Wasserstoff, der neue Heilsbringer ?

von Dr. Klaus-Dieter Humpich
Es gibt einen guten Grundsatz im Bankgeschäft: Werfe nie gutes Geld schlechtem hinterher. Energiewende geht anders.

Zuerst hat man die Landschaft mit Windmühlen und Sonnenkollektoren zugepflastert. Die zwei zentralen Werbeslogans waren ≫Die Sonne schickt keine Rechnung≪ und ≫Irgendwo weht immer der Wind≪. Beide gleichermaßen trivial und im Zusammenhang mit dem europäischen Stromnetz schlicht weg falsch. Kritik wurde einfach – z. B. durch die unvergleichliche Energie-Fach-Frau Claudia Kemfert –weg gelächelt. Sie schwafelte sich monatelang mit ihrem ≫smarten Netz≪ und ihren ≫intelligenten Zählern≪ durch die Gesprächsrunden im Staatsfernsehen. Leider kam die gemeine Hausfrau sehr schnell dahinter, daß es sich dabei nur um Neusprech für Rationierung handelte. Lebensmittelkarten, egal ob elektronisch oder nicht, sind nun mal in Deutschland aus Erfahrung gemieden. Auch wollte besagte Hausfrau ungern die Wäsche des nachts im Plattenbau schleudern lassen oder solange im Saft stehen lassen, bis mal wieder der Wind weht. Was natürlich unsere Schlangenölverkäufer und Kombinatsleiter nicht davon abhält – nun eher in aller Stille – die guten alten Stromzähler durch neue und wesentlich teurere auszutauschen. Geschäft ist Geschäft und man erfüllt damit natürlich nur die Vorgaben der Politik. Innerlich war man schon immer irgendwie kritisch.

Nun weiß man aber aus der Werbung, daß es wenig effektiv ist, abgedroschene Werbeslogans weiter zu senden. Es mußte also ein neuer Gimmick her, mit dem man in einschlägigen Talkshows brillieren konnte: Das batteriebetriebene Elektroauto ward geboren. Wohlgemerkt, die Betonung lag auf ≫batteriebetrieben≪. Damit sollte der Hipster aus der Vorstadt sein Auto aufladen, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht und sollte sogar noch ein Zubrot erzielen können, wenn er dem Prekariat im Sozialbau bei kalter Dunkelflaute mit ein bischen Strom aus seinem Drittauto aushelfen würde. Leider ist dieser Markt zu klein, um für die deutsche Autoindustrie profitabel zu sein. Otto-Normalverbraucher hingegen muß lange und schwer arbeiten, bis er ein paar Zehntausend Euro für ein Elektroauto über hat. Er wird sich hüten, sein Fahrzeug irgendwelchen Windmüllern als Speicher zur Verfügung zu stellen. Wohlwissend, daß die Batterie das teuerste Bauteil an seinem Auto ist und deren Lebensdauer stark von der Anzahl der Ladezyklen abhängt. Ganz nebenbei, wird von ihm als Steuerzahler auch noch erwartet, daß er jeden Tag pünktlich auf seiner Arbeitsstätte erscheint. Chef, meine Batterie war leer, geht nicht. Wenn sich das Elektroauto tatsächlich ausbreitet, wird es zu einer Zunahme der Nachfrage nach elektrischer Energie und vor allem auch elektrischer Leistung führen. Mit einfachen, aber deutlichen Worten: Wir brauchen noch mehr konventionelle Kraftwerke als heute. Kohle und Kernenergie soll es aus ideologischen Gründen nicht mehr sein, also muß was anderes her. Die nächste Schnapsidee lautet Neudeutsch ≫Power to Gas≪ oder doch wenigstens ≫Wasserstoff≪, denn die GröKaZ irrt sich nie oder wie man früher auch sagte ≫Die Partei hat immer recht≪.

