Warum wir Schauer-Nachrichten lieben, genau wie Kinder Süßig­keiten lieben

Journalisten: „Ich will Untergangs-Stories in dieser Zeitung haben – je mehr und je schlimmer, desto besser“. Bild: Bernd Kasper / pixelio.de

Larry Kummer
[Vorbemerkung: Den Begriff „Amerika“ schon in diesem Subheader kann man getrost auch durch den Begriff „Deutschland“ ersetzen. Nur darf hierzulande so etwas nicht gesagt werden, wie es hier beschrieben und daher übersetzt wird. – Chris Frey, Übersetzer]
Summary: Ein neues Kapitel wurde in den Klima-Kriegen aufgeschlagen. Es wird nämlich etwas über Amerika enthüllt – über uns – das wir wissen müssen, falls wir Amerika in eine sichere und blühende Zukunft steuern wollen.

Im Jahre 2017 begann eine neue Phase in der „Debatte“, mit welchen politischen Maßnahmen man dem Klimawandel entgegen treten soll, und zwar mit der Veröffentlichung einer Publikation mit dem Titel „The Uninhabitable Earth“ von David Wallace-Wells im New York-Magazin. „Hunger, wirtschaftlicher Kollaps, eine Sonne, die uns kocht: Was Klimawandel bewirken kann – rascher als man denkt“, liest man darin. Es ist natürlich typische alarmistische Propaganda – Übertreibungen, Falschinterpretationen und ohne einen Zusammenhang, mit welcher Wahrscheinlichkeit diese schrecklichen Ereignisse eintreten.

Das war die primäre Methode der Linken, seit Anfang der 1970er Jahre die Amerikaner zu beeinflussen. Sie haben die Endzeit gepredigt durch Verschmutzung, ausgehenden Ressourcen, globalen Hunger und anderen schon lange vergessenen Schrecknissen. Auch die Rechten bedienen sich dieses Verfahrens, allerdings mit anderen Themen: Kriminalität, nationaler Bankrott, übelwollende Minderheiten-Gruppen und Terrorismus. Warum tun sie das? Dieses neue Kapitel der Klima-Kriege gibt die Antwort. Das New York-Magazin veröffentlichte einen Folgebeitrag, der damit begann, was für Journalisten am Wichtigsten ist, und in welchem erklärt wird, warum wir Untergangs-Stories so sehr lieben.

Wir veröffentlichten ,The Uninhabitable Earth‚, und die Reaktionen darauf waren außerordentlich – sowohl hinsichtlich Umfang (es ist bereits jetzt der meistgelesene Artikel im New York-Magazin jemals) als auch hinsichtlich der Art und Weise“.

Also goss man es in ein Buch: „The Uninhabitable Earth: Life After Warming“. Dem folgten noch viele weitere, als da wären: The Big Heat: Earth on the Brink der Journalisten Jeffrey St. Clair und Joshua Frank (2018). “The five ways the human race could be WIPED OUT because of global warming” von Rod Ardehali in der Daily Mail, ein Werbevideo für Falter: Has the Human Game Begun to Play Itself Out? von Bill McKibben. “Planet Earth Is Doomed. How Do I Go On?” von Liza Featherstone in The Nation. “Where our New World Begins: Power, politics, and the Green New Deal“ von Kevin Baker in Harper’s, Mai 2019 (widerlegt hier). Der jüngste Beitrag ist “World Scientists’ Warning of a Climate Emergency” in Bioscience (ein den Klima-Untergangspropheten freundlich gesonnenes Portal).

Allen gemeinsam sind die fast völlig fehlenden Quellenangaben, und sie haben auch höchstens geringe Berührungspunkte mit irgendetwas von der NOAA oder dem IPCC Veröffentlichtem. Aber zum Teufel mit der Wissenschaft – Angst verkauft sich gut! Was in der realen Welt zählt sind Klicks sowie die daraus fließenden Dollars und die politische Macht. Heutige Herausgeber in ganz Amerika schlagen mit der Faust auf ihre Schreibtische und verlangen von ihren Reportern, dass diese gefälligst Stories abliefern über den sehr bald eintretenden, sehr sicheren Tod für uns alle. Interessengruppen von Küste zu Küste [in den USA ein Synonym für ,von der Pazifik- bis zur Atlantikküste‘, Anm. d. Übers.] bereiten Presseerklärungen vor bzgl. der dräuenden Katastrophen, weshalb wir den Eliten Macht und Geld geben sollen.

Die heutigen Klimaaktivisten lassen Champagner-Korken knallen – in der Überzeugung, dass das Interesse der Öffentlichkeit an Klima-Untergangsstories mehr Unterstützung für ihre politische Agenda bedeutet. Haben sie recht?

Warum wir Untergangs-Stories lieben: „Der Schlüssel zu einer guten Story ist nicht wer, was, oder wann, sondern warum“ – Eliot Carver, Medienmagnat in Tomorrow Never Dies.

