber). Wer unabhängig von den grünen Staatsfunkern wissen will, was bei Stromausfall die Stunde geschlagen hat, ist mit dem erfolgreichen Roman xy von z, den Informationen des staatlichen Katastrophenschutzes und den Tipps von Outdoor Chiemgau gut beraten. Als Vorbereitung für den wahrscheinlich bald eintretenden Blackout ist dieses Buch empfehlenswert, das mir ein FB-Freund empfahl. Einer meiner Nachbarn, der gern die Bücher und Broschüren von EIKE liest und verteilt, hat sich schon einen Benzingenerator zugelegt. Seien Sie vorbereitet.

Man fragt sich, wie der deutsche Michel bei den ersten flächendeckenden Stromausfällen reagieren wird. Die Regierung und die Regierungsmedien werden natürlich irgendwelche Ausreden erfinden, die sich aber nicht zeitlich und regional schrankenlos wiederholen lassen. Selbst grüne Metropolenbewohner*innen werden schnell dahinterkommen, was die Ausfälle hervorruft. Ob Journalisten dann Cem Özdemir oder Claudia Roth oder Katrin Göring oder Langstrecken-Luisa dann beim klammheimlichen Kauf eines klimaschädlichen Dieselgenerators in ihren privaten Wohnhäusern erwischen werden? Vielleicht wird Merkel höchstselbst in ihrem Domizil gegenüber dem Pergamon-Museum den Einbau eines Stromaggregates veranlassen. Man will ja nicht die Folgen der eigenen Politik selber ertragen müssen wie die Plebs da draußen…..

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12 Kommentare

  1. Pferdezucht und Kutschenbau würde da der Wirtschaft helfen. Da könnte Deutschland wieder Weltführend werden, vielleicht nicht ganz so Wie Fr. Merkel sich das wünscht doch realistischer.

  2. die hunderrtausedfachen Stromsperren bei den Ärmsten unserer Gesellschaft kann man bereits auch als Strom-Rationierungen einordnen…

    ps. ich habe ein paar Jahre im Vertrieb in der KFZ-Zulieferindustrie gearbeitet. Was ich da in Sindelfingen, Dngolfing usw für miese, arrogante A….löcher kennen lernen durfte bzw musste, versüsst mir die anstehende Kündigungs-Katastrophe etwas! 😉

    • „. Was ich da in Sindelfingen, Dngolfing usw für miese, arrogante A….löcher kennen lernen durfte bzw musste, versüsst mir die anstehende Kündigungs-Katastrophe etwas! “

      Ich kann das in etwa nachvollzeihen.

      Sie dürfen sich allerdings sicher sein, dass Diejenigen, die damals den letzten Cent aus Ihnen herausquetschten, Sie mit taktischen Reklamationen mürbe machten, bis in den letzten Winkel ihre Technologie ausleuchteten und Ihnen dann die Preise selbst vorrechneten, von Ihnen Kapazitätsvolumina vorzuhalten verlangten und dann diese nicht füllten…. usw…, dass diese jedenfalls nicht diejenigen sein werden, die zuerst auf der Straße stehen.

  3. Die Bosse der Industriekonzerne und der mittelständischen Industrie sind doch fast alle Fans von Merkel und ihrem politischen „Umfeld“. Auf Veranstaltungen kann man stets beobachten, wie Unternehmer Politiker hofieren, manchmal bis zur Peinlichkeit. Durch aktive und passive Unterstützung der links-grünen Partei haben Unternehmer und Konzernbosse selber zu der derzeitigen Entwicklung beigetragen. Deshalb kommt diese Entwicklung nicht plötzlich und nicht überraschend auf die Industrie zu. Elite aus Politik und die Elite aus der Wirtschaft machen immer gemeinsame Sache. Die Dummen und Verlierer sind die ganz normalen Arbeitnehmer.

  4. Solange die Autobosse nicht selber darauf kommen, was ihren Konzernen blüht, ist denen nicht mehr zu helfen. Offenbar sind aber alle Opportunisten, die meinen mal eben den schnellen Euro mitnehmen zu können, bevor sich der Wind wieder dreht. Widerstand würde anders aussehen.

    So eine Denke ist letztlich abenteuerlich. Und wenn ich solche Oberpfeifen wie den VW-Boss sehe, der der Merkel offenbar schon komplett in den Allerwertesten gekrochen ist, dann frage ich mich nur, welche Vollpfosten müssen erst die Eigentümer sein. Echt zu doof zum Kapitalismus …?

    Damit sind wir beim Grundproblem: eine weltfremde, völlig gewissenlose, unendlich macht- und profitgeile sogenannte Elite, die jegliche Bindung zum Herkunftsstaat verloren hat. Also Personal, bestimmt zum eigenen Untergang.

    Hoffentlich bald, hoffentlich gründlich und hoffentlich ohne Kolateralschäden für die eigene Bevölkerung.

  5. In einer Gesellschaft in der erst die Kernenergie und dann das CO2 verboten wird, wird weder eine Volkswitschaft noch Wissenschaft haben. Selbstverständlich vernichtet dieser Klimaschutz unsere komplette Wirtschaft und damit unseren Wohlstand und Sozialsystem. Klimaschutz ist Volksverhetzung mit der Folge von Mangel und ARMUT! Sozialismus pur…im Grünen Gewand diesmal daherkommenden!

  6. *Killt die Klimapolitik unsere Mittelstandsindustrie?*

    Die Politik hat neben ständig steigenden Lasten für den normalen Bürger die Bedingungen besonders für industrielle Klein- und Mittelständler seit etwa der Euro- Einführung ständig verschlechtert. Ob mit Maßnahmen, die angebl. dem *Verbraucherschutz* dienen, ob mit *datenschutz*, ob Insolvenzgesetzgebung, ob Abschreibungsmöglichkeiten, ob Investitionsrücklagen, ob Privatvorsorge (z. B. gesetz zur Stärkung der Krankenkassen=>Einführung von besteuerung von z.B. Direktversicherungen) ob REACH, ob RoHS… . Ständig neue Säue durchs Dorf, die allesamt von größeren Einheiten kostengünstiger gemanagt werden können als von kleinen. Gleichzeitig wurde internationalen Konzernen und vor allem Finanziers alle Türen und Tore geöffnet.

    Die jetzige Klimapolitik ist die noch konsequentere Fortsetzung dieser Strategie der Marginalisierung des Mittelstandes.

  7. Ein Dieselgenerator bringt da auch nicht viel.
    Mit dem läuft kein Wasser, um die Toilette zu spülen und ohne Gas läuft auch die Heizung nicht.
    Und wenn der Tank leer ist, gibt es auch kein neues Diesel.

    • Der Dieselgenerator bringt eine ganze Menge, er versorgt auch die Ölheizung und die Brunnenpumpe mit Strom. Sollte der Diesel ausgehen habe ich dann ca. 3000L Heizöl zur Verfügung. Also Licht, Heizung, und Toilettenspülung alles noch im grünen Bereich.

      • Bei Ihrer Bestandsaufnahme fehlt noch ein wichtiges Utensil.
        Kurzlaufwaffen, Langlaufwaffen und vielleicht noch ein MG mit der nötigen Munition.

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