Wasserstoff

Wasserstoff hat den Charme aus fast überall verfügbarem Wasser herstellbar zu sein und nach getaner Arbeit auch wieder zu Wasser zu werden. Das die Umwandlung nicht so ganz einfach ist und durchaus auch nicht ganz ohne Schadstoffe vonstatten geht, soll hier erst einmal nicht interessieren. In diesem Zusammenhang geht es um die Frage der Speicherung. Was die Stromversorgung angeht, haben sich unsere grünen Schlehmile schon einen Weg ausgesucht. Sie wollen Wasserstoff durch ihre Windmühlen und Sonnenkollektoren erzeugen oder präziser gesagt, aus der von ihnen produzierten elektrischen Energie. Dies ist beileibe keine feinsinnige sprachliche Unterscheidung. Würden sie die Anlagen selber bauen und betreiben, würden sie an den Kapital- und Betriebskosten schlichtweg ersticken und das alles nur, um die ≫Nachfrage nach elektrischer Leistung≪ befriedigen zu können. Man kann es nicht oft genug betonen, solche Anlagen können nur dann Wasserstoff produzieren, wenn auch Wind weht bzw. die Sonne scheint. Wobei noch nicht einmal geklärt ist, ob solch eine Wasserstoffherstellung bei ständig schwankender und zufälliger Stromproduktion überhaupt funktioniert. Man denke nur mal einen Augenblick an tagelangen Frost im Winter. Wasser einfrieren lassen oder die bereits kostspielig gewonnene Energie zur notwendigen Heizung der Wasserstoffproduktion verbraten? Mit Sicherheit wird man auch hier den bewährten Weg des Schmarotzen gehen: Das Stromnetz und zukünftig auch noch das Erdgasnetz, werden sich selbstverständlich kostenlos den Bedürfnissen der grünen Energiebarone anpassen und unterordnen müssen. Alle notwendigen Mehrkosten werden wie gehabt direkt auf die Allgemeinheit umgelegt (Netzentgeld etc.).

Noch einmal zurück zur aktuellen Frage: Ist Wasserstoff als Antrieb bei Kraftfahrzeugen besser geeignet, als die (berüchtigte) Batterie? Beide haben das gleiche Problem: Geringe Energiedichte und/oder lange Ladezeiten. Jedes Fahrzeug (ausgenommen Schienenfahrzeuge) muß nicht nur sein komplettes Antriebssystem, sondern auch seinen kompletten Energievorrat mit sich führen. Bei Benzin und Diesel ist das bekanntlich kein Problem, denn es sind Flüssigkeiten mit hoher Energiedichte. Flüssigkeit bedeutet nahezu drucklos, hohe Energiedichte bedeutet kleiner Tank und was immer gern vergessen wird, beides zusammen ergibt eine sehr kurze Zeit zur vollständigen Betankung. Eine Autobahntankstelle mit Elektrozapfsäulen oder Verdichter für Wasserstoff benötigt einen eigenen Hochspannungsanschluss um die benötigte elektrische Leistung bereitzustellen. Wie gesagt, Wasserstoff ist ein Gas und es gibt damit nur drei Möglichkeiten es im Auto mitzuführen: In Druckgasflaschen (mindestens 300 bar), in einem Kryotank (Temperatur -252 °C) oder chemisch gebunden. Die Lösung Druckgas ist technisch einfach und kostengünstig und bei PKW wohl auch die einzig realistische. Aber auch hier wieder der Nachteil langer Ladezeiten bzw. geringer Reichweite (bei der notwendigen Verdichtung im Tank erwärmt sich das Gas und verringert somit die mögliche Beladung). Dämmert es jetzt, warum schon jetzt hinter vorgehaltener Hand von ≫synthetischen Kraftstoffen≪ gewispert wird? Das ist lediglich ein Neusprechwort für das, was Deutschland schon im zweiten Weltkrieg machen mußte. Diesmal will man nur nicht Braunkohle als Ausgangsstoff verwenden. Dabei nicht vergessen, wir reden nicht mehr nur von dem Sektor Stromerzeugung, sondern inzwischen auch schon von Verkehr und immer öfter auch von Industrie und Gebäuden. Alles versorgt durch Wind und Sonne. Bald auch wieder ≫Volk ohne Raum≪ für Windkraftanlagen? Regiert von Vegetariern als ≫Schutzstaffel≪ des Klimas?

Jetzt auch noch Kernkraftwerke

Das ist kein Witz. In den USA planen bereits Kernkraftwerke auf ihrem Gelände eine Wasserstoffproduktion aufzubauen. Es gibt dafür auch reichlich Subventionen, „wegen Klima“. Erstes Projekt ist der Bau einer Elektrolyseanlage für das Kernkraftwerk Davis Besse (Druckwasserreaktor mit 894 MWel) in Oak Harbor, Ohio. Die Anlage soll $11,5 Millionen kosten (davon $9,2 Millionen Zuschuss vom US Department of Energy). Sie soll 1–3 MWel aus dem Kernkraftwerk nutzen, um damit Wasserstoff für die Versorgung öffentlicher Fahrzeuge und der lokalen Wirtschaft bereitzustellen. Das Demonstrationsprojekt wird federführend vom Idaho National Laboratory (INL) betreut, Industriepartner ist FirstEnergy Solutions, die Partner als Stromversorger sind Xcel Energy und Arizona Public Service. Das Projekt soll mindestens zwei Jahre laufen. Betriebsbeginn soll schon nächstes Jahr sein.