Diese Stories haben kaum einmal zu einer Änderung der US-Politik geführt (siehe Konzentration auf Worst-Case-Klimaszenarien der Zukunft funktioniert nicht – sollte es auch nicht {hier}). Aber warum lieben wir dann alarmistische Propaganda, wenngleich wir auch nicht darauf eingehen? Peter Moore lieferte einen Hinweis in der Ausgabe des Playboy im März 1987 (ja, es waren auch sehr schöne Bilder darin), und zwar mit seinem Beitrag „The Crisis Crisis“ [etwa: Die Krise der Krise]. Die Einleitung sagt alles:

Das heutige Amerika leidet unter einer epidemischen, die ganze Nation überschwemmenden Kette von Ereignissen, welche es seit den Biblischen Plagen in Ägypten nicht mehr gegeben hat. Am Montag werden wir Angriffen von Killer-Trends ausgesetzt, und zwar in Gestalt einer Krise, von der wir am Freitag zuvor noch gar nichts wussten, und das düstere Vorzeichen vom Montag wiederum bahnt den Weg für die Hysterie in der nächsten Woche.

Auf schreckliche Art und Weise folgt der Angst vor Herpes die Plage AIDS, diese wiederum gefolgt von dem schockierenden Schreckgespenst der Schulden der Dritten Welt. Nach einem kurzen, aber eisigen nuklearen Winter sind wir bedroht durch unsere eigene nationale Schuldenkrise und erschüttert über die Hungersnot in Äthiopien; dann geht es zurück zu unserer schwächelnden Ozonschicht. Plötzlich befinden sich Terroristen mitten unter uns, dann die Obdachlosen – bis alles durch eine Crack-Verrücktheit hinweg gespült wird.

Die Probleme erscheinen, die Alarmsirenen schrillen, die Titelstories und Sonderberichte wuchern. Dann verlieren die Medien das Interesse und wenden sich der nächsten Katastrophe zu. Das Phänomen ist so bösartig, dass es eigentlich eine eigene Titelstory wert ist. Man kann es die Krise der Krise nennen“.

Das ist der Schlüssel, um diese Angst-Ausbrüche zu verstehen: wir ändern nicht unser Verhalten als Reaktion auf diese Krisen, weil diese für uns Entertainment sind!

Das erklärt das seltsame Desinteresse der Amerikaner an der Liste von Experten bzgl. gescheiterter Prophezeiungen und schlechtem Rat (z. B. Paul Ehrlich bei den Linken, Larry Kudlow bei den Rechten). Es ist uns egal, ob das, was wir über die Welt lesen, stimmt oder nicht, da wir nicht beabsichtigen, diese Informationen irgendwie zu verwerten. Ein Sammler von Landkarten fragt nicht, ob diese Karten korrekt sind, sondern er will hübsche alte Karten – mit bunten Drachen an den Ecken. Nur jene, die einen bestimmten Ort erreichen wollen, verlangen genaue Karten.

Die meisten Medien-Firmen zielen auf die Massenpartei der Amerikaner – also auf die riesige Gruppe Amerikaner, die an aktuellen Ereignissen interessiert sind und deren Einkommen attraktiv für Werbetreibende sind (z. B. Profis, Manager, Geschäftsinhaber). Sie verstehen, was wir wollen, und halten uns so einen Spiegel vor, in welchem wir uns selbst sehen können. Wir wollen einfache, begeisternde Stories, die unterhaltsam sind und Entspannung bringen. Horrorstories sind dafür sehr gut geeignet, egal ob es darin um Naturkatastrophen geht, um vom Menschen ausgelöste Katastrophen oder Katastrophen durch übernatürliche Übel. Wir lieben sie alle!

Also fabrizieren spezielle Interessengruppen Visionen des Untergangs in der Hoffnung, Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu wecken. Journalisten machen daraus begeisternde Stories zu unserer Unterhaltung. Die 1% schauen zu und lachen. Politisch ineffektiv wollen wir uns für engagiert halten. Also konsumieren wir diese „Nachrichten“, um gut informiert zu sein und schreiben Beiträge oder Kommentare – Spaß, verehrte Bürgerschaft! Details zu diesem Prozess finden sich hier. Man betrachte die Vergangenheit, um eindeutig zu erkennen, wie das geht:

Visionen aus dem Jahr 1971 über die zerstörte Welt von heute. Bei Amazon noch erhältlich.

Am 15. Januar 1971 verfolgten die Amerikaner die Fernsehsendung „L.A. 2017“ [L.A. = Los Angeles, Anm. d. Übers.], eine Episode der Sendereihe The Name of the Game. Unter der Regie von Steven Spielberg wurde darin eine schreckliche Welt in 46 Jahren beschrieben (also im Jahre 2017), nachdem Verschmutzung die Ökologie der Erde zerstört und die Überlebenden der Menschheit in den Untergrund gezwungen hat. Mehr dazu hier. Geschrieben wurde das Ganze von Philip Wylie, der es in eine Novelle goss mit dem Titel „Los Angeles: A.D. 2017“. Eine Rezension gibt es hier.