Das Interesse der Versorger in Arizona an diesem Projekt ist nicht ganz abwegig. Das Kernkraftwerk Palo Verde in Tonopa, Arizona produziert mit seinen drei Reaktoren (3397 MWel) rund 35% des gesamten Verbrauchs an elektrischer Energie in diesem Bundesstaat. Arizona ist aber auch der Sonnenstaat der USA. Vor einigen Jahren gab es erbitterte Auseinandersetzungen um einen „Atomausstieg“ und alternativ eine Vollversorgung durch „Sonnenstrom“. Die Bürger in Arizona entschieden sich durch Volksentscheid für die Erhaltung ihres Kernkraftwerks. Gleichwohl nimmt die Produktion durch „Sonnenkraftwerke“ dank hoher Steuervergünstigungen im gesamten Süden der USA beständig zu. Dies führt zu erheblichen Störungen im Stromnetz. Die Preise für Spitzenstrom an heißen Sommertagen (Klimaanlagen) betragen inzwischen mehr als $8 pro kWh. Diese Stunden sind die Domäne der offenen Gasturbinen (geringe Investition, aber hoher Gasverbrauch). Noch ist Erdgas als Beiprodukt der Ölförderung in Texas und New Mexico extrem billig. Die Brennstoffkosten liegen bei rund $Cent 3,4 pro kWhel. Dies muß aber nicht so bleiben.

Letztendlich wird sich die Frage, Wasserstoff hergestellt aus Erdgas (heute überwiegende Produktion) oder aus Kernenergie über den Preis entscheiden. Am Preis aber, will die Politik über eine CO2 – Abgabe zukünftig kräftig drehen. Mit Sicherheit wird aber Wasserstoff aus „Wind und Sonne“ kein konkurrenzfähiges Produkt ergeben. Die geringe Arbeitsausnutzung solcher Anlagen und ihre wetterabhängige Zufallsproduktion können niemals mit Kernkraftwerken konkurrieren. Ist dies der Grund, warum unser Wirtschaftsminister neuerdings immer öfter darauf hinweist, daß wir heute schließlich auch den größten Teil unserer Primärenergie (Steinkohle, Erdgas, Öl) importieren?

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors hier

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31 Kommentare

  1. Man geht von einer völlig falschen Voraussetzung aus, wenn man meint, daß die heute erzeugte und verbrauchte Energiemenge, die für Wärme, Verkehr, technologische Prozesse … benötigt wird, durch die sog. „erneuerbaren Energien“ mengenmäßig ersetzt werden soll und kann. Die Politik ist dabei, die verfügbare Energiemengen gezielt extrem zu verknappen und uns in das Vor-Mittelalter regelrecht zurückzubomben und dem Deutschen Michel auch noch Genugtuung darüber einzupflanzen („Wissenschaft“, Medien). Den Plan gibt es übrigens schon seit 1944 (Morgenthau). Wer meint, daß die wirklichen Beherrscher dieser Welt von ihren langfristigen Zielen abrücken: „Germany must perish“! Neu ist nur, daß dieser Prozeß der abzusehenden völligen Zerrüttung der Infrastruktur des Landes von der eigenen Regierung und den meisten Parteien (deutsche Interessen haben damit ja nun absolut nichts zu tun) mit aller Konsequenz vorangetrieben wird. Ich bin mir sicher, daß es in nicht allzu ferner Zukunft auf der Basis der zu erwartenden Folgen – Hunger, Kälte, Zusammenbruch der Infrastruktur – zu bürgerkriegsähnlichen Verwerfungen kommen wird. Und das bei mehreren Millionen dann enttäuschter islamischer kampferprobter junger „Neubürger“ im Land! Dieser Zustand droht ohne Zweifel!
    Wessen Befehlen folgen Sie und ihre Entourage, Frau Bundeskanzlerin? Darf man das noch fragen, ohne Faschist oder Verschwörungstheoretiker zu sein, sondern lediglich besorgter Bürger dieses Landes, der Kinder und Enkel hat?

    • Alles klar? Germoney must perish, war glaub ich Winston Churchill. Morgenthau, Edenhofer u.s.w. Da diskutieren die Leute noch über wie viel co2 muss verschwinden, Rückstrahlung oder nicht, Energiewende, Klimawandel und verlieren sich in unendlichen Diskusionen und sehen den Wald nicht vor lauter Bäumen. Wacht auf! Wer ist noch Schweizer in, Deutsche r? Es wird einem ein schlechtes Gewissen eingeredet wenn man sein Land sein Volk seine Kultur ehrt und verteidigen will, wie unsere Vorväter und Mütter. So wie wir es einst in der Schule gelernt haben. Die Fremden aus dem Orient kommen doch wie Einbrecher die uns fette Knochen, co2, Klimawandel, Energiewende, hinwerfen und weil wir um sie Balgen und uns gegenseitig Zerfleischen Berauben sie uns und nehmen das Haus gleich noch in Besitz. Wenn wir dann Aufwachen ist wahrscheinlich nichts mehr übrig und wir sitzen in der Kälte und Jammern Zähneknirschend im Dunkeln. Dann Prosit und Mahlzeit. Grüsse. Ein älter werdender weisser Nordischer Mann.

  2. Die Meisten haben immer noch nicht verstanden, warum ein Verbrennungsmotor die ideale

    Antriebsquelle ist:

    Von der verbrauchten Energie werden nur 7% der Masse als Kraftstoff mitgeführt. Die für die

    Verbrennung nötige Restmenge wird aus der Luft bei Bedarf genommen.
    Für 1kg Kraftstoff werden 14.6kg Luft benötigt, und die darin enthaltenen 2.8kg Sauerstoff

    werden unter Abgabe von Nutzwärme in CO2 verwandelt. Diese Verbrennung-Energie nennt

    man Heizwert (ca12kW/Kg_Kraftstoff).
    Ein Fahrzeug fährt also mit 93% Luft und 7% Kraftstoff.
    Diesel und Benzin werden drucklos mitgeführt und sind im Gegensatz zu Gas leichter zu

    händeln; (kleine Undichtigkeiten) führen nicht zur Verbreitung und Vermischung mit dem

    Luftsauerstoff und der daduch mögliche Explosion des Gemisches. Sollte Kraftstoff austreten

    und dabei in Brand geraten, kann durch Sauerstoffentzug dieser Vorgang beendet werden

    (Löschschaum, CO2).

    • Wird jetzt Luft mit ein bisschen Treibstoff verbrannt oder ein bisschen Treibstoff mit viel Luft verbrannt? So müsste es eigentlich Luftmotor heissen. Aber da Luft unendlich vorhanden ist ziehen die Ökos das scheinbar endliche Fossile vor. Intressant zum Thema ist Dr. Zillmers Ansicht über fossiles Öl

  3. Lieber Herr Humpich,
    Sie kommen nicht auf den Punkt der Sache. Bedenken bitte:
    ein Kubikmeter flüssiger Wasserstoff wiegt 70 kg.
    In einen 50 Liter Tank passen dann 3,5 kg Wasserstoff.
    Der Tank muss ca 300 bar standhalten und eine bestmögliche
    Wärmeisolierung aufweisen. Dann ist er wohl wieder einen Kubikmeter
    groß. Durch Wärmeeintrag in den Tank steigt der Druck und es muss
    über ein Sicherheitsventil Wasserstoff abgelassen werden. Das machen
    sie mal in Ihrer Garage. Die Explosion ist schon jetzt zu hören.
    In öffentliche Parkhäuser oder Tiefgaragen dürfen Sie mit einer solchen
    Karre nicht rein.
    Wasserstoff diffundiert durch alle Wandmaterialien des Tanks.
    Dadurch und durch das Sicherheitsventil verlieren Sie in ca. neun Tagen
    mindestens die Hälfte des Tankinhalts. Wie will man denn den Wasserstoff
    zu tausenden Tankstellen bringen. Dazu benötigt man eine Lastwagenflotte
    die zehnmal größer ist als die für Benzin und Diesel, denn ein Kubikmeter
    Wasserstoff wiegt nur 70 kg. Der Stoff muß ja in Gasflaschen transportiert
    werden. Dabei sind die Gasflaschen schwerer als der Wasserstoff da drin.
    Das U-Boote mit Wasserstoff angetrieben werden stimmt nur für Schleichfahrt.
    Sonst fahren die Dinger mit Dieselmotor, also konventionell wie schon damals
    beim Kaiser usw.
    Automobile müssen trotz Brennstoffzelle einen Akku mitführen. Dieser Akku
    wird dann von der Brennstoffzelle geladen. Die Leistungsänderungsgeschwindigkeit einer Brennstoffzelle ist für ein Automobil nicht ausreichend.
    Diese einfachen Tatsachen reichen schon für eine Disqualifikation des Wasserstoff.
    Da braucht es auch keinen Hinweis auf Lagerung in Kavernen (in Kommentaren),
    der ja reiner Blödsinn ist.
    MfG. Micheal Treml, Bremen