Im Jahre 1971 lasen wir etwas über die schreckliche Zukunft im Jahre 2000 in einem seriösen Journal, nämlich dem New Scientist: „In Praise of Prophets“ von Bernard Dixon:

Falls sich die derzeitigen Trends fortsetzen, wird das Vereinigte Königreich einfach nur noch aus einer Handvoll verarmter Inseln bestehen, bevölkert von etwa 70 Millionen hungriger Menschen, die sich kaum oder gar keine Sorgen machen über die anderen 5 bis 7 Milliarden Menschen in einer kranken Welt … wäre ich ein Zocker, würde ich sogar um Geld wetten, dass England im Jahr 2000 nicht mehr existieren wird“. – Paul R. Ehrlich in einer Rede vor dem Institute of Biology in London.

Ehrlich prophezeite auch weltweite Klagen, einen thermonuklearen Krieg, den Tod der Weltmeere, hoch schießende Todesraten und ökologische Katastrophen. Dixon berichtete, dass „die Zuhörerschaft begeistert war und nach mehr davon verlangte“. Genauso ist es heute: wir applaudieren und rufen nach noch mehr Untergangsstories über das Klima-Armageddon.

Diese Taktiken der Verängstigung haben nichts erreicht. Die ersten der großartigen Gesetze bzgl. der Verschmutzung von Luft und Wasser wurden in den 1960er Jahren in Kraft gesetzt, bevor diese Taktiken sich weiter Verbreitung erfreuten. Die EPA wurde im Jahre 1970 ins Leben gerufen (hier). Diese Stories schienen auch gut belegt, weil sie Trends der Vergangenheit in die Zukunft extrapolierten, wobei Gegenmaßnahmen ignoriert werden, die bereits begonnen haben. Genau wie die heutigen Klima-Untergangsjünger den Ersatz von Kohle durch sauberere und sogar bessere Quellen, die derzeit entwickelt werden (Details dazu hier).

Damals wie heute – ängstigende Stories machen einfach Spaß. Aber ein Mensch, der sie ernst nimmt, und sei es als eine Leitlinie für Politik, ist zu bedauern.

Folgerung:

Sonder-Interessengruppen fabrizieren Propaganda, um uns zum Narren zu halten. Wir halten sie zum Narren, indem wir uns daran erfreuen, wild unter uns selbst darüber diskutieren, voller Angst aufschreien – aber nichts dagegen tun. Das ist eine erbärmliche Story. Es ist das Verhalten von Sklaven und nicht von mündigen Bürgern. Die Lösung liegt in unseren Händen – Bürger zu werden, die an der Wahrheit interessiert sind und sich für Amerika verantwortlich fühlen. Die rationelle Beurteilung von Bedrohungen und die entsprechenden Reaktionen müssen ebenso mutig wie entschlossen sein:

1. Wichtiger Ratschlag: Lernen, skeptisch zu sein – eine Fähigkeit der Bürgerschaft im 21. Jahrhundert (hier)

2. Wir leben in einem Zeitalter der Ignoranz, haben es aber in der Hand, das zu ändern – heute (hier)

3. Sich erinnern ist der erste Schritt zum Erlernen. Leben in den Tag hinein ist Ignoranz (hier)

4. Wir stehen vor zu vielen Bedrohungen. Reagieren wir rational darauf! (hier) – ein einfacher erster Schritt.

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/11/07/why-we-love-scary-news-stories-just-as-children-like-candy/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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4 Kommentare

  1. Übertriebene, alarmistische Stories, aber auch „Skandale“ gehören zur Boulevardpresse, die bekanntlich hohe Auflagen hat. Die Leser legen wenig Wert auf Realismus und Ehrlichkeit und verzeihen auch die dicksten Lügen. Trotz Weltuntergang und anderen Katastrophen verläuft der Alltag dieser Leser aber langweilig und es werden keine Vorkehrungen getroffen.

  2. …schlechter Artikel. Keine wissenschaftlichen Argumentation. Mumpitz. Der Autor ist halt Politiker. Und Politiker sind eben so. Führer durch Rhetorik, ohne jede Substanz. Wie Antifa, halt anders gewandet. Polemik. Ohne jedes Niveau.

    • Sehr geehrter Herr Udo Bügner,
      für wissenschaftliche Argumentation empfehle ich Ihnen die „Publikationen“ in obiger Leiste anzusehen.
      Bei den öffentlichen Medien finden Sie dagegen fast keine Argumente, da viele Leute über die Überschrift kaum hinauskommen, es sei denn – es wird mal wieder eine Schauergeschichte erzählt. Daher auch obiger Beitrag.
      Haben Sie sich schon bei ARD, ZDF beschwert, das die nicht auf Argumente und Studien von skeptischen Wissenschaftlern eingehen?

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