  4. Sehr geehrter Herr Langer,
    diese Studie wurde in Berlin von Herrn Stolten vorgestellt und ist mit beträchtlichen Mitteln vom Bundesministerium für Forschung und Technologie finanziert worden. Wie Sie selbst festgestellt haben,sind einige Annahmen sowohl für das 80% als auch für das 95% -Szenario nicht stimmig,machen Sie sich die Mühe und lesen Sie den gesamten Bericht unter dem o.g.link pdf Vortrag, Detailergebnisse!Allein die Gesamtkapazität der Erneuerbaren für das Jahr 2050 soll 471 GW betragen,Zubau hauptsächlich Wind onshore!,den voraussichtlichen Flächenbedarf können Sie selbst errechnen,unabhängig davon ,dass keine Grundlast gesichert ist. Weiter wird H2 als wichtigster Energieträger für das Erreichen der 95% -ziele angenommen und über Elektrolyse
    zur Verfügung gestellt .Damit wächst der Nettostrmbedarf auf 1008 TWh im Jahr 2050.Dies entspricht einem Anstieg von 80% gegenüber dem heutigen Stromverbrauch. Zitat Prof.Stolten: PtX-Massnahmen sind Voraussezung für eine erfolgreiche Sektorkopplung, sind aber nur mit Energieimporten kostenoptimal erreichbar( z.B. 6,5 Mth2/a,50,7TWh/a aus Norwegen) und nur der Ausbau der Erneuerbaren entscheidet über das Gelingen der Energiewende! Zitatende.
    In diesem Sinne gute Nacht ,in der Hoffnung ,dass wir das Jahr 2050 zumindest nicht mehr in Deutschland erleben.

    mfg
    Dr.-Ing. Friedhelm Sporenberg

    • Im Jahr 2050 dürfte der Stromverbrauch in Höhe des Primärenergieverbrauchs liegen, der letztes Jahr ca. 3.600 Twh entsprach und nicht nur 1000 twh. Autos und Heizung sollen ja auch nur noch mit Strom betrieben werden. Der Verbrauch kann natürlich geringer sein, wenn weniger Autos fahren, die Menschen weniger Wohnraum benötigen und die Häuser stärker gedämmt werden und weniger Industrie vorhanden ist.

  5. »Irgendwo weht immer der Wind« wird behauptet.

    Abgesehen davon, daß das so nicht stimmt, müßte selbst wenn, immer dort, wo gerade der Wind weht, eine Infrastruktur stehen, die den gesamten Bedarf grundlastartig abdecken kann. Wie soll denn das realisierbar sein?

    Zu Kommentaren weiter unten sei angemerkt, Windmaschinen stellen Energie nicht durch ausgebaute Nennleistung zur Verfügung, sondern durch wehenden Wind. Ohne Wind nützt die 100fache ausgebaute Nennleistung nichts! Und fehlender Wind kann wochenlang andauern.

    • Falls ich gemeint war in dem Bezug Wind und Nennleitung…..
      Nennleistung Havelland: gute 195 MW (durch Zubau und Austausch evtl. aktuell schon über 200 µw)
      150 MW wurden dieses Jahr nie ganz erreicht. Spitze war schon am 01.01.2019 um 20:00 Uhr mit 142,2 MW bei einem Windmittel von 41 km/h
      Am 14.10.2019 um 17:15 Uhr lieferte der Windpark bei 6 km/h dann 4,2 MW und steigerte seine Leistung kontinuierlich bis 20:15 Uhr auf 53,2 MW ohne das sich am Wind etwas änderte, also faktisch nicht in erntetauglicher Stärke wechselte……(nur eines von vielen Beispielen dieser Diskrepanz)

      Mit freundlichem Gruß!
      Christian Möser
      Zimmerer

  6. Bitte nicht so abfällig von „Windmühlen“ reden! Die trugen in vorindustriellen Zeiten zur Versorgung der Bevölkerung mit dem täglichen Brot bei.
    Da die heutigen Windrotoren dazu eher kontraproduktiv sind, schlage ich dafür den Begriff „Windflügler“ vor. In Scharen bildet solches „Windgeflügel“ dann eine „Windgeflügelfarm“.

    • Ich bin für den Begriff Windfänger. Und sie fangen sogar, wenn es nicht´s zu fangen gibt. Naja, vielleicht doch des nacht´s wenn Braunkohle Überschüsse in´s deutsche Stromnetz drückt. Nennt sich unendgeltlich zur Verfügung gestellte Kompensationsleistung. Macht man um nicht unter die Rentabilitätsschwelle zu rutschen.
      Dann schafft es der Windpark „Havelland“ mit seinen 195 Einzelstücken und einer maximalen Leistungsfähigkeit von rund 150 MW schon mal auf gute 50 MW, auch ganz ohne real existierenden Wind. Zu besichtigen in den Enegychart´s (5 – 6 Tage später)und zum Vergleich einschlägigen Wetterseiten als Vergleich. (Wenn man mal nicht vor Ort ist)

      Mit freundlichem Gruß!
      Christian Möser
      Zimmerer

  7. Und er schreibt den Blödsinn von der geringen Energiedichte wieder. Traurig.
    Energiedichte misst man in kw h/ kg, das ist die Einheit. Nix anderes. Egal welcher Aggregatzustand. Benzin, Diesel ca. 11-13 kwh/kg, Wasserstoff ca. 33 kwh/ kg und Batterie 0,15-0,3 kwh/kg. Das letztere ist eine geringe Energiedichte. Wasserstoff hingegen hat eine extrem hohe Energiedichte. Wenn ich so eine Unwissenheit in grundlegenden Dingen sehe, lese ich den Rest meistens nicht mehr.
    Moderne Brennstoffzellen für PKW kondensieren das H2O übrigens. Es entsteht kein Wasserdampf und nix tropft aus dem Auspuff. Welche Schadstoffe bei der Herstellung von H2 durch Elektrolyse anfallen, würde mich allerdings interessieren. Hoffentlich sagt jetzt nicht jemand Stickoxide, dann muss ich lachen.

    • Sehr geehrter Herr Schwetlik,
      Ihre Kritik geht an der Realität vorbei.
      Energiedichte kann man nicht nur bezüglich der Masse sondern auch bezüglich des Volumens angeben. Benzin: 9,2 kWh/Liter, Diesel: 9,8 kWh/Liter, Wasserstoff: 0,003 kWh/Liter. Die Energiedichte von Wasserstoff ist grottenschlecht. Daher muss man es komprimieren: bei 20°C und 200bar: 0,6 kWh/Liter. Auch da ist Wasserstoff noch mehr als eine Größenordnung schlechter als Benzin/Diesel. Blöderweise wiegen die Behälter für so hohe Drücke richtig viel – ca. 1kg pro Liter Inhalt. D.h. die Energiedichte ist bzgl. der Masse auch eine Größenordnung kleiner. Wenn Sie Lust haben – schauen Sie doch mal in den Kofferraum vom Hyndai Nexo. Dort haben die 3 Wasserstoffstanks allerdings einen Druck von 700bar – viel Spaß bei einem Unfall!
      Wegen dieser Probleme hat BMW seinen 7er auch mit einem tiefgekühlten Wasserstofftank (-250°C) ausgerüstet – mit dem Problem, dass es keine absolute Wärmedämmung gibt –> der Tank war leer, wenn das Auto 9 Tage rumstand 🙂
      MfG

      PS: Schaut man sich den Energieverbrauch oder den CO2-Ausstoß des Brennstoffautos Hyndai Nexo an, kommt man mit einem Diesel deutlich günstiger (sowohl beim Kaufpreis als auch beim Tanken).

    • Dafür kommt man mit 10l Benzin ca 130km weit! Mit 10 l flüssigem Wasserstoff vielleicht 30km. Vllcht daher immer diese ungenauen Beschreibungen.

    • Werter Herr Schwetlik, „Dichte“ bezieht sich ganz allgemein auf Volumina. Das, was Sie meinen, bezeichnet man als „Konzentration“. – Ich hoffe, dass ich Ihnen damit die benötigte Klarheit vermitteln konnte.

    • Werter Herr Schwetlik, verraten Sie – oder die meinen originären Kommentar weggeklickt habend Redaktion, welche Ihre einen Irrtum kultivierende Meinung offenbar teilt – wo in dem Artikel eine falsche Einheit für die Energiedichte verwendet wurde. Dass „Dichte“ – ganz unabhängig von den Semantikschwierigkeiten gewisser Fachmannschaften – stets etwas mit dem Bezug auf Räumlichkeit zu tun zu tun hat wissen Sie aber schon: Besiedlungsdichte, Leuchtdichte, Massendichte, Verkehrsdichte,… In einem geheizten Raum, z. B. um eine detonierende Bombe beliebiger Bauart kann dann auch die Energiedichte angegeben werden, und die ist dann ganz unabhängig von den Kilogramm der Bombe. Oder?

    • Zitat: Energiedichte misst man in kwh/kg, das ist die Einheit. Nix anderes. Egal welcher Aggregatzustand.

      Wo haben Sie das her – Grimms Märchen?

      Die Energiedichte ist dE/dm oder dE/dV, also die gravimetrische Energiedichte oder volumetrische Energiedichte.
      Die Energiedichte von Kohle liegt bei ca. 30 MJ/kg oder 38 GJ/m^3 (Dichte: 1250 kg/m^3), Diesel/Benzin bei ca. 40 MJ/kg oder 32 GJ/m^3 (Dichte 0°C: 800 kg/m^3) und Wasserstoff bei ca. 120 MJ/kg oder 11 MJ/m^3 (Dichte 0°C: 0,0899 kg/m^3).

      Für den Einsatz chemischer Energieträger unter normalen Umweltbedingungen in Fahrzeugen kommt nur der flüssige oder gasförmige Aggregatzustand in Frage (außer bei alten Dampflokomotiven). Damit ist die Beschreibung der volumetrische Energiedichte entscheiden, und da schneidet der Wasserstoff schlecht ab.

      Das mit der Energiedichte ist reine Augenschwischerei.

      Mfg
      Werner Holtz

  8. Man fährt also in Zukunft auf einer Wasserstoffbombe zu seiner Arbeit…300 bar Druck und das mit Wasserstoff, einem sehr labilen Gas in Reaktion mit Sauerstoff, Druck und Strom…dann Mal viel Spass dabei.

    • Nee nee Herr Hofmann – 700bar ist derzeitiger Stand – das rumst ggf. noch mehr oder es entsteht innerhalb von Sekundenbruchteilen Knallgas – und dann rums!
      MfG

  9. Sehr geehrter Herr Humpich,
    am 31.10.2019 fand in Berlin eine Tagung, veranstaltet vom Forschungszentrum Jülich, statt( Prof. Stolten):
    Titel: Kosteneffiziente und klimagerechte Transformationsstrategien bis zum Jahr 2050-abzurufen unter fz-juelich.de/iek/iek-3/DE/NEWS/Transformationsstrategien

    Auf der Basis von neu entwickelten Computermodellen legten die Autoren Stolten/ Robenius eine Studie vor, in der Deutschland ab 2050 klimaneutral sein soll- Gebäude, Energiesektor ,Verkehr ,Industrie. Insgesamt sind 1,8 Billionen Euro notwendig, um bis 2050 Treibhausgasemissionen um 95% gegenüber 1990 zu reduzieren.Das Szenario 2050 sieht wie folgt aus.
    1.Windkraft und PV produzieren das 6-fache der heutigen Strommenge
    2.H2-Verbrauch beträgt 12 Mio t/a
    3.Errichtung unterirdischer H2-Speicher ( Kavernen)
    4.Biomasse und Biogas decken ca.1/4 des deutschen Energiebedarfes ab.
    Die Energiebereitstellung(TWh) auf der Basis der Sektorkopplung-strombasierte Kraftstoffe PtL und H2-, beim 80% Ziel bis 2050: H2 4,4 Mio t, ca .180TWh , beim 95% -Ziel bis 2050: H2 12 Mio t,ca 400 TWh und PtL ca.160TWh.
    Die Kraftwerkskapazität aus vorwiegend On-und Offshore muss bis 2050 auf 471 GW gesteigert werden, Stand heute 118GW, dies bedeutet ein Zubau von 11,5 GW/a.
    Neben der Wasserstoffbereitstellung aus Erdgasreforming und Elektrolyse ist das Szenario 95% nur mit Energieimporten( H2 ca.6,5 Miot/a,216,4,TWh/a) nach Deutschland möglich, unter der Voraussetzung ,dass die inländische H2-Produktion im weltweiten Vergleich wettbewerbsfähig ist.
    mit freundlichen Grüssen
    Dr.-Ing Friedhelm Sporenberg

    • Sehr geehrter Herr Dr. Sporenberg,
      nur mal einige Anmerkungen dazu aus dem lockeren Halt:
      zu 2) 12 Mio t H2 reicht für weniger als 1 Million PKW – der Rest und die LKW fahren dann mit Luft und Liebe?
      zu 3) unterirdische H2-Kavernen sind chemischer Unfug – man müsste aus dem H2 erst wieder Methan (=Erdgas) machen.
      zu 4) Biomasse decken derzeit 5% der Stromerzeugung ab und sind nicht mehr steigerbar, da es an der nötigen Biomasse fehlt. Es sollen aber 25% des gesamten Energiebedarfs werden – selten so gelacht.
      zu Sektorenkopplung) aus 4,4 Millionen t H2 will man 180 TWh herausholen – es sind aber nur 145 TWh enthalten – angestrebter Wirkungsgrad: 124%.
      MfG
      PS: Als Dr.-Ing sollte man so etwas auch selber hinkriegen.

    • Rechnen wir mal. Dtl. hat 11,9 Mio. ha Ackerfläche. 1,45 werden für Biogas verwendet. Bei Ihren Angaben müssten wir über die Hälfte der Ackerfläche für die Biogas Produktion verwenden. Mag sein, dass das geht, weil wir ja die komplette Fleischproduktion abgeschafft haben (müssen!). Bedeutet aber auch Nahrungsmittel Importe! Und gewaltige Monokulturen, Verwendung von Spritzmitteln u. künstlichem Dünger. Mais muss im Jugendstadium gespritzt werden, da sonst die heimischen Unkräuter den Ertrag stark dezimieren. Mais ist ein starker Humuszehrer u. laugt die Böden aus. Und: wie beackern wir die Böden? Mit E-Karren o. Biodiesel? Oh halt Biodiesel geht dann nicht mehr, die Fläche reicht nicht. Wald abholzen? Oh geht auch nicht, da stehen die Windräder! Übrigens lastet man den Biogas Bauern gerade teure Umrüstungen auf. Sie sollen flexibel Strom liefern, wenn kein Wind weht. Es gibt zwar eine Förderung aus dem Steuersäckel… Natürlich gibt es schon wieder reichlich Firmen, die die Umrüstung anbieten. Gegen die Angst der Bauern, dass ständiges Hoch- u. Runterfahren den Verschleiß erhöht, gibt es schon Wartungspläne u. Wartungsfirmen. Die Gelddruckmaschine muss laufen!
      Wir, die Steuerzahler zahlen gerne o. müssen zahlen, sonst wird es dunkel.
      Und da fragen sich doch tatsächlich Journalisten, warum Thüringen so gewählt hat. Klar wir Ossis sind alle Wendeverlierer u. fühlen uns abgehängt!
      Verarscht, trifft es eher. Übrigens werden die Bürger*innen der Altbundesländer genauso verarscht. Sie wissen o. glauben es nur noch nicht.

  10. Zitat: „Die Preise für Spitzenstrom an heißen Sommertagen (Klimaanlagen) betragen inzwischen mehr als $8 pro kWh.“
    Im Ernst?

  11. Die eierlegende Wollmilchsau ist offensichtlich noch nicht erfunden. Ich jedenfalls fahre so lange weiter mit meinem Diesel solange sie mich lassen. Und danach kaufe ich mir einen Oldtimer mit H-Kennzeichen, dann kann ich damit weiterfahren, falls ich das noch erlebe. Den Streit um die beste Energieversorgung von Fahrzeugen wird noch lange weitergehen.

  12. Sinnvoll wäre Wasserstoff nur in Kombination mit Kernkraft und Kernfusion.

    Zudem ist Wasserdampf ein starkes Treibhausgas, was Klimaschützern dort aber egal sein dürfte.

    In Flugzeugen verwendet erzeugt es zudem Wolken, die am Tag kühlen und in der Nacht die Auskühlung verhindern.

    Da werden die Klimaschützer vermutlich dann auch krähen.

    • Kernfusion ist auch ein totes Pferd, und man sollte auch aufhören, dieses tote Pferd zu reiten.
      Solche Anlagen wie ITER werden auch in Zukunft nur teure Forschungsobjekte bleiben.

      • „Kernfusion ist auch ein totes Pferd, und man sollte auch aufhören, dieses tote Pferd zu reiten.“

        Der Gaul war schon immer toter als tot!

    • Prof. Dr. Otmar Edenhofer, Vizechef des IPCC soll lt. Züricher Zeitung vom 14.11.2011 folgendes gemeint haben: „Zunächst mal haben wir Industrieländer die Atmosphäre der Weltgemeinschaft quasi enteignet. Aber man muß klar sagen:
      Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muß sich von der Illusion freimachen, dass Internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts zu tun.“
      Alles klar?

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